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Periodical volume Nr. 196, 21.08.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

der Grundstücke, die Höhe der Gebäude, die Geschoßzahl, die 
Art der Bauausführung, die Abstände der Bauten, Bordcr- 
uud Hinterhäuser, Größe und Beschaffenheit der Räume, 
Brandmauern, Feuerstätten, Vorgärten. Meist sehen sie 
Einteilung des Baugebietes in Bauklassen oder Zonen, in 
Wohn- und Fabrikviertel vor und unterscheiden geschlossene, 
halboffene, offene, landhausmäßige Bebauung. Die Vor 
nahme von Bauten und baulichen Aenderungen bedarf 
allgemein der polizeilichen Genehmigung — Bau-Erlaubnis 
— die nur versagt werden kann, wenn» polizeiliche Vor 
schriften verletzt sind. Darüber hinaus wird in neuester 
Zeit dem Schutz des Orlsbildes besondere Aufmerksamkeit 
zugewandt: 1007 ist ein besonderes Gesetz gegen die Ver- 
nnstaltnng von Ortschaften und landschaftlich hevorragcnden 
Gegenden ergangen. Es gestattet den Erlaß von Orts 
statuten, wonach die baupolizeiliche Genehmigung versagt 
werden kann, „wenn dadurch die Eigenart des Orts- und 
Straßcnbildes beeinträchtigt werden könnte." 
Lieben der Baupolizei ist auch dem Gemeindcvorstand 
eine Eiuivirkung auf den Anbau an bestiinmten Straßen 
gewährleistet; nach § 12 des Fluchtliniengesetzes kann ein 
Ortsstatut festlegen, „daß an Straßen, welche noch nicht 
gemäß den baupolizeilichen Bestimmungen des Orts für den 
öffentlichen Verkehr und den Anbau fertiggestellt sind, Wohn 
gebäude, die uach diesen Straßen einen Ausgang haben, 
nicht errichtet werden dürfen." 
lokales 
(Nachdruck unserer o-Origiualartikcl nur mit Quellenangabe gestattet.) 
u Die Reisezeit geht jetzt zu Ende. Nur diejenigen, 
ivelche ctivas Besonderes haben ivollcn, beginnen nun viel 
leicht erst, ihre verspäteten Schritte den Bergen zuzulenken. 
Im allgemeinen steigen die Ausflügler wieder vou den 
Bergen herab, nachdem auch die Sonne schon längst den 
Berg überschritten 'hat. Die Reise und der Sommerauf- 
enthalt haben sicher viel Gutes für Körper, Geist und Ge 
müt; eins von dem Guten ist aber auch, daß sie die Sehn 
sucht nach dem traulichen Heim wieder erwecken. Bei dem 
Hinauswandcrn liegt der Reiz in dem Renen und Freindcn, 
allein ihnen hängt der Beigeschmack des Fernen, Kalten an. 
Dieser Reiz kommt aber dem Zauber nicht gleich, den der 
Gruß der Heimat und der heimatlichen Wohnung in sich 
birgt. Dort alles kalt und fremd, hier alles bis aufs 
Kleinste wohl bekannt und vertraut, gleichsam mit einem 
selbst verwachsen und zur eignen Person gehörig. Erst war 
es ein Abschied ohne Empfangsgrnß, jetzt ist cs für ge- 
wöhnlich kein besonderer Abschied mit dem schönsten und 
wahrsten Empfangsgruß. Die Heimat, die heimatliche 
Wohnung und meist auch die lieben Angehörigen grüßen 
mit der aufrichtigsten Freude. Man kehrt wieder an seinen 
Platz zurück. Die Menschen sind nun einmal wie das Wetter. 
