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Periodical volume Nr. 11, 13.01.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

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Nr. 11 
Perlia-Frirdeaao. Dienstag, den 18. Sanuar 1920 
Salta- 27 
Ortsnacbridbtets 
tRachdr, unsrer c-Originalartikel nur mit Quellenangabe gestattet^) 
Der Gesetzentwurf Groß-Berlin. 
Der Groß-Berliner (17.) Ausschuß der Landesveich 
sammlung hat gestern (Monlag) unter dem Vorsitz best 
Abg Cassel die allgemeine Beratung des Gesetzentwurfs 
über die Bildung einer Stadt Groß-Berlin begonneiL 
Den Mitgliedern des Ausschusses sind die von der Staats« 
regierung erbetenen weiteren Unterlagen über die Fincn 
läge der Groß-Berliner Gemeinden und die Gemeindet« 
Verwaltung der anderen Weltstädte zum großen Teil zu» 
gegangen. Außer zahlreichen Einsprüchen gegen den Ge 
setzentwurf und Einzelwünschen liegt dem Ausschuß bis 
her erst ein Antrag deS Abg. Dr. Leidig (D. Bp.) vor, 
lvonach statt der Einheitsgemeinde daS jetzige Gebiet des 
Verbandes Groß-Berlin in eine Provinz Groß-Berlin um 
wandelt werden solle. Nach mehrstündiger Verhandlung, 
in der der Grundgedanke der Einheitsgemeinde und dir 
Grundzüge des Gesetzentwurfs lebhaft umstritten und ver 
teidigt wurden, vertagte der Ausschuß seine weiteren Ba- 
ratungen auf Dienstag. Voraussichtlich wird die ganz» 
Woche hindurch verhandelt werden. 
o Groß-Berlin und DDG. Die Berliner ivorortgv- 
meinschast im Kreise Teltow lwt an den 17. Ausschuß 
(Groß-Berlin) der verfassunggebenden Preußischen Landes- 
versammlung eine Eingabe gerichtet, in der es heißt: 
Der von der Preußischen Staatsregierung der Landes 
versammlung vorgelegte Gesetzentwurf über die Bildung 
eines Stadtkreises Groß-Berlin sieht das Inkrafttreten 
des Gesetzes zum 1. April 1920 vor. Der Entwurf er 
scheint in der vorliegenden Fassung ganz unannehm 
bar. Seine Durchführung als Gesetz würde zu den 
a l l e r s ch w e r st e n E r s chü t t e r u n g en in der Verwal 
tung Groß-Berlins führen. Er muß deshalb auch in 
wesentlichen Bestimmungen ganz erheblich geändert wer 
den. Für die Beurteilung der grundlegenden Fragen, 
die sich nun einmal aus dem Problem Groß-Berlin seiner 
Eigenart und Bedeutung wegen nicht ansscheiden lassen, 
spielen die vornehmste Rolle die Reichsfinanz 
reform, die Reform der Städteordnung und die 
Aenderung des Verhältnis-wahlrechts. Es folgen 
nun längere Ausführungen über die Reichsfinanzreform 
und die finanziellen Verhältnisse der Gemeinden über die 
Städteordnung und die Wahlen. Dann wird weiter ge 
sagt: In diesen ganz wesentlick>en Punkten müßte sich 
also die Regelung für Groß-Berlin auf völlig unsicheren 
Unterlagen ausbauen und würde die Gefahr einer als 
baldigen Aenderung und damit einer grundlegenden Ver 
schiebung der Organisation mit sich bringen. Bei dem 
außerordentlich komplizierten Gebilde Groß-Berlin sind 
die Folgen einer solchen Maßnahme überhaupt nicht ab 
zusehen. Deswegen ist es unmöglich, die Frage Groß- 
Berlin im Sinne der Bildung einer Gemeinde Groß- 
Berlin zur Zeit sachgemäß zu entscheiden. Um 
wirklich daS Groß-Berlin, wie es der Gesetzentwurf vor 
sieht, im kommenden RechnungSjabre in Kraft treten zu 
lassen, genügt es ja nicht, daß der Gesetzentwurf kürz 
vor dem 1. ylpril verabschiedet wird. Die erforderlichen 
Wahlen mit ihren Vorbereitungen und die verwaltungs 
mäßigen Vorarbeiten beanspruchn -ine so große Zeit, daß, 
auch wenn das Gesetz etwa Ente , .e ruar verkündet werden 
würde, mit einer Groß-Berlniec .Verwaltung für das 
Rechnnngsfahr 1920 nicht mehr zu rechnen wäre Bleibt 
cs aber aus ^ i>-n rein praktischen Gründen tatsächlich 
noch bei der D . erring der einzelnen Gemeinden und 
Zwei tcsiamesue. 
