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Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

hohen „Einnahmen" (bis zu 400 Mark täglich', verschafft 
und damit den Anreiz zu dem Bettel bietet. Daneben 
sollen regelmäßige Feststellungen durch Patrouillen gemacht 
werden, ■; n die wirtlich Kriegsbeschädigten von den Bett 
lern und Schwindlern zu sondern. Erstere sollen der 
Fürsorge Ltztere der Strafbehörde überwiesen werden. 
Die Patt '...llen sollen durch Mitglieder der Kricgsbcschä- 
digten-O g nisationen und mit Unterstützung durch die 
Polizei gestellt werden. Wir wollen hoffen, daß die ge- 
troffcnen Maßnahmen zur Abstellung oder doch Einschrän 
kung des beschämenden Uebels führen werden. 
o Ti' Belieferung der Kriegsbeschädigten durch das 
Reichsvc. fi/ rruugsamt. Die Rcichsregiernng hat d-'r Not 
lage der Kriegsbeschädigten und besonders der Tchwer- 
kricgsbcschädigü n stets gewürdigt und ist immer bemüht 
gewesen, helfc.ü einzugreifen, um denen, die dem Dater- 
lande ihre Ges.n .'heit geopfert haben, wieder neue Eristenz- 
möglichkeiten. zu schaffen. Wenn bei der Versorgung der 
Kriegsbeschädigten und der Kriegshinterbliebenen mit 
Heeresgut nicht allen Wünschen entsprochen werden konnte, 
so ist hierbei zunächst zu berücksichtigen, daß gerade die 
begehrtesten Waren: Bekleidung, Wäsche und Schuhzeug 
im Verhältnis zum Bedarf nur in ganz geringem Umfange 
zur Verfügung stehen. Ferner fehlte eine Organisation, 
die die -Lieferung an die Kriegsbeschädigten in sachgemäßer 
Weise übernahm und durchführte. Nachdem nunmehr die 
amtlichen Hauptfürsorgestellen für Kriegsbeschädigte ^und 
Kriegshinterbliebene in ihrem Ausbau soweit fortgeschritten 
sind, daß sie die Gesamtvertretung der Kriegsbeschädigten 
im allgemeinen übernehmen können, ist ihnen vom Reichs- 
schatzministcrium im: Benehmen mit dem Reichs 
ministerium die Belieferung der Kriegsbeschädigten mit 
freigcwordencm Hecresgut übertragen worden. Zu diesem 
Zwecke haben sich die Hauptfürsorgestellen gemeinnützige 
Gesellschaften oder kaufmännische Geschäftsstellen anzu 
gliedern. Diesen fällt die Aufgabe zu, die Belieferung 
der Kriegsbeschädigten zu sichern und zwar. ohne Rücksicht 
darauf, ob diese einem Kriegsbeschädigtenverbande ange- < 
hören oder nicht. Diese kaufmännischen Organe der Haupt», 
fürsorgestellen sollen mit den Zweigstellen des Rcichsver- 
wertungsamtcs aufs engste zusammenarbeiten, um den 
Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen die notwen 
digsten Gcbrauchsgegenstände zu verschaffen, insbesondere 
solche Maschinen, Werkzeuge und ähnlichen Gerate, die 
für den Wiederaufbau der Existenz geeignet sind. Um 
den Käufern den Erwerb zu erleichtern, ist eine Reihe von 
Vergünstigungen, namentlich in der Zahlungsweise vor 
gesehen. Solange die Hauptfürsorgestellen kaufmännische 
Organisationen noch nicht geschaffen haben, sollen die 
Verbände der Kriegsbeschädigten zum unmittelbaren 
Bezug von Heercsgut in der Zwischenzeit noch berechtigt 
bleiben. Eine Sonderregelung ist hinsichtlich der Web-, 
Wirk- und Strickwarcn, sowie des Schuhzcugs, die den 
Reichsstellen für die Notstandsversorgung der minderbe 
mittelten Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden, ge 
troffen. Diese können auch an Kriegsbeschädigte und 
Kriegshinterbliebene nur durch die Kommunalverbände 
ausgegeben werden. 
