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Periodical volume Nr. 187, 11.08.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

Initiative und schneller Entschlossenheit in der Kommune zu 
Einfluß gelangen, viel geringer als in einem kleineren Orte. 
Die große Kommune ist der Tod der Individualität und 
des Gemeinsinns, sie ist schwerfällig und teuer zu verwalten 
— man denke an die Behandlung der Tempelhofer Feld- 
angelegenheit und an die unerklärlich hohen Armenlasten 
in Berlin — und sie preßt die Kommunalvermaltuug in 
das Scheina einseitiger und doktrinärer Parteipolitik. 
Lokales 
(Nachdruck unserer o-Originalartikel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
v 4:) 423 Einwohner zählte Berlin-Friedenau nach 
der letzten amtlichen Ermittelung am 21. Juli d. I. Am 
21. April 1913 wurden 43 300 Einwohner gezählt. Durch 
Zuzug uitd Geburten kamen hinzu 3541 Seelen, in Abgang 
kamen durch Todesfälle und Fvrtzug 3484 Seelen, sodaß 
sich das Mehr auf 57 Personen stellt. 
o Linienverlängerung. Die Große Berliner Straßen- 
bahngesellschast beabsichtigt, die Wagen der Linie 52, die 
jetzt ihre Endhaltestelle an der Wilhelmsaue hat, durch die 
Augustastraße bis zur Detmolder Str. durchzuführen. Mit 
dieser Verlängerung erhält auch der Westen Friedenaus 
eine neue Straßenbahnverbindung mit dem Zentrum. Es 
werden folgende 10-Pf.-Teilstrccken eingerichtet; Detmolder- 
Straße—Potsdamerplatz, Wilhelmsaue—Friedrich-, Ecke 
Karlstraße, Vabelsbcrgerstraßc—Danzigerstraße. Die Wagen 
werden die 12,7 Km. lange Strecke in 50 Minuten durch 
fahren. 
o Zwangsmittel zur Veschaffnng der Schulbücher. 
Die Pflicht der Eltern, ihren Kindern in der Volksschule 
die vorgeschriebenen Schulbücher zu beschaffen, hat neuerdings 
die Gerichte und die llnterrichtsvcrwaltung beschäftigt. Das 
Kammergcricht hatte entschieden, daß Eltern, die sich weigern, 
für ihre Kinder die notwendigen Schulbücher zu beschaffen, 
hierzu nicht durch strafrechtliche Verfolgung genötigt werden 
können. Dieses Gericht trat dabei den Ausführungen der 
Strafkammer bei. Alle schulfähigen Kinder können nötigen 
falls durch Zwangsmitteln und Bestrafung der nachlässigen 
Eltern zur Besuchung der Lehrstunden angehalten werden. 
Diese Vorschrift kann aber nur daun zur Anwendung kommen, 
wenn ein Fall der Versäumnis von Lehrstunden vorliegt. 
AIs eine Schulversäumnis kann aber das Fehlen der not 
wendigen Lehrbücher nicht angesehen werden. Das Kaminer- 
gxricht will cs aber dahingestellt sein lassen, ob die Schul 
aufsichtsbehörde befugt ist, die Versorgung der Schüler der 
Volksschulen mit den vorgeschriebenen Schulbüchern gegen 
über den Eltern zwangsweise durchzuführen. Der Unter- 
richtsminister hat denn auch neuerdings sich in diesem Sinne 
in einem Erlaß an sämtliche Regierungen und das Provinzial- 
schulkollcgittm in Berlin ausgesprochen. Zur Durchführung 
des Zwanges beruft sich der Minister auf eine Verordnung 
aus dein Jahre1808 und eine Negierungsinstruktion von 1817. 
v Die Entschädigungen der Schöffen und Ge 
schworenen, welche durch Gesetz vom 20. Juli 1913 fest 
gesetzt und die Bekanntmachung dazu, das Gesetz zur Ab 
änderung des Besoldungsgesetzes vom selben Tage ver- 
. öffcntlickst die irencste Ausgabe des Reichsgesetzblattes soeben. 
