gäbe vor, bic er namens ber 50 Pächter des Spielplatzgrundstücks
am Mahbachplätz an den Gemeindevorstand
gerichtet hatte. Ter Gemeindevorstand habe bic Benutzung
des Platzes zu Kleingärten in diesem Jahre verweigert
und will aus Betreiben der Schuldezeruenten v. Wrochcm
und Ott ihn wieder als Spielplatz Herrichten. Tiefe (Lin.
richtung verursacht der Gemeinde aber, da der Platz mit
Kartoffelmieten durchfurcht ist, sehr hohe Kosten. Außerdem
aber hätten die Pächter des Vorjahres nach einer
BuudeSratsverorduuug Anspruch darauf, daß man ihnen
den Platz, der im vorigen Jahre mit erheblichen Aufwendungen
des Einzelnen zur Bestellung mit Feldfrüchten
hergerichtet wurde, wieder zur Verfügung stelle. (Lr bat
nun, daß der Verein die Pächter in ihren .Bemühungen
unterstütze und gleichfalls sich in einer Eingabe an den
Gemeindevorstand wende. Der Vorsitzende sagte dies
zu und Herr Rechnungsrat Richter bemerkte noch, daß
die Gemeinde verpflichtet sei, den Platz wieder zu Familiengärten
zur Verfügung zu stellen, nachdem sie dies
im Vorjahre getan habe. Mau möge da gar nicht so zughaft'vorgehen.
Die Gemeindeverwaltung habe von jeher
für diese Bestrebungen wenig Verständnis gezeigt und
selbst zu einer Zeit, wo ihr noch freie Grundstücke für
Laubengärten zur Verfügung standen, sich ablehnend verhalten.
Es wurde dann beschlossen, lvegen der Wiederverpachtung
des Spielplatzes am Mahbachplatz zu Fainiliengärteii
eine Eingabe an den Gemeindevorstand zn
richten. Ter Vorsitzende schloß darauf die Versammlung
gegeii V«1 l Nhr. — Die Verteilung der F r ü h k g,r l o f -
selb findet, wie uns heute vom Vorstände mitgeteilt wird,
am Sonnabend, den «..'April, abends zwischen >i iiitb
8 Uhr im Gartenhause i Erdgeschoß) Roldvrnstr. «!, statt.
Da nur geringe, Menge» Frühkartoffel» geliefert wurden,
müssen sich die Mitglieder mit einer geringeren als der
bestellte» Menge begnüge». Wer am Sonnabend in der
Zeit von 0—8 Uhr Frühkartoffeln nicht abholt, kann später
solche stächt mehr erhalten.
o Be re i n e he m a l ig er A b i 1u ticUten v om
Fr ied'en au e r G hm n'asi u m. Nächste Zusammenkuitft
Montag, den 8. April,, abends 8s Uhr im Ratskeller.
o 33 er einig un ß e hem. Schülerinnen der Königin--
Lu i j c ° S ch u l e. Die nächste Eporstimde ist nickst morgeil
abend, sondern mir -Freitag, den >2. Avril.
o D a b 2. W'i n t e r konzert, das die verriiiigien
Männerchöre Fricdenauer Männer-Gesang-Vereiii 1875 und
Mäimer-Gesang-Verein Groß-Lichterfelde-West, unter Leitung
ihres bewährten Ehorrneisl?rs. Herrn Wil hellst
Schmidt, am l. Osterfeiertag in der Loge in Steglitz
veranstalteten, hatte sich eines außerordentlich starken Besuches
zu erfreuen. Nicht allein der große Konzertsaal,
auu) die anliegenden Nevensäle, waren dicht gefüllt und
viele, die sich einen Kunstgenuß verschaffen wollten, mußten
ans einen Sitzplatz verzichten. Gesang erfreut der
Menschen .Herz. In Freude und Leid, bei geistliche» und
weltlichen Veranstaltungen, immer ist es das Lied, das
die Herzen erhebt, sie fröhlich stimmt oder den Schmerz
mindert. Die beiden Männerchöre, die von jeher schon
getrennt das deutsche Lied mit voller Hingabe pflegten,
haben durch ihre Vereinigung in der Kriegs,zeit den alten
guten Chor erhalten und in Herrn Wilhelm Schmidt einen
Leiter gefunden, der ihnen in ihrem eigenen Streben zur
Vollendung verhilft. ES wäre» wieder tünstlerifch hoch zu
wertende, achtbare Leistungen, die der Chor in seinem 2.