LuscdEeA 
(Für diese Rubrik übernebmen wir keine Verantwortung - 
Sozialismus. 
Herr Victor Gudohr bringt unter einer Zuschrift 
„Kohlenwucher" folgenden Satz, den er wohl .gerne zum 
Schlagwort erhoben sehen möchte: „Wer Heute . nicht 
wuchert, schiebt und frißt, der ist kein rechter Sozialist' 
Ich bekenne mich offen zum Sozialismus, vermeide cs 
aber, ohne überhaupt die logische Zusammcnhaugslosig 
keit der Notiz des Herrn G. näher zu begründen, gegen 
andere Parteien in ähnlicher Weise ausfällig zu werden, 
zumal ich nicht weiß, welche Partei die Ehre hat, Herrn 
G. zu den ihrigen zu rechnen. Wer heute vom Sozialis 
mus nicht mehr versteht und weiß, als aus den Worten 
des Herrn Gudohr zu entnehmen war, dem wird der 
Berliner Arbeiter nichts anderes zu erwidern haben als 
was Schiller in eine höflichere Form kleidete, indem r 
sagte: „Weist denen, die den eivig Blinden des Lick-? 
Himmelsfackel leihen?" 
Hans Eber, Kreisauerstr. ^ 
Wucher! 
Bor vielen Monaten war, soviel ich weiß, nachdem 
die Geduld, der Hausfrauen anscheinend den .Höhepunkt 
erreicht hatte, nicht nur großer Lärm auf dem Markt» 
sondern es fanden auch Protcstvcrsammluugeu statt,, denen 
aiuilienrat seine Erlebnisse 
^ , zwar ein ganz unwesentliches 
Telegramm nach Moselhorst geschickt. Die Hauptsache war 
ihm aber offenbar gewesen, in Erfahrung zu bringen, ob 
Iennings in der letzteil Zeit zum Empfange non Tele 
grammen iii Shiraz gewesen sei. Und da bade sich denn 
herausgestellt, daß er vor drei Wochen mit einer Schar 
Vaharlus dort gewesen sei und Depeschen aus Deutsch 
land in Empfang genommen habe. Nach dem Aufbruch 
habe dann in Shiraz verlautet, daß Iennings und i'eine 
Begleiter einem Sahib aus Indien auf der Spur gewesen 
seien, den sie aber nicht eingeholt hätten. Dieser Sftbib 
sec auch seitdem nicht in Shiraz eingetroffen, und kna» 
nehme dort an, daß er seinen Verfolgern nun doch in'die 
Hände gefallen sei. 
Alle blickten sich verständnisvoll an. Sic zweifelten 
keinen Augenblick, daß Arnold Werner dieser Sahib sei. daß 
es ihm gelungen fei, zu entkommen, und daß Iennings 
,hn von neuem gefangen habe, wenn nicht Schlimmeres 
geschehen sei. Welche Rolle der Hauptmanii in dieser 
Sache gespielt habe, erschien ganz rätselhaft. Um so sorg 
fältiger mußte er überwacht werden. Auch das tonnte 
nicht bezweifelt werden, daß höchste Eile geboten war. 
26. Kapitel. 
Durch die Talebeue oon Murgab (Hühner-wasser) 
galoppierte am frühen Morgen, vom Postrciler gefolat, 
ein junger Mann dem Grade des Kyros zu, da-- sich mehr 
und mehr aus feiner Umgebung emporhob. Der Reiter, 
ein Europäer, trug einen großen Soyncnl'gt mir der dchcr 
den Nacken herabsallenben weisen Pagra - Schleier), während 
Gesicht und Augen durch einen grünen Schleier gegen die 
Strahlen der noch ineürnpkehenderr Sonne geschützt wären. 
