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Periodical volume Nr. 181, 04.08.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

Malcreigcschäfle von Berlin nnd Umgegend winden die noch 
fernstehenden Bernfsgenvssen crinnntert. Ein Antrag, zn den 
Unkosten des Bcrbnndstages ans der Jnnimgskasse etwas 
bcizulragen, wurde angenommen. Ein Vertreter der Ver 
sicherungsgesellschaft „Zürich" erkänterte die Vorteile des 
neuen Gesetzes über das Versicherungswesen. Die Kassen 
angelegenheiten der Innung erledigt Kvll. Gustav Tinat in 
Friedenau, die Jnnungs- Schiedsgerichtssachen befördert 
Kall, M. B. Freidling in Steglitz. Syndikus der Innung 
ist Rechtsanwalt und Notar Dr. E. Paschke. — Besonders 
aufmerksam gemacht wurde ans eine Reihe für das Maler- 
gewerbe wichtiger Tagungen, , die in der Zeit vom i). bis 
14. August in Berlin stattfinden werden. 
o Der Wasserstaud der Grnnewaldseen ist wieder 
nach den nenesten Messungen gm 1. August um ein weniges 
gefallen. Der Wannsee zeigt 28.95 iiber Normalnull 
(29 00 am 16. Juli), der Schlachtensee 31,60 (31,63) und 
die Krumme Lanke 31,6.1 (31,63). Im Riemeistersee gibt 
es überhaupt nichts mehr zu messen. Der Waldsee dagegen 
verfügt iiber eine geringe Zunahme von 35,17 auf 35,29 
über Normalnull. 
o Im Joseph-Kainz«Theater am kleinen Wannsee 
wurde am Sonnabend Nachmittag als Erstaufführung 
„Sappho", ein Trauerspiel in 5 Aufzügen von Franz Grill 
parzer gegeben. Wenn sich je ein Drama für die Freilicht- 
lichtbühne eignet, ist es dieses. Weiße Tempelbauten, weiße 
Bänke und Marmor-Stattren leuchteten aus einem Garten 
mit hohen Bäumen, blühenden Sträuchern und Blumen, 
ein Stück Alt-Griechenlands vortäuschend. Und wenn hier 
durch die Illusion noch nicht vollendet mar, tat das prächtige 
Wetter, ein blauer, wolkenloser Himmel das seine dazu. 
DaS Bewußtsein, das hinter dem „Göttergarten" tief. unteit 
die Wasser des kleinen Wannsees rauschen, war gleichfalls 
angetan, uns nach Mytilene, au die Küste des Äegäischen 
Meeres zu versetzen. Herr Direktor Lorenz bot aber 
außer diesem eigenartig schönen Bühnenbild auch eine Auf- 
sühnlng, die des größten Lobes wert ist. Erna Manegg, 
eine Schauspielerin mit hohen Gaben, gab durch ihr inniges 
Spiel, die Wohllaute Sprache und herrliche Mimik, der ge 
feierten, in ihrer Liebe bitter enttäuschten Dichterin die 
überzeugende Gestalt. In dem Phaon konnte Ernst Reschke 
fein- gutes schauspielerisches Können glänzen lassen. Mit 
eigenem Liebreiz und frischem Ton spielte Erna Kubisch 
die jugendliche Melitta. Der treue Diener Rhamnes fand 
in Karl Pündtner einen vorzüglichen Vertreter. Auch die 
übrigen Mitwirkenden führten die ihnen angewiesenen Rollen 
gut dtrrch, sodaß ein reicher Beifall den Darstellern wie denr 
Direktor und Regisseur Herr Lorenz dankte. — Die nächste 
„Sappho"-Aufführungen sind. heute und Donnerstag. Am 
Mittwoch werden als Volksvorstellungen nachmittags 3 Uhr 
die „Hans Sachs-Spiele", Abends 6 Uhr „Schneewittchen" 
gegeben. Morgen (Dienstag) wird „Iphigenie" gespielt und 
am Freitag „Des Meeres und der Liebe Wellen". Beginn 
der Vorstellungen 5*/, Uhr. Von Wannsee aus verkehren 
Dampfer und Automobil-Omnibuse zum „Joseph-Kainz- 
Theater." ..... 
