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Periodical volume Nr. 211, 08.09.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

zur Sicherung der Banfvrderilpgen einznsühreii, weil der in 
den Städten bestehende Vauschwjndel Millionenverluste au 
Handwerkerlöhnen und Hypotheken herbeiführt, durch die 
nicht bloß der Mittelstand, sondern wegen der bedeutenden 
Summen, um die es sich handelt, die gesamte Volkswirt 
schaft empfindlich geschädigt wird. Einstimmigkeit herrschte 
auch darüber, daß die Tendenzen der Terrainhändler und 
Makler in diesem wichtigen Punkte den Interessen des 
Mittelstandes und des seßhaften Besitzes diametral zuwider 
laufen. 
o Evangelischer 'Arbeiterverein für Friedenau nnd Um 
gegend. Inder Septemberversammlung wurde der Tod des 
Mitgliedes Kalb mitgeteilt, die Anwesenden ehrten das An 
denken des Verstorbenen durch Erheben von den Plätzen. 
Einer Einladung des deutsch-evangelischen Volksbundes zu 
dessen Jahresfest am l 0. Oktober d. Js. im Marmorfest 
saal des Zoologischen Gartensj soll möglichst Folge geleistet 
werden. Den Vorverkauf von Eintrittskarten zu geringen 
Preisen hat der Verein durch Mitglied Wietasch, Stuben- 
rauchstr. 10, übernommen. — Weiter wird der Besuch des 
10 jährigen Stiftungsfestes des' Gesangvereins „Frohsinn" 
zu Mariendorf empfohlen. — Nach diesen geschäftlichen 
Mitteilungen führte Herr Fortbildungsschullehrer Bärend 
die Mitglieder nach Hörde bei Dortmund, und von hier 
„ach einem Steinkohlenbergwerk der Phönix-Gesellschaft, 
Zeche „Holstein": 
An der Hand einer großen bildlichen Darstellung beginnt die 
Wanderung von dein Punkte, an dein ivohl schon manche Berg- 
mannsfrau oder -mutter ängstlich nnd sorgenvoll ihren Manu oder 
Sohn aus der Tiefe erivartele. Im Bergwerkskontor müssen alle 
Besucher des Bergwerks einen Revers unterschreiben, nach dem lni 
etwaigen llnglücksfalle bei der Besichtigung jeder auf irgendwie 
einen Anspruch Verzicht leistet. Ein strenges Kontrollsystem ist 
eingeführt. In der Verbandsstube wird man mit allen sanitären 
Einrichtungen des Werkes vertraut gemacht, da sind Bade- und 
Umkleideräume für die Bergleute. Ilm das eigene Leben und das 
der Mitarbeiter nicht zu gefährden ist das Mitnehmen von Alkohol 
streng und überhaupt verboten. Man hat das Gefühl einer wirk 
lichen Musteranstalt und eines Musterbetriebes. Jeder Besucher hat sich 
in vollständiger Bergmannstracht umzukleiden, lange Stiefel, ein 
meterlanger Stab (sonst nur für Steigers, der Bergmannslampe, 
die Herr Bärend im Original vorzeigt, erklärt und besichtigen läßt, 
und die Wanderung beginnt in Stärke von je 5 Mann und einem 
Führer. Wir treten in einen Raum, woselbst ein Mann am Tische 
mit Hebel sitzt und den Fahrstuhl in den Schacht dirigiert. Ein 
Nichtsnnktionieren, sei dieses durch plötzliche Krankheit des Mannes 
oder sonstigen technischen Fehler des Apparats verursacht einen 
sofortigen Alarm. Dann ist die Aufbereitungsanstalt interessant: 
Abnahme der Fehler, das Schüttelwerk, die Sortierung, Wasch 
anstalt für Kohlen, das Verladen derselben sofort in die Eisen- 
bahmvaggons durch darüber sich befindliche Trichter. Zur Ent 
fernung der schlechten Luft durch Luftzug dient ein Flügelrad über 
einen Luftkanal, besonderer Schacht, Wetterschacht genannt. Die 
Gefahren sind besonders Sumpf- oder Grubengas, auch Bcrg- 
mannstod genannt; bei geringstem Licht kann eine schwere Explosion 
erfolgen und sind daher für eine vollständige Sichcrheitslainpe ei» 
Erfindungslohn von 25 000 M. seitens der Behörde ausgesetzt. 