Nachdem sie hinaus gewollt, wollen sie wieder nach Hause, 
Der hat nicht den schlechsten Teil von der Reise gehabt, 
bei., dem sie . das. bewirkt,. .daß. er die.. Heimat nnr umso 
höher hat schätzen gelernt. 
o Der Bau nnsercs Rathauses wird in nächster Zeit 
in Angriff genommen werden. Das Rathaus ist der Mittel 
punkt einer Gemeinde; in ihm ist verkörpert der Geniein- 
siun der Bürgerschaft, die Kraft der Selbstverwaltung. Es 
dürste sich daher empfahlen, diesem Gemeinsinn auch im 
Rathausbau sichtlich Ausdruck zu verleihen. Zur Anregung 
geben ivir nachfolgend eine Mitteilung über Spenden für 
das neue Spandaner Rathans wieder: „Einen würdigen 
Schinuck für das neue Rathaus zu Spandau wird die 
Spandaner Kirchengemeinde von St. Nikolai stiften. Die 
kirchlichen Körperschaften haben beschlossen, den llebertritt 
des Kurfürsten Joachiin II. zum Protestantismus am 
1. November 15159 in einem Gemälde darstellen zu lassen 
mid dieses zur Ausschmückung des Magistratssitznngssaales 
zu widmen. Es ist dafür ein Betrag von 4000 M. be- 
willigt ivorden. Nachdem das königliche Konsistorium die 
Stiftung genehmigt hat, ist jetzt die Ausführung dem Ge- 
schichtsmnler C. Röhling in Grunewald übertragen worden. 
Die lleberreichung des Bildes geschieht bei der Weihe des 
neuen Rathauses am 15. September. — Die vereinigten 
Bezirksvcrcine der Stadt bringen als Spende einen kunstvoll 
ausgeführten Kamin dar, der inr Vorzimmer des Stadtvcr- 
rveil Almröder sich geweigert hat, einige Aenderungen an 
den Bildern vorzunehmen, die die Familie Sievcling im 
Interesse der guten Sitte von Harald verlangte. Es heißt, 
der Maler hüte ihm im Laufe der Unterhaltung den vor 
ausgezahlten Teil des Honorars vor die Füße geworfen 
und ihir einen Baitaufen oder so was genannt. 
Aber che das passierte, war Almröder aus Liebens 
würdigkeit gegen seinen Mäzen in die verschiedensten guten 
Häuser zugelassen worden. Und während wir anderen 
uns über feine drollige Urwüchsigkeit amüsierten, wie über 
einen Naturburschen auf der» Theater, brachte es Helga 
Frederilse» fertig, sich allen Ernstes in ihn zu verlieben." 
„Und nun segelt sie vor den Augen aller Welt mit 
ihm auf der Alster herum! — Unglaublich!" 
„Jawohl! — Und wenn nicht noch ein Wunder 
geschieht, wird sie sich in einigen Monaten vor den Augen 
aller Welt mit ihm trauen lassen. Denn wie ich sie kenne, 
hält sie jetzt schon aus Trotz an ihm fest, auch wenn sie 
längst dahinter gekommen sein sollte, eine wie heillose 
Dummheit sie gemacht hat." — — 
Während man sich in dem Skuller voll so liebevollen 
Interesses mit ihren Angelegenheiten beschäftigte, hatte die 
junge Dame, die in dem anderen Boote mit geübten 
Händen die Segelleine führte, anscheinend keine Ahnung 
davon, daß sie für andere ein Gegenstand spöltischen Mit 
leids sein könnte. Denn sie sab sorglos und heiter aus, 
und niit ihrer wundervoll ebenmäßigen Gestalt, ihrem 
feinen, schönen Gesicht und dein Schmuck dicker, gold 
blonder Flechten, die sich unter der weißen Segelmütze zu 
einem fast ailzri schweren Knoten im Nacken türmten, ge 
währt sie eben jetzt, wo der leichte Schatten des Segels 
Formen und Farben zu noch weicherer Zartheit abdämpfte, 
einen wahrhaft entzückenden Anblick. 
