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Periodical volume Nr. 188, 12.08.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

ermächtigt, auch in Gemeinschaft mit einem anderen Pro 
kuristen die Gesellschaft zu vertreten. 
Zuschriften 
(Sür diese Rubrik übernehmen wir keine Verantwortung.) 
H ic 3!oti ä iu der Nummer am Donnerstag Ihrer ge- 
schätzten Zeitung angeregt, betr. die noch strengere Handhabung oer 
fÄST ?ezgl. des Führens der Hunde anderseine 
ans gartnerrlch angelegten Platzen und der mit Rasenstreifen ver- 
' m urf)tc rch bei der Schriftleitung höfl. aufragen, 
°b denn der Tlerwart nur dazu berufen ist, kleine unwesentliche 
v'elgeplagten Hunde resp. Hundcbesitzcr ans Licht zu 
^>agd darauf zu machen, solch einen „Fall" festzu- 
stellen 1 Sollte er nicht vielmehr dazu berufenstem — wie der 
mme >agt^— eine Hilfe und einen Schutz für die Tiere zu revrä- 
sent.crei,. Der Parkwnrtcr „t zum Schutze des Parkes angestclll, 
die ZNndcrwnrterin zum Schuhe von Kindern, ein Tierwarl müßte 
demnach zum Schutze von Tieren da sein! Aber — weit gefehlt!! 
Cr sieht nicht bic keuchenden, unter der Ueberlast kaum noch weiter 
könnenden Ziehhunde, — und Hunde sind doch keine Zugtiere — 
st^Pst^^cht die saugenden Hündinnen, die sogar nach Polizei- 
vorschrift nicht eingesperrt werden dürfen. - er sieht auch nicht, 
ob die elenden Lumpenfiihrwerke noch mit 1 und 2 Kindern be- 
laben waren (was man in diesen Fericnwochen öfters zu sehen 
bekam.) — ür sieht auch nicht die inUdcn, abgetriebenen Pferde bis 
lange nach 11 Uhr vor den „Destillen" stehen, bei jedem Schritt, 
der durch die menschenleeren stillen Straßen tönt, den Kopf zur 
Seite wendend und sehnsüchtig wartend, ob woht der Schritt ihnen 
gelte und ob es nun endlich nach Haiise in den Stall geht? Auch 
daß solch Wagen keine Laterne hat, und das Schild der Firma 
niedergeklappt ist, darnit nieniand eine Anzeige erstatten kann, — 
das sieht ja weder der Tierwart noch irgciid ein des Weges 
kommender Polizist! Das bleibt schon dem Publikum überlassen! 
Wer noch ein Herz für Tiere hat. de» jammert dabei die tzivt der 
Tiere! Nun wird man fragen, ivas denn der Tierwart sieht? Er 
sicht mit scharfem Blick, ob ein Maulkorb nicht vielleicht schief 
sitzt, ob ein Mininturhündchen nicht am Ende zuschnappen oder im 
Gedränge der Rheinstraße durch einen Seitenspruug einige Gras- 
hälmchen niedertreten könnte! Und wem das gerade passiert, der 
wird in einer Art zur Rede gestellt, daß man sich über zurecht 
weisende, scharfe Antworten nicht umndcrn kann! Glücklicherweise 
werden ja viele Hundebesitzer lieber die kleine Geldstrafe erlegen, 
mit welcher in der betr. Nummer wegen „Beamtcnbeleidiguiig" ge 
droht wird, als sich ungehobelte Redensarten gefallen zu lassen. 
Man sollte doch nicht vergessen, daß Tierschutz über dem Pflanzen- 
' chutz steht und lieber die Eltern der rüpelhaften Kinder in Strafe 
nehmen, die durch ihr Baumschnitzen, Verunreinigen, auf dem 
Rasen nach Bällen suchen usw. sicherlich mehr Schäden anrichten. 
Es dürste auch für Friedenau die Zeit nahe sein, wo man der 
ewigen Sticheleien und Gehässigkeiten satt wird und viele steuer- 
krästige Einwohner dem unaufhörlichen Aerger das Feld räumen! 
St. 