28 
Roman von F. Stolze. 
(Nachdruck verboten.) 
doch habe ich es noch vor 
Und 
„Das Blatt feblt! 
vier Tagen gesehen I" 
Ewald sprang auf und trat neben Parker. 
„ „Es ist herausgeschnitten, sehen Siel- 
Parker ließ sich schwer in seinen Stuhl fallen, schlug die 
Hände vors Gesicht und ächzte. 
„Ich bin zu spät gekommen," murmelte Ewald. 
„Sie hat mich betrogen, niederträchtig betrogen l" >chrie 
Parker in wildem Schnierz auf. ^ , 
„Jawohl," rief Ewald, „diese Miß Mary Douglas." 
„Nein," erwiderte Parker, „diese Miß Cecily Warden I* 
„Der Name ist gleichgültig. Sie mag alle möglichen 
haben. Ein Frauenzimmer mit schwarzem Haar und 
brünettem Teint?" 
„Nein, mit goldblondem Haar und einer Haut wie 
Milch und Vlutl" 
„Dreißig bis »ierzig Jahre alt?" 
„Nein, kaum zwanzig!" 
„Dunkler Stimmton?" 
„Nein, silberheller Klang!" 
„Blaue Augen?" 
„Köstliche, himmelblaue Augen!" 
„Schottischer Dialekt?" 
„Jawohl, schottischer Dialekt." ..... - 
Beide iahen sich einige Augenblicke sie» an. Dan» 
brach Ewald las: . .. „ ... 
„Mag sie heißen und aussehen, «ne sie wolle, es ist 
alles Maskerade!" 
„Jawohl. Maskerade," stimmte Parker de,. 
Als sie sich ww« beruhigt hatten, begann«» sie, ch« 
(krfahrungen in bezug auf die Heiratsurkunde auszutuuschsn. 
Es lag in der Natur der Sache, daß Ewald seinem neuen f 
Bekannten zunächst, vom Ansang beginnend, die Geschichte 
der Kindlichen Bettern und der Heiden Testanreute nut. 
kann die Verwaltung Groß-Berlins erst allmählich im 
Laufe des Jahres 1920 ins Leben treten, ohne dann 
noch einen ausschlaggebenden, vor allem finanziellen Ein 
fluß auf die Gesamtverwaltung ausüben zu können, dann 
ist es erst recht zweckwidrig, das Gesetz durchzupeit 
schen, nur weil es formell zum 1. April 1920 in Kraft 
treten soll. Soweit die unbedingt erforderliche Einheit 
lichkeit Groß-Berlins sich als unaufschiebbar erwiesen hat, 
ist sie zur Zeit in einer ganzen Reihe von Verbänden 
Groß-Berlins sür verschiedene Verwaltungszweige vorhan 
den. Es ist aber sehr zu erwägen, etwa durch ein Zwi 
schengesetz sofort, spätestens vom 1. April 1920 ab, 
den Umfang Groß-Berlins für die bestehenden Verbände 
einheitlich festzulegen und zugleich diese Verbände in einem 
Verband, höchstens aber in zwei Verbänden, zusammen 
zufassen. Die Zusammenlegung von Zweckverband und 
Wohnungsverband kann durch eine kurze Bestimmung er 
folgen, die dem Ztaeckverband die Aufgaben des Woh- 
nungsverbandes überträgt. Di« anderen Verbände, deren 
Gebiet etwas beschränkter ist, lassen sich mindestens unter 
sich ru einem Verbände, etwa „Verband Groß-Berlin sür 
die Uebergangswirtschaft", zusammenfassen, soweit sie 
nicht, wie z. B- di» „Pferdefleischversorgungsgemeinschaft 
Groß-Berlin" überflüssig und unpraktisch sind. — Die 
B. V. ($■ hat ferner dem Ausschuß ausführliche Abände 
rungsvorschläge zum Gesetzentwurf unterbreitet. 
