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Periodical volume Nr. 24, 28.01.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

(Friedenauor 
LipMüW Minna UMn-Mereimn m:d 
Erfcheirtt täglich abends. 
Sernfprecher: L«t Pfalzb«, 212». — Druck und Verlag von Leo Schultz, 
Pezazsprrkr 
Sei Udk>»l«ng aus den Nekensteklen 
vierteljährlich, 4.05 Marl; durch Botea 
in* Haus gebracht 4.50 Mark. 
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Zeitrrng) 
. w , w _ '—, «ur für unbestimmte Daq« — 
Leo Fnevenaser Srtsteil usn Wuchers. £ reiä ber gespaltene» »eue ob« deren 
ÄSE 15. *S£ a&tS&SSäS'Sl , &* 
Berlin-Friedenau, Rheinstraße 15. — Fernsprecher: Amt Pfalzburg 312S. 
Kr. 49 
BeriiA-Friedevay, IgKnerZteg, rren 28 ftefmmr 18M 
Hiifiro. 27 
Ortsnad>?ld)ttis 
(Nachdr. unsrer o-Originalarlikel nur nrit Quellenangabe gestattet.) 
- o Ein! Zweckverband zwischen der künftigen Stadt 
Groß-Berlin ttrrd der Provinz Brandenburg soll gegründet 
werden, um verschiedene Gemeinschaftsfragen, die zwischen 
Berlin und der Provinz auch später vorhanden sein wer 
den, zu lösen. Es würden dann auch die Auseinander 
setzungen zwischen Groß-Berlin, den Kreisen und der Prcs- 
vinz erleichtert werden. 
o Der erste Elternbeirat. Der an der 3. Gemeinde- 
schule gewählte Elternbeicat tritt morgen (Freitag) 
Abend 6 Uhr zu seiner ersten Sitzung im Schulgebäude 
Osfenbacher Str. 5a, kleiner Saal, 3 Treppen, zusammen. 
Die unpolitisch-christlichen Mitglieder versammeln sich dort 
bereits eine halbe Stunde früher, um V-6 -Uhr, zu einer 
kurzen Vorbesprechung. — Der Elternbeirat an der 1. 
Gemeindeschnle hält seine erste Sitzung am Sonnabend 
Abend im Schulgebäude Albestraße ab. 
o Tie Beschaffung neuer Äirchenglocken. Unsere Kirche 
„Zum «guten Hirten" ist bekanntlich ohne Glocken und 
es ist jetzig eine Sammlung eingeleitet, um die Gelder 
zur Beschaffung neuer Glocken aufzubringen. Ueber den 
Derbleib des nicht für Kriegszwecke verarbeiteten Glocken 
metalls aus den seinerzeit von den Kirchengemeinden 
abgelieferten Glocken sind in einzelnen Kreisen irrige Nach 
richten verbreitet. Es heißt, das Metall sei in die Hände 
unreeller Firmen gelangt und würde zu Wucherpreisen 
an die Glockengießereien abgegeben,, so daß minder be 
mittelte Gemeinden nicht in der Lage wären, sich in 
absehbarer Zeit wieder Kirchenglocken zu beschaffen. Auf 
eine diesbezügliche Anfrage aus der Nationalversammlung 
hat der Reichswirtschaftsminister erwidert, daß nach An 
sicht der Regierung nur relativ geringfügige Mengen des 
Glockenmetalls übrig geblieben und in die Hände von 
Händlern gelangt sind. Tie Restbestände der Kriegsmetall- 
A.-G. sind im Interesse der Aufrechterhaltung des Wirt)- 
schaftslebens an die Endverbraucher der Industrie, nicht 
aber an den Handel abgegeben worden. Etwaige Mengen 
Glocken metall, die in der Verwirrung der. erstem Zeit 
der Demobilmachung in unbefugte Hände gelangt sind, 
können nur verschwindend gering sein. Tie kleinen, noch 
in den Händen' der Kriegsmctall-A.-G. befindlichen Mengen 
Glockcnmetall werden einem Ausschuß zur Verfügung ge 
stellt, der die Frage des Glockencrsatzes jetzt regelt. 
