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fcrt Sdhrlmtg ou5 der Geschäftsstelle.
Rheinstr. 15, . . M. vierteljährlich; durq
Boten tnS HauS gebracht. . Ft., durch die
Post brzozen ' M., ohne Bestellgeld
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Zerrung)
ferpts für dm Kriedmauer Orislell von ZchSneberg nnd
Lesirtsvtrein Züd-Wcst-Anreizen
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75 Pf. Belagnummer 10 Pf-A^?ck>
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Aerlln Iriedenau, Donnerstag» den 4 Aprit 1918.
^«ratertA«?* Hm* D f »0*«r* tltt.
Englische Niederlage
6 o n st a li t i n o p c l. Palästinafront: Der Borstos; der
Engländer auf das östliche Jordanufer ist gescheitert und
wächst sich zu einer ernsten Niederlage für den Gegner aus.
Unsere Truppen sind in siegreichem Vordringen und fügen
dem auf schlechten Wegen rückwärts drängenden Feinde weitere
Verluste-zu. Hartnäckiger Widerstand des Gegners ist
überall gebrochen. Unter Führung des Oberst Essad Bei
wurde von Norden her der Uebcrgang über den Wadi Abiad
scrcr Artillerie wirksam gefasst und von unserer schneidig
rungsverhältnisse die feindlichen Lager am Jordan und bei
Jericho mit guter Wirkung an. Westlich deS Jordan an
einzelnen Stellen lebhafte Artillerie- und Patrouillcntätigkeit.
Unsere dicht am Fluß stehenden Truppen griffen
erfolgreich nach Süden an. Sonst nichts von Bedeutung.
Paris. Amtlich: Die Beschießung der Gegend von
Paris wurde am Mittwoch fortgesetzt. Es gab keinen Verwundeten.
Bern. Matin meldet aus Calais: Seit Mitte letzter
Woche wird Calais täglich von deutschen Fliegern überflogen.
Auf die Stadt und das Weichbild tvurden sehr viele
»Bomben abgeworfen. Dank betritt der letzten Zeit zahlreich
errichteten Unterständen sind Verluste au Menschenleben
nicht zu beklagen. Die deutschen Flugzeuge haben
trotz schärfster 'Abwehr die Stadt in den meisten Fällen
erreicht.
tfrtenacin’icbttfto
(Nachdruck in.frei o-Originalartikel nur mitQuelleiiaiigcibe gestattet)
v F r i e d e ii a u e r E l> r e n t a s e l. Den Heldentod sürs
Vaterland starb am 14. März an den Folgen seiner am 13.
März erlittenen schweren Verwundung der Sanitäts-Unwrossizier
jlurt A l) r e n st e d t, Inhaber des Eisernen Kreuzes, Sohn der
Frau Elisabeth 9! Inen steht, Masiiiian»stras;e 11. — Infolge eines
Uiiglücksfalles starb am L3. März d. I. den Heldentod fürs
Vaterland der Ersatzreservist Heinrich S ch u in a n n im 26. Lebensjahre.
Der Verstorbene hat s. Zt. in unserer Buchdruckerec
Schriftsetzer gelernt.
o Das Eiserne Kreuz 2. Klasse hat der Gefreite
Ulrich Schulz, ehemaliger Abiturient des hiesigen Gymnasiums,
siir bewiesene Tapserleit erhalten.
o U n s e r in G c in e i n d e ä l t e st e n H e r r n K g l.
Komm.-Rat Heinrich Sachs sind aus Anlaß seines
60. Geburtstages Glückwunschschreiben und -Drahtungen
in großer Zahl zugegangen. Auch Blumenspendcn gingest
ihm sehr reichlich zu. Sein Arbeitszimmer im Reservelazarett
in der Offenbacher Straße war mit Blumen prächtig
geschmückt. Ec wie seine Gattin unterbrachen auch aus
Anlaß dieses Ehrentages ihre ehrenamtliche Tätigkeit im
Lazarett nicht. Wir wollen hoffen, daß alle die 'vielen
Wünsche, die unserm verehrten Ehrenbürger an diesem
Tage zuteil wurde», in Erfüllung gehen mögen.
v M e l d c p f l i ch t für leerstehende W o h n n n -
ge ii. Der Regierungspräsident hat für mehrere Gemeindest
Groß-Berlins, wie Friedenau, Lichterfelde, Spandau,
Zehlendorf, Friedrichshagen usw. die Meldepflicht aller
leerstehenden oder leerwerdenden Wohnungen und Läden
angeordnet.
o I in F a h r st u h l c r ft i cf t. Im, Hause Kufstciner
Straße 4 i» Schöneberg blieb eine Dame im Fahrstuhl
stecken, der durch Kurzschluß derart verqualmte, daß die
Feuerwehr nach ZF stüudiger Arbeit nur noch die Leiche
der Verunglückten bergen tonnte.
o 2 5 jähriges Bestehe n des H e i l st ä t t e n v c reins
Len zhei in. In einer mit reichem Bilderschmuck
versehenen Jubiläumsfestschrift hat Pastor Lenz als dankbaren
Rückblick auf 25 Jahre LenzhcimliebcSarbeit noch
einmal das Wirken des Vereins und seiner Mitarbeiten
zusammengefaßt: er gedenkt dabei auch dankbar der Verstorbenen.
