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Periodical volume Nr. 51, 29.02.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

(Friedenauer 
r DezvzApreks 
W ftMjoTnng aus den NebenfleNe« .... ...,. .... 
vt«t-ljthrüch 4.05 Mark; durch Bote« MÜNkUM SCUBÜS ffit SMlÄIlOB EßÖ 
“ . tfchWnt tcijlißi oSenS». 
Lcrvsprrch«: «»t PfaljLmU »r». — Druck und Verlag von Leo Lchultz. 
M ZeitUNg) feiges 
i^il ^ */ .... — "nr für unbestimmte Tage — 
dev Ortstci! Bon CctSssBcni. S rfiä 7 jj c efpo i tene 1 ;‘ § ti{t obet btxn 
S.tchäft-ft.1-- Siielnjtr. 15. *1“ 
verlin-Friedenan. Rheinstraße 15. - Fernsprecher: Amt Pfalzburg 2129. 
Kr. 51 
TerlisFrledeaav, Soaulag, dev 28. Februar 132g 
Zahrg. 27 
Vermöge« und Schulden unserer Gemeinde. 
Am 1. Juli d. Js. soll nach dem Beschlusse des Groß- 
berliiier Ausschusses der Preußischen Landesversammlung 
die Selbständigkeit der Gemeinden Großberlins zu 
Gunsten eines einheitlichen Berlin untergehen. Es . gibt 
dann nur noch „Bezirke" mir einer von der Berliner 
Stadtverwaltung abhängigen Verwaltung. Die Gemeinden, 
die so lange als Selbstvcrwaltungskörper in Groß-Berlin 
durch friedlichen Wettbewerb miteinander zum Aufschwünge 
und Fortschritt des Ganzen beigetragen haben, werden 
dann ein für allemal erledigt sein. Friedenau, wenn 
es nach seinem Wunsche für sich bleiben und 
Innern anderen Bezirke angeschlossen werden sollte, 
wird auch dann nur ein Bezirk sein. Und 
so ist es vielleicht vom Belange, hier einmal über 
sich Beide aus der Aufstellung unserer Gemeinde vom 
31- März 1019 ergeben. 
Das B e r m ö g e n in bar und in Werte n betrug 
am 3l. März v. Js. insgesamt 7 692 819 M. Es setzte 
sich zusammen: l. ans dem Bestand der Kriegsanleihen 
41/2 Millionen zu 84 Prozent .‘5 780 000 M-, 2. ans dem 
Reservefonds in Höhe von 2 345 422 M-, 3. aus dem 
Sammelfonds im Betrage von I 263 6.77 M., 4. aus ans- 
geliehenen zweirstelligen Hypotheken 46 000 M-, 5. ans 
dem Bestände an Stiftungen u-cü Vermächtnissen in Höhe 
von 227 739 M. ' !' 
?ln Grundcigcntu m und 63 e b«ä u d e n stellte 
sich der Bcrmögcnswert unserer Gemeinde ans kl 199 662 
Mark, an Straßen Anlagen ans 34 230 M-, an 
Park-, B a u m- und Friedhofsanlagen auf 90 700 
Mark und an Inventarien ans 916 197 M. . 
Unser E l e k t r i z i t ä t s lv e r t stellt einen Wert von 
1 210 434 M. dar. 
Insgesamt ergibt sich darnach ein Vermögen von 
21 114 043 M. 
Die Schulden unserer Gemeinde liegen in An 
leihen, Hypotheken und Darlehen. Sie betrugen am 31. 
März v. Js. insgesamt 18 924 082 M. 
Im einzelnen sind die Schulden wie folgt bezeichnet, 
wobei wir besonders darauf hinweisen wollen, daß die 
meisten Schuldbeträge in den Jahren 1916—1918 auf 
genommen worden lind: 
3‘s picj. Gemeinde-Obligationen 490 000, ausgenom 
men 29. 1. 97, Tilgung hat an: 1. 1. 15. begonnen. 
