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Periodical volume Nr. 195, 20.08.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

stattgefunden. Davon wurden beanstandet 16 (2). Be 
strafung erfolgte in 0 (1) Fällen. Die Untersuchungen er 
folgen durch das Nahrungsinitlelamt der Landivirtschasts- 
kammcr der Provinz Brandenburg. Nach dein mit unserer 
Gemeinde abgeschlosseiien Beitrage werden für jede Unter 
suchung 4 M. gezahlt. — Schlachtviehuntersuchungen durch 
den Polizeitierarzt fanden bei einem hiesigen Fleischermeister 
statt, da nur dieser eine Flcischermeister im Hause schlachtet. 
Untersucht wurden 284 Schweine, 1 Kalb (1011: 259 
Schweine, 26 Kälber). 
o Um 30 000 M. überschritten wurde, wie jetzt nach 
Abrechnung festgestellt ist, der Voranschlag für den Bau des 
kirchlichen Pfarr- und Gemeindehauses in der Kaiserallee 
Ecke Goßlerstraße. Der Voranschlag bezifferte sich auf rund 
280 000 M. 
o Unsere.Kinderfürgestelle, Lauterstr. 10 ist vielfach 
vorbildlich geworden für ähnliche Einrichtungen in anderen 
Gemeinden. Ihre Leitung liegt in den Händen des Kinder- 
arztcs Dr. Schaps. Es werden wöchentlich Sprechstunden 
abgehalten und zwar Freitags von 11 — 1 Uhr. Im Jahre 
1912 wurde die Fürsorgestelle von 1109 (1911: 990) 
Kindern besucht. Die Zahl der Besuche im Hause der Fiir- 
sorgekinder betrug 1554 (1226). Die Gesamtzahl der unter 
Fürsorge stehenden Kinder betrug 179. Von diesen waren 
01 Haltekinder (11 eheliche und 80 uneheliche), 33 unehe 
liche Kinder bei der Mutter oder den Großeltern, 55 ehe 
liche Kinder armenuntcrstützter und als arm anzusehender 
Eltern. 'UEs traten in Beobachtung im Alter von 0—1 Monat 
63 Kinder, von 1—2 Monat 31 Kinder, von 2—3 
Monat 18 Kinder, von 3—6 Monat 30 Kinder, von 
6—9 Monat 15] Kinder, von 9—12 Monat 7 Kinder, 
von 12 — 15 Monat 7 »Kinder, von 15—58 Monat vier 
Kinder, von 18—21' Monat 3 Kinder, von 21—24 
Monat 1 Kind. An der Mutterbrust wurden ernährt 19 
Kinder Monat lang; 5 Kinder 1 1 / 2 Monate lang, zwei 
Kinder 2 Monate lang, 5 Kinder 3 Monate lang, vier 
Kinder 4 Monate lang, 4 Kinder 5 Monate lang, sechs 
Kinder 6 Monate lang, 2 Kinder 0 Monate lang, 1 Kind 
10 Monate lang. Bemerkenswert ist, daß trotz des heißen 
Sommers, der allgemein ein starkes Ansteigen der Säug 
lingssterblichkeit verursachte, kein Todesfall zu verzeichnen 
war. Im Jahre 1912 erfolgte ein plötzlicher Todesfall aus 
unbekannter Ursache bei einem bis dahin völlig gesunden 
Kinde. Das Ergebnis ist demnach recht erfreulich, da auch 
allgemein ein gutes Gedeihen der Kinder zu verzeichnen ist. 
Die Pflegesrauen unterziehen sich fast ausnahmslos gern der 
Kontrolle. Die Qualität der Pflegesrauen ist als gute zu 
bezeichnen; die Nachfrage Nach solchen konnte stets befriedigt 
werden. 
o Der Herbst ist nahe. Wir merken es an dem 
Abflug der Zugvögel. Der erste Zugvogel, der die deutschen 
Lande verläßt, ist der große Brachvogel, Kronschnepfe ge 
nannt. Diese Vögel geben sich stets an der Ostsee ein 
Abflug-Rendezvous. In der ersten Hälfte des August treffen 
sie dort aus dem Binnenlande in großen Schwärmen ein, 
um sich mit den aus nördlichen Breiten heranziehenden 
Schwärmen zu vereinigen und gemeinsam mit diesen die 
Reise nach den Süden anzutreten. Auch die Turmsegler, 
die schnellsten aller Flieger, rüsten sich jetzt zur Abreise. 