o Tie 48 ständige Arbeitswoche für Beamte. Eine 
Bekanntmachung sämtlicher bayrischen Staatsministericn 
ordnet die volle 48stündige Arbeitswoche für alle staat 
lichen Behörden und Amtsstellen an. 
o Tie Müller streiken! Wegen Lohndifferenzen srnd 
die'Müller in Groß-Berlin gestern in den Ausstand ge 
treten. Auch die Weizenmühle Karl Salomon u. Co., die 
Friedenau mit Mehl versorgt, ist davon betroffen. Eine 
Gefahr hinsichtlich der Versorgung der Bevölkerung mit 
Mehl soll aber vorläufig nicht bestehen. 
o Zuckerprchse. Die Zuckerpreise sind der.höheren Um 
satzsteuer entsprechend erhöht worden. In einem Rund 
schreiben an die Kommunalverbände weist die Reichszucker-, 
stelle darauf hin, daß die neuen Preise vom Tage ihrer 
Verkündung, d. h. vom 31. Januar 1920 an, in Rechnung 
gestellt werden dürfen. Eine Nachberechnung für alle 
Lieferungen vor dem 31. .Januar 1920 darf nicht statt 
finden. Die Kommunalverbände werden ersucht, die Klein 
handelspreise entsprechend diesen Erhöhungen unter Be 
rücksichtigung der von den Kleinhändlern zu tragenden 
Umsatzsteuer neu festzusetzen. Ein Kleinhandelszuschlag von 
ungejähr 16—18 Pzg. auf den frei Haus des Kleinhänd 
lers ermittelten Betrag dürste als angemessen an 
zusehen sein. 
o Jahresjagdscheins haben folgende Friedcnauer Jäger 
gelöst: Penzlin, Fabrikdirektor; Wodtke, Landwirt; Kirsch, 
Kaufmann; Thomas, Schlächtermeister; Gicbe, Oberstleut- 
uant: Bartz, Jäger; Berg, Schneidermeister; Bürgert, 
Hilfsförster; Kuhlokv, Landwirt und Kaufmann. Tages- 
ja'gdschein: Smend, Major. 
o Nene Scifenprcise. Eine Bekanntmachung des Reichs- 
wi.t'cbastsmiuistcrs vom 4. Februar 1919 sctzF neue Höchst 
preise für Seife fest. Bei Abgabe an den St'l bst vEr 
drauch er dürfen fortan folgende Preise nicht .über 
schritten werden: 1. Bei K.-A.--Seife einschließlich Packung 
für ein Stück von 50 Gramm 0,20 M.; für ein Stück von 
100 Gramm 0,40 M-; 2. bei K.-A^Seifeiipulver einschließ 
lich Packung für je 250 Gramm 1,50 M. 3. bei Kernseife 
und sonstiger Seife in schnittfester Form, mit' Ausnahme 
von Feinseife, mit einem Gehalt an Fettsäure von 58 und 
mehr vom Hundert 23,35 M. für 1 Kilogramm, 50 bis 
57 vom Hundert 19,50 M. für 1 Kilogr., 40 bis 49 
v. H. 16;50 M. für ,1 Kilogr,, 30 bis 39 v. H. 10,00 
M. für 1 Kilogr., 20 dis 29 v. H. 7,50 M. für 1 Kilogr.. 
unter 20 v. H. 3,00 M. für 1 Kilogr. 4. bei Feinseife 
einschließlich Packung 37,50 M. .für 1 Kilogramm; 5. ber 
Schmierseife, mit Ausnahme der in Apotheken abzuge 
benden Kaliseife, mit einem Gehalt an. Fettsäure von 
38 und mehr vom Hundert 12 M. für 1 Kilogr., 30 bis 
37 v. H. 9,50,2S; für 1 Kilogr., 20 bis 29 v. H. 6,000)!. 
