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Periodical volume Nr. 67, 25.03.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

Man kann nur mit dein Kvpsschüttely, wenn man solche 
offenbaren Lügen nntanhort. Und bedauerlich ist cs, das; 
solche Behauptungen von den Kreisen ^ausgehen, die sicher 
lich der Einwohnerwehr nahe stehen. Wir wissen, es trennt 
uns von rechts eine Weltanschauung, die sich von heute auf 
morgen nicht überbrücken läßt. Aber als Mensch müsse man 
sich doch von Ueberzcugungstreue und Wahrheit und nicht 
von offenbaren Lügen leiten lassen. Früher haben wir öfter 
über die Polizei in Berlin zu klagen gehübt. Nachdem die 
Einwohnerwehr nicht mehr Dienst tun kann, sind wir nur 
auf die Polizei angewiesen. Ich karge nicht mit meinem 
Lob für die sachgemäße gute Führung der Polizei, die mir 
gefallen hat. Eine ruhige, sachliche Polizei würde im besten 
Sinne für unsere Einwohner sorgen. Ich schließe mit der 
Bitte, beherzigen Sie das herrliche Wort der Berta v. Sutt 
ner: Nieder mit den Waffen! (Lebhaftes Bravo. G.-V. 
Altmann: Auch Ihre Partei! Zurufe.) 
G.-V M a u l b e ck e r (b. k. Fr.) bittet, eine kurze 
Pause eintreten zu lassen, damit sich die Versammlung von 
den Eitzen erhebe und der Herr Bürgermeister der Tpstr 
dieser Tage gedenkt. Bürgermeister W a l g e r: i>!C Geschäfte 
der Gemeindevertretung liegen in meiner Haud. G.-V. 
Maulbecker: Nachdem Herr Bürgermeister Walger er 
klärt hat, daß die Geschäfte in seiner Hand liegen, erheben 
wir uns also nicht von den Sitzen. Tie Neoolutionsver- 
hälrwfse am 0. November können mir dem Putsch von 
Kapp-Lüttwitz nicht auf eine Linie gestellt werden. Der 
Kaiser hatte, als er zu seiner Sicherheit nach Holland ging, 
sämtliche Beamten ihres EideS entbunden. Was Kapp und 
Lüttwitz taten, mar Verrat. (Zuruf: An den Galgen mit 
ihnen.) Bei der Einwohnerwehr müsse darüber Klarheit ge 
schaffen werden, vin wem die Befehle, die von Angst zeug 
ten, ausgegangen sind. Sie haben erst den Anlaß dazu ge 
geben, daß Blut floß. Ich erinnere ferner daran, daß die 
Fraktionen s. Zt ersucht wurden, bei allen Parteien dahin 
zu wirken, daß unser schönes Rathaus nicht mehr mit Wahl 
aufrufen beklebt wird. Wo aber prcngtcn schick «n 4—5 
Stellen die Kundgebungen einer miserablen Rebcllen-Brut? 
Unter den klugen eines Dieners der Regierung! (Zuruse: 
Runter mit ihm; raus). 
G.-V. Dr. Anders (Dnat.): Ich mochte mäch den 
letzten Worten des Hirrn Richter, ven denen ich nur ge 
wünscht hätte, deß sie ein noch weit größerer Teil der Be 
völkerung gehört hätte, anschließen. Ich möchte hoffen, daß 
in ihrem blinden Haß doch viele die olle deutsche Treue 
noch nicht gänzlich vergessen haben (Zurufe: Lüttimtz. Lachen.) 
Wir stehen alle auf dem Standpunkte. daß ein Wiederaufbau 
unseres Vaterlandes nur mbglrch ist (Zrirns v. d Zuhörern: 
rnit Maschinengewehren) in ermster Arbeil; wenn wir zurück 
kehren zur Arbeitsamkeit, zu Fleiß und Treue. Wir stimmen 
dem Antrage der Bildung des Untersuchungsausschusses bei 
und überlassen es ihm, festzustellen, welche Fehler begangen 
worden sind und warum. Das liege auch rin Interesse der 
Mitglieder der Wehr, die ihre Pflicht getan haben. Lias 
zu tadeln ist und was nicht verschwiegen werden darf, raus; 
vorgebracht werden. Ich habe auch von Anfang au Dienst 
in der Wehr mitgetan. und da muß ich sagen, die Angriffe 
gegen diese gingen über das Maß des Erlaubten hinaus. 
