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Periodical volume Nr. 14, 16.01.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

stufzustellenden Wohnungslisten zugehen. Die Haushat« 
tungsliste ist von jedem Inhaber einer selbständigen Woh 
nung bei Meldung der gesetzlichen Strafen auszustellen. 
Da für die Personenstandsaufnahme als Stichtag der 
1. Januar 1920 festgesetzt ist, sind die Wohnungsinhaber 
verpflichtet, sämtliche an diesem Tage bei ihnen wohnhaft 
gewesenen Personen, auch wenn sie inzwischen verzogen 
sind, in die Liste aufzunehmen. 
o Der Mieter Verb and gegen die Höchstmietcverord- 
mnrg. Der Mieterverband Groß-Berlin erläßt folgende 
Erklärung: „Der Beschluß deS Wohnungsverbandes vom. 
13. Januar zur Ausführung der HöchstmietenordnuM 
übersteigt den von der Regierung zugestandenen und vorn 
Mieterverband als äußerstes Maß bezeichneten Höchstzu 
schlag von 20. H. Der Mieterverband erhebt daher den 
.schärfsten Einspruch und fordert die Beseitigung des Be 
schlusses, so weit er die Höchstgrenze vom 20 v. H. über 
steigt. Der Bertretertag vom 11. Januar hat beschlossen, 
dqß in den Streik einzutreten ist, falls cs bis zum 30. 
Januar bei der Uebcrschrcitmig verbleibt." 
o Ausbesserung der Bctcranenöczügc. Eine Erhöhung 
der Veterancnbezüge für die Kriegsteilnehmer aus den 
Feldzügen 1864 bis 66 und 1870-71 ist auf Grund 
mehrfacher Anträge- des Khffhäuscr-Bundes der deutschen 
Landes-Kriegerperbände und aus Grund einer besonderen 
Petition der Veteranen von der Nationalversammlung an 
genommen worden. Durch Bildung einer Rücklage sollen 
die sozialen und wirtschaftlichen Interessen der Veteranen, 
die ungefähr noch 165 000 betragen, wahrgenommen 
werden. 
o Der Handel- und Gcwerbcvcrein hielt gestern Abend 
in der „Kaiser-Eiche" die Generalversammlung ab, die 
von 53 stimmberechtigten Mitgliedern besucht, ivar. Der, 
1. Vorsitzende, Herr 'Reic, eröffnete die Versammlung 
gegen VsO Uhr, indem er die Erschienenen zum neuen 
Jahre beglückwünschte und der Hoffnung Ausdruck gab, 
daß es durch engen Zusammenschluß gelingen möge, die 
Bestrebungen des Vereins zit fördern und alle Lasten, 
die der Schmachfried.cn uns auferlegt, leichter zu tragen. 
Er wies dann aus die ausliegeudeiMRundschreiben und 
Fragebogen des Berufsamtes und der Volkshausgcmeinde 
sowie der Humboldt-Hochschule hin und empfahl für letzg 
tere insbesondere die Vortragsreihen vvn Jens Lützen 
über „Praktischer Unterricht in der Photographie" und. 
„Die Praxis des Bromöwrucks". Ferner gab er ein 
Schreiben der Handwerkskammer bekannt, in dein an 
gezeigt wird, daß nur geprüfte Handwerksmeister zur 
Lehrlingsausbildung berechtigt sind. Ein Herr Beruh. 
Adelt empfahl sich zur Buchführung und Prüfung der 
Bücher. Die Niederschrift der vorigen Versammlung, von 
Herrn Lange verlesen, wurde genehmigt. Als neue Mit 
glieder wurden die Herren Buchwald. Pflug, Holz und 
Zähl aufgenommen. Der Schriftführer, Herr Lange, ei> 
stattete den Jahresbericht, dem mir entnehmen, daß die. 
