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Periodical volume Nr. 66, 24.03.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

verschliefen können, daß die Wehr (uö ar.it Recht über Un 
recht, können wir jetzt nicht entscheiden) in weiten Kreisen 
der Bevölkerung an den-kritischen Tagen größtes Mißfallen 
und schaife Kritik -ausgelöst hat. Der Umstand, das; im 
Gefühl dcS Publikums eine scharfe Trennung -wischen Wehr 
und Kappsoldateri nicht in Erscheinung trat, hat zweifellos 
die Lüge beeinflußt und leider fehlte cs völlig an einer ge 
eigneten. gegenseitigen Aufklärung, obwohl gerade rrichtS 
leichter gewesen wäre, a!S eine solche schleimigst herbeizu 
führen und dem Mißtrauen und der Mißstimmung damit 
den Boden-zu entziehen. 5!n diesem Punkte setzten die Be 
mühungen unserer Partei ein: anSschiich'.rch ans diese Richt 
linie haben wir uns beschränkt: dem Rücktritt der Einwohner 
wehr stehen wir völlig fern. (Zurufe. Bürgermeister 
Walgcr ersucht, Beifalls- vder Mißfallens äußerungcn zu 
unterlassen.) Unsere Bemühungen sielen nicht im gewünschten 
Maße auf fruchtbaren Boden. Ter Zustand eines gegen 
seitigen MißserstkherrS erhielt sich und steigerte ans beiden 
Seiten die Erregung. Wir sind mit Beschiverden aller Art 
überhäuft worden. Eine Nachprüfung in einwandfreier 
Form rvar nicht möglich. Eine solche streben wir, gemein 
sam mit den Mehrheits-Sozialdemokraten, an. Die Wehr 
selbst wünscht ebenfalls objekive Ermiltciungen, (Zurufe bei 
den Zuhörern: Hat die Wehr selbst beantragt. Andere Rufe: 
Hat die überhaupt etwas zu beantragen'-:) und wie wir 
glauben, der Gemeindevorstand und die anderen Frallivnen 
ebenfalls. Wir stellen daher folgenden Antrag: 
„Die Gernciudeoertreturrg beauftragt den Ausschuß 
für die Einwohnerwehr, den Tatbestand der Vorgänge 
seit dem 13. März lOllO schleunigst festzustellen und zu 
diesem Zwecke, soweit möglich, Vernehmungen zu l c- 
wirken: Der Ausschuß wird für diesen Zweck bestehen ans 
zehn Gemeindevcrordneien und je einem Schöffen 
der rechten und der linken Seite. Der Ausschuß soll die 
Ergebnisse tunlichst schon in der nächsten Vollsitzung vor 
legen.^ 
Wir möchten betonen, daß unsere Erklärung sich von 
jeglicher Kritik fernhält. Wir hallen eine Erörterung der 
Vorgänge für verfrüht, solange c3 an einwandfreien 
Unterlagen fehlt. Wir erwarten vrn dem Ausschuß ans das 
Bestimmteste, daß er ohne Arischen der Person und 
ohne jede Rücksicht seines Amtes maltet. Wir unserer 
seits werden mit aller Entschiedenheit in dieser Richtung 
tätig sein. 
G.-V. Karnrow § ki (Soz): In Friedenau haben sich 
Sachen ereignet, die ivir sei: seinem Bestehen hier nicht er 
lebt haben. Selbst in den Tagen der Revolution, alS di - 
Arbeiter mit roten Fahnen durch die Straßen zogen, be 
hielten wir hier Ruhe und Ordnung. Und nun, wo wir die 
Einwohnerwehr haben, die für Ruhe und Ordnung sorgen 
soll, mußten ausgerechnet in Friedenau derartige Vorgänge 
passieren. Man anrisse die avirklichcn Ereignisse im Zusammen 
hange damir bewachten, daß, als die Kapp-Regierung (Zu 
rufe: Regierung? Pir sch) hervortrat, die Anhänger der rechls- 
strhknden Parieren sofort schmarz-weiß-roie Wimpel heraus 
hängten. Es wurde nur Montag die Einwohnerwehr alar 
miert, weil eine Anzahl Offiziere eingeschlossen gewesen sei:: 
sollte von einer aufgeregten Volksmenge (Zurufe: Falsch). 
