Path:
Periodical volume Nr. 64, 22.03.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

Immerhin führten diesss, ztz««jl Slu^s^ unserer 
Einwohnerwehr, die nun mit einigen Zügen nach der 
Steglitzer Grenze abrückte. Die Mannschaften konnten aber 
schon nach einiger Zeit zurückgezogen werden und hielten 
sich nun alarmbereit im Rathanse, das ringsherum mit 
Stacheldraht abgesperrt imd mit Einwohnerwehrpostcn be 
setzt wurde. Später wurden auch andere Posten der Ein 
wohnerwehr zurückgezogen, was unbedingt zur Beruhigung 
der Bevölkerung beitrug. Die wirkliche Ausgabe der Wehr 
ist vielfach verkannt worden; sie sollte eins politisch neu 
trale Schutztruppe der Einwohner sein, die nur dann ein- 
zugrcisen hatte, wenn Plünderer sich bemerkbar machten. 
Man hatte die Wehr aber wie eine militärische Einrichtung 
herausgestellt, so daß in ihr eine Schutztruppe der Kappisten 
erblickt wurde. 
Bestimmte parteipolitische Richtungen traten hervor, 
man steckte Schüler in Uniform, gab ihnen Waffen und 
stellte sie sogar an Maschinengewehre. Offiziere traten mit 
allen Abzeichen und Orden an, um das Rathaus wurde 
Drahtverhau gezogen, das eine kampswütige zu allem 
fähige Menschenmenge niemals abgehalten hätte, in 
unserem Falle aber erst den Janhagel, der überall da sein 
will, wo „was loS" ist, heranzog. Zum Entsetzen aller, die 
im Rathanse zu tun hatten, stand dann noch iur Eingang 
ein Maschinengewehr, der Lauf ans die Eintretenden ge 
richtet. Biele Maßnahmen der Wehr wirkten nicht 
beruhigend, und es ist uüe ein Wunder zu betrachten, daß 
tatsächlich nicht eine Handgranate von der Wehr geworfen, 
nicht ein Schuß ven ihr abgegeben wurde, obwohl leichle 
Tätlichkeiten gegen einzelne Wehrniitglieber vorgekommen 
sind. Zahlreiche Mitglieder der Mehr, die mit den Maß 
nahmen gewisser Führer nicht einverstanden waren, zogen 
sich dann auch von ihr zurück. Und als die Einwohner 
wehr am Sonnabend ganz abberufen wurde, waren kaum 
30 v. H. ihres Bestandes noch aktiv im Dienst. Die 
Gemeindevertretung hat einen Untersuchungsausschuß einge 
setzt, der alle die Vorgänge bei der Einwohnerwehr nach 
prüfen soll. Das Ergebnis soll der Bevölkerung dann mit 
geteilt werden. 
Tie Verhältnisse, wie sie wirklich lagen, sind vielfach 
verkannt worben. Hier handelte cs sich darum, daß eine 
gesetzmäßige Regierung durch einen Gervaltstrcich beseitigt 
werden sollte und Kapp sich aus eigenen Gnaden zum 
„Reichskanzler" gemacht batte. Ties war Bruch der Ver 
fassung und jeder, der mit Klapp ging, handelte gegen die 
gesetzgebende Gewillt. Daher war auch der Generalstreik 
eine Maßnahme gegen die Umstürzler und zum Schutz der 
gesetzmäßigen Regierung. 
Behörden mußten die Re 
gierung schützen und damit gewissermaßen den Streik unter 
stützen. Es war daher rechtmäßig, wenn Kraftfahrer ihre 
Kollegen zwangen, mitzustreiken, desgleichen, wenn Privat- 
suhriverke verhindert winden, Personen zu befördern. Es 
war das also gewissermaßen eine Umkehrung sonstiger Rechts- 
begrisse. Ebenso waren die Behörden verpflichtet, das An- 
Zcrtel, obwohl im 
Rathanse verboten-i 
nach §§ 82, 85 u. 
solchen Zettel abriß, 
Das war ungcsctziiö 
Durchaus lorre 
zurückhaltend war 
Publikum vermied. 
Anders handelte leider das Militär, das die neuen 
c Anschlag? 