Ein dunkler Dollbart umrahmte das edel gefchüiltene Ge^ 
sicht. Der Reisende schien Eile zu haben. .Denn wiewohl 
er und der Bostrerter hinter dem Sattel zwei grobe Quer. 
sacke mit sich führten, trieb er, den Protesten feiges Be- 
glecters zum Trotz, fein Tier zur höchsten Schnelligkeit an. 
Sw passierten das in feiner Art einzig dastehende Grab 
die Friedcnauer Hausfrauen in. Massen zuströmte«. Aber 
was nützt aller Protest in dieser Weise, war nützt alles 
Seuszcm ailee Schreien, wenn man danach in den Winter- 
schlas verfällt. Handesy muß znqn, energisch vorgehen, 
gegen den Wucher kämpfen. Niemand.wagt.eS? Warum 
schweigt Ihr Euch aus, Ihr lieben Mitschwestern, eine 
allein kann es nicht schassen. BedeüM „Dem Tüchtigen 
freie Bahn!" Sehen wir nicht bei den Wucherern die 
Bewahrheitung dieses Wortes? Aber, bitte nicht lächeln. 
Es ist bitterer Ernst. Tüchtig sein heißt für uns! Auf 
in den Kampf! Frau Radtke. 
Ocsfentliche Anfrage an die Äohleustelle Groß-Berlin. 
Haben die . Kohlenhürrdler, welche an Verbraucher 
liefern, ihr Lieferungsquantum des Jahres 1919 schon 
restlos erhalten? Wärmn hat der Kohlenhändler bis heute 
noch nicht die Koch- und Osenkarten vom Juli, August, 
Sept., Okt., Nov. Dczbr. 1919 beliefert? Wie ist es mög 
lich, das bereits aus Abschnitte der Lieferungskarte von 
1920 geliefert wird, wenn der Kohlenhändler seine Ber- 
pslichtungen von 1919 noch nicht nachgekommen ist? Er 
wähnen möchte ich, das. sämtliche Karten im Besitze des 
Kohlenhändlers sind, vom Tage der Ausgabe durch die 
Kohlenstelle Groß-Berlin ein Verfallen derselben also un 
möglich ist. Wenn mir nun der Kohlenhändler heute 
oder morgen die Kohlen bringt, welchen Preis bin ich 
verpflichtet zu zahlen, den von Juli usw. 1919 oder von 
1920? Hat der Kohlenhändler das Recht, durch ein 
malige Lieferung des ganzen Quantums für. die Heizperiode 
irgend jemand zu bevorzugen, um dadurch den andern 
frieren zu lassen und dem den teuren Preis bezahlen 
zu lassen. Der Bevorzugte hat dadurch zwciVorteile, 1. er 
braucht nicht zu frieren und er erhält die Kohlen zum 
billigen Preise. Um Antwort wird im Interesse mehrerer 
Leidtragenden gebeten. N. N. 
‘Titel; tljmtt TIo! greif ln ölt 
t3ü> vkinr 
für Sie Volksabstimmungen 
auf posischeckkants Lerl/q 73776 
cfitz auf Seine Sank! 
Stulscher Sctzuhbünch Lettin NWsL 
pk-i-. 6879 ; K nis-ü Allaö 142. Ui--5 
PtaHenSoser Mahners atz 
Amtliches 
K asft'c-E-rflltzmiLtet-Berorduung. 
Vom ti. Dezember 1919. 
Aus Grund dcS Artikels-2 der Verordnung zur Abänderung 
der Verordnung über Kaffee-Ersatzmittel vom 6. Dezember 1919 
R.-G-Bl. . Seile . 1952) wird der .Wortlaut der Verordnung 
über Kaffee-Ersatzmittel vom lg. November.1917 (R.G.Bl. Seite 
1063', wie er sich aus den Aenderungen durch die Verordnungen 
Dom 18. Dezember 1917, 27. August 1918, 27. Februar 1919 
und 6. Dezember 1919 (R.G'.Bl.- 1917, Seite 1109; 1918, Seite 
i;)84; 1919, Seite 259 und 1952) unter der Ucbcrschrfft: „Kaffee- 
Ersatzmittel-Verordnung" nachstehend Lekanntgemacht: 
Kafsce-Ersatzmittel-Veror dünne. 
