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Periodical volume Nr. 88, 21.04.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

(Frisdrnauer 
Wsrlr!Wr Sfltsag sLrAa..Fr!ed«M gal 
Erscheint Älgsjch e&enfes. 
Trr»ssr»ch«r: T«t Ps«lKsrg SIS*. — Druck und Beklag non Sr» 
Sezngs-rers 
Rei MLolung aus den Neb^strN« 
«»natlich 1,60 Mark; durch Bote» 
ins Haus gebracht S,— Mark. 
Z e r t« « g) 
Tvjeigen 
nur fSr unbestimmte Ta^e — 
reis der 7gespaltenen Zeile oder deren 
«i-u , .. Raum 75 Psg. Di- Rettamezeile kost« 
8ksch8^l8ak3k! 18. 4.— Mark. Belegnunimer 15 Psg. 
Berltn-Frirdenau, Rheiustratz« IS. — Kerufprecher: vmt Pf«1,durg 2128. 
de- V&SSL »W lm SGsrSrrr. ■- Ä ir«nuK55 *b 
Nr. 89 
Mrlm-FMemA, IsnnsrsLüg den 22. Wri! 1829 
. Ti 
ErWLtöslssevjürsoröL. 
(Schluß.) 
_ Zur N ü ch prüf u n g der 11 n t c r st it lj u n st S st n- 
trS.ge auf Nichtigkeit der gemachten Angaben, Bedürf 
tigkeit^ usw. hatte sich zunächst ein größerer Kreis von 
Ehrenbeainten znr Verfügung gestellt. Nach und nach 
haben jedoch viele dieser Personen das Amt niedergelegt. 
SM.’ Eigenart der Verhältnisse veranlaßte den Gemeinde- 
w^stand, am 1. März 1919 einen besonderen Prüfer 
anzustellen, der aus de:n Kreise der Erwerbslosen ausge- 
wühlr und mir der Nachprüfung besonders solcher Unter- 
stützungsfälle beauftragt wurde, bei denen häufigere Kon 
trolle angebracht erschien bezw. mißbräuchliche Benutzung 
der Fürsorge vermutet wurde. Im Laufe des Jahres trat 
dann noch ein zweiter Prüfer hinzu. Diesen beiden amt 
lichen Feststellern wurde neben ihrer Erwerbslvscnnnter- 
stützung eine Ansirandsentschadignng in Höhe von 'M. 10 
für die Tage gezahlt, an denen sie für die Erirerbs-- 
losenfürsorge tätig waren. Am Schluß des Berichtsjah 
res waren noch 20 ehrenamtliche und die vorerwähnten 
2 amtlichen Prüfer für die Erlverbslvsenfüriorge tätig. 
Am 22. 2. 19]'.) hielten die Erwerbslosen Frie 
denaus erstmalig eine Versammlung in der Aula des 
Realgymnasiums ab, die von ca. 200 Personen besucht 
war. Hierbei wurden die Erwerbslosen,Ortv Meyer und 
Paul Schmidt als Arbeiterrat d e r ' E r io e r b S - 
losen gewählt und als solcher am 17. -1. 1019 vom 
Gemeindevorstand anerkannt. Mit Rücksicht aus die in 
zwischen eingetretene Heralunindernug der Erwerbslosen- 
zisfcr ist Meyer ani 1. l l. 19!9 von seinem Ami zurücb- 
getreten. Nach Schluß des BeriHtsjahres hat auch Paul 
Schmidt sein Amt niedergelegt, so daß z. Zt. ein Ar 
beiterrar nicht mehr besteht. Den als solchen tätig ge 
wesenen Erwerbslosen wurde für die Tage, die sie inst 
Interesse der Fürsorge und der Erwerbslosen tätig waren, 
cine Aufwandsentschädigung von lO M. gezahlt. 
