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Periodical volume Nr. 31, 05.02.1920

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 27.1920

begann um 8 Uhr der künstlerische Teil. Der Vorsitzende 
der Ortsgruppe, Herr Geheimer Negierung: Rat Vogt, 
hielt zunächst eine kurze Begrüßungsansprache, oit er 
mit einem Hoch, auf das deutsche Vaterland schloß. das 
mit Begeisterung eingestimmt wurde. Ei., vom ,Fri,r-- 
nauer Männer-GcsangverÄn 1875" zusammengestellter klei 
nerer Männerchor (12 Länger) sang unter Führung seines 
bewährten Chormeisters Herrn W - lhe 1 n. T cd m i d f, 
als Eröffnung den Vespergesang „Jubilate" und „Sturm- 
beschwörung". In ausgezeichnetem Zusammenklang kamen 
diese Lieder zu Gehör und wir bewunderten liier wie 
auch in den späteren Darbietungen des Chore: „Ein 
rheinisches Mädcheu" und in dem neckischen „Tanz, Lieb 
chen tanz" das vortreffliche Stimmaterial namentlich im 
1. Tenor u. 2. Baß, sowie die gute Schulung, sauberste 
Tongebung und Aussprache. Die Konzertsängerin Frl. Elli 
Kahl gewann sich die Herzen ihrer Zuhörer durch ihren 
hübschen, reinklingenden Sopran. Sie sang in ansprechen 
dem *Vprträg Lieder von Mendelssohn. Brahms, Kaum 
und Schmalstich sowie die Tannhäuser-Arie der Elisabeth 
von Wagner. Mit einer großen, dunkel gefärbten Stimme, 
edel im Klang und fein gebildet wartete die Opern- und 
Konzertsängerin Frl. Anna Schmitz auf, und erntete 
mit Liedern von Böhm, Reger und Hitdach stürmischen 
Beifall. Auch der Geiger Herr Erich Wiegand fand 
eine dankbare Zuhörerschaft, die er mit seinem im Ton 
uitd in der Technik glänzenden Spiel erfreute. Besonders 
Reveric von Vieuxtemps und Legende von Wieniawski 
spielte er gut. Frl. Gr rissen darf sprach mit feinem 
Empfinden und in ausdrucksvoller Form verschiedene Ge 
dichte ernsten und auch heiteren Inhalts. Ein ungari 
scher Tanz, von Frl. Menzel und Herrn Bauer vor 
züglich dargestellt, wurde ebenso lebhaft mit Beifall be 
dacht Wie die von Frl. Waltraut Thon: Sb erg er ein 
geübten fröhlichen Volkstänze der Jungdcmokraten. Nach 
diesem etwas sehr reichhaltigen künstlerischen Teil ging 
es wieder zum Tanz, den namentlich das „junge Volk" 
wieder ungeduldig erwartete. Aber noch einmal mußte 
eine Pause eintreten. Durch eine Verlosung wurde die 
Aufmerksamkeit der Teilnehmer in Anspruch genommen. 
Die Gewinne waren recht neuzeitlicher Art: Eßwarcn, 
Brennmaterial u. ä.: der Hauptgewinn ein Huhn, ferner 
1 Torte, aber auch l Kohlrübe (!„ Mostrich, eine Schmalz 
stulle, 1 Preßkohle usw. So ivar auch hierbei der Humor 
gewahrt. Dann noch ein Viertelstündchen Tanz bis mit 
Eintritt der allzu frühen Polizeistunde der „Raus 
schmeißer" den Schluß ankündigte. Losgelöst von aller 
Erdei,schwere, von Politik und täglicher Sorge, konnten 
die Demokraten sv einige Stunden des Frohsinns ge 
nießen, die allen Teilnehmern in guter Erinnerung 
bleiben werden. 
