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Periodical volume Nr. 39, 15.02.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

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t Saum 75 Pfg Die RekUuxezeile kostet 
4.— Mark. vrlegn»mwer 15 Mg. 
Amt BMihm UM. 
Ar. §9 
Berttu-Fr^dmgu, Sonntag, den 18. Februar 1929 
Fahrg. 27 . 
VrrsnackrricdteK 
(Nachdr. unsrer o<Q>riginalarnkel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
o Die nächste Sitzung der Gemeindevertretung ist am 
Donnerstag, den 19. Februar, nachm. 7 Uhr im Sitzungs- 
saale des Rathauses- Tie Tagesordnung ist unter „Anck- 
liches" zu ersehen. 
o Wahl der Elterrtbciräte. Im amtlichen Teil ver 
öffentlichen wir die Kandidatenlisten, die zu den Eltern- 
beiratswahlen an den drei Gemeindeschulen einge 
reicht worden sind. Eine Liste, die der Mehrheitssozial- 
demokraten, für die 3. Gemeindeschule mußte vom Wahl 
vorstand für ungültig erklärt werden, weil sie Namen 
von Eltern enthielt, deren Kinder diese Schule nicht be 
suchen, dadurch die vorgeschriebene Anzahl der Kandidaten 
aber nicht erreicht wurde. Die Wahlen an den Gemeinde 
schulen finden am 22. Februar statt. — Am Reform 
realgymnasium ist gestern die Liste des Bürgerrates abge 
lehnt worden. Durch die Klassenversammlungen wurde eine 
andere unpolitische Liste ausgestellt. — Tie S. P. D. (Mehr 
heitspartei) veranstaltet am Freitag, den 20. d. Mts., 
abends 8 Uhr, im Bürgersaal des Rathauses eine öffent 
liche Versammlung, in der Oberlehrer Dri Sieg 
fried K a w e r a u über die „Elternbeiratswahlcn" spricht. 
Ferner wird, tvie wir hören, auch Herr Prof. Oesterreich 
hierzu das Wort nehmen. (Siehe Anzeige). 
o Schaltcrössnnng am Sonntag. Von jetzt an werden 
im Ober-Postdirektionsbezirk Berlin an Sonn- und allge 
meinen Feiertagen die Postschalter für den Postdienst nur 
noch von 8 bis.9 Uhr vormittags offengehalten werden. 
Die Annahme von Paketen ist auf dringende beschränkt. 
Postanweisungen und Zahlkarten, abgesehen von tele 
graphischen, sowie Wertbriefe sind von der Annahme aus 
geschlossen. Die Annahmegelegenheiten für Telegramme 
und Rohrpostsendungen bleiben unverändert. 
o Vokkshans Frilden.au. Wir machen unsere Leser 
auf den Aufruf im heutigen Anzeigenteil besonders auf 
merksam. 
o Untergrulidbähnftrecke Rcichsknuzlerplatz.—tzlemar- 
kimgsgrenze. Die Inbetriebsetzung der Strecke Reichskanz 
lerplatz—Charlottenburger Gemarkungsgrenze ist seit dem 
April 1918 mit Rücksicht auf den Wagenmangcl und die 
Kohlenknappheit wiederholt Werschoben worden. Der Ma 
gistrat Charlottenburg hat nun beschlossen, dahin zu wir 
ken, daß die Strecke möglichst zum 1. April 1920 er 
öffnet wird. 
o Tie abgetretenem Postorte. Das Reichspostministe 
rium bereitet einen Sonderabdruck des Verzeichnisses der 
mit dem Inkrafttreten des Friedensvcrtrages abgetretenen 
Postorte vor. Es ist beabsichtigt, Stücke davon gegen 
Kostenerstattung an Behörden sowie auch an das Publikum 
abzugeben. Bestellungen sind an die Geheime Kanzlei des 
Reichspostministeriums zu richten. 
o 2.1 Jahre freiwilliger Feuerwehrmann. Der Brand 
meister unserer Freiwilligen Feuertvehr, Herr Paul Heit 
mann blickt morgen auf eine 25 jährige Tätigkeit bei 
unserer Wehr zurück. Mit großem Eifer fr st Herr 
Heitmann stets der Wehr gewidmet, oft iachtelle 
seines Berufes und seines Geschäftes. Er nayin es mit 
der freiwillig übernommenen Pflicht durchaus ernst und 
ist alle Chargen des Feuerwehrmannes durchgegangen, 
bis ihn seine Kameraden kürzlich zum Brandmeister wähl 
ten. Wir beglückwünschen den l m Mann, der sich 
in uneigen-.'-«'iaer Weife zum tu, che des Ortes und 
seiner Mirbürge e Verfügung stellte und hosten '--'s; 
er auch weiter c. .v'v - Mitglied unserer Weyr . mbc, 
solange ihr Bestehen . .i..,e.t ist. 