Bald nach Einführung der Eriverbslosensürsvrge wurde 
erkannt, daß das Ziel der Fürsorge die Wiederausnahm»: 
von Arbeit sein wMse. Ein enges Zusammenarbeiten der 
Fürsorge mit dem 'Arbeitsnachweis war nübedingt 
notwendig. Am I. -1. 1919 erfolgte daher mit der Ueber 
nahme des Arbeitsnachweises in die.Verwaltung der Ge 
meinde die Zusammenlegung beider Dienststellen. Nicht 
znlcht ist es ans cine intensive Tätigkeit des genmind-, 
lichcn Arbeitsnachweises zurückzuführen, daß die Zahl der 
ErwerbSlosennnterstühnngsempsänger. besonders nach dem 
1. 4. 1919 in erheblichcin Maße sank. Beide Dienststellen 
wurden in crmicrercn Räumen des Hauses Niedstr. 41 
untergebracht. 
Bis zum 9k. Dezember 1919 wurden insgesamt 90.56 
dl u t r ä g c aus E r u> c r b s l o s c u u u l c r st ü h u u g ge 
stellt, davon wurden 2872 nach Prüfung bewilligt, in 
2öl Füllen durch Gewährung bvu .Teilunterstiitzuiig. 184 
Antrüge wurden abgelehnt, da eine bedürftige Lage nicht 
anerkannt werden tonnte. Unter den unterstützte» 2872 
Erwerbslosen befanden sich 288 weibliche Personen sowie 
Jugendliche im Alter von IM—21 Jahren: 116, 16 bis 
18 Jahren 29, 14 -16 Jahren: 5. 9 Ausländer wnrdeü 
unterstützt und zwar: je einer mit englischer, itälieni- 
scbcr und russischer Staatsangehörigkeit. An 4 147» ver 
heiratete Erwerbslose wurden Zuschläge für die Ehefrau 
gezahlt, außerdem an 96ö Eriv^bslose Zusclilüge für 
Ehefrau und 1 Kind, 190 2 Kinder, 89 9 Kinder, 14 
4 Kinder. t6 5 Kinder, 2 6 Kinder, 9 7 Kinder. 
In 40 Fällen wurde die Zahlung der Erwerbs- 
losenanterstünung ans andere n Gründen eingestellt, 
als durch Arbeitsaufnahme, Verzug usw. 9 t Personen 
Von E. P h. O p p e n h e i m. 
33 (Nachdruck verboten.) 
„Tch liebe Ihre Tochter Margot. Haben Sie mich 
nicht dabin versianüeii, Herr Oberstleutnant?" 
„Aber das ist ja — ist ja unmöglich, Hollfelden! — 
Bedenken Sie doch, was Sie 6a tagen! Sie bitten mich 
um die Hand meiner Stieftochter — die Sie — kennen 
gelernt haben, als sie im Begriff stand, um Mitternacht in 
die Wohnung cmes fremden Mannes zu gehen?!" 
Heinz wurde bleich. Straff aufgerichtet faß er vor dem 
Erregten. _ .. , . 
„Herr Oberstleutnant, Sic werden ohne Zweiicl das 
selbe" Vertrauen in die lautere Reinheit Ihrer Tochter 
haben, wie ich." sagte er beherrscht. „Ich liebe Fräulein 
Margot, und ich bui gewiß, daß es mir gelingen wird, 
ihre Gegenliebe zu erringen. Wenn Sie mir einen Grund 
angeben können, der mich verhindern müßte, Ihre Tochter 
zu meinem Weibe zu machen " . 
Ja doch — oder nein — ich weiß nicht! — Ich habe 
ja die Hand meiner Tochter nicht zu vergeben. Margot 
hat sich von mir losgesagt — sie allein hat über ihr 
Geschick zu bestimmen. Wenn sie Ihnen ihre Hand reichen 
will — und wenn Sie sie mir als Ihre Frau zufuhren 
— dann will ich ihr mein Haus nicht verschließen. Sagen 
Sie ihr das. Und nun müssen Sie mir Zeit gebe», mich 
von dieser lU'berraschnng zu erholen — freilich, ich sehe 
Ihr Tun und Handeln nun in einem ganz anderen Licht. 
