Path:
Periodical volume Nr. 206, 02.09.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

recht war im ölten § 7 nur nebenher erwähnt. — Wenn 
gleich wir mich bei manchen Bestimmungen eine andere 
Fassung gewünscht haben, so sind diese Aenderungen nicht 
non derartig praktischer Bedeutung, um gegenüber dem ab 
lehnenden Standpunkt des Herrn Landrats ans ihre Bei 
behaltung zu beharren. Wir beantragen daher, beschließen 
zu wollen: Die in der Vorlage zu Punkt 11 der heutigen 
Tagesordnung vorgeschlagenen uitd diesem Protokoll als 
Anlage beigefügten Aenderungen des unterm 23. Januar 
1913 beschlossenen Einquartiernngs-Ortsstatnts werden in 1. 
und 2. Lesung genehmigt. 
Vorläge betreffend das Ausmärtswohnen der Gcmeindebcamten und 
Lehrer. 
Die vielfacheit Bemiihnngen sowohl des Magistrats 
Berlin-Schönebcrg als auch des unterzeichneten Gemeinde- 
vorstandes, die Nesidenzpflicht der Beamten und Lehrer im 
Sinne einer gewissen Freizügigkeit einheitlich für Groß- 
Berlin zu regeln, haben leider zu keinem Erfolg geführt. 
Die ablehnende Haltung, die namentlich die Gemeinden 
Berlin und Berlin-Wilmersdorf einnahmen, veranlaßte auch 
die Gemeinde Berlin-Schöneberg, ans ihrem im Schreiben 
vom 23. November 1910 vertretenen Standpunkt, nach 
ivelchem das Wohnen ihrer städtischen Beamten und Lehrer 
in Berlin-Friedenau nur noch ausnahmsweise und mit be 
sonderer Genehmigung gestattet sein solle, auch weiterhin 
zu beharren. Unseren Beamten und Lehrern ist zurzeit das 
Wohnen in anderen Gemeinden im allgemeinen nicht ge 
stattet. Nur in Berlin-Schöncberg dürfen sie ohne weiteres 
wohnen. Diese Ausnahme ist begründet in einem mit der 
Stadt Schönebcrg im Jahre 1901 getroffenen Ab 
kommen, das in dieser Hinsicht bis auf weiteres Gegen 
seitigkeit verbürgte. Als dann im Jahre 1910 dieses Ab- 
koutmen seitens des Magistrats Schöneberg rückgängig ge 
macht wurde, beschloß die Gemeindevertretung auf unseren 
Borschlag am 15. Dezember 1910, trotz der entgegengesetzten 
Haltung Schönebergs unseren Beamten und Lehrern das 
Wohnen in Schöneberg nicht zn verbieten. Man hegte da 
mals die Hoffnung, es würde sich eine einheitliche Regelung 
für ganz Groß-Berlin erreichen lassen und Schöneberg würde 
dann seinen ablehnenden Standpunkt aufgeben. Nachdem 
mm alle ans dieses Ziel gerichteten Bemühungen gescheitert 
sind, und die anderen Gemeinden, insbesondere Berlin- 
Schöneberg, ihre' Beschlüsse streng durchführen, liegt mich für 
uns keine Veranlassung zu einer Ausnahme mehr vor. Im 
Gegenteil gebietet uns die Rücksicht auf unsere eigenen Ver 
hältnisse, in gleicher Weise vorzugehen und auch unseren 
Beamten und Lehrern das Wohnen in Berlin-Schönebcrg 
in Zukunft nicht mehr mehr zu gestatten. Wir beantragen, 
beschließen zu wollen: Diejenigen Beamten und Lehrer, die 
in Berlin-Schönebcrg wohnen, haben mit Ablauf ihres zur 
Zeit laufenden Mietsvertrages ihren Wohnsitz nach hier zu 
verlegen; Ausnahmen sind nur mit besonderer Genchmigtmg 
des Gcmeindevvrstandes zulässig. 
Vorlage betreffend Löschung einer Hypothek. 