Es ist merkwürdig, daß ans diese Gcrüchle hin schleunigst 
die Einwohnerwehr ausgerusen wurde, nur nach drm'Rcchlen 
zn sehen und die bedrängten Offiziere zu befreien (Zuruf: 
Es sind Menschen). Verbrecher sind cS gewesen, 
Lumpen! (Lärm, Zustimmung und Widerspruch). 
Wenn die Einwohnerwehr s polizeiliche Befugnisse Halle, so 
hätte sie derart ei».schreiten müssen, daß sie diese Verbrecher 
polizeilich behandelt und inchi, daß sie siel) zu ihrem Schutze 
d.shsit begab. Wenn man die Verhällnisse von' diesem "Ge 
sichtspunkte ans betrachte, habe man die Erklärung dafür, 
warum eine srlche Erregung und Mißstimmung sich der 
Bevölkerung bemächtigte. (Zurufe: Sie wurde bedrängt). 
Wer wurde bedrängt? (Zuruf: Valtiiumer). Hierin lieg: 
eben des Pudels Kern. Rehme man doch die'ganze Atü- 
machung der Einwohnerwehr. G.-V. Kamrow-kt" spricht 
weiter. ' (Fortsetzung folgt) 
Örtstmdmette® 
WWdki unsrer o-Or!gmalarli'cl nur mit Quellenangabe gcsiatiei.) 
o Ihr Amt als Geincindcvcrordncte hat — mir- 
Biirgermeister Walger am Schluß der gestrigen Sitzung rrril- 
teilt« -— Irl. Schütze (Dem.) wegen Arbeitsüberlastung 
niedergelegt. An ihre Stelle tritt der Kaufmann Oscar 
Wolfs, Rheinstr. 52, in die Gemeindevertretung ein. 
o Tie Ersatzmittel für fehlend- Kartoffeln. Aul 
die Abschnitte 13 c und c! der Kartosfelkartc gibst es Hafer- 
stocken und Hülsensrüchte, aus die Abschnitte L—? 200 Er. 
Margarine. 
o»Die Volksbücherei ist von Donnerstag Abend von 
5—8 Uhr wieder in gewohnter Weise geöffnet. 
o Zahlenaussprache am Fernsprecher. Zur Vermin 
derung von Verwechselungen der Anschlußnumtnern und 
Fälschvcrbinduirgen, die zum großen Teil auf die Uebercin- 
sttmmung des Selbstlvuters in den Zahlen 1. 2 und 3 zu 
rückzuführen sind, werden im Berliner Fernsprechnetz die 
Beamtinnen künftig die Zahl 2 als „zwo" auSspvechcir. Die 
Aussprüche-vorr L0 bleibt unverändert. Deninckch wird kims- 
tig rviedeiholl: zwoundzwanzig, zwohundertzwonnddreißig 
usw. Bei der alleinsteheirdcir 1 wird das S besonders scharf 
unb bci der 3 das r mit starkem Schnarren und Rollen her 
vorgehoben. Den Teilnehmern wird empfohlen, sich diesem 
amtlich erprobten Brauch anzuschließen und sich dauernd einer 
recht deutlichen Zrhlenaussprache zu befleißigen, sowie auch 
iMmrttelirar in den Sprechtrichtcr des Mikrophons hinein, 
rricht daran -vorbei zu -sprechen. 
o Die Auszahlung derHcercsbczüge für den Monat 
April erfolgt vom 29. März dis 1. April sowie am 3 und 
6. April in der RenlenstrUe de§ Pvstarnls (Eingang 5 
1 Treppe. Zimmer 15). Ebendaselbst werden am 1. März 
und 6. April die Invaliden- ruid Unfallrenlen gezahlt. 
Pünktliche Abhebvng der' Gebührstisse ist dringend erwünscht. 
Bom 7. April ab findet Rentenzahlung wieder aur 
Schaltern statt. 
o Die hohe Belastung der Hausbesitzer. In einer 
Versammlung der Berliner Grundbesitzer - Vereine am 13. 
ds. Mts. im „Rheirrgold* sprach Stabto. Ladendvrsf nk^r 
die Hanskosten. Die geplanten Erhöhungen fiir ein Bs- 
lrner Hans würden jährlich über 1000 Mk. ausmachea. 