für 1 Kilogr., 10 bis 19 v. H. 3,00 M. für 1 Kilogr., 
unter 10 v. H. 1,35 M. für 1 Kilogr. 
o „Die Brief«! der Prinzessin" ist der Titel des 
neuen Romans, mit dessen Abdruck wir in bet. morgigen 
Nummer beginnen. Der Verfasser, M. Oppenheim,^nimmt 
das nächtliche Erlebnis eines jungen erfolgreichen Schrift 
stellers zum Ausgangspunkt einer fesselnden Erzählung, 
Die den Leser von Anfang bis Ende gefangen hält. Ein 
geheimnisvoller Mord in der Rankestraße und feine Be 
gleitumstände werden rechtschaffenen, ehrlichen Menschen 
zum Verhängnis. Die russische politische Spionage spinnt 
ihre Fäden. Ueber den Ermordeten und seine unsaubere 
Existenz — einem Abenteurer, der soeben aus dem 'Buren 
kriege heimgekehrt ist — gilt es Aufklärung zu schaffen. 
Mißverständnisse müssen geklärt, Heimtücke' überwunden 
werden, bis zwei Menschen, die sich lieben, zum Altar 
schreiten können. Klar und scharf, mit guter Menschen 
kenntnis, zeichnet der Verfasser die Charaktere, schildert 
er die Umwelt und führt uns auf die Höhen und in 
die Tiefen der menschlichen Gesellschaft, die Menschenseele 
in ihrem Haß und tierischen Trieb, in ihrem Jrrtuni 
und ihrer Verblendung, aber auch in ihren edelsten, reinsten 
und höchsten Regungen und Stimmungen bloßlegend. Flüs 
sig ist der Stil, köstlich die Zwiesprache. So sind wir 
überzeugt, daß wir mit diesem Roman unsern Beziehern 
einen guten Lesestoff darbieten. 
o Verlängerung Der Frist zum Abschluß von Saat- 
kartoffellirsernngsverträgen. Es ist der Landwirtschaft bis 
her nicht gelungen, die für einen Säatgutwcchsel aus 
reichenden Mengen an Saatkartoffeln zu erwerben. Dem 
nach hat das Reichswirtschaftsministerium eine neue Frist 
zum Abschluß von Saatkartoffellreferungsverträgen fest 
gesetzt, die mit dem 15. Februar beginnen und am 15. 
April enden soll. 
o Preiserhöhungen für Gemüsekonserven. Die Gemüse- 
konservcn-Kriegsgesellschaft m. b. H. in Liquidation in 
Braunschweig veröffentlicht im Reichsanzeiger neue Höchst 
preise für Gemüsekonserven, die vom Tage der Verkündung 
Der Bekanntmachung ab vom Hersteller zum Versand ge 
bracht werden. 
o Sachverständig«; Ratertrilung in Steuerangclegen- 
hciten. Herr Dr. jur. 5k ne st er, der unfern Lesern bei 
Ratcrteilung in allen Steuerangelegenheiten 30 v. H. 
Ermäßigung gegen Vorzeigung der Bezugsquitrung 
gewährt, wohnt Potsdamer Str. 76 b, 3 Tr. Wir bitten 
darauf zu achten, daß die Haus-Nr. 76 „b", nicht 76 ist. 
o Erinnerung an wichtige Arbeiten. Der praktische 
Ratgeber im Obst- und Gartenbau, Verlag Trowitzsch u. 
Sohn in Frankfurt a. O-, schreibt: Zur Aussaat von 
Frühkvhlarten ist's jetzt höchste Zeit; wir säen auch den 
ersten Landsalat ins Mistbeet. Wer Blumenkohl treiben 
will, lege nun einen Kasten dazu an. Treibbohnen wer 
den in Töpfe gelegt. Die in Handkästcn gelegten Pflanz 
erbsen müssen bald nach dem Auflaufen kühl gestellt! 
werden. Dem Svargel sind Düngungen mit Snpervhos- 
phat, mit Kgli und mit Jauche noch vorteilhaft. Bei ge 
linder Witterung verlangen Treibkarotten, Radies und die 
aufgehenden Kohlarten viel frische Lust. Das Teilen und 
Verpflanzen starker Scbnittlauchstandcn soll auch ge 
schehen. — Obstgarten: Vorbereitungen für die Frühjahrs- 
Pflanzung. Tie Säuberung beborkter Bäume erledigen. 
