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Periodical volume Nr. 54, 03.03.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

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erscheint täglich abends. 
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Geschäftsstelle: Rheinstr. UL <- aaaxfSetegnuau««u m* 
SerN»«riede»«. Stheüchratze 15. - «er»fpr.cher: Amt Pf«l-b«g »US. 
Ar. 54 
JerNk'FriedeuW, Mittwoch dev 3. Marz IS23 
Zahrg 27 
Ortsnacbrkhttn 
(AkaWkj unsrer o-Originalartikel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
Tze Provinz und Groß-Berlin. 
Der vom Brandenburgischcn Provinziallandtag zur 
Prüfung des Verhältnisses zwischen der Provinz und 
Groß-Berlin eingesetzte lögliedrige Sonderausschuß hat 
gestern (Dienstag) seine Beratungen beendet. Im Ausschuß 
standen sich, wie wir hören, zwei Ströniungen gegen 
über: die eine Gruppe wollte die Auseinandersetzung 
zwischen der Provinz und der neuen Stadtgemeindc Groß- 
Berlin vorher oder wenigstens gleichzeitig mit dem Gesetz 
entwurf Groß-Berlin erledigen, während die andere' 
Gruppe zunächst das Gesetz selbst unter allen Umständen 
unter Dach und Fach ohne Rücksicht auf die Lösung 
der Auseinandersetzungsfrage bringen wollte. Beide Strö 
mungen hielten sich annähernd die Wage, sodaß alle 
Beschlüsse mit nur einer Stimme Mehrheit gefaßt wur 
den. Dem Ausschuß waren drei Anträge unterbreitet 
worden. Der erste ging dahin, Berlin und die Provinz 
in einem erweiterten Kommunalverband, ähnlich einem 
Zweckverband zusammenzufassen; der zweite, gleichfalls 
von bürgerlicher Seite gestellt, wollte die Auseinander 
setzung zwischen Berlin und der Provinz im Gesetzent 
wurf Groß-Berlin selbst gelöst und die darüber zu er 
lassenden Vorschriften dem Provinziallandtag zur Begut 
achtung unterbreitet wissen, während von demokratischer 
Seite beantragt wurde, den Gesetzentwurf Groß-Berlin 
dahin zu ändern, daß die neue Siadtgemeinde Berlin' 
auch in die Provinz Brandenburg eintritt, damit die 
schwierige Frage der Auseinandersetzung vermieden werde. 
Sämtliche drei Anträge wurden mit 8 gegen 7 Stim 
men abgelehnt; stattdessen wurde nach längerer Ans 
sprache mit derselben Mehrheit von einer Stimme ein 
Komchromißantrag angenommen, wonach die preußische 
Landesversammlung ersucht werden soll: 1. Neue Richt 
linien für die Auseinandersetzung zwischen der Provinz 
und der neuen Gemeinde Berlin durch Gesetz vorzuneh 
men, wobei eine dauernde kommunale Verbindung der 
Stadt Berlin mit der Restprovinz ins Auge gefaßt wer 
den soll. 2. Den.Entwurf der gesetzlichen Vorschriften, 
über die Auseinandersetzung der-Begutachtung des Pro- 
vinziallandtages zu unterbreiten. 8. Sollten durch die 
notwendigen Vorarbeiten für die Auseinandersetzung der 
Verabschiedung des Gesetzentwurfs Groß-Berlin Schwic-- 
rigfeit.cn oder Verzögerungen entstehen, so ist unter vor 
läufiger Streichung der §§ 4 bis 6 des Gesetzentwurfs 
Groß-Berlin die Auseinandersetzung einem nachfolgenden 
Sondergesetz vorzubehalten. In diesem Falle soll aber 
eine vorläufige Regelung für die Auseinandersetzung im 
Gesetzentwurf Groß-Berlin getroffen werden. Der Prol- 
vinziallandtag wird sich wahrscheinlich am Freitag mit 
diesem Antrag, der alle Mängel eines Kompromisses in 
sich trägt, beschäftigen. Mit Rücksicht auf diese Verhand 
lungen hat der l 7. (Groß-Berliner) Ausschuß der Laust 
desversammlung dem von uns mitgeteilten Wunsch der 
Provinz entsprechend, seine Beratungen in der zweiten 
Lesung auf Mittwoch, den 10. März, vertagt. 
