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Periodical volume Nr. 93, 27.04.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

■ gtedtcr folgte. Aber in der nächsten Viertelstunde stund 
der Wettkampf 3:3, eine halbe Stunde später jedoch 
8>/»:3Vr zugunsten von Steglitz, Von da ab »vandte sich 
das Blatt. Es sielen in der letzten Stunde die- Entschei 
dungen an den mit den stärkeren Spielern besetzten Bret 
tern. Das Endergebnis nach dreistündigem Ringen, 13:12, 
zugunsten von Steglitz ist für beide Teile gleich ehren 
voll. Die erst ein halbes Jahr alte S.B. Wilmersdorf 
hat ihre Feuerprobe gut bestanden. Besonders auffällig 
ist ihr Erfolg an den ersten 5 Brettern, wo sie 4 Siege 
erzielte. An den ersten 18 Brettern erreichte Wilmers-, 
dorf lO'/s, Steglitz 7V* Punkte. Hingegen tonnte Wilmers 
dorf aus den letzten 7 Brettern.nur IVs Punkte heraus 
holen. Es gewannen von Steglitz die Herren Pauli, Kä- 
ding, Wulf, Merten, Grundmann, Richter, Tiedt, Häust 
ier, Schulz II, Korff und Wezcl; von Wilmersdorf ge 
wannen die Herren Dr. Lcwy, Horn, Kleinfeldt, Kantoro- 
wicz, Mohr, Hartwig, Hartmann, Schwarz, Henning, Loog. 
Remis wurden die Partien Sandrock—Winz, Schwind!— 
Waller, Brackow—Dr. Rohr, Dorrmann—Patzschke. Frei 
tag, den 30., abends 8 Uhr, findet der Retourkampf im 
Patzcnhofer, Steglitz, Breiteste. 40, Ecke Albrechtstraste, 
statt. 
o Ein Photographie-Schaukästen gestohlen. Gestern 
Nachmittag um 2 Uhr — also am hellichten Tage — 
wurde vom Hause Hauptstr. 80 (am Marktplatz) der Schau 
kasten des Photographischen Ateliers von Wilhelm Schar 
mann, Rheinstr, 20, mit den darin befindlichen Bildern 
gestohlen. Für den Diebstahl kommen 2 Männer in Be 
tracht, die um diese Zeit mit einem Wagen vorführen 
und den tasten abnahmen. Ter Besitzer des Schaukastens 
setzt für die Wiedcrhcrbcischaffung eine Belohnung aus. 
o Als gesunden ist der Fundstelle im Rathause eine 
Brieftasche mit Inhalt gemeldet. 
VereinsDackricdlen 
X Teutsche demokratische Partei, Ortsgruppe Friedenau. 
Es sei nochmals auf deu Bortrag, den Rechtsanwalt Tr. Frank 
furter heute, Dienstag, abend 8 Uhr im Lauterplatz-Easino 
über „Wiederaufbau und Wahlen" hält, hingewiesen. 
X Sozialdemokratischer Wahlvcrcin (S.P.T). Ortsgruppe 
Friedenau. Am Mittwoch, den 28. April, abends 6 Uhr, Flug- 
blattverteiluug. Trefspuutt Restaurant Kühn, Hackerstraßc 3. 
Die Mitglieder werden ersucht, vollzählig zu erscheinen. 
X Ter Mieter-Bercin des Groh-Berlincr Westens veran 
staltet am 29. April 1920 in der Aula der Eccilicnschule eine 
öffentliche Mieterversammlung, in der der I. Vorsitzende Herr 
Rechtsanwalt Dr. Walter Goctzcl über „Die neue Hüchstiuietcn- 
verordnuug und ihre Gefahren für die Mieterschaft" sprechen 
und sich daran eine freie Aussprache knüpfen wird. Zur Deckung 
der Unkosten wird ein Beitrag von 50 Pfg. erhoben; cs wird 
auf recht zahlreichen Besuch aus allen Kreisen der Mieterschaft 
gerechnet. Die Ceciliciischiilc befindet sich in Berlin-Wilniers- 
dorf, am Nikolsburgcr Platz, an der Trauteuaustrastc. Die 
Versammlung beginnt um 7 Uhr abends. 
