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Periodical volume Nr. 33, 08.02.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

Bezugspreis 
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(Friedrnauer 
WüttMe Scituss Ma.*5t!cDeaira Md 
KrsrhrKrt täglich aüeods. 
Kerasprecher: »^r Pfalzbur- »IW. — Trnrk iu,t> Verlag von Leo Schultz, 
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dev Frledevrnrrr Lttrteil vov kchSveberg. 
Geschäftsstelle: Rheinftr. IS. 
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««Ma^riedenL». Rheinstratze iS. — Kernsprecher: Amt Pfalgbur, »IW. 
Nr. 33 
i Berlln-Friedevnu, Sonntag, den 8. Februar 1920 
8ahrg. 27 
Sitzung der 0emcindmrtr'ttin$ 
voni Donnerstag, beit 5. Februar 192u. 
Anstellung cm er Hilfskraft für den Kindergarten. 
Es entspinnt sich eine Erl'rterung über die. GehaltZ- 
frage Nnd darüber, ob hier eine voll ausgebildete Kraft 
angestellt werden soll oder eine Dame, die erst noch ihr 
Probejahr 'abzuleisten hat. Hingewiesen wird auf den 
starken Zuspruch, den der Kindergarten zu verzeichnen 
hat, die Hilfskraft werde bald voll besckfästigt sein. — 
Die Anstellung wird beschlossen, die Regelung der Gehalts- 
srage dem B.-A.-Aus schuß übertragen. 
Nochbewilligungen. 
Auf Antrag des G.-V. Lüdecke fDem.j wird die 
vorgelegte Nachbewilligungsliste zur Nachprüfung dein 
Finanzausschuß 'überwiesen. 
Der Rückerstattung von 36 168 M. Steuern 
an Die Charlottenburger Wasserwerke wird 
zugestimmt, 'desgleichen der Vorlage belr. Entfernung 
der 'großen Rüstern in der Wiesbadener Straße 
und ihre Ersetzung durch Anpflanzung junger Bäume. 
Mit dem Ein erb der Hiutorlastcuschiist von 100 000 
Mark der Frau Anna Kelch für den Fall, daß sie der 
Gemeinde Berlin-Friedenau endgültig zugesprochen wird, 
ist die Vertretung einverstanden. 
Der Antrag eines Blattes ans Bewilligung einer Ver 
gütung für Veröffentlichung der amtlichen Bekanntmachun 
gen wird ans Antrag des G.-V. Lüdecke (Dem.! dem 
Fi n a n z a n s s ch n ß ü b e r w i e s e n, nachdein G.-V. Dr. 
Anders (Dnat.) für den Antrag, die G.-B. Tettnier 
(Unabh.), Maulbecker lb. k. Fr.), Kamrowski <Soz.), Lü- 
ders (Dem.), Koineezk.» (Rechtsbl.ock) und Schultz (Tein.) 
dagegen gesprochen harten. 
Zugestimmt wird dem Antrage ans Erhöhung der 
Ansch^aggebühren. Diese sollen jetzt betragen für Große I 
1,50 M., II 2 M.. III 2,50 M-, IV 3,50 M. und V 5,50 
Mark. 
Holzprcis für Minderbemittelte. 
Gemeindebaurat Al t m an n berichtet, daß Berlin den 
Holzpreis für Minderbemittelte aus 96 M. erhöht hat. 
Die Spanne betrug 16 M. als man hier den Preis 
von 80 M. festsetzte. Jetzt beträgt der Holzpreis 112 M-, 
bei Berücksichtigung der bisherigen Spanne würde also 
der Preis für Minderbemittelte sich auf 96 M. stellen. 
Die Vertretung stimmt zu. 
Beurlaubung von Polizcibeamten. 
' Die Ortspolizci wird auch hier durch die grüne 
Sicherheitspolizei ersetzt. Es besteht nun für die Beam 
ten die Möglichkeit, in die Wehr üverzutreten, sie müssen 
dazu eine 6 monatliche Probedienstzeit bei der Wehr ab 
legen. Nach diesem Zeitraum können sie, wenn sie sich 
nicht als geeignet erweisen, tuieder entlassen werden. Die 
Beamten würden also in solchem Falle ohne Stellung 
sein. Deshalb empfiehlt der Gemeindevorstand, diese 
Beamten für die Zeit der 6 Monate Probcoienst nur zu 
beurlauben, damit sie vielleicht wieder^ in ihr altes Ver 
hältnis zurückkehren können. G.-V. Schön knecht (D. 