Mitgliederzahl von 56 ans 210 gestiegen sei: es fanden 
8 Vorftandssitzungcn und 5 Mitgliederversammlungen statt. 
Aus dem Kassenbericht, den Herr Lorenz erstattete, geben 
wir bekannt, daß der Bestand zu Beginn des Jahres 
584.36 M. betrugst hierzu die Einnahmen in Höhe von 
1202,85 M.» zusammen 1786,21 M. Die Ausgaben be 
trugen 1160,35 M„ sodaß ein Bestand von 626,86 M. 
verblieben ist. Als Kassenprüfer beantragte Herr Trcuholz 
unter Anerkennung der musterhaften Kasscnführung die. 
Entlastung des Schatzmeisters, die erteilt wurde. Der, 
bisherig? Vorstand legte nun seine Aemter nieder und 
Herr Dr. Full übernahm als OXmann des vorbereitenden 
Ausschusses die Leitung der Vorstandswahl. Er sprach zu 
nächst dem bisherigen Vorstände den Dank für sein/? 
Amtsführung aus und beantragte dessen Entlastung, die 
ohne Einspruch erteilt wurde. Zum 1. und 2. Vor 
sitzenden wurden Herr Ncic, bezw. Herr Gericke, durch 
Zuruf wiedergewählt. 1. Schriftführer wurde wieder Herr 
Lange durch Zettelwahl mit 33 gegen 22 Stimmen, 
die auf Herrn Treuholz entfielen. Zum 2. Schriftführer, 
wählte man dstrch Zettelwahl Herrn Tinat. Durch Zuruf 
wurde Herr Lorenz als 1. Schatzmeister wieder-, Herr, 
Zicmke als 2. Schatzmeister neugewählt. Ebenfalls durch 
Zuruf wurden zu Beisitzern gewühlt die Herren: Graß 
mann, Dr. Full, Hirsch, Eggert, Vuchheimer, Thomas, 
Gundlach. Klupsch, Zetzmann, Solo, Koslowski und später 
in Erweiterung des Vorstandes nach der Satzungsberatung 
die Herren Krähnke und Kauinann. Kassenprüfer wurs 
den die Herren Schur und Heckmann. Ferner gehört dem 
Vorstande Herr Treuholz als Abgeordneter des Vereins 
für den Hauptausschuß für freie Nahrnngsmittclwirtschaft 
an. Herr Neie übernahm wieder den Vorsitz mit Dank 
an Herrn Dr. Full und den Ausschuß. Hiernach vcr-, 
las Herr Lange die abgeänderten Satzungen, die geneh 
migt wurden. Unter „Verschiedenes" kam der Vorsitzende 
kurz auf die Angriffe des Herrn Wollnp gegen Herrn 
Friedet in der letzten Sitzung zu sprechen. Dem Rechts 
anwalt des Herrn Friedel werde man das Protokoll und 
die stenographischen Aufzeichnungen zur Verfügung stellen. 
Herr Dr. Full begrüßte cs, daß hierdurch die Sache ge 
klärt werde. Herr T h o m s b e r.g c r berichtete nun über 
die Frage der Errichtung eines Volks ha ns es in Frie 
denau und die Gründung einer Volkshausgcmeinde. Seine 
Ausführungen, die darin gipfelten, durch eine geistige 
Wiedergeburt unser Volk wieder aufwärts zu führen,, 
fanden lebhaften Beifall. Viele Mitglieder erklärten ihren 
Beitritt in die Fricdenauer Volkshausgcmeinde. Dem 
nächst soll ein Aufruf an alle Fricdenauer Bürger ver 
öffentlicht werden. — Herr Haber mann sprach gegen 
die öffentlichen -Versteigerungen auf dem Gütcrbahnhof 
Wilmersdorf-Friedenau, ohne daß diese öffentlich angekün 
digt werden. Der Vorstand wird einen entsprechenden 
Antrag an die Bahnverwaltung richten. Herr Gericke und 
Herr Müller berichteten von einem Lcbcnsmittelkontrolleur 
namens Rammersdorf, der unberechtigter Weise die Ge 
schäfte kontrolliere; den Geschäftsleuten wurde geraten, 
diesem Herrn die Tür zu weisen. Herr Kaumann regte 
an. einen Antrag an den Gemeindevorstand zu richten, 
daß mehr Sachverständige in den Lebcnsmittelausschuß 
gewählt werden. Das gab Anlaß zu einer längeren. 