Mein armer Freund!" 
„Wenn ich das Jawort Ihrer Tochter erhalten werde, 
werde ick reich sein," wehrte Heinz ab. „Was mich bisher 
hinderte, zu sprechen, war eben nur das Zerwürfnis zwischen 
Ihnen und Margot. Wenn ein so gütiger und liebevoller 
Mensch wie Sie» " 
Arnstors unterbrach ihn ungestüm. " . 
,^.Reden Sie nicht weiter, lieber Freund LO.jäüie er. 
wurde die Unterstützung entzogen, weil sie sich wei- 
g e v t c n, eine ihnen angebotene Arbeit anzunehmen. In 
9 Fällen trat Entziehung der Erwerbslosennnterstützung 
lvegen Mißbrauchs der Fürsorge ciu; 9 davon wur 
den dem Strafrichter überantwortet. In einem Falle 
murde ans .eine Geldstrafe von M. 50, tu einem 
anderen Falle ans eine G c f ä n g n i s st rase von zwei 
Wochen erkannt. Tie drille Strafanzeige ist z. Zt. noch 
nicht erledigt. 
Die Belvegungszisfern zeigen eine stetig fortschreitende 
Abnahme der Zahl der Erwerbslosen. Im Januar 1919 
waren z. B. 1279 Erwerblose gemeldet. Am 1. Avril 
betrug der Bestand 992 Erwerbslose, am 1, Juli nur 
noch 309, am 1. Oktober 191 und am 31. Dezember 1919 
waren nur 175 Erwerbslose vorhanden. Es wurden von 
der Erwerbslosenfürsorge unterstützt: bis zur Dauer von 
2 Mon. 610, 9 Mo«. 997, 4 Mvn. 970, 5 Mon. 312, 
6 Mon. 118, 7 Mon. 75, 8 Mon. 36, 9 Mon. 10,10 
Mon. 26, 11 Mon. 4, 12 Mon. 6 Erwerbslose. Die Aus 
zahlung der Erwerbslosenunierstützung erfolgte zum größ 
te:: Teil durch die hiesige Gemeindekasse. Die in Gewerk 
schaften, Verbänden njw. organisierten Erwerbslosen erhiel 
ten die Unterstützung durch die BcrnfSverbände. 
Ti: von der Geiiieindekasic gemachte Gesamtausgabe 
von November 1918 bis einschl. Dezember 1919 betrug 
795 576,75 Vst, davon 6 /t» durch das Reich gleich 
397 788.36 Vst, */,, durch den Staat: 265 192,26 Vst, 
-/i-j durch die Gemeinde: 192 596,19 Ast 
In dem Gesaintansgabebctrag lind enthalten: 1. Uii- 
terstütttlligsbcträge 606 588,67 M. /davon entfallen -,\ 2 
auf die Gemeinde: 116 098,10 Vst), 2. Winterbeihilfe für 
Nom- Dez. 19 2497.07 Vst (406Z0 M.ch 3. Fahr- und 
UmzngSkostcn zur Aufnahme von Arbeit außerhalb Groß- 
Berlins 1912,65 (218,70) Ast, 4. Krankentäsicnbeiträge 
26120,79 (4959,40) Vst, 5. Anfwalidsentschädigung für 
aintl. Prüfer und Arbeitcrrat 4890,00 (805,001 Vst, 6. 
Verwaltn »gelosten: «) personelle 59 177,77 (9862,90) M., 
bl sächliche einschl. der Kosten für erste Einrichtung, aber 
ausschl. Miete, die mit rund 2 000,00 Vst noch zu ver 
rechnen ist 5109,86 (851,60) M., zus. 795 576,75 M. 
(192 596,10 Vst). 