Unverhohlener und zärtlicher aber hatte das verliebte 
Entzücken wohl kaum je aus zwei hellen, lustigen Männer- 
augen geleuchtet, als aus denen des kraftvoll gebauten 
jungen Mannes, der in wohliger Lässigkeit halb liegend 
an der Spitze des Bootes ruhte, das hübsche Gesicht mit 
ordnctcnsaales seinen Platz erhalten soll. Es sind dazu 
Kacheln aus feinem Porzellan verwendet, und in der Mitte 
wird ein Relief aus Terrakotta eingefügt, das ein Stück 
von Alt-Spandau darstellt, die ehemalige aus Holz gebaute 
Charlottenbrücke mit dem vor 40 Jahren abgebrochenen 
runden Festungsturm. — Die Stiftung der Stadtverordneten 
besteht in einer großen Brvnzetafel mit den Rainen sämt 
licher zurzeit der Rathauseinweihung inr Amte befindlichen 
Stadtverordneten. — Zwei unbesoldete Magistratsmitglieder, 
die Stadträte Sturm und Zimmcrmann, haben zwei Bronze- 
kandelaber gestiftet, die in der Haupteingangshalle des neuen 
Rathauses an den Aufgängen zum Obergeschoß aufgestellt 
sind. Ein praktisches Geschenk wird die Aktiengesellschaft 
Siemens und Halske zur Eröffnung des neiren Rathauses 
machen; sie wird auf ihre Kosten neun neue Normaluhren, 
die von der Berliner Sternwarte elektrisch geregelt werden, 
an den verkehrsreichsten Stellen der Stadt errichten lassen. 
o Der Bau der 3. Gemeindeschule an der Offen- 
bachcr Straße ist flott im Gange und bereits bis zum Erd 
geschoß gediehen. Gleichzeitig mit diesem Ban sind auch 
die Arbeiten zur Ebnung des neuen Sport- und Spiel 
platzes an der Laubacher Straße in Angriff genommen 
worden. Die bei deni Schulbau gewonnenen Erdmasscn 
sind zur Anschüttung des Geländes verwandt worden. Der 
Spielplatz kommt bekanntlich hoch zu liegen und die nach 
der Laubacher Straße zu abfallende Böschung erhält gärtne 
rischen Schinuck. 
o Die Erucucrungsarbeiteu in der Friedhofskapelle 
find jetzt beendet. Das Innere der Kapelle macht nun 
einen dem Zweck des Raumes würdigen Eindruck. Die 
Fenster haben eine bunte Verglasung erhalten und die 
ganze Halle ist in dunklen Tönen ausgemalt worden. Ver 
schwunden sind die Vorhänge, die nur als Staubfänger 
dienten, ebenso ist die Altarnische verkleinert worden. Die 
Halle hat elektrische Beleuchtung erhalten, auch die Licht- 
kandelaber wurden mit elektrischen Kerzen versehen. Der 
Leichenkellcr ist gleichfalls ausgebessert worden. Er hat ein 
Fenster erhalten, sodass Tageslicht hinein kann; die Wände 
sind niit. weißen Kacheln bekleidet. Auch hier ist elektrische 
Beleuchtung eingeführt. 
o Ueber die Rechtschreibung der Ortsnamen gibt es 
leider »och keine allgemein gültigen Regel, so daß ivir die 
Unzuträglichkeitcn, die sich aus der Verschiedenheit ihrer 
Schreibweise ergeben, vorläufig in den Kauf nehmen müssen. 
Wo die Verschiedenheit dagegen die Vornamen betrifft, sind 
die Unbequemlichkeiten so groß, daß ernstlich eine Verein 
heitlichung der Schreibung angestrebt werden muß. C, Ph 
und Th gebraucht man nach der amtlichen neuen Schreibung 
nur in solchen Wörtern, deren fremdsprachiger Ursprung 
noch heute erkenubar ist, und so sollte cs auch bei den Vor 
namen sein. Daher Karl (nicht Carl), Alfons (nicht 
Alphons), Adolf (nicht Adolph) und Rudolf (nicht Rudolph), 
Walter und Günter (nicht Walther und Günther; denn auch 
bei Werner, eigentlich Wernhcr, ist ja das anlautende h des 
zweites Teiles weggefallen). — - Durch diese Einheits- 
schrcibung wird z. B. die Aufstellung von Personenoer- 
zeichniffen (Adreßbüchern) und das Nachschlagen in diesen 
ungemein erleichtert, und da derartige Verzeichnisse be 
sonders im geschäftlichen Leben alltäglich benutzt werden 
müssen, so sollten vor allem die Kaufleute die einheitliche 
Rechtschreibung in den Vornamen als Zeitersparnis will 
kommen heißen. In Preußen sind die Standesämter schon seit 
einigen Jahren angewiesen, diese Neuerung durchzuführen; 
rechtliche Schwierigkeiten haben sich dabei nicht ergeben. 
