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Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

Beilage z» 9hri 45 des „Uviedeaauee Lakal-AWetgev" 
Sonntag. der- 22 Februar 1^20. 
Ortsnacbiicbteti 
(Nachdr. unsrer o-Orlgtnalarrtkel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
o Ein mißlungener Versuch. Unsere Gemeindevertre- 
tung hatte im Sommer v. Js. die Lehrmittelfreiheit an 
unseren Schulen beschlossen. Schon jetzt aber hat fid) 
herausgestellt, daß Dieser Beschluß in der jetzigen Zeit 
auf die Dauer unausführbar ist, und so wird man über 
kurz oder lang wieder dazu kommen, die Beschaffung der 
Lehrmittel oder wenigstens doch eines großen Teiles da 
von, wieder den Eltern zu<überlassen. Die Schwierigkeiten 
liegen nicht nur in der Heranschaffung der Lernmittel, 
/für die die Buch- und Papierhändler am Ort eine 
Einkaufsverrinigung geschaffen haben; sie liegen auch in 
den ungeheuren Kosten, die hierdurch der Gemeinde auf 
gebürdet werden. Für das laufende Halbjahr betragen 
sie bereits, wie wir hören, 200 000 Mark. Friedenau 
ist bisher die einzige Gemeinde geblieben, die die Lern 
mittelfreiheit eingeführt hatte. Ter mißlungene Versuch 
dürste auch kaum zur Nachahmung reizen. r 
ö Eierernfuhr. In einer Besprechung, die kürzlich im 
Reichswirtschaftsministerium mit Vertretern der Behörden 
und der Interessenten stattfand, machte Ministerialdirektor 
Dr. Heinrici einige Mitteilungen über den Stand der 
Eiereinfuhr. Während im Frieden jährlich 4 Milliarden 
Stück Eier importiert wurden, ging diese Zahl im Jahre 
1918 bis auf mehrere Millionen zurück. Im Jahre 1919 
nahm die Eiercinfuhr immer mehr ab und hörte vom 
Mugust vorigen Jahres an gänzlich auf. Die Aussichten 
^uf eine Wiederbelebung sind sehr ungünstig. Das haupt 
sächlich als Ueberschußgebiet in Frage kommende Polen 
hat erklärt, nur im Wege eines Staatsvertrages im Aus 
tausch gegen andere deutsche Produkte Eier zu liefern. 
Ebenso liegen die Dinge in der Tschecho-Slowakei, in 
olland, der Schweiz nnd ganz besonders in Dänemark, 
ie Eierausfuhr von Amerika hat neuerdings begoniren; 
sie hat Deutschland aber nicht erreicht. Bei Beurteilung 
der. Frage, freie oder zentralisierte Einfuhr unter Anteil 
nahme des Staates, spricht für letztere der erforderliche 
hohe Kapitalbedarf und das erhebliche Risiko. Die Ver 
sammlung sprach sich auch einstimmig für die vorgeschlagene 
öffentliche Bewirtschaftung der eingeführten Eier aus. Ein 
zelheiten sollen weiteren Beratungen vorbehalten bleiben. 
Sehr wünschenswert ist die Förderung der direkten Ein 
fuhr von Trockeneifabrikaten aus China, die sich sehr 
gut bei der Bevölkerung eingeführt haben, neuerdings 
abep stark im Preise gestiegen sind. Sehr wesentlich für 
die-inländische Eierversorgung ist natürlich auch die Förde 
rung der heimischen Geflügelzucht, die mit allen Mitteln 
erstrebt werden - muß. 
