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Periodical volume Nr. 74, 04.04.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

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Nr. 74 
Berlm-Friedenau, ©anntag, den 4 Avril 1920 
8chrg. 27 
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ZstergrdüNken. 
Ostern, Ostern, Frühlingswelsen! 
-Ostern, Ostern, Auferstehen 
Ans der liefen GrabcsnachL! 
Blumen sollen fröhlich blühen, 
Herzen sollen heimlich glühen, 
Denn der Heikano ist erwacht! 
Mit diesen Versen begrüßte einst M. b. Schenkendorf 
ikach den Befreiungskriegen den Ostertag. Aus tiefer 
Ohnmacht mar Deutschland erwacht, hatte das Joch der 
Knechtschaft abgeschüttelt; aber noch war Not und Ent 
behrung überall als Folge der überstandenen schweren Zeit. 
So wie in unseren Tagen. Die Osterbotschaft gab dem 
Dichter frohes Hoffen, gute Zuversicht. Und wie der 
Frühling die harte Fessel des Winters bezwingt, wie die 
Natur aus kalter Erstarrung zu neuem Leben, zu neuem 
Grünen und Blühen erwacht, so soll auch das Herze 
in Freude und Hoffnung erglühen chm Gedanken an den 
Heiland, der die finitere Todesnacht überwunden, zum 
Lichte ansteigend die Menschheit aus Sünden und Not be 
freit hat. Nun klagt nicht mehr, ihr Menschen, blicket auf 
zu ihin, der um cuü) gestritten, der um euch gelitten, den 
Schauer der Grabesnacht von euch genommen har. 
Wie eine Feuersäule in dunkler Nacht, ivic ein Heller 
Stern schreitet er vor euch her und weist euch den Weg 
durch ^unwegsames Land, durch brandende Wogen, die 
euren Fuß umspielen und euch hinabreißen wollen in die 
dunkle Flur. Die Gischt, die hoch ausspritzt, zerstäubt an 
dcnl Felsen des Glaubens und der guten Zuversicht. 
Hallen- lvir den Glauben und verzagen wir nicht. 
Nichts nützt weibisches Klagen. Klar den Blick, voll Mut 
das Herz, die Sinne gestrafft, so nur trotzen wir. den Ge 
walten, die uns niederzuringen drohen. 
Christus hat durch sein Blut die Menschheit mit Gott 
versöhnt. Wo ist die starke Macht, die große Kraft, 
die auch die Menschheit unter sich versöhnt? Wohin nur 
blicken, sehen lvir nur Haß und Nichtvcrstehcn. Der Turm 
bau zu Babel, der die Völker anseinandcrtrieb, wird als 
das größte Unheil unserer Erde bezeichnet. Wo finden 
sich die Hände, die aus seinen Trümmern -einen neuen 
Turm, den Turin de: Versöhnung aufrichtenJ. Unser 
deutsches Volk hat am .Hatz der Welt so unendlich schwer 
gelitten und mutz au ihm noch iveitec leiden. Aber in 
ihm 'selbst auch gärt der Haß und wird genährt in dein 
Nichtvvrstehenwollen seiner Brüder. Die alte deutsche 
Zwietracht hemmt den Schritt, der uns zueinander führen 
soll. Im Zwiespalt der Parteien erkennt mau den Bruder 
nicht. Schroff steht einer dem andern gegenüber als 
politischer Feind und Gegner und weiß es nicht, daß alle 
voni gleichen Blute, vom gleichen Geiste sind. Alles ver 
stehen, heißt alles verzeihen. Ach könnten wir doch dar 
nach handeln. So aber werden Worte zu falschen Be 
griffen, werden Begriffe zu unüberbrückbar scheinenden 
Hemmnissen. Was ist es anders, wenn wir vom Bürger 
und Arbeiter reden. Sind doch alle „Bürger" eines 
Staates. Aber das Wort ist znm Begriff einer Klasse 
geworden in dem Sinne des französischen „Bourgeois". 
Drum ist man soweit gekommen, cs zu vermeiden, wie 
es in den Einwohnerwehren znm Ausdruck gekommen 
ist. Das; es aber der Geist und nicht das Wort macht, 
hat sich auch hierbei gerade in der letzten Zeit erwiese». 
