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Periodical volume Nr. 185, 08.08.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

Beamte angehören, überwacht die gleichmäßige Befolgung der 
Gmndsätze. 
Nach den bisherigen Erfahrungen haben sich die An 
ordnungen bewährt, und es wird nunmehr auf eine all 
mähliche Verallgemeinerung dieser Grundsätze nach Maßgabe 
des praktischen Bedürfnisses hingewirkt werden, von der mit 
der besseren Vorbildung auch eine Hebung des Standes der 
kommunalen Polizeibeamten erwartet werden kann. 
Lokales 
(Nachdruck unserer o-Orrginalartikel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
o Hinaus in den Wald, den herrlichen deutschen 
Wald! Das sei die Parole in den jetzigen heißen Tagen. 
Wer nach der Wochentage Mühe und Last Erquickung be 
gehrt, wem die Mittel fehlen, in einer kostspieligen Bade 
reise Erholung zu suchen, der wandere hinaus in den 
prächtigen Dom, den die Natur errichtet hat, in den märchen- 
umwobenen deutschen Wald, der seine wohltätige Einwirkung 
gerade in den heißen Tagen verspüren läßt und der sich 
jetzt zur vollen Schönheit entfaltet hat. Wenn die Sonnen 
glut auf die Wipfel drückt, atmet jeder Zweig, jedes 
Blättchen und jede Nadel Duft und Frische in verstärktem 
Maße aus und erfüllt die Luft unter dem lebendigen 
Blätterdache mit dem belebenden und erleichternden Sauer 
stoff, daß einem zu Mute ivird, als befände man sich in 
mitten eines wohlriechenden Straußes, nur daß der Duft 
zarter und feiner ist, als vielfach der der Blumen. Am 
angenehmsten und zugleich am stärkendsten und wohltuendsten 
für städtische an dicke Luft genötigte Lungen wirkt der ozon 
reiche Harzgeruch des Nadelwaldes. Wir Deutschen haben 
Ursache, die Schönheit unseres Waldes in hervorstechender 
Weise zu würdigen, da sic eine bevorzugte Eigentiimlichkcit 
unserer Heimat ist und der deutsche Wald sogar schon in 
früheren Zeiten einen wohlverdienten Ruf genoß. Italien 
ist fast ganz, Frankreich zumeist waldarm, und ihre Gebirge 
sind größtenteils kahl. Die russischen Wälder sind Sümpfe 
und die tropischen, wie in Deutschafrika, hauchen gefährliche 
drückende Dünste aus, die das^mörderische Fieber der heißen 
Zone erzeugen, sooaß man hier lieber an kahlen, den 
glühenden Sonnenstrahlen ausgesetzten Orten rastet, als im 
schattigen Wald. Welch wohltätigen Aufenthalt bietet dagegen 
unser herrlicher Waid jeden Erholungsbedürftigen? Nach 
ahmenswert ist die Sitte in manchen Städten, daß der 
Wenigbemittelte und an den Ort Gebundene sich für den 
Mangel der Sommerfrische dadurch entschädigt, Sonntags 
bei Sonnenaufgang mit Familie gleich für den ganzen Tag 
zum Aufenthalt im Wald umzusiedeln. An einer trockenen 
Stelle wird gelagert, die Nahrungsmittel sind mitgenommen. 
Wer es nur probiert, wird merken, daß man in heißen 
Tagen sehr gut mit kalten Speisen anskommen kann. 
Gekochte Eier munden vorzüglich in frischer Luft oder es 
bietet der nächste Ort das Gewünschte. Wer will, kann 
Abends das Vermißte nachholen. Die Zeit wird vertrieben 
mit Beerensuchen, Beobachten der Natur, Lesen oder man 
bemerkt mitten in vieser naturoollen Lebensweise den 
kulturelleil Kartenspicler, der mit seinen Nachbarn hier ans 
einem Holzklotz den ganzen Tag nach Herzenslust „Skat 
drischt". Wahrhaftig, das herrlichste Naturleben, wie man 
es in einem amerikanischen Urwald nicht ungenierter habeil 
kann. Der gesundheitliche Einfluß der Waldluft zeigt sich 
besonders an den geröteten Wangen der Kinder und an der 
stohen Gemütsstimmung der Heimkehrenden bei angenehmer 
Abendkühle. 