Auf dem Grundstück Lauterstraße 19/20, Ecke Nied- 
straße ruht zugunsten des Fräulein Margarete Rockel in 
Berlin-Mariendorf eine Hypothek in Höhe von 27 000 Al. 
Dieselbe ist nun zum 1. April 1914 gekündigt worden. Die 
Kündigung ist rechtmäßig erfolgt. Die Deckung ans An 
leihe- oder Neservefondsmittcln bereitet keine Schwierigkeiten 
und wird im Voranschlag für 1914 vorgesehen werden. Um 
die Belastung des Grundstücks nach erfolgter Zahlung ans 
der Welt zu schaffen, ersuchen ivir, folgenden Beschluß zu 
fassen: Die Gemeindevertretung erklärt sich mit der Löschung 
der im Grundbiiche von Berlin-Friedenau, Band 3, Blatt 
524 eingetragene Hypothek von 27 000 M. einverstanden 
und ermächtigt den Gemeindevorstand zu einer dement 
sprechenden Erklärung. 
Lokales 
(Nachdruck unserer o-Originalartikel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
o Sedan. Gestern vor 43 Jahren fand die Schlacht 
bei Sedan statt und heute gedenken wir der so bedeutnugs- 
vvllen Kapitulation von Sedan, bei der sich Napoleon III. 
als kriegsgefangen erklären mußte. Der Tag von Sedan 
als Nuhmestag Deutschlands gibt uns nicht den Anspornt zu 
neuen Kricgstaten um jeden Preis, er beseelt uns im 
Gegenteil mit jener patriotischen Genugtuung, die zufrieden 
mit dem Erreichten nichts anderes wünscht, als dauernde 
Erstarkung der Verhältnisse, die 1870/71 mit dem Schwerte 
erkämpft wurden. Der Tag von Sedan ist für uns eine 
Mahnung zum Frieden; gerade das Volk, welches das 
Höchste errungen, Einigkeit und Freiheit, Achtung und Ehre, 
soll dabei stehen bleiben und nicht nach dem zweifelhaften 
Ruhme des Eroberers trachten. Das deutsche Reich gehört 
zu den wenigen großen Staaten der Geschichte, welche dieser 
Versuchung widerstanden haben, und die oft wiederholten 
Fiiedensivorte unseres Kaisers geben uns die Gewähr, daß 
in Zukunft wir die bleiben werden, die wir unter Wilhelm I. 
und Friedrich III. waren. Machtvoll und stark ist unser 
Vaterland, aber auch friedliebend und treu, und so wird es 
bleiben. Die Losung aber, die über jedem Sedantage mit 
Flammenschrift geschrieben steht und die auch heute als 
heiliges Gelöbnis in unser aller Herzen widerklingt, sei 
allezeit: „Mit Gott für Kaiser und Reich!" — In unseren 
Schulen siel in diesem Jahre wegen der heutigen Herbstparade 
die besondere Scdanfeier aus. Es fanden dafür bereits gestern 
kleine Feiern statt. In der letzten Unterrichtsstunde wurde 
von den Lehrern auf die Bedeutung des Tages hingewiesen. 
Einige Klassen machten auch Ausflüge. — Der Mäuner- 
Turnvereiu veranstaltet seine Sedanfeier am Sonntag, 
dem 7. September, wie üblich durch ein Turn- und Spiel- 
fest auf dem Spielplatz am Maybachplatz. Das Programm 
ist folgendes: Vormittags 9 Uhr: Wetturnen der Jünglinge 
und Knaben. Nachmittags 3i/ 2 Uhr: Marsch der Kuaben- 
und Blädchenabteilniigen mit Musik vom Schulhof der 
Gemeindeschule au der Schwalbacher Straße nach dem Fest 
platz. (Alle übrigen Festteilnehmer versammeln sich um 
3'/ 2 Uhr auf dem Fcstplatz.) Nachmittags 4 Uhr: Allgemeine 
Freiübungen der sämtlichen Tiirnabteilimgen. Allgemeines I 
abteilimg: Springen; Jünglingsabtcilung: Barren; I.Kuabeu- 
abtcilnng: Bock mit Schwungbrett, Freispringen; 2. Knabeu- 
abteiluug: Ringe; Damenabteilung: Barren. Stnrmspriugeu; 
Mädchenabteilungen: Rundlanf, Ringe, Freispringen, Barren), 
darauf Soudervorführungen: Stabhochspringen. Schlagball- 
Weitschlagen: (Männer, Jünglinge, Knaben). Laufübungen: 
(Hindersnislaufen der Knaben; Hürdenlaufen der Knaben; 
Stafettenlauf der Jünglinge und Männer). Allgemeine 
Turnspiele. Gemeinsames Lied: Deutschland über alles. 
