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Periodical volume Nr. 204, 31.08.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

Prof. Dr. Dvncckh konstruiert ist. Der Apparat bestes,t im 
Wesentlichen huö einem Spiegel, der tu der genauen M,itle 
der Wendemarke aufgestellt wird und in dem die Wende- 
markeii-A!itte durch ein Fadenkreuz markiert ist. Bon der 
Mitte des Kreuzes bis zum Rande des Spiegels läuft eine 
rote Linie nach dem innern Raume der Flugbahn, also 
nach derjenigen Seite, an welcher die Wendemarke nicht 
passiert werden darf. Ein Rohransatz mit einem Okular 
dient zum Betrachten des Spiegels. Dieser Donath'sche 
Konti ollspieqel wird an der Wendemarke so aufgestellt, daß 
seine Längsachse den voraussichtlichen Bahnivinkel halbiert. 
Das Okular ist hierbei von der Oefsnung des Winkels ab- 
gewandt. lim eine genaue horizontale Einstellung des 
Apparates zu ermöglichen, ist an ihm eine Wasserwage be 
festigt, die genau einspielen muß. Wird im Spiegel ein 
Flugzeug sichtbar, so hat es die Wendemarke richtig gerundet, 
wenn es im Spiegel nicht über die rote Linie geflogen ist. 
Start und Ziel des Wettfluges ist bekanntlich auf dem 
Flugplätze Johannisthal. Die Teilnehmer umfliegen Berlin 
an dem ersten Tage einmal, am zweiten Tage zweimal 
auf folgendem Wege: Vom Flugplatz Johannisthal nach 
Klarahöhe bei Lindenberg, von da nach dem Flugfeld 
Schulzendorf, dann über die Kaserne zwischen Barnstedt 
und Eiche nach dem Luftschisfhafen Potsdam und von dort 
in gerader Linie (nicht wie im vorigen Jahre über Teltow) 
zurück Johannisthal. 
o Ein neues Geschäft ivird die hier bestens bekannte 
Tapeten- und Linoleum-Firma M. Friedebold ach Montag, 
dem 1. September, im Hanse Dürerplatz 4 Ecke Begasstraße 
eröffnen. Das Hauptgeschäft befindet sich Rheinslraße 5l. 
Herr Friedebvld ist seit 25 Jahren in Friedenau und hat 
es verstanden, sein Geschäft durch umsichtige Leitung, 
Führung bester Ware und Ausführung guter Arbeit einen 
festen Kundenkreis zu sichern, der sich durch das neue 
Geschäft hoffentlich nvech erweitern tvird. Die Firma 
M. Friedebvld hält ein reiches Lager von Tapete», 
Wandspaitnstusfen, Linoleum, Wachstuchen, Kokos- und Stoff- 
läufern, -Fußboden- und Wandbelag. Indem wir unseren 
Mitbürgern empfehlen, sich bei Bedarf der genannten Firma 
zu erinnern, wünschen ivir gleichzeitig Herrn Friedebvld in 
seinem neuen Geschäft viel Glück. 
v „Jugend-Fluglvehr". An den Litfaß-Säulen be 
finden sich seit einiger Zeit Plakate, welche in etwas hoch 
trabender Sprache zur Gründung einer „Deutschen Jugend- 
Flugwehr" auffordern. Befremdlich ist, daß dieser Aufruf 
zwar Eintrittsgeld und MonntSbeitrag der Mitglieder der 
geplanten Bereinigung, foiuie deren „Büro" angibt, aber 
keine Naniensunterschrift trägt. Man weiß daher nicht, 
von welcher Seite diese Gründung ausgeht und ver 
antwortet wird. 
o Der Frühstürksbcutel als Bazillenträger. In der 
jüngsten Sitzung der Samariterkolonne in Oberschöneweide 
wurde über die Diphtherie- und Scharlachepidemie, die dort 
seit Wochen herrscht, debattiert. Dabei ivurde betont, daß 
die Gefahr einer Ilebertragung der Krankheit durch die 
Frühstücksbeutel keineswegs von der Hand zii weisen sei. 
nächsten Morgen umgetauscht werden. Sie kommen dann 
mit den anderen Beuteln in Berührung und gehen häufig 
am nächsten Tag zu einer andern Familie. Es wurde in 
der Versammlung nun anempfohlen, wenigstens mährend 
der Zeit der Epidemie Papiertüten zu benutzen, die nach 
deut Gebrauch gleich vernichtet werdem 
o Schnell tritt der Tod . . . Der im 79. Lebens 
jahre stehende Rechnüngsrat Wolfs siet, als er mit seiner Frau 
in der Schloßstraße spazieren ging, lautlos zu Bodeu und blieb 
regungslos liegen. Der schnell hinzugerufene Arzt Dr. Waldau 
konnte nur noch den durch Herzschlag erfolgten Tdd des 
Herrn feststelle». 
