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Periodical volume Nr. 209, 05.09.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

Seite wird gespart, auf der andern Leite schmeißt man das 
Geld wieder hinaus. Man könne ja der Frau Pählchen 
die Verpflichtung auferlegen, daß sic nur Ortsansässige be 
schäftige. Man sehe bei anderen Gelegenheiten nicht so auf 
den Tauscndmarkschein, warum hier. Die hiesigen Ge- 
wcrbctreibendcn werden immer zurückgesetzt. Bürgermeister 
Walger berichtigt zunächst die Aeußerung des Herrn Berger, 
daß die hiesigen Gewerbetreibenden zurückgesetzt würden. 
Man habe immer die hiesigen Gewerbetreibenden in erster 
Linie beriicksichtigt. Weiter sagte Herr Berger, daß man 
manchmal nicht so auf d^n 1000-M.-Schein sehe. Auch das 
ist nicht richtig. Es mag sein, daß man oftmals Gelder 
bewilligt für Zwecke, die Herr Berger nicht für richtig hält. 
G.-V. Kalkbrcnner stellt fest, daß sich der Unterschied 
nur auf 2000 M. stellt. G.-V. Richter unterstützt ebenfalls 
den Antrag Haustein. Man habe bei vielen Gelegenheiten 
schon die hiesigen Gewerbetreibenden berücksichtigt, u. a. auch 
bei der Kühlenlieferung und könne es auch in diesem Falle 
tnn. Vanrat Altmann gibt noch zur Erklärung, daß durch 
das Hinzukommen von weiteren 800» Kubikmetern sich das 
Angebot der Frau Pählchen ans 19 600 M. erhöht. G.-V. 
Uhlenbrock wünscht Auskunft, ivelche Preise bei früheren 
Bauten gezahlt wurden. Baurat Altmann antwortet, daß 
3,10, auch 4 M. siir das Kubikmeter schon gezahlt wurden. 
Knauer verlange 2,14 und Frau Pählchen mit der Be 
seitigung der alten Fundamente 2,50 M. Der Preis sei 
wirklich außerordentlich niedrig. G.-V. Haustein bemerkt, 
daß bei diesem Preis von 2,50 M. kein Verdienst heraus 
springe. Dieser sei sicher von Frau Pählchen so niedrig gestellt 
worden, nur damit sic Beschäftigung habe. Bürgermeister 
Walger betont, daß der Bauausschuß geglaubt habe, dcu 
Mindestfordernden zu empfehlen, da ihm die Differenz zu 
groß erschien. Alan könne ja nun nach den geltenden Be 
stimmungen dem Drittmindestfordernden die Arbeiten geben, 
wenn er ein Friedcnauer ist. Er stelle anheim, zu be 
schließen, was man für richtig halte. Wenn gesagt wurde, 
Frau Pählchen solle verpflichtet sein, nur Friedcnauer zu 
beschäftigen, so könne man diese Verpflichtung auch der 
Firma Knauer übertragen. G.-V. Haustein weist darauf 
hin, daß es sich bei Frau Pählchen um 8 Familien handele, 
mit vielen Kindern, die brotlos würden. Bürgermeister 
Walger bemerkt, er sei auch dafür, daß in erster Linie 
Friedenaner beschäftigt werden, aber man könne doch nun 
nicht behaupten, wenn man' Frau Pählchen die Arbeiten 
nicht gebe, daß dann die Familien gleich der Armen- 
vcrwaltung zur Last fallen. Frau Pählchen habe doch auch 
noch andere Beschäftigung. Das ist eine Behauptung, die 
durch nichts bewiesen werden kann. Das sind Schlagworte. 
Alan möge doch nicht gleich tun, als wäre die Armut in 
Friedenau nun wer weiß wie groß. Es ist ganz unzu 
lässig, derartiges ausznsprcchen. G.-V. Haustein meint, 
wenn man seine Ausführungen auch nicht gleich wörtlich zu 
nehmen brauche, so beweise das Angebot doch die 
Notlage. Die Arbeitslvsenstatistiken beweisen doch alles 
zur Genüge und die. Not werde, noch größer iverden. 
