Borlage bett. Genehmigung de? Bakiiiigc» für die Götze-Stiftung.
Die verstorbene Frau Baumeister Klara Götze, geb.
Heinze, hat laut Testament vom 14. Februar 1914 der
Gemeinde Berlin-Friedenau als Vermächtnis ein Kapital
von 22500 M. vermacht, dessen Erträgnisse armen evangelischen
Konfirmanden zuguule kommen sollen. Die Gemeindevertretung
erklärte sich am 4. Februar 1915 mir
der Annahme dieses Vermächtnisses und mit den Schsntungsbestimmungcii
einverstanden. Das Kapital soll Anfang
Januar 1918 bestimmungsgemäß als öprozentige
Hypothek an zweiter Stelle auf das Grundstück Handjerystrase
32 eingetragen werden. Daher legt jetzt de,r Testamentsvollstrecker
die Satzung für die Stiftung vor. Mit
einigen kleinen Aenderungen haben wir sie gutgeheißen und
fügen den Entwurf anliegend bei. Ferner müssen wir, um
die Angelegenheit Anfang Januar endgültig regeln zu
können, die Erbschaftssteuer in Höhe von 1125 M. übernehmen.
Sie wird vorschußweise zu zahlen und aus dem
Zinseinkommen für 1918 zu decken sein. Wir beantragen,
zu beschließen: Die diesem Sitzungsbericht beigefügte'
Satzung für die Götze-Stiftung wird genehmigt. Die Erbschaftssteuer
von 1125 M. ist für Rechnung der Zinsen 1918
vorschußweise zu zahlen.
Nachtrag bett. Bewilligung von 250 M. für eine Hi lf S -
k r a f t der Kinderfürsorgestelle.
Die Inanspruchnahme der Kinderfürsorgestelle ist infolge
der Kriegsverhältnisse so außerordentlich stark, daß
die vorhandenen Kräfte die Arbeiten nicht bewältigen
können. Der Wohlfahrtsausschuß, sah sich daher schon verctnlaßk,
in den Bvrauschkagseprwurf für 1918 für eine
neue Hilfskraft 1600 M. Entschädigung einzustellen. Wir
können aber mit der Besetzung dieser neuen Stelle nymöglich
bis 1. April 1918 warten,) sondern müssen die
Kraft schon Anfang Januar annehmen. 'Auf Wunsch erfolgt
eine nähere und evtl, zahlenmäßige Darlegung der
Inanspruchnahme der Kinderfürsorgestelle in der Sitzung.
Wir bitten beschließen zu wollen: Zur Annahme erster neuen
Hilfskraft für die Kinderfürsorgestelle werden für das
Vierteljahr Januar-März des Rechnungsjahres 1917 250
Mark als Verstärkung zu Voranschlag HV Nr. 49 bewilligt.
Nachtrag detr. Verwendung einer Spende für die Tuberkulosefürsorge.
Der Vorstand der LandeSversichernngsanstalt der. Provinz.
Brandenburg hat wiederum in hochherziger Weise
für unsere Tubertulosefürsorgestelle 300 M. gespendet. Wir
haben dem Vorstände im Namen der .Gemeiiroe gedankt
und versichert, daß wir nach wie vor die Bekämpfung
der Tuberkulose mit allen uns zu Gebote stehenden Mitteln
betreiben werden. Die 300 M. beabsichtigen wir, wie es
ist srühcren Fällen geschehen ist, zlir Milchbeschaffung für
Tuberkulöse zu verwenden. Der Betrag muß daher bei
Voranschlag IV Nr. 35 zur Verausgabung und bei Voranschlag
IV Nr. 9 c/a. d. V. 1917 zur Vereinnahmung gelastgen.
Mit der Verstärkung des Ausgabetitcls hat sich
die Gemeindevertretung einverstanden zu erklären. Wir
beantragen zu beschließen: Voranschlag IV Nr. 35 wird um
weitere, von dem Vorstände der LandeSversichernngsanstalt
der Provinz Brandenburg gespendete 390 M. erhöht.
