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Periodical volume Nr. 78, 09.04.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

iftuf' den Mittelstand wirke. Eine salche ZlpangZanleihe^ 
dürfe nicht auf die schwachen Schultern gelegt werden. 
Es müsse natürlich versucht werden, uMter Wahrung der 
fiskalischen Interessen und auch in Anpassung an Welt 
marktpreise einen Ausgleich zu schaffen, aber den Fern 
sprecher müssen die Kreise, die ihn für ihren Geschäfts 
betrieb unbedingt brauchen, zu erträglichen Bedingungen 
bekommen. — G.-B. WcstPhalen (D. Vp.- meint, wenn 
der Antrag in dieser Form geändert würde, wäre der 
Rechtsblock dafür. — G.-V. Thomsberger (Dem.) ist 
zu dieser Abänderung bereit. — G.-V. Dr. Hasse (Toz.) 
spricht auch gegen den veränderten Antrag. Die Kaution 
werde ja verzinst. Wenn die Kaution nicht genommen 
werde, müsse die Postocrwaltung sich auf andere Weise 
die Mittel verschaffen, vielleicht durch weitere Erhöhung 
der Tarife. Welches dann das kleinere Uebel sei, wäre 
fraglich. — G.-V. Leon Hardt (Dem.) verwundert sich, 
daß gerade Herr Dr. Hasse diese Haltung einnehme. 
Gewiß stehen die Demokraten auf dem Stairdpunkt, daß 
die Kreise den Weltmarktpreisen anzupassen wären, denn 
nur dadurch komme man aus dem Zusammenbruch heraus. 
Die Fernsprechgebühren seien aber um das Vierfache er 
höht worden und die jetzt geforderte Zwangsanleihe sei 
ein Novum, das hoffentlich nicht wieder vorkomme. Diese 
neue Belastung treffe den Einzelnen ganz verschieden. Die 
.Sozialdemokraten seien doch immer gegen jede Verteuerung 
des Verkehrs und so verstehe er Herrn Dr. Hasse nicht. 
Nichtig sei, daß die Entscheidung die Nationalversammlung 
habe, aber man habe sich hier oft mit ähnlichen Sachen be 
schäftigt, z. B. mit der Kohlenfrage usw., die auch eigent 
lich nicht Sache der Gemeindevertretung sei. Hier aber 
handelt cs sich darum, die Interessen weiterer Bevöl 
kerungskreise wahrzunehmen. — Es wird nun der vom G.-B. 
Tliamsberger abgeänderte Antrag, der jetzt lautet, 
daß „gegen die bei der Erhöhung der Fernsprechgebühren 
verlangte Sicherheitsleistung von 1000 M. Einspruch er 
hoben wird", gegen die Stimmen der Sozialdemokraten 
und Unabhängigen a n g e n o m m e n. 
Zuständigkeit für die Angelegenheiten des Kinder 
gartens. 
Antrag der Demokratischen Fraktion: 
Die Gemeindevertretung tritt den Ausschußbeschlüssen, 
die Angelegenheiten des Kindergartens nicht inehr vom 
Wohlfahrtsausschuß, sondern vom Kuratorium für die höh. 
Schulen bearbeiten zu lassen, nicht bei, da einmal 
der Kindergarten nicht ein Bestandteil einer höheren Schule 
ist und zum andern das Kuratorium nicht Frauen als Mit 
glieder hat. 
Bürgermeister Walgcr bemerkt hierzu, daß die Zu 
ständigkeit des Wohlfahrtsausschusses nach den neueren 
Beschlüssen aufrecht erhalten bleibt. Damit ist der Antrag 
erledigt. 