Hohe der Schuld 213 300 M. Zu tilgen bis 1929. 
Anleihe bei der preußischen Zentral-Boden-Kredit-Ak- 
tiengesellschaft zu Berlin zur tzkblösung alter Schulden 
und zur Ausführung großer kommunaler Neubauten 
Bl 35 000 M. und für das Elektrizitätswerk 475 000 
Mark, aufgenommen ll.—25. 6.03, Zinsfuß 3Höhe 
der Schuld 2 883 562 M. bzw. 306 863 M. Zu tilgen 
bis 1946 bczw. 1930. 
Darlehen der Teltower Llreissparkasse zur Ablösung 
von Hypotheken 300 000 M. zu 4 Prozent, aufgenommen 
17. 2 10, Höhe der Schuld 258 055, zu tilgen bis 1943. 
Hypotheken auf dem 0! rund stück Lanterstr. 19—20 
147 000 M. zu 4>tz Proz., aufgenommen 7.—21. 11. 07, 
Höhe der Schuld 87 OOO M. 
Darlehen des Halleschen Knappschaftsvereins 150 000 
Mark, 4'z Proz., aufgenommen 22. 10. 08, Höhe der 
Schuld 114 652 M., zu tilgen bis 1936. 
Darlchn der Telt. Kreissparkasse 64 000 ^M.,^zu 1 
Prozent, aufgenommen 22. 10. 08, Höhe der Schuld 
49 374 M., zu tilgen bis 1937. 
Darlehen der Giothaer Landesvcrsicheriingsbank A.-G. 
zur Deckung verschiedener Baukosten 1 500 000, zu 4 Proz., 
aufgenommen 29. 4. 09, Höhe der Schuld 1 414 800 M. 
zg tilgen bis 1938. 
Darlchn von der Teltow. Kreisspark. 1 000 000 M. 
zu 4-/s Proz., ausgenommen 19. 3. 14, Höhe der Schuld 
9 81998 M. 
Darlchn der Preuß. LebenlSversich.-Akt.Ges. I Mill. 
k. zu 4'U Prozent, ausgenommen 19. 8. 1;5, zurück- 
uzahlen am 15. 4. 1920 
Darlehn von der Preuß. Zentr.-B 
Klschast 1 Mill. M. zu 4'-', Proz., 
6.3. 16. zu tilgen bis 1958. 
Boden-Crcdit°Akt.-E>e- 
aufgenommen am 
.Darlchn von der Magdcb. Lcbensversichcrungsgesell 
Haft 3 Mill. Mark 
zu -> 
Proz., ausgenommen 7. ) 2. 16, 
sähe der Schuld 2 970 000 M-, Tilgung ab 1. 1. 18. 
Darlehn der Spark, der Stadt Münster i.W. 1 Mill. 
Warf zu 5 v. H., aufgenommen 7. 12. 16. 
Darlehn der Lebensvers. Mt.Ges. „Deutschland" 
>00 000 M. zu 4P, Proz., ausgenommen 7. 12. 16. 
Darlchn der Diskonto-Gesellschaft, 238 750 M. zu 
.Pi Proz.. aufgenommen 7. 9. 16. 
Darlehn der Mitteldeutschen Creditbank 238 750 M. 
u 4', Prozent, aufgenommen 7. 9. 16. 
Hypothek auf dem (Grundstück Wilhclmstr. 7 — 90 000 
)kark zu 5 Prozent, aufgenommen 21. 6. 17. ^ 
Darlchn von der Diskonto-Gesellschaft 483 <50 M. 
u 4Kj Prozent, ausgenommen am 19. 4. 17. 
Darlchn von der Mitteldeutschen Creditbank 483 750 
Aark zu 4-, Prozent, aufgenommen am 19. 4. 17. ^ 
Darlchn von der Direktion der Diskonto-Gesellschaft 
177 430,55 M. zu 4-ch Prozent, aufgenommen 27. 9. l 7. 
