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Periodical volume Nr. 76, 07.04.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

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ecrfia-^twkMM. SchH«ßtM»e IS. - Kermiprecher: «mt WH-»«, 
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Berliu-FrieLrua«, Sonntag, den 18. gaavar 1920 
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lR«4b&unsrer tv-Ort^nd atrifel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
Oesfentlicher Arbeitsnachweis. Erwerbslosensürsorgr. 
Der Oeffentliche Arbeitsnachweis vermittelte im Mo- 
nat Dezember 1919 BO(> Arbeitsuchenden Arbeit (186 
männliche, 620 weibliche). Es wurden 1073 offene Stellen 
gemeldet: davon konnten besetzt werden, sämtliche gemel 
deten 186 Stellen in der männlichen Abteilung: in der 
weibl. Abteilung von 887 Stellen. 620. Als Arbeit 
suchende wurden 397 Männer und 719 grauen, zusammen» 
1116 Personen g'ezählt. Aus diesen Zahlen ergibt sich, 
daß für die männlichen Arbeiter das Angebot an Arbeit 
noch sehr gering ist. Es wird hier durch die Nachfrage 
um rund 200 überschritten. Zur Zeit .kommen haupt 
sächlich Vermittelungen für kleinere Betriebe und zur 
aushilssweisen Beschäftigung in Frage. Sofern die Ar- 
beiten beim Barackenbau auf dem Maybachplatz mit dem 
Eintritt offeneren Wetters fortgeführt werden können, 
wird auch wieder einem Teil der Erwerbslosen Gelegen 
heit zur Beschäftigung gegeben werden. Es werden gesucht 
Schneider. Tischler sowie Former und Ziseleure für Bild 
gießereien. In der weiblichen Abteilung konnten die ge- 
meldeten offenen Stellen nicht sämtlich besetzt werden. Es 
fehlt an Aufwärterinnen für Vormittags, Wasch- und 
Reinmachefrauen. Näherinnen und Plätterinnen. Dieser 
Uebelstand läßt sich leicht beseitigen, wenn die Hausfrauen 
Aufwartungen auch für die Nachmittagsstunden und Wasch- 
und Reinmachefranen für die e r st e n Tage in der Woche 
ansordern, für. die Zuweisungen stets erfolgen können. 
Ans der zunehmenden Inanspruchnahme des Arbeitsnach 
weises ergab sich die Notwendigkeit, die Abteilungen für 
Männer und Frauen zu trennen. Dies ist- inzwischen! 
geschehen, die männliche Abteilung ist in einem anderen 
Raume des Hauses Niedstr. 41 untergebracht worden. 
Die Zahl der Erwerbslosen betrug am 1. Dezember 194. 
Im Laufe des Monats wurden 104 Neuanträge bewilligt. 
Durch Ausnahme von Arbeit erledigten sich 123 Unter 
stützungsfälle, sodaß am 31. 12. 1919 noch 176 Erwerbs 
lose gezählt wurden, darunter 7 weibliche. Unter 18 Jahre 
alte Personen wurden nicht unterstützt. In 3 Fällen wurde 
die Unterstützung versagt bezw. entzogen wegen Arbeits-. 
Verweigerung. Zwei Betrugsfälle wurden im Lause des 
Monats durch gerichtliche Aburteilung geahndet. In beiden 
Fällen hatten die Erwerbslosen sehr bald wieder Arbeit 
aufgenommen und dies der Fürsorgestelle nicht gemeldet 
bezw. trotz mehrfachen Hinweises auf die Strafen bei miß 
bräuchlicher Benutzung verschwiegen. Die Angeklagten wur 
den zu 50 M. Geldstrafe bezw. Haft, in dem schwereren 
Betrugsfälle zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt. 
o Die nächst« Sitzung unserer Gemeindevertretung: 
ist am Donnerstag,' den 22. Januar, abends 7> UIr.j 
U. a. soll Beschluß gefaßt werden über die Ausgestaltung 
des Ehrenfriedhoses. Ferner steht die Frage der.Neurege 
lung der Lehrergehälter und die Wahl von Beisitzern zum 
Einigungsamt auf der Tagesordnung. 
o Die Umgrenzung Groß-Berlins wurde voin 17. 