Störche und Schwalben werden bald nachfolgen, die Flug- 
übungen für die weite Reise sind bei ihnen in vollem 
Gange, und die, welche dann nicht die erforderliche Flügel 
kraft besitzen, müssen auf der Strecke bleiben und elend zu 
grunde gehen. Mit Storch und Schwalbe zieht auch der 
Sommer fort, Herbst und Winter sind in Sicht. 
o Neuer Roman. Morgen beginnen wir mit dein 
Abdruck des Romans „Patrizierblut" von Neinhold 
Ortmann. Der bekannte Verfasser, unser Mitbürger, hat 
mit dieser Erzählung ein Werk geschaffen, dessen Handlung 
mit Spannung geführt ist und das Interesse des Lesers von 
der ersten bis zur letzten Zeile wach hält. 
o Polizeihauptman» Kutzner P. Ein verdienter 
Berliner Polizeioffizier, der lange Iahte hindurch Vorstand 
des in der Alten Schönhauser Straße belegencn 15. Polizei- 
Reviers ivar, ist am vergangenen Freitag hier, in seinem 
Heim Ringstr. 48, gestorben. Hierhin hatte sich der nun 
mehr verewigte Hauptmann Gustav Kutzner nach seiner 
Der Staatssekretär ging 'aufgelegt tu feinem 1 Arbeits- 
zimmer auf und ab. 
„Und was hat 'es denn genutzt?" fragte er schließlich. 
„Die Papiere sind nach wie vor verschwunden." 
Der andere lächelte und streckte ihm die Dokumente ent 
gegen. 
„Bitte sehr — wollen Sie sie freundlichst an sich nehmen!" 
sagte er. „Morgen ist Sitzung des, Parlaments; sicherlich 
wird man Sie in Verbindung mit der astorischen Angelegenheit 
auch wegen dieser Schriftstücke interpellieren. Sie können 
sodann die Auskunft geben, daß Sie sie in Gewahrsam hätten, 
uitd daß Ihnen nichts von einem Diebstahl bekannt wäre." 
Die finsteren Mienen des Lords erhellten sich. Er drückte 
Lechmcre warm die Hand. 
„Ihnen vor allem bin ich zu Dank verpflichtet," sagte 
er. „Aber auch meiner Nichte und Fräulein Harconrt will ich 
verzeihen; am Ende sind die Mädchen wirklich so etwas wie 
Heldiuucii. Na, ich denke, daß ich weiß, wie ich meine Nichte 
belohnen soll. Ich werde ihr ihren Maxwell geben — ich 
glaube, das wird ihr Lohn genug sein! Und Fräulein 
Harconrt? —• Was kaun ich für sie tun?" 
„Geben Sie dem Kapitän Hope eine Gelegenheit, Karriere 
zu machen, und Sie machen auch dies junge Mädchen glücklich," 
lächelte Lechmere. „Sie hat ihr Herzchen an den Kapitän ver 
loren; die Liebe besiegt eben auch die größten Heldinnen." 
49. Kapitel. 
Auf dem Charing Croß Bahnhof ging schon seit einer 
geraumen Weile ein Paar auf und ab, das wohl darnach 
angetan war, die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zu 
ziehen. Neben einem liebreizenden jungen Geschöpf in einfacher 
Kleidung, in dem einige die Nichte des berühmten Lord 
Merchavcn zu erkennen vermeinten, ging ein hochgewachsener, 
stattlicher alter Herr, der wie seine Begleiterin von Zeit zu 
Zeit ungeduldig nach dem Zug ausspähte, der von Dover kam. 
Als in der Ferne endlich die rotglühenden Lichter der 
Lokomotive austauchteu, wandte er sich bittend an seine Be 
gleiterin. 