(Anmerk. d. Schriftl. Es sind uns in letzter Zeit mehrfach 
Klagen darüber zugegangen, daß vom Tierwart der Leinenzmang 
in der Rheinstraße verlangt wird. In der Tat ist nach der Polizei 
verordnung der Leinenzwang für die mit gärtnerischen Anlagen 
versehene Rheinstraße angeordnet. Da jedoch kein Schild davon 
Kenntnis gibt, lassen fast alle Hundebesitzer ihre Lieblinge in der 
Rheinstraße frei herumlaufen. Es dürfte auch fraglich sein, ob die 
betr. Bestimmung für die Rheinstraße als öffentliche Straße rccht- 
lkth gültig ist. Da jedoch bis jetzt keine richterliche Entscheidung 
darüber vorliegt, müssen sich die Hundebesitzer den Anordnungen 
des Tierrvarts fügen. Wir sind allerdings mit dem Einsender der 
Meinung, daß weniger Strenge in dieser Beziehung mehr wäre 
und daß die Tätigkeit der, betr. Beamten mehr dem Tierschutz 
gelten sollte.) 
Den Herren IU X., 6. B., F. H., die „am Friedrich Wilhelm- 
Platz wohnen und sich keineswegs mausig mächen wollen" zur Er 
widerung, daß ich trotz ihrer Ausführungen nach wie vor bei meiner 
Ansicht bleibe, die „kleine Rotunde" an der Ostscite obigen Platzes 
müsse demnächst von der Bildfläche verschwinden. Der Haupt- 
gründ, den ich ins Feld führte, war, daß sie durch das Vorhanden 
sein der westlichen, modern eingerichteten Bedürfnisanstalt voll 
ständig überflüssig und entbehrlich geworden ist. Weder 
Erwachsene noch Kinder brauchen „sich an die Bäume zu stellen und 
ihre Notdurft verrichten", sondern sind in der Lage, wenn sie nur 
wollen, in knapp einer Minute von allen Punkten des Platzes aus 
das neue Häuschen zu erreichen. Könnte man denn sonst nicht mit 
demselben Rechte verlangen, daß beispielsweise am Maybachplatz, 
ctiva an der Kreuzung der Bismarck- mit der Handjerystraße, eben- 
alls eine zweit- Rctirade geschaffen werden müsse? Wenn vollends 
die betr. Herren den Dönhoffplatz und den Polsdainerplatz, also 
zwei der größten Verkehrsknotenpunkte Berlins, zum Ver 
gleich heranziehen, so beweist das zur Evidenz, daß sie die Situation 
gänzlich verkennen. Was in Berlin „der Not gehorchend" volsris 
volens in Kauf genommen werden tnuß, braucht noch lange nicht 
für unser kleines Gemeinwesen zu passen! In zweiter Linie plädierte 
ich für die Beseitigung dieser dusligen Zierde in Hinsicht auf die 
unmittelbare Nähe der Kirche. Mich wunderte nur eins, 
daß bisher ,ueber der Gemcindekirchenrat noch die Herren Geist 
lichen sür baldige Kassierung dieses völlig veralteten und 
unpraktischen Pissoirs eingetreten sind! ES tvärc doch wirklich an 
der Zeit hier ganze Arbeit zu machen und sich nicht unwirksanicn 
Palliativniitteln «verbesserter Oelanstrich usw.) zu begnügen. Mir 
weniastcns sind schon vo,t sehr nngescheneu Anivohnern (HnuS- 
besibern) des Friedrich-Wilhelm-Platzcs lebhafte u. m. E. durchaus 
berechtigte Beschiverdcn über erhebliche Belästigungen durch obige 
Anstalt ztl Ohren gekommen. >'r. Schultz, Arzt. 
Gericbllickes 
P gscocit Vergehens gegen daS Gesetz betr. Genossenschaften 
mit beschränkter Haftung mußte sich gestern vor den, Schöffengericht 
Berlin Schö' berä der Kaufmann Arthur Fließ °i,s Friedenau ver 
antwortn Es war ihm zur Last gelegt. als Geschästsfiihrer einer 
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uudeu- 
Tom Lenzheim in Schreiberhau. 
