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Periodical volume Nr. 45, 22.02.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

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Berlin-Friedevarr. Sonntag dev 22 Februar 1920 
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Sitzung cker Gemeincievertretung 
vom Tonnerstag, den 19. Februar 1920. 
Schadcnersatzsachen. 
G.-V. H a ii n e m a n n (D. Vp.) wundert sich, daß 
hier anders verfahren werde, wie bisher. Früher ersetzte 
man den vollen Schaden, diesmal will man nur 1 / 3 be 
willigen. Er wünscht, ^daß die Sache nochmals geprüft 
werde. G.-V. Giese (Soz.) schließt sich dem an. Schöffe 
Ott (D. Vp.) meint, daß diese Fälle etwas anders 
liegen, als die früheren,, weil das Abhandenkommen der 
Sachen nicht genügend aufgeklärt sei. G.-V. Leonhardt 
(Dem.) hält eine nochmalige Prüfung ebenfalls für nötig. 
Es wird nochmalige Znrückverweisung der Vorlage an 
die Schuldeputation beschlossen. 
Dem Aktienverein Zoologischer Garten wird eine Bei 
hilfe von 2000 M- gewährt. 
Tie Vorlage betr. Aenderung der Gewährung von 
Reisekosten geht auf Antrag des G.-B. H a n n e m a n n an 
den Finanzausschuß zur Vorberatung. 
Erhöhung der Vergütungssätze für die Angehörigen 
der Einwohnerwehr. 
Hierzu liegt folgender Antrag der Sozialdemokra 
tischen Fraktion vor: 
„Von der Voraussetzung ausgehend, daß die am hie 
sigen Orte bestehende Einwohnerwehr eine aus Gemeinde- 
mitteln finanzierte Einrichtung ist, ähnlich der Feuerwehr, 
beantragen wir hiermit die Einsetzung eines Ausschusses 
für die Einwohnerwehr. Der Ausschuß soll paritätisch 
aus Mitgliedern der Gemeindevertretung gebildet werden. 
Seine Ausgaben sollen und werden sein: 1. Die Durch 
führung der gegebenen Richtlinien zu überwachen; 2. die 
Einwohnerwehr vor schädlichen politischen Einslüssen zu 
bewahren; 3. regelmäßige Prüfung aller finanziellen An 
gelegenheiten; 4. Erledigung aller Personalfragen." 
G.-V.'Kam r o w s ti (Soz.) begründet den Antrag, 
indem er die einzelnen Punkte durchgeht und bemerkt ins 
besondere, daß sich in der Wehr Einflüsse antisemitischen 
Charakters geltend machen. Er verspreche sich durch den 
Ausschuß eine Besserung der Verhältnisse in der Wehr. 
G.-V. Leonhardt (Dem'.) stimmt dem Vorschlage im 
allgemeinen zu, wünscht aber, daß die Ausgaben nicht, 
genannt werden, daß man den Ausschuß nicht in seiner 
Aufgaben beschränke. Was an Ausgaben genannt sei, 
wäre ja auch das, was jeder Ausschuß zu erfüllen habe. 
Er bittet auch das „paritätisch" zu streichen, was selbst 
verständlich sei und am Schluß festzusetzen, daß der Aus 
schuß aus 4 Mitgliedern der Gemeindevertretung und 
einem Mitgliede des Vorstandes bestehen solle. (G.-V. 
Kamrowski: Warum so klein?) Ein kleiner Ausschuß könne 
schneller arbeiten. G.-B. T e t t in e r (Unabh.) erklärt, daß 
sie als grundsätzliche Gegner der Einwohnerwehr sich an 
keinem Antrage beteiligen werden. G.-V. Dr. Anders 
(Dnat.) stimmt der Bildung des Ausschusses zu nach den 
Abänderungsvorschlägen des G.-V. Leonhardt. Bürger 
meister W a l g c r bittet ebenfalls, die Aufgaben nicht zu 
beschränken. Bezüglich der schädlichen politischen Ein 
flüsse fragt er, welche gemeint seien. (G.-V. Dettmcr: 
Schreiben Sie doch kommunistische.) Kommunisten und 
Unabhängige sind ja nach den Richtlinien schon ausge 
schlossen. (G.-V. Schipfmann: Es gibt auch andere von 
der Rechten.) Auch gegen konfessionelle Einflüsse und 
gegen Einflüsse eo; rechts sei er, die Wehr müsse unpar 
teiisch sein. Er stimi —> "'"trage Leonhardt zu. Es 
ergibt sich nun die Frage ■ hu, Antrag zuerst ab 
zustimmen sei. Mit 21 gegen 13 Summe- ei d beschlossen, 
zuerst über den Antrag^der Sozialdemokraten abzustimmen. 
