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Periodical volume Nr. 39, 14.02.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

spräche statt. Die Tagung wird sich voraussichtlich sehr an 
regend gestalten. 
o Zum Besuche der Erinnerungsfeier der Völker 
schlacht bei Leipzig sollen den Mitgliedern der Kriegcr- 
und Veteranen-Vereine, der freiwilligen Sanitätskolonnen, 
der Samariter-Vereine vom Roten Kreuz usw. Fahrpreis 
ermäßigungen auf den preußischen und sächsischen Staats 
bahnen in den Tagen vom 15. bis 22. Oktober d. Js. 
gewährt werden. Der amtliche „Tarif- und Verk.-Anz." 
teilt hierzu mit, daß diese Ermäßigung voraussichtlich von 
sämtlichen dentschen Staatsbahnen und dem größten Teile 
der Privatbahnen gemährt werden wird. Besonders wird 
darauf aufmerksam gemacht, daß die Fahrausiveise nur auf 
Grund von besonderen Bescheinigungen der anerkannten 
Krieger und Militär-Vereine usw. ausgegeben werden. Die 
Fahrkarten müssen spätestens bis zum 15. September bei 
der Fahrkarten-Ausgabe der Zugangsstation unter Angabe 
des gewünschten tarifmäßigen Reisewcgs und des Reisetages 
bestellt werden. 
o Das Biofottlheater in der Rheinstraste 11 bleibt 
seinem Grundsatz treu, durch gut gewähltes Programm und natur 
wahre Bilder sein Publikmn zu fesseln. Das Burgverließ ist ein 
spannender Zweiakter, der das Interesse der Zuschauer von 
Bild zll Bild steigert. Des Kindes Engel ist ein hübsches 
Drama aus einem Steinbruch, atemraubende Handlung, 
vereint mit glaubwürdiger Darstellung geben ein erschütterndes 
Bild von der Rettung eines verloren geglaubten Kindes. 
Nailtes, der große französische Hafen, wird, in hübschen 
Bildern nach der Natur aufgenommen, vorgeführt. Ein 
nettes Tonbild und die neue Wochenrevue von Pathö frores 
bringen hübsche Abwechslung, während die anderen 
Programmnummern heiteren Genres sind. Der komische 
Moritz Prince als schüchterner Ferdinand, der aus Liebe 
zum Durchgänger w.ird, entfesselt Lachsalven bei Jung und 
Alt. Eine ulkige Verwechslung schafft tollen Trubel, in der 
der schüchterne Ferdinand wider Willen hineingerissen wird. 
Haben Sie was zu verzollen? und die seltene Briefmarke 
sind heitere Komödien, die sehr flott gespielt werden und 
viel Beifall finden. Wie Du mir, so ich Dir, ein feines 
Lustspiel, wird ganz famos dargestellt. Das Biofontheater 
ist vorzüglich ventiliert, es herrscht infolge dessen stets eine 
angenehme Temperatur im Saale. Theaterzeilung mit Er 
klärung der vvrgefiihrten Bilder ain Eingang und im Saale 
erhältlich. 
o Quo vadis? kommt vom 2. September ab bis auf 
weiteres in den „Hohenzollern-Lichtspielen", Handjerystr. 64, 
zur Vorführung. Augenblicklich wird in diesem beliebten 
Lichtspieltheater wieder ein äußerst unterhaltsames Pro 
gramm geboten. „Geld" nennt sich ein mimisches Drama 
in 2 Akten. „Mar Linder und die Liebe" ist eine Komödie, 
die den bekannten Kinokünstler wieder in einer Glanzrolle 
zeigt und die Zuschauer zuherzlichem Lachen reizt. Auch die 
übrigen Programmnummern verraten den guten Geschmack der 
Direktion. Die ausgezeichnete Künstlerkapelle sei hier ein 
mal lobend erwähnt. Die Verpflegung in den Hohen 
zollern-Lichtspielen ist die beste. Wir möchten hierbei noch 
besonders darauf hinweisen, daß jetzt bas bekömmliche und 
wohlschmeckende Bier der Pfefferberg-Braucrei eingeführt 
tvorden ist. 
