Path:
Periodical volume Nr. 90, 23.04.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

rntfcrmn. Auch der Banausschnß Yjäst die JiistandsctzungS- 
arbeiten bis auf die Vergitterung der Fenster für not» 
chwndig. Der Jugendpslegeänsschuß vertritt aber den 
Standpunkt, daß eine Verbitterung der Fenster im Inter 
esse der Jugendlichen, der Gemeinde und der Vereine zu 
geschehen hat. Auch der Gemeindevorstand ist dieser An 
sicht und empfiehlt die Bewilligung der erforderlichen 
Mittel in Höhe von 24 000 M. — G.-B. T h o m s b e r g e r 
(Dem.) tritt für die Vorlage ei», vermißt aber eine Spe- 
zialisiernng der Kosten. Die Vorlagen müßten besser 
ausgearbeitet werden. Er hält es besonders für not 
wendig, daß für den Ausschank alkoholfreier Getränke noch 
Grundsätze festgesetzt werden. Hiermit hätte sich der Aus 
schuß nochmals zu beschäftigen 'und der Gemeindevertretung 
Vorlage zu machen. Er beantrage daher folgenden Zu 
satzantrag ztt beschließen: „Ueber die Grundsätze, die 
bei der Bewirtschaftung des Ausschanks alkoholfreier Ge 
tränke maßgebend sein sollen, ist der Vertretung mit mög 
lichster Beschleunigung Vorlage zu machen". — Schöffe 
v. Wroch em (D. B) erklärt, daß die Spezialisierung in 
Zukunft geschehen werde. Ueber die Frage deS Ausschanks 
alkoholfreier Getränke werde noch'im Ausschuß verhandelt 
werden. — Daraus wird dem Antrage mit dem Zusatz- 
antrage Thomsberger zugestimmt und die Summe von 
24 000 M. bewilligt. 
Beschrsfung von Wäsch- und Kleidungsstücken für die 
W oh lfah rtceinrichtu » gen. 
Die Gemeindevertretung hat am 16. Mai 1919 10 000 
Mark für die Beschaffung von Wäsche für Wohlfahrtsein 
richtungen usw. bewilligt. Beim Neichsverwertungsamt 
wurde daraufhin der Bedarf gemeldet und u. a. bestellt: 
wollene Decken, Bettlaken, Deekenbezüge, Strickjaekeu, 
Strümpfe, Hemden, Unterhosen, Schürzen, Staubtücher, 
Handtücher, Badelaken usw., wovon seit Anfang Januar 
ein Teil geliefert ist. Der größte Teil steht noch aus. 
Die Waren sind gut und außerordentlich preiswert. Die 
Gemeinde kommt dadurch in die angenehme Lage, ihre 
Einrichtungen wie Kindergarten, Kinderhort, Frauenschule 
mit den nötigen Textilien zu versehen, daun aber auch 
das in Aussicht genommene Kinderheim für tuberkulöse. 
Kinder und die geplanten Kiuderkolonien auszustatten und 
ferner anderen wohltätigen Anstalten am Orte, soweit 
der Bestand reicht, in der Zeit der unerschwinglichen Preise 
gegen verhältnismäßig geringes Entgelt auszuhelfen. Die 
günstige Gelegenheit zur Beschaffung billiger Textilien usw. 
soll benutzt werden und so stimmt die Gemeindevertretung 
ohne Aussprache dem Antrage des GemeiudevorstandeS zu 
und bewilligt für diese Beschaffungen weitere 30 000 M. 
Für den Schulgarten. 
