Path:
Volume Nr. 1, 02.01.1918

Full text : Friedenauer Lokal-Anzeiger (Public Domain) Ausgabe 25.1918 (Public Domain)

Borlage  bett.  Genehmigung  de?  Bakiiiigc»  für  die  Götze-Stiftung.

Die  verstorbene  Frau  Baumeister  Klara  Götze,  geb.
Heinze,  hat  laut  Testament  vom  14.  Februar  1914  der
Gemeinde  Berlin-Friedenau  als  Vermächtnis  ein  Kapital
von  22500  M.  vermacht,  dessen  Erträgnisse  armen  evangelischen ­
  Konfirmanden  zuguule  kommen  sollen.  Die  Gemeindevertretung
  erklärte  sich  am  4.  Februar  1915  mir
der  Annahme  dieses  Vermächtnisses  und  mit  den  Schsntungsbestimmungcii
  einverstanden.  Das  Kapital  soll  Anfang ­
  Januar  1918  bestimmungsgemäß  als  öprozentige
Hypothek  an  zweiter  Stelle  auf  das  Grundstück  Handjerystrase
  32  eingetragen  werden.  Daher  legt  jetzt  de,r  Testamentsvollstrecker ­
  die  Satzung  für  die  Stiftung  vor.  Mit
einigen  kleinen  Aenderungen  haben  wir  sie  gutgeheißen  und
fügen  den  Entwurf  anliegend  bei.  Ferner  müssen  wir,  um
die  Angelegenheit  Anfang  Januar  endgültig  regeln  zu
können,  die  Erbschaftssteuer  in  Höhe  von  1125  M.  übernehmen. ­
  Sie  wird  vorschußweise  zu  zahlen  und  aus  dem
Zinseinkommen  für  1918  zu  decken  sein.  Wir  beantragen,
zu  beschließen:  Die  diesem  Sitzungsbericht  beigefügte'
Satzung  für  die  Götze-Stiftung  wird  genehmigt.  Die  Erbschaftssteuer ­
  von  1125  M.  ist  für  Rechnung  der  Zinsen  1918
vorschußweise  zu  zahlen.
Nachtrag  bett.  Bewilligung  von  250  M.  für  eine  Hi  lf  S  -
k  r  a  f  t  der  Kinderfürsorgestelle.
Die  Inanspruchnahme  der  Kinderfürsorgestelle  ist  infolge ­
  der  Kriegsverhältnisse  so  außerordentlich  stark,  daß
die  vorhandenen  Kräfte  die  Arbeiten  nicht  bewältigen
können.  Der  Wohlfahrtsausschuß,  sah  sich  daher  schon  verctnlaßk,
  in  den  Bvrauschkagseprwurf  für  1918  für  eine
neue  Hilfskraft  1600  M.  Entschädigung  einzustellen.  Wir
können  aber  mit  der  Besetzung  dieser  neuen  Stelle  nymöglich
  bis  1.  April  1918  warten,)  sondern  müssen  die
Kraft  schon  Anfang  Januar  annehmen.  'Auf  Wunsch  erfolgt ­
  eine  nähere  und  evtl,  zahlenmäßige  Darlegung  der
Inanspruchnahme  der  Kinderfürsorgestelle  in  der  Sitzung.
Wir  bitten  beschließen  zu  wollen:  Zur  Annahme  erster  neuen
Hilfskraft  für  die  Kinderfürsorgestelle  werden  für  das
Vierteljahr  Januar-März  des  Rechnungsjahres  1917  250
Mark  als  Verstärkung  zu  Voranschlag  HV  Nr.  49  bewilligt.
Nachtrag  detr.  Verwendung  einer  Spende  für  die  Tuberkulosefürsorge. ­