Ebenso gefährlich ist der sehr feine trockene Kohlenstaub, der sich 
allerwärts lagert mit Ausnahme der Tage, die schmutzigem 
Schneetauwetter gleiche». Brände werden in Gruben meistens 
durch Zumauern der Brandstätten erstickt. Der Fahrstuhl legt in 
einer Sekunde etwa 8 bis 20 Meter zurück, also so schnell führt 
man in die Tiefe, auch wieder zurück, da imnier, wenn ein 
Förderstuhl nach unten saust, der andere nach oben fahrt; es 
werden täglich in 8—10 Stunden etwa 20-—20 000 Zentner Kohlen 
nach oben zu Tage gefördert — etwa 800 große hiesige Kohlenwagen. 
Die Schächte selbst haben bis zu 4 Sohlen --- 466 Meter (V, Km.) 
Tiefe, also „unter Tage". Für den Neuling bedeutet dies eine 
gewisse Beklemmung, soweit in finsterer Tiefe der Sonne entrückt 
zu sein. Mit einem „Glück auf" grüßt man überall und wird so 
gegrüßt. Lange, elektrisch betriebene Kohlenzüge findet >nan hier, 
auch von Pferden gezogene. In sogen. Schornsteinen, etwa 
10 Meter langgestreckte Kanäle, erblickt man, in welchen am Ende 
ein oder zwei Heuer sich befinden, die die Kohlenblöcke losschlagen. 
„Ein schwerer Beruf", sagt jeder Besucher unwillkürlich. Ein Heuer 
liefert 80—100 Zentner in einer Arbeitsschicht von 8 Stunden, 
kann es aber bei leichtem Losbrechen auf das Doppelte an Leistung 
bringen. Es arbeiten also 3 Kolonnen pro Tag --- 24 Stunden, 
3X8 Stunden. Die Kohlenadern gehen eigentümlicherweise alle 
schräg, niemals wngerecht, und sind etwa 80 bis 300 Zentimeter 
stark, diese sind in der ganzen Welt in Oberschlesien am stärksten. 
Die Kohlen sind untergegangene ururalte Walduwore. diese sind 
vermoderte und versteinerte Gewächse, als riesige Farne, Schachtel 
halm, Bärenlappen. Schachtelhalme, so groß als unsere heutigen 
Eichen. Auf diesen versteinerten Gewächsen liegt zumeist Ton 
und Sandstein, aus dem damaligen Schlamme der riesigen einstigen 
Wasferströme, die heutigen dagegen ein Windspiel, haben wir 
Schieserton. Es müssen Millionen von Jahren gebraucht worden 
sein, um das zu erreichen, was wir heute so schätzenswert besitzen. 
Ebenso müssen Temperaturen geherrscht haben, überall, wie in den 
Tropen heutigen Tages. Alles Rechnen hört da auf. lind so hat 
die gütige Schöpferhand uns eine Betriebskraft übermittelt für alle 
industrielle Unternehmungen. 