Zur Einrichtung eines Schulgartens für sämtliche 
Schulen der Gemeinde aus dem Gartengrundstück an der 
Hertelstraße werden 1000 M. bewilligt, um die für den 
botanischen Unterricht erforderlichen Pflanzen und Sä 
mereien beschaffen zu können. G.-B. Lüdecke (Dem.) be 
mängelt die Bemerkung zn dem Antrage, daß im Vor 
anschlag 1020 die Mittel für einen jungen Gehilfen ange 
fordert werden, dem hauptsächlich die Arbeit im Schul 
garten übertragen werden soll. Diese Bemerkung müsse 
gestrichen lverden, weil er nicht wünsche, daß sich damit 
die Gemeindevertretung schon festlege. Bürgermeister 
Walger erklärt, daß eine Festlegung damir nicht beab 
sichtigt sei, es sei keine einem künftigen Beschlusse zuvor 
kommende Mitteilung. Mit dieser Auslegung wird der 
Vorlage zugestimmt. 
Ein Beitrag an den Lettcverein. 
Bürgermeister Walger berichtet, daß die Vorlage 
auch noch au den Finanzausschuß gebracht wurde, der 
mir Rücksicht darauf, daß 5 Prozent der die Schule des 
Lettevereins besuchenden Schülerinnen aus Friödenaw 
stammen, empfiehlt, den Beitrag von 1000 M. aus 2000 
Mark zu erhöhen. Der Gemeiudevorstaud sei diesem Vor-' 
schlage nun beigetreren. Er habe noch Erkundigungen, 
beim Lettevereiu eingezogen, in welchen Fächern die Frie- 
deuauer Schülerinnen unterrichtet werden und was andere 
Gemeinden zahlen. Der Letteverein schrieb darauf, daß, 
die Friedenauer Schülerinnen sich auf alle Lehrgänge ver 
teilen, hauptsächlich aber in der Handels- und Gewerbe 
schule, lätig sind. Von den übrigen Gemeinden bezahlen 
Berlin 30000 M., Eharlottenburg 5000 M., Wilmersdorf 
7000 M., für Schöneberg steht der Beitrag noch nicht fest, 
beantragt sind 15000 M. — G.-B. Altmanu <D. Vp.) 
empfiehlt mit Rücksicht darauf, daß der Prozentsatz der 
Friedenauer Schülerinnen ziemlich hoch ist, den Beitrag 
auf 2000 M. festzusetzen. G.-V. Dr. Hasse (Soz.) glaubt, 
daß im Vergleich mir dem Beitrage, den Berlin zahlt, 
der Beitrag von 2000 M. zu hoch sei. Er halte daher 
einen Beitrag von 1000 M. für genügend. Bürgermeister 
Walger bemerkt, daß man die Verhältniszahlen in sol 
chen Fällen nicht heranziehen könne, sonst würde Frie 
denau oft recht kleine Beiträge zu leisten haben. — G.-V. 
Wolfs (Dem.) erklärt, das; sich seine Fraktion auf 1000 
Mark festgelegt habe. — Für einen Beitrag von 2000 M. 
stimmen nur 15 G.-V. der Rechten. Es wird ein Beitrag 
von 1000 M. beschlossen. 
Beitrag an den Baltischen Vertraucnsrat. 
G.-V. Frl. Schipfmann (Soz.) führt aus, daß 
fich der Name Baltikum in der Bevölkerung keines guten 
Klanges erfreue (Lachen rechts). Ihre Fraktion habe da 
her Erkundigungen eingezogen, ob die Beiträge etwa zu 
politischen Zwecken gebraucht werden könnten. Nach 
diesen Erkundigungen glaube ihre Fraktion, daß sie es 
mit ihrer Stellung vereinbaren könne, die Summe zu be 
willigen, weil es sich bei der Einrichtung um eine Unter 
stützung wirtschaftlicher Interessen der aus dem Baltikum 
Geflüchteten handele. — Es lverden dem Antrage des 
Gemeindevorstandes entsprechend 200 M. als Beihilfe an 
den baltischen Vertrauensrat bewilligt. 
Tie Bedingungen für die Anglicdcrung des Nealpro- 
gymnasiums an Pas Gymnasium. 
