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Periodical volume Nr. 37, 12.02.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

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Nr. 37 
BerliU'Friedenau, Zonnerstag, den 12. Februar 182Ü 
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Ortsnacbrlcbten 
(Nachdr. unsrer o-Originalarttkel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
o Eltcrirbeirat aut Gymnasium. Der Ausschuß für 
die Wahlen des Eltcrnbcirats am Friedenauer Gymna 
sium (Maybachplatz) bittet die Eltern, denen die Erhaltung 
unserer christlichen deutschen Schule am Herzen liegt, 
sich am Sonnabend, den 14. d. Mts., abends 8 Uhr, in 
der Aula des Gymnasiums einfinden zu wollen. Es 
handelt sich um die endgültige Feststellung der Kandidaten- 
Kste. Auch soll die Bildung des Wahlvorstandes be 
sprochen werden. 
o Zur Vorbesprechung der Klassenwahlen an Reform 
realgymnasium findet heute Abend 8 Uhr eine Eltern 
versammlung statt und zwar in der Aula des Gym 
nasiums ani M a h b a ch p l a tz, weil alle Säle des Resorm- 
realgymnasinms heute besetzt sind. Tie Einladung geht 
von dem Ausschuß für eine unpolitisch-christliche Liste aus. 
o Königin-Luisc-Tchule. Lehrer Walter S ch m i d t 
von der 3. Gemeindeschule, der Chormeister des Frie-- 
denauer Gesangvereins für gemischten Chor, ist zum G e- 
s a n g l e h r e r an der Königin-Luise-Schule gewählt und 
vom Provinzialschulkollegium bestätigt worden. 
o Das> Berdienstkrcuz. Dem Bankvorsteher der Dis 
konto-Gesellschaft, Herrn Georg Braun, Stubenrauch- 
straße 61, ist das Verdienstkreuz für Kriegsbeihrlfe ver 
liehen worden. 1 
o Der wilde Handel mit Gold, Silber und Platin, 
sowie mit Münzen und Gegenständen ans diesem Metall 
ist vom Reichswirtschastsministerium verboten worden. 
Münzen dürfen nur noch an die Reichsbank oder an die 
Post veräußert und nur von,der Reichsbank erworben 
werden. Für ein Einmarkstück wird von der Reichsbank 
und den Postanstalten 8 M. gezahlt; für die anderen 
Münzen ein vielfaches nach ihrem Nennwert, bezw. für 
ein 50 Pfg.-Stück die Hälfte. 
o Aus Anlaß der Inbetriebnahme der neuen Frie 
denauer Fernsprcch-Vermittlungsstelle „Rhcingau" stellt 
die Postverwaltung noch eine größere Zahl von 
Beamtinnen ein. Bewerbungen nimmt das Fern 
sprechamt in Berlin-Wilmersdorf, Pfalzburgcrstraße 42, 
entgegen. Die Eintrittsbedingungen sind gegenwärtig be 
sonders günstig. Abweichend von den allgemeinen Vor 
schriften werden wegen der ungewöhnlichen Teuerung die 
neu eintretenden Kräfte schon während der Ausbildungs 
zeit, die 2 Monate beträgt, bezahlt. Ansangsbezahlung 
setzt sich zusammen aus einem Tagegeld von 3 M. und 
einer Teuerungszulage von monatlich 200 M. für Per 
sonen bis zu 21 Jahren und 400 M. für ältere. 
o Postverkehr «ach Ostpreußen. Tie Verbindung mit 
Ostpreußen für gewöhnliche und Wertpakete ist nach teil 
weiser Unterbrechung des Eisenbahnverkehrs vorläufig un- 
sicher. Tie Reichs-Postverwaltung hat als Aushilfsmittel 
zwar auch einige Schisse zur Beförderung von Paketen 
nach Ostpreußen auf dem Wege über die Ostsee herange 
zogen, doch stehen auf den Schiffen nur beschränkte Lade 
räume zur Verfügung, die nur einen Teil der Paket 
massen aufnehmen können. Deshalb wird dem Publikum 
geraten, in nächster Zeit möglichst von der Auslieferung der 
in Betracht kommenden Pakete abzusehen, die Annahme 
kann nur auf Gefahr des Absenders geschehen. Nach Frei 
staat Danzig werden gewöhnliche und Wertpakete vor 
läufig nicht angenommen. Es bestel.t die Hoffnung, daß 
die Perkehrsbeschränkung mu- von ...rer Dauer sein wird. 
o Tie pestrite Sffqntiiche Berfam«.kr.ngk der lck-'i r 
Ortsgrnrp? der D-'-Fchin demokratischen Puttei im oiir» 
gersaal des Rathe.. ' der auch Mitglieder anderer 
Parteien teilnahmen, wn.oe niee einer Protestktmdgcbung 
gegen die Auslieferungsliste des Feindvundes eröffnet. 