Aussprache über unser Leb ensmittclamt. Dem Lei 
ter, Schöffen Friede!, wurde vorgeworfen, daß er alles 
allein mache, ohne den Lebcnsmittelausschuß. oder den 
Fünferausschuß und ohne Sachverständige heranzuziehen. 
Es härte sonst nicht vorkommen können, wie Herr Ge 
ricke sagte, daß z."B. der Kohl so unsachgemäß gelagert 
wurde, daß er: auf dem Fußboden kochte und große 
Mengen verdarben. Herr Kleemens führte an, wie sein 
schriftlicher Antrag auf Zuweisung des Kartoffelverkaufs 
von Herrn Fkiedel einfach abgelehnt wurde, ohne daß 
der Lebensmittelausschuß oder eine Amtsstelle gehört 
wurde. Herr Müller und Herr Lange bestätigten das. 
In den Jünferausschuß sei für Herrn Luders, der viel 
vou Friedenau abwesend sein müsse, Frau Tölle berufen 
worden. (Heiterkeit). Seit.dem 28. August sei der Fünfer- 
ausschuß nicht einberufen worden. Schließlich wurde ein 
Antrag des Herrn Holz, den Lebensmitlelausschuß zur 
Hälfte' aus Sachverständigen, zur anderen Hälfte aus 
Nichlinteressenten zusammen zu setzen, dem _ Vor 
stand zur weiteren Veranlassung überwiesen. Darauf schloß 
der Vorsitzende die anregend verlaufene Versammlung. 
o Frikdenaucr Zweigstättc der Humboldt-Hochschule. 
Privatdozent Dr. B. Daun wird am Sonnabend, den 
17. Januar, abends 8 Uhr (Goßlerstr. 15), in dem ersten > 
Vortrag seines angckündigren Vortragszyklus „Große Bild 
nismaler verschiedener Jahrhunderte" von der Porrrätkunft 
der Gebrüder van Eyck ausgehen und eingehend den be 
rühmten Gcntcr Altar besprechen, der laut Friedensver- 
trag uach Gent zurückgegeben werden soll. Vom Realis 
mus Rogers van der Wehden wird der Vortragende zu, 
Dürers Porträtkunst übergehen.. Karten sind in der Wohl- 
that'schen Buchhandlung erhältlich. 
o Der 3. Lehrgang der Volkshochschule Friedenau be 
ginnt am 19. Januar mit einer Erösfnungsvorlesung 
von Dr. Paul Rohrbach: „Deutschlands Zukunft in 
der auswärtigen Politik". Die weiteren Vortragsreihen 
sind dann folgende: Montags (Beginn 26. 1.) Dr. 
Just: Fortpflanzung und Vererbung, 1. Teil; (16.2.) 
Rechnungsrat Richter: Der Kleingartenbau; Diens 
tags (20. 1.) Fr. Leon Hardt: Einige Kapitel aus 
der praktischen Mathematik; (17. 2.) Studienrat Dr. 
Hacusler: Einführung in die Staatsbürgerkunde an 
der Hand der geschichtlichen Entwicklung Deutschlands im 
19. Jahrhundert. 3. Teil;. M i ttw o ch s: (28.1.) Prof. 
Dr. Riem: Der Mensch und die Sternenwelt, mit 
Lichtbildern; Zeichenlehrer E. Zipperer: Wie kann ich 
die Umwelt zeichnerisch erfassen?; (18. 2., Oberlehrer Dr. 