«Wollen Sie nicht zu Ihrer Taute in den Wartesaal 
Pensionierung zurückgezogen. Dem Verstorbenen wird 
allgemein nachgesagt, daß er ein humaner Beamter und im 
Privatleben ein gern gesehener Bürger war. 
o Ans dem brasilianischen Urwaldc am Amazoneu- 
strom sendet, uns der Vorsitzende des' „Friedenauer Bürger 
vereins", Gemcindeverordneter Herr Dr. Heinecker beste 
Grüße, die wir hiermit unsern Mitbürgern übermitteln möchten. 
Herr Dr.] Heinecker hat als Schiffsarzt eine Reise nach Süd 
amerika unternommen. 
o Die Einweihung des GedenkturmeS auf dem 
Schlachtfelde von Großbeeren wird, wie schon gemeldet, am 
Sonnabend, dem 23. d. M., in Gegenwart des Prinzen 
Eitel Friedrich, der Spitzen der Behörden und des Kreis- 
ausschusses des Kreises Teltow nebst zahlreicher Veteranen 
und Kriegervereine stattfinden. Der ungefähr 30 Meter 
hohe Turm, von dessen Spitze man Potsdam, Berlin und 
die Ortschaften des Kreises liegen sieht, ist eine Schöpfung 
des Negierungsbaurats Lange, Kolonie Grunewald. Die 
daran befindliche Plastik, ein sterbendes französisches ge 
satteltes Pferd inmitten erbeuteter Waffen und Trophäen 
und der mächtige Kopf eines stürmenden Freiheitskämpfers, 
ist das Werk des Bildhauers Hans Dammann. 
o Eine Motorlokomotive soll auf der Strecke Berlin— 
Potsdam— Magdeburg in Betrieb gestellt werden. Mit ihr 
i werden anst der Strecke Winterthur—Romanshorn, bei einer 
Stundengeschwindigkeit von 90 Km. gute Resultate erzielt. 
Die Sachverständigen sind sich darüber einig, daß die Loko 
motive wirtschaftlich von großer Bedeutung ist. Die 
Maschine ist eigens für die preußische Eisenbahnvcrwaltung 
erbaut. Es ist eine Thermvmaschine, die von vier Diesel 
motoren getrieben wird. 
o Sicherung gegen unbefugte Abhebung von Spar- 
gnthnben. Eine einfache, aber treffliche Sicherung gegen 
unbefugte Abhebung von Sparguthaben hat die städtische 
Sparkasse zu Haspe i. Wests, eingeführt. Sie gibt mit den 
Büchern feste Schutzhüllen als Umschläge heraus mit der 
Bestimmung, daß bei allen Abhebungen dieser Umschlag 
mitoorzulegen ist. Ohne den Umschlag wird von der Spar 
kasse keine Zahlung geleistet. Die getrennte Aufbewahrung 
von Buch und Umschlag ist daher eine gute Sicherheit gegen 
Verluste im Falle eine Diebstahls, nanientlich sollten Buch 
und Umschlag in verschiedenen Zimmern aufbewahrt werden. 
o Zwangsversteigernngsergebnisse. Laubacher Str. 
Nr. 21, Ecke Offenbacher Str., dem Zimmermeister Heinr. 
Wagner, im selben Hause, gehörig. Fläche 5,73 Ar, 
Nutzungswert 7700 M. Mit dem Gebot von 122 000 M. 
bar blieb der Bäckermeister Wilhelm Riebel in Berlin- 
Wilmersdorf, Laubacher Str. ° 37, Meistbietender. — Kaiser 
Allee 133, Ecke Knndrystr. 1, dem Architekten Robert Grätz 
in Berlin-Pankow, Berliner Str. 104, gehörig. Fläche 
12,25 Ar. 'Nutzungswert 21 380 M. Mit dem Gebot von 
23 200 M. bar und Uebernahme von 275 000 M. Hypo 
theken blieben die Erben des Majoratsherrn Hugo Sholtv 
Grafen Douglas Meistbietende. 
