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Periodical volume Nr. 180, 03.08.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

n|crbcn es immer Blumen vom Jelde und nicht aus dem 
> nrlcii sem. Ent so einfaches Vliiinlcin, ein Kleeblatt oder 
Ä »°i U 
S...i-»^Ln'L'"L°°'L-r?.° "sr^sgs 
„Sappfjo war heute Sonnabend. Sonntag den 3. und 
Mittwoch, den 6. August, werden als Volksvorstellungen 
““ff Nachmittags 3 Uhr die ..Hans Sachs-Spiele» 
und Abends 6 Uhr „Schneewittchen" gegeben. Montag, 
den 4. und Donnerstag, den 7. August, finden Nachmittags 
51/2 Uhr. Wiederholungen von „Sappho" statt, während 
Dienstag, den 5 August, Nachmittags 8^ Uhr. „Iphigenie" 
ge pielt wird. Freitag, den 8. August. Nachm. 8Uhr. 
geht nochmals „Des Meeres und der Liebe Wellen" in 
Szene. Vorbestellungen nimmt entgegen in Berlin' 
A. Wertheim, in Wannsee die Auskunftei am Bahnhof 
(Tel. 727) und die Theaterkasse (Tel. 723): für Volks 
vorstellungen nur die Stellen in Wannsee. 
0 Das Jndianergebrüll in den Straßen Friede 
naus geht nun — so wird uns geschrieben — nach der 
Rückkehr der schulpflichtigen Jugend wieder in erhöhtem 
Maße los. Zwar hat der Herr Bürgermeister Walger diesen 
ohrenbetäubenden Unfug verboten und die Polizeiorgane 
angewiesen, streng auf Beseitigung des Uebels zu achten, 
aber es scheint bei dem Verbot und der Anweisung sein 
Bewenden zu haben. Ein weiterer Uebelstaud ist das 
Fahren mit sogen. Selbstfahrern, die häufig mit den Beinen 
der Straßeupassanten in unliebsame Berührung gebracht 
werden. Gestern fuhr ein etwa 11 jähriger Junge in der 
Rheinstraße eine ältere Dame von hinten dergestalt an, daß 
sie zu Boden stürzte. Darob ein lautes Beifallsgejohle 
einer ganzen Schar gleichaltriger Bengel. Ein Polizist, der 
in der Nähe stand, verzog keine Miene, ihm schien es un 
bekannt zu sein, daß er deshalb Schutzmann heißt, weil er 
zum Schutze des Publikums dastand. Es ist wirklich Zeit, 
daß wir Kgl. Polizei herbekommen, daniit endlich bessere 
Zustände hier platzgreifen. Polizeikommissar Jacobi kehrt 
erst am 10. d. Mts. von einer achtwöchigen Uebung zurück, 
bis dahin kann man wohl getrost auf Besserung ivarten. — 
(Sinnt, der Schriftleitung: Begründete Beschwerden sollte man 
an zuständiger Stelle d. h. beim stellvertretenden Amtsvor- 
üeher anbringen. Klagen über mangelhafte Besetzung des 
polizeilichen Straßendienstes sind leider nichts neues, sie 
mögen auch wohl schwer bei den hiesigen Verhältnissen 
zu beseitigen sein.) 
0 Der Zusammenstoß zweier Lokomotiven ist eine 
Hauptszene in dem Brilania-Filin „Im Kampf ums Glück", 
der von heute ab in unserem vornehmsten Lichtspielhaus, 
in den 1 „Hohenzollern-Lichtspielen" vorgeführt wird. Ein 
anderes spannendes Drama ist der nordische Kunstfilm 
„Zweierlei Feuer". In den Hauptrollen treten hier auf 
Casus Brunn und Lilly Beck. Von den anderen großartigen 
Films des reichhaltigen Programms sei ferner noch das er 
greifende Drama „Väterliche Erbschaft" erwähnt. Besonders 
hingewiesen sei ferner auf die neue Künstlerkapelle. Die 
Vorstellungen werden jederzeit zahlreich besucht, das Haus 
ist trotz der jetzigen Ferienzeit täglich fast bis auf den letzten 
Platz besetzt. Ein Beweis für die gute Leittutg der Hohen- 
zollernlichtspicle. 