Zum weiteren Punkt der Tatzesordnung: Achttägiges 
Erscheinen der Vereinszeitung, Anträge und Entschließungen 
des Bezirksverbandes zum Provinzialverbandstage meldeten 
sich eine stattliche Anzahl von Mitgliedern, die sich alle für 
eine gesunde Stärkung unserer Bewegung aussprachen. — 
Ueber die letzthin stattgefnndene Sedanfeier des Vereins 
durch einen Ansmarsch vom Vereinslokale nach Schmargen 
dorf ist festzustellen, daß sich der von einer großen Menschen 
masse begleitete Festzug durch Friedenau viel Freude nnd 
Anerkennung erwarb. Voran drei Marschallstabsträger, dann 
die Pfeifer und Trommler der Friedenauer Knabenabtcilung, 
die Fahnenträger- nnd -trägerinnen, voran mit dem Banner 
und hinterher all die Angehörigen und Freunde des 
Vereins. Bei flottem Spiel ging es durch die Rheinstraße, 
Kirchstraßc, Friedrich-Wilhelm-Platz, Wiesbadenerstraße unter 
Führung der beiden Vorsitzenden des Vereins nach 
Schmargendorf. Hier war es im Lokale „Waldschloß" bei 
der Kaffeepanse belustigend anzusehen, wie die Knaben 
abteilung emsig dem Kaffee und Kuchen zusprach; na, die 
kleinen Musiker haben es ja auch redlich verdient. Auch 
dieses Sichstärken fand bald seinen Abschluß, und wieder 
ging es weiter in den Dahleiner Wald mit Musik. Dort- 
selbst allbekannte Waldspiele bis zur Dunkelheit, um endlich 
nach dem Abendessen den Rückmarsch nach Friedenau anzu 
treten; ivohl an hundert Stocklaternen nnd Fackeln sah man 
durch die Straßen ziehen, bis endlich am Kaiser-Wilhelm- 
Brunnen auf dem Friedrich-Wilhelm-Platz nach dem Ab 
singen des „Heil Dir im Siegerkranz" unter Begleitung der 
Mnsikabteilung man sich trennte in dem Bewußtsein, eine 
wirkliche, fröhliche Volks-Sedanfeier verlebt zu haben. — 
Kurz vor Schluß der Versammlung wurde noch auf den 
Theaterabend des Vereins, zum Besten der Weihnachts- 
beschernng der Kinder, am Sonnabend, dem 13. M., im 
Kaiser-Wilhelm-Garten aufmerksam gemacht, Einlaßkarten zu 
50 Pfg. dazu bei den Mitgliedern Kossakowski, Schmargen- 
dorferstraße 35, Imin, Kaiser-Wilhelm-Garten, Widasch, 
Stubenranchstr. 16, Strehler, Lauterstr. 5/6. 
o Der Deutsche Tierschutzverein zu Berlin, Pots 
damerstraße 125, bittet uns um Aufnahme nachstehender 
Notiz: Bei Eintritt der kälteren Witterung werden die 
Laubenkolonien »achtund nach verlassen nnd damit sind in 
vielen Fällen auch die zum Schutze der Lauben angeschafften 
Hunde überflüssig geworden. Viele wissen nun nicht, wo 
sie diese Hunde unterbringen sollen und lassen sie, um keine 
Unbequemlichkeiten zu haben, einfach auf dem Gelände 
zurück, wo die armen Tiere dann der Kälte und dem 
Hunger ausgesetzt sind. Wir machen darauf aufmerksam, 
daß der Deutsche Tierschutzverein zu Berlin jedes überflüssige 
Tier kostenlos in seinem Tierdepot, Berlin O 27, Schickler- 
straße 4, aufnimmt, auch auf Benachrichtigung hin kostenlos 
abholen läßt. 
o Die Versorgung ehemaliger Offiziere ist durch 
das bekannte Rundschreiben des Kriegsministers an die 
industriellen Betriebe wieder in den Vordergrund gerückt. 
Es ist daher gerade jetzt von Bedeutung, darauf hinzu 
weisen, daß im Deutschen Reiche bereits eine Organisation 
besteht, welche sich die wirtschaftliche Hebung der inaktiven 
Offiziere zur Aufgabe gemacht hat. Es ist dies die 
„Offizier-Wohlfahrts-Gesellschaft, e. V." in Berlin stV., 
Bayreuther Straße 38, die in zahlreichen Regimentern und 
Einzelmitgliedern über ganz Deutschland verbreitet ist. Sie 
hat verschiedene sehr zweckmäßige Wohlfahrtseinrichtungen 
getroffen uird gibt den Mitgliedern in ihrem Organ, der 
bekannten Offizierszeitschrift „Das Offiziershaus" ständig An 
weisungen zur Erlangung von Stellen und Betätigungs 
möglichkeiten in kaufmännischen und kommunalen Betrieben. 