Der 1. Vorsitzende der Ortsgruppe, Herr Geheimer Re 
gierungsrat Vogt gab in einer längeren Rede den Ge 
fühlen aller Teutschen gegen das unerhörte Ansinnen un 
serer Gegner Ausdruck. Es handele sich hier nicht um 
eine Partcisache, sondern um Tinge, die jeder Deutsche 
fühlt, die aufs tiefste die deutsche L>eele ergreifen. Kein 
Volk werde von einem solchen Ansinnen so tief berührt 
als das deutsche. Unauslöschliche Dankbarkeit seien wir 
unserem wackeren Heere schuldig, das in ungeheuren Kämp 
fen das Vaterland vom Feinde freihielt. In den uner 
hörten Forderungen der Gegner sähen wir die Folgen der 
Angst, die sie vor diesem Heere gehabt haben und die sie 
noch vor Deutschland haben. Das beste, was im deutschen 
Heere verkörpert war, war die Treue und die Kamerad 
schaftlichkeit. Ein festes Band umschlang alle, ein jeder 
wußte, daß er sich auf den andern verlassen konnte, 
Führer wie Mann. Tic blöde Disziplin macht es nicht, 
sondern die Mannestreue und das Pflichtgefühl, wie sie 
in dem schlichten Liede „Ich hatt' einen Kameraden" und 
in höherem Maße in dem Nibelungenliede zum Ausdruck 
kommen. Wenn man sich in die Vergangenheit vertiefen 
wolle, so solle man sich an dem Nibelungenliede begeistern 
und nicht an einer Zeit, die nur scheinbar groß Men, 
weil sie materiell groß war. Die Forderung der Feinde 
sei denn unausführbar, weil sie auch moralisch unerträglich 
sei. Aber selbst, wenn wir die Forderung erfüllen woll 
ten, würde sie unS auch nichts nützen. Diejenigen, die 
damals gegen die Unterzeichnung des Friedensvertrages 
waren, hatten Recht. Unseren Feinden könnten ivir nichts 
Unangenehmeres bereiten, als wenn wir ihre Forderung 
erfüllten, denn eine Aburteilung so vieler Personen sei 
ja einfach unmöglich, man betrachte hier nur zum Ver 
gleich den jetzt schwebenden Erzberger-Prozeß. Die Geg 
ner wollen den Friedensvertrag zu Fall bringen; erfüllen 
wir die eine Forderung, stellen sie eine andere, die (un 
erfüllbar ist. Der Friedensvertrag ist einfach nicht aus 
führbar. Frankreich sieht in uns den Nebenbuhler auf 
dem Ko. inent, den cs vernichten will, um selbst zur 
Vorherrschaft zu gelangen. Solange ein freies Deutsch 
land noch bestehe, könne es die Hegemonie nicht erlangen. 
Und darum sein Bestreben. Deutschland zu vernichten. Der 
Friedenövcrtrag hat s chon die Einheit des deutschen Vol 
kes gefördert. Die Herausbringnng der deutschen Rcichs- 
versassung während des Waffenstillstandes war ein Meister 
stück der deutschen Demokratie. So werden auch weitere 
Forderungen das deutsche Volk nur noch einiger und 
fester znsanvmcnschließrn und das werde uns zum Vor 
teil werden. Wir müssen einig zusammenstehen, müssen 
die Regierung, die unter den obwaltenden Verhältnissen 
eine bessere nicht sein könne, stützen, müssen die Forderung 
ablehnen und abwarten, was weiter geschehe. Er brachte 
dann die folgende Entschließung zur Verletzung, die ein 
stimmig angenommen wurde: 
„In öffentlicher Versammlung der Deutschen demo 
kratischen Partei geben zahlreiche Einwohner von Ber- 
Fricdenau ihrer Empörung über die M i ß a ch t n n g 
deutscher Ehre, die in der Forderung unserer 
Kriegsgegner auf Auslieferung deutscher Volksgenossen, 
darunter vieler um ihr Vaterland hochverdienter Män 
ner liegt, entrüsteten Ausdruck; sie erwarten von der 
Regierung, daß sie in ihrem Widerstand gegen dies 
Ansinnen unnachgiebig bleiben werde." 