0 In Groß-Besten ertrunken. In dem idyllisch ge 
legenen Genesungsheim unserer Ortskrankeukasse in Groß- 
Besten hat der dort zur'Genesung iveilende Buchhalter Otto 
Wiunstedt, Winterfeldstr. 28, einen tragischen Tod gefunden. 
Winnstedt, der bei der Firma Solomon, Holsteinische Str. 
Nr. 34 in Wilmersdorf beschäftigt war und im Slltcr von 
40 Jahren stand, war vor längerer Zeit erkrankt mtd 
wurde dann vor einigen Wochen vom Slrzt zur endgültigen 
Genesung nach Gr.-Besten geschickt. Gestern Nachmittag be 
gab sich W. in Begleitung mehrerer anderer Pfleglinge nach 
dem Pätzer See und nahm dortselbst ein Bad. Plötzlich 
wurde ihm unwohl, er begann zu wanken und stürzte ins 
Haute morgen 11 Uhr 'verschied, 7G Jahre 
alt, an den Folgen eines Schlaganfalls meine ge- 
I liebte Frau 
geb. Hart mann 
I unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter 
| und Grossmutter. 
Berlin-Friedenau, den 1. August 1913. 
Majbachplat* 12. 
G. Hasselbach, Geheimer Rechuungsrat. 
Landgerichtsrat A. Hasselbach u. Frau 
Marie, geb, Goetze, Charlottonburg. 
General.oberarzt Dr. E. Arndt u. Frau 
Klso, geb. Hassclbach, Posen. 
Dr. R Zaertling u Frau 
Martha, geb. ilasselbach, Leverkusen a. Kliciu 
und 6 Grosskinder. 
Beileidsbesuche dankend verbeten. 
20—25 000 Mt. 
weite Stelle sind zu vergeb. Gest. 
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Wasser. Die den-Vorgang beobachtenden Begleiter des W. 
alarmierten die Leitung des Genesungsheims und man be 
gann sofort die lluglücksstclle abzusuchen, ohne daß man 
jedoch die Leiche des offenbar au Herzschlag Verschiedenen fand. 
' ■ 7 — 1 
Berlin und Vororte 
§0 Auf der Hoch-' und Untergrundbahn wurden im 
Monat Juli insgesamt 667 000 Personen mehr als im 
Juli v. I. befördert, nachdem in den Vormonaten infolge 
der Eröffnung des Ilmsteigebahnhofs am Gleisdreieck eine 
recht beträchtliche'Abwanderung des Publikums stattgefunden 
hatte. Die Steigerung im Juli ist wohl darauf zurückzu 
führen, daß am 1. Juli die Strecke Spittelmarkt —Alexander 
platz und inn 27. v. M. die Route Aleranderplatz — Nordring 
in Betrieb genommen worden ist. 
ßo Der Bau der neuen westlichen Hochbahnstrecke ist 
jetzt bis zur Dennewitzbrücke nahezu vollendet, sodaß dem 
nächst mit der weiteren Fortführung iiber diese Straße hin 
weg bis zur Potsdamer Straße begonnen werden kann. 
Da die neue Strecke sich auf dem Hinterland von Grund 
stücken in der Kurfiirsten- und Steglitzer Straße emlang- 
ziehen soll, so ist der Hochbahngesellschaft das Euteignuugs- 
recht bei einer großen Anzahl von Grundstücken verliehen 
worden. Es sollen ganz enteignet werden 20 Gruudstiicke 
in der Kurfürstcustraße 23—27, in der Steglitzer Straße 
die Grundstücke 71, 74, 76 und 01 sowie Dennewitzstr. 2 
und 3. Von den übrigen 11 Grundstücken sollen nur Teil- 
flächen in Größe von 6 bis 303 Quadratmeter enteignet 
werden. Diese Massenenteignung wird in der Gegend eine 
große Umwälzung hervorbringen. 
Gericklliedes 
(:) Anzeigen deutlich schreiben! Nach einer Entscheidung des 
Reichsgerichts braucht für Fehler in einer Anzeige, welche infolge 
unleserlich oder undeutlich geschriebenen Manuskriptes entstanden 
sind, kein Ersah geleistet zu werden. Das Reichsgericht ging hier 
bei von der Ansicht aus, daß Anzeige», ivelche man einer Zeitung 
zusendet, deutlich geschrieben sein müssen. 
Zuschriften 
(Für diese Rubrik übcmehmen wir keine Verantwortung.) 
