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Periodical volume Nr. 53, 02.03.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

Gcauftragt Wochen, eine umfassende geschrchllichc UMrjlcht ^ 
Mb'er den EirMK der Technik. auf das-Zültnrleben zu 
zfchrcköcn. DiesM?lrLsiL wird' vorst SchulbüchcrauKschnß. 
MM ReiLSbundW»veröffentlicht' werden, damft sie in die 
Mxuen GeschichLsöücher übergehen- Die FtldhauS'scheu 
P.HÜcher „RuhmeSLtätter 'der Technik" (1910', „Deutsche 
8 Techniker und Ingenieure" (lölS; und „Deutsche Er- 
Müder" (1908) vertreten schön Zange die Technik in den 
OSchüler- und Lehrerbibsiotheken. Das umfassende Werk 
ss von Feldhaus „Die Technik der Vorzeit, der geschichtlichen 
'i Zeit und der Naturvölker" gilt als das beste Gesamtwert 
x auf diesem neuen -Forschungsgebiet. 
o In dem Bezirk „Westliche Vororte" des Verbandes 
wechlichchr! HaaLclck- und BLreangestetlten hielt am 
" -27. Februar die erste Vorsitzende der 'Ortsgruppe Groß-'- 
herlin, Fräulein Gertrud Israel, aus der Fülle ihres 
■ Wissens einen sehr anregenden Vortrag über „Tie ge 
st werifschafilichen Forderungen des Tages". Nachdem sie 
den Begriff und Ursprung des Wortes' „gewerkschaftliche 
erklärt hatte, erläuterte sie die Rechtlichkeit des Streiks, 
sagte von Fällen, wo er Menschenrecht und solchen, wo 
f er arge Schädigung der Angestellten ist und ging dann 
zu dem Unterschied in den Kampfesmitteln zwischen An- 
; gestelltnr und Arbeitern über. Tie Revolution vom so 
zialen Gesichtspunkt tvurde gestreift, die Verordnung vom 
'sts23. Dezember 1918 des Rares der Vollsbeairftragten 
leuchtend hervorgehoben, in welcher zum ersten Mal die 
)' Gewerkschaftcn-Verbände als die Vermittler zwischen An- 
. gestellten und Lsrbeirgcbern gesetzlich festgelegt wurden. 
Frl. Israel sprach weiter über'Licht- und Schattenseiren 
l Der 'Tarifverträge und der Unmöglichkeit für die .Ange 
stellten, die augenblickliche' Teuerung abzubauen. Die For 
derungen des Tages, bestehen nicht, wie vielfach ange 
nommen wird, nur 'immer in neuen Tarifforderungen, 
sondern zum größten Teil in der sozialen Hebung des 
Standes, der Weiterbildung der Angestellten, denn es 
gilt auch hier: „Den Tüchtigsten gehört die Welt!" 
o Frrimarkciru Mbewers des Neick spostministeriums. 
Die von einigen Zerrungen gebrachte Nachricht, daß die 
Märken entwürfe jetzt im ReiKspostministcrium ausgestellt 
seien, ist unrichtig. Ort und Zeit der Ausstellung iocrden 
st Noch bekannt. gegeben werden. 
V Eins KiknstMsstellung in Friedenau. Die Orts- 
: gruppe Friedenau des wirtschaftlichen Verbandes bilden 
der Künstler Berlin E. V„ veranstaltet- hier im April 
eine Ausstellung von Werken ehemals feldgrauer Künst 
ler, der später weitere Ausstellungen der gesamten Frie- 
denaucr Wünstlerschasr folgen sollen. Alle Friedenau«-: 
ehemals feldgrauen Künstler, auch die dem wirtschaft!. 
Verband noch nicht angeschlossenen, werden ein.gelaGen, 
am Freitag, den 5. März, nachm, ö Uhr, im Restau 
rant „Kaiscrciche" zu erscheinen. DieSbezügl. Anfragen 
, sind zu richten an Maler Mar Mackolt, Friedenau, Fröanf- 
stArßc 9. 