Unter den vielen Stätten sozialer Fürsorge, welche 
Schrciberhau ans seinen ivcitcn Hängen besitzt, nehmen die 
'Anstalten des Lenzheim-Liebeswerkes eine besonders be 
achtenswerte Stelle ein. Aus dem der Kinderpflege 
'gewidmeten Vereinswerk sind in den 20 Jahren seines Be 
stehens nicht nur drei Pflegestätten für Erwachsene ent 
sprossen — Katharinenheini, Marienhaus nebst Luisenhatls — 
sondern die Liebesarbeit an den Kindern selbst hat eine 
überaus gedeihliche Entwicklung genommen. 1803 ivtrrden 
52 Kinder in zwei Kürzesten, im porigen Jahre 888 Kinder 
in 15 Kürzesten verpflegt! Da ist es begreiflich, daß das 
alte Liebig-Bauernhaus in Mittel-Schreiberhau, in welchem 
vor 20 Jahren das erste „Sommerpflegehaus für arme 
schwächliche Kinder" eröffnet wurde, trotz aller Anbauten 
und Verbesserungen schon lange nicht mehr den ivichtigsten 
Anforderungen genügen wollte. Und so war sich bereits im 
Oktober 1907 der Hauptvorstand. des am 12. Dezember 
1803 in Friedenau begründeten Heilstättenvereins 
Lenzheim — das seinen Namen nach dem Vater des 
Gründers, dem pommerschen Superintendenten Lenz, führt — 
darüber klar geworden, daß die Errichtung eines neuen 
Pflegehauses vom sanitären Standpunktb aus dringend.not 
wendig sei. Bevor jedoch ein Neubau.beschlossen werden 
konnte, galt es, die für ihn erforderlichen Mittel auszu 
bringen. Diese wurden schließlich nach langwierigen Vor 
verhandlungen in der Weise beschafft, daß der branden- 
burgische Knappschaftsverein in Kottbus, die von Schliebensche 
Stiftung in Briefen und Sanitätsrat Dr. Freise-Görlitz die 
ersten Hypotheken hergaben, während der Nest der etwa 
180 000 M. betragenden Baukosten teils aus dem jahrelang 
hierzu augesammelten Baufonds bestritten wird, teils aus 
dem Betriebe der nächsten Jahre gedeckt werden soll. 
Das Projekt zu dem Neubau, der zur Aufnahme pon 
100 Kindern zu allen Kurzeiteu eingeleitet ist, stammt von 
dem Gcineiudebaurat Tietzen aus Berlin-Lichterfelde. Das 
in allen seinen Teilen niit vornehmer Einfachheit und ohne 
überflüssigen Luxus ausgestattete Bauwerk ist äußerst praktisch 
angelegt. Die Wasserversorgung geschieht durch die zentrale 
Wasserleitung des Ortes. Sämtliche Räume werden durch 
eine zentrale Niederdruckdampfheizung erwärmt. Trotz der 
Ungunst der vorjährigen Sommer- und Herbstwitterung 
gelang es, den Bau dieses, allen modernen An 
forderungen entsprechenden Hauses, so weit zu fördern, daß 
es noch vor Einbruch des Winters unter Dach gebracht 
iverden konnte. Nun steht es fertig da, in prachtvoll ge 
schützter und doch sonniger Lage, am östlichen Abhang des 
Hochsteins, wohlausgerüstet für seine Bestimmung: aus 
schwächlichen und elenden Kindern der Großstadt kraftvolle 
Menschen, tüchtige Staatsbürger und gesunde Mütter zu 
machen. Am Sonnabend, dem 28. Juni, wurde seine Ein 
weihung unter Teilnahnie vieler Vereinsmitglieder und 
Freunde des Lenzheim-Liebeswerkes festlich begangen. 
Die Einweihungsfeier war mit Rücksicht auf die Gäste, 
welche mit den Zügen aus Berlin und Breslau kominen 
wollten, für den späteren Nachmittag festgesetzt. Es fand 
zunächst für die Festgäste im Marienhaus Kaffeetafel statt. 
Um 5 Uhr begab man sich sodann im Festzuge zum Lenz 
heim. Nach einem Chorgesange begrüßte hier der Vor 
sitzende des Vereins, Bürgermeister Buhrow-Stcglitz, die 
Gäste und sprach allen denen, die den Hausbau gefördert 
haben, seinen Dank aus. Er wünschte, daß Gottes Segen 
auf dem Hause ruhen möge. Dann übergab der Erbauer 
des Hauses, Grmeindebaurat Tietzen-Lichterfelde, die Schlüssel 
dem Bürgermeister Buhrom, der darauf das Haus öffnete. 
Nun zog die Versammlung unter dem Gesänge: „Lobe,den 
Herren, den mächtigen König der Ehren," in den Speise- 
saal, wo Pastor Lenz, aus Sydomsaue bei Stettin die 
Weiherede hielt. Er hielt einen Rückblick auf die Ent- 
wickltmg der Anstalt und flehte Gottes Segen auf das Haus 
herab. Er verlas ein Telegramm der Kaiserin, das folgen 
dermaßen lautet: „Ihre Majestät die Kaiserin senden Ihnen 
und den Teilnehmern an der Feier der Weihe des Lenz- 
heims herzlichsten Dank für den Huldigungsgruß und einen 
Segenswunsch fiir erfolgreiche Tätigkeit. Im Allerhöchsten 
Aufträge Freiherr von Spitzemberg". Ferner teilte Pastor 
Lenz mit, daß die Kaiserin, die schon vor zwanzig 
Jahren einen Altar gestiftet hat, zusammen mit dem 
Kaiser einen neuen, größeren Altar gestiftet habe. 