o Mufikaujführung in der Nathanacl-Äirche. Das 
deutsche Requiem von Johannes Brahms wird am nächsten 
Tvnntag, abends 7\'< Uhr in der Narhanaclkirche im 
Friedenauer Ortsteil, Rubcnsstr., durch den Menge- 
wein'scheu Oratorien-Verein zur Ausführung 
gelangen. ES ist Brahms größtes Werk für Soli, Chor 
und Orgel, das er in seinem Leben, reich und viclfeirig 
am Kompositionen, geschaffen hat. Der Mengewein'sche 
Oratorien-Berein, der an 150 singende Mitglieder zählt 
und unter der straffen itnb. gediegenen Leitung des Chor- 
meisters Herrn Fritz Krüger steht, hat sckzon öfter 
Proben seines künstlerischen Könnens bei Aufführung 
großer Chorwerke abgelegt; er wird auch diesmal seine 
Ausgabe mir Glanz lösen. Solisten sind: Konzertsängerin 
Charlotte Hofsmann, (Soprans, Thümler-W al 
ben (Barikons und Max Werner (Orgel). Eintritts 
karten zu 2 M. (Schiffs, 3 M. (Emporen) und 5 M. 
(Altarraums sind zu haben in der Küsterei, bei den Geist 
lichen und in den mit Plakaten bezeichneren Geschäften. 
Der Erlös der Aufführung ist für die „Fraucnhilse" be 
stimmt, die sich der armen Kleinen, der Hilfsbedürftigen 
und Notleidenden in unserer Gemeinde mit ganz besonderer 
Liebe annimmt. 
o Tie Kmrststättc für Volksbildung bittet uns mit 
zuteilen, daß die neuen Mitgliedskarten für 1920 der 
Bequemlichkeit wegen auch in der Buchhandlung von Kossa- 
kowski Nachf., Schmargcndvrfcrsir., durch Eintragung in 
die dort ausliegcndeu Listen beantragt werden können. 
Die Mitgliedskarten werden alsdann," aus den Namen 
lautend, durch die Post übersandt. * Am Sonnabend den 
1.4. Februar findet im Festsaal des Nesorm-Realghmna.- 
siums ein ganz besonders künstlerisches Konzert statt. Der 
erste Klubabend ist Freitag, den 0. Februar, im oberen 
Saal des Hohcnzollcru-Restaurants, Handierhstr. 64. Die 
Geschäftsstelle der „Kuuststättc", Taunusstr. 20, ist täglich 
von 11—1 und 4—0 Uhr geöffnet. 
o Dtr drei Bronze-Gäirse des hübscl'en Gänsclicjdh- 
Denkmals auf dem Nikolsburger Platz in Wilmersdorf sind 
in der Nacht zum Mittwoch gestohlen worden. Die Täter 
haben die Figuren an den Füßen abgebrochen. Hoffent 
lich gelingt cs, die zerstörmigswütigen Burschen zu fassen. 
o Die „rmstärr-igen" Diebe. Bei einem WobuungS- 
cmbruch in der Kieler Straße 5 in Steglitz fielen den 
Diehen ein Pelz aus Nerz- und Otterfcll im Werte von 
10 000 M., eine goldene Damenuhr, Kleiderstoffe von 
größerem Werte, 100 M. Goldgeld, 300 M. Silbergeld 
und 69 M. Nickclgeld in die Hände. Mehrere Familicn- 
papicrc, die sie ebenfalls mitgenommen hatten, haben 
die Diche au die Adresse des Eigentümers zurückgeschickt. 
men 
Verdns-HacbHcbUn 
Deruschnatiorialk VolkSpartqh Ortsgruppe Feigem«. 
Wir machen wiederholt ans die am FHkst-g, den 6. d. SB-, abend» 
8 Uhr, im großen Sqcche bei IrichenaM Rathauses stattfinderLe 
Bersairrmbmg q»cfmerksam, in Per Herr Hammer, Dmg!>eb 
der Preußischen KatiopMerßWWlung.ijber die neuen ZN-urrn 
und die deutsche Wrtjchaftr-Politik unter besonderer Berück 
sichtigung der ZutunstdeS Mittelstandes sprechen 
wird. Auch dem Vortrag, findet freie Aussprache start. 
„Vcichsbnnd der UriegsiicschAdigten, jtriegsteilncumrr 
Hilltcrblirüciirn und Gr?mgenen-Adteilung, Bezirk Friedenau". 
Morgen, Freitag, atzend ■ Uhr, im Restaurant „Kaisereiche" Ver 
sammlung mit reichhaltige, und wichtiger Tagesordnung, welche 
daS Erscheinen sämtlich. - Mitglieder notwendig macht. Neu 
aufnahmen am Eingang des Sqajes. 