»Konflikt im „F. Mt G. V." In dem „stimmlich" 
sonst so , ausgezeichneten „Friedenauer Männer - Gesang- 
Verein 1875" sind „Unstimmigkeiten" ausgebrochen, die 
dazu führten, daß mehrere Mitglieder ihren Austritt an 
meldeten. Diese Verhältnisse zwingen den Vorstand, um 
eine ordnungsgemäße Fortführung der Vereinsgeschäfte zu 
sichern, einige inzwischen freigewordene Vorstandsämter 
ivieder zu besetzen. Zu diesent Zwecke wird eine außer 
ordentliche General-Versammlung auf Sonnabend, den 
23. d. Mts., Abends 0 Uhr, nach dem Uebungssaale .des 
„Hohenzollern" einberufen. Die Tagesordnung lautet: Er 
gänzungswahl des 1. und 2. Vorsitzenden und des 1. Schrift 
führers; Ergänzungswahl des Musik- und des Vergnügungs 
ausschusses. 
o Der Verein der Fortschrittlichen Volkspartei^für 
Jriedenan und Umgegend hält eine Vorstandssitzung im 
'Restaurant „Prinz Handjery" am Freitag, dem 22. August, 
Abends 9 Uhr ab. 
o Sommerfest des hiesigen Veteranen-Vereins. Das 
vont hiesigen Veteranen- und Kriegerverein geplant gewesene 
Sommcrfest zur Erinnerung an die Frciheitskämpfe vor 100 
Jahren in dein schönen Garten der Schloßbrauerci in 
Schöneberg, ist leider zu Wasser geworden. Im Einver- 
> gehen, Fräulein Galloway?" 1 sagte er. „Maxwell hat einen 
unbedeutenden Ncrvenchvk ellitten, der keine Folgen hinterlassen 
wird — so versicherte mir der Arzt. Wir müssen jedoch vorerst 
> jede Aufregung, auch eine freudige, möglichst zu vermeiden 
suchen. Ich werde ihn darauf vorbereiten, daß Sie ihn 
erwarten — und Sie werden ihn dann drinnen im Warte 
saal begrüßen, nicht wahr?" 
„Was Sie mir raten, ist gewiß gut und richtig, Herr 
Lechmere," erwiderte Vera leise. „Ich werde hineingehen, und 
ich will geduldig warten, bis er kommt." — 
Donnernd und brausend rollte der Zug in die Halle, daß 
der Boden erzitterte und die gläsernen Scheiben der Kuppel 
klirrten. Prüfend glitt Lechmeres Blick an der Wageureihe 
entlang; und grüßend schwenkte er den Hut, als er Barneys 
Gefickt au der Tür eines Coupes erster Klasse bemerkte. 
Die beiden Männer schüttelten sich herzhaft die Hände. 
Lechmere war dem Arzte behilflich, das Handgepäck hcruuler- ■ 
zunehmen. 
„Wo aber ist Maxwell?' fragte er. „Es ist jemand da, 
der den Kapitän sch..gichtig erwartet." 
„Hier!" ertönte da Himer dem Rücken Barncys eine 
lachende Stimme. „Mein verehrter Freund verbot mir zwir, 
den Wagen ohne seine Hilfe zu verlassen. Aber ich hoffe, 
Sie werden nicht grauiam genug sein, diesen Befehl aufrecht 
zuerhalten, Verehrtester Herr Doktor — nun ^-ie gehört haben, 
daß ich erwartet werde. Und ich bedarf wahrhaftig keiner 
Unterstützung mehr." 
Ganz leicht iwr stützte er sich auf den Arni des Freundes, 
während er aus dem Wagen stieg. Einzig die tiefen Schatten 
unter seinen Augen legten noch Zeugnis ab von den übcr- 
standencn Leiden — der letzte Schwächerest hatte der freudigen 
Erregung weichen müssen, in die ihn Lechmeres Worte ver 
setzt hatten: 
„Es ist jemand da, der ihn sehnsüchtig erwartet —* *. 
Hoch aufgericktck und mit elastischen Schritten . ging er 
zum Warlesaal hu.über, ein Helles Leuchten in den Augen, 
mit stürmisch pochendem Herzen. 