Ten Gegensatz finden wir noch' betont in den Be 
zeichnungen Bürgerrat und Ar beiter rat. Würde 
man doch licocr dahin wirken, den Gegensatz aufzuheben 
und die Bedeutung des Wortes „Bürger" im guten Sinne 
als die des all g c m einen Begriffes „Staatsbürger" 
heben, unter dem stich alle Stände vereinigen. 
Worte allein machen cs, wie gesagt, allerdings.nicht. 
Der Geist ist die Hauptsache und der feste Wille, aus dem 
Widerpart der Anschauungen zu einem rein menschlichen 
Denken und Fühle» zu gelangen und nicht blindlings an 
der Wtrklichke-r und den tatsächlichen Verhältnissen vorüber 
zugehen. Wir dürfen den Wandel der Zeiten nickn un 
beachtet lassen, dürfen nicht beim Gedenken des Ver- 
gangestcn — wenn cs auch noch so gut war — die Gegen 
wart verleugnen. Nur dadurch können wir zit dem Ver 
stehen gelangen, das zur Versöhnung führt. In der Einig 
keit des Denkens und Fuhlens erwächst uns die Kraft zum 
Llufwärtsstrcbeu, zur Ueberwindung der großen Not und 
der Schwere unserer Zeit. Dann werden uns nach 
Schenkendorf „Grabcstränme eilig schwinden, alle Gräber 
heilig sein", dann wird der lange Kerle:, in den uns 
haßerfüllte Gegner geworfen, brechen und mit dem Dichter 
werden wir singen: 
„Frühling spielet auf der Erden, 
Frühling foll's im Herzen werden, 
Herrschen soll das cio'ge Licht." 
H. MS.' 
Ortsnac&iic&tfis 
gHaMr. unsrer osOrteinalartikel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
o Ein: S.rtzstng der Gemeindevertretung findet am 
Donnerstag, dem 8. April, abends 7 Uhr, im Raihaus- 
fitzungssaale statt. Tie Tagesordnung finden unsere Leser 
im amtlichen Teile. 
o Vorgärten sind Ziergärten. Wir verweisen die Bor- 
gartenbesitzer auf die heutige Bekanntmachung unter 
„Amtliches", die besagt, daß Vorgärten als Ziergärten 
anzulegen sind. 
Wth. Das Schicksal des Groß-Derliner Einzemrir)- 
dMISkntrrArfrch. Wie wir hören, wird die 17. Kommission 
der' Landesrcriai'.iintung Mitte April zur Berichtfestsetznng 
jusammeutrelcii, damit das Wcnu,m beim Wiederzusam- 
mcntritt die Vorlage erledigen kann. Die MehrhertSpar- 
teien find übereingekommen, die Vorlage im Mai zu 
verabschieden. Als Termin für das Inkrafttreten der Vor 
tage ist der 1. Oktober vorgesehen. Die neuen Berliner 
Stadtvcrordnetenwahlen sollen mit Rücksicht aus die 
Neichstagswahlen erst im August stattfinden. 
o Die BerkehrÄtbgaLM an Grost-Berkincr Gemeinden. 
In der letzten Sitzung der VerbandSvcrsammlung Groß- 
Berlin ist von verschiedenen Rednern aus den Mißstand hin 
gewiesen worden, der iin Groß-Berliner Verkehrswesen 
unleugbar darin besteht, daß auch vo"l den in die öffent 
liche Hand übergegangenen Straßenbahnen noch an mehrere 
Einzelgcineindcn ans Grund alter Verträge erhöhte Ab 
gaben zu entrichten sind, obwohl die Vcrbandsstraßen- 
bahncn trotz dem erhöhten Tarif mit Verlust arbeiten. 