o Kriegsbeschädigte nnd Kriegerhinterblieben« bei Post 
»nd Eisenbahn. Nach einer auf Eingabe des Kyffhäuser- 
Bundes der deutschen Landes-Kriegerverbände wegen ver 
mehrter Unterbringung von Kriegsbeschädigten bei Post 
und Eisenbahn erneut zugegangenen Mitteilung vom 
Reichsarbeitsministerium weist dieses daraus hin, daß in 
wiederholten Besprechungen mit dem Reichspostministerium 
und dem Preußischen Ministerium der öffentlichen Arbeiten 
» rstellt worden ist, daß seitens der Zentralstelle alles 
ieht, die Bemühungen der amtlichen Fürsorge auf 
Unterbringung einer möglichst großen Hahl von Kriegs 
beschädigten und Kriegerhinterbliebenen »n den Betrieben 
der Post und Eisenbahn mit Nachdruck zu fördern. Auf- 
gäbe der Fürsorgestellen und deren Beiräte, in denen die 
Kriegsbeschädigten-Vereinigungen vertreten sind, ist es, mit 
allen Mitteln die Durchführung der ergangenen Anord 
nungen herbeizuführen. Wenn an einzelnen Orten also die 
Einstellung von Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterblie 
benen bei Post und Eisenbahn zu wünschen übrigläßt, 
können wir vor allem die Beiräte zu entsprechendem Nach 
druck auf den Plan rufen. 
o Die llrrtcrstützrmgStätigkeit des Deutschen Krieger- 
bundes. Im Januar 1920 wurden an Unterstützungen be 
willigt: a) Deutscher Kriegerbund: an Kameraden-Uniev- 
stützungen 21 269 Mark, an Notstands-Unterstützungen 950 
Mark, an Stockmarr-Gaben 770 M., aus der „Samm 
lung für Hinterbliebene 1914—18 gefallener Kameraden" 
4570 M., zusammen 27 558 M. b) Preußischer LandeS- 
Kriegerverband: aus dem „Fürsorgefonds" an Kriegsteil 
nehmer 587 > 71., an Witwen-Unterstützungen 565 Mark, 
aus der „Preußischen Krieger-Stiftung Wilhelm II." an 
Veteranen der früheren Kriege bezw. Witwen von solchen 
20 385 M-, insgesamt 54 383 M. 
o Die Große Bolksoper Berlin soll nun ihrer Ver 
wirklichung entgegengehen. Soll sie zur Jnnehaltung eines 
hohen künstlerischen Ranges die nötige wirtschaftliche Be 
wegungsfreiheit haben und doch für ihre Vorstellungen den 
Grundsatz volkstümlicher Preise wahren, so muß ihr Zu- 
schauerraum über eine Platzzahl verfügen, wie sie bisher 
in Deutschland noch nicht üblich war. Deshalb ist ein 
Fassungsraum von etwa 4200 gleichwertigen Plätzen vor 
gesehen, von denen weit über ein Drittel an Kreise ab 
gegeben werden soll, bei denen wohl die Kunstbegeisterung, 
jedoch nicht die Mittel vorhanden sind, ein Theater zu den 
üblichen Kassenpreisen — auch auf den billigen Plätzen — 
zu besuchen. Damit ist die volkstümliche Grundlage un 
bedingt gewährleistet. Auf künstlerischem Gebiete will die 
Große Bolksoper, deren Leitung einer führenden Per 
sönlichkeit anvertraut werden soll, — pfadsindend und 
pfadweiscnd — die Oper von den Schlacken äußerlicher 
Ueberlieferung befreien, sie bei größter Schlichtheit der 
szenischen Aufwendungen und höchsten künstlerischen 
Leistungen verinnerlichen und sie so zum wahren Volks 
kunstwerk erheben. Die volkstümliche Wirtschaftsgrund- * 
läge ist dem Unternehmen vor allem durch die enge Ver 
bindung mit der größten, finanziell glänzend dastehenden 
Organisation aus dem Gebiete des Theaterbetriebes, der 
Volksbühne gesichert. Ihre Leitung sieht in dem Zu 
standekommen der Großen Volksoper die lang gesuchte 
Möglichkeit verwirklicht, ihre volkserhebende und volksbil- 
dendc Tätigkeit, die sie bisher im Theater am Bülowplatz 
nur auf dem Gebiete des Schauspieles ausüben konnte, 
nunmehr auch auf das Gebiet der Oper dauernd auszu 
dehnen und den bisher notgedrungen geschlossenen Kreis 
von 102 000 Mitgliedern, für den sie jetzt schon nicht 
genug Vorstellungen schaffen kann, im großen Umfang 
zu erweitern. Da die Große Volksoper, wie sich schon 
durch ihre Verbindung mit Staat und Volksbühne ergibt, 
nicht die Reihe der privatkapitalistischen Theaterunterneh 
mungen fortführen, sondern nach außen und innen sozialen 
Geist bekunden will, ist sie wirtschaftlich als gemein 
nützige Aktiengesellschaft aufgebaut worden. Sie hat sich 
als Ziel gesetzt: Künstlerisch vollwertige Opernvorstellun 
gen sowie sonstige künstlerische Veranstaltungen zu bieten 
zu Preisen, die einen Unternehmergeroinn ausschließen, 
und die den weitesten Kreisen die Möglichkeit zur Teil 
nahme gewähren. Die kulturelle Pflicht jedes Einzelnen, 
der dazu in der Lage ist, muß es sein, die gemeinnützige, 
zur künstlerischen Bereicherung aller Volksklassen bestimmte 
Schöpfung zu unterstützen und Aktien zu zeichnen, die 
über 1000 Mark lauten und zum Kurse von 105 Proz. 