Atel zu 
verbieten und 
zu 
ncfcmcmer 
Nathans 
hingen 4 so 
lcher 
Allgemeinen das 
Zettclankieoen 
am 
t, und als 
ein hie 
scher Rechtsanwalt 
ll R.Str.G. 
B bände 
sie, indem er e 
«neu 
nahm ist 
r die E 
inwohneeweh: 
fest. 
t verhielt s 
ich unser 
e Polizei, die 
sehr 
UNd Jet« 
r Zusammenstoß mit 
betn 
„Und es ist Ihnen dabei vermutlich oer Gedanke ge 
kommen, das; ich in irgendwelchen Beziehungen zu Herrn 
Otto Martens gestanden habe?" 
Wieder das leise, diskrete Hüsteln. 
,,Vielleicht habe ich in der Tat etwas sehnliches gedacht. 
Ganz außer Bezug hierauf möchte ich Sie übrigens daran 
erinnern, Herr Holifclden, das; irgend jemand in der Woh 
nung des Herrn Otto Martens gewesen ist, nachdem Sie 
den bewussten Zettel in den Türspalt geschoben haben." 
Hollseldens Hände ballten sich zu Fäusten. Aber er 
blieb ruhig. 
„Gewiß, ich weih das. Aber um auf unser Thema 
zurückzukümmen: Sie vermuteten, daß ich Beziehungen zu 
Herrn Martens gehabt habe, und — das Anerbieten Ihres 
Klienten gilt mir." 
«Wenn Sie es so auffassen wollen, HerrHollftlden — • 
Da sprang Heinz so heftig auf, das; der Rechtsanwalt 
.erschrocken zusammenfuhr. Und er schrie ihn an: 
„Ich will Ihnen sagen, ivie ich cs auffasse. Als die 
frechste, als die niederträchtigste Unverschämtheit, die mir 
je vorgekommen ist. Nennen Sie mir aus der Stelle den 
Namen Ihres Klienten!" 
Der Rechtsanwalt griff nach seinem Hut. 
„Ich gestatte mir, mich'zu verabschieden," sagte er ge 
lassen. Aber Hollseldcn stellte sich mit dein Rücken gegen 
die Tür. ' 
„Rein, mein Herr, wir sind noch nicht fertig mitein-, 
ander. Selbstverständlich werde ich den Wortlaut unserer 
Unterredung der Polizöi mitteilen, die alles Weitere ver 
anlassen wird." 
der 
geben, daß ich es war, der in jener Nacht bei Ihnen 
antelephonierte, und habe natürlich auch den Grund nicht 
verschwiegen- Ich hatte ein Geschäft mit Herrn Martens, 
dasselbe Geschäft, das mich heute Zu Ihnen sä lute. Sie 
werdtns wißen, daß mich apch das Geratzt nicht Zwingen 
Der Rechtsanwalt zuckte gelassru die Achseln. 
„Das sieht in Ihrem Belieben. Rur erzählen SiS- 
Polizei nichts Neues damit. Ich habe bereits anae» 
D^rG'hüber uu^Mtfßlitz schi<lr'.h [(riet 
w»rde es vielleicht gar hierher gsrufeg?). 
Sie Mutigen SorsSaae. 
Am Montag nachmittag gegen 3 Uhr kam eS in der 
Kaiserallee an der Ecke der Handjrrystoaßr zum ersten 
blutigen Zusammenstoß. An dieser Ecke hatte sich ein? 
größere Menschenmenge angesammelt, die eifrig «politisierte, 
als vom Friedrich-Wilhelmplatz her 4 (nach Aussagen 
anderer 3) Mann der grünen Sicherheit-,vehr in breiter 
Frrmr gegen die Menge anrückten. Ehe sie heranwaren, 
trat ein hiesiger Gemeindeoertreter an dm Führer der 
Patrouille heran und bat ihn, umzukehren; mit seinen wenigen 
Mann könne er ja doch nichts gegen die Menge ausrichten. 
Der Rat wurde aber nicht befolgt, vielmehr wies der 
Führer den Sprecher barsch ab und zog selbst den Revolver, 
während die übrigen Mann zu den Handgranaten griffen. 