§ 1. Wer Kafsee-Ersatzmittel in nicht verpackter Form. (lose 
Ware) abgibt,, ist verpflichtet, durch deutlich sichtbaren Aushang 
ui den Verkoufträumen den Namen oder die Firma und den 
Sri der gewerblichen Hauptniederlassung desjenigen, der dir 
Ware bestellt, sowie den Kleinhandelspreis - bekanntzugeben. — 
Kaffee-Ersatzmittel aus-Getreide oder Malz und Kaffee-Ersatz- 
oiittelmischungen, die Getreide oder Malz enthalten, dürfen nur 
ui geschlossenen Packungen oder Behältriisien in den Verkehr ge 
rächt werden. Die Bvrschristeu der Verordnung.über die äußere 
Kennzeichnung von Waren vom 26. Mai 1916 (R.G.Bl. S. 422) 
iindcn entsprechende Einwendung. 
§ 2. Als Kaffee-Ersatzmittel im Sinne der Verordnung 
■:u auch Mischungen von solchen mit Bohnenkaffee. — lDar 
ischen von Kaffee-Ersatzmitteln aus Getreide oder Malz 
. ii anderen Kassee-Ersahmitieln ist nur mit Genehmigung der 
Röhstoss-Verteilungsstelle der Kassee-Ersatz-Jndustrie, G. m. b. H 
in Berlin, zulässig. 
§ 3. Der Preis für Kaffee-Ersatzmittel aus Mal; darf nich- 
übersteigen: a' beim Verlaus an Großhändler 233 Mt. für 100 Ki- 
ivgraunn; b) beim Verkauf an Kleinhändler 313 Mk. für 100 Ki- 
logramm; c) bciin Verlauf an Verbraucher (Kleinhandel) 1.90 Mt. 
für das Pfund. Beim. Verkaufe kleinerer Mengen dürfen Bruch- 
des berühmten Gründers dos m-cktet. persisch:,. Reiches, 
verfolgt von bc.n bjjjige.t Hunde-,', c:nes rmg.-i.uln gelagerten 
noinavijchen. Stannues, nnb tpenoetelt ficti dev Stelle zu 
• o der Pulwarstrom dis südwestliche Talwand durchbricht' 
v.ffd folgten ihm. ^ Lei der nächsten Poststation lvechjofte 
der Reisende die Pferde, setzte mit fristen Tieren und 
eine'." neuen Poslreilcr seinen Ritt fort, diesmal aber nicht 
bis zül nächsten Poststation, sondern nur bis zu der da 
zwischenliegenden englischen Telegraphcnftation Siwänd, 
wo er von dem Inspektor gastlich empfangen wurde und 
den Postreiter entließ. 