X Deutsche Volkspartei, Ortsgruppe Berlin-Friedenau. Der 
letzte Bortrag im dritten staatsbürgerlichen Kursus für Frauen, 
den die Frauenausschüsse der WahlkrciSverbände 3, 4 und ü 
der D. V. P. veranstalten, findet amkDonncrStag, den 29. April, 
nachm. 5 Uhr, im Wilhelmsgymnasium, Bellevucstraste 15, statt. 
Fräulein Oberlchrerin Selma Sichert spricht über „Die 
Frau im Lehrberuf". Im Anschluß hieran wird ebendaselbst um 
3/27 Uhr für den ausfallenden Vortrag der Schwester Johanna 
Dies „Der Schwcsternbcruf" eine große Schwesternversammlung 
abgehalten, in der der Herr Gcneraloberarzt Dr.; Bolde über 
„Die Stellung der Schwestern in der sozialen Gesetzgebung" 
sprechen wird. Bei dem überaus wichtigen Referat haben sich 
Schwestern verschiedener Verbände bereit erklärt, in der Dis 
kussion zu sprechen, und wir richten an alle unsere bodenständigen 
Schwestern die Bitte, sich recht zahlreich einzusindcn. 
Zcköneberg 
0— Tie Schäncbergcr Stadtverordnctenversammsu.ig 
wurde gestern von dem Vorsteher Ezeminski mit der Mit 
teilung eröffnet, daß die Neue Fraktion fortan nur noch 
aus den Mitgliedernder Tcutschnationalen, der Deutschen 
Volkspartei und der Wirtschaftlichen Bereinigung bestehe 
und jetzt 21 Mitglieder zähle. Die 4 Mitglieder der Christ 
lichen Volkspartei haben eine eigene Fraktion gebildet, da 
sie hinsichtlich der Lohnerstattung für die Zeit des Ge 
neralstreiks in der vorigen Sitzung anderer Meinung tvaren 
und geschlossen mit der Linken und den Demokraten stimm 
ten. Infolge des schlvachen Besuches gelangte ein Antrag 
der Unabhängigen aus Erhebung von Vorstellungen seitens 
des Magistrats bei der Regierung über die im Ruhrgebiet 
zusammengezogenen Truppen mit 20 Stimmen der Linken 
gegen 19 Stimmen der Demokraten und Bürgerlichen 
zur Annahme. Ein sozialdemokratischer Antrag, am l. Mai 
Sonntagsdienst für alle Beamten, Angestellten und .Ar 
beiter anzuordnen und in allen städtischen Schulen mit 
dem Unterricht auszusetzen, erregte eine längere Erörte- 
„Es ist veffer >0," sagte sie. „An unseren Gefühlen 
ändert die Form nichts, aber sic verhindert vielleicht, das; 
wir — das; Sie sich 311111 zweiten Male vergessen." Sie 
lächelte traurig. „Denn an dein Entschluß, den ich Ihnen 
vorhin ausgesprochen habe, kann nichts geändert werden, 
Heinz." 
„Aber ich begreife dich nicht " 
Vielleicht lernen Sie mich einmal begreifen. Meiner 
festen Ueberzeugung nach sind wir nicht dazu geschaffen, 
uns für's Leben zu verbinden. Ich liebe Sie bitte, 
Heinz, laß mich." 
Er hatte sie von neuem in seine Arme ziehen wollen. 
Er war ja fest entschlossen, sie nun, nachdem sie ihm das 
beseligende Geständnis ihrer Liebe gemacht hatte, zu halten 
— die eingebildeten Schranken, die sie zwischen ihm und 
ihr wähnte, niederzureißen. Sie duldete es, daß er sie 
noch einmal küßte, aber sie erwiderte seine Liebkosung 
nicht. Und als in diesem Augenblick die Tür aufging und 
die Komtesse in das Zimmer trat, riß sie sich beinahe un 
gestüm los und verließ den Raum, ehe Heinz sie hatte 
halten können. 