o Der Unterricht in den höheren Schulen und in 
den Gemeindeschnlen wird am Dienstag, dem irr. August, 
wieder aufgenommen. Der Schluß des Unterrichts für das 
Sommerhalbjahr 1918 ist auf Sonnabend, dein 27. Sep 
tember d. Js. festgesetzt. Der Rest des Semesters umfaßt 
nur 47 Tage, hiervon entfallen 'auf die Sonntage ti und 
auf sonstige schulfreie Tage (Herbstparade und Sedanfest) 
2, sodaß im ganzen 39 Unterrichtstage verbleiben. 
o Ein Fernbahnhof an der Potsdamer Bahn? 
Es wird uns geschrieben: Kürzlich wurde an dieser Stelle 
das Projekt eines Fernbahnhofes an der Potsdamer Bahn 
erörtert. Das Projekt, einen Bahnhof für den Fernverkehr 
der Strecke Berlin—Magdeburg zwischen Schöneberg und 
Steglitz zu errichten, ist nicht neu. Früher trug sich die 
mit Sicherheit' heraus, düß" meine"Freundin nicht die Diebin 
war, so haben Sie und Robert nichts mehr zu fürchten." 
In den Angen der Zofe, die ihm aufmerksam gelauscht, 
blitzte es verständnisvoll ans. 
„Ich begreife Sie vollkommen, gnädiger Herr-," sagte sie. 
„Ich werde der jungen Dame gegenübergestellt werden, und ich 
werde sie sofort für die Diebin erklären. Darauf fordern 
Sie mich ans, sie noch einmal genau zu betrachien, und ich tue 
es. Ich werde verdutzt — ich blicke noch einmal hin, sehen 
Sie, so —", sie veranschaulichte ihm durch Gesten, wie sie 
ihre Ueberraschung an den Tag legen rvürde, „und erkläre 
dann, daß ich mich geirrt hätte. Die Person, die mich über 
fallen habe, hätte anderes Haar gehabt, und die Augen seien 
Von ganz anderer Farbe gewesen — außerdem seien die Gesichter 
Verschieden — kurz, das Fräulein, könne ganz unmöglich die 
Diebin gewesen sein." 
Sie blickte Lechmcre fragend an, ob sie das Rechte ge 
troffen. Er nickte lächelnd. 
„Ich sehe, Sie verstehen Ihre Sache, Annette," meinte 
«r. „Wir haben nun nichts weiter zu tun, als abzuwarten, 
bis — ah, sollte er das schon sein? Das ist doch wohl kaum 
möglich." 
Die Glocke an der Haustür war angeschlagen worden, 
und sie vernahmen die Stimme des Portiers, der mit irgend 
jemandem unterhandelte. Gleich daraus steckte der Mann den 
Kopf zur Tür herein. 
^ „Da ist ein Polizeibeamter, ein Inspektor — Task oder 
so ähnlich heißt er —, der behauptet, von Herrn — äh — 
Lechmere herbestellt zu sein," berichtete er. „Sind Sie viel 
leicht ?" 
„Jawohl, ich bin Herr Lechmere," fiel ihin der lächelnd 
ins Wort. „Und es hat schon seine Nichtigkeit damit. Führen 
Sie den Herrn hier herein!" 
Der Pförtner mochte sich vielleicht doch ein wenig wundern, 
wer dieser Herr Lechmere eigeirtlich sei, der ganz so tat, als 
wäre er hier zu Hause. Aber tr unterdrückte jede Bemerkung 
Md kille, den erhaltenen Auftrag auszuführen. 
Der 2»spe!tor Task war . ein älterer Beamter, der,,sich 
Eisenbahnverwaltung mit dem Gedanken herum, einen 
solchen Bahnhof an der Kreuzung der Ring- und Wnnnsce- 
bahn (Tempelhoserstraße) zu errichten. Es ist wohl gar 
kein Zweifel, daß ein Fernbahnhof an dieser Stelle 
wesentlich den Groß - Berliner Verkehr verbessern würde. 