Der  Vorstand  der  LandeSversichernngsanstalt  der.  Provinz. ­
  Brandenburg  hat  wiederum  in  hochherziger  Weise
für  unsere  Tubertulosefürsorgestelle  300  M.  gespendet.  Wir
haben  dem  Vorstände  im  Namen  der  .Gemeiiroe  gedankt
und  versichert,  daß  wir  nach  wie  vor  die  Bekämpfung
der  Tuberkulose  mit  allen  uns  zu  Gebote  stehenden  Mitteln
betreiben  werden.  Die  300  M.  beabsichtigen  wir,  wie  es
ist  srühcren  Fällen  geschehen  ist,  zlir  Milchbeschaffung  für
Tuberkulöse  zu  verwenden.  Der  Betrag  muß  daher  bei
Voranschlag  IV  Nr.  35  zur  Verausgabung  und  bei  Voranschlag ­
  IV  Nr.  9  c/a.  d.  V.  1917  zur  Vereinnahmung  gelastgen.
  Mit  der  Verstärkung  des  Ausgabetitcls  hat  sich
die  Gemeindevertretung  einverstanden  zu  erklären.  Wir
beantragen  zu  beschließen:  Voranschlag  IV  Nr.  35  wird  um
weitere,  von  dem  Vorstände  der  LandeSversichernngsanstalt
der  Provinz  Brandenburg  gespendete  390  M.  erhöht.

Omnacbricbtetu
(Nachdruck  unsrer  o-Origlnatarttlel  nur  mttQuellenangave  erstarket)
o  Mit  dem  Eisernen  Kreuz  1.  Kl.  ausgezeichnet ­
  wurde  der  Entfernungsmesser  bei  einer  schweren
Kraftwagcn-Flicger-Abwehrbatterie  Georg  Walther.  Er
ist  ein  Sohn  des  Rönncbergstr.  13  wohnhaften  Eisenbahnsekretär ­
  Walther.  —  Ebenfalls  das  Eiserne  Kreuz  1.  Kl.
erhielt  Leutnant  d.  R.  Rudolf  Schröder,  Sohn  des
Direktors  des  hiesigen  Reform-Realgymnasiums.  Vor  drei
Monaten  war  er  mit  dem  Hanseatcnkreuz  ausgezeichnet
worden.
o  D  ws  Eiserne  Kreuz  2.  Kl.  erhielt  Waltest
Kittel,  Handjerystst.94,  Mitglied  der  hiesigen  Sanitätstoloi'ne,
  Inhaber  der  Roten-Krenz-Medaille.
o  Auszeichnung.  Unserm  zurzeit  als  Garnisonpfarrer
  im  Kriegsdienst  stehenden  langjährigen  Mitbürger
Herrn  Liz.  Willy  Lüttgc,  Privatdozent  an  der  Universität ­
  Berlin,  ist  das  Eiserne  Kreuz  ain  weißschwarzen
  Bande  und  anläßlich  seiner  anerkennenswerten
wissenschaftlichen  Leistungen  vom  Kultusministerium  der
Titel  „Professor"  verliehen  worden.
o  Max  Bruch380.  Geburtstag.  Am  6.  Januar
vollendet  Professor  Mar  Bruch,  Albeste.  ty,  sein  80.
'Solchen  "Gedanken  gab  er  auch  Ausdruck,  als  er
einige  Tage  später  mit  seinem  ncuesttdeckten  „Vetter"  Maltitz
auf  dem  Deck  des  Schiffes  pcvmeniecke.  Sie  waren  sich
in  der  kurzen  Zeit  iyrer  peisö  ckichcn  Bekanntschaft  noch
nickt  viel  näher  gekommen:  aber  es  war  sicherlich  njent
der  Oberleutnant,  der  dafür  verantwortlich  zu  machen
war.  Denn  er  kam  Bernhard  mit  liebenswürdiger  Herzlichkeit, ­
  wenn  auch  olnis  jede  Aufdringlichkeit,  entgegen.  Einzig
die  noch  immer  nicht  überwundene  'scheu  des  letzteren  vor
dein  Verkehr  mit  Menschen,  von  denen  er  argwöhnte,  daß
in  irgend  einem  Winkel  ibres  Herzens  doch  etwas  wie
Verachtung  seines  unglückliche»  Vaters  lebte,  trug  die  Schuld
daran,  daß  die  Annäherungsversuche  des  anderen  omie
eigentliches  Ergebnis  geblieben  waren.  Auch  heute  bewegte ­
  sich  ihr  Eie,präa>  in  t  eil  wol  labgcwesiene.'!  Formen
konventioneller  Höflichieit,  und  von  i.ren  rerwandlschg'tlichen
  Beziehungen  war  bisher  noch  mit  keiner  Silbe  die
Rede  gewesen.  Mattn;  hatte  mit  gute»!  Humor  ro»  den
Licht-  -und  Schallen  Zeiten  des  afri.anische»  Lebens  geplaudert; ­
  ober  als  Bernhard  nun  auf  jenen  etwas  befremdlichen ­
  Triiltspruch  zulüstkam  nn-d  seiner  Venvunderungüber
  die  darin  enthaltene»  kiiegetischee  Andeutungen
Ausdruck  gab,  wurde  er  plötzlich  wieder  ernst.
„Ich  wünschte,  daß  ich  Ihren.  schönen  Glauben  an
eine  ungetrübt  friedliche  Zukunft  Deutschlands.teilen  rüniite",
sagte  er.  „Aber  ich  glaube,  unter  uns  alten  Kolonial«
menschen  ist  kaum  einer,  der  das  vermag.  Wir  kennen
«den  unsere  lieben  Etamstirerwandten,  jenseits  des  Aermelme'Sres.
  besser,  als  man  sie  am  deruschen  Mutterland«;  zu
kennen-scheint.  Wir  wissen,  wie  ös  um  ihre  srenndschastlichen
  Empfindungen'  für  uns  bestellt  ist,  und  wie  grimmig
sie  uns  um  unsern  mühsam  erläinpiten  Platz  an  der
Sonne  beneiden.  Mir  haben.sie  da  unken  als  Nachbarn
nahe  genug  und  haben  tausendfache  Gctegrnheit  gehabt,
ihre  Ränke  und  Feiydjeügkcftci!  zn  veijxürerü  ttin  des