Nach einem Gesänge der Lenzheimkinder beendete ein Chor 
die stiinmungsvolle Feier. Sodann trat man zu einem 
Rundgang zusammen, um das Haus mit seinen zahlreichen 
Räumlichkeiten in Augenschein zu nehmen. Handelsminister 
Dr. Sydow, Regierungspräsident Freiherr von Seherr-Thoß 
und der bisherige Landrat des Kreises Hirschberg, Graf 
von Pückler, hatten das Haus schon zuvor besichtigt. Die 
allgemeine Feststimmung erreichte am Abend bei der Be 
wirtung der Festgenossen ihren Höhepunkt. Herzliche Worte 
fand in dieser Stunde noch der erste Ortsgeistliche, Pastor 
Hagemann, welcher dem Lenzheim eine weitere gedeihliche 
Entwicklung wünschte und in seiner Rede einen Vergleich 
zog zwischen unserem jetzigen Zeitalter und der römischen 
Kaiserzeit. Manche unserer Zustände und Verhältnisse er 
innerten ivohl sehr an die Epoche vor 1000 Jahren, doch 
einen Faktor habe die untergehende heidnische Welt nicht 
besessen, der sür uns ein Schutz und Schirm sei, und der 
unter uns mächtig wirke, das sei die Liebe. Die christliche 
Nächstenliebe, die sich in den Wahlsprüchen des alten Lenz 
heims kennzeichne: „Lasset die Kindlein zu mir kommen" 
und „Die Liebe höret nimmer auf", möge ihre segnende 
Kraft sich auch an dein neuen Hause und seinen Kinderscharen, 
für immer bewähren! Darauf toastete Bürgermeister Buhrow 
auf die leitende Schwester, die Diakonissin Gertrud Henscl, 
während Sanitätsrat Dr. Freise (Görlitz), der erste stellver 
tretende Vorsitzende des Vereins, die vielen eingegangenen 
Telegramme verlas. Zum Schluß brachte eine Illumination 
die architektonischen Schönheiten des Hauses zu wirkungs 
vollem Ausdruck. 
Aus Anlaß der Feier erhielt Bürgermeister Buhrow, 
wie mir schon berichteten, den Krvnenorden 3. Klasse und 
der Sanitätsrat Kloidt (Schreiberhau) den Roten Adlerorden. 
(Schlesische Zeitung.) 
Vermisstes 
*o Nack, dein Bericht über die Arbeitslosen-Fürsorgc der Stadt- 
gemeinde München 1912/13 wurden in insgesamt 8 Wochen in 
27 228 Fällen 8!« 354 Al. verteilt, davon trafen auf organisierte 
Arbeitslose 74 000 SD!., auf nicht organisierte Arbeitslose 14 753 SD!. 
Die Gesamtzcchl der unterstützten Arbeitslosen betrug 0006, davon 
trafen 3499 (52,5 "/„) auf das Baugewerbe. Nach dem Familien 
stand waren: ledig 1707 (25,6 %\ verheiratet 4707 (71,5 °/„), ver 
witwet und geschieden 192 (2,9 °/„). Beheimatet waren in München 
4952 (74,3 "/»', iin übrigen Bayern 1451 (21,8°/»), im Dentschen 
Reiche 90 (1,2 °/„), int Ausland 183 (2,7 %). Ueber die Dauer des 
Aufenthalts in Allinchen sagt der Bericht: Es wohnen hier bis zu 
1 Jahre 09 (1,5»/„), über' 1-2 Jahre 238 (3,7 °/,). über 1-5 
Jahre 590 «8,8 »/„). über 5—10 Jahre 501 (8,4 %), über 10 Jahre 
5157 (77,0 %), unbekannt 21 (0,3 */,.), Arbeitslos waren bis zu 
einer Woche 1480 <22,2 °/ 0 ), über 1—2 Wochen 809 (12,1 %), über 
2-3 Wochen 582 (8,7 “/„), über 3-4 Wochen 087 (10,3 «/„), über 
1-2 Monate 1435 (21,5 %), über 2-3 Monate 817 (12,3 %), 
über 3 Monate 850 (12,8), unbekannt 0 (0.1 "/„). Als auffallend 
bezeichnet der Bericht den verschiedenartigen Prozentsatz der Ledigen 
bei den organisierten und bei den nicht organisierten Unterstützungs-- 
Empfängern; bei ersteren machen sie noch nicht Vs ans, während 
bei letztere!» genau die Hälfte ledig sind. Dies erklärt sich daraus, 
daß die „Gelegenheitsarbeiter" (in vollstem Sinne des Wortes), 
die für keine Familie zu sorgen haben, sich wenig um eine Organi 
sation kümmern, während die Verheirateten sich die Vorteile der 
Organisation schon im Interesse ihrer Familie sichern. 
