Path:

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

Beilage zu ffltl 39 des „Friederrauer Lokal-Anzeiger ' 
> Sonntag, den IS Februar 191». 
Die deutschen Verluste au Land und Volk. 
Nach der letzten allgemeinen Volkszählung vor dem 
Kriege (Dezember 1910) zählte das Deutsche Reich auf 
540 857 Geviertkilometern eine Bevölkerung von 
64 925 993 Einwohnern. Nach dem Friedensschluß scheiden 
hiervon ohne weiteres aus die Abtretungsgebiete. Es sind 
dies 65 014 Geviertkilometer mit 6 062 101 Bewohnern, 
wovon 50 086 Geviertkilometer mit 4112191 Bewoh 
nern auf Preußen entfalten, der Rest entfällt, auf Elsaß- 
Lothringen mit 14 521 Geviertkilometern und 1874 014 
Bewohnern und auf Bayern mit 405 Geviertkilometern 
und 75 896 Bewohnern. Auf das Saargebiet, von dem 
zu hoffen ist, daß es nach 15 Jahren zum Vaterland 
zurückkehren wird, entfallen 1860 Geviertkilometer mit 
644 792 Einwohnern. 
Von den aus dem Reiche ausscheidenden Bewohnern 
der Abtretungsgebiete sprechen als Muttersprach 3 823 000 
deutsch und nur 1 729 000 polnisch, sowie 204 000 fran 
zösisch. Der Rest eine sonstige nichtdeutsche Sprache. Schür- 
fer als durch diese Ziffern, die das gewaltige Ueber- 
wiegen der reindeutschen Elemente in den abzutretenden 
Gebieten beweisen, kann die schreiende Ungerechtigkeit der 
Losreißung dieser Landesteile vom Mutterlande nicht be 
leuchtet werden. 
Die Abstimmungsgebiete, die ausschließlich Preußen 
betreffen, umfassen im ganzen 33 429 Geviertlilometcr 
mit 3 070 960 Bewohnern. Hiervon sprechen als Mutter 
sprache 1352 000 deutsch, 1253 000 polnisch, 134 000 
dänisch. Der Rest eine sonstige nichtdeutsche Sprache. Auch 
hier also ein Ueberwiegen der deutschen Bevölkerung über 
die polnische. 
Die Abtretungsgebiete machen 12,02 v. H. der b.is- 
? serigen Gesamtfläche des Deutschen Reiches aus und um- 
assen 9,34 v. H. der bisherigen Gesamtbevölkerung. 
Die Abstimmungsgebiete machen 6,18 v. H. der Ge 
samtfläche aus und umfassen 4,73 v. H. der Gesamtbevöl 
kerung. Im ungünstigsten Fall, den mit allen Mitteln zu 
verhüten jeder Deutsche verpflichtet ist, würd« das Reich 
somit 98 443 Geviertkilometer — 18,20 v. H. seiner bis 
herigen Fläche und 9133 061 Einwohner — 14,07 V.H. 
seiner bisherigen Bolkszahl verlieren. 
Was das für Deutschland bedeuten' würde, ergibt 
sich aus der einen Ziffer, daß die gefährdeten Gebiete, 
außer ihrer eigenen Bevölkerung, bisher noch rund 
6 581 500 weitere Personen aus ihren landwirtschaftlichen 
Ueberschüssen ernähren konnten. Das zerbrochene und ver 
kleinerte, seiner lleberschußgebiete beraubte Deutschland 
wird diese Menschen nicht ernähren können. 
VrrsnLckricbreK 
(Nachdr. unsrer o-Originalarttkel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
o Die Schwenrenschar, die vordem unsere Havelland 
schaft so reizvoll belebte, ist in vollstem Aussterben. Durch 
Einfängen und Töten, durch das Ausnehmen der Nester 
während der letzten vier Jahre ist es dahin gekommen, 
baß von den weit über 200 Schwänen, die vordem die 
Havel bevölkerten, nur noch 20 übrig geblieben sind. Soll 
der Havellandschaft die Schwanenzierde erhalten bleiben, 
dann gilt es, schnellstens wirksame Maßnahmen zu er 
greifen. Es müssen der Polizeibehörde Mittel zugeführt 
werden zu Prämien für den Nachweis vom Einfängen 
der Schwäne oder dem Ausnehmen der Nester. Insbeson 
dere aber gilt eS, Mittel-für die Winterfütterung zu be 
schaffen. Der Staat und die Magistrate von ’ Potsdam 
und Spandau lehnen die Unterhaltungskosten, die bisher 
von der Krone getragen wurden, ab. Sie müssen also lauf 
dem Wege der Privatsammlung sichergestellt werden. Einer 
Anregung des Herrn Polizeipräsidenten zu Potsdam fol 
gend, hat es der dortige Verkehrsverein übernommen, 
einen Aufruf zur Bildung eines Schwanen^Schntzfonds zu 
erlassen.. Beiträge können durch Postscheck rV Zahlkarte 
aus das Konto „Schwan" der Sparkasse der Wadt Pots- 
dam, Postscheck-Rr. 14 364 Berlin NW. 7, eingezahlt 
werden. 