ausgegeben werden. Damit das Interesse jedes Zeichners 
auch mit dem künstlerischen Werdegang der hier vertrctte- 
nen Sache verschmilzt, werden von den in der Spielzeit 
von 10 Monaten zur Verfügung stehenden 1 245 000 
Plätzen 100000 Plätze zu einer den heutigen Verhält 
nissen entsprechenden billigen Stammsitzmiete verwendet. 
Jeder, der. eine Aktie von 1000 M. zeichnet, hat den 
Anspruch auf eine EintrittZk.irte für 20 Vorstellungen 
(oder auf Wunsch weniger), gleichmäßig verteilt auf etwa 
300 Spielabende, mit einer Ermäßigung von mindestens 
50 Prozent gegenüber Kassenpreis auf bie c drei besten 
Platzarien. Bis zur Eröffnung der Großen Bolksoper 
erhalten die Aliteilzeichner zu entsprechenden Vorzugs 
preisen Karten zu Vorstellungen der Staatsoper im Kroll- 
schen Theater, dessen Ausbau in den nächsten Wochen be 
gonnen wird. Das Aktienkapital soll vorläufig bei der 
Volksbühne angelegt werden, und zwar zum Ausbau von 
Kroll. Es fällt, sobald die Zeitverhältnisse die Verwendung 
für seinen eigentlichen Zweck gestatten, terminmäßig an die 
gemeinnützige Aktiengesellschaft zurück. Die Geschäftsstelle 
befindet sich in Steglitz, Belfort-Straße 3la. Geschäftst- 
führender Leiter ist Otto Wilhelm Lange. Dem Aussichts- 
.rat gehören an: Der Vorsitzende des Verbandes der Ber 
liner Volksbühnen, Verlangsdirektor Georg Springer, Vor 
sitzender; Bankier Hugo Simon, stellvertretender Vorsitzen 
der; Professor Dr. Max von Schillings, Intendant 
der StaatSoper. 
o In der Nationalgaleric und im Kro npri nz en-PalaiS 
wird Privatdozent Dr. B- Daun am Mittwoch, den 
Zwei 
Roman von F. Stolze. 
VS (Nachdruck verboten.) 