Ansprache des Vorsitzenden. Siegcrverkündiguug. Schluß 
lied: Lieder stimmt au. 
o Nicht zutreffend. In der Tagespresse findet sich 
mehrfach die Notiz, daß die in der letzten Sitzungsperiode 
unerledigt gebliebene Novelle zum Einkommensteuer- und zum 
Ergänzungssteuergesetz dem Landtage bei seinem Wieder 
zusammentritt wieder vorgelegt tverden würde, und daß die 
Entwürfe im Finanzmisterium bereits einer teilweisen Neu 
bearbeitung unterzogen worden seien. Wir können ans 
offiziöser Quelle mitteilen, daß diese Nachrichten nicht zu 
treffend sind. 
v Kleinhandel mit Bier usw. In Erläuterung eines 
früheren Runderlasses, betr. den sogen. Schalterausschank in 
Gast- nud Schaukwirtschaften, wird darauf hingewiesen, daß 
Schalter, welche dem Kleinhandel mit Bier, Apfelwein oder 
nicht alkoholhaltigen Getränken dienen, nicht unter die nnzu- 
lässigeu Schalterausschankstellen fallen, deren Beseitigung in 
dem angeführten Erlasse angeordnet war. Der Kleinhandel 
mit Bier ist nicht erlaubnispflichtig und kann nicht durch 
das Verbot eines Schalterbetriebes beschränkt werden. Die 
etwa vorhandenen Schalter bedürfen daher nur dann einer 
Nachkonzessioniernng, wenn sie znm Schankbetrieb oder zum 
Kleinhandel mit Branntwein oder Spiritus verwandt werden 
sollen. Wo ein Bedürfnis hierzu nicht vorhanden ist, wird 
der Ausdehnung der Konzession auf die Schaltereiurichtungeu 
nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen entgegenzu- 
treten sein. 
o Die „Historische Wcltnhr". Vor längerer Zeit 
brachten wir eine Beschreibung der „Historischen Weltuhr" 
deren Schöpfer bekanntlich der Bürgermeister Ehrich in 
Berlin-Friedenau ist. Wir sind nun in der Lage mit 
teilen zu können, daß dieses allgentein bewunderte 
nrdeutsche Kunstwerk sich im Besitz der Gemeinde Thale 
a. Harz befindet und dort in einem künstlerischen Alt- 
Harzstil-Gebände den Besuchern des weltbekannte Bodetals 
zugänglich gemacht ist. 
o Choleragefahr. Nach hierher gelaugten Nachrichten 
ist mit einer rveiteren Verbreitung der Cholera in den 
Balkanländern zu rechnen und ist die Gefahr einer Ein 
schleppung auch nach Preußen nicht ausgeschlossen. Bei 
dieser Sachlage ist es geboten, allen chvleraverdächtigen Er- 
krankungen, insbesondere ans den Balkanstaaten kürzlich 
zugereisten Personen, besoitdere Aufmerksamkeit zuzuwenden 
und gegebenenfalls sofort die bakteriologische Uutersttchuug 
zu veranlassen. 
o Das Biofontheater in der Nheinstraste 14, bringt 
von heute, dem Sedantage, den glänzenden Lustspiel 
schlager in 2 Akten „Hurra, Einquartierung" erstmalig zur 
Vorführung. Eine äußerst drollige Episode aus dem 
Soldatenleben mit obligaten Liebensabenteuern spielt sich 
vor den Augen der bestens amüsierten Zuschauer ab. 