Torlehn von dcr Mitteldeutsch, ^rodrrbank 4/7 4oO,oo 
Rark, ju 4 5 /s Prozenr, aufgenommen 27. 9. 17 
Darlchn von der Diskonto-Gesellschaft 242 500 A. 
zu 4*/g Prozent, aufgenommen ant 28. 3 —11. 4. 18. 
Darlehn von der Mitteldeutschen Credicbant 291000 
Mark zu 4P'z Prozent, ausgenommen 28. 3—11. 4- 18. 
Darlehn von der Commerz- und Diskontobank 242 500 
Mark zu 4 S / S Prozent, aufgenommen 28. 3.-11. 4. 18. 
Darlehn von der Friedcnauer Bank 194 000 M. zu 
4Pz Prozent, aufgenommen 28. 3.—11. I. 18. 
Darlehn von der Distonto-Gesellsch. von 239 791,60 
Mart zu 4> » Proz. und 4^H Proz., aufgenommen 3. 10. 18. 
Darlehn von der Mitteldeutsch. Creditbank 479 583,35 
zu 4G itnd 4?H Prozent, ausgenommen 3. 10. 18. 
Darlehn von der Commerz'- u. Disk.-Bank 239 791.65 
Mark v.i t> L . und 4 5 / 8 Prozent, aufgenommen 3. 10. 18. 
Darlchn von der Stadt. Sparkasse Langenberg lRhld.) 
1 Mill. Mark zu 5 Prozent, aufgenommen 28. 3. 18 
Die zahlreücken Bankdarlehen in den Jahren 1916 
bis 1918 stehen in engster Verbindung mit den Kriegs- 
anleihezeichnunaen unserer Gemeinde. Die Gemeinde nahm 
die Darlehen znm Ausgabekurs der Kriegsanleihen und 
zu einem niedrigeren Zinscnsatz auf und empfing dafür 
Kriegsanleihe znm Nennwerte und zu 5 Proz. Zinsen, 
machte also dabei ein kleines Geldgeschäft. Der Kursstand 
der Kriegsanleihen ist nun allerdings weiter zurückge 
gangen, sodaß sich damii die Schuld der Gemeinde durch 
die Darlehen vergrößert hat. Inzwischen hat unsere Ge 
meinde aber beschlossen, noch eine weitere Anleihe in 
Höhe von 2 Mill. Mark aufzunehmen. 
VrtsnacbrichAW 
Nachdr. unsrer o-OriginalarUkel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
0 Tie wächst«! Sitzung, unserer Gcmeindevertreturqz 
ist am Donnerstag, den 4. März d. Js., nachm. 7 Uhr, 
im Sitzungssaale des Rathauses. Tie Tagesordnung er 
sehen unsere Leser unter Amtliches. 
0 Kovnri Groß-Berlin? Die „Freiheit" beantwortet 
diese Frage zweiflerisch wie folgt: „Auch jetzt, nachdem 
der Änsscbuß der Preußischen Landesversammlnng die 
erste Lesung des Gesetzes hinter sich hat, kann eine ver 
läßliche Antwort noch nicht gegeben werden. In der ans 
27 Mitgliedern bestehenden Kommission, in der unsere 
Partei nur einen Sitz ckiat, stehen sich die Meinungen, ob 
Einheitsgemeinde oder E.eiamtgcmeinde, scharf gegenüber, 
und die wesentlichsten Entscheidungen erfolgten mit Stim 
menmehrheit von 1 oder 2 Stimmen. Die Kommissions- 
beratungen dauern schon seit Ende Dezember an. Zwanzig 
Sitzungen baben stattgefunden, ohne die Sitzungen einer 
Unterkommission, immer aber war das . Bestreben vor 
herrschend, umzuwerfen und zu durchlöchern, was früher 
beschlossen. Daß die Deutschnationalen und der Vertre 
te der Deutschen Volkspartei alles aufboten, um der 
Einheitsgejmeinde Steine in den Weg zu lege», >var 