Dieses Mißverhältnis dürfte mit der Schaffung eines ein- 
heiilichcn Grvß-Bcrliu allerdings verschivindcn; iinmerhin 
belastet es ans der einen Seite den Haushaltsplan Grvß- 
Berli» zugunsten einzelner Gemeinden. Folgender' Ucber- 
blick zeigr die in Betracht kommenden Riesenzahlcn und 
die Empfänger dieser Verkehrssonderabgaben: Von der 
aus der Personenbeförderung im Rechnungsjahre 1920 
zu crwarrcnden Roheinnahme der Großen Bert. Straßen- 
bahu von MIO Milt, (nach Abzug der Reichsverkchrssteuer 
von 320.8 Millionen) erhallen Entschädigungen: Berlin 
17 65-1821 M., der Verband Groß-Berlin 413 7405 Mark, 
Charlotteiiburg 2152121 M., Neukölln 950 496 M., Pankow 
264 207 M., Tempclhos 91672 M. Ferner erhalten mehrere 
Gemeinden Entschädigungen nach der Gleislänge so 
Schöueberg 151432 M., Lichtenbcrg 36931 Mark, 
Wcißensee 8204 M./Niederschönhausen 16 514 M. Außer 
dem ili festen Beträgen: Berlin für den Wegfall des Aklu- 
mnlatorcnbetriebes .21147 M., Treptow für die Benutzung 
zweier Chausseen 1600 M.» Steglitz 3000 M., Frie 
denau 2915 M. Ans der Einnahme des Güterverkehrs 
erhalten die Gemeinden und der Verband Groß-Berlin 
eine Entschädigung von 380 000 M. An sonstige Be 
rechtigte, insbesondere die Tiergartcnverlvattnng sind 
noch Abgaben in Höhe von 27 979 M. zu zahlen, so daß 
die Abgaben insgesamt sich ans 26180 000 M. stellen. — 
Auch die Hochbahngcsellschaft hat au die beteiligten Ge 
meinden Abgaben in Höhe von 1125 512 M. zu entrichten. 
Hiervon enr,allen auf die Stadt Berlin 820000 M„ Char- 
loiienburg 285 000 M.,' Schöueberg 15 000 M. und auf 
Lichtenbcrg 5512 M. 
o Die Nachfolger des Gemeindebaurats Altiniainw 
Das Dezernat für Bausachcn hat Gemcindcsyndiku.s 
Sturm übernommen, der bekanntlich schon Leiter des 
Wohnungs- und des Einigungsamres ist. Das Dezernat 
der Gas- und Kohlenstelle ist in die Hände des GemciiM- 
syndikus Gr und mann übergegangen. 
v Das Osterwetter wird nach den Vorhersagen der 
Wctlerkundigen schön'sein. Aller Wahrscheinlichkeit ist die 
Witterung vielfach heiter und tagsüber warm, doch sind 
kleine Regengüsse oder zeitweilige Gewitterneigung nicht 
ausgeschlossen. 
o Deutlich,? Aufschriften auf Postsendungen. In der 
jetzigen Zeit, in der der Postbcstelldienst zum großen 
Teil immer noch von weniger geübten Hilfskräften be- 
lorat werden muß. wirken Mangel in der Aufschrift der 
Postsendungen (wie unvollständige, ungenaue oder jm< 
deutliche Bezeichnung des Empfängers, Fehlen der An- 
gabe von Straße und Hausnummer, Gebäudeteil, Stock 
werk usw.) besonders nachteilig für Absender und Emp 
fänger. Genauigkeit, Vollständigkeit und Deutlichkeit der 
Aufschrift sind unerläßliche Voraussetzungen für richtige 
und schnelle Bestellimg. Dies gilt namentlich für.Post 
sendungen an Empfänger in Groß-Berlin, wo Straßen 
mit gleich und ähnlich lautenden Namen mehrfach ver 
treten sind und viele Straßenzügc ans einem Postvrt in 
den andern übergehen. Bei Sendungen nach Berlin selbst 
mit seinen zahlreichen Bestellpostamiern muß außerdem 
hinter der Ortsoezcichnung der Vostbczirk kW. NW. N., 
S. uiwck lutb die Nummer der Bcstetlpostanstalr angegeben 
werden <z. B. Berlin W. 8). Für d,e zweckmäßige Ferti 
gung der Aufschriften bei den nach Berlin gerichteten 
Sendungen gibt ein Aushang in den Schaltervvrräumcn 
der Postämter Anlciiung. 