o Treppenläufer im Polizeigewahrsam. Wie wir 
neulich berichteten, hat die Kriminalpolizei eine Diebesgesell 
schaft festgenommen, deren Tätigkeit darin bestand, Läufer 
und Decken aus den Häusern zu stehlen und diese zu 
kulanten Preisen bei Althändlern umzusetzen. Hauptsächlich 
zeigte sich bei diesen Diebstählen die Tochter einer Steglitzer 
Familie, die Zeitungen austrägt, sehr gewandt. Ein Teil 
der als gestohlen ermittelten Läufer bczw. Decken befindet 
sich nun bei der Steglitzer Kriminalpolizei auf Lager. Wir 
weisen nochmals darauf hin, daß sich Bestohlene dort 
melden und ihr Eigentum kostenlos zurückerhalten können. 
o Zusammenstoß. Heute Morgen um 3 /t7 Uhr stieß 
in der Hauptstraße Ecke der Sponholzstraße die Automobil- 
droschke I E 4367 mit einem Gemüsewagen zusammen. 
Hierbei wurde am Automobil das linke Schutzblech ver 
bogen und eine Achse beschädigt. Der Gemüsewagen blieb 
unbeschädigt. Durch den heftigen Anprall wurden aber 
einige Obstkörbe umgekippt und ihr Inhalt fiel auf den 
Fahrdamm. 
Vereins-nacbrichten 
Morgen Mittwoch tagen: 
Kegelklub „Friedenau 1909" (Mitglied des Verbandes Berliner 
Möneberger Bank 4 
E. Q. m. b. H. tu SohSneberg, Hauptstrasse 155. 
Fernsprecher Amt YI 5645. Kassenständen 9—1, 8—5 Uhr. 
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Wechseldiskont Lombard. 
m 
Mentwr «Mt! 
Der auf Herrn Rechnungsrat 
Hugo Krug in Friedenau lautende, 
unterm 28. Mai 1910 ausgestellte 
Hinterlegungsschein über die Police 
Nr. 86 957 ist in Verlust geraten. 
Wenn iitnerhalb dreier Monate 
der Inhaber des Hinterlcgnugs- 
scheines sich nicht bei uns meldet, 
werden wir diesen für kraftlos 
erklären. [0795 
Magdeburg, den 22. August 1913. 
Wilhelm« in Magdeburg 
Allgemeine Acrsicherungs-Aktien- 
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Ulrich Schantl, Rembrandtstr. 11. 
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Lanterplatz-Casino, Hauptstraße 80. Gäste und neue Mitglieder 
willkommen. 
Theatervercin ,,.1'erres" 1873. Sitzungen jeden Mittwoch 
9V ? Uhr im Vereinslokal Paul Spanholz, Steglitz, Körnerstr. 48c. 
Gäste als Mitglieder willkommen. 
Schömberg 
—0 Die Gesamtsumme der von den Schöncberger 
Wahlberechtigten für das Jahr 1913 zu entrichtenden 
Steuern beträgt nach der bis einschließlich 30. August d. I. 
ausliegenden Wählerliste über 7'/z Millionen Mark, nämlich 
genau 7 531 442.06 M. (1012: 6 917 671,48 M.). Der 
letzte Wähler der ersten Abteilung hat in diesem Jahre 
1321,20 M. gegenüber 1248 M. Steuern im Jahre 1912 
zu entrichten. Die zweite Abteilung beginnt mit dem 
Steuerbetrage von 1310,10 M. (im Vorjahr 1247,07 M.) 
und schließt mit einem solchen von 237 M. (im Vorjahr 
222,50 M.) ab, während die dritte Abteilung mit dem 
Steuerbetrage von 236 M. gegenüber 222,48 M. im Jahre 
1912 beginnt. 