Indessen ließ man später das Projekt fallen, ebenso wie 
man von der Errichtung eines Fernbahnhofes weiter außer 
halb, zwischen Friedenau und Steglitz, Abstand nahm. Und 
das vielleicht nicht ganz mit Unrecht! Der Groß-Berliner 
Fernverkehr, an dessen Regelung man sich seit Jahren den 
Kopf zerbricht, ist mit der Zeit so gewachsen, daß man sich 
entschlossen hat. eine Konzentration des Verkehrs in Aussicht 
zu nehmen. Wenngleich wir niemals einen einzigen Haupt 
bahnhof für Berlin wünschen werden, so muß doch unser 
Bestreben dahin gehen, etwa einen Südbahnhof, einen Nord 
bahnhof und einen Durchgangsbahnhof zu erhalten. Von 
diesem Gesichtspunkte aus ist denn auch die Eisenbahnver 
waltung zu der Ueberzeugung gekommen, daß die Zusammen 
legung des Anhalter- und Potsdamer Bahnhofes eine 
unbedingte Notwendigkeit ist. Die Fernzüge, die jetzt vom 
Potsdamer Bahnhof abfahren, sollen später vom Anhalter 
Fcrnbahnhof abgelassen werden. Die Errichtung eines Fern 
bahnhofes zwischen Friedenau und Steglitz hängt nun davon 
ab, wo die Fernzüge später ihre alte Strecke erreichen 
werden. Die Eisenbahnverwaltung beabsichtigt, die Züge 
auf der Anhalter Bahn-Strecke bis Gr.-Lichterfelde-Süd und 
von hier nach Zehlendorf zu leiten. Mit der Ausführung 
dieses Projektes würde es sich erübrigen, ein Wort über die 
Errichtung eines Bahnhofes in Friedenau zu verlieren. 
Anders wäre es dagegen, wenn die Fernzüge die Anhalter 
Bahn bereits vor der Kreuzung mit der Ringbahn verließen 
und neben der Ringbahn entlang bis zur allen Strecke der 
Potsdamer Bahn geführt würden. Daß eine solche Führung 
möglich ist, steht außer Zweifel; es kommt nur auf die 
Kosten an. Sollte, was wohl wahrscheinlicher ist, die Er 
richtung eines Fernbahnhofes zwischen Friedenau und 
Steglitz wegen der von der Eisenbahnverwaltung vorge 
sehenen Führung der Züge über Gr.-Lichterfelde-Süd und 
Zehlendorf unmöglich werden, so wäre doch vielleicht zweck 
mäßig, rechtzeitig für die Errichtung eines neuen Vorort 
bahnhofes in dieser Gegend einzutreten. Der Bahnhof, an 
dem sämtliche Vorortzüge der Strecke Berlin—Potsdam — 
Werder zu halten hätten, würde vielleicht am besten 
zwischen der Friedenauer Brücke an der Saarstraße 
und der Feldstraßen-Brücke liegen. Den größten Vorteil 
würde dann allerdings der Lauenburger Ortstcil von Steglitz 
haben; doch auch für Friedenau und den südwestlichen 
Teil Schönebergs käme dieser Bahnhof mit in Frage. 