o Beim Turnen verunglückt ist der hier in der 
Offenbacher Straße 8 wohnhafte Schüler eines Wilmers- 
dorfer Realgymnasiums Haus D. Er zog sich eine Brust 
quetschung zu und mußte ins Elternhaus geschafft werden. 
o Um 1290 M. im Borortzuge erleichtert wurde 
ein Juwelier ans Schöneberg. Er hatte mit drei Bekannten 
einen Ausflug gemacht imd fuhr Abends zwischen 8 und 
8’/? Uhr von Strausberg nach Hause. Während der Fahrt 
bekamen es Diebe fertig, ihm seine Brieftasche zu stehlen, 
die außer wertvollen Legitimatvnspapieren einen Tausend 
und zwei Hundertmarkscheine enthielt. Der Tat driitgeud 
verdächtig erscheinen zwei Herren und eine Dame. Schon 
beim Einsteigen verursachten diese eilt unnötiges Gedränge. 
Die Ermittelungen nach den Spitzbuben waren bisher ohne 
Erfolg. 
v Der Dieb, der, wie gemeldet, in der Bäckerei von 
Julius Wanke, die Gesellenkammer aussuchte, ist als 
der stellungslose Bäckergeselle Paul Hillmer ails der Haupt 
straße in Schöneberg ermittelt worden. Es werden ihm 
mehrere derartige Diebstähle zur Last gelegt. 
o Blinder FcuerlärM. Am gestrigen Freitag Abend 
gegen %5 Uhr wurde die Schöueberger Feuerwehr nach der 
Crauachstr. 08 gerufen, wo eine Wohnung aus bisher nicht 
ganz geklärter Ursache vollkommen verqualmt war. Nachdem 
die Wehr festgestellt hatte, daß keine Gefahr bestand, rückte 
sie nach kurzer Zeit wieder ab. 
Forljetzung des Lokalen in der Beilage. 
Berlin und Vororte 
§o In Marienfelde Ivurde den vom Gemeindevorsteher 
vorgelegten Vertragsentwürfen zwecks Abschlusses von Ver 
trägen mit dem Rittergutsbesitzer Kiepert, bezw. der Dres 
dener Bank, mit Prof. Möhring und Geh. Baura! Prof. 
Gerlach in Danzig wegen Ausstellung eines Bebauungsplans 
für die Gemarkung Marienfelde nach eingehender Beraumst 
zugestimmt. Der Bebauungsplan wird danach 2b 000 M. 
kosten. Für die Ausstellung eines Teilbebauunasplanes 
für das Gelände zwischen der Lankwitzer und Marieudorfer 
Grenze, dem Köiiigsgrabeu und der Dresdener Eisenbahn 
wurden 1000 Bl. bewilligt. 
§» Josef Kainz-Theater am Kleinen Wannsee, Station 
Wannsee. Heute Sonntag, nachm. 3 Ilhr findet „Schnee 
wittchen", abends r>'/ 2 Uhr „Iphigenie" statt. „Gygs und 
sein Ring" wird am l. und 4. September nachm. 5 Uhr 
(nicht wie im Programm steht um 3 Uhr) wiederholt; 
Dienstag, dem 2. September, nachm. 5 Uhr wird noch ein 
mal „Des Meeres und der Liebe Wellen" gespielt; Mitt 
Oft liegen die Frühstücksbeutel während des ganzen Tages wach, dem 3. (für Schüler ermäßigte Preise) und Freitag, 
in deck Wohnungen, ehe sie vom Bäcker" abgeholt oder ain""DÄn 5. <vept., nachm. 5 Uhr'geht .sSnppho" in Szene, 
während Sonnabend, dem-0., nachm. 5 Uhr (mit der üb 
lichen Ermäßigung für Beamte) „Iphigenie" gespielt werden 
soll. — Die Dampfer zu den Wochentngsvorstellunge». die 
stets um 5 Uhr ansaugen, gehen von der Brücke der Kreis 
schisfahrt in Wanusee um 4 llhr 10 Min. ab. — Billetts 
wie immer: in Berlin bei A. Wertheim, in Wannsee au der 
Theaterkasse (Tel. 723) und der Auskunftei am Bahnhof 
(Tel. 727). 
Vereins-Nachrichten 
Der „Schutzverband der Schwerhörigen" hält seine nächste 
Mitgliederversammlung am Donnerstag, dem 4. September 1013, 
Abends präzise 8V, Ilhr, in den Kammersälen, Teltvwerstt. 1, nahe 
Halleschcs Tor, ab. In derselben wird Frl. Dr. Liese Hermann 
über Berufswahl und Berufsberatung sprechen. Der Verband sieht 
bekanntlich den Zusammenschluß aller Schwerhörigen ohne Rücksicht 
auf Geschlecht, Stand und Konfession vor, uin den wirtschaftlichen 
Benachteiligungen Schwerhöriger entgegen zu wirken. Für die 
Schwerhörigen kommt der „Vielhörer" zur Anwendung. Freunde 
und Gönner der Bestrebung sind herzlichst millkommeis. 