'Die erwähnte Bckaitntinachting setzt für Schössen und Ge 
schworene ein Tagegeld von 5 M. und eine Nachtquartier- 
zulage von sechs Pfennig für jeden angefangenen Kilometer 
des Hin- tlitd Rückweges fest, wenn der Weg auf Eisen 
bahnen, Kleinbahnen oder Schiffen zurückgelegt werden kann, 
bei anderen Wegen von 20 Pfennig. Bei besonderen Um- 
ständercn können auch höhere Auslagen ersetzt werden. Die 
Reisecntschädigung wird auch für die Reisen gewährt, die 
der Schöffe oder Geschworene rvährcnd der Tagung nach 
seinem Wohnort und zurück macht. Sic darf jedoch die 
Höhe der Bezüge nicht übersteigen, die der Schöffe oder 
Geschworene erhalten würde, wenn er am Sitzungsorte hätte 
anwesend sein müssen. 
o Als bedenklichste Vestiminnng des Wehrbeitrags- 
Gesetzes bezeichnet Geh. Oberrcgierungsrat Hosfmann vom 
, Reichsschatzamt die Veranlagung des städtischen Hausbesitzes 
nach dein Ertragswcrte. Geheimrat Hosfmann weist des 
halb in der „Deutschen Jüristenztg." Nr. 15 nachdrücklich 
darauf hin, daß die Hausbesitzer das Recht haben, ihre Ver 
anlagung nach dem wirklichen Grundstückswert, dem sogen. 
, gemeinen Wert, zu fordern. Von gut unterrichteter Seite 
wird dazu bemerkt, daß die Hausbesitzer von Großberlin bei 
einen, Mißtrauen und kalter Abneigung ans der andern Seite. 
Der König ist verhaßt, und nur den Bemühungen des gegen 
wärtigen Premierministers, eines treuen Freundes der Königin, 
und einer verhältnismäßig kleinen Partei ist es bis jetzt noch, 
gelungen, eine Revolution zu verhindern. Das Volk wünscht, 
den Prinzen Danilo zum König — und ich kann es ihm nicht' 
einmal verargen. Es wäre ein Glück für Astorien, käme dieser 
Mann auf den Thron. Das weiß auch die Königin, und zu 
feinen Gunsten hätte sie schon lange ans die Krone verzichtet. 
Doch sie wagt es nicht, dem König mit diesem Vorschlag zu 
kommen. Erna ist dem Prinzen Alexander sehr günstig gesinnt, 
der ihn ans Rußlands Geheiß hat umschmeicheln müssen. 
Dankt er überhaupt ab, so tut er es nur gegen eine große 
Geldsumme, die Rußland zahlt, und — zu Alexanders Gunsten. 
Das Volk wird sich natürlich diesen Herrscher nicht gefallen 
lassen wollen, der nicht besser, eher schlimmer als der gegen 
wärtige König ist. Er wird Rußlands Hilfe anreisen — 
natürlich nicht vergebens, und Europa ist nicht einmal berechtigt, 
einzugreifen und die Inszenierung der elenden Komödie zu 
hindern. — Stirbt der König heute, so wird Alexander in 
Astorien von seiner Partei und den von Rußland bestochenen 
astorischen Diplomaten zum König proklamiert werden — was 
die erwähnten Folgen nach sich ziehen muß. Wäre jedoch 
Erno glücklich nach Astorien gekommen, so hätte er sich, vom 
Premierminister und anderen Freunden der Königin gedrängt, 
vielleicht doch zu einer Abdankung zu Dani'los Gunsten 
bereitfinden lassen. Er wäre dann den russischen Agenten un 
erreichbar gewesen, und sie hätten nicht verderblich auf ihn 
einwirlen könn/n. In dem Augenblick, da Danilo zum König 
erklärt ist, wird ganz Astorien aufjubeln — und Rußland ist 
geschlagen. — Sehen Sie nun, wie die Dinge stehen'?" 