o Gerüchte von einem Selbstmordversuch, den eilte 
junge Dame auf dem Dürerplatz veriibt haben sollte, waren 
gestern Abend und heute hier verbreitet. Nach unseren 
Erkundigungen stellt sich der Vorfall als ein bedauerlicher 
Unfall heraus. Der errnck. zur. Loder aus der Körnerstraße 
hatte mit einer Frau Charlotte Löbel, Katzbachstraße 9, eine 
Landpartie gemacht. Abends 11 Uhr trafen sie auf dem 
Wannseebahnhof Friedenau wieder ein. AIs sie durch den 
Bahnhofstunnel gingen, entfiel der Dame ein Paket, in dem 
sich ein geladener Revolver befand. Dieser entlud sich 
durch den Aufprall und die Kugel drang der jungen Frau 
in den Unterleib. Sie sank bewußtlos zur Erde. In einem > 
Automobil brachte derBegleiter die Verunglückte schleunigst nach 
dem Auguste-Viktoria-Krankenhause in der Rubensstraße, 
wo durch eine Operation die Kugel sofort entfernt ivurde. 
Der Zustand der Verungliickten ist zwar ernst, aber nicht, 
lebensgefährlich. 
o Die drei Ausgesetzten in Schöncberg, die im 
dortigen Polizeipräsidium gefundenen verlassenen 3 kleinen 
Mädchen des Handelsmanns Kolatzki, über deren Auffinden 
wir berichteten, sind nunmehr auf Veranlassung des Vor 
stehers des Waisenhauses in Bad Ems dort untergebracht 
worden. Die Frau des K. hat diesen und die Kinder ver 
lassen. sodaß K , der geschäftlich immer Nnterwegs ist, sich 
um die Kleinen nicht bekümmern konnte. Die Frau Braun 
in Schöneberg, welcher er die Kinder , in Pflege gegeben, 
soll übrigens von Kolatzki mit ausreichenden Geldmitteln 
versehen worden sein. Weshalb unter solchen Umständen 
die drei Kleinen ausgesetzt wurden, muß erst durch die ein 
geleitete Untersuchung festgestellt werden. 
o Nm 100 Mark in den Tod. Der 26 Jahre alte, 
Schornsteinfegergeselle Hermann Tiecke, der bei dem Bezirks- 
schornsteinsegermeister Richard Salomon in Steglitz, Fichte 
straße 3. in Stellung war und kurz vor seiner Meister 
prüfung stand, hatte am Sonnabend im Aufträge seines ^ 
Arbeitsgebers 100 M. kassiert. Der junge Mann war in 
schlechte Gesellschaft geraten 'und brachte das. Geld durch. 
Aus Reue über seine Verfehlung beging er gestern früh 
Selbstmord, indem er sich am Rastatter Platz in Wilmers 
dorf erschoß. 
o Fliegerunfall in Johannisthal. Gestern Abend 
gegen 8 Uhr stürzte in Johannisthal bei der Pilotenprüfung 
der Flugschüler Broks aus Schiieperdingcn (Kreis Soltau, 
Hannover) auf einer Jeanintaube ab. Broks flog sehr 
niedrig und sehr unsicher. Als die Taube durchsackte, 
augenscheinlich infolge Ilebersteueruug oder weil die Maschine 
zu wenig Geschwindigkeit hatte, stieß sie gegen den Wind 
messer am neuen Startplatz. Dieser wurde umgerissen, der 
Apparat stürzte zur Erde und zerschellte. Er stand sofort 
in Flammen, und Broks, zu dessen Füßen schon alles 
brannte, wurde vom Flieger Mathis unter eigener Lebens 
gefahr aus dem Apparat gerissen. Broks, dessen Gesicht 
über und über mit Acht bedeckt ivar, wurde sofort in die 
Behandlung des Militärarztes gegeben. Welche Verletzungen 
er bei dem schweren Sturz erfitten hat, läßt sich noch nicht 
feststellen. Die Jeanintaube verbrannte vollständig. — Heute 
früh 9 Uhr ist Broks, wie uns noch gemeldet wird, seinen 
Verletzungen erlegen. 
