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Periodical volume Nr. 33, 08.02.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

scingspKii (Frirdrnaurr 
»«fr b?5"K wMr«e Seltiing I8r W.-Wede«-» «K 
im H»ui Srscheisl «glich -b-nd«. 
Ker«sp?rcher: Amt Pfetjtr», Sir». — Druck und Verlag ven Leo Tcheltz, 
Zeitung) 
des Frledenauer örtstell m Schönederg. 
Gesrhilsts-elle: Rheinstr. IS. 
vuzrigen 
— nur ffir unbestimmte Tag« — 
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4.— Mark. Belegnummer 15 Ksg. 
Berliu-Friedenau, Rheiustrahr 15. — Fernsprecher: Slmt Pfaltburg 212». 
Nr. 88 Berlm°Fr!edenau, Mittwoch den 21. April 1S2V 3ahrg. 27 
Srwerbbloievsürlorge. 
Dein Verwaltungs- (Jahres)Bericht der Friedeneuer 
Eriverbslosenfürsorge für lü 10 entnehmen wir die fol 
genden Ausführungen: 
Bald nach Ausbruch des Krieges sah sich die Gemeinde 
gezwungen, Erwerbstätige, die infolge deS Krieges ar 
beitslos geworden waren, zu unterstützen. DaS Problem 
der Erwerbslosenfürsorge, das schon viele Jahre vor dem 
Kriege die sozialpolitischen Kreise interessiert hatte, bekam 
> hier zum-ersten Male Wirklichkeitsform. Im Herbst 1918, 
noch vor der Demobilmachung beschäftigten sich die Großi- 
Derliner Gemeinden mit der Frage des Ausbaues dieser 
gemeindlichen Erwerbslosenfürsorge, die dann mit einem 
Schlage durch die Verordnung des NeichSamtcs für wirt 
schaftliche Temobilrnachung vom 18. 11. 1918 gelost wurde. 
Durch diese Verordnung sind die Gemeinden.verpflich 
tet worden, eine Fürsorge für Erwerbslose einzurichten, 
der nicht der Rechtscharakter der Armenpflege beizulegen 
ist. Die Kosten werden zu ®/ t2 vom Reich und zu */ 12 
vom Staat erstattet. Tie Art ulld Höhe der Erwerbs!- 
lofcnunterstützung war zunächst den Gemeinden überlassen. 
Die Gemeindevertretung beschloß unterm 5. 12. 1918, 
die ErwerbLlosenfüriorge nach den für die Stadt Berlin 
geltenden Bestimmungen und Einrichtungen auch in Frie 
denau einzuführen,. mit der Maßgabe, daß alle zu 
künftigen Aenderungen in den Berliner Grundsätzen auch 
ohne weiteres für Friedenau gelten sollten. ES wurde in 
Erfüllung der Vorschriften der Reichsverordnnng ein Für 
sorgeausschuß eingesetzt, bestehend aus 1 Vorsitzenden, 
bessern Stellvertreter und je 2 Arbeitgebern und zwei, 
Arbeitnehmern, sowie der gleichen Anzahl Stellvertreter. 
Durch einen Beschluß des Demobilmachungsausschusscs 
Groß-Berlin vom 3. 12. 1918 wurde das für die Stadt« 
meinde Berlin geltende Statut betreffend die Erwerbslosen- 
sürsorge für sämtliche zur Brotkartengemcinschaft Groß- 
Berlin gehörenden Gemeinden in Kraft gesetzt. Später 
ist dann der Kreis der zusammengeschlossenen Gemeinden 
auf alle zum Lcbensmittelverband gehörenden Gemeinden 
erweitert worden. Zur Beratung aller generellen Fragen 
wurde für Groß-Berlin ein Hauptausschuß der Erwerbs- 
losensürforge gebildet, der aus Vertretern der Gemeinden, 
der Gewerkschaften und der Erwerbslosen besteht. Zwecks 
Erreichung einer möglichst gleichmäßigen Bearbeitung und 
Behandlung der Fürsorge fanden laufend Tezeruenten-- 
konferenzen statt, an denen der Dienststellenleiter, Ge- 
mcindesekretär Richter, teilnahm. Von der Zentralstelle 
Groß-Berlin wurden Mitteilungshefte herausgegeben, 
durch die alle Bestimmungen, Ausführungsvorschriften, Be 
schlüsse des .Hauptauöschnsfes, sowie sonstige Notizen über 
die Erwerbslosenfürsorge, bekanntgegeben wurden. Am 
4. 1. 1919 beschloß der Demobilmachungsausschuß Groß- 
Berlin, sämtliche Kosten der Erwerbslosenfürsorge inner 
halb des Lebensmittelverbandes ans die beteiligten Ge 
meinden nach dem Verhältnis ihrer Einwohnerzahl zu 
verteilen. Durch diesen Lastenausgleich sind der Ge 
meinde neben dem von ihr selbst getragenen Aufwands für 
die Erwerbslosenfürsorge erhebliche Kosten auftrlegt wor 
den, die sich für die Monate Dezember 1918 bis Mar 
1919 auf 164 061,53 M. belaufen. Im Laufe des Be 
richtsjahres ist die Reichsverordnung über Ermerbslojen- 
fürsvrgc durch die Verordnungen vom 3. 12. 18, 14. 3. 
