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Periodical volume Nr. 62, 12.03.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

sagen eins „auswischen" und' ist für nicht vertraulich« Be-, 
Handlung. Besonncre Mitgkiekwr, die jedoch in der Minder 
heit sein könnten, dcnkep anders- So ist, diese. Minderheit, 
in der Lüge, dir Geheimhaltung zu beschließen. — Die 
Beratung der Geschäftsordnung im Elternbeirat der dritten 
Gemeindeschule nahm geraume Zeit in Anspruch. Im 
allgemeinen richtete man sich nach der Geschäftsordnung 
der Gemeindevertretung, nahm aber auch einige Bestim 
mungen der- Satzungen der Regierung mit hinein. Da in 
diesen Satzungen festgelegte Organisationsbestimmungen, 
für die Beiräte fehlen, mußten solche mit in die Ge 
schäftsordnung hincingenommen werden, z. B. über Wahl 
und -Zusammensetzung des Borstandes. Kurz erörtert 
wurden dann noch die Anregungen eine Eiternd ersam m- 
lung und eine gemeinsame Zusammenkunft der Eltern- 
beiratsmiiglieder aller Schulen zu veranstalten. 
o Gegen die Erhöhung der Fernsprechgebühren wen 
den sich die demokratischen Fraktionen in den Stadtverord 
netenversammlungen Groß-Berlins. Sie werden in diesen 
Tagen beantragen, daß die Magistrate ersucht werden, den 
deutschen Städtetag zu einer Protestkundgebung^ aufzuscr- 
bern, um gegen die übermäßige Erhöhung der Fernsprech- 
gebühren bei den zuständigen Regierungsstellen Einspruch 
zu erheben. In den Anträgen soll besonders hcroorge- 
hoben werden, daß der gewerbliche Mittelstand durch die 
angekündigte Erhöhung der FernHrcchgcbührcn auf das 
schwerste getroffen, zuin Teil sogar in seiner Existenz 
bedroht werdet würde. 
o Rlklamrn an Vriestästcn und Postwagen. Der Rerchs- 
postnnnistcr Gicsbcrts hielt vorgestern in der Berliner 
Handelskammer einen Vortrag über den Wiedcrauflmu dcS 
Post- uich Telegraphenwesens. Er schilderte die Ursachen 
fiir die Verschlechterung des Postbetriebes und gab ein 
Bild von den Milliardenschlbeträgen, die das vorige Jahr 
in Höhe von 1,34 MiUiarden gebracht habe und die für 
1930 einschließlich der neuen Lohn- und Gehalts 
erhöhungen auf über 3.3 Milliarden steigen würden. Um 
die Einnahmen zu erhöhen, werde die Rcichspost auch die 
Briefkästen und Postwagen für Neklamczweckc freigeben. 
o Eine Erhöhung der Müllabsuhrgrdühr rrm 00 v. H. 
will die. Wirtschaftsgenossenschast Berliner Grundbesitzer 
vom 1. April ab eintreten lassen. 
o Die gültigen Waffenscheine der Einwohnerwehren. 
Der Berliner Polizeipräsidcnr teilt mit: „Die von der 
Zentralstelle für Einwohnerwehren für deren Mitglieder 
ausgestellten Waffenscheine berechtigen nach ihrem Wort 
laut im allgemeinen nur zum Tragen der Waffe un 
Dienst. Es steht jedoch nichts entgegen, den Inhabern 
solcher Waffenscheine das Recht zuzubilligen, auf Gründ 
dieser Scheine Schußwaffen auch außerhalb des Dienstes 
zu besitzen und kleine Handfeuerwaffen an öffentlichen 
Orten mitzusühren. Jn'owcit sind also die Waffenscheine 
der Einwohnerwehr als vollgültiger Ersatz für die poli 
zeilichen Waffenscheine anzusehen." 
oA Ausverkauf des Steglitzer gleislosen Omnibus- 
betrie-bes. Mit Kriegsbeginn mußte die Gemeinde Steglitz 
den Betrieb des Gleisobus durch die Bergstraße einstellen, 
da fast das gesamte Personal sofort zur Fahne mußte. 