OrtsnackricktE 
(Nachdr. unsrer o-Originalartikcl nur mit Quellcuangabe gestattet.) 
v Tie Tätigkeit unseres Einigungsamtes. Nach dem 
Geschäftsbericht des Einjgungsamtcs (Stand'^vom 1. April 
•1920) waren am 1. März d. Js. nach dem iTagebuch noch 
an unerledigten Anträgen vorhanden 2813 Anträge, da 
zu Gcsamtzugänge im März 1047 Anträge, zus. 3800 
Anträge. In den Zugängen sind enthalten: 928 Anträge 
in Beschlußsachen, darunter 15 Antrüge des Wohnungs 
amtes auf Prüfung bczw. Zwangsfestsetzung des Miet 
preises sowie 119 Anträge an die Schiedsstclle. Es wur 
den erledigt: a) Schlichtungssachcn: keine b) Beschluß- 
fachen (in 8 Sitzungen): durch Beschlüsse 64, durch Ver 
gleiche 18, durch Zurücknahme 20, zus. 108, c)' Ange 
legenheiten der Schiedsstclle (13 Sitzungen): durch Be- 
schlüsse 185, durch Vergleiche 9, durch Zurücknahme 29, 
'zus. 223. Es bleiben mithin noch zu erledigen 3529 
Anträge. 
o Fortbildungsschule für Mädchen. In die Plättkurse 
für das Sommerhalbjahr 1920 können noch 12 Haus 
mädchen aufgenommen werden. Der Unterricht findet Don- 
Nerstag von 5—8 oder Freitags von 0—8 Uhr, nach 
mittags, statt. Anmeldungen müssen vom 10. bis 14. 
April werktäglich bei dem Leiter der Fortbildungsschule, 
Herrn Rektor Kaul, Albestr. 32—33, zwischen 10—12 Uhr 
vormittags erfolgen. — Selbstverständlich haben die Schü 
lerinnen zu dem Unterrichte eigene Wäschestücke »inizu- 
bringen, au denen sie das Plätten erlernen. 
o Tic Auflösung der Einwohnerwehren ist in 
Verfolg der Note des Generals Nollet vom Preußischen 
Staatsministerium beschlossen worden. Tie Ober- 
präsidenten sind entsprechend angewiesen worden. — Die 
„Wie käme ich dazu? Auch ich hege den lebhafter 
Wunsch, das Dunkel gelichtet zu sehen, das über diesen 
Morde liegt." 
„Es freut mich, Sie so sprechen zu hören. Denn 
wenn es Ihnen mit Ihrem Wunsche ernst ist, könner 
Sie mir unmöglich Ihre Unterstützung versagen." 
„Machen Sie sich nach dieser Richtung hin keine Hoff 
nungen, Herr Doktor! Wenn ich irgend etwas zur Auf 
klärung beitragen könnte, würde ich es jedenfalls vorziehen 
den berufenen Organen der öffentlichen Ordnung mein, 
Kenntnis zu offenbaren. Und ich hätte es, wie Sie fick 
denken können, längst getan." 
„Entschuldigen Sie, wenn ich Sie darauf aufmerksan 
mache, daß doch ein wesentlicher Unterschied besteht zwischer 
diesen berufenen Organen der öffentlichen Ordnung unk 
mir. Alles was Sie der 'Polizei oder dem Untersuchung^ 
Achter mitteilen, ist damit zugleich der breitesten Oeffent 
lichkeit preisgegeben. Für die Behörde gibt es wedei 
eine Pflicht noch ein Recht der Diskretion. Und selbst 
wenn es eine Fürstin gewesen wäre, die Sie in jene, 
Nacht mit ihrem Besuche beehrte, würde ihr die peinlich, 
Notwendigkeit nicht erspart werden können, vor den 
Untersuchungsrichter Rechenschaft abzulegen über den An 
laß, der sie hierher geführt hat, wie über das, was sie hie, 
getan und gesehen." 
„Vielleicht. Aber ich sehe da keinen Unterschied. Haber 
Sie mir denn nicht eben erklärt, daß Sie aus freien Stücker 
gewissermaßen die Rolle eines zweiten Untersuchungsrichteri 
übernommen haben?" 
„Nur mit der Maßgabe, daß es ganz in mein Be- 
lieben gestellt bleibt, welchen Gebrauch ich von dem Er 
gebnis meiner Nachforschungen mache. Die erwähnt« 
junge Dame zum Beispiel würde ein für allemal au- 
mcinen Kalkulationen ausgeschaltet sein, sobald ich die Ueber- 
zeugung gewonnen hätte, daß sie mit dem an Otto Mar- 
tens begangenen Verbrechen nichts zu schaffen hat." 
„Wohl, ich gebe Ihnen mein Wort darauf, daß es nicht 
der Fall »st." 