o Eröffnung des Kindergartens. Der von unserer 
Gemeinde eingerichtete Kindergarten wird am 21. Ja 
nuar eröffnet. Aufgenommen werden Kinder im Alter 
von 3—6 Jahren. Der Mvnatsbeitrag kostet 3,50 M. 
je Kind, wofür den Kindern eine Frühstückssuppe oder 
dergl. geboten wird. Meldungen sind an die Jugend 
leiterin Fräulein Margarete v. Breska von 9—1 Uhr, 
Goßlerstr. 15 (2. Gemeindeschule) zu richten. 
o Zuckerwtrtschaft. Die Verordnung über die Förde 
rung der Zuckererzeugung und des Zuckerrübenanbaues ist 
mit Zustimmung des Reichsrates und der Nationalver 
sammlung nunmehr verösfentlicht worden. Danach wird zu 
dem Zucker, der vom 1. Januar an von den Fabriken 
abgeliefert wird, ein Zuschlag von 25 M. aus den Zent- 
ner erhoben und zu einem Fonds angesammelt, aus dem 
die Zuckerrübenanbauer und Zuckerfabriken sür die beson 
deren Unkosten dieses Jahres entschädigt werden sollen. 
Die Durchführung der Entschädigung regeln die gleich 
zeitig erlassenen Ausführungsbestimmungen des näheren. 
Für das nächste Jahr ist ein Rohzuckerpreis von 150 M. 
sür den Zentner gesichert. 
o Unpünktliche ZeitlmgÄbestellung. Immer wieder 
gehen uns Mitteilungen über unpünktliche Zustellung un 
seres Blattes zu. So sehr wir bemüht sind, hierin Wan 
del zu schaffen, und die berechtigten Wünsche unserer 
Leser zu erfüllen, so sind wir doch den ungünstigen 
Verhältnissen unterworfen, i» die wir uns durch unzu- 
verlässige Boten befinden. Go wurden uns heut« größere 
Stöße unsere? Blattes überbracht, die in Vorgärten in 
der Goßlerstraße gefunden wurden. Die Botenfrau, die 
wir für die Goßlerstraße angenommen hatten, hatte sich 
akso das Austragen sehr vereinfacht. Natürlich ist sie 
entlassen und eine neue tritt an ihre Stelle. Bemerkt 
sei aber noch, daß nach Neujahr bereits 10 Botenfrauen 
ihre Stelle bei uns aufgegeben haben. Nachdem sie daS 
NeujahrSgeld eingeheimst hatten, sahen sie also den Zweck 
ihrer Thätigkeit erfüllt. Wir möchten unseren Lesern, die 
dauernd über unpünktliche Zustellung zu klagen haben, 
wiederholt empfehlen, beim Postamt unsere Zeitung zu 
bestellen. 
teure, ihm die Rolle beschrieb, die Iennings dabei gespielt 
hatte, und wie jetzt alles darauf ankomme, den Nachweis 
zu führen, daß die Ehe seiner Eltern eine legitime ge 
wesen sei, und daß wirklich ein zweites Testament von dem 
alten Geheimrat in bindender Form aufgesetzt worden sei, 
durch das Arnold Werner an Stelle von Kurt von Born zum 
Universalerben eingesetzt werde. Er verhehlte den in Eich- 
kamp ausgeführten Diebstahl der einen Testamentsaus- 
fertigung nicht und ebensowenig die Möglichkeit, daß seinem 
Bater inzwischen die andere in Persien abgenommen worden 
sein könne, mit der dann jedenfalls auch die Heiratsurkunde 
verloren sei, die sein Bater besessen habe. 
Je mehr der Geistliche mit den einzelnen Tatsachen 
bekannt gemacht wurde, um so mehr wuchs sein Interesse 
an diesem Kampfe zwischen Recht und Unrecht. Zugleich 
empörte sich seine Selbstachtung gegen die Art und Weise, 
wie man ihn unter Verletzung seiner heiligsten Gefühle zum 
Werkzeug des Unrechts gemacht hatte. Denn so viel stand 
fest, daß Miß Mary Douglas und Miß Eecily Warden, gleich 
gültig, ob sie nur eine oder zwei verschiedene Personen 
waren, demselben verwerflichen Zweck gedient hatten. 