Vera kam ihm entgegen. Tief, tief sahen sie sich in die 
Augen, als wollte eines in der Seele' des anderen lesen. 
ständnis mit dem Wirt ist deshalb beschlossen worden, dieses 
Svnlmerfest mit Kind und Kegel, mit guten Freunden und 
getreuen Nachbarn bei trockenem Wetter am Mittwoch, dem 
27. August stattfinden zu lassen. Die zu gestern ausge 
gebenen Einlaßkarten gelten auch für den nächsten Mittwoch. 
Weitere Karten sind in dem Geschäft von Kossakowski, 
Schmargendvrferstr. 25 zu beziehen. Die Kaffeeküche ist an 
diesem Tage von Nachm. 3 Uhr ab geöffnet. Anfang des 
Konzerts 7 Uhr Abends. Die Musik wird von der Kapelle 
des 1. Garde-Regiments zu Potsdam ausgeführt. Für die 
lieben artigen Kinder werden kleine Ueberraschungcn bereit 
gestellt. 
o Der Gerichtsvollzieher im Kino. In einem hiesigen 
Lichtspieltheater wurde am Montag der Film „Quovadis?“ 
gezeigt. Das Erst-Aufführungsrecht für diesen Film aber 
haben die „Hohenzollern-Lichtspiclc" erworben und so wandte 
sich die Direktion dieses Kheaters beschwcrdeführeild an den 
Filmsabrikanten mit dem Ersuchen, die weitere Aufführung 
sofort zu untersagen oder die Entschädigungsansprüche der 
„Hohenzollern-Lichtspiele" zu berücksichtigen. Der Film 
fabrikant, der von dieser Vorführung keine Ahnung hatte, 
brachte nun schnell einen Gerichtsbeschluß heraus und 
gestern Nachmittag 5 Uhr erschien in dem betr. Kino der 
Gerichtsvollzieher um den Film zu beschlagnahmen, sodaß 
eine weitere Aufführung unterblieb. Jedenfalls wird die 
Direktion, die ohne Erlaubnis des Filmfabrikanten diesen Film 
aufführte, noch eine erhebliche Konventionalstrafe, zu zahlen 
haben. In den „Hohenzollern-Lichtspiclen", Handjerystr. 64, 
wird „Quo vadis?“, das gewaltigste Filmdrama aller 
Zeiten, im Laufe des September aufgeführt werden. 
Gegenwärtig findet in den „Hohenzollern-Lichtspiclen" das 
Drama von Asta Niesen begeisterte Aufnahme. Die aus 
gezeichnete Schauspielerin hat sich nach dem Urteil aller 
Fachleute in diesem Drama noch übertroffen. Daher ver 
säume Niemand, jetzt die Hohenzollcrnlichtspielc zu besuchen. 
o Selbstmordversuch im Schöneberger Stadtpark. 
In der vergangenen Nacht sprang die Verwaltersfrau 
Valeska Naujoks aus der Siegfriedstr. 5 in den Teich am 
Schöneberger Stadtpark. Sie wurde herausgeholt und durch 
die Feirerwehr nach dem Krankenhaus gebracht. 
o Stnrz ans dem Fepster^ Ein 15 jähriges Dienst 
mädchen sprang in der Apostel-Paulus-Str. 38 aus dem 
ersten Stock, brach sich einen Fuß und zog sich außerdem 
eine lebensgefährliche Verletzung des Rückgrates zu. Sie 
fand im Schöneberger Krankenhaus Aufnahme. 
Verems-Dackricklen 
Morgen Donnerstag tagen: 
„Friedenauer Mämier-Gesangverein 1875", Ucbnngsstnnben 
0—11 Uhr im „Hohenzollern". Dirigent: Musikdirektor Paul Antoni. 
Jngendvereinigung Friedenau 1910. Unseren Mitgliedern sei 
hiermit zur Kenntnis gebracht, daß morgen, Donnerstag, dem 21. 
d. Mts. im Vercinslokal (Schulhaus Albcstraße) eine Versammlung 
stattfindet, bei welcher über das Programm unserer zum Sonntag, 
den 24. August anberaumten Generalversammlung ausführlich ge 
sprochen wird. Die wichtigsten Punkte sind: Ergänzung des Vor 
standes, Besprechung unserer Sportaugelcgenheit sowie über eine» 
demnächst zu veranstaltenden ilutcrhaltungsabeud. Junge Leute, 
die sich für das Thentcrspiclen interessieren, wollen sich au einem 
der obengcnanntcu Abende im AcrcinSlvkal einfiudcu zwecks 
eventueller Ausnahme in den Verein; unsere Mitglieder werden 
hiermit nochmals ersucht, vollzählig und pünktlich um 8 bezw. 