Omnacbricbtetu
(Nachdruck unsrer o-Origlnatarttlel nur mttQuellenangave erstarket)
o Mit dem Eisernen Kreuz 1. Kl. ausgezeichnet
wurde der Entfernungsmesser bei einer schweren
Kraftwagcn-Flicger-Abwehrbatterie Georg Walther. Er
ist ein Sohn des Rönncbergstr. 13 wohnhaften Eisenbahnsekretär
Walther. — Ebenfalls das Eiserne Kreuz 1. Kl.
erhielt Leutnant d. R. Rudolf Schröder, Sohn des
Direktors des hiesigen Reform-Realgymnasiums. Vor drei
Monaten war er mit dem Hanseatcnkreuz ausgezeichnet
worden.
o D ws Eiserne Kreuz 2. Kl. erhielt Waltest
Kittel, Handjerystst.94, Mitglied der hiesigen Sanitätstoloi'ne,
Inhaber der Roten-Krenz-Medaille.
o Auszeichnung. Unserm zurzeit als Garnisonpfarrer
im Kriegsdienst stehenden langjährigen Mitbürger
Herrn Liz. Willy Lüttgc, Privatdozent an der Universität
Berlin, ist das Eiserne Kreuz ain weißschwarzen
Bande und anläßlich seiner anerkennenswerten
wissenschaftlichen Leistungen vom Kultusministerium der
Titel „Professor" verliehen worden.
o Max Bruch380. Geburtstag. Am 6. Januar
vollendet Professor Mar Bruch, Albeste. ty, sein 80.
'Solchen "Gedanken gab er auch Ausdruck, als er
einige Tage später mit seinem ncuesttdeckten „Vetter" Maltitz
auf dem Deck des Schiffes pcvmeniecke. Sie waren sich
in der kurzen Zeit iyrer peisö ckichcn Bekanntschaft noch
nickt viel näher gekommen: aber es war sicherlich njent
der Oberleutnant, der dafür verantwortlich zu machen
war. Denn er kam Bernhard mit liebenswürdiger Herzlichkeit,
wenn auch olnis jede Aufdringlichkeit, entgegen. Einzig
die noch immer nicht überwundene 'scheu des letzteren vor
dein Verkehr mit Menschen, von denen er argwöhnte, daß
in irgend einem Winkel ibres Herzens doch etwas wie
Verachtung seines unglückliche» Vaters lebte, trug die Schuld
daran, daß die Annäherungsversuche des anderen omie
eigentliches Ergebnis geblieben waren. Auch heute bewegte
sich ihr Eie,präa> in t eil wol labgcwesiene.'! Formen
konventioneller Höflichieit, und von i.ren rerwandlschg'tlichen
Beziehungen war bisher noch mit keiner Silbe die
Rede gewesen. Mattn; hatte mit gute»! Humor ro» den
Licht- -und Schallen Zeiten des afri.anische» Lebens geplaudert;
ober als Bernhard nun auf jenen etwas befremdlichen
Triiltspruch zulüstkam nn-d seiner Venvunderungüber
die darin enthaltene» kiiegetischee Andeutungen
Ausdruck gab, wurde er plötzlich wieder ernst.
„Ich wünschte, daß ich Ihren. schönen Glauben an
eine ungetrübt friedliche Zukunft Deutschlands.teilen rüniite",
sagte er. „Aber ich glaube, unter uns alten Kolonial«
menschen ist kaum einer, der das vermag. Wir kennen
«den unsere lieben Etamstirerwandten, jenseits des Aermelme'Sres.
besser, als man sie am deruschen Mutterland«; zu
kennen-scheint. Wir wissen, wie ös um ihre srenndschastlichen
Empfindungen' für uns bestellt ist, und wie grimmig
sie uns um unsern mühsam erläinpiten Platz an der
Sonne beneiden. Mir haben.sie da unken als Nachbarn
nahe genug und haben tausendfache Gctegrnheit gehabt,
ihre Ränke und Feiydjeügkcftci! zn veijxürerü ttin des
Lebensjahr. 1838 zn Köln geboren, erhielt er den ersten
Unterricht durch seine Mutter und war 1853--57 auf
Grund eines Stipendiums der'Mozartstiftung Schüler von
Ferdinand Hitler und Karl Reinecke. 1858—61 lebte er als
Mnsiklehrer in Köln, 1861 machte er eine längere Studienreise.