Wipterkonzert uns bot. Die Schulung und damit die Vortragsart
ist vortrefflich; besonders anzuerkennen ist die
Tongebung, klar und rein, und die musterhafte Aussprache,
durch die jedes Wort zu verstehen ist. Auch die Vortragsfolge
selbst war gut gewühlt und ließ künstlerische Auffassung
erkennen. Dem' Tage entsprechend begann der Chor
mit geistlichen Liedern: „Vespergesang" von Kämpf und
„Ave Maria" von Franz Abt: seierlicb rauschten die Klänge
dieser herrlichen Weisen burrt> den Raum; schön klang vor
allem das Tenorsolo ln dem „Ave Maria". Nun folgten
.Heimatlieder: „Vom Ammersee" von Otto Löffler und
„Die Heimat am Rhein", von Earl Attenhofer. „Morgen,
im Walde" von Hegar und „Elsula" von Hans Wagner
begrüßten den neu erwachenden Frühling. Dann kamen
Volkslieder im heiteren, lieblichen Ton, so recht natürlich
und vom Herzen gesungen: „Aeniicheu von Tharau". die
melodiöse rheinische Volksweise: „Mädchen mit den blauen
Augen", das nette „Ja, schön is! mein Schatz nicht" und
am Schluß das lustige Taiizliedche». Rauschender Beifall
dankte den braven Sängern und ihrem wackeren Chormcistcr
bei jeder Darbietung und stürmisch wurde am
Schluß die Wiederholung des Tanzliedes verlangt. Auch
für gute Abwechselung in dcr Vortragsreihe war gesorgt.
Nach langer Zeit wurde uns ipieder der Genuß bereitet,
die liebenswürdige Sopranistin, Fräulein Elly Recke zu
hören und ihrer entzückenden, reinen, klangschönen Stimme
zu lauschen. Vor allem ihre Schulung ist glänzend und
damit ihr Vortrag hervorragend. Das bewies sie i» den
Tchubertschen Liedern: „Der Jüngling an der Ouelle",
„Die Forelle", „Ter Vogel im Walde", wie mit den
„Vögele im Tannewald" von Hauser, in Mar Brnch's
heiterer „Carmofenella" und in dem niedlichen Kinderliebe
„Hemdenmatz". Ohne eine Zugabe ließ die beiialtzssrendige
Zuhörerschaft sie nicht abtreten. Fräulein Ellh Recke,
die viele Jahre lang als Gesanglehrerin unsere Mitbürgerin
war, mußte vor kurzem ihre Wohnung nach Berlin. Kleiststraße
28, verlegen, wo sie auch fernerhin Gesangsschüleriiinen
und -Schüler ausbilden wird. Herr Edmund G o l d -
fisch erfreute als Pianist mit dem technisch schönen und
innigen Vortrag der XII. ungarischen Rhapsodie von Franz
Liszt, der Etüde Ges-dur und dem Noetiirne Fis-dur von
Ebopin. Auch seine nach lautem Beifall gespendete Zugabe
war eine Ehopiiische Vertonung. So wurde allen Besucher»
ein schöner Osterabend bereitet.
o A u s w e i f c bei R eise» an bic We st g r e n z e.
Durch Verordnung der zuständigen ftellv. Generalkommandos
ist bereits seit etwa dreiviertel Jahren die Zureise
in de» an die deutsch-holländische und deutsch-belgische
Grenze stoßenden, auf deutschem Gebiete liegenden Grenzstreifen
abhängig gemacht von der Erlaubnis des betr.