Die Menge forderte sie auf, die Waffen ans der Hand zu 
legen; angeblich soll nun jemand einen Stein gegen die 
Soldaten geworfen haben. J:n Augenblick der höchsten 
Erregung «lud Bedrängnis warf dann einer der Soldaten 
eine Handgranate, die noch einige Zeit auf dem Pflaster 
liegen blieb, ohne zu explodieren. Einem Mann, der in 
der Nähe der gcschlcudertenGranatc stehen blieb, wurde, als die 
Granate dann doch explodierte, der Arm weggerissen. Nach 
anderen Aiitsagen hätte derMann nach der noch nicht krepierten 
Handgranate gegriffen. Die Soldaten flüchteten vor der 
Menge und derjenige, der die Granate geworfen hatte, suchte 
sich in einem Hanse in der Kaiscrallce zu retten. 
Polizeiüeamten und Zivilpersonen hollen ihn aber 
heraus. Den Polizcibcamtcn war es nicht möglich, den 
Mann vor der wütenden Menge zu schützen, die gegen ihn 
derart tätlich wurde, daß er weggeschafft werden mußte. 
Wie man uns berichtet, soll der Soldat seinen Verletzungen 
erlegen sei. 
2ie fBoPflünse in der StfjgneM‘aet Ctrche. 
An 'der Steglitz-Friedenauer Grenze vor dem Born- 
straßenrummcl hatte sich schon am Montag Vormittag eine 
große Menschenmenge angesammelt. Alarnrnachrichten, die 
von dieser Stelle ausgingen, führten zum Aufmarsch unserer 
Einwohnerwehr. Vielleicht haben diese Alarmnachrichten 
auch Anlaß zu der militärischen Streife gegeben, die am 
Nachmittag veranstaltet wurde und so schwere Folgen hatte. 
Bald nach 4 Uhr zogen Valtikumlruppcn in breiter Kette, 
die bis cu die Häuserreihen jeder Straßenseite 
reichte, durch die Rhein-Straße und Kaiscrallee. Dir 
Mannschaften hatten das Seitengewehr aufgepflanzt, hielten 
die Waffe schußbereit und riefen: Straße frei! Fenster zu! 
So zogen sie schwer bewaffnet und mit Maschinengewehren 
bis nach Steglitz hinein. Dann kehrten sie uin. Als sic 
nun wieder bis zur Schöneberger Straße gekommen waren, 
schwenkten sic in diese Straße ein. Fast gleichzeitig fielen 
zahlreiche Schüsse in die hier wie eingekeilt versammelte 
Menschenmenge und im gleichen Augenblick wälzten sich 
mehrcrcre Männer und Frauen in «ihrem Blute ans dem 
Straßendanun. Vier Personen waren sofort tot, vier 
starben später an den erlittenen schweren Wunden und 
1l weitere winden mehr oder minder schwer verwundet. 
Unter den Taten befinden sich auch zwei Frie dcnaucr. 
der Redakteur Georg Klen, Niedstraße 27 
und der Sckülcr 
Lcberecht 
aus der Blanken- 
bcrgstr. Verivuudct wurde der Werkmeister Böhme, 
Lcsevrestr. 15. Nach dem Schießen gingen die Soldaten 
weiter. Feuerwehr und Zivilpersonen nahmen sich bet 
kann, den Namen meines Klienten zu nennen, ich vln 
als Rechtsanwalt zur Verschwiegenheit verpflichtet.. Im 
übrigen hat das Gericht auch kein Interesse tu,ran, die 
Person meines Auftraggebers festzustellen. Ich bedauere. 
Sie belästigt zu haben." 
„Und ich denke nicht daran. Sie so gehen zu lassen. 
Was weiß ich, ob Sie mir die Wahrheit gesagt haben, 
ob Sie wirklich bei der Polizei gewesen sind." 
„Es wäre Freihcitsbcraubung, wollten Sie mich zurück 
halten. Ich mache Sie darauf aufmerksam, daß ich unnach- 
sichtlich gegen Sie vorgeben würde." 
„Ich werde unnachsichtlich gegen Eie vorgehen." 
Wieder zeigte das Gesicht des Rechtsanwalts jene 
Parodie eines Lächelns. 
„Sie wallen mich wegen Beleidigung verklagen? 