Sehr geehrte Redaktion! Ich muß Ihre Geduld noch einmal 
in Anspruch nehmen und Sie nur Aufnahme einiger Ausfühnnigeu 
bitten, da sonst ein großer Teil unserer Anwohner glauben möchte, 
der Westen Friedenaus steht in Bezug aui Verbindungen mit 
Berlin so gut da wie der Osten. Die einzige überhaupt in Bet. acht 
kommende Linie ist die 60. Rach deut von Herrn von Wrochem 
angezogenen Verkehrsbuch soll die Strecke bis zur Charlottensr"aße 
in '35 Min. durchfahren iverdcn. Zn stillen Tageszeiten ivird i,.ic|c 
Zeit auch annähernd innegehalten; aber nicht bei starkem Verkehr 
namentlich nicht von der Stadt nach hier. Man hat hier einen 
recht kraffen Beweis von dem llnterschied zwischen Theorie und 
Praxis. Wenn die ini Erwerbsleben stehenden Fahrgäste (um die 
handelt es sich überhaupt nur) nach vollbrachtem Tageswerk um 
3 oder 4 Uhr Nachm, von Berlin aus die 69 benuhen ivollen, 
dann müssen sie unter Umständen bis zu 15 und wenn sie Pech 
haben und der Wagen überfüllt ist, was recht oft vorkommt, bis 
30 Min. warten. In den verkehrsreichen Straßen vom Alerander- 
plah bis zur Mauerstraße erleiden die Wagen meistens eine so 
große Verspätung, daß bei dem nur viertelstündigen Verkehr an 
ein Abpassen des Wagens nicht ^zn denken ist. Die weitere Folge 
ist, daß die Hausfrau nie in der Lage ist, das Mittagessen zur 
rechten Zeit auf den Tisch zu bringen, denn sie weiß 'ja 
nie, wann die Kartoffeln aufs Feuer gesetzt werden müssen. 
So spaßig cs auch klingen mag, für die Ruhe und Gemüt 
lichkeit des Heims ist dieser Punkt ein sehr wichtiger; er ist 
meistens bei der Wahl einer Wohnung ausschlaggebend. So lange 
die 60 nicht in kürzeren Zwischenräumen fährt, ist sic keine günstige 
Berkchrsgelcgcnhcit. Linie 0 fährt wohl pünktlich und hält auch 
die Zeiten inne; aber sie fährt auch nur viertelstündlich und, was 
sehr in Betracht kommt, cs kostet die Fahrt bis zur Stadt 15 Pf. 
Weshalb dieser hohe Preis für die kurze Fahrzeit, ist nicht recht 
verständlich. Linie 0 kvmnit also auch nicht für regelmäßige 
Fahrten in Betracht. Linie 51 ist zu weit entfernt. Linie .1 u. P 
fahren mir bis Zoo. Da hat cs der Osten Friedenaus dockst besser. 
Es bleibt für diesen überhaupt nichs zu wünschen übrig. Nr. 87, 
88 und 60 und noch andere fahren in kurzen Pausen. ' Dazu die 
schöne Wannseebalm mit ilircm 6-Minutenvcrkehr. Wie traurig 
Bellst, in. 'M., Beilen,Nom.,Spieg., 
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für einige Stunden Vormittags z. 
Spazierenführcn und Veaussichtig. 
von 2jährig. Kinde. Meld. v. 2—4, 
ii. Abends nach 8 bei Gehcimrat 
Wagner, Stubemnuchstr. 15, part. 
Aufwartung für vorm. 87, bis 
116, gesucht von Kersten, Born- 
straße 6, II. Anmcld. nach 8 Uhr 
abends u. Sonntag vormittag. 
Piädch. f. a.Ücs sofort Wiclaud- 
straße 37, hpt. l. Amt Pflzbg. 4955. 