Greiizlaudrais, der einen besonderen Ausweis hierzu erteilt.
Ferner ist das Betreten und Verlasse» einer grö-Cs
Ut vMMWeWMiilgMWt z.zMne».
Mimnd öatl sich Ihr entzieh«»!!
tzereii Anzahl von Bahnhöfe» in dein an diese» mit Ausweiszwang
belegten Grenzstreifen landeinwärts angrenzenden
Gebiete nur Personen gestatte«, die eine» von der
deutschen Behörde ausgestellten Personalausweis besitzen.
Dieser Ausweis muß mi« einem Lichtbilde des Inhabers,
dessen eigenhändiger Unterschrist, sowie mit einer aint-Itd’i'iT
Bescheinigung dariiiuer versehen sein, daß der Inhaber
tatsächlich die durch das Lichtbild dargestellte Person
ist und die Unterschrift eigenhändig vollzogen Hai. Trotzdem
kommen immer wieder Reisende in dies Sperrgebiet
ohne die erforderlichen Ausweise und müssen unverrichteier
Sache die Rückreise antreten, abgesehen von der etwa
verwirkten Strafe. Es ist daher raisam, vor Antrilt einer
Reise in das Gebiet in der Nähe der holländischen oder'
belgischen Grenze sich mit den einschlägigen Bestimmungen
vertraut zu machen.
o L i e s e r ii ii g s v e r träge f ü r F r ü h - und
H e r b st g e m ü s e. Nach fl 5 der Verordnung über Gemüse,
Obst und Südfrüchte vom 5. April 1017 RGBl.
S. 507) ist die Reichsstelle für Gemüse und.Obst verpslichtei,
die Preise und Bedingungen ihrer Normalverträge
in rrtsüblicher Weise bekannt zu machen. Dieser Verpslichtnng
ist die Reichsstelle durch Veröffentlichung ihrer Liefern
ngsverträge des Jahres 1018 für Früh- und Herbstgemüse
und über gelbe Kohlrüben im Neichsanzeiger Nr. 78
nachgekommen.
o Z u m A b s a tz v o n O l> st w e i n. Anläßlich der Freigabe
des Absatzes von Heidelbeerweiii unter Festsetzung
tu ii Höchstpreisen sind von der Geschäftsabteiluiig der
R i hsstelle für Gemüse und Obst die Absatzbedingungen im
R ichSanzeiger Nr. 71 für alle übrigen Obstweine bekannt
gegeben. Die bisher gültige Pekaiiiitmachnng vom 10.
D.zember 1017, die zu Zweifeln Veranlassung gegebeit
ha', kommt hierdurch in Wegfall.
c> Zur N ä h s a d e n - V e r t e i l u n g. Es ist der Rcichsbeckeibuiigsstelle
nickn möglich, die überaus zahlreichen Anfragen
ü!er die Nälifaden-Vcrteiliiiig zu beanlwvrtcn. Privatversonc»,
Firiicn und den .Kvnimuiialvcrbäiidcn unterstellten Stadien und
ch.i::rinden wird deshalb anbciingegeben, sich mit Anfragen au
ih-f Kammuiialverbände zu wenden. Eine Beantwortung durch die
R. icisbelleidniigsstelle lann und wird nicht mehr erfolgen.
o A b g a b e l> e s ch e i n i g ii ii gen unbeschränkt g ü !
i i g. Zur Förderung dcr Abgabe getragener Kleidungsstücke und
Bische wird erneut daraus hingewiesen, daß die Abgabebcscheini
gung in ihrer Nnlligleilsdauer unbeichränki ist, während der
Bezugsschein, der gegen Abgabe der Abgabedescheinigiing ausgestellt
wird, nur eine Gülligkeitsdauer von zwei Äonaien besitzt.