Vor allein aber hat der Allgemeine Deutsche Sprachverein 
diesen Bestrebungen wesentliche Dienste geleistet durch 
Herausgabe eines „Vornamenverzeichnisses nach der neuen 
Rechtschreibung", das für 20 Pfg. in allen Buchhandlungen 
zu haben ist und von dem binnen zwei Jahren 25 000 
Stück abgesetzt ivorden sind: insbesondere haben Preußen 
und Baden die sämtlichen Standesämter damit versehen 
lassen. Möchten die anderen deutschen Staaten diesenr 
Beispiele bald folgen, damit überall dem Wirrwarr all 
mählich ein Ende gemacht werde. 
o Gewerbegehilfe oder kaufmännischer Angestellter? 
Viele Kleinhändler, besonders solche der Nahrungsmittel 
branche, glauben, weil ihr eigenes Unternehmen gewerb 
lichen Charakters ist, daß auch ihre Gehilfen unter allen 
dem Rande des nach vorn geschobenen Strohhutes be 
schattend, und ersichtlich ohne jede Besorgnis vor einer 
durch etwaige Ungeschicklichkeit oder Achtlosigkeit seiner Be 
gleiterin heraufbeschworenen Gefahr. 
„Gelt, das ist wieder einer von deinen zahllosen Ver 
ehrern — der da in dem Ruderboot, meine ich, der die 
Augen gar nicht von dir losbringen kaun? Zu Wasser 
wie zu Land, es fliegt dir halt alles zu, was sozusagen 
ein männliches Herz im Busen trügt." 
Er hatte es scherzend gesagt, mit einem Lächeln, das 
seine kräftigen, gesunden Zähne schneeweiß unter dem 
dunklen Schnurrbärtche» auiblinken ließ. Die junge Dame 
aber schüttelte den Kopf, wie wenn sic seine Bemerkung 
ganz ernsthaft genommen hätte. 
„Die Zahl meiner Verehrer ist wirklich nicht so groß, 
daß es der Blühe wert wäre, mich mit ihnen aufzuziehen. 
Ich erinnere mich nicht, daß ein junger Mann mir jemals 
etwas anderes als die landläufigen Artigkeiten gesagt hätte." 
„Vermutlich, weil du kleiner Gletscher ihnen von vorn 
herein die Courage dazu genommen hast. Weiß ich doch 
heute schon nicht mehr, wie ich selber den Mut ausgebracht 
habe, dir von Liebe und dergleichen verfänglichen Sachen 
zu reden." 
Ein feines Lächeln huschte um Helga Frederiksens 
Lippen. 
„Möglich, daß ich's von einem Hamburger sehr un 
gehörig gesunden hätte. Aber euch Süddeutschen hält 
man schon einiges zugute." 
„Weil man uns in Fragen der Schicklichkeit und er 
feinen Sitte für halbe Barbaren hält — nicht wahr? Ach, 
Herzensschatz, Ihr arme», steifleinenen Leute von der sitt 
samen Wasserkante bringt euch mit eurer schrecklichen Korrekt 
heit um den besten Teil aller Lebensfreude." 
„Ist das so sicher? Sollte es nicht auch eine andere 
Freude am Leben geben, als die sich in Zwanglosigkeit 
und Ausgelassenheit tundtnt?" 
„Selbstverständlich! — Auch bei uns in dem viel ver 
schrieenen München singt und tanzt und schäkert man 
Umständen als Gewcrbegehilfen angesehen werden müssen. 