.1919, 15. 4. 19 und 27. 10. 1919 abgeändert worden. 
Seitens der Regierung sind 10 Nachträge als Ausfüh 
rungsbestimmungen zu der Reichsverordnnng erlassen wor- 
Von E. P h. Oppenheim. 
87 (Nachdruck verboten.) 
„D!nl — In der Friedrichstadt vermutlich, lieber 
Freund. Diese uuglauvlüye Haarfarbe! Daß sich solche 
Frauenzimmer erst so häßlich machen müssen, um Lieb 
haber zu finden." 
Heinz achtete nicht ans Arnstorfs Bemerknng. Aufmerk 
sam betrachtete er das Mädchen und schien darüber nach 
zusinnen , wo und unter welchen Umständen er ihre Be 
kanntschaft bereits gemacht hatte. Und plötzlich sagte er 
erregt: 
„Aber daß ich es vergessen konnte. Auf der Polizei bin 
ich mit ihr zusammengelrofse». Sie war, wie ich, vorge 
laden, in der Martens-Assäre auszusagen. Sie ist eine 
von den Choristinnen des Eldorado-Theaters, bei denen 
Martens in der Nacht seines Todes gewesen ist." 
„Ah!" meinte der Oberstleutnant gedehnt. „Das ist 
seltsam. Ich vermute beinahe, der Herr Rechtsanwalt 
Berger hat das Mädchen dann doch nicht lediglich ihrer 
persönlichen Reize willen zum Frühstück eingeladen." 
„Gewiß nicht! Es hätte diesem vertrockneten Menschen 
auch sehr wenig ähnlich gesehen. Solche Leute schleichen 
sich höchstens unter dem Schutz der Dunkelheit zu Mädchen 
dieser Art, aber sie gehen nicht init ihnen frühstücken. 
Dieser Rechtsanwalt wird mir immer verdächtiger." 
Der Oberstleutnant nickte gedankenvoll. 
„Er scheint allerdings tief in die Intrigen, die mit 
Martens Tode zusammenhängen, verwickelt zu sein," sagte 
er. „Vor allem aber scheint mir das Mädchen recht oer» 
dächfig." 
Heinz schüttelte den Kopf. 
'„Wissen Sie, was ich glaube," sagte er. «Dieser 
Berger befindet sich wie Martens Bruder auf der Jagd 
nach den ominösen Papieren, und er hofft vielleicht» bei 
dem ehemaligen Liebchen des Toten etwas. über mrcn 
Werbleib zu erjahren. Ah, wenn inan nur wüßte, welcher 
den. Tie Unterstützungssätze wurden zunächst durch das 
für Groß-Berlin geltende Statut wie folgt festgesetzt: 
a) für männliche Personen über 17 Jahre 4 M., b) für 
männliche Personen zwischen 14 und 17 Jahren 3 M., 
c) für weibliche Personen über 17 Jahre 3 M., d) für 
weibliche Personen zwischen 14 und 17 Jahren 2,50 M. 