Seelenkonflikte nennt sich ein spannendes Drama einer 
jungen Lebedame, recht realistisch dargestellt mit versöhn 
lichem Schluß. Die Gewiitnung des Talkums stellt ein 
ivisseuschaftlicher Film dar, den jeder mit großem Interesse 
folgen dürfte. „Seine Mutter" heißt ein rührendes Drama 
aus Wild-West, das — wie alle amerikanischen Films — 
großartig dargestellt und szenisch naturwahr aufgemacht ist. 
Die alte Geschichte von dem verlorenen Sohne in neuer Be 
leuchtuug interessant und spannend dargestellt, fesselt dieses Bild 
ungemein. Die Wochenrevue von Pathö fräres bringt 
wieder viel neues aus aller Welt in bunter Folge, atich das 
Tonbild ist ganz nett. Die unheilbringende Spinne und 
Leo als Kinoregisseur sind spaßige Komödien, die jeden zum 
Lachen reizeit. Das gut ventilierte Biofontheater erfreut 
sich stets eines regen Besuches des besseren Friedenauer 
Publikums, was es vor allem seinen klaren, naturwahren 
Bildern verdankt. 
o Quovadis? Das gewaltigste Filmdrama aller Zeiten, 
ein Cines-Knnstfilm, wird jetzt täglich ab 3 Uhr nachmittags 
in den „Hohenzollern-Lichtspielen", dem schönsten und vor 
nehmsten Lichtspieltheater Friedenaus, vorgeführt. Wir 
empfehlen unsern Mitbürgern, sich dieses hervorragende 
Drama ans der Zeit der Christenverfolgungen in Rom, 
anzusehen. 
o Zu einem wüsten Anftritt kam es am Montag 
Abend um 6 Uhr am Lauterplatz. Eine Bulldogge siel 
einen großen Bernhardinerhund au und biß sich so fest, 
daß es zunächst nicht gelang, die beiden Tiere auseinander 
zu bringen. Der Besitzer des Bernhardinerhundes, der über 
seinen angefallenen Hund jammerte, kam dann fast ins Raufen 
mit einigen Männern, die auf die Tiere mit Schirmen und 
Stöcken einhieben. Es dauerte ziemlich lange, bis man 
die wütenden Tiere auseinander gebracht hatte. Anstatt nun 
froh zu sein, daß die Tiere wieder getrennt waren, schnitt 
der Besitzer des Bernhardiners den Maulkorb seines Hundes 
durch und hetzte das wilde Tier auf die Dogge, die mau 
inzwischen in ein Geschäft gebracht hatte. So begann die 
widerliche Szene von neuem. Der Bernhardiner schleifte 
jetzt die erschöpfte Dogge aus dem Geschäft heraus und biß 
sich aus Leibeskräften fest. Da die ungeheure Menschenmenge, 
die sich inzwischen angesammelt hatte, versuchte, die tobenden 
Hunde zn trennen, lief das Publikum Gefahr, schließlich selbst 
von den Tieren angefallen zu werden. Der am Lauterplatz 
postierte Schutzmann sah während der ganzen Zeit dem 
skandalösen Auftritt zu und wußte sich nicht zu helfen. 
Schließlich gelang es einem Mann, durch einen Eimer Wasser 
die Tiere auseinander zu bringen. Der Aufforderung eines 
Passanten, den Besitzer des Bernhardinerhundes, einen Herrn 
aus der Stierstraße, festzustellen, weil er seinen Hund auf 
die Dogge absichtlich gehetzt und damit das Publikum in 
die größte Gefahr gebracht hatte, kam der Schutzmann zu- 
> besitzeru klar gemacht, daß man bifftge Hunoe aus cmer 
öffentlichen Straße nicht ohne Maulkorb herumlaufen läßt 
resp. nicht aufeinander hetzt. 
o Zwei .Kinder enfführt, aber wiedergefunden. 