Ausschuß der Landesversammlung nach den Vorschlägen 
des Regierungsentwurfs unter Einschluß einiger weiterer 
Orte, wie z. B. Schmöckwitz, beschlossen, um die Zweck- 
verbandswaldungen Berlin zu erhalten. Der Paragraph 9, 
der die Zahl der Maaistratsmitglieder festsetzt, sowie der 
§ 10 über die Wahlda uc der Magistratsmitglieder wurde 
nach der Regierungsvorlage beschlossen. 
o Tie Ami '"knigxn zum Kindergarten sind am Mon- 
tag, dem 19. v. .... an 10—12 Uhr vormittags bei 
der Jugendpflegerin Frl. v. Brcska anzubringen. Vom 
21. d. Nits, ab können die Kinder dann von 9 bis 1 Uhr 
angemeldet werden. 
o Das Ende der Kohlenferien ist nun am Montag 
gekommen. Am Dienstag, den 20. d. Mts., beginnt hier 
wieder an allen Scknlen der Unterricht. 
o Zur Wahl der Eltednbeiräte lesen tvir in der 
Zeitschrift „Die Schulpflege" folgende Mitteilung: „Vor- 
sicht bei Aufstellung der Kandidatenlisten. Der evangelische 
Presseverband schreibt uns: In einem Berliner Vorort 
ist bei Aufstellung der Kandidatenliste für die Elterii- 
ratswahlen von kirchenfeindlicher Seite ein grober Täu 
schungsversuch gemacht worden. In der Elternversammlung 
wurde von einem Teilnehmer in verbindlichster Forws 
der Vorschlag unterbreitet, eine gemeinsame neutrale Liste 
aufzustellen. An der Spitze der Liste stehend wurde eine 
allseitig als kirchenfreundlich bekannte Persönlichkeit vorge 
schlagen. Dann wurden Namen genannt, die zwar der 
Mehrzahl der Versammlung nicht bekannt waren, von 
denen aber nach der Art des Vorschlags angenommen wer- 
den mußte, daß sie den Anschauungen der überwiegenden 
Zahl der Teilnehmer entsprechen würden. Nachforschun- 
gen tags daraus ergaben, daß der erste Naine nur dem 
Stimmenfang dienen sollte, denn die anderen vorgeschla- 
genen Kandidaten erwiesen sich als Anhänger kommu- 
nistisch-spartakistischer Ideen. Da Gefahr besteht, daß auch 
an anderen Orten dergleichen Versuche unternommen wer 
den, sei zur Vorsicht geraten." — Wir wollen annehmen, 
daß sich diese Mitteilung nicht auf Friedenau bezreht, 
denn sie würde im andern Falle eine vollständige Ver- 
drehung und Verunglimpfung der Tatsachen .darstellen. 
Bisher ist in Friedenau nur eine — und zwar nur 
eine „vorläufige" Liste der 3. Gemeindeschule vorhanden. 
Das ist eine vollkommen unpolitische Liste, auf der 
vielleicht auch ein Sozialdemokrat stehen mag — nach dem 
politischen Glaubensbekenntnis wurde niemand gefragt 
— die ich er in ihrer Gesamtheit Namen von Kandidaten 
enthält, die unserer Schule wie bisher den Religions- 
^tuterrichh erhalten wollen.. ' 
o Richt Gerstenmehk, wie in den „Amtlichen Nach 
richten" steht, sondern Ce realmehl gibt eS. auf die 
Abschnitte W 24 und £ 24 der Einfuhrzusatzkarte. Die 
Bezeichnung Cerealmehl hat unseren Hausfrauen zu raten 
gegeben. Sie kommt von Cerealien und weiter von Ceres, 
der Göttin des Getreidebaues her. Aus Deutsch würde 
es sich also um „Getreidemehl" handeln, und, wie wir 
hären, soll es amerikanisches Mehl' sein. Jedenfalls wurde 
die Bezeichnung gewählt, weil nicht festzustellen ist, aus 
welcher Getreideart das Mehl hergestellt worden ist oder 
weil vielleicht mehrere Getreidearten für die Herstellung 
verwendet wurden. 
o Pünktliche Abholung von Militärrcnten. Einpfänger 
von Militär-Versorguugsgebührnissen (Pensionen, Renten 
und Hinterbliebenenbezügen) werden an die pünktliche Ab 
holung ihrer Gebtthrnisse am kommenden Hauptzahltage 
29. Januar erinnert. Für die glatte Abwicklung des 
Rentenzahlgeschäfts bei den Postanstalten ist die pünkt 
liche Abhebung der Beträge unbedingt notwendig. Emp 
fänger, die zur Abholung am Hauptzahltage nicht in 
der Lage sind, werden dringend ersucht, unter allen .Um-, 
ständen die Beträge spätestens noch im Fälligkeitsmonab 
— Monat Februar — abzuheben. 
o Hains von Remfels, der in Friedenau bestens 
bekannte Schriftsteller, vollendet am 17. Januar sein 65. 