begreiflich, daß aber das Zentrum sich ständig von den 
Rechtsparteien in Schlepptau nehmen ließ, war das Kenn 
zeichnende der ganzen Beratung. Das Zentrum trieb 
dauernd Sabotage gegenüber der Regierungsvorlage und 
war stets geneigt, den Deutschnationalen und den Deut 
schen Volksparteilcrn Hebammendienstc zu leisten. Die 
Demokraten waren uneins. Zwei Mitglieder standen auf 
dem Boden der Einheitsgemeinde. während drei die Ge- 
samtgemeinde erstrebten. Sie suchten das aber auf eine 
geschicktere Art als Zentrum und Rechtsparteiler za xr- 
riichcn, indem sic die Regierungsvorlage durch Enveite- 
rung der 2,'echte der Vollzugsorgane unterhöhlten und 
zuletzt den im § 1 festgelegten Grundgedanken deö Ge 
setzes durch die 'in die Bezirke gelegte Schulverwaltung 
in sein striktes Gegenteil verkehren. — Man ersieht aus 
Meint Ausführungen: So ganz sicher sind sich die Un- 
cnt.'vcgten ihrer Sackte nicht mehr 
0 Petrolcrrnrzuweifmrg-aFriedcnau erhält für den Mo 
nat Februar 1100 Liter Petroleum von der KreiSoer- 
tc il un gs stc l le z ug cwiesen. 
v Brot auf Kartoffekkarteu. In der nächsten Woche 
gibt es auf die Abschnitte 10 c—g der Kartofselkar -s 
wieder 500 Gr. Brot. Die Abschnitte dürfen aber nicht einze.n 
abgetrennt sein, sondern sie müssen den Bäckern zu 
sammenhängend übergeben werden. Das Brot gibt cs 
nur ant die Friedenauer Kartoffelkarte. 
v Tor Gesetz,nrörrurf über di: Schulvorstände. In dem 
preußischen Gesetzentwurf über die Schulvorstände war 
die Bestimmntig, daß die Geistlichen nicht mehr kraft 
ihres Amtes zu Schulvorständen gehören sollen, durch 
ein Gutachten der Reichsministerien des Innern und der 
Justiz als mit der Verfaisung in Widerspruch stehend 
beanstandet worden. Nach Ausmerzung dieser Stelteu wird 
der Gesetzentwurf nun der preußischen Landesversamm- 
lung vorgelegt. 
0 Schukonscrng 8 Uhr. Au unseren Schulen beginnt 
am Montag der Unterricht wieder um 8 Uhr morgens. 
v Gegcar Mel Mückonplage. Wir verweisen unsere Mir- 
lürger, namentlich die Hausbesitzer und Verwalter, ans 
die 'Bekanntmachung unter „Amtliches" über Vcrttlgung 
der Mücken. 
v Off ne Lehrstellen. Unterem BernfSamt (Rathaus, 
Zimnter 68- stelln offene Lehrstellen für 14—18 jährige 
Jugendliche in folgenden Berufszwcigcu zur Versügung: 
Bau- itnd Kunstschlosser, Bankangestellte, Drechsler, Dro 
gist. Friseur, Friseuse, Gärtner, Goldschmied, Graveur, 
Installateur, männliche und weibliche kaufmännische An 
gestellte (in großer Zahlt, Kolvnialivarcnhändler, Maler, 
gelernte Putz- und Federarbeiterin (sehr aussichtsreicher 
Beruf), Schneider, Schneiderin, Steindrucker, Versichc- 
rungsaugcstellte. Das Berussamt ist werktäglich von 8—3 
Uhr geöffnet und erteilt unentgeltlich Auskunft. 
0 Der Postpackctrerkchr uns Italien ist wieder anf- 
genontmen worden. 