Wer sich aus den durch die Abgabcbescheinigung erlangten Bezngsjchcin
hin neue Gegenstände erst zu einem späteren Zcilpuntle anschassen
will, wird daher mir Beantragung des Bezugsscheines,
um dessen Verfall zu vermeide», zweckmäßig solange warte»,
bis die Zeit der Aiischaffniig auch wirklich gekommen ist.
o Fund bericht Als gefunden ist unserem Fundbüro
lRalbaus) gcmeldcl: eine Einkaufstasche «aus Stoff gearbeitet .
Sc^öneberg
—o D a s V erd« e II st t r e II z i ü r K r i e g s hilf c
erhielt die Vorsitzende des Schöneberger Hmlssranenvereins
und Vorstandsdame des Berliner Krippenvereins, Frau
Sanitätsrat Dr. Ried e l.
—o D i e Spar lasse der Stadl Berlin-Schön
e b e r g zeichnete aus ihrer Sicherheitsrücklage einen
weiteren Betrag von 240 000 Mark auf die achte K r i e g san
lei 1)0. Die Zeichiiungssnmme hat sich damit auf
,4 240000 Mark erhöht.
Berlin uncl Vorort
tsv V v >i d e r N e u g u s st e l l u n g ei n e r ltz e -
ni e i n d e w ä h l e r l i st e wird in C h a r l o t t e u b u r g ,
wie in den letztvergangenen.Kriegsjahren, jo auch n: diesem
Jahre, Abstand genommen. Für die im Jahre I0l8 vrrzunehineuden
Ergänzuugswapleu zur Stadtverordnetenversammlung
wird die Wählerliste von 1014 zugrunde gelegt
werden.
Ko Die E ii a r l o I l c n l> » r g e r li ö !' ? r e 2n aldschule
wird a.icki in diesem Sommer geschlossen bleiben-Ko
F o r t b i l d u ii g s t n r f n s f ü r e r w a ei> s e n e
Arbeiter in E h a r l o i t e n v n r g. Die von der
Stadl Eharlprtenbnrg unenlaeltlich veranstahstten freien
Kurse und Vorlesungen zur Fortlnldiiug erwachsener Arbeilrr
und Arbeii-erinnen beginnen am Montag, den8.
April, abends 8—10 Nhr, in der Wallst ra ste >0, Hof,
Zimmer I.
6eri6)tli6)es
:, V o ii de r dl »klage de s K r i e g s w n ch e r s
freigesprochen. Das Schöffengericht Berlin-Schöneborg
hatte den hier wohnenden Faprilanten Georg G r a u d
wegen Kriegswuchers zu 5 Monaten Gefängnis und 10000
(Keldsirafe verurteilt. Der Angeklagte hatte einen Brotaufstrich
unter der Bezeichnung „Pflanzenmus mit Fruchtgeschmack"
fabriziert und den Handel gebracht. Das Rezept
hierzu hatte er erworben und dafür eine Li.zengebühr grzahll.
Die Antlage wegen Nahrungsmittelsälschiing halte
schon das Schöffengericht fallen lassen. (Kegen die Vernrlriliing
lvegen Kriegswuchers aber legte der Angeklagte Berufung
ein, über die gestern die l. Strajkammer des Landgerichts
II zu verhandeln hatte. Diesmal lagen Gutachten
eines Vlichersachverstäildigei, und bestimmte Zeugenaussagen
vor. Wie bewiesen wurde, erzielte er nur einen Gewim
von 5,25 v. H. Mithin wurde Grand freigesprochen.
Wargaukatalomben.
Aus dein Felde wird uns geschrieben:
Felsen ist hart und sträubt sich den Menschen. Den
Graben muß man meißeln und sprengen, und Jhe Brisanzgeschosse
des Gegners zerspripen in lausend Splitter, die
keine Erde erstickt. Auffliegendes Gestein verdoppelt die
Splittergefahr.
Liber der Fels ist auch hart und schützt die Menschen.