Sic übersehen dabei aber oft die kaufmännische Tätigkeit 
ihrer Angestellten und sind dann, wenn die Sache zum 
gerichtlichen Austrag kommt, sehr überrascht, zu hören, daß 
die vereinbarte 14 tägige Kündigungsfrist keine Gültigkeit 
hat. Das zeigte sich wieder in einer Verhandlung vor dein 
Berliner Kaufmannsgericht. Der Inhaber eines Milch 
geschäfts hatte ein junges Mädchen als Ladennramsell 
engagiert und in den Vereinbarungen ihre Eigenschaft als 
Gewerbegchilfin angenommen. Da das junge Mädchen aber 
in der Hauptsache mit dein Verkaufen der Milchprodukte z»r 
tun hatte, so sprach ihm das Kaufmannsgricht die Eigen 
schaft als Handlungsgchilfin zu. Der Milchhändler mußte 
die Mindestkündigungsfrist von einem Monat gegen sich 
gelten lassen. 
o Wichtig für alle jüngeren Schneiderinnen und 
Putzmacherinnen. Nur noch wenige Wochen trennen uns 
von dem 1. Oktober 1013, an dem die erleichterten Ueber- 
gangsbcstimmungcn bei den Prüfungen für Handwerkerinnen 
außer Kraft treteir. Daher ist cs für alle von äußerster 
Wichtigkeit, noch vor diesenr Tage eine Gesellenprüfung ab 
zulegen. Der Verband für handwerksmäßige und fachge 
werbliche Ausbildung der Frau richtet noch einen Vorbc- 
reitungskursus auf die Prüfungen ein. Beginn Mittwoch, 
den 27. August, 1 / 2 0 Uhr. Eichhornstr. 1, I. Honnorar für 
Putzmacherinnen 4 M., für Schneiderinnen 5 M. Es wird 
Unterricht erteilt in Buchführung und Gesetzeskunde, für 
Schneiderinnen außerdem noch in Stoff- und Materialicn- 
kunde. Meldungen umgehend an den Verband für hand- 
iverksmäßige und fachgcwerbliche Ausbildung der Frau, 
Eichhornstr. 1, I. (Ltziv. 5309). Sprechzeit: täglich von 
12—1 Uhr außer Sonnabends, am Sonnabend von 4 bis 
5 Uhr. Da die Gesuche um Zulassung zur Prüfung vier 
Wochen vor dem 1. Oktober 1913 abgeschickt werden 
müssen, so erhalten alle Kursustcilnehmcrinnen am 27. 
August den Vordruck eines solchen Gesuches, daß sie dann 
sofort mit ihren beglaubigten Zeugnissen abschicken müssen. 
o Führungen und Vorträge im .Königs. Botanischen 
Garten und Museum zu Dahlem mit besonderer Berücksichtigung 
der Kolonien und ihrer Nutzpflanzen finden vom 17. Sep 
tember bis 12. November statt. Diese Führungen und 
Vorträge sind bestimmt für diejenigen, welche die großen 
Sammlungen des Gartens und Museums etwas gründlicher 
kennen lernen wollen, als cs bei einmaliger Besichtigung 
möglich ist. 17. September: Ueber eßbare und giftige Pilze 
5—7 Uhr. (Prof. Dr. Lindau). 24. September: Führung 
durch das Freiland des botanischen Gartens 4—5 Uhr und 
Vortrag über Herbstfärbung und andere herbstliche Erschei 
nungen im Pflanzenlebcn 5—7 Uhr. (Prof. Dr. Graebner). 
1. Oktober: lieber Handelshölzer der Tropen mit besonderer 
Berücksichtigung unserer Kolonien 5—7 Uhr. (Dr. Mildbracd). 
15. Oktober: Führung durch die Warmhäuser des Bota 
nischen Gartens 4—5 Uhr und Vortrag über Gewürzpflanzen 
der Tropen 5—7 Uhr. (Prof. Dr. Gilg). 22. Oktober: 
Ueber das Pflanzenleben des Meeres, 5—7 Uhr, nach voran 
gegangener Demonstration 1 / 2 5—5 Uhr im Botanischen 
Museum (Prof. Dr Pilger). 20. Oktober: Die tropischen 
und suptrvpischen Obstpflanzen 5—7 Uhr. (Prof. Dr. Dämmer). 