Infolge der Beschlagnahme von Knpser und Gummi mußte 
die Kupfer-Oberleitung au die Mctatl-MobilmachungS- 
stelle, die Gunrmibcrcifung der Wagen an die Kriegsroh- 
stoff-Abtcilnng abgeliefert werden. Die Gcmeindekorver- 
fchaften haben numnehr beschlossen, den Betrieb der gleis 
losen Bahn nicht mehr wieder auszunchincn. Für das rest 
liche Material hat die Eisenbahnbau-Gcsellschast Becker 
u. Co. ein Angebot von 100 000 Mark abgegeben. 
o Di« Notlage unserer Kriegsseminoristen ist endlich 
dach Gebühr gewürdigt worden. Tie jungen Leute, die 
s, Zt. voller Begeisterung ins Feld zogen, fanden nach ihrer 
Rückkehr die Stellen von den zu Hause Gieb liebelten besetzt, 
die inzwischen ihre Ausbildung beendet hatten. Sollten 
diese Kriegsseminaristen nun noch 3—4 Jahre ausgebildet 
werden, so würde sich ihre Anstellung bei den immer 
schwieriger werdenden Verhältnissen in weite Ferne hinaus 
schieben. Daß diese jungen Leute, die lange Zeit, oft 
in Verantwortlicher Stellung, dem bedrängten Da.erlaube 
beigestandcn haben, die sittliche Reife haben, wird niemand 
bestreiten. Trotzdem regte sich keine Hand für sie. Endlich 
gelang es dem Abgeordneten Tr. Oclfe (Dcntschnat.), die 
Regierung aufmerksam zu machen. Er beantragte, für die 
jenigen Kricgsscminaristen, die 2 Jahre im 'Felde oder 
in Gefangcnschast waren, die Ausbildungszeit aus 3 Jahre 
zu verkürzen. Ter Antrag wurde angenommen. 
o Der letzte der Frikdenauer Vortragsabende für Kunst 
und Wissenschaft in diesem Winter, der gestern im Fest- 
saale des Reformrealgymnasiums stattfand, hatte den 
stärksten Besuch von allen Abenden aufzuweisen. Jeder 
Sitzplatz besetzt und zahlreiche Besucher, die sich mit einem 
Stehplatz begnügten. Sicherlich war es Dr. Ludwig 
W ü l l n e r, der diese Anziehungskraft auf unsere kunst 
sinnige Bevölkerung ausgeübt hatte und nun neue Lor 
beeren ernten durfte. Zu heller Begeisterung führte der 
Meistersprecher seine Zuhörer, die nicht nachlassen woll- 
ten, ihm durch jubelnden. Beifall immer und immer wieder 
zu danken. Für den ersten Teil hatte er Goethe, für 
den zweiten Schiller gewählt. Die prächtigen Werke un- 
serer Dichterfürsten hat man wohl selten so klar durch 
dacht, so innig .erfaßt im Bortrag gehört. Mit Schwung 
und Leidenschaftlichkeit, ganz erfüllt'von dein hohen edlen 
Geist, fdcx Phantasie und den Idealen der Dichterseele 
sprach er sämtliche Dichtungen frei aus dem Gedächtnis. 
Besonderen Eindruck machten Goethes: „Der <i>ctt und 
die Bajadere", sowie die Schillcr'schen Gedickte „Das 
verschleierte. Bild..zu Sars" und „Die Kraniche des Jbi- 
kus". Zum Schlüsse erzählte er als Zugabe das Audelsen- 
Marcheitz pou der Prinzessin und dem Schwcimchiriech und 
als sich dann der Beifallsjubel noch nicht legen wollte, 
erllang aus seinem Munde -ivie F-ansarengeschmclter der. 