Achim ließ sofort absitzen, damit sie weniger hoch 
emporragten und nicht von den Feinden bemerkt weiden 
möchten. Die Maßregel erwies sich. obwohl der Haupt- 
mann sie als ein unwürdiges Verfteckspielen bezeichnet«, 
als duichaus angemessen. Denn die Baharlus ritten, wie 
man von dem Gipfel eines Hügels aus beobachten konnte, 
am Seeufer weiter nach Süden, ohne etwas von Achim- 
Truppe zu bemerken. Dieser hatte Not, feine Leute zurück- 
zuhalten, die am liebsten jetzt schräg hinter den Nomaden 
hergeritten wären. Er wußte ihnen indessen klarzumachen, 
daß dies das Alleroerkehrteste sein würde, und daß man 
versuchen müsse, dem Feinde umer Deckung möglichst 
nahezukommen. Wenn dieser dann in dem rechten Winkel 
zwischen dem Seeuser und der schmalen Seezunge ange- 
langt sei. wäre der rechte Augenblick gekommen, auf ihn 
loszubrechen. Die völlige Uebecrasihung und die Un- 
Möglichkeit, nach rechts oder links auszuweichen, würde 
die Baharlus ganz in ihre Hund geben, und es fei zu 
hoffen, daß die Sache ohne wesentlichen Blutverlust ab- 
laufen werde. Selbst der Havptman» mußte, wenn auch 
widerwillig, zugeben, daß der Plan gut sei, und so setzt« 
sich denn die Truppe in Bewegung. Zwar waren ihnen 
die Gegner schon weit voraus. Da diese sich aber dicht 
am wer hielten und jede Bucht sorgsam umritten, näherten 
sich ihnen die auf der wenigstens dreißig Meter höher 
gelegenen Talfläche in ziemlich gerader Linie einher 
kommenden Verfolger, die nur stellenweise der Deckung 
halber von den Pferden -u steigen brauchten, verhaltn»«, 
mäßig schnell. 
Fast genau um zwölf Uhr mittag« langten Iennings 
und die Seinen in der Spitze de« Winkel» an. Da» flach« 
Lf»r ist an di«f«r Stelle verhältnismäßig schmal, mährend 
da» stell abfallende Hochufer nur an der eigentlicheu 
ÄinkelfpitzL etwa um dreißig Meter zurücktcftt. Die Reiter 
»legen von den Pferden und untersuchten sorgsam den 
Strand. Aber es war keine Spur zu encdecken, die aus 
ein Boot hätte hindeuten können. Mißmutig stieg Jenninga 
wieder in den Sattel und kommandierte: 
„Vorwärts, die Seezunge entlang 1" 
Zn demselben Augenblick ertönte von dem hohen Ufer 
herab das Gewreher eines Pferdes, und zugleich tauchte 
eine Schar Reiter über dem Rande auf, die offenbar der 
ihrigen überlegen und überdies in der günstigsten Stellung 
war. Jennings erkannte dies auf den ersten Blick, wie 
wohl er noch nicht genau unterscheiden konnte, wer diese 
Leute eigentlich waren. Freunde würden es schwerlich 
sein! Darauf deutete ihr ganzes Verhalten. Denn sie 
waren abgesprungen und hatten sich dein Rande vorsichtig 
in Deckung genähert. Und jetzt war auch der letzte Zweifel 
beseitigt. Denn von links oben tönte des Hauptmanns 
ihm wohlbekannte Stimme herab: 
„Hab' ich dich, verräterischer Schurke? l Jetzt hat dein 
letztes Stündlein geschlagen I" 
Jennings sah, wie die Flinte auf ihn gerichtet war. 
und hatte eben noch Zeit, seinem Pferde die Sporen zu 
geben und sich tief auf seinen Nacken herabzudeugen. als 
der Schuß ertönte. Er zuckte zusammen, die Kugel hatte 
ihm das linke Schulterblatt zerschmettert. Aber er hielt 
sich krampfhaft fest und war im nächsten Augenblick in den 
schmalen Uferpfad an der Seezunge eingelenkt. Er fühlte 
aber, daß er sich nicht mehr lange im Sattel halten könne, 
brachte das Tier zum Stehen, ließ sich ermattet von ihm 
herab und schleppte sich blutüberströmt in eine Felsspalte. 
Kurt von Born hatte wohl gesehen, wie die Kugel 
einschlug und das Blut aufspritzte. Aber er wußte nicht, 
ob der Schuß tödlich sei. Er mußte den gefährlichen 
Gegner durchaus stumm machen. So rannte er denn der 
Seezunge zu, während einige Kugeln der Baharlus Harm- 
los an ihm vorüberpfiffen, ließ sich am stellen Abhang 
hinabgleiten, kam auf die Beine zu stehen und sah dort 
recht« „n sich auch schon da» Pferd. Die Blutspur zeigte 
»hm die Stelle, wo der Verwendet« sich befinden mußte. 