)( Deutschn"t'onaicr Jngendbund, Ortsgruppe Friedenau. 
Die G.-Ue.-G. versammelt sich Sonntag, den 8. Februar, 8.30 Uhr 
an der katholischen Marienkirche. Fahrräder mitbringen. Rück 
kehr gegen I Uhr. 
)( Hockeywettspie! Frirdenau-WikmrrSdorf : Stettin. Am 
kommenden Sonntag weilt die 1. Hockey-Mannschaft der Sport 
abteilung Friedenau-Wilmersdorf in Stettin, ur,i anläßlich des 
Stiftungsfestes des Stettiner Sportklubs ein Hockcywettspicl gegen 
die 1. Mannschaft des Klubs auszutragen. — Die 2. Mannschaft 
der Sportabteilung trifft sich um 11' Uhr vorm, in Dahlem mit 
dem Berliner Hockeyklub im fälligen Verbandsspiel, desgleichen 
hat die 3. Mannschaft den Sportklub Charlotlenburg auf dem 
Friedenauer Platz, Laubacher Straße, um 0.15 Uhr zu Gast. 
)s Mönnerchor Friedenau-Steglitz «Mitglied des D. A. Z 
B.). Das zum Sonnabend, dem 7. Februar, angesetzte Brucrn- 
fcst im „Schloßpark" mußte aus Montag, den 9. Februar, abends 
6 Uhr, verlegt werden. 
£tsTäniTten 
(Für diese Rubrik übernehmen wir keine Verantwortung ^ 
Hanch'chw ammqefahr durch krankes- Breimholz. 
Hauöschwammschndcn werden jetzt häufiger loerden. 
weil man genötigt ist, Holzkonstruktionen aus Mangel an 
Eisen zu bevorzugen, und weil jetzt gute, abgelagert» 
Ware seht und oft Holz wird verwendet werden müssen, 
daS man in früheren glücklicheren Zeiten zurückgewiesen 
haben würde. Die Schäden werden sich häufen, weil wäh 
rend des Krieges vielen Häusern die nötige Banpflege ge 
fehlt har und' weil auch jetzt noch viele Hausbesitzer aus 
Mangel an Mitteln genötigt sein werden, die sich zeigen 
den Schäden einstweilen unberücksichtigt zu lassen. Na« 
rürlich wird dadurch der kraule Zustand eines Hauses 
sehr bald erheblich verschlechtert und nimmt eine Ausdeh 
nung an. die schließlich rücksichtsloses Eingreifen fordert. 
Das ist dann mit ungewöhnlich hohen Kosten verknüpft, 
die zum völligen Ruin des Besitzers führen können. Des 
halb ist es notwendig, darauf hinzuweisen, daß solche 
Schäden nicht bloß während des Baues eines Hauses, 
sondern auch später entstehen können durch unvorsichtige 
Behandlung des Hauses, in erster Linie durch Wasser 
schäden. Ich möchte aber noch auf eine Gefahr hin 
weisen, die gerade jetzt besonders droht. Bei dem großen 
Kohlcnmangel sucht jeder soviel wie möglich Brennstoff 
hcranzuschaffen, wozu in erster Linie natürlich auch Holz 
gehört. Dieses Holz loird wahllos beschafft und in dem 
Keller soviel wie möglich davon aufgetürmt, weil ja 
niemand frieren will. Dabei kommt es häufig vor. daß 
gerade auch erkrankte Hölzer, die schon vom Schwamm 
gewebe durchwachsen sind, mit in den Keller hineingc» 
schlcppt werden. Man kann diesen Hölzern nicht ohne 
weiteres ansehen, ob das Schwcnnmgcwcbc schon abge 
storben ist oder ob cs noch lebensfriscki. Ist letzteres der 
Fall, so kann c8 bei günstigen FcnchtigkcirSvcrhältnissen, 
zumal wenn cs dicht gestapelt wird. vorkommen, daß das 
Schwammgewebe aus dem Holz herauswächst und wie 
weiße Watte nach allen Richtungen des Raumes sich weiter 
ausbreitet. Es bevorzugt in solchem Falle gerade Räume, 