Goethc'sct-e Wahrspruch, der mit Heu ' Berscii endet: 
»ns < allen Gewalten zum Trotz sich erhalten, rufet die 
Anne der Götter herbei". Aber Dr. Wüllncr hatte auch 
Veranlassung, die Unarten mancher Konzeri-Tesucher zu 
lW7* ^ ov'iiua ujm vuivu UIC ^>eT)Iiinöiacn. VtCOCU- 
Merliner Lö ra.l-T.erzct t, bui ftimjn- 
bMiotc Damen, die den Kunstgenuß das gestrigen Abends 
vervollständigten. Im wunderbarsten Drciklang. saiigcu sie. 
ahthcuti che Weisen und.Volkslieder. Ter teils innige und 
3k, teils heitere und fröhliche Ton der Lieder wurde 
so recht von den Sängerinnen getroffen. Entzückend war 
dex führende.Soprall.vpn.Else Kn-üttel, klangvoll der 
schwre M von Elisabeth Böhm und beide Stjnrmvn 
harmonisch vereint durch die' weiche' und edle' Siimn:« des' 
Mezzosopran von Käthe Aul ich. Das war ein lustiges' 
Singe», herzerfreuend, herzerhebend. Stürmisch»c Beifall 
sichelt« tattch den Sätfgerinnen^zn. Ms. 
Palestrina, Antonio Caldara, Antonio Lotn rrnd Giovanni. 
Croce. Bon ^besonderer Schönheit ist besonders der Ge- 
fang Salve 'Regina von. Lötti. Ferner overdru «vir 
den Psalm 33 (für-Knabenckwrj von Franz Scl,ubert, das 
Engelterzett „Hebe deine Augen auf" von Meitdelssohn, 
Lieder von Brahms und Lieber von Felix Mendelssohn, 
-hören, u. a.- ,zDie Nachtigall" ruid „O Täler weit o 
Höben." Prof. Rüdel leitet den Chor selbst. Ferner wird 
Walter Drwensli mit Orgelvorträgen erfreuen. 
o Die Pieniftin Erna Schrempf, die auch als Lehrerin 
in unserem Orre bekannt rft, veranstaltet am Sonntag, 
dem 14. März, Nachm. 4'/, Uhr, im' Harmoninm^Saal in 
Berlin-Steglitzcr Str. 85, ein Ko nzert unter Mitwir 
kung - von Oskar G r u n d rn a n n (Cello): 
o Die hilfsbereite Einwohnerwehr! Heute morgen um 
3 Uhr wurde ein PrivätzMächter, welcher die Rheinstraße 
zu bewachen hatte, von einer Streue der Einwohnerwehr 
vor dem Eingang der Nheln'chloß-Lichtspiele hilflos auf- 
gesimdwt. Mittels einer Droschke wurde der Erkrankte 
in Begleitung eines Mitgliedes der Einwohnerwehr nach' 
der Rettungswache g«bracht. ' Für die weitere (Bewachung 
der Rheinstraße'wurde'durch die Einwohnerwehr'gesorgt. 
Vereins-NsÄ-riedren 
st Mieterbund Friedenau. Wir machen nachmals auf die 
heutige Anzeige besonders aufmerksam, wonach die nächste Mit- 
alicderverlammlung morgen, Sonnabend, abends 7 Nhr im Bürger- 
saal des Rathauses stattfindet. Vor allem sei auf die Mitteilung 
betr. der Mietsverträge hingewiesen. 
)( „Tie kkllNststätte für Volksbildung" Liuct, bei dem voraus 
sichtlich starken Besuch des Domchor-ltonzrrts. daS' Sotmabcnd 
Ätzend pünktlich 7H, Uhr im Festsaat des Resornt-Realgymnasiums 
stattfinder, sich zwecks Erwerb von Aorrragsfolgen mit Kleingeld 
zu versehen. Ter Preis von 60 Pfg. für das sämtliche Texte der 
der gesungenen Chore enthaltende Stück, läßt ein Wechseln, tzezw. 