o SckprMrrdcr'pcisMF. Nach einem Beschlusse der 
Schuldcputation sollen die Kosten für das Mittagessen 
der Schulkinder und für die Haushaltungsschule von 40 
Pfg. auf 1 M. erhöht werden. Diesen Satz haben auch 
die zahlungsfähigen Kinder zu zahlen, während die Kosten 
des Essens für die armen Kinder von der Gemeinde ge 
tragen werden. 
o SllUMtssC Eltern! Für den Landaufenthalt ihrer 
Kinder haben die Eltern je Tag 1 M. zu zahlen, während 
die Gemeinde selbst 1,50 M. Pflegegeld zahlt. Viele El 
tern sind nun sehr säumig mit der Zahlung; alle Mah 
nungen und Ankündigungen gerichtlichen Vorgehens waren 
fruchtlos, sodaß der Gemeindevorständ in zahlreichen Fäl 
len beim Gericht. Zahlungsbefehle erwirken mußte, die 
zum Teil infolge unüberlegter Einsprüche zu Prozeßver 
fahren führten. Um diesem Uebelstande abzuhelfen, soll 
nun eine Gebührenordnung für den Landaufenthalt er 
lassen werden, durch die die Gemeinde dann gemäß 8 90, 
des Kommunalabgabengesetzcs den Beitrag im Zwangs 
verfahren einziehen kan». 
o TSe Mictsätz,? für ElettrizitättgShler sollen ;itn 
100 v. H. erhöht werden. Außerdem sollen die Sicher 
heiten, zum Schutze gegen Ausfälle auf folgende Be 
träge erhöht werden: Bis zu einem Anschlußwert von 
200 Watt 30 M., 400 Watt 60 M., 500 Watt 90 M.tz 
bei höherem Anschlußwcrt entsprechend mehr, für jede 
Bogenlampe bis 500 Watt 90 M., und für jede Pferdp- 
'trast 75 M. 
o O-ffPirtlicher Arücitsnochwris, ErwerbllosewFür-. 
forae. Die Vermittelungs-Tätigkeit in der Frauen-Ab- 
teilüng des Arbeitsnachweises ergab im Monat Januar 
19j20 folgende Zahlen: Arbeitssuchende 844, Aufträge 
1050, Vermittlungen l>38. Die Zuweisung von ArbeirS- 
rräften erstreckte sich in der Hauptsache ans Vermittelungen 
von Aufwart.'-, Reinemach- und Waschfrauen. Hausange 
stellte konnten in nur geringem Umfange zugewiesen 
werden. Geübte Hand- und Maschinennäherinnen, Steno 
typistinnen, Kontoristinnen, Verkäuferinnen, Buchhalierin- 
uen werden täglich angefordert. Sie sonnten in häufigen 
Fällen nicht zugewiesen werden aus Mangel an geeig 
neten Arbeitskräften. Als Stellensuchende sind u. a. einge 
tragen: Bürogehilfinnen, eine Lehrerin, Aufwarte- und 
Abwaschsraueu für nachmittags und abends. Heimarbeite 
rinnen für schriftliche Arbeiten und für leichte Näherei, 
sowie für Glanzplätterei. Die Männer-Abteilung des Ar 
beitsnachweises hat im Monat Januar 152 Arbeitsuchenden 
/Krb.eik vermittelt. In dieser Zeit wurden 289 Arbeits 
suchende gezählt. Infolge der ganz geringen Bautätig 
keit, — zur Zeit sind nur die Barackenbauten auf dem 
Maybachplatz und in der Wiesbadenerstraße im Gange —, 
und wegen der schlechten Lage in. der Industrie konnten 
hauptsächlich nur Stellen zur aushrlfsweisen Beschäftigung 
vermittelt werden. Rege Nachfrage herrscht nach wie vor 
nackt Schneidern, Möbeltischlern und Schuhmachern. 
Maurer werden selten verlangt, während für Maler, Me 
chaniker, Kaufleute und Bauschlosser die Aussichten auch 
weiterhin schlecht sind. Der Ocffentliche Arbeitsnachweis 
befindet sich Niedstraße 41 und ist Werktags geöffnet 
von 9 bis 1 Uhr; die Frauenabteilnng außerdem von 
4 — 7 Uhr nachmittags außer Sonnabends. Anruf: Män- 
nerabieilung: Pfalzburg 4631, Frauenaoteilung: Pfalz 
burg 3485. Die Vermittelungen erfolgen kostenlos. Die 
Zahl der in der Erweröslosen-Fürsorge unterstützten Perst 
sonen ist im Monat Januar von 175 auf 158 zurückge 
gangen. In erster Linie ist dies darauf zurückzuführen, 
daß der Arbeitsnachweis mehr wie früher von hiesigen 
Arbeitgebern benutzt wird. Viele der Arbeitgeber stehen 
aber noch abseits, beschaffen sich ihre Arbeitskräfte durch 
freie Annahme, durch die Zeitung oder auch von anderen 
Nachweisen. Es muß erreicht werden, daß die in Frie 
denau beschäftigten Arbeiter sämtlich von dem hiesigen 
Arbeitsnachweis angefordert werden, dann wird das Ziel 
der Erwerbslosen-Fürsorge, — d. i. die Beendigung derUiv- 
terstütznng durch Aufnahme von Arbeit — bald ganz 
erreicht werden. 