Auch in Fällen, in denen unverschuldet iu Not geratene 
Kameraden Hilfe forderten, hat sich die „Offizier-Wohlfahrts 
Gesellschaft e. V." glänzend bewährt. 
v Flüchtige Fürsorgezöglinge. Aus der Fürsorge- 
anstalt in Zehlendorf Am Urban entsprangen gestern vier 
Fürsorgezöglinge, und zwar die drei Brüder Rudolf, Willi 
und Richard Schröder und der 13 jährige Rudolf Ritter. Sie 
trugen sämtlich Anstaltskleidung. Bis jetzt ist es nicht ge 
lungen, sie zu ergreifen. 
o Ein Wohnnngseinbrnch ist gestern im Hause Oden- 
waldstr. 8 verübt worden. Als die Wvhnuugsinhaber von 
einem Spaziergange nach Hause kamen, entdeckten sie, daß 
die Korridortür unverschlossen war. Alles ließ darauf schließen, 
daß ein Dieb in die Wohnung gedrungen war. Es wurde 
denn auch festgestellt, daß eine Uhr und 2 Ringe gestohlen 
waren. Von dem Diebe fehlt jede Spur. 
o Von einem rohen Burschen angefallen wurde 
gestern früh gegen 0 Uhr in der Rheinstraße nahe der 
Steglitzer Grenze der Kaufmann Walter Frederking ans der 
Wexstr. 20. Der Ueberfallene erhielt von dem Rohling ohne 
jede Veranlassung einen Messerstich in den Kopf. Von einer 
Festlichkeit zurückkehrende Sanitäre der Schöneberger Kolonne 
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nahmen sich des Vcrletzleit an imb brachten ihn nach der 
hiesigen Sanitätswache, ivo er verbnnden wurde. Der 
Messerstecher wurde gleichfalls von Schöneberger Sanitären 
festgenommen und zur Polizeiwache gebracht. 
VereinL-Dackrickten 
Morgen Dienstag tagen: 
Stenogrnphenverein „Stolzc-Schrey". '/,9 Uhr in der Gemeinde- 
Mädchenschule, Goßlcrstraße. Diktatschreibcn in verschiedenen Ab 
teilungen. 
Bund der Haus- und Grundbesitzer-Vereine Groß-Berlin. Eine 
erweiterten Delcgicrtcn-Versammluug findet am Freitag, 12. 
September, 8>/, Uhr Abends, im kleinen Fcstsaale des Lehrer 
vereinshauses, Berlin, Alexandcrplatz (gegenüber der llntergrund- 
bahnstalioiO statt. Die Tagesordnung lautet: 1. Gemeiner Wert 
und Ertragswert mit Bezug auf das Wehrbeitragsgesetz. Referent: 
Herr WirklicherGchcimerOber-RegieruugsratMiiiistcrialdirektora.D. 
Dr. Hermes. 2.' Steuerliche Ungeheuerlichkeiten. Referenten: 
Rechtsanwalt Wilhelm Walter, Syndikus des Grundbesitzervereius 
Schönhauser Vorstadt, Postinspektor Otto Siebert, Volkswirtschaft 
licher Beirat des Bundes Groß-Berlin. 
Scboneberg 
—o In das Handelsregister ist eingetragen wordeil: 
Nr. 41 457. Firma Otto Eduard Linke in Berlin-Schöne 
berg. Inhaberin: 'Otto Eduard Linke, Kaufmann, Berlin- 
Schöneberg. — Nr. 12 430. Vorbergstraße 11 Grundstücks 
gesellschaft mit beschränkter Haftung. Sitz: Berlin-Schöne 
berg. Gegenstand des Unternehmens: Die Verwaltung und 
Verwertung des Grundstücks Vorbergstraße 11 in Schöneberg 
und die Vornahme aller damit zusammenhängender Geschäfte. 