„Ware es nicht ein schwerer Schlag für die Königin, dem 
Thron entsagen zu müssen'?' fragte Jeffie. Ihr lag Astoriens' 
'und des Königs Schicksal weit weniger am Herzen, al-s das der 
hohen Frau, die sie bewunderte und liebte. 
der Besteuerung nach dem gemeinen Wert zum Wehrbeitrag 
mindestens 8 Millionen Mark ivenigcr Steuern zu zahlen 
haben werden, als wenn sie nach dem für den städtischen 
Grundbesitz garnicht passenden Ertragswert besteuert würden. 
o Die Pfleglinge der Mai-Kurzeit im Mittelstands- 
Kinderheim zn Henkenhagen bei Kolberg hatten zur 
Vermählung der Prinzessin Luise mit dem Herzog Ernst 
August eine patriotische Hausfeier veranstaltet und folgendes 
Glückwunsch-Telegramm an das hohe Paar abgesandt: 
„Eine begeisterte Kinderschar sendet die ehrerbietigsten Glück 
wünsche zur Vermählung. Mittelstands-Kinderheim Hcnken- 
hagen." Darauf ist folgende Antwort eingegangen: 
„München, 31. Mai 1913. Ihre Königl. Hoheiten der 
Prinz und die Prinzessin Ernst August, Herzog und Herzogin 
zu Braunschweig und Lüneburg, lassen dem Mittelstands- 
Kinderheim für die zu höchst Ihrer Vermählungsfeier 
freundlichst übersandten Glückwünsche den herzlichsten Dank 
aussprechen. Im höchsten Aufträge: von Richtmann." Die 
kleinen Patrioten, welche inzwischen nach Beendigung 
Ihres Kuraufenthaltes am Ostseestrande bereits wieder in 
die Heimat zurückgekehrt sind, werden sich gewiß freuen, 
wenn sie durch ihre heimatlichen Zeitungen Kenntnis von 
dem Dankschreiben des hohen Paares erhalten. — Auch die 
108 Pfleglinge der Juni-Kurzeit haben anläßlich des 
Regieruugsjubiläums des Kaisers ganz reizende patriotische 
Feiern veranstaltet, bei denen die jugendliche Begeisterung 
zur Freude der Vorsteherinnen und Kindertanten in Auf 
führungen und Deklamationen, Parademärschen usw. leb 
haften Ausdruck erhielt. Gegenwärtig (Juli-Kurzeit) sind 
1 l 0 Pfleglinge in den beiden Heimen des Heilpflegevereins 
für kränkliche und schwächliche Kinder des Mittelstandes; 
auch die 4. Kurzeit vom 1.—28. August ist bereits bis auf 
wenige noch freie Plätze gefüllt. Etwaige Anmeldungen 
wolle man schleunigst an Herrn Schuldirektor Hanueinann- 
Fricdenau gelangen lassen. 
o Gemeiner Wert oder Ertragswert'? Der Bund der 
Haus- und Grundbesitzer-Vereine Groß-Berlin übersendet uns 
folgende Darlegung, weshalb die städtischen Hausbesitzer an 
dem Steuermaßstab des gemeinen Wertes festhalten müssen. 
Die Besteuerung des Grundbesitzes in den Städten nach dem 
Ertragsprinzip dient hauptsächlich dem Vorteil der Terrain 
spekulanten und aller derer, die keine Grundstückserträge 
haben, oder ihre Grundstücke zur Zeit wirtschaftlich nicht 
voll ausnutzen, vielmehr auf kommende Entwickelung 
spekulieren. Wer aber sein Grundstück voll ausgenutzt hat, 
insbesondere wer ein Micthaus mit mehreren Mietern hat, 
der fährt in den Städten besser beim gemeinen, Wert als 
beim Ertragswert. Der Bund Groß-Berlin ist vorstellig ge 
worden, damit die Behörden in den amtlichen Benach 
richtigungen für die Veranlagung zur einmaligen Ver 
mögensabgabe deutliche Hinweise geben, daß sich der 
städtische Hausbesitz zum gemeinen Wert einschätzen darf. 
Eine Erläuterung durch Beispiele würde die Sachlage den 
weniger gewandten Personen erst voll verständlich machen, 
weil hier eine umfassende Propaganda die Meinungen irre 
geführt hat. Auch für die kommunalen Realsteuern ist der 
Steuermaßstab des gemeinen Wertes gerecht und zutreffend. 