o Frtedenauer Erfinder. (Patentschau, zusammengestellt 
vom Patentbüro Johannes Korb. Berlin NO. 18, Gr. 
Frankfurter Straße 59). Herma • Wandrowsky, Cranach- 
straße 30. Verfahren zur Herstell.mo von wasserdichtem 
Vapier. Angeni. Patent. — Heinr. 4p. Hütten, Lefevre- 
straße 26. Bel'"lmlk-- mit bogenförmig eingestampfter 
Z westest anen ft. 
Roman von F. Stolze. 
87 (Nachdruck verbäte»:; 
Die Damen hatten sich miteinander bekannt gemacht. 
Sonderbarerweise bildeten auch hier Toilettefragen den 
Hauptstoff der Unterhaltung. Ellen hatte ihre bestimmte 
Absicht erklärt, die weibliche Kleidung nun, wo sie unter 
zuverlässigen, männlichen Schutze sei, beizubehalten, und 
redete den andern zu, ihrem Beispiel zu folgen. Sie 
könne keinen Grund einsehen, weshalb sie sich in das 
unkleidsame männliche Gewand steckten, das zu den weid- 
ichen Formen so wenig passe. Die größere Bequemlichkeit 
ei kein ausreichender Grund, sich häßlich zu machen. Auch 
n Frauenkleidern könne man wie Männer zu Pferde 
itzen. Sie hätten doch nicht die Absicht, wie diese an einem 
Handgemenge teilzunehmen, wobei ja, wie sie zugeben 
wolle, die männliche Kleidung vorzuziehen sei. Die erste 
Pflicht der Frau sei, zu gefallen, und das könne sie nur, 
wenn sie sich ganz als Weib zeige. 
Obwohl nun die andern mit diesen Grundsätzen mehr 
oder weniger einverstanden waren, beharrten sie doch auf 
der männlichen Tracht. Sie hatten einen guten Grund 
dafür, den sie indessen stillschweigend für sich behielten. 
Sie führten allerdings unter ihrer reichen Ausrüstung auch 
die Kleidung ihres Geschlechtes mit sich. Diese war aber 
von der einfachsten Art und konnte sich mit der Ellens 
auch nicht entfernt messen. Sie verzichteten daher lieber 
auf einen aussichtslosen Wettbewerb. Denn sie wußten 
sehr wohl, daß das Sprichwort „Kleider machen Leute" 
besonders für junge Damen gilt. 
Ellen war mit dem Ergebnis wohl zufrieden. Da jetzt 
der Abend dunkelte, benutzte sie dies als Vorwand, noch 
«inen Spaziergang am See zu machen, wohin, wie sie 
wohl bemerkt hatte, auch der Hauptmann gegangen war. 
Hinter einem Felsvorsprung saß er, vor sich hin- 
Eisenkonstruktion. Gebrauchsmuster. — Ernst Tworski, 
Darzinerstr. 5. Zigaretten» und Zigarrenbehälter. Ge>- 
brauchsmuster. 
o WcrS jeder Mieter und der Hauswirt wissen mutz. 
Die Mieternot hat den „Mieterschutz" gezeitigt und da 
auch hier Wissen Macht ist, so muß man eben alle recht 
lichen Bestimmungen kennen, wenn die beiderseitigen In- 
teressen gewahrt werden sollen. Das Mietrccht, Kündi- 
gung und Steigerung, Mieteinigungsamt, Aftermiete, 
Hausbesitzerrechte und -Pflichten, Heizungs» und Repara- 
turpflicht, behandelt das „Mieterschutz-Auskunftsbuch" von 
Direktor Abigt, einem bekannten Fachmann (Preis Mark 
1,20) im Heimknlturverlag, Wiesbaden. 
o Edtih Wiese spricht am 1. März 1920 im Fest- 
saale des Künstlerhauses, Berlin, Bellevuestr. 3, Gedichte 
von i m drei jungen Schriftstellern Erich Kußmagk, 
Rudol sl o:r st I b und Hans Alexander I e n s e n. Wir 
möchte:: , >0 anders darauf hinweisen, daß Fräulein Edith 
Wiese, eine Rezitatorin von feinem künstlerisck^en Ge- 
'chmack, sowie die Herren Kowald und Jensen Friedenauer 
Mitbürger sind. Karten bei Schwartz und Kossakowski. 