Stammkapital: 20 000 Nt. Geschäftsführer: Kanfmann 
Willy Rautmann in Berlin-Schöneberg. — Nr. 12 427. 
Koeppeif & Co., Bangesellschaft mit beschränkter Haftung. 
Sitz: Berlin-Schöncberg. Gegenstand des Unternehmens: 
Der Betrieb eines Baugeschäftes, insbesondere die Aus 
führung von Bauarbeiten für fremde Rechnung, sowie der 
Abschluß anderer Geschäfte, welche mittelbar oder unmittel 
bar hiermit zusammenhängen. Stammkapital: 30 000 Bl. 
Geschäftsführer: Maurermeister Earl Koeppen in Berlin- 
Schöueberg, Architekt Franz Grützke in Berlin-Schöneberg. 
— Nr. 12 449. Finowstraße 26 Grundstücksgesellschaft mit 
beschränkter Haftung. Sitz: Berlin-Schöncberg. Gegenstand 
des Unternehmens: Erwerb, Verwertung und Verwaltnng 
des Grundstücks Berlin-Lichtenberg, Finowstraße 26, Ecke 
Oderstr. 18, eingetragen im Grundbuch des König!. Amts 
gerichts Berlin - Mitte von Lichtenberg-Berlin Band 19, 
Blatt 512. Das Staimnkapital beträgt 20 000 M. Geschäfts 
führer: Kaufmann Richard Donig in Berlin-Schöncberg, 
Kaufmann Leopold Kohn in Berlin-Schöneberg (stellver 
tretender Geschäftsführer). 
Berlin und Vororte 
v Wauusee. Hier ist ein Ortsstatut über die Reini 
gung der öffentlichen Wege in Kraft getreten, nach dem alle 
Leistungen mit Ausnahme der Befreiung der Bürgersteige 
von Schnee und Eis nnd ihrer Bestaubung von der Gemeinde 
iibernommen sind. 
Vermischtes 
*0 Mariä Geburt. Die katholische Christenheit begeht heute 
das Fest des Geburtstages der Maria. Es scheint im vierten 
Jahrhundert noch unbekannt gewesen zu sein, weil Augustin be 
hauptet, daß die Kirche keines Menschen Geburt feiere und nur bei 
Jesu und Johannes eine Ausnahme gestatte. 698 macht Papst 
Sergius diesen Tag zu einem der vier Hauptfeste der Mutter 
Gottes. Zum Unterschied von Maria Himmelfahrt oder dem großen 
Frauentag wird dieser Tag als der kleine Frauentag bezeichnet. 
Das Fest Mariä Geburt wird heute noch an verschiedenen Orten 
in feierlicher Weise unter allerlei seltsamen Bräuchen begangen. 
In den alten Bauernregeln spielt der hentige Tag gleichfalls eine 
Rolle; denn — Maria Geburt, Bauer, sä' dein Korn. — Wird 
Maria Geburt gesät, ist's nicht zu früh und nicht zu spät — heißt 
cs. Auch den Abschied der Schwalben kündigt dieser Tag uns an, 
wie aus dem alten Spruch hervorgeht: „Mariä Geburt — Zieh» 
die Schwalben fürt". In der Tat, sie rüsten sich zur Abreise, die 
kleinen glückbringenden Segler der Lüste. Hoch auf dem Simse 
zwitschern sie uns ihr letztes Picd und ihr Abschiedswort zu. Sie 
erinnern uns daran, wie kurz der Sommer ist. 
, *o Praktisch. In einem Theater in Uorkshire war folgendes 
Plakat zu lesen: Damen, die ihr Haar an den Hüten befestigt 
haben, ist gestattet, die Hüte aufzubehalten! Damit war die leidige 
Hutsrage für dieses Theater zur Zufriedenheit gelöst. 
Wetteraussichten. 
Dienstag: Vielfach wolkig, am Tage ziemlich mild, bei 
mäßigen südwestlichen Winden, keine erheblichen Niederschläge. 
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