Dieser wird gegen 9 Stimmen, die dafür sind, abgelehnt. 
Der Abändcrungsantrag Leonhardt wird angenommen, 
er erhält 30 Stimmen. Damit ist ein Ausschuß von 
5 Mitgliedern beschlossen. G.-V. Dr. Hasse (Soz.) be 
antragt, nun diesem Ausschuß auch die Vorlage betr. 
Erhöhung der Vergütungen zu übertragen. Bürgermeister 
Walger und G.-V. Dr. Anders bitten um sofortige 
Beschlußfassung. G.-V. Leonhardt meint, da der Aus 
schuß noch nicht bestehe, tonne eine Ucbcrweisung an ihn 
noch nicht stattfinden. Es wurden darauf die beantragten 
neuen Vergütunassätze beschlossen. Sie betragen für 
unverheiratete Mannschaften 500 M., für verheiratete 
Mannschaften 600 M., für unverheiratete Offiziere 800 
Mark und für verheiratete Offiziere 900 M. _ Bürgermeister 
Walger bittet, sich über die in den Ausschuß zu wählenden 
Mitglieder bis Schluß der Sitzung schlüssig zu machen. 
Gewählt werden später: Bürgermeister Walger zum 
Vorsitzenden. G.-V. Dr. Anders (Dnat.), Westphalen 
<D. Bp.), Leonhardt (Dem.) und Piniak (Soz.) zu 
Mitgliedern des Ausschusses. 
EroängMig des Sondergruppenplanes. 
Tie Gemeindevertretung erklärt sich mit der Erweite 
rung der Gruvpeu A und B des Sondergruppenplans 
und der redaktionellen Blenderung derselben entsprechend 
der Vortage einverstanden. Tie dadurch bei der ordent 
lichen Verwaltung entstehenden Aiisaaben werden als Ver 
stärkung bei den einzelnen Voranschlagsziffern bewilligt." 
Tie Bestimmungen über Vergütung der Schul 
warte undHeizer für Bemühungen und Zeitauf 
wand, wenn Schulräume zu anderen Zwecken, wie zu 
denen des öffentlichen Unterrichts benutzt werden, worüber 
wir schon berichteten, werden genehmigt. 
Ten an der Königin Luise-Schule angestellten 
Oberlehrerinnen wird die Nachzahlung von 10 
Proz. Gehaltsuntcrschied für das Winterhalbjahr 1919-20 
bewilligt. 
Errichtung eines Noalprogymnasiums. 
G.-V. Dr. Anders (Dnat.): Man könnte wohl zu 
nächst fragen, warum schon wieder für die Knaben etwas 
geschähe, wo doch das Madchenschulwesen so schwer leide. 
Tie Mitglieder des Kuratoriums sind aber nach reichlicher 
Ueberlegung zu der Ueberzeugung gekommen, daß im 
Augenblick für die Mädchen nichts getan werden könne. 
Das hindere aber nicht, für die Knaben weiteres zu tun. 
Im Gymnasium seien die unteren Klassen stark gefüllt, 
sodaß zwei Quarten geschaffen werden mußten. Durch 
den Abbau der Vorschulklassen werde jetzt Platz geschaffen. 