£uTd>rlften 
(Fü'' diese Rubrik übernehmen wir keine Verantwortung.) 
Grenzspende. ' 
Vielfach fordern die Zeitungen zur Beteiligung mit 
Beiträgen zur Grenzspende ans. Hierdurch glaube ich, 
werden nur geringe Mittel zusammenkommen, denn die 
meisten Menschen wissen garnicht, um was es sich handelt. 
ES müßte nach meinem Dafürhalten von Reichswegen ein 
Gesetz herausgegeben werden, welches jeden Deutschen ver 
pflichtet, eine einmalige Abgabe der Grenzspende in Höhp 
von 1 M. pro Kopf zu zahlen. Die Gemeinden müßten 
diese Beiträge analog der Steuern einziehen, jede Person, 
die im Abstimmungsgebiet geboren ist, feststellen und dafür 
Sorge tragen, daß diese Personen in Sammelzügen nach 
den Abstimmungsgebieten, mit den nötigen Geldmitteln 
versehen, befördert werden. Nur auf diesem Wege würden 
wir in den Abstimmungsgebieten einen Erfolg haben und 
die Gebiete dem deutschen Staate erhalten. Es wäre 
jammerschade, wenn diese fruchtbarsten Gebiete durch den 
Mangel an reger Beteiligung dem Staate verloren gingen. 
Durch ein derartiges Gesetz würden mit einem Zuge dem 
Staate Mittel von mindestens 50 000 000 M. zufließen. 
Es steht jedem Teutschen frei, auch mehr als 1 M. zu 
geben. , N. N. 
Mcirdpromcnade! 
Ein Frtedenauer Einwohner schlägt der Gemeinde 
verwaltung vor: Tie Rathausseite der Rheinstraße zwischen 
Schmargeirdorfer- und Kirchstraße abends von 6—148 Uhr 
für den Geschäftsverkehr zu sperren, damit die „höheren 
Sühne und Töchter" unseres Ortes ungestört promenieren 
können. Sollte sich ba§ nicht mit dem Geschäftsleven 
Friedenaus vereinbaren, so wolle die Gemeindeverwaltung 
erwägen, ob sie in der 'Lage ist, diesen Herrchen und 
Dämchen pro Tag 60 Psg. Fahrgeld zu geben, damit 
sie nach der Tauentzien- oder Friedrichstr. fahren können. 
Ten Lehrern unserer hiesigen hölwren Lehranstalten möchte 
ich vorschlagen, sich ihre Schüler und Schülerinnen aus 
der Rheinstraße einmal anzusehen und zu prüfen, ob diese 
Gesellschaft während des Unterrichts auch so eifrig ist. 
H. Sch-, Schmargendorferstr. 5. 
Vermisstes 
* o Patent- und GebrauchSmustermesse in Leipzig. Zur 
Förderung der Berwertungs.Arbeit erfinderischer Tätigkeit auf 
industriellem und technischem Gebiete veranstaltet der Allge. 
meine Erfinder-Verband E. V. Berlin auf der Technischen Messe 
in Leipzig (14.—20. März 1920) eine allgemeine Ausstellung 
von geschützten Erfindungen unter der Bezeichnung: Patent, und 
GebrauchSmuster-Messe. Zur Vorsübrung gelangen Modelle und 
Zeichnungen. Nähere Einzelheiten sind durch die Geschäftsstelle 
des Allgemeinen Erfinder^Lerbandes E. V., Berlin S. 14, 
Dresdener Vtraße 84/35, zu erfahren. 
Kirchliche RvchrtHleu 
Sonntag, den 15. Februar 1920. 
Kirche zum guten Hirten: Vorm. 10 Uhr: Pfarrer 
Marquardt. Vorm. 11»/« Uhr: Pfarrer Marquardt, Kinder 
gottesdienst. Abends 6 Uhr: Pfarrer Vetter. 
starrend. Als er sie erblickte, sprang er auf und sah s'c 
ratlos an. Aach einer kurzen Pause begann er in ge 
quältem Tone: 
„Was willst du von mir? Weshalb bist du mir 
gefolgt?" 