Herausgeben fast zur llumöglichkcit roerden. Fm Saale selbst sind 
für je ;; Stuhlrcihm Schüler zum Verkauf von Vortragssolgcn 
aufgestellt, darum ist Andrang ain Canlcingang unnötig. Auf 
Wunsch werden, wenn alle Sitzplätze ausverkauft werden sollten, 
garten für Stehplätze iu beschränkter Zahl ausgegeben werden. 
K Teutsche Bolkspartci. Sonntag, den 14. März, vormittags 
II llhr, findet im Mcistersaal, Cöthencrstr. 38,- eine Beamlen- 
vcrsammlung starr, in der der Abgeordnete M e q e r»H er s o r d 
über „Tie Lage der Beamten", sprechen wird. Mitglieder und 
Freunde der Partei sind dazu eingeladen. 
X DeutsLlands Erneuerung. Am Sormtag« den 14. März, 
aüenos 8 llhr, wird Herr Hartwann, WSißknsee, im Evan 
gelischen Verein j n ng e r M'änwer über: „Deutschlands 
ErncueriUtg", sprechen. Er wird uüS die sittlich religiösen Werte 
zeigen, die zum inneren Wiederaufbau des Einzelnen wie Tes 
ganzen Volkes notig sind, um uns herauszuarbeiten aus der Tiefe, 
in der wir uns jetzt befinden. Alle Ljereinsmitglieder sind dazu 
eingeladen, auch sind uns junge Männer als Gaste herzlich will» 
konimen. 
}( Internationaler Bund der Kriegtbcschäeiglen, Hiutc:- 
bltcLeitca und ehemalige «befangene der Ortsgruppe Friedenau. 
CcjftnUitöc Versainm'lung am Sonntag, den 14. März, vormittags 
10 Uhr im Cirkus Busch. Genosse Karl Ticdt spricht über das 
neue MaunschaftSversorgungs Gesetz. 
Zptcbrifun 
diese Riterik übernehmen wir seine Bctanttvortu«o) 
Entgegnung. 
Inder Gemcindcvcrrretersitznng enn 4. März habe ich 
von Betrügereien der Gcsck>iftslcute gesprochen. Aus dem 
Zusammenhang und den von mir vorgebrachten Tatsachen 
liuiß eigentlich jeder schließen, Laß ich nur Einzeifälle, 
ivie sie in jedem Stande leider vorkommen, gemeiitl habe. 
Da aber die Allgemeinheit der Frikdenauer Geschäfts 
leute sich beleidigt gesuhlt hat, so erkläre ich, daß ich 
an eine solche Bchaüptiing nie gedacht und eine Verall 
gemeinerung meiner Vorwürfe niemals gewollt und ge 
meint habe. F. Nih, 
Postbeamter und Gemeindcvertreter. 
Verantw. Scbristlciter: Herrn. Martinius iu Friedenau 
AmrllMs 
Bertruntmachurrft. 
In dcr^Wochr vvm 15.—31. März hat die Brotkarte 
mit dem Stichwort „Roggen" Gültigkeit. Berlin-Frie 
denau, den 13. Marz 1020. Der GemeLnoevorstand. gez 
Walger. 
Bekanntmachung 
Das Einigungsamt-hat- als Echiebsstelle nach Vorberatung 
rm AuSjchuß des Einigungt-aw.tes de» folgenden Beschluß gefaßt: 
Allgemrink Anordnung 
über die Mindermtgsdnsptüihe der'Mieter auf Grund des § 2 
Ziffer 2 der Sammelhrtzunawcrord-mng vom 32. Juni 1019 
tR.G.Bl. S. üvü). 