7 Uhr zu erscheinen. 
Charlottenburger Touristen - Klub „Märkische Föhre". Die 
Lchrlingsabteilung des Klubs unternimmt am Sonntag, dem ,24. 
August 1913 ihre 41. Wanderfahrt nach Wannsce, Sacrow, Römer 
schanze, Krampnitz, Kladow. Dampferfahrt nach Wannsee, Bahnhof. 
Versammlung 7'/, Uhr Charlottenburger Bahnhof, Hauptpvrtnl. 
Teilnehmerkarte 1 M. — Die Schüler- und Mädcheuabtciluug 
unternimmt au demselben Sonntage ihre 47. (8.) Wanderfahrt und 
Tagesspieltour nach dem Grunewald. Versammlung 8 Uhr Sophie- 
Eharlottcn-Platz. Teilnehmerkarte 0,10 M. Gäste sind herzlich 
willkommen. 
Schöneberg 
—o In das Handelsregister wurde eingetragen. Nr. 
12 375. Deutsche Kontokorrent-Register-Gescllschaft mit be 
schränkter Haftung. Sitz: Berlin-Schöneberg. Gegenstand 
des Unternehmens: Herstellung und Vertrieb von Geschäfts 
büchern insbesondere von Registern und Vertrieb von Büro- 
'Nicht ein Wort winizitni.yen ihnen 1 'gewechselt; und doch 
fühlten sie es beide, daß in diesem Augenblick das Glück Ein 
zug gehalten halte in ihren Herzen. 
In einem Salon, ■ dessen hohe Fenster dem Sonnenlicht 
ungehinderten Zutritt geivährtcn, standen sich die Königin und 
Paul Maxgregor gegenüber. Der General war in voller Uniform, 
ans der breilcn Brust glänzten zahlreiche Orden. Er war 
sehr bleich, und seine Rede klang eigentümlich verschleiert, als 
er sagte: 
«Ich komme, mir Eurer Majestät meinen — meinen Ab 
schiedsbesuch zu machen. Ich habe Order erhalte», sofort nach 
Astorien zukommen. Der neue Herrscher wünscht mich bei 
• beu Hecrcs-Reorgoiiisativneii an seine Seite." 
Er schwieg. Wie in heißer, banger Frage ruhte. sein 
Blick ans dein Anliitz der hohen Fra», die den Blick z» 
Boden gesenkt halte. Als ihm leine Antwort wurde, fuhr er 
noch leiser fort: 
„Margarete, die Erde deckt kauur'Ihren toten Gemahl, 
meinen königlichen Herrn. Ich darf Ihnen heute nicht von — 
von meiner Liebe sprechen. Und doch — ich gehe fort, iveit 
fort von Ihnen. Margarete, soll ich nichts mit mir nehmen 
— nicht ein einziges Wort, das mir eine glücklichere Zukunft 
verheißt, das mir mein Leben lcbenswert »lachen könnte?" 
Er war ans sie zugetreten, und er ergriff ihre Hand, die 
sie ihm widerstandslos überließ- Laugscrm hob Margarete von 
Astorien den Blick, bis sie ihm in die Angen sah. Ihr Mund 
blieb stm,in,; was er jedoch in der 1 Tiefe ihrer herrlichen 
Aiigciisicrne las, wa> ans ihrem glückseligen Lächeln zu ihin 
sprach, » ar die Antwort. Tie er begehrte: 
„Ich habe Dich lieb." 
Wie ein Schluchzen stieg eS in seiner Kehle empor, nnd 
General Paul Maxgregor von G'len, der edelste seines Ge 
schlechtes und der ruhmbedeckte Krieger, vor dessen Namen 
die Feinde crziltcrien, kniete vor Set Königin nieder, um voll 
überströmende» Glückes ihre beiden Hände zu küssen. 
Ende,
        
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