Wer im 9lpril erst ans Ümveredeln geht, nehme jetzt 
scl-on das Zurücknehmen der Aefte vor. Es ist wieder 
Zeit zur Vermehrung der Rebstöcke durch Angcnstecklinge. 
— Im Ziergarten gehen wir, sobald es die Witterung 
zuläßt, an das Ausharken des Rasens. Gehölzschnitt be 
enden. Die Stämme eben gepflanzter starker Lanbbäunie 
werden dünn mit Schilfrohr geschützt. Weitere Topfaus 
saaten von verschiedenen Vlütenpflanzen vornehmen. Be- 
gonienkiiollen antreioen. Angetriebene Gloxinien in Töpfe 
setzen. Alle blühenden Topfgewächse halten wir mög 
lichst kühl, wodurch die Haltbarkeit der Blumen bedeu 
tend verlängert wird. „Ter praktische Ratgeber im Obst 
und Gartenbau" in Frankfurt a. O. sendet an alle, die 
Rat und Anregung in Gartenbanfragen suchen, kostenfreie 
Probeniimmern. 
o Frledemomer Erfinder. (Patentschau, zusammenge 
stellt vom Patentbüro Johannes Koch, Berlin NO. 18, 
Gr. Frankfurter Straße 59.) Bcrtalan Duschnitz, Büsing- 
straße 13. Katalytischer Gasanzünder. Angem. Patent. — 
Wilhelm Beilke, Maybachpl. 10. Kupplung. Angem. Pat. 
— Franz Ringel, Deidesheimerstr. 2. Doppelwandige Tür 
für Stallungen, insbes. Schweinestallungen. Gebrauchsm. 
— Frantz Preist. Lefevrestr. 22. Orientierungsplan und 
Geschäftsführer. Gebrauchsmuster. 
v Tos Domchor-Äonzert unter Prof. Rudels per 
sönlicher Leitung und unter Mitwirkung des ausgezeich 
neten Orgelvirtuiosen Walter Drwenski, der im Jahre 
1919 den weltberühmten Berliner Domchor auf der Kon 
zertreise durch Schweden begleitete, dürfte unstreitig den 
Höhepunkt der Friedcnauer Konzertveranstaltungen be 
deuten. Wir verdanken es der rührigen „5k u n st st ä t t e 
für Volksbildun g", deren Mitglieder ,deshalb wieder 
auf die Preise von 4 M., bczw. für Schüler von- 2,50 M. 
je eine Ermäßigung von 1 M. genießen. Das Konzert 
findet in der diesmal durch private Hälse und Fürsorge 
zu beheizenden Aula des-Reform-Realgymnasiums 
in der Homuthstraße am Sonnabend, den 13. März statt. 
Der Verkauf der Eintrittskarten, die durchweg numeriert 
sind, hat heute begonnen. Mitglieder der Kunststätte 
beziehen' solche, wie üblich, nur in ihrer Geschäftsstelle, 
Taunusstr. 20 (11—1 und 4—6 Uhr'!, Nichtmiltglieder 
erhalten sie in den mit Plakat versehenen Geschäfwn 
von Kossakowski Nächst, Buchhandlung Leck, den Musik 
häusern von Schwartz, Adolf Paulus und Tcubner. Die 
Nachfrage wird sehr stark/sein,, weshalb zeitige Besor 
gung dringend zn empfehlen ist. 
o ehren Ltrdev» und Arien-Abend veranstaltete die 
in unserem Orte gut bekannte Konzertsängerin Luise 
H a h n am 23. Februar im Klindworth-Scharwenka-Saal. 