G.-V. Leon Hardt (Dem.) bemerkt, als die Vorlage 
auf Angliederung des Realgymnasiums gemacht wurde, 
da hieß es, daß weitere Kosten dadurch; nicht entstünden. 
Jetzt komme nun der Pferdefuß hinterher. Der Minister 
fordert von der Bürgerschaft Bedingungen, nach denen.sich 
die Sckche als ein Millionenprojekt darstellt. Er bean 
trage daher, der Vorlage jetzt nicht aus dem Handgelenk 
zuzustimmen, sondern sie zunächst im Finanzausschuß zu 
prüfen. — G.-V. Tr. Anders (Dnat.) meint, wenn 
Herr Leonhardt öfter solche Neugründungen mitgemacht 
hätte, würde er wissen, daß cs sich hier nur um eine 
Formalität handele. Es koste die Sache die Gemeinde 
keinen Pfennig mehr, als damals angegeben wurde, da 
für verpfände er seinen Kopf. Aüch ein neuer Direktor 
sei nicht notwendig. — Die Vertretung beschließt aber 
doch Zürückverweisung der Vorlage a» den Jinanzansschuß. 
Orten*dbridbt*n 
Mschdr. unsrer »-Srizin«l»rtik»l nur mit Quellen»u>«i» >est«Skt.j 
, Grosz-Berlin. 
Die Preußische Landesversammluug beschäftigt sich 
heute mit dem Gesetzentwurf einer Stadtgemeinde Groß- 
Berlin. Wie hierzu verlautet, haben die sozialdemokratische 
und die demokratische Fraktion beschlossen, f ü r den Oiesetz- 
entwurf Groß-Berlin zu stimmen. Für diesen Stand 
punkt entschied sich in der demokratischen Fraktion eine 
so große Mehrheit, daß die rasche Verabschiedung des Ge 
setzes unbedingt gesichert erscheint. 
Tie Berliner Vorortgemeinschjast im Kreise Teltow 
hat an die Verfassunggebende Preußische Landesversamm- 
lung nochmals eine Eingabe gerichtet, in der sie die Landes 
versammlung bittet, den Gesetzentwurf über die Stadt- 
gemeinde Groß-Berlin nochmals an den 17. Ausschuß zu 
rückzuverweisen. U. a. wird in der Eingabe gesagt: Die 
außerordentlich umfangreichen Arbeiten des 17. Aus 
schusses haben dem Gesetzentwurf nicht die Form geben 
können, die eine gute Verwaltung Groß-Berlins unter aus 
reichender Berücksichtigung des Grundsatzes der Selbstver 
waltung gewährleisten würde. Auch in der jetzigen 
Fassung kränkt der Gesetzentwurf daran, daß man Groß» 
Berlin trotz seiner durch Umfang und Einwohnerzahl außer 
ordentlichen Verhältnisse wie eine einfache Gemeinde der 
Slüdleordnuug aufbauen und verwalten will. Darüber, 
ob und wie das neue Gebilde den schwierigen Ansor- 
derungen der Verwaltung in der Nachkriegszeit gerecht 
werden kann, fehlt jede Unterlage; keine tatsächliche Er 
fahrung, kein Voranschlag ist vorhanden. Ist trotzdem 
ein solches Experiment an Groß-Berlin, dem Verwaltungs- 
Mittelpunkt des Staates, in dieser an Verwaltungs- 
Schwierigkeiten und -Aenderungen bereits überreichen Zeit 
notwendig und zu verantworten? Die 'Absicht, das Gesetz 
noch für das Rechnungsjahr 1920 wirksam werden zu 
lassen, kann nicht verwirklicht werden. Auch bei sofortiger 
Verabschiedung des Gesetzes erfordern die Wahlen zu den 
neuen Körperschaften und die Ueberleitung so lange Zeit, 