Vp.) fragt an, >ver die Haftung in dieser Zeit hat, wenn 
dem Beamten etwas zustößt. Bürgermeister Walger: 
Der Staat, derjenigen also, der den Beamten beschäf 
tigt. Dem Ai.l.'a,ge wird zugestimmt. 
Für die Bcfc> "uug eines Setzapparates für den Multi 
graph iverden 7dOu b.willigt. 
Herabsetzung des MilchPrciscS für Bedürftige. 
Hierzu liegen folgende Dringlichkeitsanträge vor: 
1. Der T e in o kr a t e n: 
„Die Gemeindevertretung beauftragt den Wohlfahrts- 
nnd den Finanzausschuß, ihr baldmöglichst Vorschläge zu 
machen, die den Zweck haben, dem bedürftigen Teil der 
Bevölkerung den Bezug der Milch zu erschwinglichem Preise 
zu sichern." 
2. Des Lebensinittclaiutes: 
„Das Lebensmittelamt stellt hiermit nach Rücksprache 
und in Uebereinstimmung mit den Mitgliedern des Fünser- 
Ausschusses folgenden Antrag: Die Gemeindevertretung 
möge beschließen, daß deut Lebensmittelamt 20 OM Mark 
zwecks Verbilligung der Milch für Unbemittelte und Be 
dürftige zur Versügung gestellt werden sollen. Ans diesen 
Mitteln sollen 1. Kindern bis zum vollendeten zweiten 
Jahre, 2. werdenden Müttern, 3. Kranken, die Milchatteste 
besitzen, Zuschüsse zum jetzigen Erstchungspreis der Milch 
bis zur Höhe von 50 Prozent gewährt werden. Die Ver 
billigung'der Milch für Unbemittelte und Bedürftige soll 
sofort in Kraft treten." 
G.-V. Frl. Schütze (Dem.) begründet den Antrag 
der Demokraten, i-r-ie erwähnt, daß ein ähnlicher Antrag 
vor längerer Zeit schon einmal von Frl. Thomas einge 
bracht wurde. Es sei bedauerlich, daß in der Milchver 
sorgung eine solche Not eingetreten sei, wodurch der .Preis 
derart in die Höhe ging und nun die Hälfte der Leute die 
Karten nicht mehr benutzen, die ihnen zustehende Milch nicht 
abholen. Das biete die Möglichkeit des Schiebergeschäfts 
und des Schleichhandels. Es müsse etwas geschehen, damit 
den Kranken, den ganz kleinen Kindern und den werdenden 
Müttern die Milch nicht entzogen werde. Und so bezwecke 
der Antrag, dem Wohlsahrts- und Finanzausschuß aufzu- 
geben, Mittel und Wege ausfindig zu machen, um den- 
fettigen, die der Milch dringend bedürfen, sic zukommen zu 
lassen, ohne die Gemeinde allzusehr zu belasten. G.-V. 
Är " Thomas (Dnat.) begrüßt den Antrag als alten 
«kannten vom .Sommer; damals, sagte man, daß wegen 
technischer .Schwierigkeiten die Durchführung nicht möglich 
sei. Jetzt bestehen diese nicht mehr, nachdem durch die 
Verbilligung des Holzes ein Präzedenzfall geschaffen wor 
den sei. Sie glaubt, daß ein jährlicher Zuschuß von 
IM000 M. erforderlich sein werde und ist auch für Ueber- 
weisuug a» den Finanzausschuß. G.-V. Lüdcrs (Dem.) 
tveist darauf hin, daß 8-—10OM Liter Milch in Berlin 
verschoben werden. (G.-V. Loos: Erzählen Sie doch keine 
Zeitungsgeschichten.) Er möchte mal anregen, ob nicht 
vom Gemeindevorstand etwas unternommen werden könnte, 
um gegen die Schiebergeschäfte vorzugehen. (G.-V. Loos: 
Damit die Kühe mehr Milch geben.) Nein, damit der 
Ochse, der sie trinkt, auch bestraft wird. (Heiterkeit.) Es 
werde am Knrfürstendamm für ein Liter Milch 6—8 M. 
gezahlt. (Zurufe: G.-V. Leonhardt: .Hier auch; G.-V. 
