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Periodical volume Nr. 62, 12.03.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

Bezugspreis 
W frS^oTwig aus den Nebenstellen 
«»«atlich 1,80 Mark; durch Bot«« 
tnS Haus gebracht S,—Mark. 
(Frredrnarrer 
WstteWe Frltvsg fßr Bln.'grleöenaa vvd 
Erscheint löglich abend». 
Fernsprecher r >l«t Pfalzbnrß Ni*. — Druck und Verlag tum Leo Echultz, 
Zeitung) _ «wjJ“. , 
v - / — nur für unbestimmte Tag« —» 
ia Sdrtramtr fflstffl m «Misten. SM SB 
Eeschllslsfteüe; Rheiuftk. 15. 4.— Mark. Bclegnummer 15 Pfg. 
Berlin-Friedenau» Rheinstraße 1». — Fernsprecher; Amt Pfalzburg SIS». 
Ar. er 
IkkNu-Skledevaa, Fieitag, dev ir MSri IM 
Lahr». !7 
Urteil im Prozeß Sriberser-tzrlsierich. 
Der Angeklagte Staatssekretär Dr. Helfferich wurde 
wegen formaler Beleidigung aus den §5} 185/186 K-s 
Strafgesetzbuches im einheitlichen Zusammentreffen aus 
8 186 des Strafgesetzbuches zu einer Geldstrafe von 
300 Mark eventuell im Mchteinbrrngungsfalle zu 3-) 
Tagen Gefängnis verurteilt. Dem Nebenkläger Erzberger 
wurde die Publikationsbefugnis des Urteils, die Unbrauch 
barmachung der TruckschriUen, besonders der Broschü e 
„Fort mit Erzberger" zugesprochen. In allen Punkten, 
ausgenommen dem der Rechtsbeugung, erkannte der Ge 
richtshof den Wahrheitsbeweis des Änneklagien für er- 
bracht. 
(Rachdr. unsrer cnQriginalarttkel nur mit Quellenangabe gestattet) 
o Ter Gesetzentwurf Groß-Berlin ist von dem 17. 
Ausschuß der Landesversammlung gestern 'in 2. Lesung 
erledigt worden. Im allgemeinen blieb es bei den Be 
schlüssen der ersten Lesung. Wesentlich ist nur die Aende 
rung, daß das Wahlrecht von einfähriger Ansässigkeit ab 
hängig gemacht wird, statt wie bisher halbjähriger. Die 
erstmalige Bestellung der Borsitzenden der Verwaltungsbe 
zirke soll nicht durch Wahl, sondern durch den Magistrat 
Berlin erfolgen. Für Friedenau ist dann besonders 
wichtig der von uns gestern schon mitgeteilte Beschluß, 
wonach unsere Gemeinde zum Bezirk Schöneb erg ge 
schlagen werden soll. 
o Der Vorstand der Berliner Vorortgemeinschaft im 
Kreise Teltow beschäftigte sich vorgestern mit dem Ge 
setz e n t w u r f G r o ß -B e r l i n in der Fassung der 
1. Ausschußlesung. Die in der 1. Lesung beschlossenen 
Aenderungen genügen nach einhelliger Ansicht des Vor 
standes nicht, um eine wirkliche Selbstverwaltung in 
Groß-Berlin und den ordnungsmäßigen Gang der Ver 
waltung zu gewährleistem Wirkliche Seldstverwaltungs- 
rcchte der Bezirksverwaltungen sind auch in der veränder 
ten Fassung des Entwurfes nicht gesetzlich sichergestellt. 
Trotz mehrfacher Aenderungen in den Einzelbestimmungen, 
betreffend die Bezirksverwaltungen, die auf tnn ersten 
Blick, als sachliche, Verbesserungen erscheinen könnten, ist 
durchweg der unrichtige Grundsatz der' Delegation wich 
der u ywes entwichst en Verwaltungsgeschäste vom Magistrat 
Groß-Berlin auf die Bezrrksbehörden aufrecht erhalten, 
während der Ausbau aus den bestehenden Einrichtungen, 
also die grundsätzliche Zuweisung aller Derwaltungsge- 
sci)ästc an die Bezirksverwaltungcn und nur die Abgabe 
der zweckmäßigcrweise zentral zu regelnden an den Ma 
gistrat Groß-Berlin das Richtige gewesen wäre Auch 
nach dem veränderten Entwurf liegt z. B- der Bezirks 
versammlung nur die Aufsicht über diejenigen Einrich 
tungen und Anstalten ihres Bezirkes ob, die vorwiegend 
den Interessen des Bezirkes zu dienen bestimmt sind, 
während ihr richtiger Weise die Aufsicht über die gesamte 
Verwaltung ihres Bezirkes obliegen müßte, soweit sie 
nicht ausnahmsweise unmittelbar von den städtischen Kör- 
. perschuften Groß-Berlins geübt und kontrolliert wird. 