—0 Der Spareinlagenbcstaud der Schöneberger Spar 
kasse hat auch in den verflossenen 7 Monaten eine ansehn 
liche Vermehrung erfahren. Es betrugen die Einzahlungen 
vom 1. Januar bis Ende Juli ec. 12 648 854 Al., die 
Rückzahlungen 11 508 619 Al., sodaß sich ein Ueberschuß 
von 1 060 235 M. ergibt. Die Zahl der Sparbücher ist 
entsprechend gestiegen und zwar von 109 166 auf 1 12 932, 
insgesamt um 3766 Stück. Eine weitere Steigerung ist 
auch gegenwärtig zu verzeichnen. Das Verfahren der Ab 
holung der Spareinlagen ans den Wohnungen der Sparer 
hat sich ebenfalls weiter bewährt. Vom Beginn dieses 
Kalenderjahres hat die Teilnahme um 174 Sparer zuge 
nommen. Gegenwärtig sind 4575 Teilnehmer mit einer 
Wocheneinlago von 8406,50 M. vorhanden, von denen 
bisher rund 315 000 M. abgeholt sind. Gegen die gleiche 
Zeit des Vorjahres ist eine Vermehrung um 500 Teil 
nehmer eingetreten und eine Alehreinzahlung um 65 000 Al. 
zu verzeichnen. In dem Bestreben, die Spartätigkeit zu 
fördern, gibt die Sparkasse nach wie vor Sparbücher für 
Neugeborene mit einer gesperrten Einlage von 1 M. an 
deren Eltern unentgeltlich aus. Im laufende Jahre sind 
hierdurch wiederum etwa 1100 derartige Sparbücher zur 
Ausgabe gelangt. Seit dem Bestehen dieser Einrichtung 
vom 1. April 1909 bis Ende Dezember 1012 nmrden 
8662 dieser Sparbücher ausgegeben, die am Schlüsse des 
Geschäftsjahres 1012 einen Einlagenbestand von 305 103 Al. 
nachwiesen. 
—v Dem Hauptmann a. D. Artur Bönicke in Schöne 
berg ist der Rote Adlervrden 4. Klasse verliehen worden. 
—v Bauerlaubnis wurde erteilt für die Grundstücke 
Hauptstr. 148. Bauherr: Willi Dückert, Charlottenburg, 
Hardenbergstr. 40. Ausführung: Baugeschäft Hermann 
Tschasche Berlin, Förster Str. 10 (Umbau). — Kufsteiner 
Straße, Ecke Straße 22. Bauherr und Ausführung: Re- 
gierungsbaumcister Mar Grünfeld, Charlottenburg, Schlütcr- 
straße 53 (Landhaus). 
—0 In das Handelsregister wurde eingetragen bei 
Nr. 41 404. Hugo Bauch, Schöneberg. Inhaber Hugo 
Bauch, Kaufmann, Schöneberg. — Nr. 41 405. Georg 
Jonas, Berlin. Inhaber Georg Jonas, Fondsmakler, 
Berlin-Schöneberg. 
Berlin unci Vororte 
§o Die Orgelkonzerte im Dom, welche mit Anfang des 
September wieder beginnen, finden von jetzt ab nicht mehr 
am Mittwoch, sondern alle 14 Tage am Dienstag, Abends 
8 Uhr statt. Das 1. Orgelkonzert der kommenden Saison 
ist am Dienstag, dem 2. September. 
§0 Der Große Preis von Deutschland, welcher am 
Dienstag bei elektrischer Beleuchtung auf der Radrennbahn 
Treptow stattfindet, hat eine hervorragende internationale 
Besetzung gefunden. Frankreich schickt seine beiden besten 
Flieger, Weltmeister Friol und Hourlier, Italien seinen dies 
jährigen Meisterfahrer Gardellin, für Berlin ein neuer 
Mann, Deutschland ist durch den Ober-Weltmeister Otto 
Meyer, Willi Arend und Lorenz vertreten. Aus der großen 
Masse der Meldungen treten noch Bader, Stabe, Schwab, 
Kndela, Carapezzi, Pawkc, Großmann, von Natzmer 
Techmer usw. hervor. 