Herr KamroivSk: muß anseinandcrhaltcn Kapp und d e 
politischen Parteien. DaS Unglück, das hier durch die 
Truppen geschehen ist, ist zu bedauern, weil jeder Tropfen 
Blut zu schade ist. Daß die Revolte auS den Baltilnn!- 
truppen heraus kam. ist zu verstehen. Sie sind auch Blut 
aus unserem Blut (Unruhe). Und nachdem sie im Aufträge 
des Herrn Noske uns im Cften die Bolschewisten ferng, halten 
hatten, wußten sie nicht, wohin sie ihr Haupt legen sollren. 
Warte man ab, was der Untersuchungsausschuß ergibt. 
Wenn von den Offizieren als von mcineidigcrr Leuten ge 
sprochen wird, so ist doch auch daran zu erinnern, daß viele 
noch an den Eid denken den sie dem obersten Kriegsherrn 
geleistet haben. (Bravo rechts, große Unruhe links) Ab r 
wir haben unsere Pflicht getan und haben uns in vieles 
gesunden. Wir auf der Rcch.cn haben immer das Streben 
gehabt, alles zu tun. was von Nutzen ist für die Zukunft 
des Vaterlandes. Als wir am Montag'zur Wehr geru'rn 
wurden, wußten wir, daß in unserer Hand unendlich viel 
lag. Es sind unsere bewährten Leute hinuntergegangen nach 
dem Ryeineck und haben dort versucht, den Pöbel . . 
(großer Lärm^Pöbel sagt er. das fugt ein Lehrer, ein Ober 
lehrer; zurücknehmen uiw. Der Redner karrn nicht weiter 
spiech-u; forlgesetzt schwingt Bürgerin istce Wa'gcr dw Glocke. 
G.-V. Anders will e klären, auf wen er den Ausdruck ».- 
ziehen will, aber man läßt ihn nicht zu .Worte kommen.) 
Endlich kann er wieder Gehör finden und erklären, daß. er 
mit diesem Ausdruck den Schlamm der Großstadt genieir t 
Hobe, der sich zu solchen Gelegenheiten immer cinfinde, nicht 
die ordentlichen Arbeiter... Er fährt dann sorl, das; er nie 
so gescholten wurde, als in dem Augenblick, als er ermahnte, 
die Kinder von der Straße zu nehmen, sie tönnicn vielleicht 
durch die Blassen zusammengedrückt werden. Er erklärte, 
wie s. Z. die Einwohnerwehr nach einer demokratischen Lei 
sammlung gegründet wurde und daß es trotz Bemühen 
nicht möglich war, Mitglieder der Sozialdcnrokratie für die 
Wehr zu gewinnen. Die Wehr habe durch ihr Bestehen 
und ihre Wachgänge erreicht, daß die Zahl der Einbrüche 
erheblich zurückgegangen ist. Wenn er sich dem Lob für die 
Polizei auch anschließe, so müsse er doch darauf hinweisen, 
daß sie bcr dem Vorgänge in der Kaiseralles machtlos war, 
den.Mann zu schützen, der inzwischen seinen Verletzungen 
erlegen ist. AlS durch den Austritt vieler Demokraten sieg 
die Wehr verringerte, ruhte die ganze Last auf den Zurück- 
bleibenden, d:c treu aushielten. Er hoffe, daß thuen dafür 
noch der Dank abgestattet werde. (Zurufe.) W.r 
haben die Demokraten und Sozialdemokraten gebeten, 
schickt uns Leute, wir Männer der Rechtsparteien 
sind am Ende unserer Kräfte. Man muß cs doch auch an 
erkennen, daß von der Wehr kein Schuß abgegeben worden 
ist. (Zurufe.) Er spricht ferner über den Austritt der Demo 
kraten aus der Wehr und von einer Stimmungsmache gegen 
die Wehr, in die auch der Sohn eines unschuldigen Pastors 
hineingezogen wurde. Er verliest das Schreiben eines auf 
der linken Seite Atzenden Geinetndeverordnetcn, . der sich 
darin der Wehr zur Stütze der »neuen" Regierung. anbot. 