die in Mannheim endete, wo 1863 seine Oper
„Loreley" (Text von Gkibel für Mendelssohn verfaßt)
zur Aufführung kam. 1865—67 war er Musikdirektor in
Koblenz, 1867—70 Hofkapellmeister in Sondershausen; 1878
wurde er Dirigent des Ster lisch en Gesangvereins in
Berlin, 1880 Leiter der Philharmonie in Liverpool, 1883
bis 1890 führte er die Direktion des Breslauer Orchester- j
Vereins, 1891 wurde ihnr die Leitung einer akademischen '
Mejsterschule für Komposition an der Berliner Akademie
unter Verleihung des Prosessortitels übertragen. Er war
lange Zeit Vorsitzender des '.Musiksenats der Kgl. Akademie
der. Künste und Dircktionsmitgiieo der Kgl. Hochschule
für Musik. 1908 erhielt er den Orden pour le
merite; 1910 trat er in den Ruhestand. Seine Chorwerke
beherrschten Jahrzehnte lang die Konzertsäle; unvergänglich
schön ist sein dem klassischen Stil sich näherndes Violinkonzert
Nr. 1. .
o Das neue Jahr hat in Friedenau verhältnismäßig
ruhig und der prusten Zeit entsprechend seinen
Einzug gehalten. Das Prosit-Neujahr-Rusen und -auch der -
sonst übliche Lärm mst Kanoncnschlägen usw. waren
mäßig. In den Gastwirtschaften hatten sich kleine Gesellschaften
zur frohen Begrüßung des neuen Jahres eingcfunden.
Mit „Ersatz"-Getränken ließ es sich auch ganz -
gut feiern. Die Hoffnung auf Frieden hatte im altgr- j
meinen die Stimmung gehoben, so daß man auch mit
dem „Alkoholfreien" in den Gläsern freudig anstieß. Zu
ernster Sammlung hatte- sich eine zahlreiche Gemeind?
zu dem nächtlichen Gottesdienst Zn der letzten Stunde des
allen Jahres emgesiinden. Wir wollen denn hoffen, daß
alle Wünsche und Erwartungen, die am Jahreswechsel
wieder einmal die Herzen beseelten, sich erfüllen mögen.
Möge das Jahr 1918 das Friedensjahr werden!
v Der B v l fF l> u n d f ü r Freiheit u n d Vaterland
Veranstalter am- Montag, den 7. Januar 1918,
abends 8 Uhr, im großen Sitzungssaale des Abgeordnetenhauses,
Prinz-Atbrecht-Str. 5, seine erste Versammlung,
in der die Aufgaben und Ziele des Volksbundes erörtert
Gäste sind kostenfrei von der Geschäftsstelle des Volkswerden
sollen. Eintrittskarten süb Mitglieder und deren
bnndes, Berlin W M, Nolleiidorssir. 29-M, zu beziehen,
wo auch Beitrittserklärungen entgegengenommen werden.
o Die Barbier-, Friseur- und Per ü ck c n -
m a ch c r - Z w a n g 8 i n n u n g für Steglitz, Friedenau
und Umgegend veranstaltet am Montag, den 7. Januar
1918, abends 9 Uhr, im „Albrecht^hof" in StegUtz
die Vierteljahrs-Versammlung.
o Die R c i s e b r o t m arten gelte n n o ch. Es
wurde s. Z. gemeldet, daß die Reisebrotmarken mit dein
l. Januar ihre Gültigkeit verlören, weil von da ab ein
anderes Muster herausgegeben werden sollte. Diese Nachricht
entspricht nicht den Tatsachen. Voraussichtlich werden
erst am 15. Februar die Reiscbrotmarken in ihrer bisherigen
Form außer Gültigkeit treten.
o Altpapier wird an die Papierindustrie jetzt auch
aus der Schule zugeführt. Die einzelnen Schulverwaltungen
haben ihren Bereich ersucht, alle überflüssigen
Hefte, Nachweisnngen, Zeitungen, Kontrollen, Drucksachen
usw., die in den Schulen noch vorhanden sind, möglichst
bald an die örtlichen Sammelstellen abzuliefern. In
Zweiselsfäilen soll vorher die Einwilligung des KreisschulinspektorS
eingeholt werden.