Der zweite Vorsitzende, Herr Geheimer Regicrungsrat 
FalkeNberg, sprach nun über: „Die wirtschaftliche 
Not der Beamten und des Mittelstandes". Er begann mit 
denk Hinweis, daß in dem fast 5 jährigen Kriege statt 
Werte geschasst, Werte zerstört wurden. Das habe unsere 
Lebenshaltung beeinflußt und habe weiter dazu geführt, 
daß das Volk trotz, aller Schwere der Zeit und der großen 
Not, in der es sich befindet, in allerhand Vergnügungen 
Betäubung sucht. Er wendet sich gegen die Kreise der 
Rechten, die nicht umlernen und die tatsächlichen Verhält 
nisse, in der wir leben, verstehen wollen, die noch immer 
dem Vergangenen nachhangen und sich einreden, wenn 
das alte Regime wieder da wäre, wäre es besser. Das 
ist eine Selbsttäuschung. Weiter sprach Redner über die 
Papierwirtschast und den Pfennigstand der deutschen Va 
luta. die charakteristisch sei für die deutsche Bankerott- 
wirtschaft, lvandte sich gegen die Wucherer und Schieber, 
gegen das Geldmagnatentum; früher gab es Erzeuger und 
Verbraucher, heute Schieber und Geschobene. Darauf er 
örterte er eingehend die Beamtenfrage; kritisierte scharf 
das Verhalten vieler Beamten, die nur in der Besoldungs- 
reform ihr Heil erblicken. Die Beamten müssen aus dieser 
Gcldwirtschaft, die nur noch iveiter zur Geldentwertung 
führe, zur N a t nr a l w i r t s ch a f t kommen und sich 
in Bezug auf Ernährung und Wohnung auf eigene Füße 
stellen. Er erwähnte hier den Beamtenwirtschaftsbund 
und die Heimstättenbewegung, die in dieser Richtung wir 
ken; verkannte aber auch die Schwierigkeiten nickst, die 
hierfür bestehen. Auch vielen Frauen hielt er den Spiegel 
vor, die nicht zu wirtschaften verstünden. Das alte Regime 
habe hier schon gesündigt, indem es nicht für Frauen 
haushaltsschulen sorgte, wie die nordischen Länder. ES 
stehe um ,uns sck, daß wir doppelt soviel arbeiten Mv 
halb soviel verzehren müßten. Er erwähnte den aus 
politischen Gründen gefaßten Beschluß der Beamtenschaft, 
in dem sie sich zur» 8stündigen Arbeitszeit bekennen, 
ging weiter auf das deutsche WirtschasiSlevcn ein und 
kam dann auf den Mittelstand zu sprechen, der vom 
Kaufmanns-, Gewerbe- und Handwerkerstand gebildet 
würde. Auch diese Schichten müssen, indem ne mit dem 
Benmtenstand Frieden schließen, zur Selbsthilfe greifen, 
um ihren Platz behaupten zu können. Revision des Frie 
densvertrages, Internationalismus waren weiter Ge 
genstände seiner Ausführungen. Er hob noch hervor, daß 
LLiit'klichkeitspolitik nur über die Berufe gehen könne. 
Leider werden die wirklichen Verhältnisse von vielen »och 
nicht erkannt, es gibt in Deutschland immer noch Leute, 
die nickt begreifen wollen, daß wir den Krieg verloren 
haben, die immer noch dem Alten nachhan:en und glauben, 
das alte Instrument weiter spielen zu können. Das 
werde tiie wieder geschehen, nur in der Demokratie haben 
wir den Weg, um Deutschland wieder hoch zu bringen. 
Lebhafter Beifall dankte dem Redner. In der Aussprache 
nahm auch ein Herr einer anderen Partei das Wort, 
dessen Ausführungen Herr Falkenberg im Schlußwort 
widerlegte. Ter Vorsitzende warb wieder für die Ein 
wohnerwehr, erinnerte an die Wahlen zu den Elternbei 
räten und bat Mitglieder, sich zu Vertrauensmännern 
bereit zu stellen. Er schloß die Versammlung gegen 
VUl Uhr. 
o Die Flüchtlinge von Friedenau versammeln sich 
Sonnabend, den 14. d. Mts., abends 8 Uhr, im Restaur. 