M a u e r m a n n: Die deutschen Mundarten; Donners 
tags: (22. 1.) Dr. Büsing: Einführung in die Philo 
sophie (2. Teil), Frl. C. Reelsen: Deutsche Maler in 
Einzelgestalten. mit Lichtbildern; (19. 2.) Pros. Dr. Men 
dels ohn: Die organische Chemie in Haus und Hof; 
Freitags: <30. 1.) Oberlehrer Dr. Dreyhaus: So 
ziale Tramen, Oberlehrer Dr. Anders: Wanderfahrten 
durchs deutsche Land, mit Lichtbildern; Sonnabends: 
(24. 1.) Oberlehrer D i c h 1: Charakterbilder aus der alt- 
testamentlichen Rcligions- und Literaturgeschichte, (21.2.) 
Prof. Dr. Düts ch t e: Einführung in die antike .Kunst, 
mir Lichtbildern. Voraussichtlich am Freitag, den 19. März 
finde; ein VoltShochschulkouzcrt des Fraucnchors unter 
Leitung von Oberlehrer Dr. Woelfscl statt. 
o Tie scheinbare Vergrößerung von Tonne und 
Mond am Horizont hat schon Vielen zu denken gegeben. 
Im „Weltall" (Verlag der Treptow-Sternwarte, Pr. vicr- 
teljährl. 3 M. schildert Prof. Franz die psychologischen 
Momente in diesen Eindrücken. Sic liegen vor allem in 
der Gewohnheit unseres Verstandes, enlfernte Dinge zu 
vergrößern, was wir in wagerechter Richtung besser kön 
nen als in senkrechter. Dem großen Siege deutscher Wis 
senschaft, den Albert Einstein errungen hat, und der den 
Großtaten von Kopernikus, Kepler und Newton gleich 
kommt» wird der Herausgeber Dr. F. S. Archenhold in 
seiner Einleitung zum „Gestirnten Himmel" iin Monat 
Januar" gerecht, < 
o Tas Kostüvrffcst „Alt-Heidelberg", das morgen im 
Restaurant „Prinz Handjery" stattfinden sollte: ist aus 
einen späteren Tag verlegt worden. Durch die Erklärung 
des Belagerungszustandes sind dem Unternehmer für die 
Veranstaltung dieses Festabends besondere Schwierigkeiten 
erwachsen, die cs ihm. nicht ermöglichen, das Fest in 
dem von ihm gedachten Nahmen z. Zt. durchzuführen. 
Nach Beseitigung dieser Schwierigkeiten wird die Eiim 
ladung aufs Neue ergehen. 
o Eine weibliche Leiche, die möglicher Weise schon 
4 Wochen im Wasser gelegen hat, wurde, nach dem „Gr-, 
Licht. Lok.-Anz.", gestern im Tektowkanal bei den Eis-- 
werken gefunden. Der Trauring am Finger deutet aus 
eine Frau hin. Dieselbe ist ungefähr 20 bis 30 Jahre 
alt, trügt dunkelblondes Haar, blauen Mantel, graue 
Strickjacke, graue Strümpfe, grauen Rock, weiße mit den 
Buchstaben H. T. gezeichnete Hemden und Schnallenschuhe, 
die vermutlich aus Ziegenfell hergestellt sind. Nähere,- 
Auskünfte erteilt die Kriminalpolizei. 
Terdrss-Oadmchteti 
)( Eine Altersheim-Genossenschaft ist in Steglitz gegründet 
worden, die noch Mitglieder sucht. Erwünscht sind über 50 Jahre 
alte Damen und Herren, die über etwa 18 000 Mk. verfügen. Siehe 
Anzeige. 
)( Reichöbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer 
Hinterbliebenen und Gefaugenen-Abteilüng, Bezirk Friedenau. 
Heute, Freitag, abends 8 , Uhr im Restaurant „Kaiserciche", 
Mitgliederversammlung. Wichtige Tagesordnung, Zahlreiches 
Erscheinen erwartet. 