Bürgermeister Walger bestreitet nicht die Notlage, 
"nullt 1 dürfe nur nicht behaupten, daß die Familien der 
Armenverwaltung zur Last fallen, wenn man Frau Pählchen 
die Arbeiten nicht bewillige. G.-V. Matthics unterstützt 
auch den Antrag Haustein. G.-V. Ott hat Bedenken, daß, 
wenn man nicht den Mindestfordernden berücksichtigt, leistungs 
fähige Firmen sich in Zukunft nicht mehr an Ausschreibungen 
beteiligen werden. Das würde zu Belastungen der 
Gemeinde führen. G. - V. Haustein ist der Ansicht, 
daß man derartige Arbeiten garnicht öffentlich auszuschreiben 
braucht. Man sollte sie ohne weiteres einem Friedcnauer 
Unternehmer übertragen. Bei einer solchen Notlage müsse 
man zunächst dafür sorgen, daß die Ortsangesessenen Be 
schäftigung haben. Der Antrag Haustein, Frau Pählchen 
zum Preise von 19 500 M. die Ausschachtungsarbeitcn für 
den Jiaushausbau zu übertragen, wird mit großer Mehr 
heit beschlossen. Gleichzeitig werden dem Baurat für diesen 
Zweck 20 000 M. zur Verfügung gestellt. 
Nach dem Bericht des Vaurats Altmann ivird die 
Eisenrahmcnkvnstruktion für den Turnhallen- und Aulaban 
der 3. Volksschule dem Eisenverkaufskonstruklionsbüro über 
tragen, jedoch mit der Bedingung, daß die Arbeiten die 
Firma Steffens & Nölle ausführt. Die Preise sind für das 
Meter 28,75 M. für die Eisenkonstruktion, 29,78 M. für 
das Dach und 28,75 M. für Gitterträger. 
Der Errichtung einer Oberlehrerstelle, einer Vorschul 
lehrerstelle und einer Hilfslehrerstclle am Rcformrcalgym- 
uasium zu Ostern 1914 wird ohne Erörterung zugestimmt. 
Ebenso bewilligt die Gemeindevertretung 200 Nt. nach 
„Durch welche meiner bisherigen Handlungen bade ich 
di» ein Recht gegeben, mich solcher Erbärmlichkeiten fähig 
;u halten?" 
„Ah bah! — In dem Punkte ist eine Frau wie die 
andere. Wenn es auch nicht jede versteht, ihre weiblichen 
Schwächen hinter dem schön drapierten Mantel unnah 
barer Hoheit zu verbergen. Aber ich wiederhole, daß ich 
solche Schachzüge und kleine Listen nicht sonderlich liebe. 
— Es ist mir ja auch nicht eingefallen, dich zu fragen, 
was der Herr Konsul Cäsar Frederilsen dir zu schreiben 
hatte." 
„Ich verstehe nicht, in welchem Zusammenhang diese 
Dinge miteinander stehen sollten, Hubert!" 
Er pfiff durch die Zähne, dann, indem er eifrig weiter 
malte, sagte er mit geflissentlichem Zynismus: 
„Ich bin ja von Hans aus ein verzweifelt einfältiger 
und argloser Menschi aber mitunter sehe ich doch zufällig 
etwas, was ich wohl eigentlich nicht hätte -Eh^" sollen. 
So zuln Beispiel, wenn man einem Brief, «r nach be 
endeter Lektüre in den Schreibtisch — oder inDy besser in 
den Papierkorb — gehört, gleich einem köstlichen Heiligtum 
einen Platz auf dem Herzen gewährt. Der Herr Konsul 
würde sich ohne Zweifel sehr geehrt fühlen, wenn er es 
wüßte." ' 
Helga öffnete ohne ein Wort der Verteidigung einen 
Knopf ihrer Taille und zog ein zusammengefaltetes Blatt 
hervor, das sie ihrem Manne entgegenhielt. 
„Ich hatte dir eine Beunruhigung ersparen wollen," 
sagte sie — noch immer ohne in Haltung und Stimme 
das leiseste Anzeichen einer ungewöhnlichen Erregung zu 
offenbaren —^„aber ich sehe ein, daß ich unrecht daran 
zur Beschaffung eines Klaviers für die Volksschule. G.-V. 