Der Vorstand der Berliner Vorortgemeinschast hält es für 
ein unbedingtes Erfordernis, daß die Bestimmungen über 
den Aufbau Groß-Berlins eingehend durchderaten wer», 
den. Bei der Hetze, mit der die Beratungen rm Ausschuß 
offenbar auch in der 2. Lesung stattfinden, ist leider auf 
sachliche Prüfung nicht zu rechnen. Im übrigen wurde 
der Erwerb des Kinderheims in Nordholz bei Cux 
haven, der weiter betrieben werden soll, die . Gründung 
der Lastkraftwagen-Gesellschaft Marken, zu der 
Die Briefe der Prinzessin. 
Von E. Ph. Oppenheim. 
12 iNachbruck verboten ! 
Es gab ein tiefes Schweigen. Dann stieß der Oberst, 
leutnant seinen Stuhl mit dem Fuß zuruck und atmete 
titi °Zh -a - ein Mädchen," sagte er, und^ seine Wort 
hatten einen seltsam heftigen Klang. „M» J«br beina* 
etwas Derartiges erwartet. Erklären Sie mir 1 ,. 
-ln lener Nacht," begann Hollfelden, «kam ich um 
»wöli Ubr nach Haus, öffnete mir die Wohnung mit meinem 
Schlüssel' und fand in meinem Zimmer, an meinem 
Schreibtisch, ein Mädchen, das meine Papiere durchsucht 
hatte." 
:lüe Sfgrembc. Ich hatte sie nie vorher ge. 
langer Z^di^m7ch?"L'd"!ch Äu/r^dab'sie geglaubt 
hatte, in Martens Wohnung zu sein. 
Und was taten Sie?" . ... e, A 
Was ich getan haben wurde, weiß ich nicht. Ich 
wollte s?e nicht gehen Aber wahre"»,4i n.* ma 
ihr fnrnrh tlinacltc das Telephon, und lch empfing fene 
Wohnung noch draußen auf der Treppe. 
Aein°"* »Oes ^einzVeroor und ^erte Zusammen. 
verließ Ihre Wohnung, was dann weiter? 
Was es in der vöchftkv Wvche gibt. 
Brot: 1600 Gramm und 
1900 Gramm Großbrot. 
900 Gr. Kleingebäck pder 
Fleisch: steht noch nicht fest. 
Butter: 20 Gramm, 68 Pfg., Margarine 70Gr. 2.36M., 
sowie auf den Sonderabschnitt der Speisefettkarle 180 Gr. 
Schmalz — 6,06 Mark. 
Kartoffeln: 3 Pfd. auf 12a—c. Auf die übrigen, 
Mschnitte 200 Gr. Nährmittel nach Nummern der Aus- 
weiskarte und zwar: Nr. 1—1000 bei Brückmann, Lau 
terstraße 10; 1001—2000 bei Center, Niedstr. 37; 
2001—3000 bei Klein, Saarstr. 6; 3001—4000 bei 
Riedeberger u. Sachse, Rheinstr. 38; 4001—5000 bei 
Herzog, Handjerystr. 49; 5001—6000 bei Klemens, 
Örtrudftr. 4; 6001—7000 bei Iablokoff, Sieglinde- 
straße 1; 7001—8000 bei Jentsch, Mainauerstr. 11; 
8001—9000 bei Liepe, Eschenstr. 6; 9001—10000 bei 
Paters, Goßlerstr. 10; 10 001—11000 bei Buchwald, 
Wilhelmshöherstr. 24; 11001—12 000 bei Otto Meyer, 
Kaiserallee 83; 12001—13 000 bei Menzel, Odenwald 
straße 18; 13001—14 000 bei Baginski. Südwest- 
korso 17; 14 001—Schluß bei Piechatzek, Schwalbacher- 
straß« 0, 
Zucker: Vom 16. bis 31. März */ 4 Pfund. Ferner 
e : Kinder im 1, Lebensjahre l 1 /, Pfund, im 2. Lebens. 