)( Krieger- und Landwehrverein. ES sei nochmals an die 
morgen, Sonnabend, Abend 8 Uhr im Veicinszimmer des Rats 
kellers stattfindenden Monatsversamnilung erinnert.. Wichtige 
Tagesordnung, Ausnahme von Mitgliedern, Bertauf der Eintritls- 
krrten zum Stiftungsfest am I. Februar. Zahlreiches Erscheinen 
erforderlich. 
X Devtschnationale Äolköparlci Ortsgruppe Bln.-Friedenau. 
Tie Mitglieder seien an dieser Stelle noch einmal auf die am 
Sonnabend, den 17. d. Mts, nachmittags 5 Uhr im Schloß- 
park.-Restaurant, Steglitz, Schloßstraße 48, stattfindende Gesellige 
Bereinigung hingewiesen. Wie bekannt, wird nach einer Aussprache 
des Vorsitzenden Herr Dr. Anders über den 18. Januar sprechen 
und cs werden darauf hohe musikalische Genüsse geboten werden. 
Die Vorlesungen wird übrigens nicht Herr de Vogt, sondern 
Herr Mii h l h o f e r, ebenfalls vom Staatlichen Schauspielhause, 
halten. Zum Schluß soll Tanz stattfinden. 
)( Die Ortsgruppe Steglitz-Friedenau des Internationalen 
Bundes der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegshinter- 
bliebenen veranstaltet nwrgen, Sonnabend, Abend l /*8 Uhr in der 
-Aula dek- Steglitzer Gymnasiums, Heesestr. 15, eine öffentliche 
Versammlung, in der Herr Tiedt spricht. Siehe Anzeige. 
X Diftlev von Llliencron und seine Lyrik, lieber dieses 
Thema wird am Sonntag, den 18. Januar, abends 8 Uhr Herr 
Oberlehrer Dr. Falke im Ev a n g c l i s ch c n Verein junger 
Männer, Kaiserallcc 76a 1, sprechen. Alle Vcreinsmitglieder 
sind dazu dringend eingeladen, auch sind uns junge Männer als 
Gäste herzlich willkommen. Zn gleicher Zeit machen wir hiermit 
auf unseren DiSkusstonsabend, heute Abend 8 Uhr aufmerksam, 
wo Herr Bergemann über GewerkschaftSftagcn sprechen wird. 
X Ein großes Fußball-Propngandaspiel veranstaltet ani 
kommenden-> Sonntag,nächünttagS 2»/, sthr. auf seinem in der 
Nachbärgemeindz Schmargendorf, Forkcnbeckstr. am Bahnhof 
Schmargendo^ßz gelegenem,-Sj-orchlatz: der B- S. V. 92 (Westliga) 
gegen Eunbrj«.iLUiaa).'. Im H ock ev sp i.c l stehen sich vorher 
(1 fthr). dre 14-MgnnscyaMn dxS(D. S. V. 92, des letzten Berliner 
Meisters, und dc§ B. S, V. gföfttüöer. 
X Oesterreichisch-Dentsche Volksgemeinschaft. Montag, den 
19. Januar abends 7'/» Uhr im Oberlichtsaal der Philharmonie 
Bernburgerstraße öffentliche Versammlung desOesterreichisch-Deutschen 
VolkSbuirdes. Unter andern sprechen: Hcrmanp Kienzl, Stefan 
Grohmann, Dr. Ullmann, von Loesch, Professor Brandt. Eintritt frei. 
verlin rmä Vororte 
Ho Die städtische Tarlehnstasfe in Eharlottendukg 
beabsichtigt, den Zftisfuß für Darlehen vom 1. 1. 1920 
auf 5- Prozent herabzusetzen und auch künftig den Zins 
satz nach dem Stande des Geldmarktes zu bestimimen. 
Bisher hielten sich die kommunalen Darlehnskassen an 
den Zinsfuß der staatlichen Darlehnskasscn. 
Berta Ürendel 
rtzg.' (5879 Kesser-Allee ,42 10-5. 