in denen keine Lustbewegung stattfindet. Das Brennholz 
wird dadurch natürlich so gut wie wertlos. Es verliert 
seine Festigkeit, wird weict) und rissig, es verliert aber 
auch seine Hcizkrasr. Das weiße Schwammgewebe aber, 
das in solcher Weise geradezu hervorragend günstige Wachs- 
tinirsverhültnisse vorgefunden hat, dringt außerordentlich 
frisco und lebenskräftig weiter vor und teilt sich den etwa 
in der Nähe befindlichen Konstruktionshölzern des Hauses, 
ja sogar dem Mauerwert mit. Hier durchwächst es die 
Mörtelfugen und llettcrt in ihnen, einen jeden fick etwa 
vorfindenden Hohlraum bevorzugend, in die Höhe. Das 
kann in sehr gut gebauten Häusern vorkommen, nickst 
bloß in Schwindelbauten, in denen Mörtel mit Kalk 
und Zement ungebührlich, gespart worden ist. Der Weg 
von dem hochgcstapctten, vcrschwammten Brennholz bis 
zur Kellerdecke und bis zuin Fußboden über dieser Decke 
ist ja nicht weil. Die Asphaltpapp-Jsolierschickst ist ja 
hier nicht immer vorhanden oder nicht immer gut und 
sachgemäß verlegt oder an Stellen, wo sich Trägerauf- 
lagcr befinden, unterbrochen, sv daß auch hier mit Sicher 
heit dem Vordringen des Pilzes nicht Halt geboten loird. 
So kommt dieser mühelos an das Holzwerk des Erdge 
schoß-Fußbodens heran. Hier wächst er zunächst lange 
Zeit ungestört unter den Dielen entlang, zermürbt und 
zerfrißt sie, die Dielen verwerfen sich, und wenn die Be 
wohner eines solchen Raumes nicht schon an dem auf 
fallenden pilzartigcn Geruch bemerkt haben, daß hier eine 
erhebliche Erkrankung des Fußbodenholzes eingetreten ist, 
so merken sie cs schließlich, wenn sie eines Tages nüt 
den Stuhlfüßen oder Tischen oder Betten oder Spinden 
durch den Fußboden durchbrechen. Es ist gar nicht nötig, 
daß der Brennhoszstapel, von dem die Bcrschwammung aus- 
ammdurchwachse-- 
oeu seinen, rein 
: Ooerftächc des 
um wria:-nutzte 
, ne das Holz 
rcfe Hölzer 
gegaugkii ist, dauernd sich im Keller weiter befindet. 
Ist erst das Hvlzwerk des Fußbodens über dem Keller 
erreicht, so macht es gar nichts aus, ob der Stapel Brenn 
holz noch da ist oder nicht. Ist der Winter vorbei, so 
äst der Schaden im Hause und der Keller leer. Es 
heißt also: Größte Vorsicht bei der Anfuhr von 
FrüerungsmateriaN Man erkenn: ja ck'.o 
nes Holz unter Umständen sehr leid. au 
weißen Flecken, die sich mancknua! an de 
Holzes zeigen. Es kann sich aber auch 
Hölzer handeln oder um ältere Pilzgewe 
ähnlich wie zottiges Wurzelwerk überfiel 
sind besonders zugänglich Leuten, die mir Avbruchsarbeiten 
beschäftigt zu sein pflegen, und die sich gern eine gute 
Gelegenheit. den Heizvorrat billig zu beschaffen, zunutze 
machen. Die Kosten für die Beseitigung eines solchen 
Schadens können recht erheblich sein. Mit einer vier 
stelligen Zahl ist heutzutage wohl meist zu rechnen. ES 
empfiehlt sielt deshalb, aufzupassen und krankes Holz so 
schnell als möglich zu verbrauchen. Auf keinen Fall darf 
man es zur Bcrschwammung der Konstruktionshölzer oder 
des Mauerwerks kommen lassen. 
Baurat Mahlte, 
Gericktl. Sachverständiger f. Hausschivammuiueriuchungen, 
Berlin-Lankwitz, Hümperdinckstr. i0. 