Bitte, tun Sie das. Rur rate ich Ihnen, sich Kosten und 
Acrger zu sparen. Ich habe Ihnen meinen Vorschlag 
lediglich als Beauftragter eines Dritten gemacht, und ich 
bin nicht dafür haftbar» wenn er etwas Beleidigendes 
enthalten sollte. Und dann erlaube ich mir. Sie auf etwas 
aufmerksam zu machen. Ich sprach davon, daß mein 
Klient zwanzigtausend Mark für die Papiere zahlen würde, 
und Sie waren cs, der sofort, wirtlich überraschend schnell, 
auf die Vermutung kam, das; das ein für Sie bestimmter 
Vorschlag wäre. Meinen Sie nicht, daß man Ihnen das 
— hin — ich meine, daß die Leute bas in einer für Sie 
»licht angenehmen Weise auslegen könnten?" 
Hotlfsldcn war außer sich. Aber er sah ein, daß er 
diesem Manne gegenüber machtlos war. Mit eineni zorn- 
sprühenden Blick sah er dxm Rechtsanwalt in die Augen; 
aber der schlug den Blick nicht nieder, u,:d keine Muskel 
zuckte in seinem Gesicht. Da trat Heinz zur Seite und riß. 
die Tür heftig auf. 
„Bitte, Sie können gehen!" stieß er hervor. „Aber 
lassen Sie mir gefälligst Ihre Adresse da." i 
„MitVergnügen I" erwiderte der Rechtsanwalt höflich!. 
„Darf ich Ihnen meine Karte geben —" 
- „Legen Sie sie-aU-erp Tischst" sagte Heinz rauh imV 
Verwundeten, in und schassten auch die Toten fort, Ein 
Ariedemmer Beamter ^schilderrUuns denE^orfall wie folgt: 
,Jch hatte in Steglitz zu hm und befand mich aus dun 
Rückwege, als die Truppe wieder nach Friedenau zu 
marschierte. Von der Mommsenstraße aus folgt» ich den 
Soldaten in etwa 80 Meter Entfernung rmd sah nun. 
wie diese plötzlich rechts in die Schöncbcrger Straße ein 
schwenkten und sofort schosserr. Der Sssizier komm and iellr 
dann: „Lhne Tritt weiter". AIS ich hinzukam, sah ich drllr 
Tote, zwei Frauen und einen Mann auf der Straße liegen: 
Meine: Ansicht nach hatten die Soldaten keine Veranlass««:.», 
in die Menge hineinzugießen.' In öhnllcher Welle c- 
zähltcn weitere Augenzeugen. Andere sage'.:, ein 10 jähriger 
Junge habe eine Bemerkung gegen die Soldaten gemacht. 
Man spricht auch davon, daß das Kommando zum Feuenr 
«richt gegeben «vurde; vielmehr sei ein anderes Kommando 
von den Soldaten falsch verstanden «vordem Tic Wahrheit 
wird wohl irie restlos sestgestellt werden, denn jede Bros- 
achtung ist eine andere ur«d in der Erregung hat stder sei, c 
chesandere Empfindung. 
Hierzu erhallen «vir ferner folgende Zuschrift: Um rer 
Weiterverbreitn g falscher Nachrichten über die Borg Arge 
am 15. März an brr Rheins:r. Eck- Schönebergerftr. tNl- 
gegevzutrcteu, erkläre ich: Ich selbst habe 6 Schwerverletzte 
pflichtgemäß ärztlich versorgt, dazu 3 Verstorbene in meinem 
Hause beherrbergt. Die Ueberfuhrung in das Lrchterfcldets 
Krankenhaus habe ich veranlaßt. Ir meiner Wohiniug 
haben zirka 60 Personen Schutz gesunden. Dir beid'ir 
Krankenschwestern stehe:' nicht in meinen Dienst und hock en 
«nic bei der Versorgung der Verwundeten ungcrufrn Hitze 
geleistet. Wenn trotz der Beteuerung der beiden Schwell "» 
geflihlsrohe Ungrhörigkeitcn vorgekommen sind, so vcrurttile 
ichs das Verhalten wie jeder rechtlich deutende Mann cu'S 
schärfste. Dr. Mer er, Schönebergerftr. 10. 
Sßts ciiura LMer gesÄlagrn. 