Diese Mehrkosten würden sich aber irn Laufe des Jahres 
mit der Grundsteuer, der Erhöhung der Schoinftcinfcglr- 
acbühren und den neuen Forderungen der Portiers aus 
rund 3000 Mark steigern. Wenn den Hausbesitzern nicht 
die'Gelegenheit gegeben würde, diese Mehrbelastung durch 
höhere Mieten abzugelten, so wären sie «ezwungen. ihre 
Zahlungsunfähigkeit zu erklären. Stadtrat Wege- Berlin 
begründete die' Erhöhung der Kaualisationsgebühren von 
2 l / s auf 6 v. H. mit der rmgehcuren Unterbilanz. _ Zum 
Schluß erwähnte der Redner den Vorschlag deö Stadtbau 
rats Krause, die Kanaiisationsgebührcu von jedem 
Mieter stcuerrnäßig einzuziehen, da bei einem solchen Ver 
fahren der kleine Mieter weniger belastet würde als der 
große. Zum zweiten Punkt der Tagesordnung: .Er 
höhung der Müllabfuhr um 60 v. H." sprach Dlrckr-r 
Biifin von der Wirtschaftsgenosserrschost der Berliner Grund- 
besitzervercine. In einer Enifchiicßung heißt es dann: 
„Die Delegierten der im Bunde der Berliner Grnndbe- 
sitzerrereirro organisierten 18000 Hausbesitzer haben von den 
bevorstehenden weiteren Erhöhungen der Müllabfrihr um 
60 v. H., der Konalisalicnsgebühren um mehr als 100 
v. H., scwie des Wasscigeldes von 32 auf 50 Plg für 
dcn Kubikmeter mit großem Bedauern Kenntnis genommen. 
Sie müssen die Mehrkosten, die für das Haus die Summe 
von 1600 Mark jährlich wert übersteigen, ablehnen, nufe 
zwar so lange, als ihnen nicht die Möglichkeit gegeben 
wird, diese dauernd steigenden unerschwinglichen Hauslasten 
sofort auf die Miete abzugelten." 
o Der Elternabend der 2. Eemrindeschule fand am 
Sonnabend, den 13. d. Mts. im Festsaale der 3. Gemeinde- 
schule in-der Offenbacherstraße statt. Beethovens gewaltiger 
Chor „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" leitete ihn 
stimmungsvoll ein. Das; ein selbst starker Kinderchor de» 
Gehalt eines Werkes dcS tauben Genius der Musik nicht 
vollständig wiederzugeben vermag, ist zweifellos der Fall 
Daß indessen dennoch ein Ahnen des Unaussprechlichen durch 
den festlichen Raum ging, ist ein Verdienst des kundigen 
Chorleiters. Herrn Lehrers A u l r i ch. In seiner Begrüßungs 
ansprache hieß einleitend der Leiter der Schule, Herr Rektor 
Iaeschke, die zahlreich erschienenen Gäste herzlich will- 
kommen: den Vertreter der Schulaufsichtsbehörde, derr Herrn 
Kreisschütinspkkrvr, Schulrat H o t v p, den Dezernenten für 
des Volksschiilwesen im Gkinkindeoorstand, Herrn Geheimen 
Rcchnungsial Ott, den Schularzt. Herrn Sauilätsrat Dr. 
Schultz, Relroicn, Lehrer und Lehrerinnen der andern Ge- 
meindeschulen, rhrnralice Schülerinnen, besonders aber die 
zahlreich crfchieucr.en Ettern unsercr Mädchen. Herr Rektor 
Iaeschke führte sodann die jetzt stärker als einst hervor 
tretenden Mängel in der Schrrlerziehung: geminderte Freudig 
keit und Frische in der imwiülürtichcn Aufinerksamkeil, früher 
einsetzende geistige Abspannung und Ermüdung, .häufiger 
beobachtete körperliche Schwächezustände, ja sogar erhöhte 
Kindersterblichkeit, in erster Linie aus die seit 5 Jahren be 
stehende Unterernährung zurück. Tie Verhängung der 
Hungerblockade über unser Sechzigmillionerivolk bleibt ein 
Schandfleck auf dein moralischen Schild unsercr Feinde! 