„Ich hätte wohl eher Veranlassung, dich zu fragen, 
weshaiv du mich nach Brindisi geschickt hast und vor mir 
davongelaufen bist!" 
Er schwieg einen Augenblick. Dann sagte er: 
„Dein Eingreifen in Abbeville hatte sich nicht nur als 
nutzlos, sondern geradezu als verderblich erwiesen. Ich 
war dort öffentlich in der Kirche mit Schimpf und Schande 
bedeckt worden. Ich mußte alles tun, um die Schmach 
von mir abzuwehren. Dabei warst du mir im Wege. Es 
gab nur ein Mittel dazu: ich mußte Iennings ganz vcr- 
leugnen und mich offen auf die Seite der Werners stellen. 
Dazu kam noch eins. Ich erfuhr, daß ihnen der Bersteck 
des Duplikates bekannt war. Wenn sie nach Persien zogen, 
ohne mich und während ich ihren Bestrebungen feindlich 
entgegenstand, so war alles verloren. Ich mußte versuchen, 
sie mir geneigt zu machen, womöglich ein so enges Band 
mit ihnen zu knüpfen, daß mir wenigstens die Hälfte der 
Erbschaft sicher war." 
„Ich also sollte einfach beiseite geworfen werden!" 
„Wer denkt daran? Vielleicht, sagte ich mir, gelingt 
es mir, wenn ich sie begleite, den Schatz — ich meine das 
Dokument — vor ihnen zu heben und es so schnell als 
möglich zu vernichten. Denn feine Vernichtung würde alle 
Schwierigkeiten heben. Ich könnte Iennings, der jetzt 
nur ein gefährlicher Mitwisser ist. abschütteln, so oder so, 
ich könnte mich der Wernerschen Familie gegenüber durch 
freiwillige Ueberlassung einiger M.llionen als Freund 
erweisen, mit einem Worte, die ganze Sache wäre zu 
einem glücklichen Ende geführt!" 
„Und glaubst du ernstlich an eine Verwirklichung 
dieses Traumes?" 
kr zauderte etwas mit der Antwort. Dann erwiderte er 
in gedrucktem Tone: 
Alt-Schöneberger Paul-Gerhardt-Kirche: 10 Uhr: i 
Raack. 12 Uhr: P. Heift, Kgd. 6 Uhr: P. Helft. 
Nathanaelkirche. 10 Uhr: P. Becker. 11,30 Uhr: P. 
Becker, Kgd. 6 Uhr: P. Wagner. 
Katholische Marienkirche, Schwalbacherstraße. 
Gottesdienstordnung: An Sonn- und Feiertagen um 7 
Uhr hl. Messe, um 10 Uhr Hochamt und Predigt. Abends 
7 Uhr: Andacht. An den Wochentagen: hl. Messe um 
7 Uhr. 
0a< Schwert Ist zrrirochrnk 
YrrStimmzetttl öle Waffe lm SrenzlanSl 
Git deine 
für öle Volksabstimmungen 
auf Postscheckkonto Berlin 71776 
ofict auf Seine Sank! 
Vrutschrr Schutzbunö, Berlin Nwxe 
Amtliches 
MnlaSusg zur 
Sitzung der Gemriudevertreiuag 
crm Donnerstag, den 19. Februar d. IS., nachm. 7 Uhr, 
ün Sitzungssaal« oes Rathauses Nach der Vorschrift un 
3. Abs des 8 106 der Landgemeindeordnung wird daraus 
hingewiesen, daß die Nichterscheinenden sich den gefaßten 
Beschlüssen zu unrerwerfen haoen 
Tagesordnung: 
a) in öffentlicher Sitzung: 
1. Mitteilungen. 
2. Antrag der unabhängigen sozialdemokratischen Fraktion 
auf Aushebung des Belagerungszustandes und des 
Presseverbots. 
3. Bewilligung von Mitteln für die Beschaffung von Ein 
richtungsstücken für die 
a) Gemeindeschule Rheingaustraße 
b) Gemcindeschule Albestraße 
cj Fortbildungsschule. 
4. Bewilligung von Mitteln siir die Instandsetzung der 
elektrischen Aufzüge im Rathaus. 
5. Vergebung des Festsaales im Rathaus. 
6. Drei Schadcnersatzsachcn. 
7. Bewilligung einer Zuwendung an den Mtienverein 
des Zoologischen Gartens. 