Der hauptamtlich- Jugcndpfleger. 
dein in Nr. 29 dieses Blattes 
d. Mts. 
hauptamt- 
Jn dem in Nr. 29 dieses Blattes vom 
enthaltenen Bericht über die Anstellung eine 
lichen Jugendpflegers interessierten besonders die Ausfüh 
rungen über die Besoldung des gesuchten Organisators, 
Erziehers, Diplomaten und Byrivalrungsbeamten in einer 
Person: besonders interessant war die Begründung. Der 
Ausschuß hält die Einordnung des Jugendpflegers in 
die Gruppe der Zwischenlchrcr für gegeben, weil aus 
die theoretische Vorbildung das Hauptgewicht nicht gelegt 
wird. Fürwahr, eine hübsche Begründung. ES ist für 
den, der die Arbeitsleistung eines Jugendpflegers aus 
nächster Nähe zu beobachten Gelegenheit hatte, selbst in 
einem ganz kleinen Kreise ernste Jugendpflege selbst be 
trieb und daher eine solche Arbeit materiell wie ideell 
richtig einzuschätzen weiß. eine Selbstverständlichkeit, daß 
die neu zu schaffende Stelle mit einen, Gehalt ausge- 
startet ist, das erstklassige Arbeit zu beanspruche:! berech 
tigt und ihr auch gerecht wird. Die Besoldung taun ge 
trost (und muß es m. E. sogar der eines Oberlehrers 
einsprechen. Das nicht etwa aus dem Gesichtspunkt der 
theoretischen Vorbildung, sondern.einzig und allein des 
praktischen Könnens heraus! Der Jugcndpfleger 
muß zunächst einmal ein genauer Kenner der Ju 
gend und selbst ein mindestens guter Erzieher fein. Ist 
er das nicht, nützt sein vielleicht übergroßes O rganisa- 
lionsralcnt nichts. Als Jugcndkenncr und -erziehet- sind 
viele und fühlen sich noch mehr berufen, aber wenige 
auscrwählt. Aus den Wenigen aber soll der Jugcndpfleger 
stammen; für unsere Jugend ist zu keiner Zeit mehr als 
jetzt das allerbeste gerade gut genug. Ist der Gesuchte 
gefunden, hat er das geforderte Können tatsächlich, so ist 
nicht darnach zu fragen, ob er die oder „nur" jene theore 
tische Ausbildung oder überhaupt eine genoß er ist 
zu wählen und entsprechend seinem Können zu besolden: 
für ihn ist dann das Gehalt eines Oberlehrers nie 
zu hoch! Ueber die theoretische Ausbildung eines nicht 
unbekannten Staatsmannes sind sich die Gelehrten nicht 
recht einig, über sein praktisches Können noch viel we 
niger. und dennoch bezieht er ein Gehalt, was angeblich 
das eines Oberlehrers nicht unbeträchtlich übersteigen soll. 
lediglich weil der größere Teil derer, di ilnn das Amt 
übertrugen, oder übertragen halten, eine enisorea end hohe 
Meinung von seinem Können haben! Bei noch höheren 
Beamten 'sollen bic Verhältnisse ähnlich liegen. Nicht wir 
sind des Vaterlandes Zukunst. 'Wuchern wir auch mir dem 
Pfunde oder besser: Viertelpfund. das uns der Feind be 
ließ - verloren ist unser Land. wenn tinserc Jugend nicht 
so er- und gezogen wird, daß sie es einst versteht, das 
Ererbte zu erwerben, um cs- zu besitzen. Unserer Jugend 
muß alles, unsere ganze Arbeit gelten, heute mehr denn 
je. iveil sie besonders unter der Not, dem Elend und der 
Liebelosigkeit dieser Zeit körperlich und seelisch furchtbar 
litt. Zu ihren Pflegern, ihren Fürsorgern brauchen wir 
ganze Männer, keine Dutzend- und Zwischenmenschcn — 
und da will man bei ihrer materiellen Bewertung klein 
lich und engherzig vorgehen, nur weit vielleicht offiziell 
die theoretische Vorbildung fehlt? Nickn die theoretische 
Vorbildung macht den Jugendpsleger werrvoii. sondern 
einzig und allein seine, im Lebe» der Jugend fühlbare, 
und wirksame Praxis. Ich nehme an. daß das Jugcnd- 
beim eine Vorstufe zum V o l t s h e i ui darstellen soll 
Wer die Volksheimarbeit, insbesondere die Jugendpflege 
in ihr aus eigener Tätigkeit, aus eigener Anschauung 
kennt, der weiß, wtc dringend notwendig es ist, nur 
das Beste vom Besten unter den in Frage kommenden 
Männern zu wählen uub den Gewählten dann so zu 
besolden, daß sein Wirken wenigstens einigermaßen bezahlt 
ist. Alle. die die Jugend lieben und verstehen in ihren 
Nöten und Leiden, sollten sich fleißig regen und Acht 
geben, daß nicht am falschesten Platze gespart wird! Nicht 
das Raten sei das Maß des Soldes, sondern die Tat! 