Plailenloser Zahnersatz 
Berantw. Schriftleiter: Heim. Martini u S in Friedenau. 
Amtliches 
Bekanntmachung. 
Verordnung betreffend Herstellung von Kleingebäck in 
Lohn. Auf Grund des 8 ; > 8 der Reichsgetreidcordnung 
für die Ernte 1919 vom 18. Juni 1919 (ReichSgesetzülatt 
Seite 535 ff.) sowie mit Zustimmung der Aufsichtsbehörde 
auf Grund oer §§ 12 Ziffer 1 und 5, 15a, 17, Ziffer 2 
der Bekanntmachung über die Errichtung von Preisvrü- 
fungsstellen und die Versorgungsregelung vom 25. Sep 
tember 1915 (Reichsgesetzblatt Seite 607) in der Fassung 
vom 4. November 1915 (Reichsgesetzblatt S. 728) wird 
für den Bezirk der Gemeinde Berlin-Friedenau ange 
ordnet: Z 1. Ten Bäckern ist gestattet, aus dem von 
der Bevölkerung ihnen übergebenen Mehl Schrippen oder 
ähnliches Kleingebäck herzustellen. § 2. Der Bäcker hat 
über das in Lohn hergestellte Kleingebäck eine fortlaufende 
Liste zu führen, aus der Name und Adresse des Bestellers, 
Tag der Uebergabe des Mehls, Gewicht des übergebenen 
Mehls, Datum der Ablieferung des Gebäcks und Gewicht 
des abgelieferten Gebäcks ersichtlich sein müssen. Der 
Bäcker hat über das Gewicht deS ihm zur Herstellung vou 
Kleingebäck übergebenen Mehls dem Hersteller aus Ver 
langen Quittung zu crreilcn. § 3. Der Bäcker hat dem 
Besteller ein Fünftel mehr Kleingebäck zu liefern, als ihm 
Mehl übergeben worden ist. Für die Herstellung des Klein 
gebäcks ciuschl. der Zuraten zum Mehl dar; der Bäcker 
für je 100 Gramm 8 Pfennig berechnen. 8 4- Kleingebäck 
darf nur aus fremdem Mehl stricht aus fremdem Teig) 
hergestellt werden. Dem Bäcker ist untersag!, das ihm 
übergebene Meh! mir anderem Mehl zu mischen, cs sei 
denn) daß cs sich um Mehl völlig gleicher. Arr und Be 
schaffenheit handelt. 8 ö,. Zuwiderhandlungen werden 
gemäß 80, 81 der Rcichsgerreideordnung für die Ernte 
1919 sowie gemäß 8 Ist Ziffer 2 der Bekanntmachung 
über die Errichtung von Preisprüfungsstellen und die 
Versorgungsregelung vom 25. September 1915 bestraft. 
Auch kann die Erlaubnis zur Herstellung von .Kleingebäck 
entzogen werden. 8 6. Die Verordnung betreffend Her 
stellung von Kleingebäck in Lohn vom 5. August 1919 
wird aufgehoben. 8 7. Diese Verordnung tritt mit dem 
19. Januar 1920 in Kraft. Berlin-Friedenau, den 13. 
Januar 1920. Der Gemcindcvorstand. J> V.: Friedet. 
Bekanntmachung. 
Verordnung über die Aufhebung der gewerbsmäßigen 
Srellenverrrftttlung im Gastwirtsgewerüe im Bezirk des 
Lebensmittelverbandes Groß-Berlin. 