o Flugpost nach, Leipzig. Während der-Messezeit vom 
1. März ab werden die zwischen Berlin und Leipzig 
verkehrenden Rumpler-Flugzeuge zur Postbeförderung bs- 
nnyr werden. Flugplan: ab Jqhannisthal 1 Uhr, an Leip 
zig gegen 2 Uhr. Leipzig ab 5 Uhr, Johannisthal an 
gegen 6 Uhr. 
o Kr iist g erncin dec- Ab end. Zwei bisher noch nicht zu 
Wort gekommene Künstler, deren Namen a,ber allerersten 
Ruf besitzen, werden wir am nächsten Kunstgemeinde-Abend 
Freitag, den 5. März, im Steglitzer Lyzeum begrüßen 
können, Inge Thorsen und Ludwig Hardt. Inge 
Thorsen, der berühmte Koloratursopran der Hamburger 
Oper, folgt einer Einladung der Kunstgemcinde na,ch 
Berlin, sie wird Arien und Lieder singen und sicher hier 
den gleichen Beifall erringen, den sie in Hamburg und 
überall dg, wo sie auftrat, gewohnt ist. Ludwig Hardt, 
der Meistersprecher, wird neben anderen seine bewährten 
„Schauspieler-Porträts" zum Vortrag bringen. 
o Eltcrnversaminlung. Am Freitag, den 5. März, 
71/3 Uhr, findet die Grinsten der Liste der fortschrittlichen 
Schulreformcr (Liste Albrecht) in der Aula der Fontäne- 
schule an der Nathanaehkirche, Rubensstraße, eine öffent 
liche Versammlung statt. Es sprachen Oberlehrer Dr. 
Karsen über „Reformen an den höheren Schulen" und 
Oberlehrerin Marg. Pantcn über „Religionsunterricht und 
Religiosität". Jedermann ist eingeladen. 
0 Tr. Ludwig Wüllner wird am nächsten Kiiust 
abend. Donnerstag, den 1l. März abends 8 Uhr, in der 
Aula des Rcalgvmnasiums Goethe und Schiller rezitieren, 
kl a bringt er Mahonets Gesang, Gort und die Bajadere, 
das verschleierte Bild zu Sais und der Fischer zum Vor 
trag. Am selben Abend wird auch das Vokal-Terzett alte 
Volkswaisen zu Gehör bringen. Eintrittskarten zum 
Preise von 5, 3, (2 und 1 Mark sind von heute ab in 
der Musikalienhandlung von Schwartz, Rheinstr. 60, er 
hältlich. 
o Teutsch,'ort. Der bis zum April 1919 in Frie 
denau ansässig gewesene und dann nach Wilmersdorf, 
Wilhelmsaue 112, übergesiedelte W0hlsahrtsverein Tentsch- 
wehr E B. hat, wie wir hören, durch Beschluß der 
Generalversammlung vom 28. Februar 1920 schien Na 
men in „Teutschhort, Amerikas Hilfe in Deutschlands 
Not" E. V. geändert. 
0 Obarschiisier! Eure Heimat soll Euch genommen 
werden. Dies zu verhindern, ist das Ziel des Vereins 
heimattreuer Oberschlesier. Jeder in Oberschleiien Gebür 
tige hat die Ehrenpflicht, bei der Abstimmung seine Stimme 
in die Wagschale zu werfen. Am 8. März abends um 
7,30 Uhr sinder in der Aula des Real-Ghsmnasiuwh-- 
Homuthstraße eine Versammlung der Obers ch l e - 
sier statt. Jeder Oberschlesier, sowie Jeder, dem das 
Schicksal unseres Vaterlandes am Herzen liegt, ist will 
kommen! 
0 Nicht aus dem Fairster lehnen! Als sich der 14 jäh? 
rige Schüler Paul Starpelberg aus der Lacknerstr. 