Sein Angebot winde abgelehnt mit der Begründn»?. daß 
die Wehr keiner Politik diene. (Wie wir hören, ist der 
Schreiber dieses Briefes der G-B. Endemann. Schristl.) 
Mit Herrn Richter habe er sich oftmals, wenn er durch die 
Bismarckstraße rnit ihm ging, darüber unlerbalten, wie es 
zu erreichen sei, Bürger rmd Arbeiter wieder zusammcnzu- 
bringen. Wir bilden keine Front gegen die Arbeiter, scm» 
dern eine gemeinsame Front gegen die Subjekte, die, wie 
es in AdlcrShof leider festzustehen scheine, 28 Soldaten er 
mordeten und teils verstümmelt haben. DaS zeige, daß wir 
an einem Abgrund stehen. Wir verlangen, daß alles 
Trennende zurückgestellt werde und einer den anderen nicht 
zurückstoße. In diesem Sinne ist auch die Tätigkeit der 
Einwohnerwehr zu betrachten, die er bitte, ihr den Dank 
ausznsprcchen. (Oho links und b. Zuschauern.) 
^Fortsetzung folgt.) 
OrtsiiaGbricbtrrä 
Rachdii unsrer o-Originalarttkel nur mit Quellenangabe gestattet ) 
o Keinen Grund zu Besorgnissen in der Lcbenk- 
ulittelversorgung. Gestern Abend tagte der LcdcnSmittel- 
ausschuß unserer Gemeinde. Es wurde festgestellt, daß ein 
Grund zu Besorgnis in Bezug auf unsere Lebensmittelver 
sorgung gegenwärtig und für die uächste Zeit nicht besteht. 
o Der Telrowcr Kreistag beschästigte sich in seiner 
gestrigen Sitzung mit den Unruhen in A d l e r s h o f. 
Abg Bürgermeister W i l l i g m a n n - Niederschönewcide 
gab eine Darstellung der Vorgänge: Am Donnerstag sei 
in AdlerShof der Bahnhof von einer Volksmenge gestürmt 
worden. Am Freitag sei öffentlich für eine rote Garbe ge 
worben und Waffen verteilt worden. Am Sonnabend sei 
die Besatzung des Benzollagers, .die nicht aus Baltiknm- 
truppkn bestand, überfallen und 0 Soldaten ermordet, die 
übrigen schwer verwundet worden. Militärische Hilfe sei 
eine halbe Stunde zu spät gekomnun Darauf rückten Truppen 
in AdlerShof ein, die auch beschossen wurden. Durch ein 
Standgericht seien 3 AdlerShvfer Einwohner erschossen. 
Nachdem noch von verschiedenen Abgeordneten die heimatlichen 
Vorgänge in aller Breite vorgetragen waren, wurde di rch 
Beschluß de: beiden sozialdemokratischen, Fraktionen der 
Landrak beauftragt, dahin zu wirken, das; die nickt 
der Regierung ergebenen Truppen aus dem Kreise Teltow 
zurückgezogen würden. — Ohne Erörterung setzte die Ver 
sammlung die Kreissteuer für 1018 auf 70 v H. der Ein- 
lommcnsteuer und der Gewerbesteuer der Kloffeu 3 und 4, 
auf 162 v. H. der Gewerbesteuer der Klassen 1 und 2 sowie 
au? 164,99 Pi. für jedes Tausend der GrundstückSwcrte 
(bisher 69,47 Pf.) fest. Unserm Bericht über die s. Zr. ver 
tagte Sitzung iragen rrir noch nach, daß auch Mitglieder 
der Rechtsparteien den Saal verlassen und die Sitzung be 
schlußunfähig gemacht hatten. 