Naturgemäß wurde r:vd wird noch heule die Großstadt am 
ernpsindlichstcn von der Nahrnngsmittelknappheit betroffen. 
„Hinaus aufs Land mit der Jugend or:S den: steinernen 
Meer der Weltstadt^ müsse noch rruhr die Losung werden. 
Ellern, stellt einzklne Bedenken gegen den Laudausenthalt 
eurer Lieblinge zurück! Meidet das Aiißtraurn, als ob die 
an sich körperlich, geistig und sittlich fördernde Bktätigrmg 
in der Haus- und Hoswirtschast eine Ausbeutung der Arbeitk- 
kraft eurer Kinder bedcnlcn könne. Stadt und Land müssen 
sich irn vollSwirtschos'.lichen Sinne ergänzen. Tie land 
fremde Großstadtjugend soll durch Sclbsttäiigkcrt den Segen 
einer geordneten Landwirtschast, die die Grundlage des gc- 
vrdnctcn Slaatswesens bedeutet, crkenncir. „Stadt und 
Land" soll der Leitgedanke seirr, der d-c heiilrgen Dar- 
biclurigcrr unserer Kinder durchzieht. Lebhafter Beifall 
lohnte den Redner. Es erübrigt sich wohl, die Gedichte 
und Lieder im einzelnen aufzuführen. Die Mädchen laten 
ihr Bestes im Aussagen und Singen. Der nnermüdkiche 
Leiter deS Schulchors Halle mit gleicher Liebe rmd Sorgfalt 
jedes Liedlein eingeübt. Das Auftreten der Allerklernsterr 
erzielte einen rvahren Heircrleitserfolg. Eine dramatische 
Studie „Ein Plauderstündchen in der Großstadt" vom eigener! 
Haukdichtir (wohl eine weibliche produktive Kraft?) gab 
größeren Mädchen Gklegeiiheit, die Anfänge ihrer mimischen 
Kunst und itzr Können auf dein Flügel zu zeigen. Bis 
jetzt war der Abend ganz harmonisch verlausen, rricht die 
geringste Störung cirigetrclen. Ta versagte ,»plötzlich das 
elektrische Licht und unangenehm fiel die rroch immer 
fehlende Notbeleuchtung auf.- Fast schiert cs, als müsse die 
spannend erwartete Echlußririmnier „Eine Epinnstube" aus 
fallen. Schon halte ein Teil der Gäste den im völliger: 
Dunkel liegenden Saal verlassen. Da flammten die Lichter 
rvieder auf. Die Gäste kehrten zurück. Eirr prächtiges 
Bühnenbild bot sich dem Auge und tiefe Weisheit der alten 
Muhme ertönte neben prächtigem Spinrrlicd. Alle Veits 
tänze im Rahmen der Spinnstube schlossen den stirrrrrruttgs- 
vollerr Abend. Möge ec an seinem Teile dazu beitragen 
das Band zwischen EttcrnhanS und Schule "noch inniger 
zrr gestatten. Die beiden Großmächte der Kindererziehung 
müsset mit denselben Kräften in der gleichen Richtung wirken, 
wenn anders ihr verciirteZ Streben ein Segen werden feil! 
Bl. 
o Der WüÄncr-Abend. den die Kunstgemrirrbc an: 
14. März im neuen Schöirebcrgcr Ralhause veranstaltete, 
halte trotz der Unterbindung des Straßcn'bnhnverkehrs einer: 
außerordentlich starken Besuch zu verzeichnen, so daß-der 
schöne Festsaal bis auf den letzten Platz besetzt war r:nd 
auch einige Stehplätze verkauft werderr mußten. Die Vor 
träge des ausgezeichneten Sprechers — er liatie Gedichte 
mnt Goethe und Schiller rmd ferner die Poia-Szene ans 
Don Carlos gewählt — bogeistertea die Zuhörer und 
rissen sie zu stürmischem Beifall fort. 