In der jetzigen Form hat er Mängel, die die Bekämpfung 
dieses an sich gerechten Steuermaßstabes begünstigen und 
den Gegnern des geineiuen Wertes Mittel zum Kampf gegen 
den gemeinen Wert in die Hand geben: 1. Die jetzige 
städtische Realbesteuerung berücksichtigt nicht die leerstehenden 
Wohnungen und Mietsausfälle. 2. Sie belastet gleich stark 
den schuldenfreien und den verschuldeten Besitz. Eine 
Aenderung hierin würde der Gerechtigkeit entsprechen. Ver 
schuldeter Besitz ist weniger wert und weniger leistungsfähig 
als schuldenfreier Besitz. Des weiteren sind Vermögen oder 
Grundbesitz, die keine Früchte oder nur geringe Früchte 
tragen, auch i>n Sinne des gemeinen Wertes weniger rvert, 
als vollen Nutzen bringende Vermögen und Grundstücke. 
Die letzteren sind leistungsfähiger. Diesen wirtschaftlichen 
Vorgängen tragen die Verkausswertc im Geschäftsverkehr 
Rechnung, also sollten es auch die gemeinen Werte bei der 
Besteuerung tun. Die Einführung der Ertragsbesteuerung 
mit dem. Miiltiplikationsfaktor 25, den die Landschaft hat, 
würde den städtischen Hausbesitzer zu Grunde richten. 
Darum tritt der Bund Großberlin dafür ein, a) dem 
städtischen Grundbesitz den gerechten und klaren Steuer- 
maßstab des gemeinen Wertes zu belassen; aber d) eine 
Abzugsfähigkeit der Mietsausfälle und Hypothekcnschulden 
Aber Lcchmere schüuclte den Kopf. 
„Nein, ganz im Gegenteil — es würde ihr zum Glücke 
verhelfen," sagte er ruhig. „Seit ihrer Thronbesteigung hat 
die Königin nicht eine ruhige Minute, nicht einen glücklichen 
Augenblick gehabt. Sie wissen es wie ich, daß sie den 
General Maxgregor liebt. Stirbt der König, so wird sie ihn 
heiraten — und erst dann wird sie kennen lernen, was ein 
wahres und großes Glück ist. — Doch ich muß Sie hier ver 
lassen, Fräulein Harcoun! Ich muß augenblicklich den Prinzen 
Peretori aufsuchen." 
Er öffnete den Wagenschlag, forderte den Kutscher znm 
Halten ans und verließ Jeffie nach kurzem Abschied. Glücklicher 
weise traf er den Prinzen in seiner Wohnung an. Peretori 
hatte die Nachricht von dem Eisenbahn-Unglück ebenfalls bereits 
gelesen und befand sich in großer Erregung. 
„Es ist ganz klar, ganz klar, inen! Lieber, wie die Dinge 
zusammenhängen," sprudelte er lebhaft heraus. „Diese über 
stürzte Abreise der Gräfin Saens — Mazaroff hat London ver 
lassen — und dann dies Geschehnis — für einer. Eingeweihten 
reimt sich das trefflich zusammen! Natürlich können die beiden 
keinen Zug zum Entgleisen bringen. Aber sie haben Viele 
Freunde in Paris — Mazaroff sowohl wie die famose Gräfin. 
Der König durfte Astorien nicht erreichen, sonst hatten unsere 
Freunde ihr Spiel verloren. Er lväre sofort zum lvillcn- 
losen Werkzeug seiner Minister gelvordcn, und morgen lväre 
Danilo König von Astorien." 
ES war das gleiche, was Lechmere Jessie gesagt hatte. 
Nachdenklich meinte er: 
„Gewiß — das ist auch meine Meinung! — Aber 
glauben Sie denn, daß der König nach diesem Ereignis nicht 
in die Hauptstadt seines Landes zurückkehren wird?" 
Peretori lachte laut auf, wie wenn il,n etwas aufs äußerste 
belustigte. Er legte Lechmere vertraulich seine Hände auf die 
Schultern. 