«P^xdo^i ^2br Wort in Ehren, Herr Sollfelden: aber 
F-riedeüauer Einwohnerwehr hat ja bereits cmr 20. März 
ihren Dienst eingestellt und die Massen abgeliefert, wenn 
sie auch listenmäßig noch besteht und auch nach diesem 
Zeitpunkt wieder einen Appell abgehalten hat. 
o Tie Höckftmietcn. Wie der Verband der Geschäfts 
und Jndustriehausbesitzer mitteilt, seien vom Sachverständi- 
gen-Ausschuß die Zuschläge zur Friedensmiete wie folgt 
festgesetzt worden: Für Wohnräunie 20 Prozent, für Ge 
schäfts- und Jndustriehäuser 40 Prozent, für Fabrikations 
räume in Wohngebäriden 30 Prozent, für Läden unter 
2400 Mark Miete 20 Prozent, darüber 30 Prozent. Die 
Kosten für Zentralheizung seien gemäß der Verordnung 
vom Mieter gcmeinsain »nit dem Vermieter zu tragen. Die 
Festsetzung besonderer Zuschläge für Reparaturen und für 
erhöhte öffentlich-rechtliche Abgaben bleibe gemäß §10 
der ministeriellen Anordnung den Micteinigungsämtern 
vorbehalten. — Gegen diesen Beschluß soll aber Einspruch 
erhoben werden. 
v Ter Ausbau der Großen Berliner Straßenbahn. 
Tie Große Berliner Straßenbahn wird als öffentlich ver- 
waltetes Unternehmen des Verbandes Groß-Berlin in 
diesem Jahre, soweit es die wirtschaftlichen Verhältnisse 
irgend zulassen, einen erheblichen Ausbau und eine Ver 
besserung ihrer Betriebsmittel erfahren. Mit der äußeren 
Verschönerung der Wagen durch einen freundlich wirken 
den hellgelben Lack ist bereits begonnen worden. 
Aus den von der Verbandsversammlung zur Verfügung 
gestellten Anlcihcmitteln, über deren Begebung die Ver 
handlungen schweben, sollen 25 Millionen für die Be 
schaffung von 100 neuen Trieb- und von 130 Beiwagen 
verwendet werden. Ferner sind 12 Millionen für die 
Ausrüstung der Wagen »nit stärkeren Motoren bewilligt 
worden. Für die Erweiterung des Bahunetzes sind als 
erste Rate - 10 Millionen eingestellt worden. 
o Führungen durch die Kunstausstellung. Am Sonn- 
tag, den 11. d. Mts. finden um 11 Uhr vormittags und 
4 Uhr nachmittags in der Kunstausstellung Friedenau 
Führungen statt, in denen die Maler Max Mackott und 
Artur Schalk über „Kunstbctrachtung und die Ausdrucks 
mittel der bildenden Kunst" referieren werden. Karten 
zu den Führungen sind im Vorverkauf zum Preise von 
2 M. außer an der Ausstellungskasse, in den Buchhand 
lungen von Wohltat, Rheinstr., „Leok", Rheinstr., in der 
Musikalienhandlung Schwarz, Rheinstr., und in der 
Ebcrs'schcu Papierhandlung zu haben. 
o TaS Eiserne Krellz 1. Klasse erhielt nachträglich ver 
liehen der. sind. mcd. Hans Sch lern ing, ehem. Fähn- 
rich im Inf. Regt. 173. 
o TaS Derdienstkreuz für Kriegshilfe ist dem Rentier 
Herrn Albert Wen dt, Gutsmuthsstraßc 11, und der 
Hilfsbeamtin im Auswärtigen Amt Fräitlein Elisabeth 
Altendorf, Saarstr. 1, tätig in der Schweizerischen 
Gesandtschaft, verliehen worden. Ferner wurde das V^er- 
dieustkrcuz für Kriegshilfe Frau Professor Tr. Zelle, 
Goßlerstr. 8, verliehen. Die Ausgezeichnete war jähre- 
lang in der Kricgshilfc unserer Gemeinde tätig. 