o Der hiesigen Ortsgruppe dcS Vereins hrlmat^ 
treuer Oberfchlefier gehören als Vorstandsmitglieder an: 
Irrgenieur Ärtbnr Drendel (1. Vorsitzender). Generalsekretär 
H»rm. Sauber (2. Vors.). Prokurist R. Hawliffchka (Schriit- 
sührer). Frl. Dr. Johanns Wokff (Schriftführerin). Chemiker 
Dr. Rudolf Cramer »nd Käffenbole Karl PdinknS (Schotz- 
meisierr. Am 8. d. M. sprach Pfarrer M. Braun über 
seine schlesischeHeimat. Er betonte, daß, wenn Oberschlesim 
den Polen zufallen sollte. Deurschland noch weiter verarme. 
-Jeder müsse daher bei der bevorstehenden Abstimmung seine 
Pflicht tun. _ „ , 
o Die Frau im Drama des 19. Jahr-hnndeAS. 
Am 11. März ging die Vortragsreihe zir-Ende, die sira« 
Direktorin Rost seit einigen Wochen im Lorenzlpzerrm über 
das Thema: „Die Frau im Drama dcS l9. JalrrhundkrtS" 
hielt. Den geistreichen Ausführungen der Vor-rag enden 
waren Rezitationen aus einzelnen Tramen eingestreut, deren 
Wucht und Zartheit erschütternd auf die Zuhörer wirkten. 
Frau Tircklorin Rost hat es verstanden, das Interesse der 
Zuhörer vom ersten bis zum ietzten Vortrag-zn jesfeka. h, 
daß man bedauerte, am Ende der anregenden Abende-P, 
sein. ES wurde vielfach der Wunsch nach neuen Bvrtrjtzrn 
laut, und man gab der Hoffnung Ausdruck, daß in diesem 
Falle der Genuß des Hörens einem weiteren Kreise zugänglich 
geinacht werden möge. Wie wir erfahren, beabsichtigt Fra, 
Direktorin Rost im April zwei litcrarifch? Einzel ab ende zrr 
veranstalten. Näheres wird im Zriedcnauer Lokal-Anzeiger 
bekannt gegeben iverdcn. 
o Die Voraufführung der „Matthäuspasncn" durch 
den „Akademstchen Cbor" unter Leitung von John Pclcrseu 
findet Palmsonntag, dcn 28. März, vorin. 11' . Uhr im 
großen Saal der Hochschule start. Solisten sind: G.Zb. 
Walter (Eosngclist), v. Raatz-Brockmann (Jesus). IolM«- 
Bohrend. Eva'Jckrclius Lrßmann. Konzertmeister Lambiv^t 
usw. Karten zu 1 —r> M. finb bei A. Echwartz, Rhein, 
siraße 60 zu haben. 
o Kein Waffcnlagcr anfgchobcu. Zn dem Vorfall 
in der Jllstroße wird uns von dem davon Beirosterrp, 
Herrn Arthur Konrad. Illstraße 6, folgendes rusigetcill.- 
Taoszuvcr waren Baltikuirttrvppcn nach dem Schönebcrger 
Rarhaus gckommrrr und dir Führer eines Krastwagcr.s der 
Reichswehr, der mir befrenndel ist, wallte dcn Inhalt de? 
Wagens (bestehend aus Proviant. 2 Gewehren riud M. G,- 
Mnnition) in Sicherheit bringen, damit er nicht in die Hände 
der Ballilumlrrippkn fiele. So brachte er die Sachcrr zu 
mir in die Wohnung und hotte sie, nach Verabredung, am 
nächstln Morgen wieder ab, ließ aber die bcrdln Gewehre 
und die Munition zurück. Diele wollte er, um Ausseh-a 
in vermeiden, erst am Abend abholen. Von einer Seil.- 
war nun die Polizei von den Waffen in meiner Wohr-unz 
berrachrichtigt worden, und am Donnerstag uachuriüaz 
erschienen Truppen der Marinebrigade und holtc, die 
Gewehre sowie die M. G.-Munilicn ob. Der Führ«r r.ah« 
meine Erklärringen entgegen. Ich bin nicht jcstgeriomck.M 
worden. Der von den Truppen obge'ührte Mann vrr 
ein anderer, der auf Vcrairlasinng eines mit einem ^t» 
weise versehenen Herrn auf der Straße fest gen rrnmnt w»d. 