«Nein — er wird nicht dorthin zurückkehren,." meinte er. 
zu gewähren; c) die Kommunen streng zu verhindern, daß 
sie den Grundbesitz in Verletzung des § 54 K. A. G. über 
da§ gesetzliche Verhältnis (150:100 Proz. Einkommen 
steuerzuschläge) hinaus heranziehen; ci) in den amtlichen 
Benachrichtungen wegen des einmaligen Wehrbeitrages unter 
Angabe von Beispielen besonders deutlich daraus hinzu 
weisen, daß der städtische Hausbesitzer die Veranlagung nach 
dem gemeinen Wert beanspruchen kann. 
o Wandervcrsammlung des Vereins der Vororte 
Berlins in Friedrichshagen. Die auf Sonnabend, dem 
10. August, angekündigte Wanderversammlung, des Vereins 
der Vororte Berlins, dem auch der hiesige Haus- und Grund 
besitzer-Verein angehört, führt in einen der schönste Teile 
unserer engeren Heimat, an den schönsten und größten See 
in der weiteren lliiigebung von Berlin und verspricht einen 
außerordentlich genußreichen Tag. Das schöne Versammlrmgs- 
lokal liegt direkt am herrlichen Müggelsee (mit Aussicht auf 
die Müggelberge, die Bismarckwarte und den Aussichtsturni). 
Die Teilnehmer versamnieln sich im Kurpark von FriedrichA- 
hagen, direkt am Bahnhof gelegen. Km 2,30 Uhr findet 
Marsch unter Vorantritt der Kurkapelle durch den Ort nach 
dem Festlokal „Bad Bellevue" statt. Hier erfolgt die Be 
grüßung durch den Gcmeindevorstand; anschließend ist 
Kaffeetafel und großes Garten-Konzert der Kurkapelle. Um 
5 Uhr wird eine Rundfahrt auf dem herrlichen Müggelsee 
mit hierzu von den einladenden Korporationen bereitgestellten 
Salon-Dampfern veranstaltet. Abends um 7 Uhr findet 
geschäftliche Sitzung statt. Im Anschluß hieran ist zwang 
loses Abendessen an einzelnen Tischen. Konzert und Tanz. 
Recht zahlreiche Beteiligung ist erwünscht. Auch eingeführte 
Gäste sind willkommen. Eintrittskarten werden, wenn solche 
noch nicht vorher empfangen oder zu empfangen vergessen 
worden sind, von den Komitee-Mitgliedern (kenntlich au rot 
weißer Rosette im Knopfloch) noch gern verabfolgt. Unr 
eine Ueberfüllung der fahrplanmäßigen Züge zu verhüten, 
hat die Königl. Eisenbahn-Direktion Zehn-Minuten-Verkehr 
mit stark verlängerten Zügen angeordnet. Zur Hinfahrt 
geeignete Züge sind: ab Eharlotteuburg 1.03, 1.21 Uhr, 
Zoo 1.10, 1.27, Friedrichstrabe 1.23, 1.41, Alerandcrplatz 
1.29, 1.40, Schlesischer Bahnhof 1.34, 1.53, an Friedrichs- 
Hagen 2.04, 2.23. 
o Wie unterscheidet man eßbare Pilze von giftigen ? 
Wer nicht die genügenden botanischen Kenntnisse besitzt, um 
den giftigen Pilz vom genießbaren zu unterscheiden, möge 
auf Folgendes achten. Verdächtig sind alle die Pilze, welche 
beim Zerbrechen einen milchartigen Saft ausfließen lassen 
oder die beim Zerschneiden blau anlaufen, überhaupt schnell 
die Farbe verändern. Ferner die, welche scharf oder wider 
lich schmecken, unangenehm riechen, gar jauchig erscheinen 
oder im Alter in eine schwarze Jauche zerfließen. Ferner 
die vou Würmern und Insektenlarven durchbohrten Pilze, 
die mit einer klebrigen Oberhaut, mit einer grellen, be 
sonders blaugrünen, dunkelroten oder schwarzen Farbe. Es 
ist übrigens wenig bekannt, daß man den Pilzen den Gift 
stoff entziehen kann, ohne ihren Nahrnngswert zu vermindern. 