Piniak: Das ist Ziegenmilch.) „Ich danke für die Zicken, 
die sehen der Kuh verdammt ähnlich." Schösse Friedet 
(Soz.) begründet seinen Antrag, der schnelle Arbeit zu 
leisten bezwecke. Er bitte, die 20 M0 M. bereit zu stellen, 
Damit er morgen gleich anfangen könne. Er erwähnt, daß 
bereits viele Frauen zu ihm gekommen wären, um ihm 
ihr Leid zu klagen. Einer Frau, die nur 3 M. täglich 
verdiene, habe er schon geholfen. In diesem Falle habe 
auch die Fürsorgestelle falsch gearbeitet, sie hätte hier 
helfen und anders beraten müssen. Ein anderes.Schreiben, 
das er erhielt, stammt von einem Beamten, der die Milch 
nicht sausen könne wegen des hohen Preises. An der 
Hand der Statistik stellt er fest, daß in Friedenau für 
die Milchvcrsorgung 1040 Kinder im 1. lind 2. Jahre, 
weiter 5399 Kranlcnkarten je 1 / 4 Liter und 208 werdende 
Mütter, die je 3 / 4 Liter erhalten, in Betracht kämen. Er 
berechnet nun, daß für Bedürftige zusammen rund 310 
Liter täglich in Betracht kommen dürften. Er bittet um 
die Vollmacht, über die eingehenden Anträge niit einem 
Sekretär selbst entscheiden zu dürfen und teilt mit, daß 
er besondere Karren ausgeben wolle, die dann mit den 
Händlern verrechnet werden. G.-V. Buth (Soz) meint, 
daß in dieser Frage alle zusammenstehen müßten, um 
schnell zu helfen. (Zustimmung.) G.-V. Leon har dt 
(Dem.) wünscht', daß dem Antrage de-s Schöffen Friedet 
zugestimmt werde, daß aber im Wohlfahrtsausschuß noch 
eine Nachprüfung stattfinde. Es müsse vermieden werden, 
daß die Zuschüsse als ein Almosen angesehen werden. 
G.-V. Maulbecker (b. k. Fr.) wünscht die Unentgelt 
lichkeit der Atteste, dent widerspricht G.-V. Dr. Schultz 
(Dnat.), weil die Zahl der Antragsteller dann sehr hoch 
gehen werde. G.-V. Hugo R i ch t e r (Dnat.) hält den 
Zeitraum von 4 Wochen für die Abrechnung sehr lang. 
Mancher Händler könne auf so lange Zeit das Geld nicht 
verauslagen. Schöffe Friedet erklärt, daß in solchen 
Füllen auch über eine kürzere Zeit, etwa eine Woche, ab 
gerechnet werden könnte. G.-V. Frl. Schipfmann 
(Soz.) glaubt, daß es praktischer wäre, dem Lebensmittel- 
aint die Nachprüfung zu überlassen. G.-V. Deltmer 
(Unabh.) ist auch für schnelle Hitse. Einstinimig wird dem 
oben bekannt gegebenen Antrage des Lebensmiilclnmtes 
zugestimmt mit dem Zusatzantrage Leonhardt, eine Nach 
prüfung im Wohlsahrtsausschuß stattfinden zu lassen. 
___ .detr. Müjyz gasnre sser. 
Antrag der Unabh. Soz. Fralr-on: 
„Die Gemeindevertretung »volle beschließen, den Ge 
meindevorstand zu ersuchen, bei der Gasbetriebsgesell- 
sch.rft dahingehend zu wirken, daß die Kassierung der 
Nachzahlungsbetrüge 'für Gasverbrauch durch Müuzgas- 
messer mindestens vierwöchcntlich stattfindet." 
G.-V. Frau Tülle (Unabh.) begründet den Antrag 
Es dauere oft 6—8 Wochen, ehe die Gasmesser entleert 
werden. Mancher habe dann Beträge von 60—80 M. zu 
zahlen, was ihm schwer falle. Der Antrag bezwecke nun, 
die Gasgeiellscke.sk aufzufordern, mehr Arbeitskräfte ein 
zustellen) damit die Entleerung der Gasmesser in einem 
kürzeren Zeitraum stattfinden rönne und die Betreffenden 
nicht so Iwhe Beträge auf einmal nachzuzahlen brauchten 
G.-B. Hugo Richter (Dnat.) unterstützt den Antrag 
Er habe ebenfalls einen Gastiiünzmesser und auch bei 
ihm sei seit November das Geld noch nicht abgeholt 
worden. Der Antrag ivird einstimmig angenommen. 
Nach Verlesung und Genehmigung der Verhandlungs- 
ichrift schließt Bürgermeister Walger um 3,410 Uhr die 
ösfentlich-e Sitzung. 