Lebensjahr.  1838  zn  Köln  geboren,  erhielt  er  den  ersten
Unterricht  durch  seine  Mutter  und  war  1853--57  auf
Grund  eines  Stipendiums  der'Mozartstiftung  Schüler  von
Ferdinand  Hitler  und  Karl  Reinecke.  1858—61  lebte  er  als
Mnsiklehrer  in  Köln,  1861  machte  er  eine  längere  Studienreise. ­
  die  in  Mannheim  endete,  wo  1863  seine  Oper
„Loreley"  (Text  von  Gkibel  für  Mendelssohn  verfaßt)
zur  Aufführung  kam.  1865—67  war  er  Musikdirektor  in
Koblenz,  1867—70  Hofkapellmeister  in  Sondershausen;  1878
wurde  er  Dirigent  des  Ster  lisch  en  Gesangvereins  in
Berlin,  1880  Leiter  der  Philharmonie  in  Liverpool,  1883
bis  1890  führte  er  die  Direktion  des  Breslauer  Orchester-  j
Vereins,  1891  wurde  ihnr  die  Leitung  einer  akademischen  '
Mejsterschule  für  Komposition  an  der  Berliner  Akademie
unter  Verleihung  des  Prosessortitels  übertragen.  Er  war
lange  Zeit  Vorsitzender  des  '.Musiksenats  der  Kgl.  Akademie ­
  der.  Künste  und  Dircktionsmitgiieo  der  Kgl.  Hochschule ­
  für  Musik.  1908  erhielt  er  den  Orden  pour  le
merite;  1910  trat  er  in  den  Ruhestand.  Seine  Chorwerke
beherrschten  Jahrzehnte  lang  die  Konzertsäle;  unvergänglich
schön  ist  sein  dem  klassischen  Stil  sich  näherndes  Violinkonzert
  Nr.  1.  .
o  Das  neue  Jahr  hat  in  Friedenau  verhältnismäßig ­
  ruhig  und  der  prusten  Zeit  entsprechend  seinen
Einzug  gehalten.  Das  Prosit-Neujahr-Rusen  und  -auch  der  -
sonst  übliche  Lärm  mst  Kanoncnschlägen  usw.  waren
mäßig.  In  den  Gastwirtschaften  hatten  sich  kleine  Gesellschaften ­
  zur  frohen  Begrüßung  des  neuen  Jahres  eingcfunden.
  Mit  „Ersatz"-Getränken  ließ  es  sich  auch  ganz  -
gut  feiern.  Die  Hoffnung  auf  Frieden  hatte  im  altgr-  j
meinen  die  Stimmung  gehoben,  so  daß  man  auch  mit
dem  „Alkoholfreien"  in  den  Gläsern  freudig  anstieß.  Zu
ernster  Sammlung  hatte-  sich  eine  zahlreiche  Gemeind?
zu  dem  nächtlichen  Gottesdienst  Zn  der  letzten  Stunde  des
allen  Jahres  emgesiinden.  Wir  wollen  denn  hoffen,  daß
alle  Wünsche  und  Erwartungen,  die  am  Jahreswechsel
wieder  einmal  die  Herzen  beseelten,  sich  erfüllen  mögen.
Möge  das  Jahr  1918  das  Friedensjahr  werden!
v  Der  B  v  l  fF  l>  u  n  d  f  ü  r  Freiheit  u  n  d  Vaterland ­
  Veranstalter  am-  Montag,  den  7.  Januar  1918,
abends  8  Uhr,  im  großen  Sitzungssaale  des  Abgeordnetenhauses, ­
  Prinz-Atbrecht-Str.  5,  seine  erste  Versammlung,
in  der  die  Aufgaben  und  Ziele  des  Volksbundes  erörtert