daß die neue Groß-Berliner Verwaltung höchstens für 
einen geringen Rest des Rechnungsjahres praktisch in Be 
tracht kommt. Gegen die Verabschiedung im jetzigen Zeit 
punkt spricht die Reichsfiuanzresorm, die infolge des Ueber- 
gangs der Reichseinkommeusteuer auf das Reich, die größten 
Schwierigkeiten für alle Gemeinden mit sich bringt. Die 
Nene Städteordnung wird bereits in Kürze die Preußische 
Landesversammlung beschäftigen. Ihre grundsätzlichen 
Fragen im Gesetz über Groß-Berlin trotzdem vorweg zu 
itehmeu, ist nicht angängig. Das Olleiche gilt von den 
Wahlrechtsfrageu, die im Reichswahlgesetz gründlich ge 
regelt werden. Soweit die kommunale Zusammenfassung 
Groß-Berlins unaufschiebbar war, besteht sie bereits im 
Zweckverband und Wohnuugsverband, Kohleuverband, Le 
bensmittelverband, in der Erwerbslosenfürsorge Groß- 
Berlins, im Verband Groß-Berliner Arbeitsnachweise, Ver 
band für daS Nellungswesen u. a., die ihre Aufgaben auch 
noch einige Zeit weiter erfüllen können. Die allerwescnt- 
lichste Forderung der Steuergleichheit und des Lastenaus- 
gleichs ist inzwischen durch die Neichssinanzreforui erfüllt. 
Es wird dann der Entwurf eines Gesetzes über die vor 
läufige Regelung der Fiuanzwirtschafr im Gebiet der 
künftigen Stadt Olroß-Berlin vorgelegt, um hierdurch 
Schäden wirtschaftlicher Natur auszuschließen, die durch 
unnötige Ausgaben der Einzelgemeinden entstehen könnten.. 
o. h Sckj'edsspritch und Straßcnuahntarif. In den 
Lohnst eitigkeiten zwischen den Betriebsangestellten der Ber 
liner städtischen Straßenbahnen und dem Berliner Ma 
gistrat hat das angerufene Schiedsgericht einen Schieds- 
spru chgefällt, der den Angestellten im wesentlichen die 
verlangte Lohnerhöhung zugesteht. Diese geht über das 
Maß dessen hinaus, das bisher die Staatseisenbahnen 
den Eisenbahnern bewilligt haben. Für die Große Ber 
liner Straßenbahn liegt, wie mitgeteilt, der Schiedsspruch 
in dem schwebenden Lohnversahren noch nicht vor. Sollte 
aber ein ähnlicher Spruch gefällt werden, so würde das 
für die „Große Berliner" eine jährliche Mehrbelastung 
von über 50 Millionen ausmachen. Tie Folge müßte 
dann sein, das; der Einheitstarif von 50 Pfg. auf 70 
Pfennig nötigenfalls unter Ausgabe von etwas er 
mäßigten Bündelfahrscheinen erhöht werden müßte, .wenn 
das Verbandsunternehmen nicht mit weiteren Verlusten 
arbeiten sollte, die gegenwärtig schon monatlich 5','* Mil 
lionen ausmachen. Sobald der Schiedsspruch auch für 
die Große Berliner Straßenbahn vorliegt, werden sich 
Aussichtsrat und Verbandsausschuß Groß-Berlin über die 
Höhe der weiteren Fahrpreissteigerung schlüssig machen. 
Bis zum 15. Mai werden die zuständigen Groß-Berliner 
Stellen über diese Frage entschieden haben. 
v Das Eiserne Kreuz am weißFckWärzcn Bande ist uw- 
screm Mitbürger Herrn Rechnungsrat Michaelis im 
.Reichskolonialministerium verliehen worden. 