krür die Reif iinr 
31 
ober Warmwasserversorgung nach folgenden Grundsätzen zu: 
I. Allgemeines. 
1- Durch die im folgenden ftstgefchte Minderung soll die 
jenige Winoerlcistung des Bertnicterü abgegolten werden, die 
infolge der. eingeschränkten Belkesrrtmg mit Loblen gegenüber 
dem.vertragsmäßigen Umfang hex Leistung eiskritt.- 
. 2. Der vertragsmäßige Uwfavg der Leistung ist au? dem 
Wortlaut de-s Vertrages, der letzten PreiSvereiübarung oder der 
Entscheidung des EiuiguügSamteS zu rittutZoteu. Svioeit sich 
daraus nichts Näheres ergibt, wird bei Däusern mit Tontmel» 
Heizung oder Sammrbheizung und Warmtoaiserversörgung vrr» 
. mutet, bah bei einer vor dem 1.'Aprstriglb geirüsienen PreiS- 
vereinbarung die'volle ktohleiibelieferUng natt, dem Kbhlenfchein, 
bei einer nach dem 1. April 1918 getroffenen PreiSvereiu- 
barung die Belieferung mit 80 Prozent des KoüieiijcheiiieS,: 
mid bei einer n«t«h dein 1. Juli 1919 erfolgten Preleoerein- 
barung die Bekicferuiig mit 00 Prozent des srohlcufchcinrS als 
vertragsmäßig zugrunde gelegt ist. 
Bei Häusern, die nur Warmwosfcrvcrssrgung haben, wird' 
wegen der besonderen Emschränkungen der Warmwasscroer« 
svrgung vermutet, daß bei einet vor dem 1. Oktober 1917 oc- 
> teosjenen PreiSvereinbätetng der volle Kohlcnöerbran.ch der 
Menge des Kvhlcnschettles, . : 
bei einer, nach dem 1. Oktober 1917 qekrosscnen Prciövcrcüv.- 
barung ein »kohlcnverbrauch von 60 Prozent des Kohlcn- 
scheinS und - ; — . . . .., ^ 
' bei einer nach dem 1. September 1919 getroffenen PreiSver- 
cmbarung rin Kohlcnverbrauch von 20 Prozent des Koblen- 
scheiims zu Gründe Mlegt-Tst. u , ,, 
i . die Lercchuung der Minderung ist brr Lohsenpreis 
..maßgebend, von d«w.biä P«etr!-u bei btt VerKnbchnsia ' kW 
- Preises ausgingen, oder das EinigungSamt bei' der PtLiSfeiter 
setzutih ausging. Ergibt der BertAkg- Me Prcti>k>trk:t,bckkuttg 
oder die Entscheidung des Emigungsaiuies nichts Näheres darüber, 
mit welchem 'Höchstkohlenpreise bei per Bervipbanmg von den 
Parteien gerechnet wurde, so ist der zur Zeit der Eeretnbaruug 
geltende kkvhlenprefv als zugrunde gelegt anzusehen. 
. 4. DvlSei: die Vergütung für die'Heizung und Warmwaßer- 
dersoraung «äh pem Beitrage oder der Sntjchetdung. des E:ni- 
lgVtgSamre» dem Bermirier nur nach dem tatsächltchen nastge- 
iwieftnen Werbrauch erstattet wird, komint natürlich keine Mtn- 
derung in Betracht. . ' . . 
V » e Ite Fm einzelnen gilt folgendes: 
aj Verträge über Wohnungen mit Heizung oder Heizung und 
Warrmvafservcrforgnng. 
1. Verträge mit festest Mtcksprris (ohne Kohlcnkksusclf. 
Zunäcbsk ist der normale auf die Wohnung entfallende 
Kohlenverbrauch nach dem Kohkenschein zu ermitteln. Die im 
Kohle tisch ein angegebene. Kohlenmettge wird durch die Ziwrner- 
zahl des Hauses (oder Ouadratmeterzahl des beheizten Fläche 
des Hauses) 'dividiert und mit der Zimmerzahl der Wohnung 
üoder der Quadratmeterzahl der Wohnung) multipliziert. T:e 
sich hieraus ergebende Menge multipliziert man mit'^ der der 
.Preisvereinbarung zugrunde gelegten Pelieserungozifser (bei 
100 Prozent — I; bei 80 Prozent , 
—0,8 -usw., siche oben 1,2). 