o Unteroffizier - Laufbahn in der Kaiserlichen 
Marine. Wiederum naht der für viele Familienväter so 
bedeutungsvolle Zeitpunkt, wo die Berufswahl des Sohnes 
erwogen und entschieden werden muß. Da ist es erstaun 
lich, daß ein Beruf noch so wenig bekannt ist, dessen Vor 
teile und Aussichten vor allem geeignet wären, junge Leute 
solcher Stände anzuziehen, denen das Geld zum kostspieligen 
Studium fehlt. Es ist dies die Unteroffizier-Laufbahn in 
der Kaiserlichen Marine, die mit dem Schiffsjungen beginnt 
und über die im Vinncnlande noch so viele irrtümliche An 
schauungen herrschen. Tatsächlich gibt cs doch für einen 
frischen jungen Menschen nichts Idealeres, als unter billigsten 
Bedingungen sich Kenntnisse zu erwerben, die sogar weit 
über das Berufliche Hinausgehen, um eine geachtete und ge 
sicherte Existenz zu erreichen. Die Kosten für Verpflegung, 
Bekleidung und Erziehung trägt der Staat, also eine außer 
ordentliche Entlastung für die Angehörigen. Ans dem 
Schulschiff, auf dein sie eingestellt werden und ihre erste 
Ausbildung erhallen, wie auch später auf anderen Kriegs 
schiffen sind die jungen Leute unter den denkbar besten Be 
dingungen untergebracht. Die militärische Ausbildung ge 
schieht unter der Leitung besonders tüchtiger Offiziere und 
Unteroffiziere, während für die Weiterbildung in den Fächern 
des allgemeinen Wissens ausgesuchte Lehrer angestellt sind. 
Daneben dienen Sport, Ausflüge, Musikpflege, Vorträge 
und eine gute Bücherei während der Freizeit zu ihrer Unter 
haltung. Es ist ein frisches, gesundes Leben im fröhlichen 
Kameradenkreise. Die ganze Erziehung beruht auf zwar 
strengen, aber durchaus wohlwollenden Grundsätzen. Nach 
der Lehr- und Lernzeit, während derer sie auch die weite 
mit ausgesuchter Höflichkeit vor Lechmere verneigte. Er erklärte, 
daß er soeben seinen Nohrpostbrief erhalten habe, und daß er 
daraufhin sich sofort hierher aufgemacht habe. 
Lechmcre dankte ihm für sein rasches Kommen und erklärte 
ihm kurz, um was es sich handelte. 
„Ich bin der Freund des Fräulein Jessie Harcourt," 
sagte er. „Die Dame hatte gestern daS Mißgeschick,'unter ein 
Gab zu geraten, und mußte in das Charing Eros; Hospital 
gebracht werden. AIS sie dasselbe am heutigen Vormittag ver 
ließ, wurde ihr mitgcteilt, daß man sich von der Polizei aus 
nach ihr erkundigt hätte. Sie zog nun Informationen ein 
und ernihr, daß man sie im Verdacht hat. gestern abend hier 
im Hause der Gräfin Saens einen Diebstahl begangen zu haben. 
— Wissen Sie vielleicht etwas von der Sache?" 
Inspektor Task verneigte sich bejahend. Sein Gesicht ivar 
sehr ernst. 
„Jawohl!" bestätigte er. „Die Frau Gräfin bcnach- 
richtete uns von deut Diebstahl und gab uns gleichzeitig das 
genaue Signalement der Täterin, wie sie ihre Zofe beschrieben 
hatte. Wir stellten daraufhin sofort Nachforschungen an und 
fanden, daß eine Per — ein junges Mädchen von dem be 
schriebenen Acußeren im Chcning Eroß Hospital krank läge. 
Wir machten duvon auch sofort der Frau Gräfin Mitteilung." 
Lechmere nickte. 
„Jawohl — ich dachte cs mir," sagte er ruhig. „Ich 
habe Sie nun rufen lassen, damit ich gleich an Ort und 
Stelle die Unschuld mciiter jungen Freundin bcivcisen kann. 
Sie mag vielleicht der Diebin ähnlich sein, immerhin wird sie 
Annette — das ist die Zofe der Gräfin, die Sic hier sehen 
— im hellen Tageslicht wohl von der Täterin unterscheiden 
können." Er ging zur Tür des Nebenzimmers, die er öffnete 
„Bttc, Fräulein Harcourt, wollen Sie die Freundlichkeit 
haben, hereinzukommen," sagte er. „Herr Inspektor Task 
— Fräulein Harcourt! — So, Annette, nun seyen Sie sich 
das Fräulein einmal an." 