Mau verkleinert einfach die Pilze, reinigt sie von den zähen 
Teilen des Strunkes und brüht sie in einer Mischung von 
Wasser, Weinessig und Salz heiß ab, worauf man sie mit 
kaltem Wasser abwäscht. Ein anderes Verfahren besteht 
darin, die Pilze (etwa 1 Pfund) mit 2—3 Eßlöffeln von 
Weinessig zu übergießen, sie darin 2 Stunden stehen zu 
lassen und dann sauber abzuwaschen. Hierauf übergießt 
man sie nochmals mit kaltem Wasser und läßt sie in diesem 
bis zn Vs Stunde sieben. Daraufhin werden sie nochmals 
tüchtig abgewascheu und auf die gewöhnliche Art zubereitet. 
o .Konkurseröffnung. Ueber das Vermögen des Dach- 
deckermeisters Berthold Fuchs, Körnerstraße 47, ist am 
7. August 1913, Vormittags 10‘/ 2 Uhr, das Konkurs 
verfahren eröffnet. Der Kaufmann Ernst Zuther, Berlin 
W. 30, Barbarossastraße 42, ist zum Konkursverwalter 
ernannt. Knkursforderungen sind bis zrnn 2. Septemacr 
1013 bei dem Gericht anzumelden. 
o Dreißig Meldungen znm Flug „Rund um 
Berlin", das ist das erfreuliche Ergebnis des ersten Melde 
schlusses dieses vom Berliner Verein f. L., K. A.-Cl. und 
K. Ae.-C. gemeinschaftlich veranstalteten Wettbewerbes. Da 
fast alle Flieger die vorgeschriebenen Zulassungsbcdinguugen 
erfüllt haben, rechnet inan auf eine Teilnahme von 25 Flug 
zeugen. Berlin dürfte damit ein Schauspiel erleben, ivic 
es bisher auf dem Gebiete des Fluges noch nicht gesehen 
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»Aber verlassen Sie sich darauf — er wird trotzdem zn 
Damlvs Gunsten abdanken. Er wird ein großartiges Mani 
fest erlassen — dem Volk mehr Freiheiten geben — kurz, er 
wird alles mögliche tun!" 
, Lechmere blickte nicht eben sonderlich geistreich drein. Er 
wußte nicht recht, ob Peretori, der noch immer lachte, nicht einen 
Scherz mit ihm treiben wollte. Da sagte der Prinz plötzlich: 
„Einmal ernsthaft gesprochen, mein Freund — er wird 
plötzlich in seiner Hauptstadt erscheinen — freilich ein wenig 
mitgenommen von dem Eisenbahn-Unglück und ohne die beiden 
Offiziere, die ihm die Königin bcigcgcbcn, aber doch gesund 
und geistig durchaus frisch. Und er wird alles tun, was ich 
soeben sagte — das lassen Sie meine Sorge sein." 
Es zuckte bereits wieder verdächtig um seine Mundwinkel. 
Lechmere wurde ein wenig nervös. 
„Sie haben irgend einen Plan, Prinz," sagte er. „Wollen 
Sie mir nicht mitteilen — —" 
Peretori schüttelte den Kopf. 
»Nein, noch nicht," erwiderte er gelassen. „Sehen Sie, 
ich beging in knabenhafter Unüberlegtheit einen törichten 
Streich, der für das Land, aus dem ich stamme und das' ich 
ließe, verhängnisvolle Folgen haben kann. Meine Aufgabe 
ist es nmi, das zri verhüten — iilid ich werde es tun. ver 
lassen Sie sich darauf! Ich bin bekannt wegen inciner 
dummen Streiche, das weiß ich sehr wohl. Nun will ich Ihnen 
beweisen, daß ich auch recht wohl imstande bi», etwas Bcr- 
nünftlges und Zweckmäßiges zu tun. Aber ich liebe es nickit, 
lange vorher zu besprecht!!, was ich zu tun gedenke. — Sie 
werden wahrscheinlich heute noch ein Telegramm von mir er- 
halten. Machen Sie sich darauf gefaßt, daß Sie mir dann 
folgen müssen — ich verreise nämlich. Kehre ich zurück, so 
wird Erno nicht mehr König von Astorien sein. — Rußland 
aber soll sein Spiel verloren haben." 
(Kometzuiig ,v,gl.»
        
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