Für die Ehefrau, für jedes Kind unter 14 Jahren und 
für sonstige im Haushalt des Erwerbslosen lebende, er 
werbsunfähige Personen, zu deren Unterhalt der Unter 
stützte gesetzlich verpflichtet ist, wurde ein Zuschlag von 
1 M. für den Arbeitstag gewährt. 
Nachdem der Temobilmachungsausschuß Groß-Berlin 
am 9 1. 19 eine Erhöhung der Erwerbslosenunterstützung 
beschlossen hatte, wurden diese Sätze abgeändert aus: A) 
für männliche Persouen: zivischen 14 und 16 Jahren 
3 M., zwischen 16 und 18 Jahren 4 M., zwischen 18 
und 20 Jahren 5,50 M., über 20 Jahre alte, ledige 7 M-, 
über 20 Jahre alte, verheiratete 8 M. B) für weib 
liche Personen: zwischen 14 und 16 Jahren 2,50 
Mark, zwischen 16 und 18 Jahren 3 M., zwischen 18 
und 20 Jahren 4 M., über 20 Jahre 5 M- Für die 
Ehrfrait wurde ein Zuschlag von 1,50 M. für jedes Kind 
nute.: 14 Jahren und für sonstige ijn Haushalt lebende 
erwerbsunfähige unterhaltsberechtigte Personen ein Zu 
schlag von 1,25 M. für den Arbeitstag festgesetzt. 
' Durch ein mit Geltung vom 1. 3. 1919 herausge 
gebenes neues Statut der Groß-Berliner ErwerbSlosenfür- 
sorge wurden vorstehende Sätze wiederum geändert 
auf: A) für männliche Personen: über 14 bis 16 
Jahren 2,50 M., über 16 bis zu 18 Jahren 3,50 M-, 
über 18 bis zu 21 Jahren 4,25 M., über 21 Jabre 6 M- 
B) für weibliche Personen: über,14 bis zu 16 Jahren 
2 M., über 16 bis zu 21 Jahren 2,50 M-, über 21 Jahre 
3,50 M. Für die Ehefrau wurde ein Zuschlag von 1,50 
für jedes Kind unter 14 Fahren und sonstige im 
Haushalt lebende, erwerbsunfähige, unterhaltsberechtigte 
Personen ein Zuschlag von 1 M. für den Arbeitstag ge 
währt. 
Durch die Reichsverordnung vom. 16. 4. 1919 wur 
den Höchstsätze festgestellt, die den vorangeführten Unter 
stützungssätzen entsprechen. Mine Aenderung ist rzach 
Schluß deL Berichtsjahres nochmals eingetreten.) 
Außerhalb der allgemeinen Erwerbslosenunterstützung 
ist den Erwerbslosen gemäß Reichsverordnung vom 27. 10. 
1919 nach Erfüllung einer entsprechenden Wartezeit, für 
die 5 Winter-Monate November 1918 bis März 1920 
eine Winterbeihilfe in Höhe des dreifachen (für Ledige)? 
bezw. vierfachen UnterstützungtztagSbetrageS für Verhei 
ratete gewährt worden. Seitens der Gemeinde ist den 
Frirdcnauer Erwerbslosen, ebenso wie den übrigen 
minderbemittelten Bürgern, für den Winter ein halber 
Raunnneter Brennholz und zu Weihnachten eine be 
sondere Weihnachtsbeihilfe gewährt worden. Kür letzteren 
Zweck wurden rund 8 060 M. verbraucht. 
Um zu erreichen, daß die jugendlichen Erwerbs 
losen möglichst von der Straße ferngehalten werden, 
wurde bestimmt, daß ihnen die Unterstützung nur dann 
gewährt werden dürfe, wenn sie neben der vorgeschriebenen 
Kontrolle beim Arbeitsnachweis auch noch am Fortbil- 
dnngsschulunterricht mit 20 Unterrichtsstunden in der 
Woche teilnahmen. In Vereinbarung mit der Stadt Ber 
lin wurden die Fricdenaner, unter 18 Jahre allen Er 
werbslosen den Fortbildungsschulen in Berlin, Wasser 
torstraße (für männliche) und Brandenburgstraße /für 
wciblick>e) überwiesen. Insgesamt haben am Fortbildungs 
Art diese Papiere waren! Wenn Sie nur einigen Einfluß 
auf Ihre Tochter hätten, Herr Oberstleutnant." 