Er stürzte, die Büchse in der Hand, darauf lo» und bog 
Lhne jede Vorsicht um die Lelsecke. Da ertönte ein 
25. Februar, vorm. 9>/r—IOV2 Uhr eine vierstündige Vor 
tragsreihe über die dort befindlichen Gemälde halten. Im 
Kaiser-Friedrich-Museum hält derselbe vom Sonntag, den 
22. Februar ab vorm. 10— 11V* Uhr eine Vortragsreihe 
von 5 Doppelstunden über deutsche, niederländische und 
holländische Malerei. s ' 
o Die diesjährige Bismarckfeicr des Berliner Bis- 
marck-Ausschusses findet am 11. April, 12 Uhr mittags 
in der Singakademie statt. Orgel (Domorganist Fischer). 
Dorspruch (Gutlerbet), Berliner Sängerverein (Musikdir. 
Eschke), Festrede (Univ.-Prvf. Roethe), Streichquartett der 
Staatsoper. Eintrittskarten für 3 M. bei Justizrat Schmid, 
Friedrichsdr. 248, W. A. Keydell, Darmstädter Str. 7, Ma 
jor Wangemann, Berchtesgadener Str. 14. 
o Auf den Lieder- und Arienabend von Luise Hahr» 
(mit Willy I a e g e r) am Flügel) cher am nächsten Mon 
tag im Klindworth-Scharwenkasaal 8 Uhr stattfindet, sei 
nochmals empfehlend hingewiesen. Karten bei Bote u. 
Bock, A. Wertheim, Musikalienhandlung von Schwärtz 
und Abendkasse. 
o Als gefunden ist der Fundstelle im Rathause ge- 
' meldet ein Trauring und eine Schußwaffe mit Munition. 
Zckoneberg 
—o Sitzung der Stadtverordneten am Montag, dem 
23. Februar 1920, nachmittags 6 Uhr. Tagesordnung: 
1. Einführunig des Stadtv. Albrecht für den ausgeschiede 
nen Stadtv. Freier. 2. Beschlußfassung über den Antrag 
der Stadtv. Baumann und Gen. betr. Verlegung der 
! Polizeiwache aus der Wilhelm-Hauffi-Straße. 3. Desgl. 
I über die Vorlage des Magistrats betr. die Ausübung der 
Lehrtätigkeit in der Volkshochschule durch Mitglieder der 
städtischen Körperschaften. 4. Desgl. betr. Bewilligung von 
67 000 M. zur Deckung der bei der Kohlenstelle entstehen 
den Kosten. 5. Desgl. betr. Nachbewilligung von 25000 
Mark für den Umbau im Desinfektionshause des Kran 
kenhauses. 6. Desgl. betr. Gewährung eines Zuschusses 
für die die Beuth-Schule der Stadt Berlin besuchenden 
Schöneberger Schüler urch Nachbewilligung von 900 M. 
zum Schulhaushalt D für 1919. 7. Desgl. betr. Weiter- 
mietung des der Eisenbahn gehörigen Platzes an der 
Ebersstraße z»rr Abhaltung von Wochenmärkten. 8. Desgl. 
betr. Einführung einer Lustbarkeitssteuerordnung. 9. Desgl. 
betr. Bewilligung von 40 000 M. für die Verbesserung 
von Hauptwegen und Beseitigung von Schutt- und Müla»* 
Haufen im Südgelände. 10. Desgl. von 4000 M. für den 
Umbau eines Ladens zur Abfertigung der Erwerbslosen. 
11. Desgl. betr. Bewilligung einer Teuerungszulage an 
die städtischen Arbeiter und Arbeiterinnen. 12. Desgl. 
von 22 500 M. zur Bestreitung der Kosten für die Ein- 
wohnerwehr. 13.—22. Desgl. versch. Nachbewilligungen. 
23. Bericht des Ausschusses über die Vorlage, des Ma 
gistrats betr. Genehmigung der Grundsätze für die Ver 
gebung von Schulräumen. 24. Desgl. betr. Einstellung 
eines weiteren Schularztes und einer weiteren Schul 
schwester. 25. Wahlen. Um 7 Uhr erfolgt in gemeinsamer 
Sitzung von Magistrat und Stadtverordneten die Wahl 
eines 2. Abgeordneten und eines Ersatzmannes für den 
2. Abgeordneten zum Verbandsausschuß des Giroverbandes 
der kommunalen Verbände der Provinz Brandenburg. 