o 482,2 Millionen-HanLhalt des Verbandes Groß- 
B.vlin. Der VerbandSanSsckmß Groß-Berlin hat in seiner 
Sitzung am leisten Montag dem Haushaltsplan für 1920 
zugestimmt. Dieser spiegelt die gewaltige Entwicklung der 
Derbandrgeschäste wieder: er gleicht sich irr Einnahmen und 
Ausgaben mit 482,192000 aus gegen nur 13,935000 im 
Vorjahre. Diese riesige Steigerung ist auf die Uebcrnohme 
der Großen Berliner Sraßcnbahn und der Berliner Ostbahmu 
aus den Verband zurückzuführen. Der SonderhaushaltSplan 
der „Großen Berliner" schltrßt mit 348,750000 ad und ist 
auf der Grundlage des 50 Pfg.-Tariss ausgebaut. Tie 
Allgemeine VerlehrSreirvaltung des Verbandes schließt mit 
0,230000 Einnahmen und 5,3 Millionen Ausgaben ab, die 
Berliner Ostbahnen mit 5,482000 und die Forstocrwoltnng 
mit 3,570000. Ferner stimmte der VerbandSauSschutz der 
Ausnahme einer Anleihe von 150 Millionen zum Ankauf 
der Dauerwälder und Ausbau der Straßenbahnen zu. 
Ebenso wurde der Ankauf der Impcratorcn-Motvren-A-T. 
in Wittenau zum Preise von 9,7 Millionen einschließlich 
Maschicnen genehmigt; für Umbauten der voryandcncn 
Anlagen und den Bau van Neuanlagen wurden weitere 
17.3 Millionen, zusammen 27 Millionen für die neuen 
Hauptmerlstatte iu Wittenau bewilligt. 
o Erhöhung der Huudcstencr in Berlin. Eine be 
deutende Erhöhung der Hundesteuer ist vom Berliner 
Magistrat bcabsichtigi. Vom 1. April ab soll der erste Hund 
100 Mark Steuern kosten, der zweite 150 Mark, der dritte 
200 Mark u. s. s. für jeden Hnnd 59 Mark mehr. Die 
Zughunde im Gewerbebetrieb sollen freiblerben. W chhuude 
dagegen r idn mehr. Die Führer Hunde der Kri gSotinden 
bleiben brsteil. Der M, g-slrar erwartet durch die Erh öhung 
der Surre, «sie Mehreinnahme von zwei Millionen Mark. 
o Tie neuen Forderungen der Straßenbahner. 
Gestern nachmittag um 4 Uhr wurde der Straßenbahnbelrieb 
wieder aufgenommen. T«r AnssichlLrat der Großen Berliner 
Straßenbahn hat am Montag nachmittag eine mehrstündige 
Sitzung abgeholten und sich mit den nach dem Generalstrek 
erhobenen Foi dcrungen des Betriebs- und Werkstärtei Per 
sonals beschönigt Tic Forderung auf Absetzung dir 
Direktion, die damit begründet wurde, daß diese durch An 
ordnung der Wiederaufnahme des Betriebes die Regrcrung 
9opp unterstützt habe, wurde nach eingehender Prüfung ab 
gelehnt, da die Direktion nach bestem Ermessen ihre Maß 
nahmen getroffen habe. Wegen der von der Arbeiterschaft 
vorgebrachten Klagen über Mißgriffe einiger Angestellten, 
wurde die Einllitung einer Untersuchung durch die Direktion 
riirtec Hinzuziehung von Vertretern der Albeiterschofl zu 
gesagt. Drc Forderung auf Bezahlung der Streikiuge b:S 
einschl. Montag wurde bewilligt. 
o Rückkehr der deutschen Krtegsgerangkrtcil aus 
Ostsibiricn. Der Dampfer „Hudson Maru', der Deutsch- 
aus Japan heimbringt, hat ain 14. März in Part Card 
die dort Internierten angenommen und wird vom 1. April 
ab in Bremerhaven erwartet. — Der frühere Kommandant 
von T singt au. Kapitän Maysr-Waldeck. bat am 21. März 
Japan mit der .Naukai Maru* verlassen. - Der Heim- 
transport der deutschen Kriegsgefangene auS O st s i b i r i e n 
ist gesichert. Fünf japanische Dampfer sind fest gcchar-. 