Ter Vorschlag gehe nun. dahin, ein Realprogym 
nasium zu errichten, das also bis zur sogen. Ein- 
. jährigen-Prüfung, dem Reifezeugnis für die Obersekunda, 
zu führen sei. Durch diese Anstalt werden wesentliche Kosten 
der Gemeinde nicht erwachsen, weil einmal die Räume 
da sind, die Anstalt auch die Sammlungen und Lehrgegen 
stände des alten Gymnasiums mit benutzen kann. Es 
sind nur gewisse Summen erforderlich, um den einen 
oder den anderen Oberlehrer anzustellen. Aber der Unter 
schied zwischen Vorschnllehrer und Oberlehrer sei ja jetzt 
nicht mehr so groß. Wenn man jetzt das Realprogym 
nasium schaffe und nicht eine Realschule, so schlage man 
damit 6 Fliegen mit einer Klappe, indem man dadurch 
die 4. Schulart für einen Ort bekomme. Wir hätten dann 
neben dem alten humanistischen Gymnasium, dem Reform- 
realgymnasium und der Realschule auch das Realgym 
nasium alten Stils. In der Provinz gibt es viele Real- ! 
gymnasien a. St., aber wenig Reformrealgymnasicn und - 
so wissen die Eltern, die hier zuziehen, oft nicht, wie sie 
ihre Kinder unterbringen können; sie ziehen dann wieder 
Heute lSouutag) 
8-6 Uhr 
Wahl der Clternbeirate 
üu Leu drei Gemekadefchulrv. 
weg oder schicken ihre Kinder in die Nachbarorte. In 
der Verbindung mit dem Gymnasium können die Kinder, 
die auf dem Gymnasium nicht gut fortkommen,- ohne 
Schwierigkeiten auf das Realgymnasium übergehen. Die I 
Wahl der Schulart werde für die Eltern dadurch um zwei 
Jahre weiter hinausgeschoben. Die Möglichkeit bestehe 
ferner, die Schule bei starkem Besuch weiter auszubauen. 
Er bitte also, dem Vorschlage des Kuratoriums zu folgen 
und die Errichtung eines Rcalprogymnasiums zu be 
schließen. G.-V. Leonhardt (Tein.) spricht ebenfalls 
sein Bedauern darüber aus, daß für die Mädchen z. Zt. 
nichts geschaffen Ivcrden könne, ein 2. Lyzeum könne 
man jetzt nicht errichten. Er erklärt sich dann gegen das 
Realprogyinnasiu»! und tritt für die Errichtung einer 
Realschule ein. Tie Grenzen werden sich künftig noch 
mehr verwischen und es spiele dann keine Rolle, ob die 
Schule auf Schöneberger oder Wilmersdorfer oder Frie- 
denauer Gebiet liege. Eine Notwendigkeit, die 4. Schule 
hier zu schaffen, könne er nicht anerkennen. Notwendig 
aber sei die Realschule, die von der Bevölkerung gewünscht 
werde. Er verdanke selbst dem humanistischen Gym 
nasium seine schönsten Stunden; er befürchte, daß durch 
die Verbindung des Realprogymnasiums mit dem Gym- 
nasiuin, für das Gymnasium hier die letzte Stunde ge 
schlagen haben werde. Das Realprogymnasium sei ein 
Zwitterding, das überall, wo cs mal geschaffen wurde, 
wieder beseitigt worden sei. Sv z. B. im Königreich 
Sachsen, wo solches jetzt kaum noch zu finden sei. Warum 
wolle man etwas halbes schaffen, da sei er dafür, eine 
ganz neue Schule aufzubauen. G.-B. Hanuemann (D. 
B.) bedauert cs auch, daß die Mädchen wieder einmal 
hinten au stehen müssen; aber cs sei unmöglich, diesem 
Bedürfnis jetzt Rechnung zu tragen. Man werde die 
schwere Last weiter tragen. Er tritt dann auch für die 
Errichtung des Realprogtimnasiums ein, ebenso wie der 
G.-V. Dr. Schultz (Dnat.). Die G.-V. Dr Anders 
und Leonhardt erläutern weiter ihren Standpunkt. 