(Für diese Rubrik übernehmen wir keine Verantwortung.) 
Der KunstaLend der Krnrststätte f. D. 
Ich ersuche Sie um Abdruck folgender Erklärung: 
Sie bemängeln'in Ihrer Besprechung unseres Konzertes 
vom 14. Februar mein wiederholtes Erscheinen auf der 
Bühne, wobei Sie mich, geist-, Humor- oder geschmackvoll, 
den Herrn mit dem Chapeau claque nennen. Ich habe - 
daraus ergebenst zu bemerken. 1. Ich vertrete eine Ver 
einigung.. die es sich zur Aufgabe macht, weitere Kreise 
aus ihre Ziele hinzuweisen, um Mitglieder zu gewinnen. 
Dazu werde ich mich, ohne die Erlaubnis anderer Leute 
einzuholen, als des geeignetsten Mittels stets einer An 
sprache an unsere Gäste von der Bühne herab bedienen. 
Erste Pflichterfüllung. 2. Wenn eine Vortragskünstlerin in 
unseren Veranstaltungen ein oder mehrere Male aufzutreten 
hat, so werden wir sie — es sei denn ihr Wunsch — nicht 
allein gehen, sondern sie stets durch einen unserer Vor- 
Reoowerschuß. und durch die Stirn getroffen sank er neben 
Jennings zu Boden. 
Der ganze Vorgang war so unerwartet gekommen, daß 
für Achim jedes Einschreiten unmöglich gewesen war. Er 
war außer sich. daß der Hauptmann dem strengen Verbot 
zum Trotz Blut vergossen hatte. Aber es gelang ihm 
wenigstens, die gleichfalls in hoher Aufregung befindlichen 
Bahallus davon zu überzeugen, daß man ihnen nicht ans 
Leben wolle, und daß sie, wenn sie die Verfolgung Werners 
aufgäben, von dessen Entfliehen Achim jetzt zuerst erfuhr, 
unbehelligt zu den Ihrigen zurückkehren dürften. Sie 
leisteten guf den Koran den Eid. daß sie auf dem Wege, 
den sie gekommen waren, wieder in die Heimat ziehen 
und auch an keinen ferneren feindlichen Handlungen gegen 
die Moselexpedition teilnehmen wollten. 
Erst jetzt konnte Achim nachforschen, was aus Vom 
und Jennings geworden war. Man fand auch den letzteren 
dem Tode nahe. Er hatte nur noch so viel Kraft, zu ver 
sichern, daß der Hauptmann der Anstifter allen Unheils 
gewesen sei, und die in seinen Händen befindlichen höchst 
belastenden Papiere ans-uliesern. 
Diese Dokumente veranlaßten Achim auch, sofort die 
in der Brietasche Kurts befindlichen Papiere und Brief 
schaften an sich zu nehmen. Er fand nicht nur darin das 
in Eichkamp geraubte Testament, er erfuhr auch zu seiner 
höchsten Ueberraschung, wer Ellen Hamilton eigentlich sei. 
Ihm graute, wenn er bedachte, daß diese Person, welche 
die eigentliche Urheberin von Helen Werners Tode gewesen 
war, jetzt mit deren Tochter und seiner Schwester in engem 
Verkehr stand. 
Er ordnete daher die Rückkehr in das Lager und die 
Dorthinbeförderung beider Leichen eW während er selbst 
mit Dr. Reichard eiligst vorausritt. 
32. Kapitel. 
Im Lager der Moselexpeditton waren die nötigen Vor 
bereitungen zum Empfange Nur Ali Khan» getrogen. Die 
Baharlus und ihr Häuptling konnten ihnen nicht entrinnen. 
Man würde sie ganz plötzlich überwältigen, und dann würde 
es gelinge», den HäWtung mit fetztyc Tochter und ihrem
        
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