Francis Parker erklärte daher, was irgend in seiner Macht 
stände, tun zu wollen, um dem Recht zum Siege zu ver 
helfen. und Ewald Werner verpflichtete sich dagegen, seinen 
neuen Bundesgenossen von allem zu unterrichten, was sich 
in der Angelegenheit ereignen werde. Zunächst wollte er 
nach Edinburgh zurückfahren, um der geheimnisvollen Miß 
Cecily Warden nachzuforschen. 
16. Kapitel. 
Haupt»»«»« Kurt »on Dorn sotz i» der Tat «uf Masel- 
harst wie die Spinne im Netz. Bon allen Seiten liefen 
ihm Nachrichten ei», Au» Bremerhaven batte er zuerst 
durch Cecily Warden die Nachricht vom Eintreffen der 
Faniliie Warner und Cecily» Abreise nach Abbeville, dann 
au» Eichkamp durch die Dienerschaft die Botschaft von dar 
schwere« Erkrankung Frau Helens und von .der Abreise 
des Oberst «ach Bremerhaven, endlich aus Edinburgh den 
Bericht über den alücklichen Streich in Abbeville erhallen. 
o Die Koksnot der Häuser mit Zentralheizung. Der 
Heizungsverband der Hauswirte schreibt uns: Die mangel- 
! hafte Kohlenzufuhr bringt auch die mit Zentralheizung 
! versehenen Häuser in schwere Verlegenheit. Nur 60 Proz. 
I der zur Beheizung benötigten Koksmenge sind für die 
j Zeit vom 1. 4. 19 bis 1. 4. 20 freigegeben, geliefert 
| dürfen aber vorläufig nur 50 Proz. werden. Dieses Quan 
tum ist in den meisten Häusern bereits verfeuert oder 
geht zu Ende. Die noch freiwerdenden 10 Prozent sollen 
erst im Febrngr geliefert werden dürfen, doch steht schon 
fest, daß dieses geringe Restquantum nicht ausreicht, so- 
daß vielleicht in der noch bevorstehenden kältesten Zeit 
kein Heizmaterial vorhanden sein wird. Dies bedeutet 
eine schwere Gefahr für die Gesundheit der Mieter. Ganz 
unverständlich ist auch die Stellungnahme der Kohlenstelle, 
die eine Beheizung von 17 Grad für nötig hält, aber 
den Koks dazu verweigert. Eine Unmenge von Strei • 
tigkeiten ist die Folge und berechtigte Erbitterung herrsch« 
in den Kreisen der Hausbesitzer, die mit einer Zentral 
heizung belasttet sind. Wie 17 Grad Wärme mit dem 
geringen Quantum bis 1. April d. Is. erzielt werden 
sollen, ist Geheimnis der Kohlenstelle, über das sie sich 
ausschweigl. Hinzu kommt, daß die Verteilung der zur 
Verfügung stehenden Koksmenge nicht ordnungsmäßig ge 
regelt bezw. rationiert ist. Während z. B. bei Briketts 
jeder Kohlenhändler von der Kohlenstelle nur soviel Bri 
ketts zugewiesen erhält, als er Kunden und deren Bedarf 
nachweisen kann, ist das bei Koks nickft der Fall. Der 
Kohlenhändler erhält vielmehr Koks ohne Rücksicht auf 
seinen Bedarf, d. h. eine Firma erhält auf die bei ihr 
vorliegenden Bestellungen zu wenig Koks, die andere 
Firma, obwohl sie wenig Kunden hat, mehr als sie Be 
stellungen nachweisen kann. Diese Mängel in der Ver 
teilung zeitigen Zustände, deren Beseitigung im Interesse 
der Mieter liegt. Hintenrum wird Koks mit 18 M. pro 
Ztr. geliefert, die der Mieter schließlich tragen muß. Be 
sonders die Einkaufs-Genossenschaften der Hauswirte be 
schweren sich, daß ihnen nicht die Mengen zugewiesen 
werden, deren sie für die von ihnen zu beliefernden Häu 
ser bedürfen. Bezeichnend ist die Stellungnahme des Reichs 
kommissarS für die Kohlenverteilung, der es nicht als 
seine Aufgabe betrachtet, die richtige Verteilung der Koks- 
menge zu veranlassen. Da nach dem Reichskohlengesetz 
die Verbraucher-Genossenschaften den Kohlenhandelsgesell 
schaften gleichgestellt sind und nach dem in Kraft getretenen 
Gesetz über die Höchstmieten die Mieter die Heizungslosten 
zu tragen haben, also auch den berechtigten Anspruch 
daraus erheben dürfen, daß alle Häuser bezw. deren 
Lieferanten mit Koks gleichmäßig beliefert werden, haben 
der HcizungSvtrband der Hauswirte, die Koks liefernden 
Hauswirte-Genossenschaften und der Bund der Hauswirte 
Groß-Berlin bei den zuständigen Behörden den Antrag 
gestellt, 
daß mit Beginn des neuen HeizjahreS, d. h. ab 1. 4. 20 
auch die KokSmengen so verteilt werden, daß jeder 
Kohlenhändler und jede Einkaufs-Genossenschaft soviel 
KokS zugewiesen erhält, als Bestellungen nachgewiesen 
werden. 