0 Berlin-Wilmersdorf. Für folgende Bauten ist 
die Genehmigung erteilt: Düsseldorfer Straße, Ecke Einser 
Straße. Bausherren und Ausführung: Architekten Regierungs- 
UmjussiiQüift ont. grast». 
1 großen Nußb.-Ausziehtisch 
1 große Mäh.-Bettstelle mit Matr. 
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Charlottenburg, Fasaueustr. 67. Ausführung: Architekt 
Georg Jsaac, Berlin-Wilmersdorf, Braudenburgische Str. 42. 
(Umbau des Landhauses.) — Meierottostr. 4. Bauherr: 
Ingenieur E. Prinz. Berlin-Wilmersdorf, Meierottostr. 5. 
Ausführung: Baugeschaft Friedrich u. Ullrich, Berliu- 
Lichtenberg, Herzbergstr. 151. (Umbau.) — Sauerländer 
Straße 5-6. Bauherrin: Elektrizitätswerk Südwest Akt.- 
Ges., Motzstr. 48. Ausführung: Architekt Paul Stanke, 
Berlin-Schöneberg, Belziger Str. 4. (Umformerhaus.) 
Gericbrliebes 
(:) Ter Lchrherr ist berechtigt, den Grund der plötzlichen Eut- 
laffung eines Lehrlings im Lchrzengnis anzugeben. So hat die 
3. Kainnicr des Berliner Kaufmannsgerichts entschieden. Anlaß zu 
dieser Entscheidung gab die Klage des Vaters eines Lehrlings, der 
im letzten Jahre seiner Lehrzeit nnbestrittenerinaßen Kundenlisten 
nebst Bezugsbedingungen für sich abgeschrieben hatte. Der Lehr 
herr führte diese Tatsache iin Zeugnis an, der Vater des Lehrlings 
klagte indessen auf Abänderung des Zeugnisses in der Weise, daß 
cs am Schlüsse des Zeugnisses heißen falle, sein Svhn sei „wegen 
eines in jugendlicher Torheit begangenen Streiches entlassen worden." 
Das Knufmannsgcricht kam zur Abweisung der Klage. Der Lehr 
herr müsse bei begründeter sofortiger Entlassung berechtigt sein, im 
Abgangszeugnis des Lehrlings die Verfehlung selber anzugeben, 
die zur Entlassung führte. Ein Anrecht auf Abänderung des 
Zeugnisses habe Kläger nicht. 
Vermischtes 
*0 Theodor Körner. Heute schließen sich l00 Jahre seit dc:n 
Tode des edlen Freiheitskämpfers und Freihcitssängcrs Theodor 
Körner. Schon bei dem lieberfall der Lützoivcr bei Kitzen am 
17. Juni 1813 glaubte Körner, von der Welt scheiden zu müssen. 
Von drei Hieben zerfleischt, war er auf den Hals seines Pferdes 
niedergesunken. Mühsam hatte sich der Todwunde, nachdem ihn 
die frische' Morgenluft aus der liefen Ohnmacht zum Leben erweckt 
hatte, an den Rand eines Baches geschleppt, um den brennenden 
Durst zu stillen und die Wunden an Stirn Wange zu kühlen. Mit 
zitternder Hand zog er damals seine Brieftasche hervor und schrieb 
das tief empfundene Sonett „Tie Wunde brennt" hinein — ein 
Abschiedsgruß an die Welt. Beeren suchende Kinder fanden ihn 
einige Stunden später in einem Birkenmäldchcn. Er wurde von 
dem Vater der Kinder, einem Tagelöhner, aufgenommen und ge 
pflegt, bis ihn Freunde auf Schleichwegen nach Leipzig brachten. 