„Es scheint mir vom Schicksal bestimmt, stets im un 
geeignetsten Augenblick zu erscheinen," sagte die Komtesse 
zwischen Scherz und Einst. Heinz aber stieß flehend hervor: 
„Ich bitte Sie, rufen Sie Fräulein Margot zurück. Ich 
— sie darf nicht so von mir gehen." 
Die Komtesse schüttelte den Kopf. 
„So haben Sie kein Glück gehabt?" sagte sie. „Ich 
will tun für Sie, was ich kann. Aber Sie dürfen nicht mir 
die Schuld geben, wenn auch ich nichts erreiche." 
Sie verließ das Zimmer, und Heinz blieb allein. Sein 
Blick fiel zufällig auf einen Spiegel, und er erschrak, als 
er seine verstörten Gcsichtszüge gewahrte. Wo war die 
Selbstbeherrschung, die er stets als eine der vornehmsten 
Eigenschaften des gut erzogenen Menschen gerühmt hatte?. 
Durfte er sich von dieser Leidenschaft so ganz überwältigen 
lass'N? 
r.ung und wurde mit 24 Stimmen der Rechkcit und De 
mokraten gegen 23 Stimmen der Linken abgelehnt. — 
Eine derbe Abfuhr erhielten die Unabhängigen hinsichtlich 
ihres Antrages auf wöchentliche Abhaltung von Stadt 
verordnetensitzungen. Stadtv. Frl. Fromm (Neue Fr.) 
geißelte das bisherige Verhalten der Unabhängigen in den 
Stadtverordnetenversammlungen. Durch hochpolitische 
Dinge und fortwährende Dringlichkeitsanträge werde un- 
nütz Zeit Vergeuder; olle Kamellen und Geschichten aus 
dem vorigen Jahrhundert würden in langatmiger Rede 
vorgetragen, statt sich mit städtischen Angelegenheiten FU 
beschäftigen. In der Stadtverordnetenversammlung fei kein 
Platz für politische Reden. Stadtv. Rathmann (Soz.> 
lehnte namens seiner Fraktion gleichfalls den Antrag ab. 
Der Antrag wurde hierauf gegen die Unabhängigen abge 
lehnt. Weiter beschäftigte sich die Versammlung mit einem 
Antrage der Unabhängigen auf Auslösung der Einwohner 
wehr und Bildung einer Ortswehr. Sämtliche anderen 
Fraktionen hatten hierzu besondere Anträge eingebracht, 
über die sich eine stundenlange Aussprache entspann. An 
genommen wurde schließlich ein demokratischer Antrag, 
den Magistrat zu ersuchen, der Stadtverordnetenversamm 
lung Vorschläge für die Umbildung der Einwohnerwehr 
in eine zuverlässige OrtSwehr zu machen. 
Leriw unct Vororte 
ßo Im Rahmen der Volkshochschule Groß-Berlin be 
ginnen in den nächsten zwei Tagen folgende Vortrags 
reihen: im. Friedrichs-Realgymnasium Mittcnwalder 
Straße 34—37, Tr. Spcthmann: Landeskunde des nord 
deutschen Tieflandes, und Arbciter'ckretär Müller: Die 
Gewerkschaften, beide Mittwoch, 7 Uhr abends; Dr. Gutt- 
maun: Die Entwicklung der Oper von Monteverdi bis 
Strauß und Solo- und Ensemblege'ang als Hausmusik, 
beide Dienstag 7 bezw. 8Vs Uhr; im Aulagebäudc der 
Universität Hörsaal 3, Prof. Dr. Lieber!: Das sittliche 
Leben. Mittwoch, 7 Uhr abends; im Zoolog. Museum, Jn- 
validenstr. 43, Prof. Matschie: Deutschlands Säugetier- 
Welt, 8 Uhr abends; Georgenstr. 34 30, Prof. Baschin: 
Die Landkarte und ihre Benutzung, Donnerstag 7 Uhr; 
Dorotheenstädt. Realgymnasium, Dorothccnstr. 12, Rektor 
Schmidt: Die Arbeitsschule, Donnerstag, 8 Uhr; Land- 
lvirtschastliche Hochschule, Jnvalidcnstr. 42, Hörsaal il. 