>re 1 Pfund und im 3. bis 7. Lebensjahre V, Pfund 
Monat. 
Anzumelden: 13.—16., abzuholen: 23.—25. März. 
Auf Groß-Berliner Lebensmittelkarte > 
Getre idem ehl: 300 Gramm auf 9, Pfd. 76 Pfg. 
Marmelade oder Syrup: 250 Gramm auf 13, Pfd. 
Marmelade 3.70 Mk., 1 Pfd. Syrup 1.70 Mk. 
Auf Einfuhrzusatzkarte: 
Cerealmehl: 250 Gramm auf T 35, Pfund 70 Pfg. 
Auf Friedenauer Nährmittelkarte: 
Getr. Zwiebeln: 250 Gramm auf 5, Pfd. 3.20 Mk. 
Getr. Mohrrüben u. getr. Weißkohl: Je 250 
Gramm auf 6; Pfd. Mohrrüben 2.40 Mk., Pfd. Weiß 
kohl 2.20 Mk. 
Holland. Salzschnittbohnen: 250 Gramm auf 7; 
Pfund 1.10 Mk. 
Erbsen: 250 Gramm auf'8; Pfd. 4.30 Mk.. 
Pnffbvhnen: 250 Gramm'auf 9; Pfd. 3.60 Mk. 
Rote Rüben, Kohlrüben und Mohrrüben frei 
händig Niedstri 8, täal. von 8—3 Uhr; Rote Rüben Psd. 
20 Pfg., Kohlrüben 25 Pfg., Mohrrüben 2? Pfg. 
Haferflocken: 500 Gramm für die über 60 Jahre alten 
Friedenauer Einwohner. 
eine abwartende Stellung eingenommen wurde, sowie eine 
Reihe von Verwaltungsfragen behandelt. 
o Zwangsweise Steuererhöhung. Friedenau hat xS 
bisher nickst nöttg gehabt, den auf 250 v. H. festgesetzten 
Steuersatz zu erhöhen. Nun fordert der Berliner Ma 
gistrat in (.“inent Schreiben, unterzeichnet Oberbürgermeister 
Wermuth, alle die Gemeinden, die sich der Steuererhvhung 
aui 350 v. H. rwch nicht angeschlossen haben, auf, das 
zu tun. In dem Schreiben heißt es: „In der am 4. dsIKts. 
stattgehabten Sitzung der Finanzdezernenten der Groß- 
Derliner Gemeinden ist angeregt worden dahin zu wirken, 
daß diejenigen Gemeinden, die es unterlassen haben, eine 
entsprechende Erhöduna ihrer Einkommensteuer vorzuneh 
men und mtt ungedeckten Ausgaben in Groß-Berlin eiw- 
ziehen, zur Deckung dieser Ausgaben nachträglich 
herangezogen werden, damit eine ungerechtfertigte Scho 
nung der Steuerzahler zum Nachteil der übrigen Gemein 
den vermieden iwr&e". — Also unsere Einwohner haben 
«Ich schtteb den Zettel für Martens und ging damit 
an seine Wohnungstür. Ein paarmal läutete ich, aber es 
machte mir natürlich niemand auf, und es mar drinnen 
totenstill. Mir war die Geschichte merkwürdig unheimlich. 