Kalkbrcnner drückt hierbei seine Freude darüber aus, daß 
cs so gekommen sei. Er habe schon gelegentlich der Vor- 
anschlagsbcratung darauf hingewiesen, wie kläglich es sei, 
ein altes Klavier für die Volksschule zu beschaffen. 
Schöffe v. Wrochem berichtet, daß der Betrag von 
1500 M., der für die Jugendpflege in den Voranschlag ein 
gestellt wurde, nicht übermäßig hoch gewesen wäre, was 
eine Ueberschreitnng zur Folge hatte. Nach Hinzurechnung 
der Zinsen aus der Kaiser-Wilhelm-Jnbiläumsstiftung, sei 
noch ein Betrag von 200 M. erforderlich. Er bittet ferner 
noch, dem Jngendpflegeausschuß die Verwaltung der Zinsen 
aus der Jubiläumsstiftung zu übertragen. Es werden 
diesem Antrage gemäß die 200 M. nachbewilligt und dem 
Ausschuß wird die Bestimmung über die Verwendung der 
Zinsen ans der Kaiser-Wilhelm-Jubiläumsstiftung übertragen. 
(Schluß folgt.) 
Lokales 
(Nachdruck unserer o-Lriginalartikel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
o Bezirks-Verein Süd-West. In der gestrigen Monats- 
Sitzung im „Reinbrandt", Beginn 9 Uhr Abends, wurde vor 
Eintritt in die Tagesordnung das verstorbene Vorstands 
mitglied Herr Sekretär Otto Scholz durch Erheben von den 
Plätzen geehrt. Nach der Genehmigung des Protokolls erfolgte 
die Aufnahme der Herren Stadtschulrat Stubbe, Architekt 
Hugo Braun und Stadlsekretär Otto. Der Magistrat teilt mit, 
daß die Feststellung des Bebauungsplanes der Fontaneschule 
in nächster Zeit bestimmt zu erwarten ist; einem Antrage 
des Vereins gemäß sollen in den nächsten Etat versuchsweise 
Mittel eingestellt werden, zur Unterstützung unbemittelter 
Eltern zwecks Erleichterung des Eintritts ihrer Kinder in 
ein Handwerk. In einem dritten Schreiben macht der 
Magistrat auf di^ ncneingerichtete Seefischhandlung im 
Friedcnauer Ortsteil aufmerksam. Herr Steuerrevisor Eickerdt 
berichtete über die neue Wertsteuer. An der Hand von 
Beispielen wurde gezeigt, wer zu den Steuern herangezogen 
ivird, wie die Wertermittelnng des Vermögens besonders des 
Grundvermögens erfolgt. Bei diesem empfiehlt es sich in den 
weitaus meisten Fällen nicht den Ertragswert, sondern den 
gemeinen Wert anzugeben. Maßgebend ist der 1. Dez. 1913. 
Ein Drücken um die Steuerpflicht ist sehr erschwert, und 
was man am Wehrbeitrag etwa weniger zahlt, wird nachher 
bei der Vermögenszuwachssteuer gezahlt werden müssen. Die 
Steuerklärung erfolgt durch die Beitragspflichtigen d. h. die 
jenigen, die mehr als 20 000 M. besitzen, und durch diejenigen, 
die bei einem Einkommen von mindestens 4000 M. mehr 
als 10 000 M. Vermögen haben. Bei mehr alWlO 000 M. 
Vermögen muß die Erklärung ohne Aufforderung erfolgen. 
Die Strafbestimmungen in Hinterziehungen sind sehr hart. 