OrisnaedriebteN 
(Nachdr. unsrer v-Originalartikel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
v Die heutigen Kosten der Lebenshaltung. Die Preise 
der wichtigsten Lebensmittel werden bekanntlich seit vielen 
Jahren amtlich festgesetzt und allmonatlich veröffentlicht 
Es werden dann die Ernährungskosteu eines Marin»'ol- 
sateu festgestellt und daraufhin die Kosten des Lebens 
unterhaltes einer vierköpfigen Arbeiterfamilie, bestehend 
aus zwei Erwachsenen und zwei Kindern, ermittelt. Für 
die Kriegszeit erstreckten sich die Feststellungen nur auf 
die rationierten Lebensmittel und deren Höchstpreise. Be 
denle man nun, daß wir uns in den letzten Jahren, bis 
heute nvch, nach und nach quantitativ einschränken mußten 
und vieles, sehr vieles überhaupt nicht mehr zu sehen 
bekamen, also auch qualitativ sehr in Mitleidenschaft ge- 
zogen wurden und demzufolge auch für vieles, das uns 
früher unentbehrlich schien, nichts auszugeben brauchten, 
so fällt der Unterschied zwischen einst und jetzt noch 
beträchtlich mehr ins Gewicht. Im ganzen Jahre lüll 
stellten sich die wöchentlichen Ernährungskosteu ans dura,- 
schnittkich 26 Mark. Aber schon im Januar 1915 wurden 
sie ans 29,65 M. berechnet und stiegen jeden Monat 
Am Januar 1916 betrugen sie schon 41,26 M.« 
im Januar 1917: 53,67 M., im Januar 1918: 56,50 
Mark, im Januar 1919: 03,65. Von da an ging die 
Steigerung noch rapider vor sich: im Februar ans 65 M., 
März 67,30 M., April 69,65 M., Mai 73,70, Juni 
78,65 M., Juli 82,50 M-, August 85,45 M. Im No 
vember war sie bei 98 M. angelangt! Heute betragen sie 
weit über 100 Mark. Soviel also muß jetzt eine vier 
köpfige Familie nur für die wenigen rationierten Le 
bensmittel pro Woche ausgeben, wenn sie sich so er 
nähren will, wie im Frieden ein Marinesoldat ernährt 
wurde! In diesen Beträgen sind keinerlei Ausgaben für 
etwaige Schleichhandelswaren inbegriffen und keinerlei 
Hamsterpreise angesetzt. Ebensowenig die Kosten für 
anderweite Bedürfnisse an Kleidung, Schuhwerk, 
Wäsche, Haushaltbedürfnisse, Bücher, Spielzeug, Ver 
gnügungen, .Eisenbahnfahrten, Miete, Arzt und Apotheke 
uslv., die ja noch ganz bedeutend höher im Preise stiegen 
und heute das Fünf- bis Zehnfache betragen wie vor 
dem Kriege. Sehr beachtlich ist die gewaltige Steige-, 
rung von Monat zu Monat im Revolntionsjahr 1919, 
trotz der 4Vs Milliarden, die „zwecks Senkung der Lc- 
bcnsmittelpreise" bewilligt wurden. Und »vir sind noch 
nicht am Ende! Die Kundigen sagen, daß alles noch 
teurer, noch viel teurer Iverden wird! Das sind die Seg 
nungen des wahnwitzigen Waffenstillstandes, des scham 
losen Friedens von Versailles! So sehen die Verheißungen 
der Glückseligkeit aus, die „man" uns machte! 
0 Für die Aushebung tc;i Belagerungszustandes. Die 
Fraktion der Unabhängigen hatte für die letzte Sitzung 
unserer Gemeinde-Veriretnng den folgenden Dringlichkeits 
antrag gestellt: „Der Gemeindevorstand wird ersucht,.bei 
der Reichsrcgiernng für die sofortige Aushebung a> des 
Belagerungszustandes, b) der über die Zeitungen ausge 
sprochenen Presseverbole hinzuwirken" — Die Gemeindever 
tretung lehnte aber die Dringlichkeit ab und so wird dieser 
Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung 
kommen. 
0 Eltcrmversammlunq! Die überwiegende Mehrheit 
der Väter und Mütter Friedenaus haben den 'dringen 
den Wunsch, daß die Parteipolitik von der Schule fern 
gehalten wird und daß die Religion in der Schule cr- 
lialten bleibt. Alle Väter und Mütter von Kindern der 
drei Frieden an er G e ine i n d e s ch u le n , die auf 
diesem Standpunkt stehen, werden herzlich und dringend 
eingeladen, am Sonntag, den 8. 2., abends 8 Uhr) zu 
einer sehr wichtigen Elternversammlung in den großen 
Saal des Gemeindehanses, Kaijeeallce 76, zu kommen. 