o Gewerbetreibende und Gemeindei^uamt. Ter Han- 
del- und Gewerbeverein hielt seine Monatsversammlung 
gestern Abend im Wirtshaus „Kaisereiche" ab, die (in 
Vertretung der beiden erkrankten Vorsitzenden, Herren Neie 
und Gericke) von Herrn Schlossermeister Eggert eröff 
net und geleitet wurde. Vor Eintritt in die Verhandlungen 
kam Herr Eggert auf das Auslieferungsansinnen • des 
Feindbnndes zu sprechen. Die Feinde verlangen unsere 
Heerführer und andere Führer unseres Volkes .zur Ab 
urteilung vor ihren Gerichten. Diese Schmach könne kein 
Volk ertragen. Alles könne man uns nehmen, nicht aber 
die Ehre. Und so dürfe er wohl im Namen aller Anwesen 
den sagen: Wir liefern nicht aus! (Beifall). Darnach 
gedachte der Vorsitzende in einem Nachruf des verstorbenen 
Mitgliedes Oskar Haustein, der Mitbegründer des Vereins 
war und stets für Handel und Gewerbe als Gemcinde- 
verordneter eingetreten sei. Zum ehrenden Gedenken des 
Verstorbenen erhoben sich die Anwesenden von den Plätzen. 
Darnach gab Herr Lange bekannt, daß der Banaus- 
schuß den Wunsch 'geäußert hatte, zu der heutigen Ver 
sammlung mit eingeladen zu werden. Der Vorstand habe 
aber beschlossen, den Bauausfchuß nicht einzuladen. An- 
stelle des Herrn Matschte ist Herr Eitner in den ztzriegs- 
fürsorgeausschuß gewählt worden. Die selbständigen Ge 
werbetreibenden des Nordbezirks laden zum Stiftungsfest 
am 27. März in den Germaniasälen ein. Tie Verhand 
lungsschrift der vorigen Versammlung, von Herrn Lange 
verlesen, wurde ohne Einspruch angenommen. Als neue 
Mitglieder wurden die Herren Schliephake, Thurmann, 
Maiwald, Trückler, Pischatscheck und Dier aufgenommen. 
Darnach kam die Versammlung zu dem wichtigsten Punkt: 
Aussprache über Vergebung von Bauarbei 
ten durch das hiesige Bauamt. Hierzu erhielt 
zunächst Herr Gemeindebaurat Alt mann das Wort. 
Er bemerkte, daß wiederholt Vorwürfe gegen den Bau 
ausschuß, das Bauamt und auch gegen seine Person er- 
hoben worden sind. Seines Erachtens zu Unrecht. Es 
sei stets nach den Vorschriften verfahren worden, die für 
hje Vergebung von Arbeiten durch dig Gemeinde^ de- 
ständen und wie sie auch in anderen Orten gang mH 
cäbe waren. Man erhob besonders Vorwürfe darüber, 
das; Arbeiten an Mindestfordernde vergeben wurden, wenn 
ein Friedenauer um einiges teurer war. Die Gemehnde- 
dertretllng habe aber nicht nur die Interessen der Gewerbe-, 
t. cibenden zu berücksichtigen, sondern das höhere Interesse 
aller Steuerzahler. _ Er erwähnte dann die maßgebenden 
Bestimmungen, die für die Vergebung von Arbeiten gelten 
und in denen auch auf die Friedenauer Gewerbetreibenden! 