o Ga s v er g r f tn ii g. In seiner .Wohnung Hol-.
steinische Str. 38 wurde das Ehepaar Mahnte bewußtlos
im Bette liegend aufgefunden, während die Wohnung mit
Gas angefüllt war. Acrztkichen Bemühungen gelang es,
beide Eheleute wieder ins Leben zurückzurufen. Wahrscheinlich
liegt ein Unglücksfall vor. Das Gas war einer
nicht mehr im Gebrauch befindlichen Deckenlampe entströmt,
deren Hahn offen war.
o W a r ii u n g vor einem Schwindle r. Wie uns j
berichtet wird, besucht ein Mann in der Uniform eines/
freiwilligen Krankenpflegers vom Roten Kreuz Friedeiiauerj
Einwohner mit einer Sammelliste für das hiesige 9icj
scrvc-Lazarctt. Das Lazarett gibt hierzu bekannt, daß
niemand znm Sammeln von Geldbeträgen bzw. Liebes!
gaben beauftragt und berechtigt ist. Es wird noch in ab
darauf hingewiesen, daß Liebesgaben nur im Lazarei
selbst, Zimmer 33, in Empfang genommen werden, i
o Die Ueberschreitung der Gemü si
Höchstpreise durch die Gemeinden. In einer (
das Kricgseriiährüngsamt und die Neichsstelle für ty
inüjc und O bst genchteteis Eingabe wmdet sich der Genieindevorstand
von Lichterfelde gegen ctc angekündigten
strengen Maßnahmen bei Ueberschreitnig der Gemüse-Höchstpreise.
Die An gabe-neu nt ein derurliges Vorgehen
.einen Schlag ins |a Wer und führt weiter folgendes
aus: „An den Höchstpreis Überschreitung^! sind auf der
Käuferseite nicht tzitz.Getcindeverwaltnn en und Private
beteiligt, sondern im ymistcn Grade aich Röichs- und
Staatsbehörden, Sie.Mililärverwaltung uw die Ritstungsindnftrie.
Auf dr Berisuferseite nehmci daran keil Dir
Landwirte von den Großgrundbesitzern und Domänenpächtern
hcruntej bis zustieni kleinsten Ba ern. Nur wenn
der Ueberwachuusdiens» auf alle«diese reise in Sladt
und Land ausadehnt »erden könnte nr- wenn er nor
niemandem Ha( macht/, würde er Ersah haben. Es ist
-aber für jeden lernet bev Verhältnisse kl c, daß ein derartiges
Durchreisen «isgeschlossen ist. ie Höchstpreisübcrschreitüngej
habe- ihren Grund ci';rseirs in der
schrankenlosen tonkurr nz, die sich die geimnten Känfcrt'rcisc
direkt Ser dnih Vermittlet am krzeugungsorte
maelzen könnet und ndererseits in dem Umstände, daß
der Erzeuger/uygehi zert und unkontrol iert seine Erzeugnisse
zn -jedem ireifc an den Me! bielenden losschlagen
kanr und l-schlägt. Diesem Uielstande kann
durch Strasavrohung n in keiner Weise abj Holsen werden.
Geldstrafen ilrkcn nie t; für Gefängnis strafn dürften nicht
genügend Lmlitäteii nur Verfügung stehe. Im übrigen
hängt man temandel, den man nicht hat Masscnstrafen
würden austizcnd wrlen. Es gibt nur ei Mittet gegen
das Uebel, ts ist diesöffentliche Kontrolle ?r Erzeugnisse
am Erzengngsorte durch totale Ueberw hungstommissionen
imbjlie promlte Abnahme und Abl förderung der
reifen Wo/ durch »eignete Einkaufs- im VerteilnngSvrganisatistn.
De>l lokalen Uebcrwachun -dienst müßte
bereits eiiEinftuß Ins den Anbauer eilige Inm: werden.