Mr. Harrisoii, der hier schon seit Jahren seines Amtes 
waltete, ließ das Gepäck des Fremden, der ihm bereits 
telegraphisch von Isfayan ans empföhlen war, in das im 
ersleu Geschoß gelegene Gastzimmer bringen und begleitete 
ihn selbst dorthin, bat ihn, es sich bcaüem zu machen, und 
lud ihn surfest Uhr zum gemeinsamen Breakfast mit ihm 
und seiner Frau ein. Da fragte ihn der neue Ankömmling 
mit vibrierender, eigentümlich klangvoller Stimme, ob er 
ihm nicht sofort eine kurze Besprechung unter vier Augen 
gewähren könne, s arrison stimmte, wenn auch etwas 
überrascht, zu und schloß die Tür. Der Ftemde entledigte 
sich :e!ft plötzlich des Schleiers, des Sonnenhutes und zu 
guter Petzt anc!> des ganzen Bartes und stellte sich dem 
verdutzten Inspektor mit zarter Stimme und eleganter Ver 
beugung als Miß Ellen Hamiltoki, die Schwester des Earl 
of Hamilton, vor. Der Name wirkte, und der überraschte 
Engländer stellte sich schürt der vornchincn jungen Dame 
zur vollständigsten r.-t'-sägung. Diese machte kurzen Prozeß 
und begann zu erzüt.ieU: 
„Sie müßen wissen, mein werter Herr Harrison, was 
mich h:c:hertri:bt. Ich folge der Spur meines Bräutigame, 
des Hanptmanns .Kurt von Born, der mich'unter fälschen 
Vorwänden verlasse,: und sich einer Erpedition angeschloffen 
hat, die zur Erreichung gewisser Zwecke aus der Rhein- 
gegend Deutschland über Odessa, Latum und Baku nach 
Pcrften autgebrochcn ist. Ich bin ihr gefolgt und bin drei 
Wochen nach ihr in Teheran eingetroffen. Mit der Reiwost 
teile eines Pfennigs auf ganz- Pfennige tiach oben abgerunbet 
werden. . _ 
§ 4. Der Pre» für andere Kaffc»-«rs-hmittel dar, nicht über- 
steigen: a) beim Verkauf an Großhändler: für Ware in geschlosse 
nen Packungen oder Behältnissen 269.— Mk. für 100 Kilogramm, 
für lose Ware 250.50 Mk. für 100 Kilogramm: b) beim Verkauf 
an Kleinhändler: für Ware in geschlossenen Packungen oder Be- 
hültnissen 294,— Mk. für-100 Kilogramm, für kose Ware 276.— 
Mark für 100 Kilogramm; c) beim Verkauf an Verbraucher 
(Kleinhandel): für Ware, die in geschlossenen Packungen oder 
Behältnissen an den Kleinhändler geliefert worden ist, 1,8) Mk. 
für 1 Pfund; für andere Ware 1.72 Mk. sü>r 1 Pfund. Beim 
Verkaufe kleinerer Mengen dürfen Bruchteile eines s euuigs auf 
ganze Pfennige nach oben abgerundet lverden. — Die Rohstosf- 
Äerteilungsstelle der Kaffee-Ersatz-Jndustrie, G m. o. H. in Ber 
lin, kann. mit Genehmigung des Nelchswirlft.-.: r -Ministers sur die 
Preise von Feigenkaffee und Kaffee-Esseuzcu abweichende Be 
stimmungen treffen, _ ■ 
§ 5. Beim Verkauf an Großhändler und^ Kleinhändler hat 
die Lieferung zu den festgesetzten Preisen frachtfrei Station 
(Bahn oder Schffs) des Empfängers einschließlich Verpackung zu 
erfolgen. — Liegen beim Verkauf an Kleinhändler die gewerb 
liche Niederlassung des Verkäufers und die Verkaufsstelle des 
Kleinhändlers innerhalb desselben Gemeindebezirkes, so hat die 
Lieferung frei Verkaufsstelle des Kleinhändlers zu erfolgen. 
3 6. Wer Stoffe zur Verarbeitung auf Kaffee-Ersatzmittel 
durch die Rohstofs-Lerteilungsstelle der Kassee-Ersatz-Jndustrie 
C'i. m. 6. H. zugewiesen erhält, hat die Kaffee-Ersatzmittel, 
auch soweit'er andere Stoffe als die zugewiesenen zur Her. 
scollung verwendet, nach den Weisungen der Aohstoss-Verteilungs- 
srelle der Kassee-Ersatz-Jndustrie herzustellen und auf ihr An- 
iordern an die von ihr bestimmten Stellen zu liefern. 