Irrt, wovon der erste „Scotland Maru' am 20. März 
Wladiwostok verlassen sollte. Die Kosten für die Heia - 
schaffung von ungefähr 5000 Gefangenen betragen rund 
150 Millionen Mark. 
o Kein Kostümfest. DaS vom Krieger- und 
Landwehrverein beabsichtigte Kostümfest findet, wieff 
sich die Kameraden nach den Ereignissen der letzten Tage, 
wohl schon.denken konnten, nicht statt. 
o Der KommcrSabend der Sport- n. 1. Männer^ 
abteilung des Männerturnvcreins zu Friedenau c. 
am letzten Sonntag, der trotz der eingetretenen Verkehrsve-z 
schränkuug recht zahlreich besucht war. hat einen sehr guter» ^ 
und slotteu Verlauf genommen. Selbst einige Vczirksvrrcureck 
haben sich diesen Abend nicht entgehen taffen und sivdst 
unserer Einladung aefolgt. jo der Turnverein Schöneb-rg^ 
M. T. V. Schmargendorf rmd der Bezirksturnwart Knoop.« 
Steglitz. Ihm sei 'an dieser Stelle rrochmals für seine LLorteH 
gedankt, mit denen er den Zweck und Ziel des SpoM 
und Turnens auseinandersetzte. — Kurz nach^ V s 0 llöcl 
wurde mit der Festsolge bcgomruen und die Kirnstle:-i?apeIskA 
spielte als Einleitung reckt fantastisch die Faulasie r.ul| 
„Carmen" der dann im Laufe des Abends noch mehrere^ 
schöne Konzertstücke folgten. In der BegrüßnngSan-1 
spräche, die Türnwart Kuckert hielt, gab er einen kurzenÄ 
llebctbitf über die Tätigkeit beider Abteilungen. Befand» rtsr 
wies er auf die Sportabteilung hin, die eine besonders rege J 
Tätigkeck entwickelte. Es folgten daun der Reibe uach * 
Mandolinen- und Gitarrcnvorträge von Schülern dcS ' 
Gesangslehrers Herrn I. Schmidt, die reichen Bestall ernteten., 
Dem eigentlichen Zweck des Abends galten die turnerischen,) 
Borsührungen. Mit seinen recht schwierigen Kuustfreiübunacn i 
verstäub es Turngerroffe Peters die Anwesenden für sich 
zu fesseln, desgleichen auch Tumgenoffin Horst manu mit; 
ihrem clcltr Keulenschwingen, die. sehr gut wirkten. Ten! 
Clou bildete das Barrenturnen der Damen- und 1. Männer»^ 
abteilung sowie die von Mitgliedern der SporiablcüuNg- 
gestellte». Lebenden Bildern. Den Damen, die den Aus ‘ 
inarsch zum Turnen machten und die gleich den Wläuucr«^ 
in mustergültiger Weise turnten, wurde reicher Beifall zutest, j 
der sich beiin Turnen der Männerabtcilung rroch erhöhte.^ 
Auch den lebenden Bildern, mit ihrer humorvollen Wirlunz 
wurde losender Beifall gewährt. Ein 'keines Theaterstück. 
bei dem alle Mitwirkende:: ihr Bestes hergaben, sowie di: j 
abwechselnden humoristischen Vorträge ans den Reihen der . 
Mitglieder vervollständigten das Programm. Genau mit 
An'rnch der Polizeistunde war die Festsolge erschöpf: und st 
unter Absiugurrg des Liedes .Keinen Tropfen im Becher, 
mehr" ging man zur Fidclitas über, dir sich bis in di: , 
Morgenstunde hinzog. Alles im allem hörte man clls i::g:- 
Befriedigung und den Wunsch, recht bald uril einer scicherz, 
Veranstaltung wieder hcroorzntretcu. 
o Roch Immer Lüttwiyrr? Am Kaiscr-Wilhllrn-Platz 
in Schöncdcrg erschien am Dienstag uochini'ckag eine milr- 
tärische Abteilung, die ausschwärmte, die Vorübcrgeheudr. j 
mit vorgehaltener Waffe verjagte und cr:s einem in der ^ 
Akozirnstroße nufgcstellten Maschinengewehr Schüsse abgab. 