8. Aenderung in der Gewährung von Reisekosten. 
9. Erhöhung' der Vergütungssätze für die Angehörigen 
der Einwohnerwehr. 
10. Ergänzung des Sondergrirppenplans. 
b) in geheimer Sitzung: 
11. Personalangelegenheiten. 
Die bezügliche» Vorgänge und Akten können während 
der Diknststnnden im Amtszimmer eingesehen werden. 
Berlin-Friedenau, den 13. Februar 1920. 
Der Gemeindevorsteher Walger, Bürgermeister. 
Bekenn tmachuug 
über Festsetzung von Brikettpreisen. Unter Aufhebung der 
in der Bekanntmachung des Kohlenverbändes Groß-Berlin 
vom 3. Jan. 1920 (J.-Nr. L. 14/20) festgesetzten, Ver 
kaufspreise für Briketts werden aus Grund der Bekannt 
machung des Bundesrats über Errichtung von Preisprü- 
sungsstellen und die Versorgungsregelung vom 25. Sep 
tember und 4. November 1915 (Neichsgejetzblatt S. 607 
und 728), in Verbindung mit der Anordnung der Landes- 
zentralbebörden über die Errichtung des Koblenverbandes 
Groß-Berlin vom 21. August 1917 für die Stadtkreise 
Berlin. Charlottenburg, Neukölln, Berlin - Schöneberg. 
Berlin-Lichtenberg, Berlin-Wilmersdorf sowie die folgen 
den Orte der Landkreise Teltow und Niederbarnim: 1. im 
Gebiet des Kreises Niederbarnim: Berlin-Buchholz. Ber- 
lin.Friedrichsfelde, Berlin-Heinersdorf. Berlin-Hohenschön- 
hausen, Berlin-Nieder schönhausen, Berlin-Ober>chöneweide, 
Berlin-Pankow, Berlin-Reinickendorf, Berlin-Rosenthal, 
Berlin^Stralau, Berlin-Tegel, Verlin-Weißensee, Berlin- 
Wittenau. Gutsbezirk Schönbolz. 2 im Gebie: des Kreises 
„Vis vor rarzen: hasste ich. Jetzt bin ich sehr zweifel 
haft gewo den. Als wir auf der Plattform von Perse- 
polis anlangten und unser Lager dort aufgeschlagen 
hatten, unternahmen wir eine gemeinsame Beuchtigimg der 
Ruinen. Wir begannen mit dem ersten Königsgrabe. 
Auf der Höhe davor angelangt, wendeten wir uns unwill 
kürlich um und betrachteten das großartige Panorama 
im Glanze der sich senkenden Sonne. Da fiel mir plötz 
lich auf, daß Oberst von Leppel und Ewald sich von 
uns trennten und in die Grabkammer hineingingen. Ich 
wäre ihnen am liebsten gefolgt, aber ich konnte es nicht, 
ohne allgemeine Aufmerksamkeit zu erregen, da ich eben 
mit den Damen sprach. Ich versuchte, mich una, ' f dllig 
loszumachen; aber da kamen die beiden schon wieder her 
aus, und mir war, als läse ich auf ihren Gesichtern einen 
triumphierenden Ausdruck/ 
„Du hast eben wiedereinmal über deinen Drang nach 
dem ewig Weiblichen, wie euer Goethe es nennt, den 
rechten Augenblick verpaßt!" 
„Schweig!" erwiderte er zornig. „Ich habe getan, 
was menschenmöglich war. Selbst wenn ich ihnen gefolgt 
wäre und das Testament in ihren Hunden gesehen hätte, 
würde ich keine Möglichkeit gehabt haben, es ihnen zu 
entreißen. Außerdem kam mir der Gedanke, daß sie sich 
vielleicht nur von dem Vorhandensein des Dokumentes 
überzeugt und es an Ort und Stelle gelassen hätten, um 
es aus der Rückreise wieder an sich zu nehmen. Es war 
vielleicht in dem Königsgrabe sicherer als bei einem 
etwaigen Ueberfall durch die Baharlus." 
„Hm, das läßt sich wenigsten- hören. Was hast du 
weiter getan?" 
„Ich bin in der folgenden Nacht, als alles schlief, vor- 
s ttiig zum Königsgrabe hinaufgestiegen, habe mir im 
I vern mein Windlicht angezündet und gesucht. Die 
Wende und die Decke sind ganz glatt. IN den beiden 
Sargöecken lag nichts als Geröll. Aber neben dem zweiten 
fand ich dies." 
Er zog seine Brie' sch. herousund entnahm ihr eine
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.