Gäste  sind  kostenfrei  von  der  Geschäftsstelle  des  Volkswerden
  sollen.  Eintrittskarten  süb  Mitglieder  und  deren
bnndes,  Berlin  W  M,  Nolleiidorssir.  29-M,  zu  beziehen,
wo  auch  Beitrittserklärungen  entgegengenommen  werden.
o  Die  Barbier-,  Friseur-  und  Per  ü  ck  c  n  -
m  a  ch  c  r  -  Z  w  a  n  g  8  i  n  n  u  n  g  für  Steglitz,  Friedenau
und  Umgegend  veranstaltet  am  Montag,  den  7.  Januar
1918,  abends  9  Uhr,  im  „Albrecht^hof"  in  StegUtz
die  Vierteljahrs-Versammlung.
o  Die  R  c  i  s  e  b  r  o  t  m  arten  gelte  n  n  o  ch.  Es
wurde  s.  Z.  gemeldet,  daß  die  Reisebrotmarken  mit  dein
l.  Januar  ihre  Gültigkeit  verlören,  weil  von  da  ab  ein
anderes  Muster  herausgegeben  werden  sollte.  Diese  Nachricht ­
  entspricht  nicht  den  Tatsachen.  Voraussichtlich  werden
erst  am  15.  Februar  die  Reiscbrotmarken  in  ihrer  bisherigen ­
  Form  außer  Gültigkeit  treten.
o  Altpapier  wird  an  die  Papierindustrie  jetzt  auch
aus  der  Schule  zugeführt.  Die  einzelnen  Schulverwaltungen ­
  haben  ihren  Bereich  ersucht,  alle  überflüssigen
Hefte,  Nachweisnngen,  Zeitungen,  Kontrollen,  Drucksachen
usw.,  die  in  den  Schulen  noch  vorhanden  sind,  möglichst
bald  an  die  örtlichen  Sammelstellen  abzuliefern.  In
Zweiselsfäilen  soll  vorher  die  Einwilligung  des  KreisschulinspektorS
  eingeholt  werden.
o  Ga  s  v  er  g  r  f  tn  ii  g.  In  seiner  .Wohnung  Hol-.
  steinische  Str.  38  wurde  das  Ehepaar  Mahnte  bewußtlos
im  Bette  liegend  aufgefunden,  während  die  Wohnung  mit
Gas  angefüllt  war.  Acrztkichen  Bemühungen  gelang  es,
beide  Eheleute  wieder  ins  Leben  zurückzurufen.  Wahrscheinlich ­
  liegt  ein  Unglücksfall  vor.  Das  Gas  war  einer
nicht  mehr  im  Gebrauch  befindlichen  Deckenlampe  entströmt, ­
  deren  Hahn  offen  war.
o  W  a  r  ii  u  n  g  vor  einem  Schwindle  r.  Wie  uns  j
berichtet  wird,  besucht  ein  Mann  in  der  Uniform  eines/
freiwilligen  Krankenpflegers  vom  Roten  Kreuz  Friedeiiauerj
Einwohner  mit  einer  Sammelliste  für  das  hiesige  9icj
scrvc-Lazarctt.  Das  Lazarett  gibt  hierzu  bekannt,  daß
niemand  znm  Sammeln  von  Geldbeträgen  bzw.  Liebes!
gaben  beauftragt  und  berechtigt  ist.  Es  wird  noch  in  ab
darauf  hingewiesen,  daß  Liebesgaben  nur  im  Lazarei
selbst,  Zimmer  33,  in  Empfang  genommen  werden,  i
o  Die  Ueberschreitung  der  Gemü  si
Höchstpreise  durch  die  Gemeinden.  In  einer  (
das  Kricgseriiährüngsamt  und  die  Neichsstelle  für  ty