, o Ällgkm'kKchr Drutschrr Sprachverein. In der Jahres 
hauptversammlung dcrLr icd »na ucr O r ts gruppe 
wurde Oberlehrer Dr. Mauer mann zum 1. Vorsitzen- 
, den, gewählt; 2. Vorsitzender wurde Geh. crp. Sekretär 
Paul Lauge, Schriftführer Kaufmann Kurt Wenilcher, 
.Schriftführerin Frl. A. Fenskc, Bücherwart Student 
Ruprecht;, ferner wurden 12 Beisitzer gewählt. Der Mit 
gliederbestand betrug am 1. Januar d. Js. 275. Herr 
DH Friedrich Lange hielt einen Vortrag über das 
Deutschtum in Oesterreich. In der Ausspräche erwähnte 
Hexp Brücker einen böhmischen Ort Friedenau, mit dem 
man früher einmal angeknüpfte Beziehungen wieder auf 
nehmen sollte. Tie geplante Neuordnung der Rechtschrei 
bung war weiter Gegenstand einer eingehenden Ausl 
spräche. Es wurde als bedauerlich bezeichne!-, das; der 
- Vorsitzende des. Allgemeinen Deutschen Sprachvereins, Herr 
Geheimrat Sarrazin, für diese Bestrebungen eintrete. 
t ■ o Der Frrcdcnaner Parschkakvercin versammelte' am 
.Freitag seine Mitglieder und zahlreiche Gäste im großen 
Saal des kirchlichen Gemeindehauses zu einen: gesclli- 
^gkin Abend, an dem allerhand heilere Geist«r ihr 
. 'Wesen trieben. Schon dis sein erdachte und geformte 
- Begrüßungsansprache des Vorsitzenden, Professor Dr. 
Klein ecke, nur ihrer humorvollen.Wcltberrachtung und 
leisen Ironie wußte die Zuhörerschaft aufs angenehinste 
zu,,unterhalten und in empfängliche Stimmung zu ver- 
setzen- Den Mittelpunkt der künstlerischen Darbietungen 
bildeten heitere Vorträge aus deutschen Dichtern von Felix 
Es war der Ar-t, den Heinz gerufen hatte. Länger 
wartete der junge Mann nicht mehr. Er verabschiedete 
sich von deni Pölizefteutnant, der ihn Noch--um einige 
nebensächliche Einzelheiten befragte, und ging dann i« 
seine Wohnung hinunter. 
... An die Lrüskung des offenen Fensters lehnte er sich,, 
ließ die kühle Nachtluft seine heißen Schläfen umwehen 
und starrte mit brennenden Augen in das Dunkel. Wie 
still und friedlich es da draußen wart Mit einförmigem 
-Plätschern und Rauschen siel der Regen, als dunkle; 
schwere Massen lagen die Häuser d?r anderen Straßen 
seite vor ihm. Und er dachte an sie.. Wie sie ihn ange- 
fehen, als sie drinnen in scincni Zimmer vor ihm saß, 
wie graziös ihre Schönheit war, uitd wie ihre Augen 
voller Entsetzen gewesen waren» als sie von oben herunter 
kam,. von oben, wo der Tote lag. 
Wie lange er so am Fenster gestanden, wußte er 
Mternicht mehr zu sagen. Er hörte nur einen Wagen 
vorfahren — einen schwärzen unförmigen Kasten — bas 
Gefährt, das den toten Martens zum Leichenhaus bringen 
sollte.-- -> , 
« „2a schloß er erschauernd das Fenster und legte sich in 
den Kleidern auf sein Lager — mit dem Bewußtsein, daß 
dunkle, schwere Tage ferner harrte», baß das Schicksal ihn 
in dieser Nacht in ein düsteres Verhängnis gezerrt halte. 