Rheineck, Ecke Kaiserallee und Rheinstr. 
o Wem gehöre!« die Sachen? Am 10. Januar gegen 
>/»7 Uhr früh ivurde von einer Frau auf dem damaligen 
Polizeirevier in der Wilhelm-Haufsi-Str. ein Sack mit 
Wäsche, Kleidungsstücken, Blusen usw. abgegeben, die jeden 
falls von einem Diebstahl herrühren. Zu dem Inhalt 
gehören ferner 2 grüne Vasen, rote Portieren und «\n 
grünes Glas. Nähere Mitteilungen.über den Eigenlün-.e 
werden an die Schöneberger Kriminalpolizei erb'tn:. 
o Zu dem tcMldji:« Unfall in der Blankenbcru'A.n, 
über den wir in Nr. 35 unseres Blattes berichtet--» w.rd 
uns von einem Augenzeugen noch mitgeteilt, daß I■? '.ch 
hier um zwei zusammengekoppelte Wagen handelte, De, 
anhängende Wagen war ein sogen. Plattenwagen und n 
beladen. Die beiden Jungens hatten sich zwischen de:., 
ersten und dem zweiten Wagen an der Deichsel angel'ängi. 
Nach Ansicht des Augenzeugen hätte auch ani dem zueiln 
Wagen ein Mann sitzen müssen, anstatt, dag der Kutscher 
und t tu Arbeiter auf betn ersten Wagen saßen. Dis 
■ 
Kinder hätten es dann wohl nicht gewagt, sich an die 
Deichselstange zu hängen. Der Zeuge des Vorfalls er 
kennt cs auch an, daß sich Herr Dr. Penner, Rheinga»- 
straße 24, sofort bereit fand, ärztliche Hilfe zu leisten, 
als er darum ersucht wurde. 
Verein s- Ua ch ri ch t tn 
)( Verein für Nationalstrnoqraphie Berliner Westen. Jede» 
Donnerstag 8 Uhr, Uebungsstnnde im Nestaurant „Kaisereiche". 
)( Friedenauer Mäiiner-Gesang-Verct» 1873 llebungssiun- 
den jeden Donnerstag 8>/z—10>/s >>" „Hohenzollern". Sanges 
kundige Herren als Mitglieder jederzeit willkommen. 
)( Deutsche demokratische Partei, Ortsgrupve Friedenau. 
Jeden Freitag, 8 Uhr, zwangloses Beisammensein im Restaurant 
„Kaiserburg" (Inh. Klopsch), Kaiserallee 73. 
)( Volkshochschul-Frauenchor. Jeden Freitag 7>/z Uhr 
Ucbungsstundeil. 
)( Deultchnationaler-Fudendbund. Versammlung der Musik- 
gruppe um 6 Uhr im Restaurant „Brandenburger Hof" Rönnebe-gslr. 
Ecke Kaiserallee. Erscheinen dringend erwünscht und Instrumente 
mitbringen. 
)( Deutscher Demokratischer Jugeudvcein. Groß-Berlin, 
Ortsgruppe Friedenau. Zusammenkunft am Freitag, den 13. 
Febr., abends 7Uhr >m Restaurant „Kaiserburg", Kaiserallee 7». 
)( Die Deutsche Weltwirtschaftliche Gesellschaft E. B. vor. 
nnstaltet ani Freitag, den 18. d. M., in der Aula der Berliner 
Handelsschule, Spandauer Srr. 1 (linker Treppciiausgaiig) einen 
Bortrag über das Thema „Deutschlands übers eeische 
Beziehungen und Seeschiffahrt" (Neferriit: der Vor 
sitzende des Direktoriums der Hamburg-Amerika-Linie, Gchcim- 
rat Enno). In Anbetracht der großen Bedeutung der zur Dis 
kussion gestellten Frage für Deutschlands Zukunft und im Hin 
blick aus die hervorragende Sachkeinitiiis des Referenten ist ein 
Besuch des Vortragsabends dringend zu empsehle». Einlaßkarten 
sind durch die Geschäftsstelle oer Gesellschaft i» Friedenau, Wil- 
helmshöher Str. 3 sUhland 3675) zu tzaben. Die Karten sind 
kostenfrei zu erhalten. 
)( Die Deutsche Volk-partei. Ortsgruppe Friedenau ladet 
ihre Mitglieder zum Sonnabend, den I I. Februar 1920, abends 
8 Uhr, zu einer Protestkundgebung gegen die 'Auslieferung im 
Bürgersaal des Ratlianses ein. Der Abgeordnete zur Preußi 
schen LandeSvcrsammlung, Professor Dr. Leidig, spricht außer 
dem über das Thema: „Z u s a m in e n b r u ch oder Wieder 
aufbau?" Freunde der Partei sind willkoinmeii. 