o Von der Schynebergcr .Kriminalpolizei festge 
nommen wurde ein junger Mann, der sich auf der Kaiser 
allee in Wilmersdorf in verdächtiger Weise an Damen 
herandrängte. Nach längerer Beobachtung nahm ein 
Kriminalbeamter den Verdächtigen fest, der behauptete, der 
36 Jahre alte Wilhelm Löschmann aus der Brandenburg 
straße in Berlin zu sein, was^ sich auch bestätigte. Man 
fand bei ihm eine Damenhandtasche,, in der sich ein 
Urlaubsschein vom 24. Juli auf dem Namen Holtz, einige 
Dietriche, zwei leere Portemonnaies und ein Pfandschein 
Nr. 51 916 befand. Er will — wie immer — diese 
Sachen „gefunden" haben. Die Kriminaldolizei nimmt an, 
daß L. einer der in jüngster Zeit fleißig arbeitenden Hand 
taschenräuber sei und daß man an ihm einen guten Fang 
gemacht hat. 
o Die Leiche des am Donnerstag im Pätzsec bei Beelitz 
ertrunkenen Buchhalters Otto Wienstädt von der Wilmers- 
dorfer Sparkasse, worüber.wir berichtet haben, wurde heute 
an der Unfallstelle gelandet. 
Sckoyeberg 
—o Das Konkursverfahren über den Nachlaß des am 
16. Februar 1909 verstorbenen, zu Berlin-Schöneberg 
wohnhaft gewesenen Pianofortefabrikanten Karl Kilinski, 
Inhabers der Firma L. Neufeld zu Berlin, Bellealliance 
straße 3, ist nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins 
hierdurch aufgehoben. 
—o Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das 
auf den Namen 1. des Nechtskandidaten Paul Grußpietsch 
in Berlin, Senefelderstr. 13, 2. der Frau Charlotte Maus, 
geb. Großpietsch, in Berlin-Schöneberg, Passauer Straße 17, 
eingetragene Grundstück am 16. Oktober 1913, Vormittags 
10 Uhr, versteigert werden. Das Grundstück ist bei einem 
jährlichen Nutzungswert von. 17 400 M. mit 696 M. 
jährlich zur Gebäudesteller veranlagt. 
Berlin und Vororte 
§o Der neue Bahnhof Friedrichstraße. Mit dem 
Umbau des Bahnhofs Friedrichstraße wird Anfang nächsten 
Jahres begonnen werden. Der Umbau wird allerdings 
einem Neubau gleichkommen, denn vom alten Bahnhof 
wird kein Stein auf dem andern bleiben. Zunächst soll 
der neue Anbau auf dem Gelände der ehemaligen Pepiniore 
errichtet werden, dann wird der gesamte Verkehr über den 
Neubau geleitet und in dieser Zeit der alte Bahnhof abge 
rissen werden. Da zu gleicher Zeit der Bau der Nord — 
Süd-Untergrundbahn in der Friedrichstraße in Angriff ge-, 
nommen werden wird, dürfte die „Buddelei" im Engpaß 
der Friedrichstraße zwischen Linden und Weidendammer- 
briicke einen beneidenswerten Höhepunkt erreichen. 