Lebensjahr. 
-o Herr Kapitänleutttant d. R. Walther Freyer. Vor 
sitzender der Ortsgruppe Berlin-Friedenau des Deutschen 
See-Vereins, prhielt bei seinem Ausscheiden aus .dein! 
aktiven Marinedienst den Charakter als Korvettenkapitän. 
Wie aus den letzten Veranstaltltngen des genannten Vereins 
erinnerlich sein wird, tritt Korvettenkapitän Freyer als 
Fachmann, der aus der Handelsmarine hervorgegangen 
ist, für die. baldige Wiederschaffung einer eigenen deutschen 
Handelsflotte ein, ohne die der unser Volk niederdrückenden 
Hungersnot ein Ende nicht gemacht werden kann. 
o Auch Wilmersdorf will et» BolkshauS bauen. Wir 
berichteten wiederholt über die hiesigen Bestrebungen, die, 
vom Gcmeindeverordneten Herrn Thomsb erg er eifrig 
gefördert, die Errichtung eines Volkshauses und zunächst 
die Gründung einer Volkshausgemeinde bezwecken. Diese 
Bestrebungen sind hier derart fortgeschritten, daß zahlreiche 
Damen und Herren — aus allen politischen Kreisen — 
sich der Sache angeschlossen haben und die Volkshausge 
meinde Friedenau als bereits bestehend angesehen werden 
kann. Der Mindestjahresbeitrag beträgt 5 M. Wie wir 
nun hören, wird auch in unserer Nachbarstadt Wilmers 
dorf in kurzer Zeit eine Volkshausgemeinde gegrün 
det unter Führung des Generalsekretärs des Deutschen 
Dolkshausbundes, Ferdinand Goebel, Sigmaringer 
straße 15. 
o Konzertreise des „Friedenauer Männer-Gesang- 
VerernS 1875". Am Sonnabend, den 10. Januar, unter 
nahm der „Friedenauer Männer-Gesang-Verein 1875" 
eine Konzertreise nach Genthin (an der Magdeburger. 
Bahn). Auf Einladung und unter Mitwirkung der Gen- 
thiner „Gesangsfreunde" und deren Kammermusik-Bev- 
einigung, fand das Konzert im dortigen Konzerthause 
statt. Ein großartiger Empfang wurde den Friedenauer 
Sängern bereitet und zahlreiche Einwohner Genthins wett 
eiferten in dem Bemühen, ihnen den Aufenthalt in den 
wohnlichen Mauern ihres Städtchens so angenehm wie 
möglich zu machen. Welches Entgegenkommen unseren 
Sängern bereit wurde, bewies schon das bis auf dein 
letzten Platz besetzte, ausverkaufte Haus. Die Sänger er 
widerten dieses Entgegenkommen aber auch durch ihre 
ausgezeichneten Darbietungen, wofür ihnen stürmischer, 
von freudiger Begeisterung getragener Beifall zuteil wurde. 
Ueber die Vorträge des Chors lesen wir in der „Gen- 
thiner Zeitung" das Folgende: „Daß in der Arbeit des 
gastierenden Vereins Gewissenhaftigkeit und Fleiß maß 
gebend gewesen sind, bewies die musterhafte und sehr gute 
Chordisziplin, die sich sogar im Kleinsten zeigte. Die 
Chorausbildung unter dem Chormeister Wilhelm 
Schmidt, zeugte von einer Höhe, die nur bei großen 
Chören zu erreichen möglich ist, die einen feststehendest 
Stamm von Sängern haben. Die Aussprache war so 
gut, daß jedes Wort leicht zu verstehen war. Und dieses 
wiederum ist nur möglich, wenn für Ton- und Lauw, 
bildungsübungen in jeder Stunde Zeit und Raum vor 
handen ist. Der Chor verfügt über eine größere Zahl 
sehr schöner Tenorstimmen, die besonders im Gebrauch 
der Kopfstimme Vorzügliches leisteten. Nur dadurch war 
es möglich geworden, daß sie bei den hohen Anfordckstingen, 
die an sie gestellt wurden, bis zum Schluß ohne große 
Ermüdungserscheinungen mit ihrer anfänglichen Frische 
durchzuhalten vermochten. Daß auch die Pflege des Ge 
hörs bei den Uebungen stark berücksichtigt worden ist, 
bewies die absolute Tonreinheit, mit der fast alle Chöre 
durchgeführt wurden. Die beste Leistung, der Höhepunkt 
des Abends war Dürrners „Sturmbeschwörung", die von 
beiden Chören gemeinsam gesungen wurde. Einen wahren 
Beifallssturm löste der Chor „Ein rheinisches Mädchen" 
von Krämer aus, dessen einheitlich-volkstümliche Dicht- 
tnng und Melodie besonders gut gefielen. „Elsula" von 
H. Wagner umschloß ein Soloquartett, das herrlich ge 
sungen wurde. Begonnen wurde das Konzert mit einem 
alten russischen Volksliede „Vespergesang" von Dimitry 
Bortniansky, dem Vertoner der großen Doxologie. die an 
großen Festen noch jetzt in unserer Kirche gesungen wird. 