o Tie, Groß-Berliner Acrzteschaft hat in einer Ent 
schließung ällerschürfsten Einspruch dagegen erhoben, daß 
die erneute Heraufsctzung der Einkommcnsgrenze für die 
staatliche Krankenversicherung (auf 20 000 M.) selbst iin 
Zeitalter der Berufs- und Betriebsräte oh»»e Mitwirkung 
der ärztlichen Organisationen und ohne Rücksicht auf 
die Lebensnotwcndigkeiten der Aerzte und des ärztlichen 
Berufes vorgenonnnen worden sind. Durch diese Erhöhung 
werden neun Zehntel der Bevölkerung der freien ärzt 
lichen Praxis entzogen »nid daniit die Acrzteschaft der 
fortschrcitendcn wirtschaftlichen Verelendung preisgegeben. 
o Im Stadtbahnverkchr sind zum 1. Juni »vichtige 
Aenderungen vorgesehen. Die Fahrzeiten der Ringbahn- 
uud der über die Stadtbahn verkehrenden Vorvrtzüge. 
werden sich fast ohne Ausnahme ändern, jeder Zug soll 
auf den Kirvtenstatioiicn Anschluß an die Züge der an 
deren Richtungen mit einer Ilebergangszeit von nur 3—7 
Minuten erhalten. Zur Erleichterung des Personenwechsels 
erhalten die Korortzüge auf den größeren Stationen je 
eine Minute Aufenthalt. Die Vorortstreckc Potsdam— 
Erkuer, auf der der Betrieb »vcgen technischer Schwierig 
keiten geteilt worden ist, wird wie früher ohne Brechung 
lviedcr gefahren werden. 
o Tic D-Züge für Ausflügler gesperrt. Die Eiseir- 
bahudirektion Berlin teilt mit: Um den Andrang zu »vich- 
tigcn D-Zügen an Sonntagen zu bewältigen, »verden einige 
dieser Züge für Sonntagsausflügler im Nahverkehr ge 
sperrt. Vom nächsten Sonntag ab werden die Schnellzüge 
D 11 ab Stettiner Bahnhof 8 Uhr vorm, nach Warne- 
»nünde für Reisende nach Löwenberg, Gransee und Fürstcn- 
als gevi'.deier Mann wissen Sie so gut wie ich, daß es eine 
sehr schlechte wissenschaftliche Methode wäre, die sich an 
Stelle überzeugender Beweise mit den Versicherungen glaub 
würdiger Personen begnügen würde. Denn auch der 
Elaubivürdigste ist dem Irrtum unterworfen." 
„Soll das etwa heißen, daß Sie von mir verlangen, 
»ch sollte " 
Dombrowski ließ ihn nicht ausreden. 
Mißverstehen Eie mich nicht. Ihr Ehrenwort ist mir 
Burgscyaft genug, wenn es zur Bekräftigung von Tatsachen 
eingesetzt wird, hinsichtlich deren jede Möglichkeit einer 
Selbsttäuschung auf Ihrer Seite ausgeschlossen ist. Nur 
in bezug auf bloße Vermutungen kann es mir die Stelle 
des Beweises nicht ersetzen. Sagen Sie mir, was Fräulein 
von Wehringcn in diesem Hause zu tun hatte, wo sie sich 
von dem Augenblick ihres Eintritts bis zu ihrem Fort 
gehen aufgehalten, und der Gegenstand ist damit zwischen 
uns endgültig erledigt." 
In dem überreizten Zustande seiner Nerven, der von 
völliger Erschöpfung nicht „»ehr allzuweit entfernt war, 
konnte Hollfelden für einen Augenblick die Frage in Er 
wägung ziehen, ob es nicht in der Tat am besten sein 
würde, diesem unerbittlichen Menschen alles zu offenbaren. 
Wenigstens würde er-dann Ruhe haben vor seinen martern 
den Fragen, und am Ende war Dombrowski doch bis zu 
dieser Stuyde in seinen Augen ein Mann von Ehre ge 
wesen. Aber als er jetzt den unschlüssig zu Boden ge 
senkten Blick wieder zu dem gelblich fahlen Gesicht des Polen 
erhob, als er diese gleichgültigen Züge sah, die wie eine 
undurchsichtige Mrske alles verbargen, was sich iinInnern 
vollzog, als er dem seelenlos matten Blick der ver- 
schieierten Augen begegnete, war die schwachmütige An 
wandlung: auch schon wieder vorüber. Rein, diesem 
Menschen durfte er Margot nicht auf Gnade oder Ungnade 
überliefern. Es konnte vielmehr einzig seine Aufgabe sein, 
sie .gegen ihn zu verteidigen. Und er war entschlossen, es 
zu tun, wäre: es auch' unter Einsetzung seiner Ehre'und 
seines Lebens. 