3. Kapitel. 
^M.Seit mehr als einer Woche stand für das Berliner 
' Publikum der Mord in der stillen, vornehmen Nanie- 
straße im.Vordergrund des Interesses. , 
Die Zeitungen hatten sich mit gebotenem Eifer des 
seine geheimnisvollen Nebcnuinftände doppelt fcnsa- 
Konerän Ereignisses bemächtigt und hatten ihre» Lesern 
Lag für Lag äivMhrllch über die Ergebnisse der polizeilichen 
, tüecherchrn und der »kr kroßer Anzahl erfolgten Zengenoer- 
nrhmvng belisttm. 3'we^ riew^jr bfs. zrw. Stunde nicht 
rin dcr Loge gewesen, LiWUMüaymö'des Ltörders oder 
Ä»uch u.uv die Ke ßgjb- 
Frhx. v. Sie not in. In meistechafter Werse Verstand 
Ä Ser Vortragende. Waldemar Bonscls entzückenden Ry- 
Uran „Die Mene Maja" in fei*» Zügen zu dntwickeln, 
so daß das' vorgetragene Bruchstück,'das .Abenteuer ,mt 
kleine Geschichte des Vortragenden von behaglichem .pumor 
„Der Knopf" und endlich das entzüs-xnde Gedicht „c-eelen- 
wandenrng" von Adolf Holst. Eingerahmt wurden diese 
Vorträge von Liedern und Reigen. 'Tony Ikecke l sang 
zur Läute Lieder von Mendelssohn und Schmid-Kayser, 
sowie einige dervkomische Vokkssicder. Durch ihr schYncÄ 
musikalisches Können und ihren sinnig belebten Vorträg 
erwarb sw sich reichen Beifall. Allgemeines Entzückten 
erregte der Rokolo-Reigen und der Bauerureigen, die 
Lieselotte Römer und Irmgard Riester anmuiig und 
schelmisch in Haltung und Gebärde und in trefflicher 
Einstudierung ausführten, am Klavier von Frau Fie- 
bing beglejrei. Beide Reigen mußten wiederholt werden. 
So bedeutet' dieser Abend wieder einen vollen Erfolg 
des Pqrochialvcreins. 
o Rn dir aus der Kirche ausge'chiedeur» Gemeinde- 
n-itgiicLcr wendet sich ein Schreiben, däs der kirchliche 
Gemeindetag der südwestlichen Vororte (Steglitz, Lichter- 
fcldc, Friedenau, Dahlem, Schmargendorf, Lantwitz, 
Wilmersdorf) beschlossen hat und wie folgt lautet: „Nach 
dem uns durch Schreiben des zuständigen Amtsgerichts 
bekannt geworden ist, daß Sie aus der. evangelischen 
Kirche ausgetreten sind, wollen Sic uns gestauten, Sie 
ans die Folgen Ihres Austritts aufmerksam zu machen. 
Wir zweifeln nicht, daß 'Sie fortan die religiösen »Rechte 
der mündigen Gemeindeglieder, nämlich die Taufpaten 
schaft und die Teilnahme am heiligen Abendmahl, für 
sich nicht mehr begehren werden. Worauf wir abeir beson 
ders hinweisen möclftcn, ist, daß Sie sich durch Ihren 
Austritt jeglichen Rechtes auf Inanspruchnahme der kirch 
lichen Handlungen und Feiern begeben haben. Sie 
müssen auf die kirchliche Trauung ebenso verzichben. wie 
auf kirchliche Ehren und geistliche Begleitung bei der 
Beerdigung. Die Annahme Ihrer Kinder zur Taufe und 
Konfirmation ist ins Ungewisse ge.rückt, da sie nur auf 
Ihren besonderen Antrag und nach genauer Prüfung 
der besonderen Umstände gewährt werden können. Daß 
Sie das kirchliche Wahlrecht nicht ausüben dürfen, braucht 
nicht erst gesagt zu werden." 
v Einen tragisch:» Auogarg für Earl Auen hätte 
beinahe die Montag-Abend-Vorstellung in« „Albrcchtshof" 
zu Steglitz genommen. Bekanntlich erschießt sich Carl 
Auen am Schlüsse seines Film-Sket'ches „Mitrernachtsi- 
spuk". Ein plötzliches Versagen seines Revolvers zwang 
Earl Auen die Situation «ruf andere Art zu retten: Er 
ergriff schnell entschlossen ein „Giftsläschchen" und leerte 
cs auf einen Zug. Durch einen unglücklichen Zufall 
enthielt das Fläschchen noch einen Rest giftiger Photo- 
Chemikalien. Tie Wirkung zeigte sich' sogleich. Ein sofort 
herbeigerufener Arzt wandle kräftige Gegenmittel an und 
sprach die Hoffnung aus, daß Herr Auen voraussicht 
lich keinerlei üble Folgen zu vcsürchicn und daß er sein 
Gastspiel nickt zu unterbrechen habe. 
o Asch gffuaör» sind unserer Fundstelle im Rathaus 
ein Anhänger, und ein Portemonnaie mit Inhalt gemeldet. 