Gerichtliches 
(;) Der Kesselschmied Anton Kutschora, der sich mit anderen 
Kollegen in Chnrlottenburg in eine Schlägerei einlief;, wurde zii 
2 Monaten Gefängnis verurteilt. 
Geschäftliches 
Zigarren nnd Zigaretten aus der Zigarrenfäbrik von 
Wollermaiin & 5trause, HandjerHstr. 03, sind bei passionierten 
Rauchern beliebt. Zu dieser Beliebtheit beigetragen hat die billige 
Preisstellniig bei Lieferung guter Tabake. Die inländische Tabnk- 
faurika'ion hat sich in so vorzüglicher Weise entivickelt, daß man 
gut auf teure Importen verzichten kann. Es merden in aiigeinrssenet 
Preislage hervorragende Tabake geliefert. Wir empfehlen unsern 
Lesern, die Anzeige der Firma Wollermann L Krause in der vor 
liegenden Nummer zu beachten. 
ElgT Unangemessene und übertriebene Vergnügungen am 
Einsegnmigslage verwische» den Eindruck von der Bedeutung dieses 
Tages und erwecken leicht die Ansicht, als ob mit diesem Abschnitt 
nicht der Ernst, sondern die Annehmlichkeiten des Lebens begönnen. 
Alan behandle daher die wichtige» tleinen Persönlichkeiten- an 
ihrem Ehrentage immer noch als Kinder, nicht nlS Erwachsene. 
Auch in der Kleidung des festlichen Tages verwöhne man das 
Kind nicht durch übermäßigen Luxus. Die Qualität des Gewandes 
und Schnhiverks soll auch durch praktische Erwägung bestimmt 
werden; das lenkt de» Sin» der Kleinen nicht nur aus das Prunkende, 
sondern auch auf das Nützliche. Zu letzlerem zählt namentlich in 
lwgienischer Beziehung unbedingt das Schuhiverk und zwar in aller- 
erster Linie. Was auf diesem Gebiete — wenn auch nur aus Un 
wissenheit — gesündigt wird, ist schwer zu schildern. Sehr vielen 
Müttern und Piftern ist nämlich noch unbekannt, daß der sogen. 
Backfisch oder reifere Knabe ein Schuhwerk zu tragen hat, das den 
noch in der Entwicklung begriffenen Proportionen des kindlichen 
Beines resp. Knöchels angepaßt sein muß, da im Einsegnungsalter 
lediglich der Fuß fast stets so lang ist, ivie er für die künftigen 
Lebensjahre bleibt. Aus diesem Grunde muß hier das Schuhiverk 
einen schmaleren Schaft und niedrigere» Spann haben, dann ist 
der fachmännisch richtige Schaftschnitt dem schlanken Bein an 
gepaßt. Wer daher seinem Liebling mit der Gabe neu- 
funkelnder Einsegnnngsstiefel nicht Unbequemlichkeit oder Pein 
bereiten null, beachte aufs Genaueste diesen hygienischen Fingerzeig. 
Solches Schnhzeng für das EinsegnnngSalter wird inan ganz sicher 
in sämtlichen Grvßberliner Filialen des sehr bekannten Schuh- 
hanfes Leiser finden. Hier ist steis eine besonders große Auswahl 
moderner Einsegnnngsstiefel za haben, welche nicht nur wegen 
ihrer großen Preiswürdigkeit, sondern auch ivegen ihrer Hallbarleit 
und schicken Ausführung bekannt sind. 
Weiteraussichten. 
Sviiiiinq: Zunächst vielfach wolkig bei mäßiqeii snd- 
ivestlicheu Winden mit Restfit und H-eiviUerneigung, später 
wieder ziemlich heiler aber kühler. 
Verantioortlicher Schriftleiter: Hermann Martini»« Friedenau. 
Hierzu eine Beilage. 
nseen» 
Meine Sprechstunden halte ich 
wieder in vollem Umfange ab. 
Dr. imli. Foss 
Tpezialarzt für innere 
Krankheiten einschl. Mnsien- 
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R Ocher, gross, fein mild 
1912er Havanna 
Comtesse, kein n. pikant 
La Dca 
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10« 
100 
100 
100 
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8 
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12 
12 
La Rescrva, kein mild 
La Dca, Prodilektus 
Santtizza, vorz.ügl. Aroma 
Hennanos, kein mild 
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