Reg.-Rar Dr. Dersch: Das neue Arbeiter- und Angestellten- 
recl't, Donnerstag, 8 Uhr. 
turnen, Spiel, Sport 
s Brandenburgische Meisterschaften im Kunstturnen. Der 
Kreis Illb der Deutschen Turnerschaft brackitc in der Turnhalle 
in der Prinzenstraße zur Hebung deS Geräteturnens die Bran- 
denburgischcn Meisterschaften im Kunstturnen zu»; Austrag. Außer 
dem wurden noch Musterriegcn und Kürturnen der Geübtesten 
gezeigt. Die Resultate der Meisterschaften sind: Pferd: 1. Weber 
Berl. Turnerschaft) 107,5 Punkte, 2. Kobs (Lüoeckschcr Turn 
verein) 106,5 Punkte. — Reck: l. Kobs iLübcckschcr Turnverein) 
111,5 Punkte, 2. Tauchert (Berl. Turnerschaft) 109,5 Punkte. 
— Schaukclring: l. Hubert (Turngem. in Berlin) 105 Punkte, 
2. Jaskc (Turngem. in Berlin) und 2. Freibcrg (Berl. Turnersch.) 
je 98 Punkte. — Barren: 1. KobshLübcckscher Turnverein) 116 
Punkte, 2. Ehrhardt (Berl. Tnrngcnosscnschaft) 115,5 Punkte. 
Besonders bcrvorzubebcn ist die Musterriege der „Berliner 
Turiicrsckiafzft am Reck. Das Durchschnittsalter der Turner 
dieser Riege betrug 49 Jahre. Eine riesige Zuschauerinenge 
wohnte diesem ersten großen turnerischen Ereignisse der Mark 
Brandenburg bei. Es ist zu begrüßen, daß dem Turnen jetzt viel 
fach größere Beachtung zuteil wird, als in früheren Jahren. Ist 
das Turnen doch dazu bestimmt, die körperliche Stählung, die 
viele deutsche Männer durch die militärische Ausbildung bisher 
hatten, zu ersetzen. 
(Für diese Rubrik übernehmen wir keine Verantwortung.) 
T'e Kindcrspeifung der Quäker. 
In vergangener Woche wurden die Schülerinnen der 
Königin-Luise-Schulc ärztlich untersucht und die unterer 
nährten Kinder erhielten die Mitteilung, daß sie au der 
Kiuderspcisung teilnehmen würden und dafür täglich 25 
Pfg. zu entrichten 'hätten — darüber große Freude bei 
Eltern und Kindern. Am Sonnabend wird einer Anzahl 
der Ausetwählten gesagt, sie könnten nicht teilnehmen. 
Weshalb wird denn den Kindern /erst der Mund wässrig 
geinacht? Worauf ist die nachträgliche Streichung zurück 
zuführen, etwa ans die Gcmeiiidcrats-Sitznng. U. A. w. g. 
Ein Friedenaner. E. S- 
Verantw. Schriftleiter: Hermann Martivius tn Berlin-Frieden«» 
Lei Betriebsstörung, Streik usw. hat der Bezieher kewen Anspruch 
ruf Lieferung oder Nachlieferung des Lolal-AnzeigerS oder Bui 
Rückzahlung des Bezugspreises« 
Er rlmlcic sich cncrgi'ch^aiis und strich sich leicht mit 
der Hand über die pochenden Schläfen. Er konnte ja doch 
glücklich sein, wußte er doch, daß ihn Margot liebte. Aber 
er war iiiiijt glücklich, nicht in diesem Augenblick. Margot 
hatte bei ihrer Ertlärung, daß sie niemals die Seine wer 
den könnt):, zu viel Festigkeit gezeigt, als daß er nicht für 
sein Glück zittern sollte. Er kannte sie ja wirklich sowenig; 
und vielleicht gab es doch etwas, was ihre Verbindung un 
möglich machte. Aber cs sollte, es durste nichts Derartiges 
geben, er wollte alle Hindernisse überwinden." 