inüjc  und  O  bst  genchteteis  Eingabe  wmdet  sich  der  Genieindevorstand
  von  Lichterfelde  gegen  ctc  angekündigten
strengen  Maßnahmen  bei  Ueberschreitnig  der  Gemüse-Höchstpreise.
  Die  An  gabe-neu  nt  ein  derurliges  Vorgehen
.einen  Schlag  ins  |a  Wer  und  führt  weiter  folgendes
aus:  „An  den  Höchstpreis  Überschreitung^!  sind  auf  der
Käuferseite  nicht  tzitz.Getcindeverwaltnn  en  und  Private
beteiligt,  sondern  im  ymistcn  Grade  aich  Röichs-  und
Staatsbehörden,  Sie.Mililärverwaltung  uw  die  Ritstungsindnftrie.
  Auf  dr  Berisuferseite  nehmci  daran  keil  Dir
Landwirte  von  den  Großgrundbesitzern  und  Domänenpächtern
  hcruntej  bis  zustieni  kleinsten  Ba  ern.  Nur  wenn
der  Ueberwachuusdiens»  auf  alle«diese  reise  in  Sladt
und  Land  ausadehnt  »erden  könnte  nr-  wenn  er  nor
niemandem  Ha(  macht/,  würde  er  Ersah  haben.  Es  ist
-aber  für  jeden  lernet  bev  Verhältnisse  kl  c,  daß  ein  derartiges ­
  Durchreisen  «isgeschlossen  ist.  ie  Höchstpreisübcrschreitüngej
  habe-  ihren  Grund  ci';rseirs  in  der
schrankenlosen  tonkurr  nz,  die  sich  die  geimnten  Känfcrt'rcisc
  direkt  Ser  dnih  Vermittlet  am  krzeugungsorte
maelzen  könnet  und  ndererseits  in  dem  Umstände,  daß
der  Erzeuger/uygehi  zert  und  unkontrol  iert  seine  Erzeugnisse ­
  zn  -jedem  ireifc  an  den  Me!  bielenden  losschlagen ­
  kanr  und  l-schlägt.  Diesem  Uielstande  kann
durch  Strasavrohung  n  in  keiner  Weise  abj  Holsen  werden.
Geldstrafen  ilrkcn  nie  t;  für  Gefängnis  strafn  dürften  nicht
genügend  Lmlitäteii  nur  Verfügung  stehe.  Im  übrigen
hängt  man  temandel,  den  man  nicht  hat  Masscnstrafen
würden  austizcnd  wrlen.  Es  gibt  nur  ei  Mittet  gegen
das  Uebel,  ts  ist  diesöffentliche  Kontrolle  ?r  Erzeugnisse
am  Erzengngsorte  durch  totale  Ueberw  hungstommissionen
  imbjlie  promlte  Abnahme  und  Abl  förderung  der
reifen  Wo/  durch  »eignete  Einkaufs-  im  VerteilnngSvrganisatistn.
  De>l  lokalen  Uebcrwachun  -dienst  müßte
bereits  eiiEinftuß  Ins  den  Anbauer  eilige  Inm:  werden.
Solange  j  Ware  »cht  am  ErzeugungSori  erfaßt  wird,
wird  an  den  bestGendcn  Uebelständen  i  chts  geändert
werden,  ine  Aendinng  muß  aber  erfolgn,  wenn  nicht
in  den  stßen  Bvilzentren  in  kurzer  Zeit  ein  absoluter
Gemüsemlget  una  eine  Katastrophe  he  rusbeschivoeen
werden  ft.  Es  ijrDie  allerhöchste  Zeit,  de  oie  Staatsbehördei/mit
  alle^  Energie  das  Uebel  o  der  Wurzel