o Tic Höchjstmicten-Anordnung und der dazu ergangene 
Beschluß des Wohnungsverbandes Groß-Berlin sieht die 
Wahl von Mieterausschüssen zur Kontrolle des Heizuugs- 
materials, seines Anteils und seiner Verwendung vor. Da 
die Mieterschaft, die in Zukunft den erheblichsten Teil der 
Kohlenkosten selbst zu tragen hat, das lebhafteste Inter 
esse an der baldigen Beschaffung dieser Ausschüsse har, so 
kann nur dringend auf die schleunige Vornahme der Wahl 
hingewiesen werden. Beratung und Anweisung hierzu er 
halten die Mieter — wie uns von dort mitgeteilt wird — 
in der Geschäftsstelle des Mieter-Vereins des Groß-Berliner 
Westens, Wilmersdorf, Babelsberger Str. 51a. Ilhlaiid 
7272. 
obh Tas Ende der „Wohnhausvurne" in den Eecilicnb 
gärten. Ter schon nahezu verwitterte unvollendete Rohbau 
eines staatlichen Wohnhauses in der Traegerstr., Ecke Ee- 
celie^tgärteu, in Schöneberg, auf dessen Heranziehung zur 
Bekämpfung der Wohnungsnot wir wiederholt hingewiesen 
haben, soll nun endlich ausgebaut und vollendet werden. 
Nachdem die Verhandlungen mit der Besitzerin des Gruno- 
stücks, einer Bodengesellschaft, zu keinem Ergebnis geführt 
haben, hat der- Magistrat Schöneberg beschlossen, das 
Hausgrundstück für 150 000 M. zu erwerbe» und für 
den Ausbau des Gebäudes nicht weniger als 1 225 000 
M. zur Verfügung zu stellen. Voraussetzung ist dabei, 
daß der Wohnuugsverband Groß-Berlin die Baukosten 
mit Ausnahme der fundierten Kosten .und eines verlore 
nen Zuschusses von 20 000 M., den die Stadt tragen 
will, übernimmt. — Welche gewaltige Summen .heute 
für die Errichtung von Häusern notwendig sind, beweisen 
allein für Schöneberg folgende Zahlen: Die Flachbau 
siedlung Lindenhof hat bisher einen Kostenaufwand von 
sage und schreibe 27 Millionen erfordert, loovon nur 
12,5 Millionen durch Baukostenzuschüsse von Reich, Staat 
und Wohnuugsverband erstattet werden. Außerdem hat 
die Stadt Schöneberg weitere 6 Millionen für Holzhäuser 
und Notwohnungen bewilligt. 
o Friedenauer Gesangverein für gemischten Chor 
(Chormeister: Gesanglehrer Walter Sch m i d t>. Für das 
Konzert, des Vereins, das am Donnerstag, den 29. 4. 
in der Aula der Königin-Luise-Schule stattfindet, ist es 
gelungen, hervorragende Solisten zu gewinnen. 0)6 ja 
von K r e ß, der I. Konzertmeister des Philharmonischen 
Orchesters, ist durch seine eigenen Konzerte, die er in 
Berlin gibt, und deren glänzende Kritiken seinen hohen 
Künstlerruhm immer ^von Neuem erstrahlen lassen, ja auch 
vielen Friedenauern 'schon bekannt. Er wird die klassische 
Sonate in T-dur von Händel (Maestoso—Allegro—Lar 
ghetto—Allegro eoii Erio) und die virtuoseuhaste» Werke: 
Präludium und Allegro von Pugnani-Kreisler und Po 
lonaise von Winiawski zum Vortrag bringen. Seine Be 
gleitung am Klavier hat der bewährte frühere Kapell-s 
meister des Blüthner-Orchcstcrs Bruno Weyersberg über 
nommen. Die 2. Mitwirkende ist eine junge, sehr begabte 
Klavier-Virtuosin Elisabeth B e ck e r-Sch l i ck u m, 
eine Meisterschülerin von Professor Kwast. lieber ihr letz 
tes eigenes Konzert berichten Berliner Blätter: „B. er 
regte geradezu Bewunderung durch ihre virtuose Technik 
beim Klavierspiel, die es doch auch an dem nötigen Aus 
druck nicht fehlen ließ und den Eindruck der Meisterschaft 
machte". „Große Ausgaben löste sie mit brillanter Tech 
nik, der nötigen Kraft und Energie und doch andererseits 
den Pianostellen einen Iveicheu singende» Anschlag leihend." 