Weder das Polizeipräsidium uoch die SichcrbcitSmchr lor.uie 
über diesen Vonall näheres mitteilen. 
v Turch die Fahrt auf dem Trittbrett erciancte sich 
gestern ein schweres Eisenbahnunglück auf der Ilingbaha | 
zivische' dem GüterbalmhLfen Neistöltzrr und Treptvn». Ä:r s 
der Gasanstalt Neukölln kreuzte sich der Vollriug mir ein m - 
anderen Zuge. Hierbei wurden einige Personen vom < gr - 
erfaßt rrud risicri im Sturz mehrere andere von den T.ckl- - 
brettern berurckcr. Sechs Personen, fünf Männer 
junges Dlädchen 
schwor verletzt. Ein Arb- 
. ul 
u.er 
Müller aus Lberschöneweide wurde getötet. 
o Eine Jagd auf Autourobile fand gestern in der 
Grnnewaldtuoße in Cchonrberg. namcutlieb in der Eeae-rd. 
deS Batzrischrn Platzes statt. Es handelte sich um die FcstÄ 
stellung der bei dem Sturm auf dein Krastmagoustand berst 
Reoicruitfl iu Lichtersclde gestohlenen Kraftwagen. 
o AIS gefunden sind dom Fundbüro im Rathaus ge 
meldet ein Portstmonnaic mit Inhalt und 1 Halskette. 
Vmhis-tiacimchteii 
){ Oaiiä- und «Sruudbesitzcr-VcrciA iu Berliu-Zrietenaa. 
MvnatS-Verfaurmlrmg, Frcitao, tcn 26. Mörz 1920. pün:i:ch 
abfii® 8 Uhr im oberen Säete des „HoHerr»ollern". Eesprra un 
über die MindrrungSsätze für Heizung nnd Warnrwaffrrocrs«r<".r!..'. 
Mültabsuhr. 
)( Ärdcrtgebrrversauruttuug. Tic Ortsgruppe StcgStz und 
ocutschc» ArberoglbrrvcrbandtS der 
Umgegend des aUgenietneii 
Herren- und Darnrnschneider veranstaltet am Freitag, de» LS. Tiärz 
abends 7 U\}t inr „Schloßpark", in Sieglitz eine'Versammlung. 
ckSiehe Anzeige). 
)( Tie G.vsdcntsche Zrcihertspartci tTcutfche Arb«tSpa:tei) 
hält am 26. Äiärz, abcus Uhr im 4. Lyzeum Wtinmrilchr« 
srraße 21 — 24 eine öffentliche Versammlung ad. Reg.-Aat <Lreffe 
sprich: über: Bürgerkrieg oder Einigung. 
)( VoikSdochschuI-Francnchor. 'llebungSstunde Freitag, abend! 
3 Uhr inr Gesangsaul dcS Luiseu-LpzeumS. Pünktliches Erscheinen 
der Mitglieder dringend erwünscht. 
)(_ Stenographen verein Sckciyc-Lchrest. Ter für Donnerstag, 
den 25. d. M:s. Aussicht genommen lknterda!tr>ng«al>end wird 
der Zeitrerdälrntffe wegen bis auf weiteres verschoben. 
ZvttbrifUa 
(Für bisse Rubrik übernehmen »vir leine Verantwortung.' 
Eine Anfrage. 
In einer Gemeindevortrorer-Lersammlung hat der 
Scköjse Friedet erst unter dem Druck des Votums der 
Berwaltnng erklärt, das; er gegen mich i tagbar bor- 
gehen werde. Ich stelle fest, daß ba-j ois-ber' nich t ae- 
schehen ist ::nd bedauere, das; er in seiner matten 0 
wtdcrung in oer Versammlung mir jeinen Acklcrß c,rge; en 
har, zur Klarstellung der Tatsachen, gegen ihn grrichi.ug 
vorzugehen, rvozu ich mich nickn erst hätte zwingen lassen 
Mar Wollust, Fahritan.. 
<kiantn>. Schristleiter: Herrn. Marttntu» i« Kriedaiain 
xi rxttiiM mru0iu!t . 
In bet Woche vom 22,— 28. März 
v, — -—g gibt es auf die 
Iu Auschitttre der Nr.. I3 .der Fleischkarle 250 gr. Rmder- 
sirfrierfleisch mit eingewachsenen Knöchel! zurr, Preise von 
0.» 5 fit Der Verkauf suchet am Sonnabend, dru 27. März 
von ä-r-1 und 4—7 llhr, am Sonntag von 8—lO.imd 
am Müatvg von 0 1 llhr stall. Berlin-Friedenau, den 
25. Aiärz 19L0. Der Gcmemdeoorstand. I. B.: Färbe.
        
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