Ein anderer Vorfall wurde reu: ir.ä an dcr Kirchs r. 
beobachtet, als die zweite Abteilung der Truppe in Richtung 
Sieglitz durch die Rhcrnstraße zog. Ein Lsfizier 
trat aus dcr Reihe heraus und versetzte dein c wa 
17 jährigen Sohn des Echnldicnrrs Lcrgle einen derart 
heftigen Schlag ins Gesicht, daß diesem die rechte Wanz: stark 
anschwoll und die Zähne bluteten. Gleichzeitig stellte sich 
ein Soldat mit vorgehaltenem Keiben zurecht. Durch Ver 
mittlung eines «tebrustcheuden Hurn ließen die Soldaten 
von weiteren Mißhandlungen ab. Angeblich sollte jemand 
ein Schirnpswort gerufen haben und der Sssizier rvar der 
Mkl'nuiig, daß dcr junge Borgte der Rufer war, was aber 
nicht zutraf. B. hatte sich vollkommen ruhig verhalten, Nach 
dcr Mißhandlung durch den Lsfiz'er erscholl cuS dcr Menge 
etwa stmal der Nus: „Strolch!" Mißhandlungen und Kol 
benschläge sind dann am Donnerstag Abend noch urrhrsach 
von der abziehenden Truppe an hiesigen Einwohnern ver 
übt «vordcn. 
Auf dem Hümtvez wfdjofias.. 
Am Donnerstag Abend gegen 1 /rll Uhr kam Militär 
Zum Postamt, chm es Zn besetzen. Die verschlossenen und 
von Postbeamten selbst bewachten Türen «vurden von den 
Soldaten gcwalisarn eingeschlagen. Angeblich wollten sie 
Postgelder haben. Sie quariierten sich dann im Hause de: 
alten Post ein und brachten ans dem Lauterplatz — ant 
sogen, „kleinen" Rathaus — ein Maschinengewehr in Stel- 
tmrg. . Hierbei gingen aus Versehen drei Schüre los, die 
leider ein Epfer forderten. In der Ringstraße befand sich 
um diese Zeit der Maurer Fritz Schmidt ans dcr Holstern»- 
ging zum Fenster, vom Utcincher verächtlich den Rücken 
kehrend. Den hüstichen Abschiedsgruß drs Marmes beachtete 
er kaum. Gleich daraus hörte er die Wohnuirgstür ins 
Schloß fallen. 
Daun trat er doch oir den Tisch und griff nach der 
StM'if, die dcr Besucher zurückgelassen halte. Aber es stand 
nichts darauf als „Karl Berger, Rechtsanwalt, Bureau: 
Berlin \Y, Französische Straße 123". Und in der Ecke 
unten: „Sprechstunde nur vormittag» von acht bis Zwölf 
und nachiuittags von drei bis sechs". 
Holifclden Irak den Oberstleutnant im Cast'. Er hatte 
inzwischen Zeit gefunden, sich zu beruhigen, und erzählte 
Ariisrorf gefaßt und beherrscht, was er rnit den« Rechts 
anwalt unterhandelt hatte. Dabei forschte er aber doch 
angstvoll in dein Gesicht des anderen, welchen Eindruck 
dcr Bericht auf ihn machte. 
Arnjtorf blieb völlig gelassen. 
„Dicjcr Rechtsanwalt ist ein unverschämter Patron, und 
ich wünsche iim schon deshalb wer weiß wohin, weil er 
in Ihnen natürlich wieder all die törichten Gedanken wach- 
geruscn haben wird, di» ich glücklich begtaben l«offte." sagte 
er. ,„3m übrigen taffen Sie natürlich die Geschichte ein- 
fach rubeir und kümmern sich nicht mehr um dos ganze 
Volk. Man wird Sie »och diesem einen sriichtloien Ver 
such in Ruhr lassen, verlassen Sie sich darauf. So. und 
nun denken Sie, nicht mehr an die rätselhafte«, Papiere und 
an den ganzen Kram. Ich habe ganz vergessen, daß ich 
eine Einladung für Cie in der Tusch« habe, ich gebe 
'liwrgcn ein kleine» Gartenfest, oder i iebiiner meine Edith 
l!>bt cs., sie hehe»rscht ja doch das Haus. ^Ra, also, und 
dabei dürfen,Sie natürlich auf keinen Fall fchftn Lcr 
Park wird illuminiert. die ganze Residenz den Besuchern 
geösstiet, lassen Sir sieh das nicht c-ttghch«. lieber 
Freund." 
(frUfäitfils folgt )
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.