„Mit seltenem Ernst, kraftvollem und doch zart beseeltem 
Anschlag, sowie mit musikalischer Phrasierung baute die 
Pianistin das Werk (H-Moll Sonate) auf." — Frau Becker 
steuert dem Programm die Mondschein-Sonate von Beet 
hoven bei; sie wird ihre Technik im eis-moll Scherzo 
und der As-dur-Polonaise von Chopin zeigen. Der Verein 
singt Werke von Mozart (Ave verum), Schubert So»e- 
tus), Mendelssohn (Primel), Löwe (Im Frühling), Schu 
mann (Im Walde tind Zigeunerleben) und mehrere Volks 
lieder, darunter ein altes Madrigal. Karten in sehr be 
schränkter Anzahl sind noch zu haben bei Schwarz, Ebers, 
Kosiakowsky und bei den Mitgliedern des Vereins. 
o Herr Organist Willy Jäger teilt uns mir Rücksicht 
auf die Besprechung des l. Bernhardis-Abeuds im Rei- 
sormgymnasium mit. daß er nur Frl. A. v. Ledebur 
zum Gesang begleitet hat, das Orgel'piel zu Anfang und 
die Tanzbegleitung zum Schluß des Abends jedoch nicht 
von ihm ausgeführt wurde. 
o Ein wertvoller Verlust. Am Donnerstag, den 22. 
d. Mts. zwischen 1 und 2,15 Uhr mittags hat ein Lastauto 
der Opr. Anstalt Goerz-Friedeuau auf dem Wege von 
Friedenau nach dem Zweigwerk Zehlendorf-Schönow eine* 
große Nolle Spaltleder verloren. Finder wird geboten, 
sich im Hauptwerk Goerz-Friedeuau, Rheinstr. 45, Zim 
mer 211, zu melden. Belohnung wird zugesichert. Das 
Auro durchfuhr folgende Straßen: Rheinstr., Schloßstr., 
Birkbufchstr., Berliner Str., Wieseubaude, Tcltowecstr. Poe 
Ankauf wird gewarnt. 
o Aus frischer Tat ergrisscgt wurde gestern gegen 
Mittag ein Spitzbube, der es daraits abgesehen har, 'ge 
meinsam mit einem Genossen, Gelegenheiten für Dieb 
stähle in Wohnungen auszukundschaften. Die V^'den er 
schienen gestern in der Wohnung des Kaufmanns Leiser, 
Bismarckstr. 8, als nur das Dienstmädchen und eine 
im Hause tätige Schneiderin anwesend waren. Tie er 
klärten dem Mädchen, daß sie auf Frau Leiser, die zum 
Zahnarzt gegangen sei. warten sollte». Auffalleuder- 
weise stimmte es, daß Frau L. beim Zahnarzt war. Wo 
her die Gauner das wußten, muß noch festgestellt werden. 
Sie nahmen im Wohnzimmer Platz. Als nun das Mäd 
chen der Schneiderin Kaffee bringen wollte und hierzu 
einen Augenblick das Zimmer verlassen mußte, griff einer 
von den Gaunern schnell nach einer Perser Brücke im, 
Werte von 1000 Mark, wickelte jie schnell zusammen, 
knöpfte sie unter sein Jackett und verließ eiligst die 
Wohnung. Der zweite wollte ihm schnell folgen, wurde 
aber von dem hinzukommenden Mädchen festgehalten. Er 
konnte sich aber losreißen und rannte nun auf die Straße, 
das Mädchen hinter ihm her. laut um Beistand rufend. 