Voll bebender Erwartung sah er der Komtesse ent 
gegen. Würde sie Margot mitbringen? 
Aber sie kam allein. 
„Ich weiß nicht, was Sie ihr gelnn haben," sagte sie 
mit ihrer melodiösen, ongcnehinen Stimme, „ob Sie sie 
beleidigt oder — zu glücklich gemacht haben. Jedenfalls 
will sie Sie heute nicht inehr seheii, ich kann Ihnen nicht 
heiscn, inein Freund." 
„Ich — ich weiß nicht, was ich denken soll," sagte Heinz 
erregt. „Sie selbst ermahnten mich, Margot gegenüber vor 
sichtig und korrekt zu verfahren, lind sic selbst " 
ist ein junges Mädchen, dom inan manches zugut 
halten soll, was ein Mann nicht tun dürste." fiel ihm 
die Komtesse ins Wort. „Und Sic — was gibt eg?" 
Die niedliche, kleine Zofe überbrachte iyr eine Karte. 
Als sie einen Blick darauf geworfen, sah sic unwillkürlich 
zu Hollfelden hinüber, und sagte unmutig: 
„Aber sagte ich Ihnen nicht, Jeanette, daß ich für diesen 
Herrn keinesfalls,zu sprechen bin?" 
„Er wollte sich gar nicht abweisen lassen, gnädiges 
Fräulein." sagte das Mädchen entschuldigend. „Und ich 
wußte nicht " 
„Sagen Sie ihm. daß ich Besuch hätte, und daß ich 
ihn nicht annehmen könnte." bcschied sie die Gräfin. „Es 
kommt auf die Form nicht an. Denn ich wünsch- nicht, 
noch einmal von ihm behelligt zu werden." 
Das Mädchen entfernte sich, und die Komteffe wandte 
««ilicher 
Bekanntmachung. 
Im Anschluß an die Bekannlmachung des Finanzamtes zu 
Berlin-Sieglitz weise ich darauf hin, daß die aus Grund des 
Kapitalertrag st euckrgesetzes vom 29. März 1920 zu 
entrichtenden 10 v. H. S ch u l d e n z i n s e n au unsere Gemeinde 
kasse unter Angabe von Namen und Wohnung des Gläubigers, 
des Schuldbetrages, des Betrages der geschuldeten Zinsen und des 
Zeitraumes, für den die Zinsen zu entrichten sind, zu zahlen sind. 
Hierbei bemerken wir, daß im Falle der Gläubiger entgegen den 
gesetzlichen Vorschriften den vollen Betrag des geschuldeten Be 
trages ohne Abzug der Steuer erhalten hat, ist er seinerseits 
ebenso verpflichtet, die Steuer zu entrichten und zwar an das für 
ihn zuständige Finanzamt, innerhalb eines Monats nach Erhalt 
der Zahlung. Berlin-Friedenau, den 26. April 1920. Der Ge- 
meindeoorstand. Walger. 
Bekanntmachung. 