Rücksicht genommen wird. Nach diesen Grundsätzen wurde 
vor dem Kriege verfahren, in der Kriegszeit und jetzt 
konnten sie nicht befolgt werden. Vielleicht werden ge 
eignete Vorschläge vorgebracht, wie man in Zukunft die 
Bedingungen ändern könne. Er habe nun eine Aufstellung 
machen lassen, wieviel Friedenauer und wieviel Auswärtige 
im letzten Jahre Arbeiten erhalten haben. Nach dieser 
Ausstellung wurden von April bis Dezember 1918 Ar 
beiten und Lieferungen im Betrage von rund 2 Millionen 
Mark ausgeführt, genauer für 1905 000 M. Davon fielen 
an Friedenauer 1 035 000 M. und an Auswärtige 920 000 
Mark. Unter dieser letzteren Summe aber befinden sich 
721 000 M. von Arbeiten und Lieferungen, die im Orte 
nicht ausgeführt werden konnten, weil es hier an den ge 
eigneten Unternehmern fehlt. Somit verbleiben nur noch 
198000 M., die an auswärts wohnende Unternehmer 
vergeben wurden, für die evtl. Ortsansässige hätten in 
Frage kommen können. Er erwähnt einen besonderen Fall 
Lüdtke, wo es sich um die irrtümliche Annahme handelte, 
daß dieser Unternehmer, der früher in Friedenau wohnte, 
noch Ortsangesessener fei, während er tatsächlich in Wil 
mersdorf wohne. Hier sei dem Bauamt ein Irrtum unter 
laufe«. Baurat Altmann bat dann, sich frei auszusprechen 
und alles zu sagen, was man auf dem Herzen habe» 
Ta seine Tätigkeit als Leiter des Bauamtes hier am 
1. April aufhöre, so könne er sowieso niemandem mehr 
gefährlich -werden, aber es liege ihm doch daran, rück 
blickend zu einer Verständigung zu kommen. In der 
Aussprache führte zunächst Herr Klemme einige Fälle an, 
wo es sehr wohl möglich gewesen wäre, Friedenauer 
Unternehmer zu berücksichtigen. Die Grundsätze müßten 
wohl geändert werden. Durch große Nacharbeiten, z. B- 
für die Heizungsanlage in Gütergotz, habe sich verschie 
dentlich herausgestellt, daß die Gemeinde besser gefahren 
wäre, wenn sie gleich dem Friedenauer die Arbeiten ge 
geben hatte. Er empfiehlt, in den Bedingungen zu sagen, 
daß, wenn ein hiesiger Unternehmer nur bis zu 10 Proz. 
teurer wäre, er die Arbeiten bekommen müsse. Herr Ti 
ck a t trat ebenfalls in längeren Ausführungen für eine 
Abänderung.der Grundsätze ein, man müsse dem Zuge 
der Zeit folgen. Im allgemeinen habe man auf die 
Interessen der hiesigen Gewerbetreibenden keine Rücksicht 
genommen, sei nach dem alten Schema verfahren. Er 
wolle damit niemandem persönliche Borlvürfe machen, 
wer immer in der alten Tätigkeit sei, dem werde es schwer, 
sich in eine andere Praxis hinein zu arbeiten. Aber 
von der Gemeindevertretung könne man erwarten, daß 
sie einen andern Modus einführte. Wen es an Beziehungen 
fehlte und wer die Kniffe nicht kannte, konnte 
konnte auf Arbeiten nicht rechnen. Sagen möchte er auch 
noch, daß einige Herren des Bauamtes ihre Schuldigkeit 
nicht getan haben. Er erwähnte, daß sich die Maler 
meister im Orte zusammengeschlossen hätten, was im 
Bauamte empört hätte und schilderte nun, wie Material- 
preise usw. gestiegen wären, indem ec die Preise vor und 
wach dem Kriege gegenüber stellte. Ferner bemängelte er 
Abstriche, die an Rechnungen vorgenommen werden. Herr 
Klemme stimmte im letzteren Punkte Herrn Tinat zu 
und bemängelte auch die späte Zahlung der Rechnungen: 
oft bis 5 Monate müsse der Unternehmer warten. Herr 
Viergutz wünschte, daß auch kleinere Unternehmer mit 
Arbeiten bedacht iverden. Herr Bauer verlas einen 
Brief, den er als eine Ablehnung imj Bewerbung um 
Arbeiten auffaßte. Herr Groschinsti wandte sich gegen 
die Regie-Arbeiten der Gemeinde, die dadurch der Kommu 
nalisierung entgegen komme. Herr Holtz meinte, der 
Fall Lüdtke wäre wohl doch nicht so klar, denn er wisse 