Eine Frau H. aus der Akazienstraße in Schöneberg holte 
gestern Abend ihr im Katholischen Kinderhort in der Hohen 
staufenstraße untergebrachtes jüngstes Kind ab. Sie hatte 
ihre beiden anderen Kinder, ein Mädchen von drei Monaten 
und einen Jungen von 1'/, Jahren im Kinderwagen mit 
genommen und auf dem Hofe des Kinderhortes stehen lassen, 
während sie das jüngste aus dem Hause holte. Als sie mit 
dem Kinde auf dem Arm den Hos wieder betrat, war der 
Wagen mit den beiden anderen Kindern verschwunden. Haus 
bewohner hatten gesehen, daß ein Mann mit dem Wagen 
eilig davongefahren war. Alles Suchen der geängstigten 
Mutter blieb zunächst erfolglos, bis es später gelang, den 
Mann, einen Geisteskranken, im Bereich des 6. Polizei- 
Reviers aufzufinden und ihm seine merkwürdige lebende 
Diebesbeute abzunehmen. Der gefährliche Kranke wurde 
vorläufig in Haft genommen. 
o Vom eigenen Wagen überfahren. Gestern Vor 
mittag wollte der Kutscher Gustav Marunde aus Friedenau, 
der einen Wagen der Paketfahrtgesellschast führte, vor dem 
Hause Schloßstraße 90 von seinem Gefährt abspringen und 
geriet dabei mit dem linken Bein in ein Hinterrad. Der 
Verunglückte wurde nach der Rettungswache geschafft, wo 
Quetschungen des Beines festgestellt wurdeit. Nach An 
legung eines Verbandes wurde er in einem Krankenwagen 
nach seiner Friedenauer Wohnung befördert. 
o Brandstiftung. Am Montag Morgens gegen V 2 4 llhr 
wurde, wie uns nachträglich gemeldet wird, die Schöne- 
berger Feuerwehr nach dem Hause Crauachstr. 57 gerufen. 
Dort war im (Seitenflügel in der bisher von dem Schlosser- 
meister M. bewohnten Wohnung ein gefährliches Feuer aus- 
gebrochen. Als die Feuerwehr nach kurzer Zeit an der 
Brandstelle erschien, waren die Wohnung und die Treppen 
vollkommen verqualmt. Um au den Brandherd heranzu 
können, mußten die Feuerwehrleute erst die Tür einschlagen. 
Das Feuer selbst wurde innerhalb kurzer Zeit gelöscht. Wie 
der Befund an der Brandstätte deutlich bewies, liegt un 
zweifelhaft Brandstiftung vor. M., der seine Miete nicht 
hatte bezahlen können und mit seinen besten Sachen gerückt 
war, ist unter dem Verdacht der Brandstiftung verhaftet worden. 
o Von einer Elektrischen überfahren. Heute Vor 
mittag stellten sich an verschiedenen Stellen der Rheiustraße 
mehrere Kinder aus, um die vom Paradefelde zurückkehrenden 
Truppen der Potsdamer Ganrison zu begrüßen. Als eben 
eine Schwadron Leib-Gardehusaren an der Peschkestraße 
vorüberritt, lief ein zwölfjähriger Knabe auf das Straßen- 
bahngleis. In diesem Augenblick kam ein Wagen der 
Linie I) in voller Fahrt daher. Der Junge wurde von 
dem Wagen erfaßt und geriet unter die Schutzbretter. Es 
wurde ihm ein Ohr abgerissen und der Kopf erheblich verletzt. 