Auch für diejenigen, die ihr Vermögen zwecks Steuer 
hinterziehung ins Ausland bringen. Zur Auskunft über das 
Vermögen sind alle Behörden verpflichtet mit Ausnahme 
der Sparkassen und der Notare. Zahlreiche praktische Bei 
spiele erläuterten die Art der Erhebung und der Höhe des 
Beitrags. In Abzug zu bringen sind Renten, die mit dem 
8^/2 fachen der Jahrleistung zu kapitalisieren sind. Der Vor 
tragende empfiehlt in allen Zweifelfällen sich aufs Steuerbüro im 
neuen Rathaus zu begeben. Auf eine Anfrage des Herrn Spanholz 
erklärt der Vortragende, daß der letzte Geschäftsabschluß vor dem 
1. Dezember 1913 für die Einschätzung benutzt kvcrdcn kann. 
Zum zweiten Punkt, Stadverordnetenwahlcn, teilt der Vor 
sitzende mit, daß siir den Ortstcil Friedenau nur Mieter- 
kandidatcn ausgelost worden sind, daß daher die hishcrigeu 
Hausbesitzerkandidaten, die Herren Peine und Seidel, Wahl 
kreise im Berliner Ortstcil erhalten haben. Für den Friede- 
nauer Ortsteil hat der Vorstand selbstverständlich die Herren 
Nester und Springer aufgestellt, wofür der Vorsitzende um 
Judemnität einkommt. Den in einem Flugblatte erhobenen 
Vorwurf, durch die liberale Fraktion sei der Zuschlag von 
1100/o erfolgt, nennt der Vorsitzende eine Unwahrheit. Gerade 
von Seiten der freien Fraktion ist schon 1912 auf die Er 
höhung hingearbeitet worden. Damals ist sie nur durch 
die liberale Fraktion verhindert worden. Herr Stadtv. 
Trengcürodt teilt mit, daß in dem 11. Bez. Abt. l Herr 
Behr gegen Herrn Kolosser von der Mehrzahl der Wähler 
aufgestellt worden. Herr Trengebrodt empfiehlt mit warmen 
Worten die Wahl des Herrn Stadtv. Bester. Herr Stadtv. 
Bamberg empfiehlt die Wahl des Herrn Dr. Springer. 
Den Wunsch des Herrn Trengebrodt, daß die Wahl des 
Herrn Arch. Seidel gesichert sein müsse, will Herr Stadtv. 
Bamberg als Vertreter des betr. Bezirks möglichst zu erfüllen 
trachten. Stadtv. Bester dankt in herzlichen Worten für seine 
getan habe. Und ich ersuche dich deshalb, den Brief meines 
Zelters zu lesen." 
Ohne in seiner Beschäftigung innezuhalten, schüttelte 
Hubert ablehnend den Kopf. 
„Oh, ich bin gar nicht neugierig. Je weniger ich mit 
den Hamburger Herrschaften zu tan habe, desto mehr ist 
meinem Wohlbefinden gedient. Wenn es dem Herrn Kon 
sul beliebt, die abgebrochenen Beziehungen zu dir groß 
mütig wieder aufzunehmen, so ist das eine Sache, gegen 
die ich nichts einzuwenden habe, die aber lediglich dich und 
ihn angeht. Für meine eigene Person wünsche ich sehr 
dringend, daß es bei dem Abbruch sein Bewenden be 
halte." 
„Aber es handelt sich nicht um eine Wiederaufnahme 
abgebrochener Fainilien-BeZiehungcii; cs handelt sich über 
haupt nicht um Cäsar und mich, sondern um meinen 
Bruder Henry und um — um das Kapital, das ich ihm 
vor meiner Verheiratung zur Verfügung gestellt habe." 
Hubert nahm den Pinsel, den er noch eben so eifrig 
geführt hatte, in die Linke und streckte seine Rechte nach 
dem Briefe aus. Der spöttische Zug war mit einem Male 
von seinen Mundwinkeln verschwunden, und wie jäh auf 
steigende Besorgnis spiegelte es sich in seinen Zügen. 
„Wenn es so ist, dürfte allerdings auch ich einiges 
Interesse an der Sache haben. Und ich finde, daß du dich 
etwas spät auf das Vertrauen besinnst, das du mir schuldest." 
Er begann zu lesen, und immer finsterer zogen sich 
während der Lektüre seine Brauen zusammen. Als er zu 
Ende gekommen war, befreite er sich mit einer ungeduldigen 
Bewegung von dem Malgerät und trat auf Helga zu. 