Mieter und Hauswirte dürfen verlangen, daß jede 
Gelegenheit zu Spekulationen unterbunden wird. Dazu ist 
zwingend notwendig, die Koksmenge so zu verteilen, das; 
jeder Lieferant die bei ihm bestellten Mengen auch liefern 
kann, daß aber jede Zuweisung an Lieferanten über den 
nachgewiesenen Bedarf auf jeden Fall unterbleibt. 
o Pakete nach Amerika. Von jetzt an sind auch Post- 
frachtstücke bis 5 Kg. nach den Vereinigten Staaten von 
I: . liig mit den, I'miingsfchen Telegramm aus 
Si . J ,,'ieu öadurch die >.i jo gut wie geschlossen und 
er ntivete auf. 0s schice ihm auch ziemlich gleichgültig, 
als er erfabr, daß d.-c r >erst, Frau Werner und Alice 
nach Eichkawp aögcraift seien und noch diesen Tag dort 
eintreffen würden. Nur in einer Beziehung interessierte 
ihn die Sache. Er hatte die Familie seines Vetters nie 
mals kennen gelernt. Besonders die Frauen hätte er gern 
gesehen. Helen sollte ja eine große Schönheit gewesen 
sein, und da auch Werner ein sehr stattlicher Mann ge 
wesen war, sprach olles dafür, daß auch die etwa sechzehn, 
jährige Tochter zum mindesten hübsch war. Er war ja ein 
Kenner und wollte sie daher selbst in Augenschein nehmen, 
aber im stillen, so daß niemand etwas davon bemerken 
konnte. Die Gelegenheit war günstig. Heut nachmittag 
sollten sie ankommen. Der Weg vom Bahnhof ging durch 
mächtigen Eichenhochwald und dichte Eichenschälwaldung. 
Dort konnte er sie unbemerkt beobachten. 
Er sah nach der Uhr. Es war Zeit zum Aufbruch, 
und er machte sich auf den Weg. Es war herrliches 
Wetter zum Gehen, nicht zu warm und nicht zu kalt. Er 
wanderte gemächlich einher und stellte sich vor, wie sie wohl 
aussehen könnten. Ob das Mädchen in seiner Art so schön 
sein mochte wie Cecily? Schwerlich, denn ihresgleichen 
hatte er noch nirgends gefunden. 
Er kam an die Stelle, die er sich ausgesucht hatte, und 
sah nach der Uhr. Es fehlten noch etwa fünf Minuten 
an der Zeit. Jetzt wurde er ungeduldig. Wie langsam 
der Zeiger vorwärts kroch! Aber endlich hörte er etwas 
auf der Chaussee. _ Er nahm seinen Standpunkt ein und 
lugte durch die Blätter. Richtig, da kamen siel Vorauf 
die große Familienkutsche mit dem alten Peter auf dem 
Lc f , im Fond den Oberst und «ine ftemde Dame zwischen 
dreißig und vierzig Jahren, aber noch immer eine schöne 
oiuK, wenn auch offaabar sehr leidend. Und nun konnte 
er auch di« beidaa jungen Damen auf dem Rücksitz er- 
kennen, di« Srna und — Donner und Smm, war das 
ttn Mädel! JHwiWn«» ^
        
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