Daraus ergebt sich der perwLßsgrwägc Fahresvetbrauch für d:e 
Wyhn^ng (vertragsgemäße Leistung). Der tatsächliche Fehrcs» 
vrrbrauch wird errechne:, indem man iu dieselbe Berechnung die 
tef teilen Belieferung entsprechende Beliefcrungszif »er — 0,6 
— einsetzt. 
Jeder dieser beiden Betrage wird mit dem Kahlenpreis 
(siche l, 3) multipliziert und beide werden oann voneinander 
abgezogen.. Von diesem Jahresminderungsbetrage cnijak.'cn 1 / li 
auf die Zeit vom 1. September 1919lrjs Bl.,Marz 1920. 
2. Bei Verträgen mit einer liehlenklausel, die eine pro 
zentuale Steigerung der Miete je nacq der KokSpreissicigerung 
vorsieht (z. B. für je 15 Psg. KoiSprriscrhöhung 1 Proz. Miele- 
zufchlag) gilt die Minderungöbercchnnng zu 1 soweit, akS die 
HeizungSvergütung in dem Mi et? preise enthalten ist. Der auf 
Grund der Loblrnilansel von dem Mieter gezahlte oder za 
zahlende Zuschlag mindert sich, je nachdem, ob de:n Vertrage 
die volle oder VOprozentige Jetieserung zugintide liegt, um 
40 Prozent oder 20 Prozent des Zuschlages. 
3. Bei Verträgen mit einer üohlcnklauskl, die ven dem 
Mieter nur die Erstattung der tatsäcktlichcrt Kosten verlangt, gilt 
für die Minderung bis zu dem Kokspreife, der in der rigentlichen 
Miete enthalten ist, ebeiisakls die Berechnung Ziffer 1, während 
für die auf Gkund der Ltohtenilansei zu zahleo.de Kohlknvcr-j 
gülung Heine Minderung in Betracht kommt. 
p) Vertrage über Wohnungen, die nur Wannwasservcrsorgung 
haben. 
1. Verträge mit festem Mietspreis (ohne Lohkenffauscl). 
Soweit die'Preisvercinbarung vor dcnt 25. Juni 1919 gekrpfscn 
ist und der Vertrag unter § 3 der Sammelhcizurtgrvcrordnüng 
fällt» gelten Minderungsansprüche des Mieters und Anspruch 
des. Vermieters aus Zufchkagsgewähruug als gegeneinander anj- 
gehoben. 
Im übrigen — d. h. bei Prciövcrcitil'arungcn vor dem 
25. Juni 1919, die nicht unter § 3 der SaunueihcizungLoer- 
ordnuug fallen, und bei allen nach dem 25. Juni 1919 ge 
troffenen PrciSvereinkarungcn — wird der Minderung ent 
sprechend a, 1 errechnet. 
Auch hier ist zunächst der normale aus die Wohnung ent 
fallende Kohlcnverbrauch nach dem Kobleuichein (e-erlragSmäßige 
Leistung) zu ermitteln und davon der tatsächliche ko biet) teer braue!) 
abzuziehen. Anstelle der Berechnung des Katücnrcebrauchs nee.) 
der Zimmerzahl oder Quabratmctcrgrößr tritt hier die Berech 
nung nach der Zahl der Zapfstellen. 
Tic im 'Kohlenschcin angegebene Kohlenmcnge wird dzirck' 
die Zahl der Zapfstellen des Hanfes dividiert und mit der Zahl 
der Zapfstellen der Wohnung inullipliziert. Die sich hieraus 
prgcbendc Menge multipliziert man mit der der Preisverein» 
barung zugriindc gelegten Beiicfetungs.zisser ft>ei 100 Pro). — 1: 
bet Qtf Prozent — 0,6; fickte.oben I, 2). Daraus ergib! sich dev 
vertragsgemäße Jahresverbrauch für die Wohnung ,Vertrags» 
gemäße Lnschng). * .. 