_ „Das find ja sehr erfreuliche Neuigkeiten. — Dein 
Aufstellung. Seine Worte zeigten ein tiefgehendes Verständnis 
und Interesse für die Bedürfnisse des Friedenaner L rlsteils, 
die nachgesuchte Indemnität wird erteilt. Zu deu Verkehrs 
und Interessen fragen wünscht Herr Akertinat einen Droschken- 
halteplatz. Ein dahingehender Antrag findet allseitige Zu 
stimmung. — Schluß 1t Uhr. 
n Zweite Hypotheken und Gemeinden. Auf dem 
Hessischen Städtctage zu Rotenburg a. F. sprach Magistrats- 
Assessor Dr. Ernst-Hanau über die Hilfe der Gemeinden bei 
der Beschaffung zweiter Hypotheken. Hierzu hat der 
Provinzialvcrband der Haus- und Grundbesitzervereine von 
Hessen-Nassau die Hilfe der Städte angerufen. Er strebt 
die Errichtung einer Pfandbriefbank für zweite Hypotheken 
an. Diese Pfandbriefe sollen von der Provinz garantiert 
werden. Um die Provinz gegen Verluste zu schützen, sollen 
die Städte der Provinz wieder eine Garantie übernehmen 
„in Höhe der in ihrem Stadtgebiet und unter ihrer Zu 
stimmung vorgenommenen Beleihungen". Um endlich auch 
die Städte vor einer Inanspruchnahme zu schützen, soll für 
die Sicherheit der Schuldverschreibungen das Institut mit 
seinem gesamten Vermögen hasten. Außerdem soll jeder 
Hypothckenschuldner in Höhe von 10 Prozent des ursprüng 
lichen Schnldkapitals mit seinem gesamten Vermögen haften. 
Ferner soll ein Garantiefonds gegründet werden und 
schließlich eine besondere Sicherheitsmasse, welch letztere ans 
den bei Empfang des Darlehens zu zahlenden Beträgen in 
Höhe von 1/2 Prozent ans dem Unterschied zwischen den 
Zinsen der Pfandbriefe und der Hypothckenzinsen gespeist 
werden soll. Die Hypotheken sollen von der Bank ans 
unkündbar sein und durch ständige jährliche Abtragungen 
getilgt werden. Die Hypothekenfrage sei ein Teil der 
Wohnungsfrage und nicht eine neue Kreditfrage. An der 
Wohnungsfrage könne aber heute keine Stadtverwaltung 
mehr teilnahmslos vorbeigehen, weshalb auch die Städte 
die Pflicht hätten, an der Lösung der Hypothckenfrage n il- 
zumirken. Ein gewisses Risiko bleibe wohl bestehen, aber 
dieses könne durch geeignete Maßnahmen auf ein Minimum 
beschränkt werden. — In der anschließenden Debatte kamen 
die verschiedenartigsten Meinungen zum Ausdruck. Die 
meisten Redner wollten, daß man den Städten die Er 
greifung geeigneter Maßnahmen selbst überlasse, während 
andere die Ausführbarkeit des'Problems überhaupt für 
zweifelhaft halten. - Ter Vertreter von Kassel erklärte, daß 
die Stadt Kassel an einem solchen Institut sich nicht be 
teiligen werde. Schließlich wurde der Vorstand beauftragt, 
eine Fünferkommission zu ernennen, dieser die Bearbeitung 
der Materie zu übertragen und dem nächsten Städtetag, der 
in Arolsen stattfindet, Vorschläge zu unterbreiten. 
v Friedenaner Wohnungs-Anzeiger. Der mit dem 
„Friedenaner Lokal-Anzeiger" verbundene „Friedenaner 
Wohnungs-Anzeigers" hat sich als billiger und wirksamer 
Wohnungsvermittler bestens bewährt. Nur 40 Pfg. kostet die 
Zeile, dafür erscheinen die Anzeigen eine volle Woche hindurch 
im „Friedenaner Lokal-Anzeiger" und in den Anschlägen 
an den Wannsee- und Ringbahnhöfen. Sie müssen jedoch 
bis Sonnabend Mittag 12 Uhr im Besitz der Geschäfts 
stelle) Rheinstraße 15 sein. Später eingehende Anzeigen 
können für die Sonntagnummer nicht mehr berücksichtigt 
werden. 