§o Auf dem Büro der Potsdamer Handelskammer, 
Sitz Berlin 6. 2, Klosterstr. 41, liegen Listen ziveifelhafter 
Firmen in Aegypten, Belgien, Britisch-Südafrika, Oesterreich- 
Ungarn zur Eiilsichtnahme für Interessenten aus. 
tzo Ein neuer origineller Trinkwasserbrunnen steht seit 
kurzem auf dem Wannseebahnhof in Berlin. Er hat die 
Form einer ein Meter hohen Säule aus dickem weißen 
Porzellan. In einer Aushöhlung oben befinden sich zwei 
vernickelte Griffe; drückt man diese hernieder, so strömt aus 
der Mitte der zwischen ihnen befindlichen herausragenden 
Nickelspitze ein kleiner Wasserstrahl und dieser Springbrunnen 
en ininiataro wird lim so größer, je kräftiger die Griffe 
heruntergedrückt werden. Der Vorteil des neuen Systems, 
das auch in verschiedenen Schulen eingeführt ist, besteht 
darin, daß der wenig hygienische Trinkbecher dabei in 
Fortfall kommt; man hält lediglich den Mund über die 
Fontäne und fängt das Wasser mit ihm auf, eme ver 
einfachte Methode, die in diesen Tagen von zahlreichen An 
kommenden und Abfahrenden probiert wird. Der Anblick 
dieser weniger durstigen als wißbegierigen Damen und 
Herren bei der Prozedur ist recht ergötzlich. Besonders das 
schwache Geschlecht bemüht sich redlich, den kräftigen Druck 
an den Griffen herauszubekommen. Jedenfalls wird dieser 
Trinkwasserbrunnen sich wegen seiner Vorzüge in gesundheit 
licher Hinsicht bald einführen und auf anderen Bahnhöfen 
viele Nachfolger finden, trotz seiner vielleicht etwas kom 
plizierten Handhabung. 
Gerichtliches 
P. Als eins der zahlreichen Opfer der Hundespcrrc in einem 
gegen ihn anhängig gemachten Strafverfahren wegen Vergehens 
gegen das Viehsenchengesetz mußte sich der WilmerSdorfer Kaufmann 
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Bertram Meyer vor der 1. Strafkanuncr des Landgerichts kl. ver 
antworten. Bei einem Spaziergang, den M. gemeinschaftlich mit 
seiner Ehefrau in Zehlendorf unternahm, hatte sein Hund den 
Maulkorb verloren. M. trat infolgedessen abseits und bemühte sich 
aus dem Brnstgcschirr des Hundes einen vorläufigen Ersatz herzu 
stellen. Die Ehefrau war etiua 30 Schritt vorausgegangen. Ter 
Hund ließ sich nicht halten nnd er entlief seinem Herrn, _ um 
„Frauchen einzuholen", die Leine am Halsbands nachschleifend. 
Doch das Auge des Gesetzes wachte, sah dort einen Hund frei 
umherlaufen ohne Maulkorb nnd nicht, ivie es die Hundcsperre er 
forderlich machte, geführt an der Leine. Meyer war infolgedessen 
beschuldigt gegen das Gesetz verstoßen zn haben, weil er den Vor 
schriften zuwider seinen Hund hatte freiitnihcrlanfcn lassen. Vor der 
Strafkammer zeigte der Angeschuldigte als Beweisstück eine jcyer 
von Hundcscelcn längst verwünschten Hnndclcincn vor, um mittels 
derselben durch Augenschein de» Nachweis zu führen, wie ihm der 
nach „Frauchen" strampelnde nnd an der Fessel zerrende Hund 
das Leinenende ans den Fingern riß. Meyer erklärte, daß er 
weder vorsätzlich nach fahrlässig gehandelt nnd daß der Hund sich 
nur ein paar Augenblicke der Fessel entledigt hatte, dann aber 
sofort wieder eingesungen und festgelegt worden sei. — Der Staats 
anwalt beantragte 20 Mark Geldstrafe gegen M. — Der Gerichts 
hof gelangte indessen zu der Ueberzeugung, daß ein Verschulden 
des Angeklagten nicht ausreichend erwiesen fei. Das Urteil lautete 
daher ans Freisprechung. — Mit dieser Sache ist die Reihenfolge 
dek sogennnten „Hnndeprozesse" jedoch noch nicht erschöpft, oie nun 
nachträglich noch auch nach Aufhebung der Leidenszeit, welche die 
Hnndespcrre für Viele — für Hunde nnd Menschen — bedeutete, 
den, Justizfiskus an Geldstrafen ein hübsches Sniinnchcn einbringen 
werden. 