Mit dem I. April 1920 ist in Berlin-Friedenau folgende 
Kehrbezeichiiuiig in Kraft getreten, a) Bezirk Nr. t „Berlin- 
Friedenau Ost", unlsassend,dcn Teil der Gemeinde Berlin- 
Friedenau, der begrenzt wird von den Gemarkungen Berlin- 
Steglitz, Berlin-Tchöneberg, der Grenzlinie zwischen den Häusern 
Lauterstraße 24 und 25, deu Mittellinien der Albestraße, Bis- 
marckftraße, des östlichen Straßciidainmes des Friedrich-Wilhl- 
Platzes und der Mittellinie der .Kaiserallee; b) Bezirk Nr. 30 
„Berlin-Friedenau West", umfassend den Teil der Gemeinde Bln- 
Friedenau, der begrenzt wird von den Gemarkungen Berlin- 
Wilmersdorf, Berlin-Steglitz, den Mittellinien der .Kaiserallee, 
des östliche» StraßeudammeZ des Friedrich-Wilhelm-Platzcs, den 
Mittellinien der Wilhelmstraße und der Tauiiiisstraße: c) Bezirk 
Nr. 43 „Berlin-Friedenau Nord", umsasiciid den Teil der Ge 
meinde Berlin-Friedenau, der begrenzt wird von Den Gemar- 
iungeii Bcrlin-Schöneberg, Berlin-Wilmersdorf, den Mittel 
linien der Taunusstraße, Wilhelmstraße, Biomarckstraße, Albe- 
straße und der Grenzlinie zwischen den Häusern Lauterstraßc 24 
und 25. Zu Kehrmeistern sind bestellt worden: a) für den 
Bezirk Nr. 4 „Berlin-Friedenau Ost" der Bczirksschornstcinscger- 
mcistcr Wilhelm S t 0 l tz cn b u r g s eu . in Berlin-Fricdciiaii, 
Handjeryslraße 40; b) für den Bezirk Nr. 130«„Berlin-Friedenau 
West" der Bezirksschornstcinsegcrmeifter Wilhelm Stoltzen- 
b ur g j n ii. in Berlin-Friedenau, Wiesbadener Straße 4; c) für 
den Bezirk Nr. 43 „Berlin-Friedenau Nord" der Bezirksickiorn- 
stcinscger Karl Degen, zurzeit in Adlershos, Fricdeiistraßc 8. 
Veröffentlicht: Berlin-Friedenau, den 20. April 1920. Ter 
Amtsvorsteher. Walger. 
Bekanntmachung. 
Die Amerikanische K i 11 d c r h i l f s m i s s i 0 11 will 
für sehr uiitercriiährte Kinder eine Speisung (als Zusatz-Mahl 
zeit gevacht) diirchsührc». Diese Speisung soll in Berlin-Frie 
denau für Kinder im Alter vom vollendeten 2. bi s 
z ii in 6. Lebensjahre vom 1. Mai d. I. ab beginnen. 
E.lern, die glauben, für ihre Kinder diese Speisung in Anspruch 
nehmen zu müssen, werden ersucht, ihre Kinder bchiiss Fest 
stellung des Grade; des Ernährungszustandes am D v 11 n etc-» 
tag, den 29. April 1920, vor in. 9—10, Uhr, in der 
hiesigen Kindcrsürsvrgestelle, Rathaus parterre, Lauterstraßc 20, 
vorzustellen. Untersuch i, 11 g I 0 st e » l 0 s. Bcrliii-Fric- 
denau, den 27. April 1920. Das Sinnen» und Waiscnbüro. 
Dahms, Obcrsckrctär. 
vekimntmachung. 
Verordnung über Kunsthonig. Vom 1. April 1920. Auf 
Grund der Verordnung über Kricgsmaßnahmcii zur Sicherung 
der Volksernährung vom 22. Mai 1016 (RGBl. S. 401) und 
vom 18 .August 1917 lRGBl. S. 823) wird verordnet: Art. 1. 
In der Verordnung über Kunsthonig vom 7. Dezember 1917 
«RGBl. S. 1094) in der Fassung der Verordnung vom 8. Rov. 
1918 (RGBl. S. 1295) und vom 10. Dezember 1919 (RGBl. 