In bewußtlosem Zustande brachte mau den Knaben zu 
Herrn Dr. Tützer. 
o Hihschkagi Wahrscheinlich infolge der Hitze fiel am 
Sonnabend mittag der Straßenbahnführer G. S. ans der 
Wartburgstr. 43 in Schöueberg an der Endhaltestelle der 
Durlacher- Ecke Prinzregenteustraße in Ohnmacht. Tie 
Rettungswache der Wilmersdorfer Feuerwehr brachte den 
Bewußlosen zur Klinik in der Kaiserallee 30, wo ihm ält 
liche Hilfe zuteil wilrde. 
o Die Proben des Friedenauer .KirchenchvrS de- 
ginnen am Mittwoch,'dem 3. September. Anmeldungen neuer 
Mitglieder nimmt gern entgegen W. Harriers-Wippern, 
Königl. Nlusikdirektor, Ringstr. 56. Sprechstunde: Mittwoch 
5—0 Uhr. 
VeremsDackrickten 
Morgen Mittwoch tagen: 
Verein der Gartenfreunde, Abends 9 Uhr, im oberen kleinen 
Saale des „Hohenzollern" Moitatsversammlung. Bekanntgabe der 
Vorgärten- und Bnlkonprämiierungen. Interne Ausstellung von 
Echnittblumen und Gemüse. Vottrag des Herrn Obergärtner Stabe 
Kegelklub „Friedenau 1909" (Mitglied des Verbandes Berliner 
Kegelklubs E. V.) kegelt jeden Mittwoch von 8'/, Uhr Abends im 
Lautcrpl.-Casino, Hauptstr.80. Gäste und neue Mitglieder willkommen. 
Thcaterverein „Terres" 1873! Sitzungen jeden Mittwoch 
9'/, Uhr im Vercinslokal Paul Spanholz, Steglitz, Körnerstr. 48c. 
Gäste als Mitglieder und Spieler sind herzlich willkommen. 
Tie Jugendvereinigung Friedenau 1910 ladet ihre Mitglieder 
zu der am Tonnerstag, dem 4. September, Abends pünktlich 
8'/, Uhr. im Vercinszimmer (Schulhaus Albestraße) stattfindenden 
Versammlung ein. Wie schon mehrfach erwähnt, ist für den 
kommenden Sonntag ein Ausflug nach den Schlachtfeldern von 
Großbceren geplant. Zivecks näherer Rücksprache ivollcit sich die 
Mitglieder am Donnerstag recht zahlreich einfinden. Sollte 
jemand verhindert sein, an der Versammlung teilzunehmen, und 
möchte die Partie doch mitmachen, so ivolle er sich rechtzeitig an 
den Vorstand wenden, damit er die nähereit Angaben frühzciliz 
crhalteit kann. Die Führung hat Herr Lehrer Lange frenndlichei- 
weise wieder übernommen. Um recht rege Beteiligung ivird gebeten. 
Scköneberg 
—o Die Ergänzungsmahlen zur Stadtverordnetem 
Versammlung finden im November statt. Außerdem ist auch 
eine Ersatzwahl für den infolge Verzuges ausgeschiedenen 
Stadtverordneten Dr. Rohäst erforderlich. Der Magistint 
hat nunmehr die Anordnung gettvffeu, daß in den uachbe- 
nannteu Wahlbezirken mindestens je ein Hausbesitzer zu 
wählen ist: in der 3. Abteilung Bezirke 2, 6, 10; in der 
2. Abteilung Bezirke 1, 7, 9 und in der 1. Abteilung 
Bezirke 6, 6, 7, 9, 10 und 11. 
6erlm und Vororte 
§o „Wo sind die Toten?" Kommenden Donnerstag 
abend um 8*/ 2 Uhr wird Rechtsanwalt I. F. Rutherford 
vom Gerichtshöfe der Stadt Neuyork auf seiner Eiiivpareist 
einer Einladung folgend seinen berühmten Vortrag auch in 
Berlin halten und zwar in' den „Corrcordia-Festsälen. Ter 
Eintritt ist vollständig frei. Der Vortrag findet lediglich 
im Interesse der allgemeinen Volksbildung statt, und der 
philantropische Geist, der in der Veranstaltung desselben zu»
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.