Arnstors sagte fest und bestimmt: 
»Ich sagte Ihnen schon, daß ich keinen Einfluß auf sie 
habe, Herr Hollfelden. Und ich will Ihnen noch einmal 
einen Rat geben, den ich schon vor Tagen aussprach, und 
den Sie leider nicht beherzigt haben: lassen Sie die ganze 
Geschichte ruhen, lassen Sie die berufenen Organe dafür 
sorgen, wie sie des Mörders habhaft werden! Ich weiß, 
ich weiß, Sie handelten auch oder vielleicht lediglich im 
Interesse meiner Tochter. Aber rechnen Sie da nicht auf 
ihre Dankbarkeit. Was auch immer sie in Martens 
Wohnung geführt haben mag. jedenfalls ist sie im Be 
wußtsein der Folgenschwere ihrer Handlungsweise hin 
gegangen, und ich kenne sie gut genug, um zu wissen, daß 
sic die Konsequenzen ihres Tuns vorher zu bedenken und 
nachher zu tragen pflegt. Sie ist sehr stolz, meine Tochter, 
und sie würde die Einmischung eines Dritten, selbst wenn 
sie zu ihrem Besten wäre, nur lästig empfinden. Handeln 
Sie deshalb vernünftig, lieber Freund, und bekümmern 
Sie sich nicht weiter um Otto Martens und sein trauriges 
Ende." 
„Ich wollte, Ihr Rat wäre ebenso leicht zu befolgen, 
wie er zu geben ist," seufzte Hollfelden. „Die Wahrheit ist, 
Herr Oberstleutnant, daß ich mich gewiß nicht mehr darum 
bekümmern würde, wenn es mir möglich wäre. Aber die 
Erinnerungen an die schreckliche Nacht geben mir keine 
Nuhe. . Ich muß forschen und grübeln — ob ich es will 
oder nicht. Es hält mich vollkommen gefangen." 
„Aber sehen Sie denn nicht endlich ein, daß Sie 
niemandem Nutzen bringen damit — daß Sie nur sich 
selbst schaden?" 
„Was hilft es mir, daß ich es einsehe? Es gibt eine 
Macht, die stärker ist als unser Wille." 
Der Oberstleutnant leerte sein. Glas, und indem er es 
auf den Tisch zurücksetzte, sagte er ruhig: 
„Jedenfalls war mein Rat der einzige, den ich Ihnen 
zu geben wußte, lieber Freund. Sie haben natürlich selbst 
über sich zu bestimmen, und es steht bei Ihnen, ob Sie 
ihn befolgen wollen.oder nicht."^ 
schulunterricht 18 männliche und 8 weibliche jugendliche 
Erwerbslose den Unterricht besucht. 
Sämtliche Erwerbslose wurden gemäß §§ 12 ff. der 
Reichsverordnnng für den Fall der Krankheit bei der 
Allgemeinen Ortskrankenkasse Friedenau versichert. An 
Versicherungsbeiträgen wurden bis Dezember 1919 
26120,73 M. gezahlt. 
In solchen Fällen, wo die Erwerbsfähigkeit der Er 
werbslosen in Frage gestellt und wo die Ärbeitszuwei- 
sung von einem ärztlichen Gutachten abhängig war, wur- 
den ärztliche Untersuchungen angeordnet. Insgesamt sind 
61 Erwerbslose von Vertrauensärzten untersucht worden. 
' (Schluß Folgt.) 
ß!kach»r. unsrer o-Originalartlkel nur mtt Quellenangabe gestattet.) 
o Die Bed'jnglrngeiit für di; Angliederung des Nral- 
progymnasilmrs an das Gymnasium. Der Herr Minister 
für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung hat genehmigt, 
daß dem hiesigen Gymnasium ein Rcalprogymnasttim an 
gegliedert wird. Die Genehmigung ist unter der Bedin 
gung erfolgt, daß der Patron der Anstalt sich verpflichtet, 
1. die Anstalt .ohne Beihilfe des Staates aus eigenen 
Mitteln zu unterhalten; 2. für den Unterrichtsbetrieb aus 
reichende und hinlänglich ausgestattete Räumlichkeiten ein- 
schließlich einer Turnhalle bereitzustellen; 3. hinlänglich 
der Art und Anzahl der Lehrkräfte und der Beschaffung 
von Lehrmitteln den Anordnungen der Schulaufsichtsbe 
hörde nachzukommen; 4. die Besoldungen des Leiters und 
der wissenschaftlichen Lehrer an den staatlichen höheren 
Schulen jeweilig geltenden Bestimmungen zu bemessen und 
den übrigen etätsmäßig angestellten Lehrern ein den Vor 
schriften des Normaletats über die Besoldungen der Leh 
rer an nichtstaatlichen Anstalten entsprechende Diensten^ 
kommen zu gewähren; 5. die Lehrer und Beamten der 
Anstalt hinsichtlich der Versorgung ihrer Hinterbliebenen 
den Lehrern und Beamten an Staatsanstalten gleichzu 
stellen. Der Gemeindevorstand empfiehlt, diese Bedingun 
gen anzunehmen. 