dagegen ist der Verkehr auf der Ringbahn. In belebten Zeiten 
alle 10 Aiinuten, sonst aber in der Btunde nur 4 ,yugc in Hausen 
von 10 resp. 20 Mimitcu. Das können nur Rentiers und 20 
Minuten wnrlcu, wenn sie den vorhergehenden Zug nicht inchr 
erreicht haben. Probieren geht über studieren. Herr v. W. Befehlt 
eben dem Westen eine schnelle und öftere Verbindung mit der 
Leipzigerstraße. Gemeindevertretung sowohl wie auch der Grund- 
bcsitzerverein nebst ihren Verkehrsausschüssen hätten f. Zt. IM.be 
mühen müssen eine der Linien 60, 87 und 83 durch die Wies 
badener- resp. Schmargendorferstraße zu bekommen. Jetzt gehen 
diese Linien, nachdem sie kaum Friedenau berührt haben, wieder 
auf Schöuebcrger Oiebiet. Tic Schöuebcrger scheinen doch noch 
klüger gewesen zu sein oder sie haben sich von vorn herein durch 
bessere Vertrüge mit der Großen Berliner gesichert. — Wenn man 
aber zwischen den Zeilen des Herrn von W. lesen kann, so kommt 
man zu dem Schluß, daß für den Westen Friedenaus sowohl 
seitens der Gemeindevertretung wie des Grundbesitzververeins bet 
ihrer jetzigen Zusammensetzung nicht auf eine tatkräftige Hilfe zu 
rechnen ist, denn Herr v. W. ist Gemeindevertretcr auch noch 
Schöffe und 1. Vorsitzender des Grundbesitzervereins. Als letzterer 
sowohl wie als Schöffe ist er von der Majorität gewählt und 
deshalb kaun man seine Meinung als diejenige der Majoritäten in 
beiden Körperschaften ansprechen. Deshalb ist auch für den Westen 
Selbsthülfc im weitesten Sinne am Platze, wenn er seine Lage ver 
bessern will. Walter Lemm. 
Vereins-Dacbricbten 
Männer-Turnverein Friedenau. Es turnen: 1. Männer-Abteilung 
(über 18 Jahre) Montag und Donnerstag 8*/ 9 —10*/ 9 Uhr, Gypina- 
sialturnhalle. — 2. Männer- (Alters-) Abteilung (über 30 Jähre) 
Dienstag und Freitag 8‘/ 2 — 10'/j Uhr, Gymnasialturnhalle.; — 
3. Männer-Abteilung Dienstag und Freitag 7—9 Uhr Turnyalle des 
Realgymnasiums (Honuithstraye). — Jünglings-Abteilung Mittwoch 
und Sonnabend 8—10 Uhr, Turnhalle Albeirraye. — l. Knaben-Ab- 
teilung l. Zug Montag und Donnerstag 6'/,—3 Uhr, Turnhalle 
Albestraße. — 2. Zug Mittwoch und Sounabena 5'/,—7 Uhr Turn- 
Halle Albestraße. — 2. Knaben-Abtcilung Mittwoch und Sonn 
abend 5—7 Uhr, Turnhalle Goßlerstraßc. — Damen-Abteilung (über 
15 Jahre) Dienstag und Freitag 7'/,—97, Uhr, Turnhalle Goßlerstraße. 
— 1. Mädchen-Abteilung Dienstag und Freitag 6'/,—7'/, Uhr, Turn 
halle Goßlerstraße. — 2. Mädchen-Abteilung Dienstag und Freitag 
57,-6'/, Uhr, Turnhalle Goßlerstraße. — Anmeldungen erfolgen in 
den Turnhallen ( ; 
Vermischtes 
*ü Johann Markgraf von Braut cniurg. Vor 400 Jahren, 
am 3. August 1513, wurde Johami Mar g af von Brandenburg, ge 
wöhnlich Haus von Küstriu genannt, als zweiter Sohn des 
Kurfürsten Joachim 1. von Brandenburg geboren. Er erhielt 1535 
beim Tode seines Vaters durch einen Teilungsvertrag die.Ncu- 
mark, Lelms, Steruberg, Kvttbus, Krossen und Züllichau, führte 
1537 in seinen Landen' die Reformation ein und trat 1538 dem 
Bunde der Schmallalduer bei, doch mit der bestimmten Erklärung, 
daß es sich in dem Bunde um Beschützung des Glaubens, nicht um 
politische Interessen handle. Er ließ fiel) durch die Versicherungen 
Karls V. und König Ferdinands täuschen und schloß sich im 
Schmalkaldischen Kriege den Kaiserlichen an, in der Meinung, daß 
die aufrührischen Fürsten bestraft, aber die koufefsioncllen Zustände 
erhalten werden sollten. Zu spät erkannte der politisch kurzsichtige 
Fürst seinen Irrtum. Da er sich dem Interim, das der Kaiser ihm 
aufzuzmingen gedachte, nicht unterwerfen ivollte, so knüpfte er mit 
Kurfürst Moritz von Sachsen Beziehungen an, die aber keine 
dauernden ivurden. Nachdem der Rcligionsfriede gesichert schien, 
nahm er wieder im Dienste Karls am Kriege gegen Frankreich 
1552 teil. Die voruchmsteu Verdienste des Markgrafen aber liegen 
in der Verivaltuug seines Landes. Er war ivnr das Muster ciiies 
sparsamen Laudesvaters. Die Macht der Stände hielt er fest 
danieder, erweiterte Küstriu, gründete für die Doinäucnverivaltuug 
eine kollegialische Amtskammer in Küstriu und förderte Ackerbau, 
Handel, Verkehr und Gciocrbe. Als er - 1571 starb, ivnr ein nu- 
schulichcr Staatsschatz augesannuelt. 