P Die eigene Mutter mit seiner Schwindelei nicht verschont 
hatte der schon wiederholt mit Zuchthaus vorbestrafte Kellner Adolfs 
Vlatörke, der sich gestern wegen Urkundenfälschung vor der 
2. Strafkammer des Landgerichts II verantworten mußte. 
In einem besonderen Strafverkahrcn war der Angeklagte s. Zt. 
wegen Unterschlagung von 93,80 M., die er während seiner Dienst 
stellung im „Taunus-Restaurant" einkassiert hatte, verurteilt 
werden. Er war bei Entdeckung der Unterschlagung alsbald ange 
halten worden, Ersatz zn leisten. Bares Geld besaß er jedoch nicht. 
Es wurde daher eine Bürgschaft gefordert. Um der damals ihm 
drohenden Verhaftung zu entgehen, brachte P. einen Vürgfchafts- 
fchein, der aber, wie sich später herausstellte, mit der Unterschrift 
feiner Mutter, der Witwe Plaivrke gefälscht war. An die letztere 
? clangte dann ein Brief des Geschädigten, der von ihr die Ein 
altung der Bürgschaft forderte. Die Mutter erklärte indessen, sie 
habe für ihren verlorenen Sohn überhaupt gar keine Bürgschaft 
geleistet. Von der Urkundenfälschung, die infolge einer biieflichen 
Erklärung nun zur Entdeckung gelangte, erh ell die Staatsanwalt 
schaft bei der Durchsicht der an die Ilntersuchungsgefangenen ein 
gehenden Briefe auf amtlichem Wege Kenntnis. — Vor der Straf 
kammer erhob der Angeklagte den Einwand, er habe, als er den 
Namen seiner Mutter zur Unterschrift benutzte, sich in dem Glauben 
befunden, die Mutter werde ihr Einverständnis dazu geben. Dieser 
Einwand wurde widerlegt. Der Staatsanwalt beantragte 3 Monate 
Gefängnis. Das Urteil lautete unter Einrcchnung der schon vorher 
wegen Unterschlagung erkannten Freiheitsstrafe auf eine Gesamt 
strafe von 5 Monaten Gefängnis. 
FABRIK 
ANSICHT 
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SalemÄleikum 
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Trustfrei! 
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Wetteraussichten. 
Dienstag: Warm und heiter bei westlichen Wiilden. 
Gewitter nicht ausgeschlossen. 
Berantwörtlicher Schriftleiteri H erniann Martinius Friedenau. 
OJnHifl! 4 sucht Stellung per l. 9. 
<PUlllcl vertraut mit Fahrstuhl. 
Heizung, Warmwasserversorgung 
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Frau sucht Aufwartest, vor» u. 
nachm. Fröschke.Stubenrauchstr. 52. 
SlI'Ä 6 » 
Döring, Taunusstr. 8. 
»IlMSWlI. 
Köchin, empfiehlt LuiseSothmann, 
gewerbsmäßigeStellenvermittlerin 
Pflbg. 3982. Kaiserallce 130. 
Jg. Frau Äufwnrtestelle möglichst 
Nahe Fricdr. Wilhelmpl. Off. erb. 
mit. K. H. 17 a. d. Erp. d. Bl.
        
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