Man muß es sich nur Mühe kosten lassen. Dann entstehen
die kühlen Felsenkammern, die Gänge, die Treppen und
Schachte, die dunkeln Kammern im Urgebirge. an deren
Wänden und Decken das Licht entlang huscht. Wir kämpfen
hier aus deutscher Erde und bohren, wie vor Jal'rhundrrier
schon die Ritter des Wasgeuwaldes taten, unsere Fesliinarn
in den Felsen unserer Heimat, des deutschen Elsaß. Keine
Granate kann den Mann, der im Herzen des -Gesteins
rastet, stören.
Auch der Schrecken des Feindes haust da, das Maschiiiengewhr.
In einer niedrigen Kammer hockt es, schwarz
und kalt wie eine Hundeuase. Es sieht seltsam lebendig
da siand drüben, wo die violette» Linien der gegenstvcrl
eienden holsteinischen Küste mit dem Himmel sich zu ver
niägleii schi.ne», unvewegl ch ein schmaler, duniler Streisen.
Dcr verhieß anderes Wetter.
Apjs neue fuhr Hanne zusammen. War das schon
jenes fürch'teili e Etwas, das Hinnerk, das ihre Liebe verschl
> gen würde?
eine u,i äg ichs Angst pa 'te sie, eine entsetzliche Angst,
cs rönne ihr eine Maiute verloren gehe» von dem ihr
vergönnten Glück. Und krampfhaft ilamiiierte sie sich an
hinnerk fest.
LUtgst war die Nicht ge!om»>en; eine prächtige Nacht
voll tiesdiliikleii! Blau und Silbr:glanz.
Und noch immer taiierien die Liebenden in dem
Sch'alkeii des hohen Deickics. iahen sick, in die Augen und
schienen sich nicht voiiriiwiic er losreißen zu können. Sie
hatten sjcki »vch eine Welt von Werten zu sagen in diese»
legten,"kostbaren Aiinutel'-Ein
Glockenschlag hallte von irgendwoher durch die
Nacht.
Hinnerk !ai:s.i:te und ziUüie die Schläge, mit am
gehglteiieiii Atem und tiopfendem Herze».
— acht — neun — ,;ei n!
Die Treiuniiig war eii. Um zw 1s ging die ^Möwe^
elbübrvärts, um bei Hoch wag er die Barre passieren zu
können.
In aller Eile strebten die ^icbenden wieder der Stadt
rni;- immer dötn Deiche folgend, den» cs war die höchste
Zliit.
Mehrere Male, wenn der Weg gar zu schlecht lonrbe,
nahm Hinnerl die Geliebte auf seine starken Arme und trug
sie leicht dahin, al? sei sie noch ein kleines erchirlinadcheii.
lind Hanne schlang die Ar.ue um des Geliebten Hals,
schloß die'Augen und manschte, die Straße nirge nie lind
ntlnnier rndeii.
Das (Alockeiispiel an« der Katha>ii:eniirche verkündete
mit seiner stltsauien Und feierlichen Weise die letzte Stunde
vor Mitt riiacht, da leg'0 der Zu! ensü neroa-npjer, den man
v»i Cra-öroor i;. iuiij.-j.ili der an,
Schneeig fdiiniircite deren weißer ’Rmipf in öct
t'mifcihcit der Raäit der Schlepper Igg schon bereit, und
seine bunten Sei eiila ci neu glühten ins Weile.
Noch ein letzter, langer Kuß in der kleinen Kajüte des
1 liensülirers, eine letzte Umarmung, und Hanne war in
den, engen Raum allein.
„Nach der großen Elobrücke das Mädchen," hatte Hinnerk
dem Steuermann des Joltenstihrers noch zugerufen.
Ratternd schlug die Maschine wieder an. und pustend
so,nab der kleine Kampfer wieder hinaus aufs Wasser.
Ist. Kapitel.
Der Hahn. auf Le ichtkurmwärler Brinkmanns Hofe
Z'?. Cuxhaven stieß iaimetleind^iiis Horn und begrüßte »as
2 äimnerstchl des nahenden Tages. Der Blond und die
We nde sierue waren Uc»cito zur Ruhe gegangen. Das
Trehfeuer des rot- und weißgegüiiderteli Leiichtlüinis schien
i i Erloschen begriffen lind täiiipstc mühsam an gegen den
I ?i irissleigendeii Mergel,.