Der Besitzer der Weinstuben Brünnhildestr. 8, Herr Paul 
Probst, hörte die Rufe. Er stellte sich dem Ziehenden 
Spitzbuben entgegen, hielt ihn fest.und übergab ihn später 
der Polizei. Der andere, der den Teppich gestohlen hat, 
ist entkommen. Ter Vorfall gibt wieder Anlaß zu der 
Warnung, fremde» Personen niemals Auskunft über Haus 
bewohner und deren Gepflogenheiten zu geben. 
o Einörr-ck, bei Gocrz. In der Nachc zum 21. d. Mts. 
drangen Diebe in die Räume der Optischen Anstalt E. M 
Goerz, stahlen viele Waren, namenrlich Ferngläser im 
Werte von 80 000 M., die aber wieder herbeigeschafft wer 
den konnten. Ein Paket mit der Beute wurde auf einem 
Laubengrundstück, ein anderes aus dem Hofe Peschkestr. 21 
aufgefunden. Die Diebe ließen am Talon einen Winter- 
maiilel und zwei Paar Schuhe liegen. Sie ir,irden ge 
sehen und in der Rüiinebcrgstraße sogar von einem Poli 
zisten beschossen, sind aber entkommen und müssen in sehr 
schmutzigen Strümpfen oder gar barfuß in ihren Wvh-- 
mingen gegen 7 Uhr nachmittags angelangt sein. Das 
Publilum wird um Mithilfe bei Ermittelung der Täter 
.gebeten. Vielleicht geben die zurückgelassenen Kleidungs 
stücke einen Anhalt, die zur Besichtigung im Polizei-Revier 
3, Sieglitz, Laucuburger Straße 2, anstiegen. Mittei- 
luugeit nimmt auch Zimmer 211 des Goerz-Werkes, Rhein- 
straße 45, entgegen. Für Ermittelung der Täter ist eine 
Belohnung ausgesetzt. 
Verein s-6,3 ckriÄien 
)! Unsere Veranstaltungen im Sommer/ so lautet bas 
Thema der heutigen Besprechung im E v a u g e! i s ch e n B e r c i it 
j u n g'e r M ü n n e r. Kaiseralle: 76a. Um unsec»Vereinsleben im 
Sommer weiterhin anregend zn gestalten, wirb eine rege Beteili 
gung an der Besprechung gebeten. — Sonntag Abend' ?'/, Uhr 
Teilnahme am Jabresfest des Jungfrauenvereiiis im großen'Saal' 
)( Teutsche Volkspartei. Am Sonntag, den 25. p. Mts. 
vormittags 10>/z Uhr, veranstaltet der Wahlkreisverband Berlin 
im Blüthnersaal, Lützolvstraße 76, eine große Knndgebmig, bei 
der Dr . Streiemann über „Die.wahre Demokratie n:s Tat der 
Deutschen Bolkc-partei" und Geh. Rat Pro^ D. Dr. Kahl über 
„Wahrheit und Recht in der Politik der deutschen Volkspartei, 
und ihrer Gegner" sprechen wird. Eintrittskarten zu 1,50 M. 
sind n. a. zu haben in der Geschäftsstelle des Wahlkreis'verbaii- 
des zu Berlin, Zimmerstr. 72—74, und beim Generalsekretär 
Dr. Benthin, hier, Hnhiielstr. 2III. 
■X Das 15. Jahresfest feiert der I II n g f r a II e nttr r - 
ein am kommenden Sonntag, den 25. April, 8 Uhr abends, 
im großen Gemeindesanl Kaiserallee 75a. Außer der Anspracha 
voii Pfarrer Kleine werden musikalische Darbietungen 'und 
ein Theaterstück „GebiirtstagSfreuden" geboten werden. Vor 
tragsfolge, zugleich als Eintrittskarten dienend, 50 Pfg a« 
haben in der Küsterei Kaiserallee 76a und bei den Gemeinde, 
schwestern Goßlerstr. 30. '
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.