fassen  f)  davon  Ibjeheii,  durch  bloße  Pc
gegen  ckzelne  Krcie,  die  nicht  aus  gewin
sicht,  swern  nur  lim  Interesse  ihrer  S
Handel/  die  ErbiLrung  zur  Explosion  tre
o  iD  e  r  die  s  i  g  e  Steno  g  r  a  9
S  t  o  li'  -  2  ch  r  e  f  eröffnet  am  8.  Ja,
8  Uhi  in  der  L.iIemcinde-Mädchenschule,

straßaneue  Unke
sind  ß  den  Vor
tird>Jiei-,  Lefev

izeimaßregeln
üchtiger  Ab-!
  ittzbefohlenen
eu."
1  e  iiD  c  r  e  i  n
iüar,  abends
ier,  Goßlerlnineidungen

teinrieb  Bey-.
  he  auch  Aiileneii
  Jahre
Januar.
alt  für  St  e  n  o  g  r  a  »h  i  e  beim
In  den  nächsten  Tagen  1  sinnen.neu
r  und  Fortgeschrittene.  En
über'  Geschichte  und  En:
Jreitag,  den  4.  Januar,  ,

ichtsknrse  für  Anfänger,
tzenden  .Oberzollsekretär
tr.  10,  I,  zu  richten.  (S

zeigest  Die  Ucl  ngsstunden  beginnen  im
am  [eitag,  den
Lehrai
H  eh  e  n  h  a  u  s  e
Kni  für  Ansän
Lüpildcrvortra
KlMÄrifk  finde
(p/tnich),  im
bitte  Lehrpläi
(V|  portofrei

ofjeit  Saale  statt.  Eintrn
bei  den  Pförtnern  oder
urch  das  Stenographische
renhauses,  Arlin  .W.  66,  Leipziger  Str.
o  Edith  -on  Boigtkänder  gibt  ili

ii  Beethopensa
[den  Vortrag
Snzert  G-mv

am  Mittwoch,  den  9.  Jain
tücken:  Bruch  (geb.  am  6.  I

einleitender
icküiiig  der
ends  8  Uhr
frei.)  Geraf
  Wunsch
kiirean  des
2.  Konzert,
e.r,  mit  folinuar
  1838),