o Abwälzliarkeit der Umsatzsteuer. In dieser wichtigen 
Angelegenheit hat das Reichsfinanzministcrium folgende 
Bekanntmachung erlassen: Nach 8 l ~ des .Umsatzsteuer- 
gesetzes vorn 24. Dezember 1919 (RGBl. S. 2157) ist der 
Steuerpflichtige uichr berechtigt, bei Lieferungen und 
sonstigen Leistungen aus Verträgen, die nach dem In 
krafttreten dieses Gesetzes abgeschlossen sind, die Steuer 
dem Leistuugsbercchrigteil neben dem Entgelt ganz oder 
teilweise gesondert in Rechnung zu stellen, cs sei denn, 
daß als Entgelt für eine Leistung — wie z. ,33. bei 
Rechtsanwälten und Notaren — gesetzlich bemessene Ge 
bühren angesetzt werden. Dieses Verbot der offenen Ab 
wälzung der Steuer betrifft auch die Anzeigenstestcr. ES 
ist daher verboten — und der Zuwiderhandelnde macht 
sich strafbar — die M^aben in den Zeitungen oder Zeit 
schristen über die Höhe der Cinrnckungsgebühren in einen 
Grundpreis und einen Stöuerzuichlag zu. zerlegen. Wie 
bei allen sonstigen umsatzsteuerpflichtigcn wirtschaftlichen 
Vorgängen muß im Anzeigcnwesen der Zeitungen und 
Zeitschriften die Steuer in'den Anzeigenpreis eingerechnet 
sein. Eine AuSüahmc besteht nur nach 8 46 Abs. 5 des 
Gesetzes für Lieferungen und sonstige Leistungen, für 
die feste Prcisvercinbarungen schon vor dem 1. Januar 
1920 erfolgt waren. , - 
o Zur Erleichterung des bargeldlose» .Verkehrs mit 
der Post sieht die Pvstverwaltung neuerdings davon ab. 
einen allgemein gültigen, begrenzten Höchstbetrag festzu 
setzen, bis zu dem Wertzeichen mit Ucberweisung oder 
Scheck gegen Vorlegung eines besonderen Ausweises ge 
kauft oder Postaufträge und Nachnahmen eingelöst werden 
können. Die Postanstaltcn sollen selbst mit jedem Teil 
nehmer an dem Verfahren ans Antrag die Grenze nach 
Lage der wirtschaftlichen Verhältnisse und dem geschäft 
lichen Bedürfnis der Teilnehmer vereinbaren. 
o Tic Einwohnerwehren. Ueber die Rolle, die die Ein 
wohnerwehren in den letzten schweren Tagen gespielt haben, 
herrschen in weiten Kreisen der Bevölkerung bedauerliche 
irrige Anschauungen. Polizeidircktor D. Henningcr kWil- 
mersdvrf), der bctannte Polizeifachmann, der selbst in 
der Witmersdorfcr Einwohnerwehr hervorragend tätig ist, 
verösfrntlicht zur Beseitigung solcher Irrtümer und fal 
schen Gerüchte in der „W. Z." eine beachtenswerte Dar 
stellung über die wahre Natur und Tätigkeit her Einwohner 
wehren. Er betont, daß alle Einwohnerwehren Preußens 
freiwillige unpolitische Sclbslschutzvcrbünde sind; in ihren 
Reihen ist jede parteipolitische Betätigung ausgeschlossen. 
Sie dienen nur zur Aufrechterhaltung der Ruhe und 
Ordnung und zur Stärkung des Sicherhcitsbcwnßtseins 
alter friedliebenden Bürger. Das Ausgebot der Ein 
wohnerwehren erfolgt, nin Berussstörungen ihrer Mit 
glieder zu vermeiden, nur im äußersten Notfälle und zwar 
mit Genehmigung des zuständigen Oberpräsidenien. In 
Wilmersdorf und 'wohl überhaupt in Groß-Berlin waren 
die Einwohnerwehren am Sonntag vor 3 Wochen von 
den Zivilbchürden einberufen und demgemäß nicht dem 
Militär, sondern der Polizei unterstellt worden. Daß 
eine solche Wehr bewaffnet sein muß. um ihren Zweck er 
füllen zu können, ist selbstverständlich. Niemand wird 
einen solchen Zusammenschluß friedlicher Elemente zum 
Schutze anderer Personen mißbilligen können, und Jeder, 
der erkannt hat, daß die Vorbedingung für friedliche 
Arbeit in Ruhe, Ordnung und Sicherheit besteht, wird 
voll Vertrauen ans jene Männer blicken, die cs als ihre 
Pflicht und als. ihr Recht betrachten, neben der Staats- 
gewalt des Militärs und de: Polizei einen bürgerlichen 
Selbstschutz gegen die ans dem Anwachsen des Verbrecher 
tums entstehenden Gefahren für Leben und Eigentum, 
gegen bewaffneten Aufruhr, Plünderungen und Banden 
diebstähle zu schassen. Möge auch die Arbeiterschaft 
den Wert de: Ein.wvhnertvehrcn erkennen und ihr zahl 
reicher als bisher.beirreten, dann wird jedes Mißtrauen 
gegen die „Herren von der Einwohnerwehr", wic's in 
Wilmersdorf ausgestreut wurde, schnell verschwinden. Das 
Sinnbild der Einwohnerlvehr, ein Falke, wacht für Bürger 
und Arbeiter unserer Stadt, und darum sollte auch der 
Llrociter mit dem Bürger sagen: „Ich wach". 