K 7,. Die in dieser Verordnung festgesetzten Preise sind 
Höchstpreise im Sinuc deS Gesetzes, betreffend Höchstpreise vom 
-1. August 1914, in der Fassung der Bekanntmachung vom 17. De 
zember 1914 (R.G.Bl. Seite 516) in Verbindung mit den Be 
kanntmachungen vom 21. Januar 1915 (R.G.Bl. Seite 25), 
23 März 1916 (R.G.Bl. Seite 183) und 22. Mär; 1917 (R.G.Bl. 
Seite 253). 
§ 8. Mit Ersängnis biS zu 6 Wochen oder mit Geldstrafe 
bis zu fünfzehntauscnd Mark wird bestraft: 1. wer der ihm nach 
ß 1, Absatz 1, obliegenden Verpslichtung nicht nachkommt oder 
in den, .vorgeschriebenen Aushang Angaben macht, die der Wahr 
heit nicht entsprechen; 2., wer den Vorschriften im 8 2, Absatz 2, 
8 6 oder den aus .Gevnd des 8 4, Msätz 2, erlassenen Be. 
stimmungcn zuwiderhandelt. Neben der Strafe kann auf Einzie 
hung der Vorräte erkannt werden, aus die sich die Zuwider- 
hc-ndlung bezieht, ohne Unterschied, ob sie dem Täter gehören 
oder nicht. 
8 9. Ter Reichswirtschastsminister kann Ausnahmen von den 
Vorschriften dieser Verordnung zulassen. — Kaffee-Ersatzmittel 
aus Getreide oder Malz und Kaffec-Ersatzmittel-Mischungen, die 
Gctrcidc oder Malz enthalten, dürfen, soferrl sie sich bei Inkraft 
treten dieser Verordnung bereits im Verkehr befinden, bi- zum 
15. Januar 1920 in nicht verpackter Form mit der Maßgabe 
abgesetzt werden, daß für sie die.seitherigen Höchstpreise für lose 
Ware gelten. Der Preis für solche Kaffee-Ersatzmittel darf hier 
nach nicht übersteigen: a) beim Btrkquf an Großhändler 82.50 Mk. 
für 50 Kilogramm; b) beim Verkauf an Kleinhändler 90.75 Mk. 
für 50 Kilogramm; c) beim Verkauf an Verbraucher 1.12 Mk. 
für 1 Pfund. Berlin, den 6. Dezember 1919. Der Reichs- 
wirtschaftsministrr. — Veröffentlicht. Berlin, den 11. Dezember 
1919. Der Vorsitzende des Äreisausschusse- des Kreises Telww. 
v. Achenbach. Zentralstelle der kommunalen Llrbeiter-Räke des 
Kreises Teltow. Kreskc. — Veröffentlicht. Berlin-Frie 
denau, den 12. Januar 1920. Der Gemeinde-Vorstand. I. 
Friedet. 
Verordnung 
ü 1 er die Regelung deö Fleischverbrauchs und 
den Handel mit Schweinen. 
8 1. Als Fleisch und Fleischwarcn im Sinne dieser Ver- 
-ndnung gelten: 1. das Muskels lei sch mit cingewachsenen Knochen 
von Rindvieh, Schafen und' Schweinen (Schlachwiehfleisch); 
2. roher, gesalzener oher geräucherter Speck und Rohsett; 3. die 
Eingeweide des Schlachwiehes; 4. zuberci.etes Schlachtviehfleisch 
E'tvir Durst, Fleijchkonsetpeu und sonstige Dauerwaren aller, 
ckrl — Dom Fleische losgelöste Knochen, Enter, Füße, mit 
Ausnahme der Schweinepfoten» Flecke, Lungen, Därme (Gekröse), 
.-»chirii und Flotzmaul gelten nicht als Fleisch und Fleischwaren. 