Nr. 5 in Steglitz für kurze Augenblicke aus dem Fenster 
eines Südender Vorortzuges beugte, wurde er von der 
offenstehenden Tür eines entgegenkommenden Vorortzuges 
derartig am Kopfe getroffen, daß er einen Schädelbruch 
erlitt, der bald darauf seinen Tod herbeiführte. E0 
kann angesichts dieses traurigen Vorfalles nicht dringend 
genug darauf hingewiesen werden, welche Gefahren mit 
dem Hinausbeugen in der Eisenbahn und auch bei Straßen 
bahnfahrten für Leben und Gesundheit verbunden sind. 
0 Einbruch in unsere Druckerei. Gestern Abend sind 
Diebe in die Räume unserer Druckerei eingedrungen, 
haben dorr vier wertvolle Treibriemen von der Trans 
mission genommen und entwendet. Ferner stahlen sie 
den Regenschirm und einen kleinen Spiegel der Anlegerin, 
sowie zwei Scheren, die einem Maschinenmeister gehörten. 
Die Diebe haben das' Haustor sowie die vom Hausflur 
aus den Hof führende Tür erbrochen und sind dann in 
die Truckereiräume gelangt. Der Einbruch mutz vor (411 
Uhr stattgefunden haben. Denn ein Hausbewohner, der 
um diese Zeit nach Hause kam, fand die Türen geöfF 
net vor. 
0 Täglich wird grstohlpn! Das ist nichts Neues, und 
dennoch tuen viele Menschen so, <ils ginge sie daS nichts 
an, bis — auch sie von einem Diebe besucht worden sind. 
Wir müssen uns daran gewöhnen, mehr als je auf 
fremde Personen im Hanse zu achten, wir müssen auch 
darnach trachten, die Bewohner im Hause, namentlich 
den lieben Nachbar kennen zu lernen. Denn nur dadurch 
kann man den Dieben zu Leibe gehen und sich selbst schützen. 
Noch heute sind viele Wohnungen ohne Sicherheitsschlös 
ser vorhanden, die mit jedem krummen Nagel geössnejt 
werden können. Aber auch auf andere Türsicherungen 
sollte man heute, wo der kleinste Gegenstand begehrter 
ist als Papiergeld, mehr Wert legen. Neben den Woh 
nungsdieben haben wir die gewerbsmäßigen Bodenans- 
raumer, die die Bodenkammern und die Trockenböden 
heimsuchen. Fast kein Tag vergeht, an dem hier nicht 
solche Bodendiebstähle stattfinden. Und kein Mensch hält 
solchen Dieb auf. Zuweilen wird auch der Keller aufge 
sucht. Sv erbeuteten kürzlich im Südwestkorso Spitz 
buben, die einen Keller ausräumten, für 15 000 M.; 
Wäsche. Treppenlänferdiebstühlc sind gleichfalls alltäg 
lich. Gestern sind hier Rheinstr. 50 im Hause des Kaffee 
Wanke mehrere wertvolle Läufer gestohlen worden. 
V e r c 1 ri s -Dach richte n 
)( Fricdknauer Männsr-Gcsang-V.-rcin 1875 lieb,inqs!stun 
den jeden Donnerstag —lOVa im „Hohenzollern". Souges- 
kundige Herren als Mitglieder jederzeit willkommen 
st Brret» für Ration-ilstenliprophie Berliner Westen Jeeen 
Donnerstag 8 tlhr, Uebungsstunde im R.staurant „Kaisereiche". 
X Frsidenauei Hausfrauen Verein heilt mm gen Donnerstag, 
den 4. März, abends V,8 Uhr in der Königin-Luisen Schule seine 
Mital. Versammlung ab. Referat Herr Le tnant H über: „Klein 
siedlung ein Weg zur Voikcaesvndheit " Geschäftliches und Haus 
wirtschaftliches. Zahlreiche Veieilignng dringend erwünscht. Am 
18. März, 4-Uhr-Tee im Ratskeller ' 
)( Ter Frauenbund der Teutschen Demokratischen Partei, 
Ortsgruppe Friedenau, ladet zu ein, n> Vortragsabend auf Freitag, 
den 5. März, pünktlich 8 Uhr abends im Restaurant Kaiserburg 
ein. Frau v. Rosen spiicht über die aktuellen Themata: „Haus- 
angestelltensrage" und ,Sic politische Lage und die bevorstehenden 
Reichstagswahlen'ü Um recht rege Beteiligung der Damen und 
Herren der Partei ivird gebeten; Gäste sind herzlich willkommen. 
i( Klubabend der Kunststücke für Volksbildung am Freitag, 
den 5. März im oberen Saale des Gasthauses „Hohenzollern" 
Handjerpstr. 64. Um 7 Uhr für Jugendliche: Vortrag msi Vor 
führung von Experimenten von Erik Hasselgren aus dem Gebiete 
der Influenz-En krrizitäl. Von 8 Uhr ab für Erwachsene: Freie 
Vorttäge und ein Stündcke» Tanz. 