*o Bauernregeln vom August. Schlechten Wein gibts Heuer, 
wenn St. Lorenz ist ohne Feuer. — Was die Hundstäge gießen, 
muß die Traube büßen. — Je dicker der Regen im August, desto 
dicker wird der Must. — Ter Monat August muß Hitze haben, 
sonst ivird der Früchte Zahl und Güte begraben. — Morgens 
lauter Ftnkcnschlng, verkündet Regen für den Tag. — Wenns int 
August stark tauen tut, bleibt auch gewöhnlich das Wetter gut. — 
Gewitter um Bartholomä bringen Hagel und Schnee. — Jst's in 
den ersten Wochen heiß, so bleibt, der Winter lange weiß. — Wer 
in dem Heu nicht gabelt, in der Ernte nicht zappelt, im Herbst 
nicht früh aufsteht, 'der sicht zu, wie's ihm im Winter geht. — 
Höhenrauch im Sommer, ist der Winter kein frommer. — Freund 
licher Barthel und Lorenz, machen den Herbst zum Lenz. — Lorenz 
muß heiß sein, soll guter Wein sein. — Im August viel Stegen, 
ist dein Wein kein Segen. — Nordwind im August will sa'n, daß 
gut Wetter noch hält an. — Mutter Aiaria, die schmerzensreiche, 
im Sonnenschein gen Himmel steige, dann können bei trefflichem 
Wein die Menschen sich trefflich erfreu'». — Geht der Fisch nicht 
an die Angel, ist an Regen bald kein Mangel. — Sonne scheine 
int. August, daß du uns den Wein mögst braten: Mond und 
Sterne schaut draus mit Lust, daß er möge ivohl geraten. — 
Bläset im August der Nord, dauert gutes Weiter fort. — Stellen 
sich im Anfang Gewitter ei», so wird cs bis zu End so sein. — 
Hitze uni St. Dominikus (4.) ein strenger Winter kominen muß. — 
Um St. Lanrentie (10.) Sonnenschein, bedeutet gutes Jahr mit 
Wein. — Sind Lorenz und Barthel (24.) schon, ist ein guter Herbst 
vorauSznsehn. — Wie das Wetter an Cassinn (18.), hält cs 
mehrere Tage an. — Hat unsere Frau gut Wetter, wenn sic zum 
Himmel fährt (150, gewiß ist uns allen viel guter Wein beschert. 
— Mariä Himmelsahrt Sonnenschein, bringt uns stets guten Wein 
— Wie Barthoioniäns sich hält, so ist der ganze Herbst bestellt. — 
Um die Zeit von Angnstin <28.) zieh'» die warmen Tage hin. — 
JsUs hell nm den Lanrcntinstag (10.), viel Früchte man sich ver 
sprechen mag. 
Literarisches 
In der nencstcn Nummer der „Deutschen Ncichsfechtschule" ist 
unter anderem eine Schilderung „DJlcin erster Besuch im Reichs 
waisenhause" enthalten, der drei Jllnstrationen aus verschiedenen 
Waisenhäusern der „Deutschen Reichsjcchtschule" beigegeben sind, 
die in anschaulichster Weise daS Leben und Treiben in diesen 
Häusern zeigen. Die Zeitschrift „Deutsche Ncichsfechtschule" liefert 
aber nicht nur Berichte aus der Waisenpflege des Vereins, sondern 
unterrichtet seit neustem über alle Bestrebungen, die in nnscrcm 
dentschen Vaterlandc ans dem Gebiete der Wnisenpslcge und Jugend 
fürsorge sich ereignen. Auch verwandte Bestrebungen finden rege 
Unterstützung und außerdem ist der Untcrhaltungsteil für die Frauen 
und besonders für die Kinder außerordentlich reichhaltig und durch 
und durch gediegen. Nähere Auskunft für alle, die sich sowohl 
dem Verein alS Mitglied anmelden möchten, als auch die nur auf 
die Zeitschrift abonnieren möchten, erteilt die Geschäftsstelle der 
„Deutschen Neichsfechtschnle" und die SchrifUeitung der „Teutschen 
Reichsfechtschulc", beide Magdeburg, Albrechtstraße 4. 
Wetteraussichten. 
Mittwoch: Ein wenig kühler) vielfach wolkig, mit 
etwas Regen bei mäßigen westlichen Winden. 
Verantwortlicher Schriftleiter: Hermann Martinius Friedcna.i. 
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