V erd ns-Hadmghtcii 
)( Orchester-Vereinigung dis Westens fSÜMitgl.) UebungS- 
abcvde jeden Dienstag >F8—ftzlv Uhr iM Saal Nheinstraße 24 
Musitsrcunüe ivillkominm. 
K Verein der wavicrhäudlcr Ortpgrvppe Friedenau. Morgen 
Mittwoch, ueit' 8. März, abends 8 Uhr Versgminlung tin Brandrn- 
burger ^of, Ronnebergstr. Erke Kaisckrallee. Lchulßagen. 
b' 
Mittw . 
)( Teutsch Natioraler-Ingendbund. Der Laüicnchor übt am 
Mittwoch, den 3. März, 6 Uhr abends Bel Gramer, Waonerplatz 0 II r. 
Erscheinen dringend notwendig, Jnstrmnenke mitbringen. 
^ K Dentscknationale VolkspacieiFriedenau. Nächste Zusaminen- 
kiinft Donnerktog, ,4. März, 8 Uhr ahenh's i:n Hohenzollcrn. Vor 
trag und: Anssprache über: Zwäizgsjvirtschast. 
^ )( Berliner 'Arbeitcr-LchachkUib Äbtl. Friedenau: Spielabend 
l"8en Freitag abends 8 Uhr Ncstauranr Liebste, Cchloßstr. 123. 
Daselbst auch jeden Sonntag von 10 Uhr vprm. bis 1 Uhr freier 
Schachveriehr.. Kar Anfänger LehAurse: 
Martens davon zu beiiachrichsigen, daß xr sofort in das 
.,Savor;-5)otcl-" rcnimcn müsse. Wenn Herr Martenes nicht 
zu Haus wäre, sollte ich es ausschreiben. Ich schrieb xs- q;'r 
einen Zettel, den ich obern in den Türspalt ftectte. Dann 
bin ick, wie gesagt, in meinein Zimmer eingefchlpfen. Als 
.ch aufwachte, war cs drei Uhr. Ich dachte dqrasi, wie 
dr-mgend der Unbekannte mir die Sache gemacht hatte, unb 
weil ich fürchtete, Mariens könne den Zettel überfeherr 
baden, ging ich lieber noch einmal hinauf. Dabei fand ich 
ihn dann." 
„In seiner Wohnurrg—?" . 
„Reiß, auf der Treppe. Die Leiche UeZEnoch so, wie 
ich sie vorgofuitden Hobe. Wenn Sie hinäufgehert.sppÜen — 
Er schloß sich dem Polizrileuruailt aj£ gemeinsam 
. stiegen sie znm oberen Stockwerk rinpor. Den TotssttFelbst 
rührte der Beamte nicht an; er begnügte sich damit, den 
Tatort zu untersuchen. Eine Mordwaffe, mit der das Ver 
brechen hätte verübt fein können, fand er nicht. 
„Herr 5)?llfeldcn — 
„Bitte,?" — - 
„Sie sagten, daß Sie den Zettel in den Türspalt steckten. 
Ich sehe hier nichts davon." > 
Heinz trat zu-ihm. Er wußte genau, daß ex der»; 
Zettel so Zwischen die Tür geschoben hatte, daß er noch 
von außen sichlbar war. Jetzt war er verschwunden. 
> „Vielleicht ist er hinuiitcrgefallcn." 
Der Beamte wandte sich an den Hausverwalter. 
„Haben Sie einen Schlüssel, mit dem man die Tür 
öffnen kann?" 
.. „Der Tote hat ja den Schlüssel noch in der Hand, mit 
dem, er anffchkießcn wollte. Herr Lcutnanll" 
Der Polizeibeamre nahm den Schtüffel aus de» 
Fingern des Toten, die noch mcht, erstarrt ttvaren, und 
öffnete f)ie Tür. Drinnen auf dem Flur fand er den 
- Zettel.' über weit von der Tür cntsentt. 