0 Berliner Ausverkäufe. Unter dieser Ueberschrist 
bringt der „Vorwärts" in seiner heutigen Morgenaus 
gabe folgende Mitteilung: „Im „AUgemeen Haiidelsblad", 
Amsterdam finden wir ein auffälliges Inserat „Kapi 
talisten", in dein ein Friedenauer Direktor Ko- 
nieezka, Südwcstkorso 5, Kapitalisten, die in Berlin 
(Grundstücke kaufen möchten, mit Angeboten versehen will. 
Es soll^sich um eine in rechtsparteilichen Kreisen bc- 
lännte Friedenauer Persönlichkeit handeln, die im Adreß 
buch als Eigentümer und Direktor der Wirischaftsgenosscn- 
schaft der Grundbesitzer der verschiedensten Gemeinden 
aufgesührt ist. Kommentar ttüerjlüssig." — Soweit der 
„Vorwärts". Herr Konieczka ist bekanntlich Mitglied un 
serer Gcmeindcveriretnng; ec ivnrde als unpolitischer Kan 
didat geivähit und schloß sich dem Rechtsblock an. Herr 
Konieczka ivied auf diese Mitteilung ivohl noch antworten. 
0 Tic tzloldcne Hochzeit feiert am 1. März Herr 
Geheimrat F. W. Kaeding in Steglitz, Südendstr. 56, 
mit seiner Gemahlin. Ter Jubilar ist durch seine auf- 
opsernde Tätigkeit im Verein für tzlesundheilspfleg« und 
durch seinen entschlossenen Kampf für die Erhaltung des 
Luft- und Sonnenbades auch in Friedenau weiteren 
Kreisen bekannt geworden. 
0 Ter erste Postdampfer Hamburg—Amerika. Der 
erste direkte Pejroampfer zwischen Deutschland und Amerika 
ivird soeben von der "ieichspostberwaltung angekündigt. 
Während bisher die Postsendungen über Holland geleitet 
wurden, trird nunmehr der erste Dampfer, und zivar 
der amerikanische Dampfer Manchuria", dirett nach New 
Nork von deutschen Häfen gefahren werden. Voraussicht 
lich wird der Dampfer am l. März von Hamburg und 
am 4. März von Bremerhaven in See gehen. 
^ Anläßlich! des Streiks der Berliner Mühlen hatte 
die Technische ')l 0 11; i 1 f e bisher noch keine Veran 
lassung znm Eingreifen, da vorläufig durch den Streik 
eine Gefährdung in der Mehlversorgung nicht besteht. 
Nur erwies es sich im Zusammenhange mit dem Streik 
erforderlich, einen Dampfkessel und eine Akkumulatoren- 
station bei der Firma F. W- Schütt, Stromstraßc, in 
Betrieb .zu halten, da durch ein Stillegen dieser An 
lagen die an sie angeschlossene Schlüierbrotfabrik in ihrer 
Weiterarbeit gefährdet und der dort lagernde Brotteig 
deut Verderben ausgesetzt sein würde. 
0 Tie Monatsversammlung des Haus- und Grund- 
Grvirdbcs.-Vrreins fand gestern Abend im „Hohenzollern" 
statt. Der Vors. Herr Dregcr eröffnete die stark besuchte, 
Versammlung um 8>/.. Uhr. Der von Herrn Engelhardt 
vcrleseüe Verhandlungsbcricht wurde ' genehmigt. An 
(neuen Mitgliedern wurden ausgenommen die Herren 
Mendel. Kirchslraße '9. Becker, Sieglindestraße 3, Strahl, 
Fröausstraße 7, Michels, stiheingaustraße 2. Hirte, Blanken- 
vergstraße 5, Albrecht, Wiesbadener Straße 7, ßiyb- 
czynsti, Jsoldestraßc 5 und Frau Koch, Kaiserallce 82. 
Unter geschäftlichen Mitteilungen gab der Vorsitzende be 
kannt, daß sich der Vorstand 'wie folgt gebildet habe: 1. 
Stellvertreter des Vorsitzenden Herr Flauger, 2. Stellv. 
Herr Schramm, Schriftführer Herr Engelhardt, stellt). 