_ .»Ich bestreitx Ihnen jedes Recht zu derartigen Fragen." 
1. erg, D'l 'ab Stett. Bhf? 7.54 Uhr vorm, nach .Königs 
berg und D!3 ab Stett. Bhf. 8,42 vorn», nach Lmßrntz 
für- Reisende nach Eberskvalde gesperrt. 
v Als gefurrderz ist dem Fu»»dbüro in» Rathanse ge 
meldet eine Geburtsurkunde, und Dämen-Haudschnh. 
■^ereins-näd>Hd>ms 
)( Liolkshcusgemeinde Derlkn-Frirdenau. Am Sonnabend, 
den 10. April d. Js., 8, Uhr abends, firtbet int Gcmcindcver-. 
tretcrsitzungssaale des Rathauses dir konstituierende Versamm 
lung mit der Tagesordnung 1. Genehmigung der Satzungen, 
2. Borstandstvahlcn, 3. Verschiedenes statt. Um recht zahlreiches 
Erscheinen der Mitglieder wird gebeten. 
)( „Frühlings-Erwachen". Unter diesem Namen veranstal 
tet der „Klub der Fricdenauer Tanzsrcunde" einen Gesclischasto- 
e.üeild an» Sonntag, den 11. April, nachm. 5 Uhr, in» Johann- 
Georg-Haus in Halensce, Johann-Acorgstr. 19. Karten, für 
die ein Unkostenbeitrag von 5 Mk. erhoben wird, sind an -ser 
Abendkasse erhältlich. Gäste sind herzlichst willkommen. 
)( Ein Missionssicg in Deutschlands schwerster Zeit. Ueber 
dieses Thema spricht Herr Missionsinspektor Roterberg am Sonn- 
tag, den 11. April, abends 8 Uhr, im Evangelischen 
Verein junger Männer, Kaiscrallee 76a, I. Alle Vor 
einsmitglieder werden um ihr Erscheinen gebeten, auch sind 
uns junge Männer als Gäste herzlich willkommen. Wir würden 
uns besonders freuen, wenn sich die Neukonsirmierten recht zahl 
reich an unseren Veranstaltungen beteilige» würden. — Am 
Freitag Abend kommt zur Besprechung: „Christentum und 
Politik". Die Einladung hat Herr Richter übernommen. 
Ickonebsrg 
—o Die Sparkasse der Stadt Berlin-SW,rcberg hat 
zur Bequemlichkeit ihrer Sparer am Bayerischen Platz, 
im Hause Speyercrstraße 9, eine Zweigstelle errichtet, 
die werktäglich vo»» 8»/s bis Ihr Uhr, Sonnabends b»s 
12i/ 3 Uhr mittags geöffnet ist. 
(Für diese Rubrik übernehmen wir keine Verantwortüng.) 
Kartoffelversorgung. 
Als älter Abonnent bitte ich 'Sie, nachstehendes in 
Ihrem Blatt zu veröffentlichen: Seit etioa 3 Wochen 
stellt das Lebcnsmittclanit unserer Gemeinde u. a. 2 Psd. 
bezw. 4 Pfund Kartoffeln pro Kops in Anssicht, von 
welchen bis heute, soweit ich unterrichtet bin, noch »licht 
1 Pfnnd zur Verteilung gekommen »st. Worauf ist das 
zurückzuführen? Wenn Kartoffeln in Aussicht gestellt wer 
den können, müssen Sie doch da sein, zun» mindesten 
»nit dem baldigen Eintreffen derselben zu rechsncn sein. 
Warum sind sie denn aber nicht zur Verteilung gckom- 
incu? Sind sie aber nicht da, und auch nicht zn^er- 
ivarten, wie käun man daun Versprechungen machen. Täu 
schungen lassen wir uns nicht länger gefallen und was 
für einen Sinn sollen die auch' haben. Unsere Geduld 
ist nun zu Ende. Wir wollen endlich wissen, ob wir 
Kartoffeln bekommen. Sind die jetzt am 'Ruder befind 
lichen Herren nicht fähig, dafür zu sorgen, daß die Ein 
wohnerschaft 'unseres Ortes mit Lebensmitteln versorgt 
»verdc, daun sollen sie Geeigneteren Platz »nackren. Von 
den in Aussicht gestellten Lebensmitteln werden die hung 
rigen Mägen nicht satt. W. V. 