)( Die O tsg.uppe deü ZentrnmsverAns (Christliche 
Volks Part ei) veranstaltet am 10. Februar, abends 8 Uhr, 
eine Mitgliederversammlung im Gesaugszimmcr des Real-Gym- 
nasiums in der Hvmuihftraße. Bortrag des Herrn Rechtsanwalts 
v. Reh Kinder über den Reichs-Parieitag der Zentrums- 
Partei; außerdem: Geschäftliches. Alle Mitglieder werden zu 
dem zeitgemäßen Bvrtrag eingeladen und gebeten, erlvachsene 
Söhne und Töchter mitzubringen. Gäste, welche auf dem Avden 
christlicher Ueberzeugung stehen, sind willkommen. 
)( Evzinldeinokiatische Partei DentichlandS (S. P. D.). 
Ortsgruppe Friedenau. Außerordentliche Miigliederversammluiig 
am Dienstag, den 17. Februar, abends 7 1 /., Ubr, im Restaurant 
„Hohenzollern", Handjerystr. 64. Referat des Genossen H ä u s . 
ler über: „Die politische Lage und der außerordentliche Be 
zirkstag". Aussprache und Wahl dreier Delegierten zum Be. 
zirkstag. Erscheinen aller Mitglieder notwendig. 
6erlin und Vororte 
§A Aus dem Wilmersdorfer Stadtparlamcknt. 'Auf 
Grund eines von 21 Stadtverordneten gestellten beson 
deren Antrages traten gestern die Wilmcrsdorfer Stadt 
verordneten zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen. 
Zur Verhandlung gelangte folgender von den beiden sozial 
demokratischen Fraktionen gestellte Tringlichkeitsantrag: 
„Mit Rücksicht auf die ganz außerordentliche Notlage der 
Kriegshilfskräfte .des Magistrats wolle die Stadtverord 
netenversammlung beschließen: Ter Magistrat wird ermäch 
tigt, den Kriegshilfsträsten eine Entschuldungssuinme in 
Höhe eines Monatsgehaltes sofort auszuzahlen." Sladlv. 
Kampfer .(Svz.) wies auf die mehrmonatigen Lohnkämpfc 
hin, durch die erst eine Besserung der wirtschaftlichen Ver 
hältnisse der Hilfskräfte erfolgen konnte. Kämmerer Rohde. 
bemerkte, daß der von beiden Parteien einstimmig ge-" 
faßte Schiedsspruch bis zum'31. März d. Js. laufe. Die 
Auszahlung der rückwirkend gewährten Gehalts,zufügen 
sei erfolgt, auch werde der Magistrat einem neuen An 
trage der Hilfskräfte auf Auszahlung des Februargehalts 
bis zum 16. d. Mts. entsprechen. Gegen den Dringlich- 
keitöantrag müsse er doch Bedenken erheben, da einmal 
der Schiedsspruch, der eine Gewährung der Wirtschafts 
hilfe abgelehnt hat, nicht umgestoßen werden könne, und 
ferner Wilmersdorf nicht allein vorgehen könne, n ül ge 
meinsame Abmachungen mit den anderen Groß-B^.liner 
Gemeinden vorliegen. Der Magistrat stehe weitet auf 
dem Standpunkt, daß die Gewährung von einmaligen 
Teuerungszulagen zu vermeiden sei, weil sie nicht für 
wirtschaftlich gehalten werden. In der sich anschließenden 
stundenlangen Erörterung war die Aeußerung des Stadtv. 
Silber (Wild), daß die Hilfskräfte sich nach 3 Uhr noch 
eine Nebenbeschäftigung suchen könnten, sehr bemerkens 
wert und wurde von der Linken nicht gerade wohlwollend- 
a ifgenommen. Der DringlichkeitSantrag wurde schließ 
sich dem Finanzausschuß überwiesen. Ter Zinsfuß für 
die Spareinlagen bei der städtischen Sparkasse wurde 
r ul Befürwortung durch Stadtv. Jonas (Dem.) der Not 
er 1 - echend auf 3 v. H. vom 1. April d. Js. herabgesetzt. 
Schluß beschäftigte sich die Versammlung mit einer 
:s age der Unabhängigen wegen Belieferung von Bcam- 
t n ris Mitglieder der Einkaufsgenossenschaft mit Winter- 
l c- ifeln. Stadtrat Mechelke wies darauf hin, daß das 
ebensmittelamt an der Beschaffung der den Beamten 
gelieferten Kartoffeln nicht beteiligt sei. Tie Kartoffellarten 
s -en selbstverständlich von den Beamten, die durch einen 
> nläufer sich ihren Kartoffelbedarf gesichert hatten, rich 
te i abgeliefert worden. 
§o Die^ KleiichanSsirdlrrngen tn^ Steglitz. Die vom
        
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