^  Bach:  Sonate  für  Violine  allein,
mall;  Beet!)  .'en-Romanzen,  Es-  und  < 0 fbur;  Hugo
änn:  Fünf  tücke  aus  Italien  (Erstaufführung  in
eriin);  Saraj  c:  Zigeunerweisen.  Das  dritte  und  letzte
onzert  finde!  nt  dem  Philharm.  Orchester  rm  7.  März
satt  und  briet,  die  Violinkonzerte  von  Bacy,  Beethoven
^  -  -  karten  zu  5,  3,  2  und  l  M.  in  der  Musi»
von  Schwartz,  Rheinstraße  f  >0.

lieben  Friedens  willen  müsstn  wir  ja  das  meiste  ru
einstecken;  denn  unsere  leitenden«  Männer  laben  vständig
  xccht,  wenn  s.e  auch  de»  l-.isesten  Anschein
meiden  woile»,  als  lege  die  Ecsrihi  für  den  Weltfne/n
auf  unserer  Seite.  Vergessen  aver  kann  mau  alleue
kleinen  und  große»  Nia.tsmürdigleiten  nickt  jo  leicht.  Ob
man  will  oder  nicht,  in  einem  Winkel  Der  Seele  spciörn
sie  sich  ans.  Und  wenn  einmal  der  Tag  koniinen  soll-  —
ich  persönlich  halte  ihn  für  unansbleidlie!)  —,  an  densich
der  Alisvru.:)  des  «turwes  nicht  länger  verhüten  läßt.  mn
werden  alle  die  allen  Erinnerungen  mit  einem  S/age
wieder  lebendig  werden,  und  keiner  wird  bei  der  gißen
Abrechnung  besser  und  freudiger  seinen  Mann  stebel  als
wir,  die  wir  driiiiteiistn  de»  Kolonien  die  Ehre  von  Dltfitziands
  Flagge  zu  sthiizeii  haben."
„AVer  würden  wir  —  Sie  erlauben  wchl,  Jjj  ich
mich  bereits  zu  Ihnen  rechne  —  nicht  auf  einem  vowori!-hereiii
  verlorenen  Bosten  stehen?  Sowenig  Esiands
Uevcrlegenhcit  auf  dein  Weiliiieere  einem  Zweifciuiterliceen
  kann,  so  wenig  würde»  unsere  gcriNg!ügig>  koloniaien
  Slreitiräfle  eiiiein  Ansturm  des  mächtigen  eindes
gewachsen  jei»,  der  uns  in  der  Entfaltung  und  Krkung
seiner  koloniale»  Kra  te  um  Iahrhuiiderre  vorauSst  "
Die  Slirii  des  Lbei  lcutnanls  batte  sieh  is  Falten
gezogen;  aber  der  Glanz  in  seinen  Augen  warwie  das
Glänzen  geschliffenen  Stahls.
„Vielleicht  würden  wir  erdrückt  werden,  wi'dsn  der
zehn-  oder  hundertfachen  Ueberinacht  erliegen.-aber  wir
würden  doch  Zeit  genug  habe»,  den  Herren  ;  zeigen,
mit  was  für  einem  Gegner  sie  es  zultuii  habni/Und  wir
würden,  ei)'  wir  für  Deutschlands  Ehre  virmten,  den
angelsächsischen  Votiern  inoiurc  Lehre  erteiles,  sie  auch
in  Ia.rimiidet'ilii.  nickt  vergesst-!  weiden.  sie  doch
schon  heute  ihrer  Seche  gar  n  ebt  jo  gewi-/.  q-  sie  es  in
den  propyier.eristw»  N-.-deri.  ihrsr  'iüütMu  rlaul-heide»