o Wahlvorsteher und Beisitz« gesucht. Zu dem dein- 
nächst stattfindenden Wahlen des Reichstages und des 
Reichspräsidenten werden eine Anzahl Wähler als Wahl 
vorsteher, Stellvertreter und Beisitzer gebraucht. Diejeni 
gen Wähler, welche bereit sind, ein solches Amt zu über 
nehmen, werden gebeten, Ihre Adressen mündlich oder 
schriftlich dem Leiter des WahlLüros, Herrn Obersekretär 
Klaucrt, Rathaus,, Zimmer 8, umgehend mitteilen ^u 
wollen. 
o Eine Erhöhung der Wicgegeüührcu für die Ratsi- 
tvagc bringt der Gemeindevorstand in Vorschlag. Sie sollen 
für Koks und Kohlen jetzt je Zentner 2 Pfg., bisher 
1 Pfg., für alle sonsttgen Sachen 4 Psg., bisher 2 Pfg. 
betragen. 
o Ein Schulgarten für sämtliche Schulen der Ge 
meinde soll aus dem Gartengrundstück an der Hertelstr. 
eingerichtet werden. Zur Beschaffung der für den botani 
schen Unterricht erforderlichen Pflanzen und Sämereien 
sind etwa 1000 M. crförderlich, die von der Gemeinde 
vertretung noch für 1919 angefordert werden. 
o Das Eiseriw Kreuz 2. Klasse am weitz-schtvarzsn 
Bande ist dem Rcchnungsrat im Rcichsversicherungsamt 
Rcinhold Wiede mann, Lauterstr. 2, verliehen worden. 
o Auch für Friedenau wichtig! Verschiedene Vorortge 
meinden haben neuerdings die Erfahrung machen müssen, 
daß Anleihen zur Deckung von etatsmäßigen Fehlbeträgen 
Heinz war feinfühlig genug, zu verstehen, daß er vor 
erst mit der Angelegenheit verschont sein wollte. Da faßte 
er einen verzweifelten Entschluß. Indem er sich energisch 
aufrichtete, sagte er rasch mit vor Erregung zitternder 
Sttmine: 
„Herr Oberstleutnant — ich habe Ihnen eine Mitteilung 
zu machen. Der Ort und die Stunde sind nicht geeignet 
dafür, aber ungewöhnliche Umstände rechtfertigen wohl ein 
ungewöhnliches Verfahren. Sie sind mir ein väterlicher 
Freund geworden, Herr Oberstleutnant, das gibt mir den 
Mut zu einer Bitte. Sie betrifft Ihre Tochter." 
Arnstors richtete sich unwillkürlich auch auf. Und es 
leuchtete wie erwartungsvolle Freude in seinen Augen. 
„Sprechen Siel" sagte er kurz, aber keineswegs un 
freundlich. . 
Und Heinz, der sich gegen ihn vorgeneigt hatte und 
ihm fest in die Augen sah, sprach: 
„Herr Oberstleutnant, ich habe das Mädchen gefunden, 
das vor allen bestimmt scheint, mein Leben reich und 
glücklich zu machen. Mein sehnlichster Wunsch ist, es als 
mein Weib zu besitzen, es für das Leben mein nennen zu 
können. Dieses Mädchen ist — Ihre Tochter, Herr Oberst-' 
leutnant." 
Arnstors streckte ihm in einer impulsiven Bewegung 
beide Hände entgegen. 
„Ich habe cs geahnt, mein lieber, junger Freund!" 
sagte er voll warmer Herzlichkeit. „Und es hätte mir keine 
größere Freude bereitet werden können, als sie mir damit 
zuteil geworden ist. Wenn es Ihnen gelungen ist, die 
Liebe meiner Tochter zu erringen " 
„Wenn ich sie noch nicht errungen habe, so will ich 
doch alles daran setzen, sie mir zu gewinnen. Ich beklage 
es tief, daß zwischen Ihnen und ihr augenblicklich ein Zer 
würfnis besteht, aber ich hoffe zuversichtlich " 
Er konnte nicht ausreden. Denn Arnstors hatte eine 
ungestüme Bewegung gemacht und sagttzLeftig: 
„Um des Himmels willen — von wem sprechen Sie? 
Meine Tochter -Lh ; J 
Kortsetzung folgst.)
        
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