Auf Grund des 8 6 der Verordnung des Bundesrats 
über die lvirrschastliche Demobilmachung vom 7. November 
1918 (Rcichsgesetzblart Seile 1292) wird-hiermit folgen 
des verordnet: 8 1- In den zu dem Lebensmitlelverband 
Groß-Berlin gehörigen Gemeinden wird die gewerbsmäßige 
Stellenvermittlung für das Gast- und Schaukgewcrbe auf 
gehoben. 8 2. Sämtliche Arbeitgeber im Gast- und Schank- 
wirtsgewcrbe im Bezirk des Lebeusmirtclvcrbandes Groß- 
Berlin iverdcn verpflichtet, dem Arbeitsnachweis der Stadt 
Berlin, Abteilung für das Gastwirtsgewerbe, jede offene 
Stelle und jede Besetzung einer Stelle innerhalb 3 Tagen 
zu melden. 8 3. DaZ unmittelbare Aufsuchen einer Stelle 
oder die Einstellung eines sich beim Arbeitgeber ohne 
Vermittlung des Arbeitsnachweises meldenden Angestell 
ten oder Arbeiters ist unzulässig. Ausnahmen können 
vom Ausschuß Groß-Berliner Arbeitsnachweise oder in 
dessen Aufträge von dem Kuratorium der Fachabteilung 
für das Gastwirtsgewerbe des Arbeitsnachweises der Stadt 
Berlin im Einzclfalle oder allgemein zugelassen werden. 
In diesen Ansnahmesällen bleibt aber die Pflicht des 
Arbeitgebers bestehen, die Besetzung der Stelle innerhalb 
3 Tagen dem Arbeitsnachweis der Stadt Berlin zu mel 
den. 8 4- Die Stellenvermittlung durch private Aereine, 
welche von ihren Mitgliedern oder anderen Mitgliedern 
oder anderen Personen Beiträge, Eintrittsgelder, Gebüh 
ren oder andere Vergütungen für ihre Tätigkeit erheben, 
wird der gewerbsmäßigen, Stellenvermittlung gleichge 
stellt. Feste Sätze als ' Erstattung von Auslagen, 
werden als Gebühren betrachtet. 8 5. Zuwiderhandlungen 
gegen die Verordnung werden mit Geldstrafen bis zu 
1000 Mark bestraft. Arbeitgeber und Arbeitnehmer, welche 
gegen diese Verordnung verstoßen, können für eine von 
dem Kuratorium der Fachabteilung für das Gastwirts- 
gkwerbe/des Arbeitsnachweises der Stadt Berlin oder von 
einer durch dieses eingesetzten, paritätischen Kommission 
zu bestimmenden Zeir von der Vermittlung ausgeschlossen 
werden. § 6. Die Verordnung tritt mit dem Tage der 
Verkündung in Kraft. Die Verordnung vom 24. April 
1919 über die Aufhebung der gewerbsmäßigen Srellen- 
oermittlnng im Gasttvirtsgewerbc tritt insoweit außer 
Kraft, als sie dieser Verordnung widerspricht. B«Pn, 
den !ck. Dezember 1919. Demobilmachnngsaussäiuß Groß- 
Berlin. Der Vorsitzende. Wermut!,. Veröffentlicht. Bcr- 
lin-Fnedcnan. den 12. Januar 1920. Der Gemeindevor- 
ttand. gez. Walger. 
Bekan -tmack-nnks. 
Die Gewerbekohlenka:->en ’ I - Bereitn. Tischler, 
Milchhändler. Gastwirte, Backe r. c. adua.en, Friseure und 
Schneider ersuchen wir umgehend hier, Rathaus. Zim 
mer 115, abholen zu lassen. Berlin-Friedenau, den 8' 
aJnuar >920. Der Gcmeindcvorstand. Kohlenkommission. 
Aekarrntwachung. 
Anslandseier für Kranke gibt es am Sonnabend, 
den 17. und Montag, den 19. d. Mts. beim Eierhändler 
Neumann, Hertelftr. 3, auf Bezugsschein.-Diejenigen Kran 
ken, die keine Eierbezugsscheine besitzen, können solche- 
im Lebensmittelamt, Zimmer 28a, beantragen. Ein Ei 
lostet 1,50 M. Berun-Friedenan. den 15. Januar 1920. 
Der Gemeindevorftand. I. V. Friedel.
        
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