Solange j Ware »cht am ErzeugungSori erfaßt wird,
wird an den bestGendcn Uebelständen i chts geändert
werden, ine Aendinng muß aber erfolgn, wenn nicht
in den stßen Bvilzentren in kurzer Zeit ein absoluter
Gemüsemlget una eine Katastrophe he rusbeschivoeen
werden ft. Es ijrDie allerhöchste Zeit, de oie Staatsbehördei/mit
alle^ Energie das Uebel o der Wurzel
fassen f) davon Ibjeheii, durch bloße Pc
gegen ckzelne Krcie, die nicht aus gewin
sicht, swern nur lim Interesse ihrer S
Handel/ die ErbiLrung zur Explosion tre
o iD e r die s i g e Steno g r a 9
S t o li' - 2 ch r e f eröffnet am 8. Ja,
8 Uhi in der L.iIemcinde-Mädchenschule,
straßaneue Unke
sind ß den Vor
tird>Jiei-, Lefev
izeimaßregeln
üchtiger Ab-!
ittzbefohlenen
eu."
1 e iiD c r e i n
iüar, abends
ier, Goßlerlnineidungen
teinrieb Bey-.
he auch Aiileneii
Jahre
Januar.
alt für St e n o g r a »h i e beim
In den nächsten Tagen 1 sinnen.neu
r und Fortgeschrittene. En
über' Geschichte und En:
Jreitag, den 4. Januar, ,
ichtsknrse für Anfänger,
tzenden .Oberzollsekretär
tr. 10, I, zu richten. (S
zeigest Die Ucl ngsstunden beginnen im
am [eitag, den
Lehrai
H eh e n h a u s e
Kni für Ansän
Lüpildcrvortra
KlMÄrifk finde
(p/tnich), im
bitte Lehrpläi
(V| portofrei
ofjeit Saale statt. Eintrn
bei den Pförtnern oder
urch das Stenographische
renhauses, Arlin .W. 66, Leipziger Str.
o Edith -on Boigtkänder gibt ili
ii Beethopensa
[den Vortrag
Snzert G-mv
am Mittwoch, den 9. Jain
tücken: Bruch (geb. am 6. I
einleitender
icküiiig der
ends 8 Uhr
frei.) Geraf
Wunsch
kiirean des
2. Konzert,
e.r, mit folinuar
1838),
^ Bach: Sonate für Violine allein,
mall; Beet!) .'en-Romanzen, Es- und < 0 fbur; Hugo
änn: Fünf tücke aus Italien (Erstaufführung in
eriin); Saraj c: Zigeunerweisen. Das dritte und letzte
onzert finde! nt dem Philharm. Orchester rm 7. März
satt und briet, die Violinkonzerte von Bacy, Beethoven
^ - - karten zu 5, 3, 2 und l M. in der Musi»
von Schwartz, Rheinstraße f >0.
lieben Friedens willen müsstn wir ja das meiste ru
einstecken; denn unsere leitenden« Männer laben vständig
xccht, wenn s.e auch de» l-.isesten Anschein
meiden woile», als lege die Ecsrihi für den Weltfne/n
auf unserer Seite. Vergessen aver kann mau alleue
kleinen und große» Nia.tsmürdigleiten nickt jo leicht. Ob
man will oder nicht, in einem Winkel Der Seele spciörn
sie sich ans. Und wenn einmal der Tag koniinen soll- —
ich persönlich halte ihn für unansbleidlie!) —, an densich
der Alisvru.:) des «turwes nicht länger verhüten läßt. mn
werden alle die allen Erinnerungen mit einem S/age
wieder lebendig werden, und keiner wird bei der gißen
Abrechnung besser und freudiger seinen Mann stebel als
wir, die wir driiiiteiistn de» Kolonien die Ehre von Dltfitziands
Flagge zu sthiizeii haben."
„AVer würden wir — Sie erlauben wchl, Jjj ich
mich bereits zu Ihnen rechne — nicht auf einem vowori!-hereiii
verlorenen Bosten stehen? Sowenig Esiands
Uevcrlegenhcit auf dein Weiliiieere einem Zweifciuiterliceen
kann, so wenig würde» unsere gcriNg!ügig> koloniaien
Slreitiräfle eiiiein Ansturm des mächtigen eindes
gewachsen jei», der uns in der Entfaltung und Krkung
seiner koloniale» Kra te um Iahrhuiiderre vorauSst "
Die Slirii des Lbei lcutnanls batte sieh is Falten
gezogen; aber der Glanz in seinen Augen warwie das
Glänzen geschliffenen Stahls.