Danach har die Gemeinde bis Ende Dezember 1919 
für die Erwerb-Aosensttriorge ausgebracht: al vorstehende 
192 596,19 Vst, bl int Lastenansgleichsverfahren für die 
Jrir bis einschl. Mai 19! 9 464 061,59 Vst, cl an Ge 
meinden außerhalb Groß-Berlins erstattet für die Kriegs 
teilnehmer, die von Friedenau ans zum Heeresdienst crnge- 
zvgen und iiisolgedefscii von hier zu nnierslützeii waren 
in 65 Fällen I 669,58 Vst Die G c s a m r a n i >o e n d u n g 
der G ei» ein de beläuft sich bis 31. 12. 1919 ans: 
298 927,24 Vst Davon gehen ab von anderen Gemeinden 
lirie vorstehend unter e) erstattet in 125 Fällen 5 456,44 
Mark, sodaß verbleiben: 292,870,80 Ast Außerdem sind 
im Laufe des Berichtsjahres aus Grund der Verordnung 
zur Behebung deS Arbeitermangels in der Landwirtschaft 
vom 16. 3. 1019 als Fahr- und Ilmzugskosten an Nicht- 
Erwerbslose 756,25 gezahlt worden, wovon Reich und 
Staat je die Hälfte erstatten. Der Erwerbslosenfürsorge- 
Aus schuß har in 34 Sitzungen getagt und in: 167 Fällen 
die Erwerbslosennnterstützung bewilligt. 129 Fällen die 
Weiterzahlung der E.-U. bewilligt, 88 Fällen die Gewäh 
rung ver E.-U. abgelehnt. 
Auchdr. unsrer o-Originalurtitel nur mit Quelleicangabe gestattet.) 
eW Dir 2. Lesung der Groß-Berliner Gingemcirj-. 
dnngsvorlagc in der preußischen Lande-sversammlung 
„'Nicht ich trage die Schuld an nnserein Zerwursins, wenig 
stens handelte ich damals iu>r nach meinem besten Wissen 
und Gewisse». Ich will und kann Ihnen richt sagen, 
was meine Tochter und mich trennt — sie selbst mag cs 
Ihnen anvertrauen, wenn sie Ihnen in die Ehe folgen 
will. Wenn Sie cs wissen werde», mögen Sie darüber 
urte'H», ob ich gütig und liebevoll gehandelt lnrbe." 
Schon bei den' leisten Worten hatte er sich erhoben, 
und nun griff er nach seinem Hut. 
..Wir werden uns ja verinutliü, morgen schon wieder 
im Klub treffen," sagte er. „Und ich bitte Sic. lassen Sie 
dann von ineiner Tochter zwischen uns nicht weiter die 
Rede sein! Meine Antwort auf Ihre Werbung haben 
Sie ja. Und lassen Sie mich Ihnen noch versichern, daß 
ich nach wie vor Ihr Freund zu sein wünsche." 
Er schüttelte ihm lange und herzlich die Hand und 
verließ dann rasch das Lokal, ohne von Berger, der ihnen 
den Rücken zukehrte, bemerkt zu werden. Heinz, der seine 
innere Erregung nur mühsam bemeisterte. bezahlte den 
Kellner und schickte sich ebenfalls zum Arifbrrich an, als 
das Pärchen, dessen Aufmerksainkeit er gern zu entgehen 
wünschte, sich erhob und der Ansgangstür zuschritt. 
Heinz wartete, bis sie auf die Treppe hinausgclangt 
waren und winkte dann einen Pikkolo zu sich heran. 
„Folgen Sie den Herrschaften, und wenn sie in eine 
Droschke steigen sollten, suchen Sie die Adresse zu hören, 
die sie dem Kutscher angeben," sagte er hastig, dem jungen 
Menschen einen Taler in die Hand drückend. Rach kaum 
fünf Minuten war er wieder zur Stelle. 
„Die Dame ist allein fortgefahren." meldete er. „Nach 
dem Eldorado-Theater. Der Herr ist zu Fuß werter ge 
gangen." , ... .. 