„Es muß jemand die Tür geöffnet baden, und dabei 
ist der Zettel sortgeweht oder von dem Ben essenden sort- 
geivprfen worden," meinte er. «Wer kommt da?" 
Berlin und Vororte 
f ?( ErkÄnknn der SrüttaSsützr-'CMHrAl in Mlru.-rs« 
dorf." Die Tckris-' und Lohnbewegungen, die Bermindrrung 
per- Arbeitsleistung itnb die Preissteigerungen für Furce' - 
jnittcl usw. haben den Wilmerovprfer Magistrat vcr.n- 
sart, die Gebühren für die erst wenige Monate i;n Be- 
islinnuunr] ist i-mu 
für die regelmäßige Abfuhr eines Gefäßch Af mouat 
lick 9.60 M. (bisher'6,20 Mark' vom 1. März ab zu- 
zustimnfen. ---- ^ 
8v Auflösung drs V. WUmersdorfer Lpzcuws. Nach 
dem "das JoachiM-Friedrich'-G--)innasimn* ackfMöst worden 
ist, kommt jetzt die. Reihe au das im.gleichest Mbande 
befindliche V. Lyzeum. Gegen diese gevlante ^Maßrege' 
wenden sich zwei Einsprüche des Lehrerkollegiums und 
der Eltern der diese Ansürit besuchenden Kinder an Ma 
gistrat und Stadtverordneten. 
tzo Stadti>am»t Bko-tschn-rdcr, Eyarlottevstnrr», Dr. 
h. c. Rektor und SkN.it der Technischen .Hochschule Dan 
zig haben dem Stadtbanraj Bredlfchnrider in Chor- 
lottenburg, in Anerkemmng keiner hervorraaerchen prakti 
schen und wisscnfchaftlichcn Leistungen im Städtebau und 
im städtischen Tiefbau die Würde eines Dr. Fug. ehren 
halber verliehen. "ZZ "H, . ' ' - ' - 
Für blefe Anbrjk Übernehmen wir keine Verantwortung.) 
Eine neue Gefahr für die KinLeri 
Wißt Ihr Eltern, wo sie droht? Gerade dort, wo 
Ihr Eure Kinder sicher geborgen glaubtet: in der Schulel 
Die Achtung vor den Lehrern Und das Vertrauen zu 
ihnen soll den Kindern verkümmert, das Deutsch'.um ihnen 
zugestutzt, die Religion ihnen tzorcnlhalren werden.- 
'nichts mehr von den das Kindbrgemüt ergreifenden Er- 
'zäylvngen und Wundern des Buches der Bücher, von 
beit wundervollen Worten und Tönen eines Martin. 
Luther, eines Paul Gerhardt, u. a. Ihr Ettern wißt. 
Daß Ihr selbst nicht in der Lage seid und nicht die Zeie 
ffindet, in diesem! Teil der Erziehung die Schule zu 
Ersetzen; die Schule aber soll davon „befrei:" werden. 
zStatt dessen will man den Kindern die allgemeine Völier- 
,Verbrüderung predigen, dieses Hirngespinst, des'cn linntto- 
-litMeir durch den, in der Natur begründeten, ewige!' 
Kampf ums Dasein und durch die Geschah e imn-.er. 
wieder bewiesen ist. Bon diesem Aitenlät.ov» -die En-- 
iwicklung Eurer Kinder, irelck'es gewisse Sarchieu plan v, 
shat Ihr doch schon gehört? Die neu geschasfcnen'Ettw-'- 
leiräte will man zu parteipolitisches-Zniecken aus- 
'nützen, die den Eltern zugestandenen Rechte zu ciram 
.unheilvollen Einfluß aus die Erziehung der Kinder in 
jder Schule mißbrauchen. Wenn Ihr aber davon gehört 
ihabt, warum wehrt Ihr Euch nicht'dazeo-eu-l 
»Warum besucht Ihr nicht die EiteruversammlüUKnf Gterck - 
jgikligkeit ist hier Verbrechen an Euren Kindernl Roch ist 
ics nicht zu spät. Bewahrt die Sectc Eurer Kinder vor 
der droheicheii Gefahr. Die Wahlen am iiäckfren So.m- 
itag geben Euch Gelegenheit, für die E!lernbeirä-o Kandi- 
Darcn zu wähle», die Eure Anschaupnaen vertreten nnd 
'zu verteidigen wissen werden. Ihr findet sic auf der 
unpolitisch-christlichen Lifte. 