Zinn Schlüsse wendet er sich mit warmen Worten
an die Lenzheinifreunde und Kindertanten, indem er von d^r
rechten Liebesarbeit an den Kindern sagt2 „ES ist Ewigsteitsarbeit,
Arbeit im Geiste und Sinne des großen heiligen
Kindersreundes, alle die blassen, hohläugigen, bleichen, sehnsüchtigen,
jämmerlich frierenden oder hungernden Kindermit
pflegender Liebe zu uinfasscn. So habe ich's gemeint', i
als ich berufen ward, Pionierdienstc zu tun für die Kinder- j
heilpflege. So soll's bleiben, so laßt uns handeln und
wandeln im Lenzheim mit der Liebe, die nicht das Ihre
sucht, von der er gelten soll bis übers Grab hinaus: Die i
Liebe höret nimmer auf."
o I» der hiesigen Ortsgruppe deS Zweigvereins
Groß-Berliu des Allgemeinen Deutschen Svrach-Vereins
hielt der Vorsitzende, Herr Ruprecht, am 27. März
einen in der munteren Form einer Plauderei gehaltenen fesselnden
Vortrag über „Verdeutschungen im Baugewerbe". Da diese
Aussühruiigen wegen ihrer beherziaenswerten Vorschläge, recht
viele klang- und sinnvolle deutsche Worte für die meist unnötigen
fremden Bezeichnungen in der Bausvrach- einzuführen, auch in
weiteren Kreisen volle Beachtung und Würdigung verdienen, so :
set hier einiges aus dem Vortrage mitgeteilt. Der Redner erwies
sich als Svrach- und als Baumeister. In einer Stunde lies; er
mit sprachlicher und fachmännischer Gewandtheit nicht ein Villa,
sondern ein Landhaus, nicht mit einer Dependance, sondern mit
einem Nebenhaus oder Nebengebäude vor den Zuhörern entstehen.
Da war an alles gedacht; hätte.früher ein Architekt für den
Bauherrn gesorgt, so tat dies jetzt ein Baukünstler oder ein
Baumeister: man hatte sich anstatt einer Villenkolonie eine Landhaussiedclnng
ausgesucht. Die frühere Nivellierung war zur
Höhenmessung geworden, und natürlich sprach man nicht mehr
vom Souterrain, Parterre und von der Etage, sondern vom
Kellergeschoß, vom Erdgeschoß und von den Stockwerken. Die
Fassade, nämlich die Außenseite des Hauses, wurde mit Verzierungen
wie Laub- uud Rankcnwerk versehen, nicht aber mit
Arabesken oder mit Ornamenten. Auch die innere Ausschmükkung
lag in Händen deutscher Meister, die nur deutsch sprachen;
so gab es kein Paneel oder Fournier, sondern Holztäfelung und
Hvlzbelag: wo Draperieen nötig waren, nahm man lieber Tuchbehänge;
und ebenso deutsch verfuhr man bei der .Herrichtung
des Gartens. Es gab dort keine Volieren, Rosarien, Bosketts,
Rabatten und Rondells, sondern Vogelhäuser (Äeslügelhäuser),
Rvsenpslanzuiigeu, Gcbüschgrnppen, Gartenbeete und Rnndbeetc.
Ein Pavillon wurde zum Gartenzelt, und anstatt einen Obelisken
zu errichten, zog man eine Spitzsäule vor. — Sv wurde ein
heiterer Feldzug gegen die Fremdwörter im Baugewerbe zunächst
bei einem Landhansban unternommen, und man kann hoffen,
nächstens noch weitere Verdentschiingen im Baugewerbe von Herrn
Ruprecht zu erfahren, sodaß der folgende Abend wiederum so
reichen Zuspruch wie der vergangene findet.