Es war mir einfach unmöglich, zu Bett zu gehen. Ich 
überlegte, was ich tun sollte und beschloß, auf Martens 
zu warten. Ich ließ also sämtliche Türen offen, damit ich 
ihn hören konnte, wenn er nach Haus kam, und setzte 
mich in mein Arbeitszimmer hier. Dabei bin ich dann 
unglücklicherweise eingeschlafen. Als ich aufwachte, war 
es drei Uhr. Lachen Sie mich nicht aus, aber in den 
Minuten nach dem Erwachen habe ich mich zum ersten 
Male in meinem Leben gefürchtet, noch dazu ohne jeden 
vernünftigen Grund. Ich wußte bestimmt. daß mich irgend 
etwas geweckt haben müsse, konnte mich aber nicht er- 
innern, was es gewesen war. Kurz, ich befand mich in einer 
Stimmung, wie sie nicht trostloser hätte sein können. Und 
dann denken Sie sich, plötzlich höre ich einen leisen Auf 
schrei, gehe auf die Treppe hinaus —p.nh finde— sie. Sie 
kommt von oben herunter, offenbar aus Martens' Woh 
nung. halb ohnmächstg und unfähig, zu sprechen. Ich 
führe fie in mein Zimmer, gebe ihr ein Glas Wein und 
versuche, sie zum Reden zu bringen. Sie sagt aber nichts 
weiter, als daß ich hinaufgehen sollte, sofort hinaufgehen. 
Sie selbst könne sehr gut allein hinuntergehen.- Natürlich 
konnte ich sie in dem Zustand nicht allein gehen lassen. 
Ich begleite sie also hinunter, bis an die Haustür, weiter 
— läßt sie mich nicht mitgehen. Und dringend fordert sie 
mich noch einmal auf, sofort zu Härtens Wohnung 
hinaufzugehen. Und dann — dann fand ich ihn." 
.Das ist alles?" ' 
* 
'Sie wisse» nicht, «io die Fremde heißt, was sie bei 
Martens wollte? Und Äe hFben sie inzwischen auch nicht 
mehr,«sehe, ?" 
Heinz schüttelte den Kopf. 
»Ich weiß nichts weiter, als was ich Ihnen erzählt 
noch einen wetteren Steuerzuschlag von 100 v. H. zu 
erwarten. Wir bekommen damit einen Vorgeschmack von 
der künfttgen Einheitsgemeinde. 
o Ungültige Brotkarten. Brotkarten mit dem Stich 
wort ,„Roggen", Serie"XXXVI (36) Nr. 24 701—33 700, 
sind, weil gestohlen, für ungültig erklärt worden. 
o Die erste Sitzung deS EltcrnbeiratS kür die Königin» 
Luise-Schtttle, die bestimmungsgemäß von Herrn Direktor 
f >annemann einberufen war, fand am Donnerstag 
ibend im Beisein des fast völlig ersststenenen Lehrerkolle 
giums im Gesangsaal der Schule statt. Allseitig wurde 
dc-r Wunsch geäußert, daß der Elternbeirat in gemeinsamer 
Arbeit mit der Lehrerschaft dazu beitragen möge, die 
Schule zu fördern und das Verhältnis zwischen Schule und 
Haus noch fester und inniger zu gestalten. In den Vorstand 
des Elternbeirats wurden gewählt: Herr Geh. Baurat 
Ruthe, Vachestr. 4, als Vorsitzender; Frau Geh. Re- 
gierungsrat Laskus, Wilhelmshöherstr. 2, als stellv. 
Vors.; Herr Telegr-Jngenieur Steuer, Lcfevrestr. 11, 
als Schriftführer; Frau Kaufmami Borchers, Süd- 
wcstkorso 7, als stellv. Schriftf.; Frau Universitätsprof. 
Wehnelt, Fregestr. 26, als Beis. Der Vorsitzende er 
klärte sich auf Wunsch bereit, vorläufig jeden Mittwoch, 
6—7 Uhr Nachm, in seiner Wohnung, Bachestr. 4 (Fern 
sprecher Pfalzburg, kitnfttg Rheingau 9274) für Eltern 
Sprechstunden abzuhalten. 
o Was ist der Etternbeirat? In der Sitzung des El 
ternbeirats der 3. Gemeindeschule tauchte bei 
der Beratung der Geschäftsordnung auch die Frage aus,, 
was der Ellernbeirat eigentlich sei. Ist er ' eine öffrntlicl)-- 
rechtliche Körperschaft oder lediglich ein Elternausschuß? 
Diese Frage ist besonders wichttg für die in der Regie 
rungsverfügung festgelegte Bestimmung, daß vertrauliche 
Angelegenheiten demgemäß zu behandeln und geheim zu 
halten sind. Wenn nun aber ein Elternratsmitglied diese 
Vorschrift nicht befolgt, was geschieht dann mit ihm? Es 
gibt hier weder einen Bcamteneid, noch sind die Mit 
glieder von irgend einer amtlichen Stelle verpflichten 
Sie könnten also wegen pflichtwidriger Führung ihrer 
Aemter kaum zur Rechenschaft gezogen werden, wenn sw 
geheim zu behandelnde Angelegenheiten bekannt geben. 