Albrecht, Regierungsbanmeister, Rrngstr.' 1S.-- 
——>, '.—— 
keraütiv SÄrstLrlter: L er q, Martini» s sn ^riestvan 
^ A mrl i che s 
Bekanntmachung. 
Es wird nochmals- daraus hingewiesen, daß die R i c d- 
,'st raste zwischen Rhein« und Lauterstr. an M ar k i t a g c it 
!van 0 Ilhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags für jeden 
'Fllhrwerksveckehr gesperrt ist. Im Jntcreffe der Auf- 
-rccht'crhaltnng der Ordnung und zur Vcrmcidü-ig von 
sUnglückSsällen ist die Beachtung der Sperrvcrsügung brin- 
zgend erforderlick. Berkin-Friedcuaii, den L-ll ftt. 1U20. 
'Der Amtsvorsteher. Walger. ' 
Bckanirtmarlmug 
In'der Woche voni I 7. März gibt es oi>i ».io «0 
Abschnitte der Nr. 10 der Rcichsftcischtar.e cküst Gr. 
Nindcrgesricrfleisch mir ein gewachsenen Knochen zi>m Preise 
von 8,22 M. Der Verkauf beginnt in dieser Warpe am 
Donnerstag, Dcrliu-Friedcnau, den 2. März 1020. Der 
; G'cmcifttziMucstand. I. V. Frisdel. . 
aaBggggBa 
wegs sichere Schlüffe auf die Person dieses Mörders ge 
stattet hätte. j 
Jedenfalls war feit langer Zeit in der Rcrchchauptstad 
kem Verbrechen verübt worden, dessen Erörterung den meh 
oder menigpr scharfsinnigen Kombinationen findiger Kö;,'. 
so viel Spielraum gelasien hätte, wie' diese unter den 
Schutze der Nacht begangene Lluttdt. Und es tonnte 
daruiil. nicht wtindemehmcn, daß heute, am zehnten Tan 
nach dem Morde, auch am „Tische des Lbersileuiiioitts' 
im „Klub der Dreißig" von nichts anderern gespreche« 
wurde. ! 
Mit dein „Klub der Dreißig" und dem „Tiüh de- 
Oberstleutnants" aber hatte cs folgende Bewandtnis. 
Eirie Anzahl von 5)errcn verschiedencn Aftcrö' unk 
verschiedener Lebensstellung, wenn auch in der Mrhrhri 
dem künstlerischen und schnftstellerischen Berufe ckUaehörck 
war durch den Zufall Monate hindurch um die Mittäa-Zbv 
im Hinterz'muncr einer renommierten Weinstube- de; 
Potsdanier Straße zusammengeführt worden. Tik aus l:c 
manni'gsachstcn Interessengebiete hiuübcrarcisenven Tisckac. 
spräche hatten allgemach zur Anknüpfung nähere-.- Be- 
kanntschasten geführt, und man war einander fchkickßliäf'so 
nahe gckomrNen, daß das Eindrinacu neuer Elemente in 
das bei wußte Hinterzimmer gerckdezü als eine lästige 
Storung empfünde,' wurde. Mit allgemeinerZustiiiim-tt.g 
war es darum begrüßt worden, als das älteste'und o;o 
gesehenste Mitglied der Tafelrunde, der pensionierte Oberst, 
leutnant Arustorf, eines Tages den Vorschlag mackite 
man solle sich zu einein geschloffenen Klub vcrein1c.<i, der 
keinem anderen Zweck als dem des geseUiaen Bst(-"n'"en- 
feins dienen und seinen Mitgliedern ein ungestörter--H- 
Hagen gewährleisten solle, als es ein jedem zuaG-mii-bcs 
Restaurant ru bieten verwese. " J '' 
Lwrtschung folgt.)
        
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