*0 Morgenländische Poesie. . * Das-' Libackongebirge 4 itk^Syrststt 
ivird von den arabischen Dichtern mehr als irgend ein anderes, 
seiner Naturschöuhciten wegen gepriesen. In einem dieser rühmen- 
dcu Oledichtc wird gesagt, daß der Libanon „den Winter auf seinem 
.Haupte trage, auf seinen Schultern den Frühling, in seinem Schoße 
de» Herbst. Der Sommer aber schlummere zu seinen Füßen am 
Mittelmcer und das Rauschen der mächtigen Zedern droben auf 
der Berge Gipfel singe ihm das Schlummerlied." Geiviß, ein echt 
poetisches Bild. . 
WotrorausfiHrrn. 
Sonntag: Ziemlich heiter, ein wenig wärmer, bei 
mäßigen nordwestlichen Winden, keine oder unerhebliche 
Niederschläge. 
Verantwortlicher SchrtjUeiter: Hermann Martinius Friedenau. 
Hierzu eine Bcilägiü 
üesSayrant zum 
Frledenauer Brücke, Beckerstr. 12. 
Schönster Gartenaufenthalt. 
Beste Verpflegung. — Sonntags Künstlerkonzert. 
^-77— — — «f 
sowie 2 Bereinözimmer sin! 
zn vergeben. 
(Spsllisann): 
noch einige Tage in der Woche 
Laubacherstr. 10. 
Slufwartefrau sofort gesucht. 
Fcnrigstr. 14, v. 1 Tr. r. 
Eine 
part. rechts, Jlissmann. [6084 
Schululädchen verlangt 2—7. 
-66, Gartcu- 
[6092 
Bauer, Fregcstr. 55 
haus 1 Treppe. 
Aufwärt, für einige Bvriuitlagst. 
vl. llugcr, Ringst. 50, Eiug. Alvsellt. 
Foctieripen 
Tüchtige junge Müdcheiyzum Ein 
packen und Kontrollieren von 
Waren an unseren Kassen sofort 
verlangt. Atelduugen von 9—12 
und 4—8 Uhr in unserer Personal- 
Aerwaltiuig, 111. Etage. [6045 
BERLIN W, Taucntzienstr.’21-24 
vernUMe Huzelgcn 
Kleider, Blusen fertigt tadellos 
in und außer dem Hapse [5713 
E. Müller, Wilhelmstr. 23, 11 l. 
Welche jung. Damen od. Herren 
würden sich an einen geineinsamcn 
Hanotpostanit Friedenau. [606», 
Privatinittitgstisch gesucht, von 
zwei gebildeten Damen. Nähe 
Gocrz. Off. erbeten uut. K 283, 
an die Exped. dieses Bl. [6008 
MsiWMWjL 
Slngcrthal, Beckerstr. 23, Gth. r. 
Haus- und Leibwäsche, sauber 
und schonend. Frau Bark., Ctegl., 
Kurfürstcustr. 8. Postkarte. 
Damcugarderobe und^llmarbeil. 
fertigt Haudjerystr. 37, Gth. Ih l. 
neben Feuerwache. [6071 
Aus best ompf. sich f. feine Was che ü 
u. auß. d. Hanse. Bismarckstr. 5 p 
Fröbel'scher Kindergarten 
Menzclstr. 4 part. [561! 
Schulanfang 4. August. 
Kyabeu-Äuzüge, Blusen, Kostüme 
werden augefert. Fr. Lindcinanun 
Wilmersdorf, Bruchsalerstr. 8.
        
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