o Tie Aufstellung ehemals feldgrauer Künstler Frie- 
druauS trird morgen^ am Ostersonntag eröffnet. Die zur 
Eröffnungsfeier eingeladenen Gäste werden gebeten. Sonn 
tag 11 Uhr in der Borhalle vor dem Fcstsaal zu erscheinen 
(s. Inserat, Ausweis Einladung) ebenso alle ausstellenden 
Künstler und die Mitglieder des wtrt'schaftl. Verbandes 
bildender Künstler, Ortsgruppe Friedenau. (Ausweis: Mit 
gliedskarte). Nach der Eröffnung, die durch Herrn Bür 
germeister W a lg er .erfolgt, hat von 12 Uhr ab das 
besuchende Publikum Zutritt. 
o Luther in der Geschichte. Der Eltcrnbeirat der 1. 
Zehlendorfer Gcmeindeschule teilt jetzt auf .die Ausfüh 
rungen über seinen Beschluß in der Behandlung Luthers 
im Geschichtsunterricht mit, daß es ihm ferngelegen habe, 
Luthers Persönlichkeit aus der Weltgeschichte „auszuschal 
ten"; cs wurde lediglich — und zivar mit Zustimjmung 
des Lehrerkollegiums - angeregt, den Einzelgcgcnstand 
„Luther und die Resormation" nur in der Religionsstunde 
zu behandeln, um katholischen Mitschülern, Dienen Luthers 
Stellung zur Kirche in ihrem Religionsunterricht in we 
sentlich anderem Lichie dargestellt wird, peinlichen Zwie 
spalt zu ersparen. 
o Gcltungssercich der Postwertzeichen. Ans Agilaß des 
bevorstehenden Ucberganzs der bayerischen Postverwaltung 
auf das Reich gelten vom 1. April an die seither nm 
Reichspostgcbiet und in Württemberg verwendete:'. Post 
wertzeichen auch in Bayern. Die Postanstalren in Bayern 
werden vom gleichen Tage an vorläufig bayerische Post 
wertzeichen mit dem Ueberdrnck „Deutsches Reich" aus 
geben. die ebenfalls im ganzen Reichsgebiet zur Frei 
machung voll Sendungen benutzt lverden können. Bayerische 
Postwertzeichen ohne diesen Vordruck sind bis ans wei 
teres noch insoweit zur Freimachung gültig, als sie sich 
auf Sendungen ans Bayern befinden. 
v Karsrcitagsgcwitter. Nach altem Volksglauben tritt 
am Karfreitag Gewirier ein. Diesmal hat sich dieser 
Glaube erfüllt. Nach einem wunderbaren, herrlichen Früh 
lingstage bezog sich gegen Abend der Himmel mir dunklen 
Wolken und in der siebenten Abendstunde setzte ein hef 
tiges Gclvittcr mit starken Regengüssen ein, das über eine 
Stunde lang anhielt. Die gestrige warme Witterung lockte 
schon früh viele Tausende zu Spaziergängen ins Freie. 
Abends allerdings ist. dann mancher neue Frühjahrshui 
unter dem Regenguß aus der Fasson gekommen. 
o Lupinen im Äajfee! Uns lvird geschrieben: Die Ent 
nahme von zwei Kaffeeproben in hiesigen Geschäften ergab 
bei genauerer Prüfung die Durchsetzung der Kaffeebohnen 
mit Lupinen. Die Lupine, auch Feig- oder Wolfsbohne 
genannt, zählt zur Gattung der Leguminosen und kommt 
in 100 'Arten vor. Sic wurde bereits bei den alten 
Griechen und Aegyptcrn kultiviert. Ihre Samen dienten, 
geschält und in Salzwasscr abgekocht, der ärmeren Be 
völkerung zur Speise. In unseren Tagen bilden die 
Lnpinenkönicr bei richtiger Verwendung ein für Mast- 
zwecke vortrefflich geeignetes Futter, das besonders von 
Kühen gierig verschlungen wird. Im Ueber»,aß genösse^ 
erzeugen sic; die Lapinose, eine bösartige akute GelbsuckE
        
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