Ihr schöner, Heller Sopran, lieblich und zart im Piano, 
von entzückendem, metallenen Klange aber auch im Forte, 
bot den zahlreichen Besuchern, Anhängern und Verehrern 
der beliebten Künstlerin einige genußreiche Stunden. Im 
Dortrag hat sie weiter gute Fortschritte gemacht, Ton« 
gebung, Atemtechnik, Aussprache, sind ausgezeichnet, und 
- . ■ . 
mit inniger Freude folgt jeder ihren Darbietungen. Sie 
sang die Arie aus Josna von Händel, Pfingstkanteite 
von Bach, Lieder von Schubert, Schumann, Wolfs und 
Strauß, sowie die Arie aus „Die Entführung aus dem 
Serail" von Mozart, die ihr ganz besonders gut gelang. 
Stürmischer Beifall dankte der Sängerin, die von Willy 
Ja eg er mit feiner Anpassung und Kunstverständnis be 
gleitet wurde. T. 
Verein s-nachrichten 
X Deut cher Demokratischer Jugendverein Groß-Berlin, 
Arbeitsgruppe Friedenau Freitag, den 27. Februar 1P20: 
Niilnliederoersemmlur g. Beginn diesmal schon um 7 Uhr. Nach 
Erledigung des Geschäftlichen Teils um 8 Uhr Bwirag über 
„Diuischnationale und Deutsch-Demakraliiche Jugendbewegung". 
Referent Herr Kurt Neumann, Borstandsmitalied des D. D. I. V. 
Groß-Berlin. Nach der Anssprache geselliges Beisammensein. 
Sonntag, den 29. Februar Tagesfahrt der Wandergruppen nach 
dem Zeuthener- und Crossin-S>e. Treffpnnlt früh 7 15 Uhr Unter« 
grundbahnhof Hauptstr., oder 8. Uhr Görliher Bahnhof. Rückkunft 
gegen 9 Uhr abends. Zu beiden Veranstaltungen sind Mitglieder 
der Partei sowie durch diese eingeführte Gäste herzlich willkommen. 
)( Schule u»d sexuelle Frage! Tee „Bund entschiedener 
Schulreformer" beruft am Sonnabend, den 28. Februar nachmittags 
4 Uhr pü> ktl ch in der Aula des Friedrich-Wilhelm-Gyn-nasium, 
Kochstr. 13 eine öffentliche Versau mlnug für Lehrer und Lehrerinen 
aller Grade <Hoch, - „höber ‘ und Gen emdeschul, ri) E lern und 
reife Jugend en, in der dieses Tehma ge'Iärt werden soll. Tie 
Referenten: 2 Pädagogen und >in Mediziner. 
)( Deutsche demolratische Partei, Ortsgruppe Friedenau. 
Jeden Freitag, 8 Uhr, zwangloses Beisammensein im Restaurant 
„Kaiserburg" (Inh. Klopsch), Kaiserallee 75. 
Zcboneberg 
—o Schutz, gegen Einbruch, Diebstahl und Feuer ge 
währen die Stahlkammern der Sparkasse der Stadt Rer- 
lin-Schöneberg iin alten Nathans, Kaiser-Wilhelm-Pl. ö, 
und im neuen Rathaus, Rudolph-Wilde-Platz. Die Schrank 
fächer werden hauptsächlich zur Aufbewahrung von Spar 
büchern, Urkunden, Wertpapieren, Schmuckgegenständen 
usw. benutzt. Zur Unterbringung von Silbcrsachen und 
größeren Wertgegenständen dienen die Silber- und Pakcst- 
kammcr, sowie eiserne tragbare Tresorkästen. 
kerlin und Vororte 
go Tie Volkshochschule Wilmersdorf veranstaltet am 
kommenden Sonntag, dem 29. d. Mts. nachm. 5 Uhr, in 
der Viktoria-Luiseschule einen Brahms-Abend unter Mit 
wirkung der Trio-Vereinigung Lindemann (Fritz Linde- 
mann-5klavier, Richard Krvemer-Violine-, Walter Schulz- 
Cello) und der Sängerin Elisabeth Matthäi (Sopran). 