G.-V. Paul Rick'ter (Unabh.) gibt zu, daß cs schwer 
sei, hier die richtige Entscheidung zu finden. Er glaube 
aber als Laie, daß man mit der Errichtung des Real 
progymnasiums das richtige tue. Schöffe Schildberg 
(Teni.) spricht für die Errichtung einer Berliner Real 
schule, wodurch der fremdsprachige' Unterricht weiter 
hinausgeschoben werde. G.-V. K a m r o w s k i und B u t h 
(Soz.) wünschen Vertagung, weil die Entscheidung jetzt 
in so kurzer Zeit schwierig sei. Vielleicht beschließe man 
zunächst nur die Schule, ohne zu sagen, welcher Art sie 
sein solle. Bürgermeister W a l g e r erklärt,_ die Ent 
scheidung müsse sofort fal'cn. weil die Genebmigung nach 
gesucht und in dem Gesuch die Schulart gleich bezeichnet 
werden müsse. G.-V. Kamrowski zieht schließlich den 
Vertagungsantrag wieder zurück. G.-V. Tr. Anders 
meint, daß die Sache vielleicht anders angesehen werde, 
weil Herr Leonhardt und er sonst Antipoden wären. Aber 
die Sache habe mit Parteipolitik durchaus nichts zu tun. 
G-V. Leonhardt hebt hervor, daß. wenn man nicht 
die Realschule, sondern das Realproavmnasium schaffe, 
dann später noch eine Mittelschule errichten müsse. Nach 
dem noch die G.-V. Paul Richter, Tr. Anders, Hanncmann, 
Kamrowski und Schöffe v. Wrochem zur Sache gesprochen 
hatten, wird ein Schlußantrag angenommen. Auf der 
Rednerliste steht noch der Name des G.-V. Lüdecke.. (G.-V. 
Leonhardt: Das nennt man Durchpeitschen! — Wider 
spruch.) Mit groß. Mehrheit, auch einige Demokrat, und 
Sozialdemokraten stimmen dafür, wird die Errichtung eines 
Realprogymnasiums beschlossen. 
Antrag der S.P.D.-Fraktion: Den Gemeinde- 
arbeitern eine Vorschlagszahlung auf die von 
den Verbänden angenommene Teuerungszulage schon jetzt 
zu gewähren. G.-V. Kamrowski befürwortet den An 
trag. Wir haben uns hier immer nach Berlin gerichtet 
und in Berlin stehe der Antrag zur Annahme. Bürger 
meister W a l g e r erklärt, daß die Berliner Stadtver- 
ordneten-Versammlung sich erst heute mit der Sache be 
schäftige. Er empfiehlt, dem Antrage zuzustimmen mit 
dem Zusah, daß ihm stattgegeben werden solle, sobald die 
Berliner Stadtverordneten-Vecsammlung ihn angenommen 
habe. Mit diesem Zusätze wird der Antrag angenommen. 
G.-V. Dr. Hasse (Soz.) wünscht, die stenogra 
phischen Berichte in zwei Bänden, die öffentliche von 
der geheimen Sitzung getrennt, zu erhalten, damit man 
das Stenogramm der öffentlichen Sitzung den Partei 
freunden zugängig machen könne. Bürgermeister W a l g e r 
will der Anregung folgen. 
Tie Abholzungen. 
G.-V. Paul Richter (Unabh.): Vor einiger Zeit 
wurde beschlossen, den Baumvepano zu lichten und es 
wurde gesagt, daß die Baume in der Kaiserallee krank 
wären. Das traf nicht zu; es ist doch ein groyec Teil 
gesunder Bäume gesackt worben. Er haoe die Empfindung, 
daß bei der Lichtung in der Kaiserallee doch zu rigoros 
vorgegangen wurde. In der Handlerystraße habe man 
sich gegenüber stehende Bäume eiufernt, anstatt abwechselnd 
aus jeder Seite. So stoßen die Kronen doch wieber zu 
sammen. Wo es geschehen sei, lasse sich nichts mehr 
ändern, aber man habe noch einige Straßen abzuholzen 
und da möchte er bitten, nicht rein fachmännisch mit kühlem 
Verstände zu verfahren, sonoern — nno er glaube da im 
Namen der überwiegenden Zahl der Friedenauer Ein 
wohner zu sprechen — mit war in e m Herzen vorzugehen. 