Die Zofe warf einen prüfenden Blick ans das junge 
Mädchen und crlärte dann sehr bestimmt, das sei daS Fräulein, 
von dem. sie überfallen worden war. Ieisie wollte erregt 
Welt zu sehen bekommen, werden sie Unteroffiziere und 
später ' Deckosfiznre (Stenermann, Bootsmann, Sliick- 
meister usw.). Dies ist das Endziel aller, aber die 
tüchtigsten können es sogar bis . zum Feuerwerks- und 
Torpcderoffizier bringen. Anderseits steht es ihnen frei, 
nach 12 jähriger Dienstzeit mit dem Zivilversorgnngsschcin, 
der sie zu Anstellungen im Staatsdienst berechtigt, die 
Marine zu verlassen. Es wäre wünschenswert, daß die 
oben ermähnten Tatsachen in den weitesten Kreisen bekannt 
würden und Beachtung fänden. Auskunft erteilen die Be- 
zirkskommandos und das Kommando SMS. „König 
Wilhelm" in Flensburg-Mürwik. 
o „Dorf Dahlem" ist die Eudhaktestelle der Wilmers- 
dorfcr Schnellbahn bezeichnet. Das Stationsgebäude ist 
dem Dorfcharakler entsprechend gestaltet und mit Schindeln 
gedeckt. Das wüste Durcheinander von Steinen, Schult- 
und Erdhaufen, das noch vor kurzem die Umgebung dieses 
Bahnhofs bildete, hat sich unter geschickten und kunstver 
ständigen Händen in den letzten Tagen zu einem freund 
lichen Schmuekplatze verwandelt. Die verschiedenartigsten 
Blumen schmücken in bunten, lichtsrohen Farben kunstvoll 
angelegte Blumenbeete, und gewähren einen freundlichen, 
reizvollen Anblick. An das Stationsgebäude legt man 
gleichfalls die letzte Hand, so daß sich Gebäude und Um 
gebung schon in den nächsten Tagen dein Beschauer fix und 
fertig präsentieren werden, und so ihrer offiziellen Jnbetrieb- 
nahme Ende September entgegensehen. Jedenfalls hat das 
Straßenbild der dortigen Gegend durch die Bahnhofsanlage 
eine reizvolle Bereicherung erfahren. 
o Fürsorge für Bauarbeiter. Gegen die Anwendung 
offener Koksfener zur Austrocknung von Neubauten wendet 
sich ein von den beteiligten preußischen Ministern an die 
Regierungspräsidenten gerichteter Erlaß, in welchem darauf 
hingewiesen wird, daß dieses Austrocknungsoerfahren nach 
den gemachten Beobachtungen selbst bei Anwendung der 
üblichen Vorsichtsmaßnahmen mir Gefahren für die Ge- 
sundheit der Arbeiter verbunden ist. Es soll deshalb offene 
Koksfeuerung im Innern eines Baues künftighin nicht mehr 
zugelassen iverdcn. Soweit zur künstlichen Austrocknung 
von Neu- oder Umbauten Koksöfen notwendig sind, wird 
empfohlen, solche zn verwenden, die mit einer Tnnstklappe 
und einem Rohr zur Ableitung der Gase ans dent Ban 
versehen sind. Wie in dein Erlasse weiter bestimmt wird, 
sollen die Polizeibehörden durch Aufnahme einer ent 
sprechenden Vorschrisl in die Arbcilcrsiirsorge-Polizeiver 
ordnungen ermächtigt werden zu verlangen, daß im Winter 
die Räume von Neubauten, in denen gearbeitet wird, zu 
erwärtnen sind. 
o Der Tarif für die Ausgabe der Monatskarten 
im Berliner Stadt, Iking- und Vorortverkehr ivird mit 
Gültigkeit vom 1. Oktober d. Js. ab die nachfolgende ab 
geänderte Fassung erhalten: Zwischen den Bahnhöfen des 
Berliner Stadt-, Ring- und Vorortverkehrs werden Monats 
karten für die ziveite und dritte Wagenklasse für die Dauer 
eines Kalendermonats gegeben. Monatskarten des Stadt-, 
Ring- und Vorortverkehrs sind innerhalb ihres Geltungs 
bereiches zu allen Stadt-, Ring- und Vvrvrtzügen benutzbar. 