Schriftführer Herr Brücker, Schatzmeister Herr Schulze, 
stell». Schatzmeister Herr Beustcr, Beisitzer die Herren 
Kahl und Pellmann. Herr Hugo Florich, Elbingcrjtr. 86, 
gab dann recht praktische Vorschläge >>nd Winke bei eiligen 
Celbstreparaturen an Wasserleitungen und cmpsahl hier 
für besondere Abstellhähue. Darauf wurde der folgende 
Dringlichkeitsantrag einslimmig angenommen: „Ter 
Verein beschließt -einstimmig, alle Bestrebungen anderer 
Vereinigungen zu unterstützen, die dahin zielen, daß alle 
vor dem 1. Juli 1911 geschlossenen langfristigen Miec- 
verträge, die nntcr ganz anderen Voraussetzuiigen und 
ttnter anderen Verhältnissen, wie die heutigen es siitd, 
abgeschlossen winden, nnfgehoben werden." Diese Ver 
träge betreffen mir große Wohnungen, Warenhäuser und 
große Gcschaftslolale, deren Inhaber nicht zu der minder- 
l emiitetten Bevölkerung gehören. Das Aufheben solcher ' 
Verträge würde vielmehr dent sozialen Lastenausgleich 
dienen und vielen HanSbesitzerii erwünscht sein. — Herr 
Architekt B e u st e r hielt sodann einen Vortrag über die 
Höchstmietenverordnung vom 9. Dezember 1919. Wenn 
sonst Höchstpreise festgesetzt werden, verschivindet die betr. 
Ware, so bemerlte der Vortragende, die 'Wohnungen aber 
körne man nicht verschwinden lassen, die bleiben da. Ec 
loandle sich gegen den Wohnnngsiviicher, der aber nicht 
von Hansbesitzern, sondern von Mietern getrieben wurde, 
die Wohnungen mieteten, um sie ivicder iveirer zu ver 
mieten. Besonders besprach er die izis 7 und 10 der Ver 
ordnung ttlid empfahl den Hausbesitzern, für eine ge 
ordnete Buchführung über ihre Hans-Einnahmen und 
-Ausgaben ztt sorgen und eine genaue Aufstellung Vc 
Mieten von 1914 zu machen. Auch eine Bauzeichnung so.l 
man vorlegen nui> ebenso den Nachweis über die Bo- 
lcilmng erbringen können. Das Haus sei heute ein Geschäft 
und lein Privatvergnügen (Heiterkeit). Er bespricht auch 
wieder die Verhandlungen vor den Miekscinigungsämtern 
und empfiehlt, stets ausreichende Unterlagen milzubringeit. 
Jti der lebhaften Aussprache bezweifelte der Vorsitzende 
die Rechtsgültigieit der Höchstmietcitverorduung, während 
Herr lRuheinann und Herr Dresse! die entgegengesetzte 
Ansicht vertraten auf Eirund der Verhandlungen in der 
Landesversammlnng am letzten Donnerstag. Die Landcs- 
versammlung habe die Verordnung als Gesetz bestätigt. 
Herr Pelkmann erwähnte die Beteiligung der Mieter an 
den Heizmigskosten mit »/ 4 von den 80 v. H oer Koks- 
beiicferung. Auch Frau Wirth sprach über die HeizungS- 
itulosten. Herr Eggert und Herr HZclkc erwähnten: 
die hohen Reparaturkoften; Herr Welke sagte noch, daß 
er bei seinem Hause eine Unterbilanz von 2000 M. habe 
(Zurnfe: 3000, 5000 M.). Unter Jntercssenfragen wandte 
sich Herr Beymel gegen den Hausierhandel; hierdurch 
verschtviüde manches aus den Häusern; ferner sprach ec 
gegen das Abholzen in den 'Straßen tmb namentlich 
gegen das beabsichtigte Abschlagen der Nüstern in i>G 
Wiesbctdencrstraße; gegen einen solchen Bandalismus müsse
        
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