Zehn Minuten.später befand sich Hemz Hollfelden 
auf dem Wege nach dem Eldorado-Theater. 
18. Kapitel. 
Der goldbetreßte Pförtner des Eldorado-Theaters, dem 
der iimae Schriftsteller idem RamM 
dürfte nicht ohne Ueberraschungen vor sich gehen. Tick 
Mehrheitsparteien sind übereingekommen, keinen Frak 
tionszwang bei der Abstimmung auszuüben, es wer 
den atfo ein Teil ihrer Mitglieder gegen die Vorlage, 
stimmen. Tie Parteien der Rechten, die Gegner der Vor 
lage sind, werden namentliche Abstimmung über den 
Gesamteniwurf beantragen. Ter Finanzminister kann dem 
Entwürfe vorläufig nicht zustimmen, solange die Deckung 
der Polizeimehrkosten (8 Millionen für den Staat) nicht 
geklärt ist. Zn diesem Zwecke muß ein besonderes Gesetz 
eingebracht werden. — Was die Frage der Groß-Berliner 
O r t s k r a n k e n k a s s c n anbelangt, so soll vorläufig die 
alte Organisation bestehen bleiben bis das neue Berlin 
sich endgiltig gebildet hat. Tie Ncueinteilnng der -Orts- 
lrantenkassen ist später so gedacht, daß jeder Verwaltungs 
bezirk eine gemeinsame Krankenkasse bildet und die be 
stehenden Ortskrankentassen vereinigt werden oder als 
Teile der neuen Verivaltnngsbezirkstasse bestehen bleiben. 
o Abrundung von Psennigbeträgen. Nachdem der kolle- 
gialische Gcineindevorstand in seiner Sitzung,am 26. Fe 
bruar die Abrundung von Pfennigbeträgen bei Gehaltszah 
lungen auf volle 5 Pf. zugestimmt hat, hat Herr Bür 
germeister Walger angeordnet, daß nunmehr auch sämtliche 
andere Ein- und Auszahlungen (Liescranteiirechnungei!, 
Steuerzahlungen) auf volle 5 Pig. nach oben beziv. 
unten abzurunden sind. Hiernach si..d Beträge, die aus 
1 und 2 Psg. anslaufen, ans volle 10 Pfg. nach nuten, 
die ans 3 und 4 Psg. anslanfen, ans 5 Pfg. nach oben, 
die ans 6 und 7 Psg. ausiausen, ans volle 5 Psg. nach 
nuten, die auf 8 und 9 Pfg. an. lausen, aus volle io Psg. 
nach oben abzurunden. Dem sieht jedoch nicht enlgegen, 
daß abgezählte Beträge in voller Höhe angenommen wer 
den. Geldempfänger, die auf Auszahlung ihrer vollen 
Forderung, also auch der Pfennige bestehen, ist anheim 
zugeben, das erforderliche Klein- oder Wechselgeld beizu 
bringen. 
o Nn'.gcstnltung nuferer Feuerwehr. Vor (einiger Zeit 
hatte sich die Gemeindevertretung bereits mit einer Vor 
lage bctr. dlnstellung von Feuerwehrleuten zu beschäftigen, 
die abgelehnt wurde. Der Feuerlöschausschuß ist nun 
nach längerer und eingehender Beratung zu der Nrücrzeu- 
gnng gelangt, daß eine Unigestalrnng der Feuerwehr er 
forderlich ist. Ter Atlsschnß hat unter Berücksichtigung 
des unbedingt Notwendigen und der Wünsche der 'Feuer 
wehrleute die Umgestatrirng der Feuerwehr in folgender 
Weise beschlossen: Als ständige Feuerwehrsente, die keinerlei 
anderen Dienst verrichten, werden eingestellt: 2 Oberl 
feucrivehrmänncr, 3 Kraftfahrer, davon 1 Motorschlosser, 
9» Feuerwehrleute als Handwerker (Schneider, Tischler, 
Sattler). Mit Ausnahme des Mvtorschlossers sind sämt 
liche hierzu zählenden Mannschaften ans den bisherigen 
Feuerwehrleuten za entnehmen. Von einer festen An 
stellung dieser Leute wird abgesehen; sie sind in gleicher 
Weise wie die sonstigen Arbeiter auf Kündigung gegeir 
Lohn anzustellen/ Zu diesem festen MannschafiSbcstande 
treten abwechselnd 6 Feuerwehrleute ständig, auch für die 
Zeit, wo sie denn Tiefbau oder der Straßenreiiiigung 
Dienst tun. Mit dieser Regelung haben sich die 9 Ver 
treter der Feuerwehrleute, die in der Sitzung des Fencr-s 
löschaiis'chnsses anwesend waren, einverstanden erklärt. 