rv.d  Brahms,
lalienhandlimg
o  Der  1  r  i  e  d  e  n  a  n  e  r  Franc  n  ch  or  gibt  bekaiinr,
  daß  dckilebüngsstunden  vom  4.  Januar  ab  wieder
jeden  Freitag  um  3  4  7  bis  3 / J  9  Uhr  im  Stale  Rheinstraße
  24  un  r  Leitung  seines  Dirigenten,  Herrn  Joh.
Schcurich,  attfinden.  Der  Chor,  der  bereits  64  Mitglieder ­
  zählt)  wirkte  im  Dezember  in  zwei  Lazarettkonzerten
  inionnd  gibt  sein  nächstes  öffentliches  Konzert
am  10.  Febrnr  im  Schnbertsaal.  Stimmbegabte  Damen,
die  an  den  Heben  teilzunehmen  wünschen,  findet  näheres
in  der  Anzoie  in  Der  heutigen  Nummer.
v  „We  r  e  a  ns  Wc  rt  l'öse  in  Die  Frage,  wertlose ­
  Gegen  st  i-^e,  die  Bodenkammern,  Schränke  uno  Truhen
nutzlos  süllg,  für  den  praktischen  Bedars  nutzbar  zu
machen,  besefistigt  mehr  denn  se  alle  Klassen  der  Bei
  *wmmwwIw  m  mmmmamaMmemmmBm
scheinen  mvck.ii.  Wenn  sie  uns  nicht  noch  mehr  furch,
tetcn,  a!s  ß  uns  beneiden  und  basten,  würden  sie  dann
die  halbe  stSU  gegen  uns  zusammcnzubri  gen  suchen?"
„Diese  -nin.lüriicheii  Bündnisse  mit  den  Franzosen,
die  noch  j'i.s,stt  nach  dem  für  Frankreich  so  schmachvollen
Vorfall  vcft  Faschoda  draus  und  dran  waren,  ihnen  an
die  Kehle  ,  springen,  und  mit  den  Rußen,  die  eigentlich
ihre  natüijchen  Feinde  und  Nebenbuhler  in  Asien  sind
—  was  bienten  sie  im  Grunde  anderes  als  ein  Eingeständnis ­
  hg  tisch  en  Echwächebewußkicins  ?  Sie  würden
sich  weislst  ritten,  mit  uns  anzubinden,  solange  sie  nicht
sicher  sindtzins  vollständig  eingekreist  zu  haben.
Aber  ch  hege  in  meinem  deutschen  Heizen  die  freudigr
und  uneii)ülteUiche  Zuversicht,  daß  sich  ihre  Rechnung
auch  daiiimoch  als  eine  gründ  agchs  crwenen  wird.  Don
dem,  ivo  i  tuoii  schon  cot  eckten  Zeiten  den  ,bc»-or  rcutoticus'
  iiuute,  haben  diese  Kaiisniaoiisseeleii  ia  keine
blasse  Ahn  na.  Und  wer  bei  einem  Lkriege  gegen  Deutschland ­
  bic14  Faktor  niert  in  seine  Rechnung  einstellt,  wird
immer  cisas  ganz  anderes  herauskoiniiiell  sehe»,  als  er
sich  ausst-tickieM  hat.  Auf  die  Größe  der  Zipern  koinmts
nicht  so  st!  arn  Es  wäre  nicht  das  erstemal,  daß  unsere
Balerlanlüebe  und  unser  heiliger  Todesmut  plötzlich  eine
Mnlliplistivn'  der  Kräit-e  bewirkt  halten,  von  der  sich
unstre  Eigner  nichts  hatten  trän,neu  lassen."
^  Einsts»  schöne,  felsenfeste  Gewißheit  sirach  aus  den
Worten  ,'es  jungen  Oifizicrs.  daß  Bernhard  sich's  nicht
versagenkoniite,  ihm  seine  Hand  enlgcgenzusirecken.
„Ja.  mein  lieber  Maltitz.  so  soll  es  und  so  wird  er
sein.  Ack  die  französischen  Schreihälse  und  die  rnssi'chen
wdeii  werden  ihnen  nick  t  helfen,  uns  weder.
Und  die  ckknbefiegbarkeit  ihrer  stolzen  Flotte
tz  unterbrach  ihn  mit  einer  fast  uniteduidigen

Sklavei
znringe,
Ma
Gekts.

Fortsetzung  folgt.)
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.