Dr. Benthin. 
vrrantw Schriftleiter: Herne Marti »ius in Friedenau, 
Bekanntmachung. 
Wir machen hierdurch bekannt, daß >ine Gewähr für die 
Ausführung von Börseu-Austtägeu 
noch am Tage des Eintreffen» an dem die Audsübrung 
in Betracht kommenden Börsenplatz« nicht übernommen 
»reden kann, wenn auch die Reichsdank im allgemeinen 
Interesse bemüht sein wird, die Erledigung nach Möglich. 
k«it att beschleunigen. 
Berlin-Echöncherg. den 3. Februar 1320. 
NeiHrbanlnkdensteste. 
Aus der Internierung in Brasilien hei.-l gekehrt, 
habe ich meine itrzUlche PNkkl! wieder aufgenommen. 
Sprechstunden 9—10 v. 4—5. 
Dr. med. Heines«. 
Jetzt: SUtfflltr. 1« (gegenüber „Kaiserliche") 
Perser TeMche,KM 
bis 2000 M. pro Quadratmeters 
Perser Brücken sucht prioat^Hx^ 
Hnlschneüer, Steinvlatz 6809,W. 
Augsburger Straße 48. 
Am Freilos, den 8. Februar d. abends 8 Ahr 
m Bürgertaaledes Rathauses 
zu BerNn.Zrlevrnkm. Lauterptatz 
Bor trag 
des Abgeordneten irr Preußischen LandeSoersammlung, 
Herrn H«NMtt: 
„Tie neue» Steuer» und die deutsche AjrischastipoiUii 
unter besonderer Berücksichtttzung der 
zuiunst des MMtljlaudr;." 
Darnach freie Anssprache. Wir bitten unsere Mügiieder 
sowie alle Handel- u. Gewerbetreibenden zu 
diesem wichtigen Aorlrag recht pünktlich und zahlreich zu 
erscheinen. 
Handel- und Sswerde-Aerelir 
Mrelatsnns Frird. LevcosmMeidSndler. 
uub Jurist, rnit kaufmännischer Borbildunv, .piziailst für 
Arbeilersragen und Stenersachen, sucht soson Stellung. 
Angebote Unter 2873 au den Fried Lok.-Anz. 
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Fucbsfarblciar 
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gegen hohe Belohnung ab- “ 
zugeben. » 
67: 
b Pfalzburg 2040 n 
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U»» ■■ K SB ■ ■ ■ ■ ■ M ■ « K ■ « « « B M B K M B * 
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sranz. Gobelin, r gr. Brrsrr renvigre «. mehrere 
echte BerdladMgsititlks rüufl'ch erwerben. 
Agenten u. Händler vsrderrn. THrisil. Angeb. m. 
Wchrelbg.v. GrPke v. Fyrde «.Angabe V«S äußerst. 
Preise» erb. n. Billa, Bln.-Lteglch, Eilsens:-, llt. 
Kill»!,,,,,,,!,!,;,,,« 
| Ussei 4. 2. 1920 f 
= Die glückliche Ge- p 
= hurt c-mes gesunden = 
D Töchterchcns zeigen = 
g hocherfreut an = 
| Willy Viergu(z u | 
1 Frau Margarete | 
§ geb. Promnitr. = 
H Steglitz, Stcinstr. 11. p 
a siiiiiiiiiiiiiiiiiiüimiiiiiiiiiiiiiiimuii^ 
5 Dr. med. et phil. 
Mt. KkisklMe 134 
(Ecke Kanoiustr.) 
Psalzbura 4üL4. 
L—4'/,. aukier'Sonnadend u. 
Sonntag.
        
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