o 91 ad) beut Kriegc. Staatsministcr a. D. Graf
von Posadowsky-Wehner, M. d. R., wird in der am
10. April d. Js. im großen Sitzungssaal des Rathauses
der Stadt Berlin stattfindenden 4. Generalversammlung
des Groß-Bcrliiicr Vereins für Kleinwohnungswesen über
das ganz besonders fesselnde Thema: „Nach dem Kriegest
sprechen, während Staatssekretär a. D. Dr. Dernburg,
M. d. R., „Die Wohnungspolitik des Reiches und Preußens"
und Architekt Dipl.-Jng. Erich Leyfer „Die Wohnnngsverhältnisfe
Groß-Berlins in der Kriegs- und
UebergangSwirtschaft" behandeln Ivird.
o Der Verein der Gartenfreunde in Bln.-Friedenan
hielt seine Monatsvcrsammtung bei gutem Besuch
am Donnerstag im Ratskeller ab. Der Vorsitzende,
Herr Krüger, eröffnete die Versammlung gegen Uhr
mit einer kurzen Begrüßung und widmete daun dem verstorbenen
Ehrenmitgliede, König!. Hofgärtner Dictzc, der
wiederholt im Verein belehrende Vorträge gehalten hat,
einen warmherzigen Nachruf. Um das Andenken deöBpr»
storbcncn zu ehren, erhoben sich die Versammlungsteilnehmer
von den Plätzen. ES folgte dann die Verteilung
der Sämereien. Im allgemeinen konnten alle Wünsche
erfüllt werden. Die Samen sind von besonderer Güte
und die Preise, obwohl recht hoch, stellen sich doch noch
niedriger, als wenn man den Samen in Berliner Handlungeii
hätte kaufen müssen. Der Mitgliedsbeitrag sei
durch den Saincnbczug durch den Verein reichlich gedeckt.
Es sei möglich, daß der Vorstand noch Petersilien- und
Gurkensamen besorgen könne; auch Steckzwiebeln werden
noch erwartet. Nachbestellungen können an Herrn Sengfelder,
Bornstraße 15, gerichtet werden. Kohlsamcii konnte
nicht verteilt werden, da dieser nur in geringen Mengen!
zu haben war und die Firma selbst geraten habe, ihn
zur Pflanzenzucht für die Mitglieder auszusäen. Das
sei bereits geschehen und es können den Mitgliedern Kohlrabi-
uud Kohlvflanzcn in ausreichender Zahl gegeben norden.
Ebenso ist es mit Tomaten. Es können »etwa 1200
Pflanzen verteilt werden. Die ersten Frühkartoffeln werden
in der 2. Aprilwoche ausgegeben werden; später - erfolgt
daun noch eine Verteilung von späteren Frühkartoffeln
und von Spätkartoffclu. Ueber die Verteilung,
der Frühkartoffeln geht den Mitgliedern noch besonders
Nachricht zu. Herr Dr. Scharfer trug dann eine-Ein-F)arme
vom Deich.
Roman auS dem Seeleben von Heinz E. MontS.
21) (Nachdruck verboten.)
Aus den Dirken bei Moor'cth jedoch fchwanv das
letzte Braun, und sie lcideteii sich in e:u zitterndes G-ün.
In diesen Tagen voll Wonne und Glanz bestand
Hinnerk mit Auszeichnung sein E amen ab Steuermann.
Hanne war die erste, welcher er die frohe Kunde brachte.
Tränenumflorten Auges drückte das Mädchen ihm stumm
die Hand. Zu sprechen vermochte sie nicht. Eine culsetzliche
Angst vor der nahen Trennung würgte sie am
Halse, es war überhaupt üb.r sie gekommen, daß sie selost
nicht ein noch aus wußte. ,
Es folgten wieder böse, häßliche Tage, in denen der
Regen nieder, rasselte in dicken, gerade» Strichen, die
schimmernden Weiten erstarben in eintönigem Grau, und
der Nebel iroch träge durch die Büsche und Felder mjj*
saiben und häßlich wie die Segel eines Kohlensahrers.
Schließlich kam die Stunde, in. der Hinnerk der Ge
liebten mitteilte, was er feit Wochen schon wugte und
was er ihr aus Schonung immer noch verschwiegen hatte,
daß die „Möwe" in fünf Tagen absege n würde.
Entsetzt starrte Hanne den Geliebten an.
Rur fünf Tage noch! >
Fünfmal vierundzwanzig Stunden noch, und die See.
die unerbittliche Gläubigerin, würde den Wechsel präsentieren,
den Hinnerk zahlen mußte mit erneutem Einsetzen
seines Lebens. Was waren fünf Tage für eine so große
Liebe wie die ihre?
Ein wahrer Sommer waliete am Abend ihres letzten
'Zusammenseins, ei.i wahres Jubelfest der Natur.