seit 1917, daß L. nicht mehr Friedenauer sei. Auf di« 
Kriegsbeschädigten nehme man überhaupt wenig Rücksicht 
den Dank des Vaterlandes, der im Felde oft verheißen 
wurde, spüre man nicht. Herr Baurat Altmann 
ging nun auf die einzelnen Klagen näher ein. Er ver 
langte gegenüber der Aeußerung des Herrn Holtz zum 
Fall Lüdtke für sich unbedingte Glaubhaftigkeit. D-ix 
Kriegsbeschädigten habe man stets bevorzugt. Aber die 
Zahl der Malermeister, die von der Gemeinde Beschäf 
tigung wünschen, sei gegenüber der Zahl vor dem'Kriege, 
sehr gestiegen. Daraus ergebe sich auch der Wortlau: 
des Briefes an Herrn Bauer; er halte es für richtiger 
jemandem nicht Hoffnungen zu machen, die nachher nicht 
erfüllbar sind. Bei den sogen. Regiearbeitern handele 
sich nur um ein paar alte Leute, die sonst der Gemeind- 
zur Last gefallen wären. Er besprach den vielfach ange 
führten Barackenbau, wandte sich gegen Erklärungen de- 
Herrn Tinat, meinte, daß der Fall, wo Beanne oei 
Bauamtes ihre Schuldigkeit nicht getan hätten, beson e-, 
bezeichnet werden müsse. In der Rechnungslegung mu-e 
liege das Bauamt einer eingehenden Prüfung durch Bür: 
und Gemeindevertretung, bei nachlässiger Zahlung der 
Rechnungen möge man ihm Mitteilung machen, wie er 
überhaupt empfehle, bei irgendwelchen Klagen, sich direkt 
an ihn zu wenden. Er führte ferner an, welche Arbeiten, 
die hier -nicht ausführbar waren, nach auswärts gingen, 
u, a. Tischlerarbeiten, weil cs im Orte an einein Tischler 
fehle. Die Gewerbetreibenden könnten hierin auch tätig 
sein, indem sie fehlende Betriebe heranzubringen suchen. Er 
erwähnte,, wie in Elberfeld xinPreistarif der Gewerbetreig 
benden bestand, nach welchem die Arbeiten vergeben wurden. 
Er führte auch an, daß das Bauamt nur ausführende 
Instanz sei. Die Entscheidung habe der Bauausschuß 
und die Gemeindevertretung. Herr Eggert bemerkte, 
daß die Heranziehung fehlender Betriebe schwierig sei, weil 
die Bauordnung Werkstätten und Fabriken für Friedenau 
verbiete. Herr Tinat stellte einige Auffassungen des 
Herrn Baurat über seine Aeußerungen richtig. Herr 
Kau mann erklärte, daß das Bauamt wohl bemüht sei, 
de« hiesigen Gewerbetreibenden entgegenzukommen, daß 
er aber im Bauausschuß oft einen schweren Stand habe, 
weil es dort an Handwerkern fehle. Herr ThomS- 
berger griff die einzelnen Punkte der Aussprache heraus, 
die er in seiner Fraktion besprechen wolle. Nachdem Herr 
Baurat Altmann kurz noch einige Frügen beantwortet 
hatte, wurde die Aussprache geschlossen. Herr Eggert 
sprach Herrn Baurat Altmann den Dank der Versammlung 
aus und forderte diese auf, fick von den Plätzen zu er 
heben. Das geschah. Unter „Verschiedenes" wies Herr 
Eggert auf die Schrift des Herrn Wagner hin, die zum 
Preise von 60 Pfennig beim Vorstande zu haben sei. Be 
mängelt wurde die Anzeige mit der Einladung zu einer 
Deutschnationalen Versammlung. Der Veranstalter der 
Versammlung hätte dort genannt werden müssen. Herr 
Lange erklärte, daß das von ihm ein Irrtum war, 
nicht richtig sei es, daß die Gewerbetreibenden zum Vor 
spann für die Teutschnationale Partei benutzt werden 
sollten. Herr Graßmann führte an, daß die Frage 
im Vorstand besprochen wurde, der beschlossen habe, zu 
keiner Versammlung irgend einer Partei wieder einzu 
laden. Die Verfanimlung wurde darauf gegen 11 Uhr 
geschlossen. 
o Feuerversicherung. Der Jahresbericht der Gothaer 
Feuerversicherungsbank auf Gegenseitigkeit über das 99. 
Geschäftsjahr 1919 weist 'folgende Zahlen auf: Feuerver 
sicherung. Versicherungssummen: 10 935 719 700 M., Bei 
träge 36 112 968,50 Mark. Schäden: 5 510 063,10 Mark. 