8 2. Dir Landeszentralbehörde» oder die von ihnen bestimm 
ten Behörden können den Verbrach von Fleisch und Fleisch- 
waren» die dieser Verordnung nicht unterliegen, ihrerseits regeln, 
hierbei darf jedoch die nach 8 6, Absatz 1, vom Reichswirtschasts- 
uiuistcr festgesetzte Höchstmenge au Fleisch und Flcischwaren, die 
dieser Verordnung unterliegen, nicht erhöht werden. 
8 3. Die Verbrauch-regelung erfolgt durch dic Kommunal- 
verbände. Diese können den Gemeinden die Regelung für die Ge. 
windcbezirke mit Ausnahme der Erteilung oder Vcrsagwrg der 
öauSschlachtungSgcuehmrguugei: übertragen. Gemeinden, die nach 
der letzten Volkszählung mehr als 100000 Einwohner hatte», 
tt'nuen die Ueücrtragung verlangen. — Die Landcszcntralvehör- 
deu oder die von ihnen bestimmten Behörden können die Kom 
mun alv erb linde und Gemeinden für die Zwecke der Siegelung 
vereinigen: sie können auch die Regelung für ihren Bezirk oder 
Teile sbreS.JKezirke^ leibst P.opuehnlkn. Soweit die Regelung 
bin i ’) hinter der ExpLöftlon ci:,!:crgesprcngl und sie kann 
keinen großen Bur-prunA mehr haben. Sie würden mich 
vcrl. indeu, wenn s>e mir alles sagten, was Sie von ihr 
im dfgemetnen und von Herrn 5)aüprmann von Born im 
besonderen wissen." 
„Mit dem größten Vergnügen, meine Gnädigste!" rief 
Harrison, den es in tiefster Seele erbitterte, daß ein ein- 
sa der deutsche. Hauptmann es gewaat hakte, diese vor 
«Schönheit ^ sirahlel'de Sch-wesier eines Earls, die ihm die 
Eine eripicsen rmie, ihn als Bräutigam anzunehmen, 
!u itrrs Licht zu fuhren. Eu- bewunderte den Mut. den 
dieses zarw Ssfii; an den Tag legte, indem sie dem Ver- 
rcucr nachfolgte, um ihn zu zwingen, sein Versprechen 
einzulösen. Ball Eifer berichtete er ihr, wie vor vier 
Tagen am Nachmittag die gewälftfte Karawane in Siwänd 
eir.g.:. offen sei und vor den, TelZgrapheftgebäude ihr Lager 
aufgcsmtügk-i habe. Er berichtete, wie die Europäer, unter 
denen sich auch drei junge Sartfn tu Männerkleidung be- 
fajti»ct». ihn besucht hätten, wie die schönste der letzteren, 
dereit Later man ans der Gefangenschaft des Stammes 
der Äanarlus befreien wolle, von den Männern förmlich' 
um >ü:-.irint worden fsr, und daß besonders zwei j>er 
letztere», der Sockn des Führers der Gesellschaft und der 
eben von der Dame genannte Hauptmanii von'Vorn, ein 
zwar nicht mehr sehr sunom, aber nnormein vornehm und 
statkllch aussehender Herr, off Er. -snbuhler gewesen 
leie» lind sich esewr,- n live. wach: arten. Die Dame 
sjabc ocer ackem Luft e.i, nach den jüngeren vorgezogen. 
Der Hauptmann habe mebrfgch Telegramme nach Deutsch- 
land und Siurckz abgesendet. So sei er denn auch vor 
zwei Tagen in Begleitung des Bruders der schönen jungen 
Dame nach Siwänd gekommen, um Telegramme zu wechseln 
und zwar nicht nur nach Deutschland, sondern auch nach 
Siuraz.- wo er attgesragk habe. ob kürzlich Telegramme 
von einem gewissen Iennings abgebvlt worden seien und 
„ach Brindisi, wo es sich Um einen Mann desselben Namens 
und, wenn er nicht irre. eine gewiffe Cecily Warden ae- 
handelt habe. . * * 
(FortsehnUg folgt.)
        
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