0 Ein Nachtrag z;im Fern'vrcch'wrzeichi!is ist soeben 
erschienen. In ihm sind die Friedenauer Teilnehmer be 
reits unter Amt „Rheingau" vermerkt, das voraussicht 
lich am 1. April in Betrieb genommen wird. Der Zeit 
punkt der Inbetriebnahme wird noch durch unsere Zeitung 
bekannt gegeben. Eine Neuauflage des Fernsprechverzeich 
nisses wird voraussichtlich Mitte Mai ausgegeben. 
0 Tic Gebühr für rin Postpaket nach den Vereinigten 
Staate» von Amerika betrügt bei Leitung über Hamburg 
von! 5. Februar ab bis 2 Kg. l2 M-, über 2 bis Kg. 
14 M-, über 3 bis 4 Kg. 16 M-, über 4 bis 5 Kg- 
18 Mark. 
0 Auslandsporto. Die Klagen mehren sich, daß das 
Publikum die Briefe nach dem Ausland nicht genügend 
freimacht und die Empfänger infolgedessen sehr erheb 
liche Nachzahlungen leisten müssen. Es wird daher erneu: 
darauf anfmerksam gemacht, daß die Gebühren für Aus 
ländsbriefe bis 20 Gr. 3 0 P f g. und für jede weiteren 
20 Gramm 20 Pfg. betragen. Für Briefe nach Luxem 
burg. Oesterreich, der Tschechoslowakei und Ungarn gelten 
ermäßigte Sitze, nämlich die des inneren deutschen Ver 
kehrs. 
0 75. Geburtstag. Am 10. d. Mts. vollendet der 
hier seit seiner Pensionierung im Jahre 1909 Blanken- 
bergstr. 10, wohnhafte Gerichtsvollzieher a. D. Jsber- 
11 er sein 75. Lebensjahr. Körperlich und geistig .noch 
rege, hat der alte Herr die Kriegsnöte ebenfalls sehr 
kennen gelernt. Von drei Söhnen, die am Kriege" teil 
nahmen, fand einer den Heldentod. Auch ivnrde im letzten 
Sommer seine Frau infolge der schlechten Ernährungs- 
Möglichkeiten ein Opfer des Krieges- 
' 0 Kommergitnrat Adolf Jandorf begeht heute seinen 
50. Geburtstag. Das Stammhaus der Firma A. Jandorf 
u. Ev. wurde am Spittclmarkt im Oktober!892 gegrün 
det. Die Firma ttmfaßt insgesamt sechs Kaufhäuser u. a. 
das 1907 begründete „Kaufhaus des Westens." - - 
0 Ucberwach'.litgsausschuß der Seisenindustric. Aus 
Kreisen des Handels und der Verbraucher ist der dringende 
Wunsch erhoben worden, im UcberwachungSausschuß der 
Seisenindustrie eine Vertretung zu erhalten. Dieser 
Wunsch erschien gerechtfertigt. Das Reichswirtschafts- 
ministerium hat daher dem Reichsrat den Entwurf einer 
entj -rechenden Bekanntmachung mit dem Ersuchen um Be- 
Bescklußfassung vorgelegt. Diese Bekanntinachung sieht 
die Tchaffnng eines Beirates des Ueberwachnngsausschus- 
ses ser Seifeilindustrie vor, der aus sieben Vertretern des 
He uels, einen» Vertreter der Handelsangestellten und 
zw Verbrauchervertretern bestehen soll. Er soll bei allen 
Fragen hinzugezogen werden, welche die Anfertigung aller 
Arten fetthaltiger Waschmittel, die Verteilung der Erzeug 
nis: und die Preisfestsetzung für den Handel und für 
di vraucher betreffen. 
e Die Humboldt-Hochschule veranstaltet hier in der 
st >. Königin-Luise-Schule, Goßlerstraße 15, 5Einzel- 
- ^ Näheres ist aus der heutigen Anzeige zu ersehen.' 
0 ' Georg A. Walter» der hervorragendste Vertreter 
des „Evangelisten" in der Mathäuspassiotz von Bach, wird 
diese Partie in der Aufführung des Akademischen Chors, 
am 29. März ((Karwoche) im Zroßerr Mal der Koch. 
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