VereinL-tZa^)?icdten 
)( Deutsümotiovalrr-0»aevdbn«d. Ter zweite U:tt.erhall»ghr 
abend des Trurkchnationelen-Jugendbundes ein Tcnnrritiatz, d.» 
25. d. Mt§. mutz wegen der augenblicklichen) BrrhälrnPe kurH 
Zeit verschoben werden. Der Zeitpunkt wirb bekannt xezcüe». 
)i Pfa-sinder-Abtlg. 38 «Ev. V. j. 9M.). Dormerttaz,- berH 
25. März. Turnen e—3 Uhr Eotzkerstratze. Besprechung üted 
Sonntagswundcrung. 
)( Drr siricdcnaucr Verein kür .^cricnsolonirn (E.F^M.St. 
hält die Hauptversammlung am Dicusrog, den 30. März, abends 
8ff, Uhr im Gesellschaftszimmer des Natskellers, Niedstr. 1—X ab. 
Zeboneberg 
o— Bcstechuugcir beim Wohrinilgsantt. Os kßmnren 
immer noch Fälle vor, in denen vo:r dem wohin-:iMachen 
den Pnbli'um durch Geld- und Lebensrnittelttuduotz«: ver- 
sucht wird, ans das Personal des Wohnungsämter: einzn- 
wirlcrr. Wir rveistn darauf hin. daß jeder dermti-c Fell 
einer versuchten Bestechung rücksichtslos zur strafftttz'-lichm 
Verfolgung gebracht rviid und daß bereits mehrere Ü?Lstthtvr 
schweben. 
—o 0 Offiziere in Schöncberg geköl :. llebtr eine 
schwere Ausschreitung einer aufgeregten 2. .‘.:v:x%e vor 
8 Tagen wird uns jetzt berichtet. Jur a.:en Aotzprnst 
rvar eine Olsizierslompagnie untergebracht. E:.: Arbtüc: soll 
nun von einem Posten erschossen wordca sein. Darauf 
umlagerte eine große Volksmenge das a.r Rührn. und 
bedrohte die Offiziere. Schließlich vereinba.- freien 
Abzug der Offiziere, wenn sie die Waffen xmückließkrt. Orn 
Kraftwagen fuhr mit den unbewaffneten Off - crcn c >. L" 
der Kolonnenstraße hielt die Menge den Krai:-r»og n au 
und griff die Offiziere an, 9 wurden crrnorlund 11 zum 
Teil schwer verletzt. 
— o Die Lportabteiluttfl des Turn- und Spor!« 
Vereins Vln.-Schöncbcrg (E.V.) nahm e.u dev: Äa!d- 
»nd Geländelaufen mit einer gcschlcksserrcn Diormslbolt und 
2 EinzcUäuscrn an dem vorn V.B.A.V. an.eesö: rölmu 
Wettbewerb teil. Der Verein erzielte mit scrrrrr Äannscha.l 
in der Erfflingsklafse mit 32 Pmikleu der: 2. Pl's. G« 
Eiirzrlwcttbcwcrb jiir Erstlinge errang Haas Stieg den A 
und 3. Platz. Bcide Läufer crhicllen eine P'akck-'.e. Dir 
Sportableilung hält ihre Uebungen auf den Spottpleg Han.'i» 
Ecke Rubenstraße Sonntag von 8—12 und Tiercklug rrtt 
5—8 Uhr ab. 
Beeantt». SehrisUriter: Herm. Martivlrs in.Rrtc&äa» 
ÄMtliHes ' 
Bclennlnrachuni. 
Durch Beschluß der Gememdeverkreturr; fr<r: -I. Shwj 
b?. IS. find folgende Aenderungen der 8- s:ae.v. geü für 
die Lieferung von Elektrizität beschlossen rvr.öen: 
l. Die irn H 5 ejugesetztr rnouarlichi dettoW 
vom 1. April 1920 für einen Zähler bi« zu
        
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