0 Die Zahl der kommmialcii Arbeitsnachweisstcllen 
sowie derjenigen, die mit kommunaler Unterstützung betrieben 
werden, betrug nach einer amtlichen Uebersicht am 1. Januar 
d. I. in Preußen 312 gegen 280 am 1. Jaruar 1912. 
Gesuche von Arbeitgebern gingen von diesen ein im Jahre 
1912 insgesamt 1 175 537 gegen 1 052 573 im Jahre 191 l 
und 837 738 im Jahre 1910. Arbeitnehmer richteten sich 
1912 in 1 439 121 Fällen, 1011 in 1 305 994 Fällen »nd 
1910 in 1 158 757 Fällen an die Arbeitsnachweise. Ver 
mittelt wurden von ihnen 1912 910 004. 1011 818 220 
und 1010 053 519 Stellen. Die Vermittlungstätigkeit hat 
also mit der Zunahme der Inanspruchnahme Schritt gehalten. 
v In dem .Konkursverfahren über das Vermögen 
des Kaufmanns Raimund Michaeli, Hedwigstr. 17, ist zur 
Abnahme der Schlußrechnung des Verwalters, sowie zur 
Anhörung der Gläubiger über die Erstattung der Auslagen 
und die Gewährung einer Vergütung an die Mitglieder deS 
GlänbigcrausschusseL der Schlußtermin auf den 23. September 
1913, Mittags 12 Uhr bestimmt. 
v .Klasscnlotteric. Die Frist zur Erneuerung der Lose der 
Klassenlotterie läuft am Sonnabend, dem 6. September. 
Abends 0 Uhr, ab. Die Ziehung der 3. Klasse beginnt am 
10. September. 
o Das Viofontheater in der Rheinftraste 14, hat 
wieder für den heute stattfindenden Programmwechsel eine 
Hamburger Vetter drückt sich ja mit der ganzen Vorsicht 
des diplomatischen Kaufmanns aus; aber -seiest eine so 
hochgradige Einfalt wie die meinige kann doch den Sin» 
des Briefes zwischen den Zeilen herauslesen. Und dieser 
Sinn lautet kurz und bündig: Henry Frederiksen freyt 
wieder einmal vor dem Banlrott." 
„Ich glaube nicht, daß es so gemeint ist, Hubert! 
Cäsar spricht von einer noch vorhandenen Möglichkeit, 
einen Zusammenbruch abzuwenden. Und wie ich ihn kenne, 
weiß ich, daß es ihm Ernst damit ist. Er würde mich nicht 
bitten, meinen Einfluß auf Henry geltend zu machen, wenn 
er die Ueberzeugung halte, daß es bereits zu spät ist." 
Hubert Almrüder blickte noch einmal in den Brief, 
dann knitterte er ihn zusammen und schleuderte ihn zornig 
auf einen Tisch. 
„Ein schöner Lohn für deine schwesterliche Liebe und 
Opferwilligteit. Mein Herr Schwager benutzt dein Geld, 
um sich in waghalsige Spekulationen einzulassen. Natürlich, 
er kann es ja leichten Herzens tun, da er selber nichts 
dabei zu verlieren hat. — Selbstverständlich mußt du ihm 
das Darlehn auf der Stelle kündigen und mußt mit aller 
Entschiedenheit auf sofortiger Rückgabe bestehen." 
„Wenn es meine Absicht gewesen wäre, ihn eines 
Tages zugrunde zu richten, hätte ich ihn nicht erst vor dem 
Untergänge zu bewahren brauchen, Hubert! Ich habe 
ihm bei der Hingabe gesagt,-daß er mir das Geld erst 
dann zurückerstatten solle, wenn es ohne Gefährdung seiner 
geschäftlichen Existenz gesihehenNSime. Und du wirst mir 
nicht zumuten, an meinem Bruder wortbrüchig zu werden." 
' (Körnung ,okgl.)
        
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