Die drei letzten Chöre des Konzerts sangen Gastgeber 
und Gäste gemeinsam. Beschlossen wurde der Abend mit 
dcm neckischen Liedchen „Tanz, Liebchen, tanz!" von 
Wohlgemut, dem Liedermeister des Deutschen Sänger 
bundes." Am Sonntag Vormittag fand dann im Konzert- 
hause ein Frühschoppen statt, bei dem die Vorsitzenden: 
und der Chorleiter des Friedenauer Vereins Ansprachen! 
hielten und manches frohe Lied im Chor- und Einzeb» 
gesange die Teilnehmer erfreute. Am Abend wurde zum 
Abschluß des Sängerfestes ein Ball veranstaltet, bei dem 
sich Genthins „gute Gesellschaft" ein Stelldichein ^ab, 
und der Gastgeber und Gäste bis zum frühen Morgen) 
bis zur Abfahrt des Zuges zusammenhielt. Der ,,'Gen- 
thiner Anzeiger" schließt seinen Bericht über das Sänger- 
scst mit den Worten: „Auch wir rufen dem Friedenauer 
Männer-Gesangverein zu: Auf Wiedersehen im Sommer zu 
einem weiteren Konzert!" — Mit Freuden gedenken aber 
auch unsere Sänger an die schön verlaufenen Tage zu 
rück und gedenken in Dankbarkeit der ausgezeichneten Auf 
nahme, die ihnen ihre Genthiner Sangesbrüder, wie auch 
die Bevölkerung der Stadt bereitet haben. 
o Ter Akademische Chor führt im nächsten Konzert 
die Matthäuspassion vöß Bach mit dem Blüthner-Orchester 
im großen Saal der Hochschule auf. Damen und Herren, 
die im Chor mitsingen, möchten, wollen sich umgehend 
beim Dirigenten: John Petersen, Kaiserallee 78 (Tel. 
Pfzb. 713), melden. 
o Dr. Hermann Hasse wird seine Vorlesungen an 
der Friedenauer Zweigstätte der Humboldt-Hochschule 
(Goßler Str. 15) am Montag, den 19. Janupr be 
ginnen. 7—8 Uhr: Politik und politisches Parteiwesen; 
8—9 Uhr: Die Soziale Frage und ihre Lösung; 9—10 
Uhr: Meine Reise rund um den Erdball (mit Lichtbildern). 
o Der Wahlkrcicvors!nno der Teutschnationalen Volks 
pariei wendet sich angesichts der bevorstehenden Wahle»i> 
zu den Elternbeiräten mit einem Aufruf an die Eltern,' 
in welchem cs heißt: Großes steht auf dem Spiel. Es> han 
delt sich um die Erziehung unserer Jugend und dalmit 
um die Zukunft unseres Vaterlandes. Da hat jeder deutsche 
Mann, jede deutsche Frau die Pflicht, alles zu tun, was 
in ihren Kräften steht, damit möglichst viele Beiräkc 
christlicher, deutscher Gesinnung gewählt werden. Niemand, 
der Kinder auf der Schule hat, darf dabei fehlen. Jeder 
Deutsche, jeder Christ hat die Pflicht, in seinem Bekannten 
kreise. in seiner Nachbarschaft und überall, wo ihm sonst 
Gelegenheit geboten wird, aufzuklären und für regste Be 
teiligung zu den Wählen zu werben. Wer die Jugend 
hat, dem gehört die Zukunft. 
o Die weiblich« Leiche, über deren Auffindung im 
Teltowkanal wir berichteten, ist bereits festgestellt worden. 