— Einbruchsdiebstahlversicherung. Versicherungssummen: 
1965819000 M.. Beitrüge: 4441757,20 M-, Schäden: 
4130409,10 M. Der Ueberschuß beträgt 21672 197,40 
Mark Davon kommen zur Rückzahlung an die Ver 
sicherten in der Feuerversicherung 60 Prozent der einge 
zahlten Beiträge, in der Einbruchsdiebstahlversicherung 
wird wegen des außerordentlich ungünstigen Verlaufs 
dieses Versicherungszweiges in diesem Jahre kein Ueber 
schuß verteilt. Die Bank betreibt beide Versicherungs^- 
zweige nach dem Grundsatz der reinen Gegenseitigkeit. 
o In der Volkshochschule Friedenau beginnt in der 
kommenden Woche die 2. Gruppe der Vortragsreihen im 
Rahmen des 3. Lehrganges 1919—20. Am Dienstag, 
den 17. Februar fährt Herr Stndienrat Dr. Häußler in 
seiner „Einführung in der Staatsbürgerkunde an der Hand 
der geschichtlichen Entwicklung Deutschlands im 19. Jahr 
hundert" fort und eröffnet den 3. Teil seiner Vorlesung, 
indem er die Zeit nach 1870 behandelt. Eine Aenderung 
im Lehrplan tritt insofern ein, als die Vortragsreihe des 
Herrn Rechnungsrat Richter über den „Kleingartenbau" 
nicht am Montag, den 16., sondern erst am Montag, den 
1. März beginnt. Am Anfang des Vortrags wird eine 
Ausstellung der notwendigsten Gerätschaften dargeboten, 
wie denn überhaupt die ganze Vortragsreihe auf das 
rein Praktische abzielt. 
o Einen Literatur- und Kunst-Abend veranstaltet die 
Vortragsvereinigung des Berliner Journalisten- und 
Schriftsteller-Vereins Urheberschutz E. V. Berlin, am Diens 
tag, dem 17. Februar, 8 Uhr abends in den Räumen 
des Berliner Schriftsteller-Klubs, Kurfürstenstr. 141. 
Bruno Böhm wird aus scinem Bauerndrama „Schwarm- 
geister" lesen, ferner iverden Frl. Elisabeth Acke und Frl. 
Else Käthncr singen Gäste sind willkommen. 
o Jugcndvorstcllungon finden morgen Nachmittag 
3 Uhr in folgenden Lichtspieltheatern statt: „Rheineck", 
Kaiserallee 101; „Kolibri-Lichtspiele", Kaiserallee 111; 
„Rüdesheimer Lichtspiele", am Untergrundbahnhof Nüdes- 
heimer Platz; und „Casino-Lichtspiele", Kaiserplatz 14. 
o Zu dem Künst- und Tanz-Abend, den die Kunststätte 
ür Volksbildung heute 7y a Uhr, im Reform-Realgymna- 
ium veranstaltet, sind noch Eintrittskarten an der Kasse 
;u haben. 1 
o Eine entrüstete Menschenmenge versaminelte sich 
heute vor der Adlerapotheke. Ein älterer Herr war auf 
ier Straße ohuinüchtig geworden. Ein Feuerwehrmann 
'eistete ihm Beistand und brachte ihn zur Strc" cnbahn- 
mltestelle vor der Apotheke, von wo aus er mit der 
Elektrischen weiter fahren sollte. Einige Herren, die hinzu 
kamen, gingen nun in die Apotheke, um einen Stuhl für 
>en Kranken auszubitten. Der Apotheker aber lehnte 
,as ab und wies den Herren die Tür. Die Folge war 
ne Menschenansammlung, in der das Verhalten des 
Apothekers scharf'Kitisiert wurde. 
o Unsere Feuerwehr wurde in der vergangenen Nacht 
,egen VüI Uhr nach der Offenbacher Straße 29 gerufen, 
vo in einer Wohnung im -1. Stock infolge von Kurzschluß 
j'vn ausgebrochen war. Es brannten Betten. Bettstellen 
uw andere Möbelstücke. Die Wehr konnte das Feuer 
ö'n-ll löschen. 
^Verelns-nachrichtcn 
X Mä merturnverei« e. V. (Vorturnschaft) Am Sonntag, um 
2 Uhr findet die 2. Bezirsvorturnerstunde in rbchterfelde, Turnhalle 
Drakestr. statt. An die Borlurnerschaft wird das Ersuchen gerichtet, 
sich hieran zu beteiligen. 
i ) Deutsch-Nutional r» Jugendb und. Sonntag, den 18. 2. 20., 
Ausflug der Wandergruppe. Treffpunkt: 8'/, Uhr. Wiesbadenerstr- 
Ecke Süd-West-Korso. Wanderung über Paulsborn, Teufelssee, 
Schildhorn, Kaiser-Wilhelm-Turm, Dahlem «ach Friedenau. Rück-
        
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