Der (Finanzausschuß har keine Einwendnirgeil erhoben. 
Besondere Kosten entstehen durch dieie Umbildung nicht, 
da der Mannscbasrsbestand an sich derselbe bleibt. Nur 
die dauernde Zahlung der Fenertvehrlöhne an die Leute 
ans aber Arbeiterschaft erfordert eine jährliche Mehraus 
gabe von rund 7000 M. bei dem jetzigen Lolmrarifstandc. 
Der Gemeindevorstand ersucht nun die Geineindevertrech 
taug um Zustimmung. 
nach chekannt war,'bercitete seinem Eintritt keine Schwierig 
keiten, obwohl der Zugang zur Bühne um diese Tageszeit 
außer der bei den Proben Beschäftigten nur wenigen Aus- 
crwühlten gestattet war. Man war eben mit der Vor 
bereitung eines neuen großen Ausstattungsstückes beschäftigt, 
und die zumeist recht hübschen jungen Damen, die als 
Tänzerinnen oder Choristinnen darin tätig sein sollten, 
standen in dem zur Bühne führenden Gang hier und da 
gruppenweise beieinander, unter Plaudern und Lachen den 
Beginn ihrer Szenen erwartend. Zahlreiche neugierige 
Blicke aus glänzenden Augen folgten dem eleganten, jungen 
Manne, dessen äußerer Erscheinung es diese männer 
kundigen Iüngcriiincn der leichtgeschürzten Muse leicht 
genug ansehen, daß er nicht zu denen gehörte, die sonst 
hier hinter den Kulissen des Eidorado-Theaters auf be 
queme Eroberungen auszugehen pflegten. 
Heinz Hollfelden aber schenkte diesen lockenden Blicken 
ebensowenig Beachtung, als dem verheißungsvolle» Lächeln, 
dem er hier und da begegnete, während er seine Angen 
suchend von einer Gruppe zur anderen schweifen ließ. Jbm 
stand der Sinn wahrlich nicht nach Halden Abenteuern, 
und ihn beschäftigte einzig die Sorge, ob es ihm gelingen 
würde, die Gesuchte zu finden, »ach der er nicht fragen 
konnte, weil er ja ihren Namen nicht kannte. 
Schon war er nach längerem, vergeblichem Umher 
spähen nahe daran, die Hoffnung auszugeben, als ein 
lautes, ungeniertes Lachen feinen Blick einem ziemlich 
versteckten, halbdunklen Winkel zulcnkte, in welchem er 
bet schärferem Hinsehen das hellgesärbte 5)aar der gesuchten 
jungen Dame aufschimmern zu sehen glaubte. Sie stand 
da im lebhaften Gespräch mit einigen männlichen Kollegen 
und schien sich so trefflich zu unterhalten, daß Heinz Be 
denken trug, sie so ohne weiteres in dieser Unterhaltung 
zu stören. Er wandte sich darum an einen Theater- 
bediensteten, den er in der Nähe herumlungern sah, mit, 
dem Ersuchen, die blonde junge Dame zEWagen^ob fU 
Bienelstunde,.opk«xn möge?"» " 
.... 
einem Unbekannten eine
        
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