)( Veteranen- und Krieget verein: Tie nächste Vereinsver- 
samnckuikg findet am Sonnabend, den 6. des Monats abends 
7 1 , Uhr ttn Vereinslokal-statt. 
)( Männerlurnve-ein c. Ä. (Obttv.) Tos Schülerturn<n 
am Sonntag, den 7. Mtsiz, findet nicht in Steglitz, sondern in 
Lichierfetde, in der Turnhalle des Realgymnasiums Drakestraße 
Ecke Weddigenwegl statt. 
)( Deutschnationaler-Jugendbund Vcisanimluuo der Mit 
glieder findet an, Sonntag, den 7 März, in den Rhcinlchloß- 
L chtspielcn, Rheinstr 60, vormittags lo'/e Uhr statt. Für Unter 
haltung ist gesorgt. 
und 
§A SteuererhöhuwI i:r LickKsrsclde. Tie Lichtcrsel- 
der Gemr'udevertretilng beschäftigte sich mit einer Vor 
lage des Gemeindevorstandes, zur Deckung der im Rech 
nungsjahre 1919 entstandenen Mehrausgaben die Steuern 
.zu erhöhen. Die ungedeckten Ausgaben haben in der 
ordentlichen Verwaltung die Höhe von 3 251 698 Mark 
^erreicht, denen als voraussichtliche Mehreinnahmen mur 
'2 599 678 Mark gegenüberstehen. Trotz des außerordentlich 
günstigen Mehraufkommens an direkten Steuern mit 
1 100 000 Mark und des Aeberschllsses des Vorjahres mit 
488 000 Mark ist demnach ein Fehlbetrag von 65»! 020 
Mark in der ordentlichen und von 171 666 M. in der 
Kana!i!ationsvcrwaltung zu decken. Vorgeschlagen und be 
st!, lossen wurde deshalb eine Steucrerhöhung um 40 v. H. 
der Gemeindeeinkommensteuer von 260 auf 300 v. H. 
sowie die Festsetzung der Kanalisationsgebühr von 5 auf 
6,5 v. H. des GebäiidesteuernutzungswerteS. 
Für diese Rubrrk übernehmen wir keine Vernnrivorluna 
Eine ircrc Gcsälr für die Kinder? 
Hcrr Regiiernngsbauineister Albrecht schlägt sich selbst 
ins Gesicht, er jammert einerseits darüber, daß den Kin 
dern in der Schule die Religion entzogen werden 
soll und sportcr andererseits darüber, daß wir bösen 
Sozialdemokraten für B v l k e r v e r s ö 'h n u n g eintreten. 
Grundsatz jeder Religion ist die Nächstenliebe, also 
die Verständigung, Versöhnung und Verbrüderung, ivil 
Sozialisten sind also die Religiösen und er das Gegen 
teil, da er den Grundsatz jeder Religion als Hirngespinst 
bezeichnet. Herr Albrecht erklärt die Nächstenliebe als 
eine Unmöglichkeit, begründet durch den in der Natur 
ewigen Kampf ums Dasein und durch die Geschichte immer 
wieder bewiesen. Wenn dem so wäre und ewig bleibe!» 
sollte, Herr Albrecht, so wäre das die Ban kerotter- 
tlärung jeder Religion, das Eingeständnis, daß die 
Religion nicht imstande ist, die Menschheit zu bessern 
und zu veredeln. Wir bösen Sozialisten denken Mhders, 
wir kennen das 1. Buch Mose, wo es im Vers 26 also 
lautet: „Und Gort sprach: Lasset uns Menschen machen, 
ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die 
Fische im Meer und-über die Vögel unter dem Himmel 
und über das Vieh und über die ganze Erde und 
über alles Gewürm, das aus Erden kriechet." Darum 
sehen wir Sozialisten es als unsere Aufgabe an. uns 
nicht mir reißenden Tieren auf eine Stufe zu stellen, ivir 
streben danach, das Böse zu unterdrücken und nicht es 
fatalistisch zu verewigen. Wir streben nach dem Frieden
        
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