Am 25. August trug Körner noch im Kreise seiner Kameraden sein 
kurz vorher gedichtetes Lied vor: „Du Schwert an meiner Linken". 
Noch vor Tagesanbruch des nächsten Tages wurde aufgesessen und 
bald darauf fiel der heldenmütige Sänger unweit Gndebusch. Die 
näheren Umstände seines Todes, die in letzter Zeit wieder viel er 
örtert wurden, sind allgemein bekannt, ebenso die Begräbnisstätte 
des opferfreudigen Frciheitssängers bei Wöbbclin. 
*0 Die Schlacht an der Katzüach. Vor hundert Jahren spielten 
sich Ereignisse der deutschen Geschichte ab, von deren Wesen mir 
uns nur eine schwache Vorstellung machen können, selbst wenn wjr 
die Geschichte in aufmerksamer Lektüre verfolgen. Wer denkt an 
die zerlumpten, oft barfüßigen Landivchrleute, an die Soldaten, 
die zu immer neuen Märschen kommandiert wurden, ohne ihren 
Hunger zu stillen, an die Männer, die in Sümpfen biwakieren 
mußten und an die Hunderte Franzosen, denen von Blüchers 
tapferen Leuten einfach der Schädel mit dem Geivchrkvlbcn einge 
schlagen ivurde, weil das Pulver naß geivorden ivnr! Am 
19. August 1813 wurden die Franzosen bei Löwcnberg in Schlesien 
geschlagen, den 22. August siegten die Russen bei Berggießhübel, 
ciiren Tag später die Preußen bei Grvßbeeren über die Franzosen. 
Am 26. August fand unter Blüchers Leitung die vielgenannte, für 
die Franzosen furchtbare Schlacht an der Katzbach statt, den 
27. Anglist schlug Napoleon 1. die Verbündeten bei Dresden. Die 
Schlacht an der Katzbach, mit der sich der greise Feldinarschall 
Blücher bei seinen Soldaten den Beinamen „Marschall VorivärtS" 
errang, war das kriegerisch wichtigste Geschehnis im August 1813. 
Blücher lockte den Feind in die Hohlwege und Anhöhen an der 
durch starke Regengüsse hochangcschwvllenen Katzbach, seine Leute 
ging«, dann unter tosendem Hurragcschrci im Sturmschritt gegen 
die Franzosen vor, nahmen die Gewehre verkehrt und schlugen so 
todesmutig auf die verdutzten Franzosen ein, bis das ganze 
Viereck des Feindes ein einziger blutiger Hausen ivar. Nur 150 
Lebende und Verwundete wurden aus dem Knäuel herausgezogen 
und gefangen ivcggcführt. Neue Feinde ivurden in die Flucht' ge 
schlagen. Vereinzelt irrten später Franzosen in der durch rauschende 
Wasser verschlammten Gegend umher und begingen vor Hunger 
und Rot Verbrechen. In den Dörfern läuteten die Glocken. Erst 
am I. September erhielten die Truppen den wohlverdienten Ruhe 
tag. Zur Feier des Sieges ließ Blücher mit Kanonen schießen uiid 
anstimmen: „Nun danket alle Gott". 
Ses^LMiches 
MM" Billiges Brennholz. Wir verweisen unsere Leser aus 
die Soiidcrbcilage in dieser Nummer der Holzschnctdcrci Merkur, 
Berlin-Steglitz, Körnerstr. 16. 
Mittwoch: Ziemlich heiter und um Mittag ivarm bei 
schwachen nordwestlichen Winden, keine erheblichen Nieder 
schläge^ . 
Verantwortlicher Schriftleiter: Hermann Martinius: Friedenau. 
Lehrmädchen 
im Alter von 14—16 Jahren aus 
achtbarer Familie gegen monatl. 
Vergütung sofort gesucht. — Mel 
dungen nur in Begleitung der 
Eltern oder des Vormnndes 10 bis 
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Anzeiger, Rheinstr. 15.
        
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