Hanne Li tk stand aus dem e'rirürdigeii Bollwerk der
£ lien Liebe und spähte hinaus in d >s dampiende Grau.
Sie war nicht nach Hanke aegauge», als der Jolleiisül
rer sie a» der Elbvrüae absetzte. Eine niibezwiiigbgre
e 'Nsucht, dem Schiff des Geliebten, ipompglich diesem
s ilft, den Scheidegruß ziizuwiitleii, halte sie'zuin Bah:,,
i elf getrieben.'und über alles sich hinwegsetzend, war sie
i. r- uxhcwe» geeilt.
Aklmählich wurde es Heller; aber es war nicht mehr
d is goldene Rinnen des vorhergehenden Tages.
Des Ljilliwels 'Azur war verschlungen von'mißfarbenem
" lei. die matte Sweive. die da aus den gelben Wassern
s ez mid dann am hecknsarbenen Firmament hing, das
i.iir nicht jene Sonne, di) feit bald drei Wochen an jedem
Margen die ichlajeiiden Buaite» wachgcküßt.
2 nein, das war sie nicht.
Der iiidigviarbeiie Streiten am jenseitigen User hing ^
i c ') immer unbeweglich. Rür noch dunkler erschien seine
Emaltierung, lind der vergvloeie Hahn irgeiideincl Kirche
hob sich von ihm ab, wie ein Diamant von schwarzeni
Kissen.
Der Hasen, der sonst in die Laudschait hineinlachte,
wie ein großes, glünzcndes ^lng?, glich einem Kessel
schmutzigen, lchnvgen asscrs. Mitunter sprang eine See.
eine besonders lecke, mit kühnem Satze miltcir auf das i cl!--merf,
das Mädchen mit einem fausten Sprühregen überschüttend,
Klascn Briiikiiiaii» schüttelte zum so und so vielten
Male den ergrauten Kops.
„Nun kick mi bloß einer bei dwotiche Dreru an. LopI
in, all ecn paar Stniliien hier herum und !äl jick nal
uunren wie ne Kali. Un warum ? Um bat Sch in noch
mal tau sehen, ov deni irgeiidren hübschen Bengel no
See tau geil, bei ehr den Kr pp venreii bat."
Es waren nach einige Frauen nach der Mole gekommen.
Gattinnen, Bräute und Schwestern von Ser»
lcilteii, welche die gleickie lllbackn hernico wie Hanne. Sie
salzen alle rührend aus in ihrem 2ibichiedsschmcrz, am
rühiendsten aber Hanne.
Wie manches Mal hatte sie srüher schon das gleiche
Schauspiel mit angesehen. Nun schlug auch ihr Herz hu
einen Seemann voll Bangen und Ho en.
Sie schien es immer noch nicht begreifen zu können,
daß schon in der nächsten Suinoe ihr Glück enteilen würde
auf langiC Zeit, und sah mit angstvollen Augen aus die
bewegte See.
Wie eine gi-anenverbreitende Bestie crfdücn ihr die
honte, die griuiinig die Tatzen ein grub in das feste Geinöuer
des Bollwerks und ui die Flanke» der wenigen,
draußen ankernden -chiffc.
Hunne schien gefaßt, aber in ihren Zügen war ein
naiuenioseH Kammer. Es war alles so auf sie eiiigcstiu i»!
in. De», letzstiü Taste», daß ihr Hirn die Eindrücke garnicht
mehr zu bewältigen rer:,,,'eine. Das Blut in ihr raste und
türmte in ihrem Geist eine unüberwindliche Schranke ans;
die konnte von außen her nichts mehr überfä-renen.
„Nun, min 1.0 tt, mm kommt hei."
Erschrocken sah Hanne in die ivrtteihailei, Züge des
alten Leiichtturniw.nicrs, der ruüeme.'!! innrer stc (jetreten
war.
AortschuuL stlgt.)