Hinnerk hatte am frühen Morgen angemustert und
war nach Erledigung einiger dienstlichen Ovlieaenbetten
hinausgefahren'mich der Bicka des Onkels, uili sich zu verabschiede».
»
Tie Alster lag glanzend da, funkelnd wie geschlissener
Bergkristall. die Schwäne, die zu Hunderten das'seeähnliche
Venen des Flüßchens jenseits der Lombardsbriicke beoöl ern,
blähten im Sounenglanz ihr silbriges Gefieder, allenthalben
halte der Frühling Spuren tünstigen Glücks zurückgelassen.
Hinnerk achtete nicht der Feerie. Er brannte, möglichst
bald sich wieder freizumcchen uiio Brust an Brust mit
Hanne die letzten Stunden zu verträumen.
. Es e ledigte sich alles über Erwarie» gut. Das Mahl
zog sich nicht zu sehr in die Länge, und das. mevor ihm
gewissermaßen gebangt hatte, der persönliche Abs.hied von
Lu ie, blieb ihm ers. art; die Cousine lag zu Bett und ließ
sich entschuldigen.
Ihr letzter Gang auf lange Zeit hinaus führte die
Liebenden im großen Bogen um den Reihe.stieg herum.
Die Härte war aus der Lust verschwunden, lie Linien
der fernen Buchten erschi.neii unendlich weich und ihre
Farben gedämpft. Der Lerchen Gesang zerrann im Blau,
das Summen der Bienen klang darinnen, die neugeborenen
Zicklein spränge-, um ihre Mütter. Es lag in Lcr Natur
wie ein fröhliches Lied.
Am Ufer der Elbe ließen die beiden sah nieder und
saßen lauge am Abhang des Deiches im jungen Grase,
wie auf schivellendem grünen Teppich, und schauten hinaus
aiif das^ Wasser, das so ruhig dalag, als gäbe es
»initiier Sturm „rch Wetter. Selbst die Tioe, die gewaltige
Lunge des Meeres, sie stand und sammelte neue Kraft um
»ach dem begierigen Schlürfen der Flut dem Ozean die
Wasser mit. gewaltiger Kraft wieder entgegenzuspeien.
S.undeiilang halte Hiniieik so sitzen uud in Hannes seit
Tagen schon so ticfrrnuri. en Augensterne blicken können, in
denen eine ihm so fremde Weit lag, ein köstliches Neuland.
Er ging in dieser Stunde ganz auf in der Cel-ebteu,
er sah zu ihr empor wie zu e uer Gottheit.
Und als 5)nnne ihn fragte: «Wirst du auch iuimcr nur
mir ganz allein gehören, Hinnerk?", da erwiderte er erstaunt:
„Ja. aber sicher, mein Lieb. Ganz dein bin ich.
Für immer und ewig."
Eng schmiegte Hanne sich an den Geliebten an. Ja, er
gehörte ihr.
Ein gewisser Stolz mischte sich in dieses Bewußtsein.
Sie ganz allein, die arme Hanne Link, hatte den
Sieg davongetragen über alle die Mädchen, die nach dem
Geliebten sich die Kopse verdrehten.
Im nächsten Augenblick aber erschrak sie wieder.
Würde er auch wirklich Wert halten? Man kennt ja die
Versuchungen, denen die Seeleute ausgesetzt sind in fremden
Hafen.
Aber nein!
Soviel Zärtlichkeit und Liebe, die konnte er nicht
vergessen.
Zu ihren Füßen gluckste ösr Strom, wie Wasser beim
Auslaufen aus einer Flasche. Die Staue war vorbei, das
Abfluten der Ebbe begann, und mit geschwellten Segeln
zog eine Anzahl kleiner Schisse vorüber, der offenen See
entgegen.
Ein trüber Schleier legte sich wieder über Hannes eben
nych so sonniges Lächeln. Es war ihr plötzlich klar ge>
worden: die Nebenbuhlerin, die sie fürchtete, das war das
Meer.
Was kümmerte sich das Meer um der Menschen (8lu<I
oder Leid V Es kam gezogen, bald wild brausend, vaiQ
in majestätischem Schweigen, und hatte kein Herz.
Und gewiß würde es auch ihn eines Tages zu fföj
hinabziehen in sein kristallenes Reich, wenn seine Zeit um
war. Und sie würde fern sein von ihm, würde ihm nichj
helfen, nicht beistehen können in seiner Not.
In der Luft rührte sich noch immer nichts. Aber als
die goldene Hand der sinkenden Sonne die Landschaft
i» ein flammendes Not tauchte, uud die Farbentöne, schön
wie selten, die ganze Hkala des Regenbogens durchliefen.