Es handelt sich um die 33 Jahre alte verehelichte Hulda 
Lude, Frau eines .Schlossers in Steglitz, Halskestr. 3, 
die sich am 5. Dezember aus ihrer Wohnung entfernte 
und vermutlich gleich darauf ins Wasser gesprungen ist. 
Die Frau war schwer nervenleidend und hat schon vor 
einiger Zeit einen Selbstmordversuch durch Gasvergiftung 
gemacht. Besondere Gründe für die Tat sind nicht be 
kannt geworden. 
o Als gefunden ist der Fundstelle im Rathause eine 
Pelz gemeldet. 
Verein s-I^ackricklen 
)( Der Vortragsabend der Deutschen Weltwirtschaftlichen 
Gesellschaft am Montag, den 19. d. Mts., weist als Thema „Welt 
wirtschaft und Kriegführung" auf, über das Ee. Ex?. Generalleutn. 
Dr. Groener und Dr. Ließen, berichten werden. Der Eintritt ist 
frei. Einladungskarten durch die Geschäftsstelle, Wilhelmhöherstr. 3 
(Jernspr. Uhland 5675). 
)( Verband Märkischer Wandervereine E. V. Mittwoch, den 
21. Januar 1920, abends 70, Jahreshauptversammlung im Kulm- 
bacher Bierhaus, Friedrichsgracht 50 Ecke Scharrenstr., an der 
Gertraudtenbrücke (1 Minute vom Spittelmarkt). Auslage und 
Aussprache über Wander» und Heimatschristen. — Am 22. Januar 
d. Js. abends 8 Uhr in der Turnhalle der 92. Gemeindeschule 
zu Berlin, Winterfeldstr. 16 (nahe Nollendorfplatz) Beginn des 
2. Volkstanzkursus. . 
KlrHltche ittachrllylen. 
Sonntag, den 18. Januar 1920. 
Kirche zum guten Hirten: Vorm. 10 Uhr: Pfarrer 
Marquardt. Vorm. 11,45 Uhr: Pf. Marquardt, Kdg-, 
Abends 6 Uhr: Pf. Vetter. 
Alt^Schöneberger Paul-Gerhardt-Kirche. 10 Uhr: P. 
Delbrück. 12 Uhr: P. Helft, Kgd. 6 Uhr: P. Raack, 
Nathanaelkirche. 10 Uhr: P. Wagner. 11,30 Uhr: P. 
Wagner, Kgd. 6 Uhr: P. Buchholz. 
Katholische Marienkirche, Schwalbacherstraße. 
Gottesdienstordnung: An Sonn- und Feiertagen um 7 
Uhr hl. Messe, um 10 Uhr Hochamt und Predigt. Mends 
7 Uhr: Andacht. An den -Wochentagen: hl. Messe um 
7 Uhr. 
Berantt». Schriftleiter: Herm. Martinius in Friedenau. 
Aufruf an die Flüchtlinge. 
Es wird beabsichtigt, in Berlin-Friedenau eine ört 
liche Flüchtlings-Organisation zu schaffen, die alle deut 
schen Flüchtlinge aus Elsaß-Lothringen, den Ostprovinzen, 
aus Schleswig-Holstein und dem Auslande umfaßt. Dieser 
Zusammenschluß soll die gemeinsamen Interessen der 
Flüchtlinge den Behörden gegenüber vertreten, den letz 
teren Gelegenheit geben, die Wünsche der Flüchtlinge 
zu hören und ihre Not nach jeder Richtung hin zu 
lindern. Zur Gründung dieser Organisation laden wir 
alle in Berlin-Friedenau ansässigen Flüchtlinge des Jn>- 
uud Auslandes zu einer Versammlung auf Montag, de» 
19. Ialmrar 1920, abends 6 Uhr, nach dem hiesigen 
Rathause, 3 Treppen, Zimmer Nr. 68, ein. Wir erwarten 
eine recht zahlreiche Beteiligung. Berlin-Friedenau, den 
8 Januar 1920. Der vorläufige Ausschuß. I. A.: Klein. 
Dem vorstehenden Aufruf schließen wir uns an. Ber- 
lin-Friedenau, den 8. Januar. Der Gememdevor- 
stand. I. V.: Schildberg. *****
        
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