(Zustimmung auf allen Seiten.) Bürgermeister W a l g e r 
erklärt, er könne das, was Herr Richter sagte, nur be 
stätigen und befürworten. Er wisse, wie das Publikum 
darüber aufgeregt sei, daß man eine Reihe von Bäumen 
habe fällen müssen. Er habe darüber zahlreiche ernst zu 
nehmende Zuschriften erhalten. Tie Sache sei doch aber 
so, daß zu Anfang bei der Pflanzung die Bäume eng 
aneinander gesetzt wurden und daß man sie nun, nachdem 
sie sich entwickelt haben, auslichten müsse, indem ein Baum 
um den anderen entfernt werde. In der Kaiserallee sei 
allerdings auch manch gesunder Baum gefallen, das kam 
auch daher, daß sich beim Entfernen eines Baumes zeigte, 
daß der Nachbarbaum gar keine Krone hatte, sondern von 
dem anderen in der Entwicklung zurückgehalten war. So 
mußten mehr Bäume fallen, als man ursprünglich weg 
nehmen wollte. Ter Gärtnereiausschuß habe sich wieder 
holt die Straßen angesehen. In der Handjerystraße war 
es insofern schwierig, die schachbrettartige Entfernung der 
Bäume vorzunehmen, weil diese Straße einen Bogen 
mache. In dem Bogen treten Verschiebungen ein, hier 
komme man immer etwas aus der Reihe. In geraden 
Straßen werde die Beseitigung schachbrettartig gemacht. 
Man müsse doch hier schließlich den Sachverständigen fol 
gen. Es sei zu begreifen, wenn die Gemeindevertretung 
jahrelang immer die Hand auf jeden Baum gehalten habe. 
Aber jeder Forst müsse mal ausgelichtet werden und so 
sei cs auch mit den Straßenbäumen. Wir haben hier 
bisher stets zu wenig ausgelichtet und dadurch sei es auch 
gekommen, da>- man in der Kaiserallee jetzt alle Bäume 
wegnehmen mußte. Ten Wunsch, daß mit warmem Herzen 
vorgegangen werde, unterstütze er und er wolle alles tun, 
daß nicht ein Baum falle, der irgendwie erhalten werden 
könne. G.-V. Tr. Anders (Dnat.) meint, daß cs doch 
immer auf die Gcmeiudeoerordneten sitzen bleibe, wenn 
solche Baumbeseitigungen vorgenommen werden. Er 
glaube, daß in der Handjerystraße die Bäume doch zu 
früh weggenommen worden sind. Er begrüßt cs daun, 
daß der Herr Bürgermeister Walger hier einen Weg ge 
funden habe, zu erklären, warum dies und jenes gestehen 
mußte. Er möchte nur wünschen, daß die maßgebc den 
Stellen öfter in solcher Weise verfahren, auch in der 
Lebensmittelversorgung (lebhafte Zustimmung) und daß 
Herr Bürgermeister Walgcr von seiner s ch r i f t st e l l e - 
rischen Begabung recht oft Gebrauch mache zum 
Wohle der Gemeinde (abermals lebhafte Zustimmung). 
G.-D. Leonhardt (Tein.) bemerkt, daß er das, was 
Herr Tr. Anders zuletzt sagte, voll und ganz unterstütze, 
wisse jeder, der ihn kenne. (Heiterkeit.) Die Kaiserallee 
sähe jetzt fürchterlich aus. Ihm sei von jemand mitge 
teilt worden, daß Bäume in der Saarstraße rote Flecken 
aufweisen, das soll eine Krankheit sein. Bürgermeister 
Walger: In der Saarflraße stehen jetzt keine Bäume 
mehr. G.-V. Nitz (Dem.) meint, daß der Holzauktion 
einmal Einhalt getan werden sollte. Tie Handierystraße 
mit ihren Kastanien war immer eine Prachtstraße. Auch 
die Saarstraße habe nun ihre Bäume ve^oren. Er habe 
sich, als er s. Zt. nach Friedenau kam, über die Garten 
stadt gefreut. Bürgermeister Walger sagt, die Wünscbe 
der Einzelnen seien oft eigenartig. Ter eine möchte alle 
Bäume stehen lassen, nur nicht den Raum vor seinem 
Hanse, der nehme ihm zu viel Luft. Ein anderer wieder 
will seinen Baum behalten, die anderen, könnten alle 
fallen. G.-V. Kamrowski (Soz.) spricht als Fach 
mann gleichfalls für die Auslichtung, yodurch sich die
        
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