5. November: Ueber Kiautschou und seine Vegetationsver- 
hältnisse 5—7 Uhr mit einigen Lichtbildern. (Prof. Tr. 
Loesner). 12. November: Ueber Humusbildung 5—7 Uhr. 
(Prof. Dr. Graebner). — Das Eintrittsgeld für sämtliche 
acht Vorträge beträgt 3 Mark, für einzelne Vorläge 50 Pfg. 
Die Karten sind vonr 1. September ab an den Wochentagen 
zu erhalten im Bureau des Königl. Botanischen Museums 
(Dahlem, Königin-Luisc-Straße 6—8) von 8—2 Uhr, in 
Geschäftsstelle des Seminars für orientalische Sprachen, 
Berlin NW 7, Dvrothccn-Straße 7, von 0—1 Uhr und in 
den Geschäftsräumen des Instituts für Meereskunde, Berlin 
NW 7, Gcorgen-Straße 34—36, von 12—3 Uhr. -Auch 
erfolgt Zusendung der Karten gegen portofreie Einsendung 
des Betrages an das Bureau des Königl. BotanischenMuseums. 
o Der Krieger- und Landwehrverein beteiligt sich 
am Sonnabend, dem 23. August durch eine Abordnung an 
der Einiveihung des Großbeeren-Denkmals und am Sonn 
tag, dem 24. August geschlossen an der Hundertjahrfeier der 
Schlacht bei Großbcercn. Zur Teilnahme an der Hundert 
jahrfeier gilt für die Vereinsinitglieder folgende Ordnung: 
»UMKAM«» s'I BMP BMMBMMWMWHMMglMgggMMgMMPWK 
»ich: das ganze Jahr i indurch. At-er nach den frützl chcn 
Festen gibt's früh licke Arbeit. Und das ift's, wes ich hier 
vermisse. Kannst dti dir eine eurer Gesellschaften oder gar 
eines eurer geheiligten Handelskontore dnrchtünt denken 
von einem herzlichen, befreiend », anst elenden Lachen? 
Ist nicht all diese Ehrbarkeit und Tüchtigkeit, von der 
übiigens getrost etwas weniger Aufhebens gemacht werden 
dürfte, mit jener Verdrossenheit gepaart, die sich immer 
einstellt, wo man natürliche Leocnsliiel e gewaltsam zu 
unterdrücken sucht?" 
„Und daß ich schließlich doch atich eine von diese» ver 
drossenen Hamburgcrinncn bin — cs denn ruh gt dich gar 
nicht, Hubert?" 
Hell und fröhlich lachte er auf. 
„Nein, Liebling, nicht im mindesten! Soweit sich's um 
deine Erziehung zur rechte» Lebensfreude handelt, fetze ich 
gewaltiges Vertrauen in meine pädagogischen Talente und 
noch größeres in die wnndcrwirkende Münchner Atmosphäre. 
Herrgottsakra, wenn man einen Menschen so närrisch lieb 
hat, soll man's doch wohl zuwege bringen, ihn allezeit 
glücklich und fröhlich zu machen!" 
Wieder sah Helga ihn lächelnd an. Wenn sie ihn in 
diesem Augenblick mit den jungen Herren ihrer Bekannt- 
schuft verglich, mit den Hamburger Patriziersühnen und 
den „königlichen Kaufleuten" der Zukunft, so mußte der 
Vergleich wohl zu seinen Gunsten ausfallen, denn wo 
wäre das Weib, das den Wert des Mannes nicht an 
seiner Fähigkeit mäße, hetz und ungestüm zu lieben! 
„Lassen wir's also ::: Gottes Namen darauf an 
kommen:" sagte sic mit einer Schelmerei, die sie um so 
reizender kleidete, je mehr sie mit ihrer gewöhnlichen 
Ernsthaftigkeit kontrastiere, „‘über ein bißchen entmuti 
gend bleibt es für mich darum doch, daß du so gar nichts 
Rühinenswertes an Hainburgifcher Art und Hamburgifchem 
Wesen finden kannst." 
(H'NUHung lOiflt.)
        
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