Eintrittskarten zu 1 M. sind in den bekannten Buch 
handlungen und im Rathaus, Zimmer 38, zu haben. 
^ulMriNer» 
(Für diese Rubrik übernehmen wir keine Verantwortung.) 
„Wie daÄ Mirtuinigungsamt Beschlüsse fasst". 
Zu dem Eingesandt unter dieser Ueberschrift in Nr. 30 
hi-) Friedenaucr Lokal-Anzeigers wird auf Grund der 
Aeußerung des die Verhandlung leitenden Vorsitzenden 
bemerkt: Ter Einsender schildert den Gang der Verhand 
lungen unrichtig. Wie üblich, wurden zunächst in allge 
meiner Verhandlung mit dem Vermieter und den Mietern 
die notwendigen tatsächlichen Feststellungen über die für 
das Haus nach dem Kohlenschein zuständige Kohlenmenge, 
über die Größe der Räume sowie die Verhültniszahlen der 
einzelnen Wohnungen zum gesamten Hause'getroffen. Da 
bei wurde Uebereinstimmung zwischen den Beteiligten er 
zielt. 90t dieser Erörterung hat Herr Georg Preuß den 
lebhaftesten Anteil genommen. Erst danach erfolgte in 
9lbwesenheit der anderen Beteiligten die Befragung jedes 
einzelnen darüber, ob etwa besondere Gründe für eine 
von der Norm abweichende Verteilung der Mehrkosten an 
zuführen wären. Nach Verkündung der Beschlüsse machte 
Herr Preuß geltend, daß ihm keine Gelegenheit gegeben 
worden sei, seine Einwendungen vorzubringen. Der Ver 
mieter erfülle nämlich seine Verpflichtungen zur Beheizung 
und Warmwasserversorgung nur sehr mangelhcckt. Der 
Einsender wurde demgegenüber mit Recht daran, ^hinge 
wiesen, daß diese Bemängelungen nicht Gegenstand der 
Beschlußfassung seien, die Festsetzung der 51ohlenvergüiung 
vielmehr genau wie die Festsetzung der Mieten in anderen 
Fällen die Erfüllung der Vertragspflichten durch den Ver 
mieter voraussehen müssen, den Mietern aber die gewöhn 
lichen Rechtsbehelfe wegen Verletzung der Vertragspflichten 
selbstverständlich gewahrt bleiben. Im übrigen wird 
gerade bei der vom Einigungsamt Friedenau angewendeten 
Spruchformel für die Schicdsstcllensachen den Mietern nur 
die Erstattung eines Kostenteiles der nachgewiesenermaßm 
tatsächlich verbranchicn Kohlen auferlegt. Von einer Un 
gesetzlichkeit, der Beschlußfassung oder Beeinträchtigung der 
Rechte der Mieter kann hiernach gar keine Rede sein. 
Wenn der Einsender glaubte, die IMgrteilichkeit eines 
der beteiligten Beisitzer bezweifeln zr^können, hätte es 
ihm freigestanden, einen Ablehnungsantrag zu stellen. Das 
ist nicht geschehen. Im übrigen wird hierzu auf die nach 
folgende Aeußerung des Beisitzers verwiesen, auf den Herr 
Preuß in seinem Eingesandt offenbür hinweisen wollte. 
DaS Einigungsamt. Sturm, Vorsitzender. 
Wie daS MrctscinigungSamt Beschlüsse faßt! 
Auf die Zuschrift des Herrn G. Pr. in der Nr. 30 
erwidere ich: Dem Herrn Einsender ist cs offenbar nicht, 
5.:» s-vt r:-«Hgungsvmts vor AntritzM 
I gewissenhaften 
bekannt,
        
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