Die Monatskarten des Vorortverkehrs gelten zwischen den 
in ihrem Geltungsbereich liegenden FcrnsttNion auckstzitt'dett 
Personenzügen des Fernverkehrs, soweit deren Benutzung 
nicht durch besondere Bekanntmachung eingeschränkt ist. Die 
Benutzung von Schnell- und Eilzügen ist ausgeschlossen. 
Bei Benutzung von Stadt-, Ring- und Vorortzügen sind im 
Falle des Ucberganges in eine höhere Wagenklasse und im 
Fall der Fahrt über den Geltungsbereich der Monatskarte 
hinaus Zusatzkacten nach den Bestimmungen für den Berliner 
Stadt-, Ring- und Vorortverkehr zu lösen. Bei der Be 
nutzung von Personenzügen mit Monatskarten des Vorort 
verkehrs gelten in diesen Fällen — unter Berücksichtigung 
der beschränkten Gültigkeit der Karten für den Verkehr 
zivischen den in ihrem Geltungsbereich liegenden Fern- 
stationen — die Bestimmungen des Deutschen Eisenbahn-, 
Personen- und Gepäcktarifs. 
o Die neueingeführten Feuerwehr-Pässe für die 
Wehren des Brandenburgischen Provinzial-Feuerivehr-Ver- 
bandes gelangen jetzt durch den Vorsitzenden des Verbandes, 
C. F. Ärnecke in Cottbus, zur Ausgabe. Der Paß, der 
nach Art der Militärpässe in handlicher Form gefertigt ist, 
widersprechen; Lechmere legte ihr jedoch begütigend die Haüd 
auf den Arm. 
„Sie müssen sich irren, Annette!" sagte er. „Betrachten 
Sie das Fräulein noch einmal genau — hier — kommen 
Sic au das Fenster!" 
Die Komödie ging nun ganz »t der verabredete» Weise 
vor sich. Die Zofe spielte ihre Rolle ausgezeichnet, Lechmere 
konnte mit ihr zufrieden sein. 
Nach Ami» »es mit ■ größter Bestimmtheit abgegebener 
Erklärung, Fräuiein Harcourt könne nicht die Dumm ge 
wesen sein, bat der Beamte um Papier und Schreibzeug. 
Er nahm die Aussagen zu Protokoll uttd empfahl sich mit der 
Versicherung, daß Jessie leine weiteren Unauiichmlichkciteii zu 
fürchten habe. 
Das junge Mädchen atmete erleichtert auf und drückte 
Lechmcre dankbar die Hand. Sie ahnte natürlich nicht, welche 
Komödie in Szene , gesetzt worden war, fühlte jedoch recht 
tvohl. daß sie Lechmercs Hitse allein diesen guten Ausgang 
des Abenteuers zu danken habe. 
Ehe sie das Hans verließen, wandte sich Lechmere noch 
ciitmal mit leiser Frage an Annette. 
„Sagen Sie mir — wo ist Ihr Robert eigentlich zu 
finden? — Ich weiß wohl, baß er ein Diener ist; aber 
wo — ?' 
DaS Mädchen streckte ihn mit einem ängstlichen Blick. 
„In Gnards Buildings. Er ist bei einem Herrn ans 
dem zweiten Fltir bedieusret — den Namen habe ich ver 
gessen. Aber Sie wollen doch nicht — —" 
Leckmere hatte Mühe, ein trtnutph.erendcs Lächeln zu 
unterdrücken. Das war eine zweite, hoch-wichtige Entdeckung. 
„Gar nichts will ich," unterbrach er die Zofe. „Ich habe 
Ihnen gesagt, daß ich Sie nicht verraten werde, sobald Sie 
meine Bedingung erfüllt hätten, und ich pflege mein Wort 
zu halten. Sie können ganz ruhig sein — cs ivird Ihnen 
nichts geschehen." 
(Sometzang ,o»g>.,
        
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