T. 1975) werden folgende Aenderungen vorgeiioinmcii: 1. § 2 
Abs. 1 erhält folgende Fassung: Der Preis sür Kunsthonig darf 
beim Verkaufe durch deu Hersteller, soweit nicht uiimiitelbar au 
Kleinhändler oder Verbraucher verlauft wird Z 3), einschließlich 
Verpackung sür je 100 Kilogramm Reingewicht nicht übersteigen 
bei Lieferung in Pakelcn oder Dosen mit einem.Inhalt bis zu 
l Kilogr. 1223 M., bei Lieferung in Behältnissen mit einem 
Inhalt von mehr als 1 Kilogr. 1180 M. 2: § 3 Abs. 1 erhält 
folgende Fassung: Der Preis sür Kunsthonig darf beim Verkauf 
an Kleinhändler (§ 4) sowie beim Verkaufe durch den Herstellers 
an Verbraucher cinschl. Verpackung sür je 100 Kilogramm Rein 
gewicht nicht übersteigen bei Lieferung in Paketen oder Dosen 
mit einem Inhalt bis zu 1 Kilogramm 1313 M., bei Licieriing 
in Behältnissen mit einem Inhalt von mehr als 1 Kilogramm 
1270 M. 3. § 4 Abs? I erhält folgende Fassung: Der Preis 
sür Kunsthonig darf beim Verkauf an Verbraucher 3Uein- 
Handel), abgesehen vom Falle des Bcrkauss durch den Hersteller 
.§ 3), für 1 Pfund Reingewicht nicht 'übersteigen bei Licscrunz 
in Paketen oder Dosen 7,30 M., bei Lieferung ohne Verpackung 
im Ausstich) 7,20 M. Sin. 2. Diese Verordnung tritt mit 
dem Tage der Verlündung in Kraft. Berlin, Den 1. April 1920. 
Der Reichsmiiiistcr für Ernährung und Landwirtschaft. Ver- 
össentlicht: Berlin, den 13. Slvril 1920. Der Landrar des Kreises- 
Teltow, v. Slchenbach. K. L. F. XII 7. Veröffentlicht: Bln.- 
Feiedenau, den 22. Slpril 1920. Der Gemciiidcvorstaiid. I. 8?,: 
Friede!. 
JFBB 
s'.ch wieder Hvllscldc» zu, der schweigend gewe.rict hatte 
AVer cs war eine Unruhe jetzt in ihren, Wesen, die er vor» 
her nicht wahrgenommen hatte. 
„Sie dürfen wir nicht zürnen, daß ich Ihnen keine 
bessere Auskunft geben konnte. Aber ich sagte Ihne» ja 
vordcni schon, daß Margot unberechenbar ist und daß inan 
nichts mit ihr ausrichten kann, wenn sie sich etwas in den 
Kopf gesetzt hat." 
„Aber Sie werden begreifen, in welcher Unruhe ich 
wich befinde," sagte Heinz. „Ist es wahr, daß Fräulein 
Margot morgen früh " 
Die Koniteffe erhob abwelkend die Hand. 
„Fragen Sie mich nicht, lieber Freund, denn ich 
wußte Margot auf ihre eindringlichen Bitten versprechen. 
Ihnen über nichts Auskunft zu geben." 
„Ich bitte Sie, wenigstens das eine könnten Sie mir 
doch sagen. Es wird nicht Margots Absicht sein, mich 
fortzuschicken wie eine» lästigen Bittsteller, den man so kurz 
wie möglich abfertigt. Ich glaube doch, etwas Besseres ver- 
dient zu haben." 
Der Gräfin bereitete die peinliche Lage, in der sie sich 
ihin gegenüber befand, offenbar Verlegenheit. 
„Es tut wir herzlich leid, Herr Hollfelden, aber ich 
darf mein einmal gegebenes Wort nicht brechen. Ich will 
mit Ihnen hoffen, daß zwischen Margot und Ihnen noch 
alles gut werden wird, aber ich habe die Erfahrung machen 
müsse», daß die Einmischung eines Dritten in Liebesan 
gelegenheiten sehr selten zum guten ausschlägt, daß man 
in den, meisten Fällen nur unheilvolle Verwirrung an 
richtet. Sie sind ein Maim. und Sie werden Ihren Weg 
ohne Zweifel allein zu finden wissen." 
„Ich werde ihn finden, Komtesse!" sagte er fest. „Und. 
ich will Ihnen nicht länger lästig fallcn. Wollen Sie mir 
gestatte», wiederzukommen?" 
(Fortsetzung folgt.)
        
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