(SSir verweisen hierbei auf die Ausführungen, die 
Schösse Friedet in der Sitzung unserer Gemcindever-- 
tretung am Donnerstag über die Kartoffclversorgung g'e- 
»nächt hat i»»id die in unseren» Bericht über die 
Sitzung wiedergegeben sind. Schristitg.) 
Veraniiv. Schriftleiter: Hermelin Martinius in Berlin-Friedenau. 
Bei Betriebsstörung, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch 
«uf Lieferung oder Nachlieferung des Lokal-Anzeigers oder auf 
Rückzahlung des Bezugspreises. 
Das von der Natioiialversainmlnng beschlossene Kapitaler- 
iragsteuergesctz verpflichtet die Schuldner, bei Zahlung ihrer 
Schuldzinscn l0 voin Hundert der Zinsen cinzubchaltcn und an 
das für sie zuständige Finanzamt abzuführen. Dies gilt schon 
für alle Zinsen, die am 31. März oder 1. April 1920 fällig wer 
den, ebenso »vie für die später fällig wcrdenücn Zinse»». Die 
Steuer muß binnen einen» Monat »»ach Fälligkeit der Zinsschuld 
entrichtet werden, »vobci der Schuldner Namen und Wohnung des 
Gläubigers, den Schuldbetrag, den Betrag der geschuldeten Zinsen 
und den Zeitraum, für den die Zinsen zu zahlen sind, anzugeben 
hat. Darlchnszinscn, die für die Zeit vor dem 3. Oktober 191‘J 
geschuldet »verden, bleiben stcnersrei. 
erwtverle er Talk, „und ich werbe selbst»,ersländlich nicht 
darauf antworten." 
„Auch nicht, wenn ich sie einschränke und »»»ich statt 
der erbetenen Auskunft mit einer einzigen Erklärung be 
gnüge?" 
„Und das wäre?" 
„Es wäre die ehrenwörtliche Erklärung, daß Fräulein 
von Wehringen einzig in der Absicht hierher kain, Sie 
zu besuchen, und daß sie hier mit niemandein zu schassen 
hatte als mit Ihnen." 
Wieder war Hollfelden im Zweifel über die Er 
widerung, die er geben sollte. Vielleicht erwies er Margot 
einen unschätzbaren Dienst, wenn er die Frage bejahte, und 
diese Gewißheit hätte ihn möglicherweise bestimmt, Zein 
Ehrenwort für eine bewußte Unwahrheit zu verpfänden. 
Dann aber dachte er daran, daß er sie ja auch durch eine 
solche Bejahung koinproniittieren, daß er ihre Frauenehre 
dainit rettungslos preisgeben würde, und diese Erkenntnis 
machte seiner Ungewißheit ein Ende. ' 
»Ich verweigere Ihnen diese Erklärung wie jede 
andere, die Sie in bezug auf Fräulein von Wehringen 
oon mir verlangen könnten. Und ich ersuche Sie nun 
mehr auf das Bestimmteste, dies ebenso unsinnige als 
für inich in hohe»»» MaHe beleidigende Jnquisitorium zu 
beenden." 
„Ganz, wie Sie »vollen. Ich glaube, inii meinem 
heutigen Besuch allen Rücksichten Rechnung getragen 311 
haben, die ich Ihnen in Anbetracht unserer bisherigen 
Beziehungen schuldig »vor. Es wäre mir lieb gewesen. 
Sie auf meiner Seite zu haben, aber ich »nutzte natürlich 
von vornherein mit der Möglichkeit rechnen, daß es anders 
sein könnte. Wenn den» Fräulein von Wehringcn in der 
Folge zu mcinern Bedauern irgeiidcoelche Ungelegcnheiten 
erwachsen sollten, so bitte ich Sie, sich unserer heutigen 
Unterredung zu erinnern und die Verantivorllichkeit dort 
zu suchen, wo sie wirklich liegt." 
Fortsetzung folgt.)
        
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