„Vielleicht würden wir erdrückt werden, wi'dsn der
zehn- oder hundertfachen Ueberinacht erliegen.-aber wir
würden doch Zeit genug habe», den Herren ; zeigen,
mit was für einem Gegner sie es zultuii habni/Und wir
würden, ei)' wir für Deutschlands Ehre virmten, den
angelsächsischen Votiern inoiurc Lehre erteiles, sie auch
in Ia.rimiidet'ilii. nickt vergesst-! weiden. sie doch
schon heute ihrer Seche gar n ebt jo gewi-/. q- sie es in
den propyier.eristw» N-.-deri. ihrsr 'iüütMu rlaul-heide»
rv.d Brahms,
lalienhandlimg
o Der 1 r i e d e n a n e r Franc n ch or gibt bekaiinr,
daß dckilebüngsstunden vom 4. Januar ab wieder
jeden Freitag um 3 4 7 bis 3 / J 9 Uhr im Stale Rheinstraße
24 un r Leitung seines Dirigenten, Herrn Joh.
Schcurich, attfinden. Der Chor, der bereits 64 Mitglieder
zählt) wirkte im Dezember in zwei Lazarettkonzerten
inionnd gibt sein nächstes öffentliches Konzert
am 10. Febrnr im Schnbertsaal. Stimmbegabte Damen,
die an den Heben teilzunehmen wünschen, findet näheres
in der Anzoie in Der heutigen Nummer.
v „We r e a ns Wc rt l'öse in Die Frage, wertlose
Gegen st i-^e, die Bodenkammern, Schränke uno Truhen
nutzlos süllg, für den praktischen Bedars nutzbar zu
machen, besefistigt mehr denn se alle Klassen der Bei
*wmmwwIw m mmmmamaMmemmmBm
scheinen mvck.ii. Wenn sie uns nicht noch mehr furch,
tetcn, a!s ß uns beneiden und basten, würden sie dann
die halbe stSU gegen uns zusammcnzubri gen suchen?"
„Diese -nin.lüriicheii Bündnisse mit den Franzosen,
die noch j'i.s,stt nach dem für Frankreich so schmachvollen
Vorfall vcft Faschoda draus und dran waren, ihnen an
die Kehle , springen, und mit den Rußen, die eigentlich
ihre natüijchen Feinde und Nebenbuhler in Asien sind
— was bienten sie im Grunde anderes als ein Eingeständnis
hg tisch en Echwächebewußkicins ? Sie würden
sich weislst ritten, mit uns anzubinden, solange sie nicht
sicher sindtzins vollständig eingekreist zu haben.
Aber ch hege in meinem deutschen Heizen die freudigr
und uneii)ülteUiche Zuversicht, daß sich ihre Rechnung
auch daiiimoch als eine gründ agchs crwenen wird. Don
dem, ivo i tuoii schon cot eckten Zeiten den ,bc»-or rcutoticus'
iiuute, haben diese Kaiisniaoiisseeleii ia keine
blasse Ahn na. Und wer bei einem Lkriege gegen Deutschland
bic14 Faktor niert in seine Rechnung einstellt, wird
immer cisas ganz anderes herauskoiniiiell sehe», als er
sich ausst-tickieM hat. Auf die Größe der Zipern koinmts
nicht so st! arn Es wäre nicht das erstemal, daß unsere
Balerlanlüebe und unser heiliger Todesmut plötzlich eine
Mnlliplistivn' der Kräit-e bewirkt halten, von der sich
unstre Eigner nichts hatten trän,neu lassen."
^ Einsts» schöne, felsenfeste Gewißheit sirach aus den
Worten ,'es jungen Oifizicrs. daß Bernhard sich's nicht
versagenkoniite, ihm seine Hand enlgcgenzusirecken.
„Ja. mein lieber Maltitz. so soll es und so wird er
sein. Ack die französischen Schreihälse und die rnssi'chen
wdeii werden ihnen nick t helfen, uns weder.
Und die ckknbefiegbarkeit ihrer stolzen Flotte
tz unterbrach ihn mit einer fast uniteduidigen
Sklavei
znringe,
Ma
Gekts.
Fortsetzung folgt.)