Der talsächtiche Jahresverbrauch wird errechnet, indem man 
in dieselbe Berechnung die den jetzigen Vvrjchriftcn cnisprechend'e 
Lerbrauchkzif'cr — 0,2 — einsctzu 
Jj'k 
Jeder dieser beiden 
(siehe l, 3) müljiplszicvt 
zogen. Bon diesen! Jahre-sminderuttgsdetrage cntfclfru ',ß 
auf die Zeit vom 1. September 1919 bis 31. März 1920. 
pre 
ll vor» 
. . , , . egütung tür die 
Warmwasserversorgung in dem. Mietspreise enthalten ist. 
Der auf Grund der Kohlenllausel von dem Mieter gezahlte 
ober zu zahlende Zuschlag mindert sich, je nachdem, ob dem'Der- 
trage der volle oder 0-0 prozentige Kohlcnverbrauch zugrunde 
liegt, um 80 oder 40 Prozent des Zuschlagest 
3. Bei Verträgm mit einer KehlemNausel, die von Te:n 
Mieter nur. die Erstattung der tatsächlichen Kosten verlangt, 
gilt für die Minderung bis zu dem Kohlenprcise, der in der 
Miete enthalten ist, die Berechnung zu 1, während für die auf 
Grund der Kohlenklauük zu zahlende Koylenvergütung keine 
Minderung in Betracht kommt. 
lil. Ten Parteien wirb empfohlen, sich nach vorstehenden 
B:.. 
und 
äge wird mit deut Kohlenpreis 
beidc werden voneinander cbgc« 
^tEV>tr»e9 r ,t st nt4f/>?fpv 
uuj uic uvui 4. cifuiiiüii, Ol-j ,)1. Jß-laiZ lyju. 
2. Bei Verträgen mit ciucr K-Hlenklansel, die eine 
zcntuale Steigerung der Miete nach der Koispreissreigerung 
sieht, gilt die Berechnung zu 1, soweit die Vergütung iür 
der Anrufung nur nach vorstehenden GrundsäKen rntscheidca. 
Nur für ganz besondere Einzelsalte. in denen sich infolge 
der besonderen Bcrtrazslage erhebliche Härten ans vorstehender 
Regelung für eine' der Parteien ergeben würden, bleibt die Ent 
scheidung des EinigungSamtes iSchirdSftelle) unter Berück- 
fichliaung der Besonderheit des Falles vorbehalten. 
Berlin-Friedenau, den 0. 2?lärz 1920. 
TaS Cstaigungsamt lSchiedesteklo). 
Sturm, Borfitzcltderp 
Nach dieser Anordnung ergibt sich beispielsweise folgende 
Berechnung der Minderung: 
B e i.sp i c l z u IIa lj; 
dtr Sch'melzloksprci; betrug damals 8,20 Pi. 
Biso' Minderstna: 
? 14 -- 140-1 . 6 . 0,3 . 8,20 — 1400 . 5 . 0,8 
:v^ 
1 043,05 M 
- 782,73 „ 
zoüJTM. 
8.20 
des H-auies lautet 
asserverjorgur ^ 
ithex 4PO Zenkner, 
i baS HauS l;at 10, die in. Betracht kommende.Dohnung 2 Wärin- 
: wasierzap'stcllcn. her PFetDeevkrag ist gefchlos.'eu ein 2.9 J-mi 
1919, ea- Schwelzlorspreis betrug däwate 8.2 
Also: Al — 4Ö0 . 2.0,8 , jTvj _• Mz , o 
o>' 
0 M.' Pt" Zir. 
0.2 . 8.20 
10 JO c .,8TT'üA', 
240 — 82 =t 164 SIL ' 
Mmler hier also einen jährlichen Mindening^nsprnch 
fvo" M- für einrn Monat kann er also Vis- nämlich 13,07 
> Mark abziehen. ^ 
j ,** ^en- Parteien, bi: sich über die Minderung einigen wollen, 
-aber etwa <Jm' • -- -- - . .
        
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