Es könnte gegen sie vielleicht nur das Strafgesetzbuch 
in Frage ckommen, wenn sie durch die Bekanntgabe den 
guten Rus einer Person schähmon ■ yd»r »Nicht erweislich 
wahre Tatsachen verbreiten. Es.ist. hier unbedingt ein 
Mangel vorhanden, wie überhaupt die ganze Satzung der 
Regierung über die Elternbeiräte grobe Mängel aufweist. 
Z. B. ist auch die geldliche Frage in keiner Weise ge 
löst. Dabei ist doch klar, daß die Elternbeiräte Gell>- 
mittel haben müssen, namentlich für Schreibmaterialien, 
Porto usw. Auch die Benutzung des Sitzungsraumcs kostet 
Geld und der Schuldiener ist für die Aufwartung ebenfalls 
zu entschädigen. Wer gibt die Mittel hierzu? Ten Miw 
gliedem des Elternbeirates kann man das doch nicht 
zumuten. Also wird man zunächst den Besitzer der Schule, 
d. i die Gemeinde, zu den Kosten heranziehen. Die Frage 
der Geheimhaltung von Beschlüssen und Verhandlungen 
des Elterndeirates ist von nicht geringer Bedeutung und 
muß sehr vorsichttg behandelt werden. In die Geschästs- 
ordnung des Elternbeirats der 3. Gemeindeschule hat man 
daher die Besttmmung aufgenommen, daß die Geheim 
haltung beschlossen ist, wenn nicht mindestens 11 (von 
17) dagegen stimmen. Man will es hierdurch einer 
Minderheit ermöglichen, die Geheimhaltung zu beschließen. 
DaS ist sehr wichtig in manchen Fragen. Beispielsweise 
könnte über „angebliches^ Verstöße eines Lehrers gesprocheit 
werden. Der FaN ist noch nicht geklärt, eine große An 
zahl der Mitglieder möchte dem Lehrer aber gern sozu- 
habe. Begreifen Sie mm, daß ich nahe daran war, den 
Verstand zu verlieren?" 
Arnstorf war heftig erregt. 
„Wenn ich nur begreifen könnte, warum Sie die 
EMenz dieser Unbekannten nicht bei Ihrer Vernehmung 
erwähnten." 
Heinz lachte nervös. 
„Ja, wenn ich das nur selbst begreifen könnte!" sagte 
er verzweifelt. „Ich kann nur wiederholen, was ich schon 
gesagt habe: sie war ein Mädchen, und ich bin ein Narr." 
„Auf gut deutsch also: Sie verschwiegen das, was 
Sie mir da erzählt haben, unr die Unbekannte zu 
schützen?" 
„Ja." 
„Sie war vermutlich jung, und, schön?" 
„Ja. Sie war jung — und — schön. 
Der Oberstleutnant sah vor sich nieder. Sie schwiegen 
beide lange. Hollfelden stand an den Schreibtisch gelehnt 
und starrte düster durch das offene Fenster auf die Straße 
hinunter. Er dachte daran, wie sie an der gleichen Stelle 
gestanden hatte, und er dachte, daß es doch besser gewesen 
wäre, hätte er den Telephonruf nicht beachtet und sie nicht 
gehen lassen — da hinauf. 
Plötzlich hob Arnstorf den Kopf und sah Heinz an^ 
„Sie befanden sich in einer schwiengen Lage," sagte er 
ruhig, „aber Sie haben eine verzweifelte Wahl getroffen. 
Als ich hierherkam. erwartete ich, ernste Dinge zu hören; 
aber das Glauben Sie, daß sie — den Mord be» 
gangen haben könnte?" 
„Nein l" erwiderte Heinz rasch und bestimmt. „Wenn ich 
das für möglich gehalten hätte, hatte ich nicht ge 
schwiegen." 
„Glauben Sie, daß sie irgend etwas mit dem Täter 
zu tun hat? Daß sie, vielleicht indirekt, danm bs». 
teMgt.ist?" - " 
(Fortsetzung folgt.)
        
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