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Periodical volume Nr. 179, 01.08.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

fasse erweiterte Krankenpflege, so mutz der Arbeitgeber den 
Befreiten ebenfalls freie Kur und Verpflegung in einem 
Krankenhause gewähren. Hierauf hat der Befreite dang 
einen Rechtsanspruch. 
Der befreite Dienstbote kann endlich innerhalb drei 
Wochen nach Lösung des Arbeitsverhältnisses bei der zu 
ständigen Krankenkasse freiivilliges Mitglied werden. 
Wie sich aus vorstehenden Ausführungen ergibt, dürfte 
es recht häufig nicht im Interesse des Arbeitgebers liegen, 
wenn er seine Dienstboten von der Zugehörigkeit zur Kranken 
kasse befreit. 
Es unterliegt keinem Ziveifel, daß nach dem vorstehend 
Gesagten die neue Krankenversichernngspflicht der Dienst 
boten für die Dienstherrschaften eine neue große Belastung 
ihres Haushaltungsbudgets bedeutet und daß die natürliche 
Folge sein wird, daß jeder Hausstand, der einen Dienst 
boten entbehren oder durch Tageshülfe, Aufwärterin usw. 
ersetzen kann, den Dienstboten abschaffen wird. Biele 
Dienstboten werden stellenlos sein und der Schar der um 
ihre Existenz schwer ringenden Aufwärterinnen oder — was 
noch schlimmer ist — durch Not der Prostitution in die 
Arme getrieben werden. Das ist die Kehrseite der Medaille, 
an welche die weisen Gesetzgeber anscheinend wenig gedacht 
haben. E. F. 
lokales 
(Nachdruck unserer o-Orlginalartikel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
o Ohne Leine! Heute dürfen die Hunde endlich nach 
längerer Zeit wieder ohne Leine auf die Straße gelassen 
werden. Allerdings müssen sie den schrecklichen „Schleier" 
noch ferner tragen, Nur für Potsdam und Tegel ist die 
Hundesperre gänzlich aufgehoben, dort dürfen die Hunde 
also auch ohne Viaulkorb frei umherlaufen. Absonderliche 
Bestimmungen bestehen dagegen bei der Hnndefperre in 
Spandau. Im großen und ganzen sind zwar dieselben Be- 
stimmungen ergangen wie für den Berliner Landespolizei 
bezirk, jedoch sah -sich die Spandauer Polizei wieder zu 
mancherlei Zutaten veranlaßt. Zur Nachtzeit dürfen Hunde, 
auch wenn sie mit Biaulkorb und gültiger Steuermarke ver 
sehen sind, nicht auf öffentlichen Straßen oder ans öffent 
lichen Plätzen oder an Orten, wo Menschen verkehren, ohne 
Begleitung von Personen frei umherlaufen oder aus dem 
Hause ausgesperrt werden. Zur Tageszeit können die Hunde 
mit dem Maulkorb auf die Straße. Aber die Hunde 
dürfen nicht groß ruib „starker Art" sein. Solche Hunde 
müssen auch am Tage außer dem Maulkorb noch eine 
Eskorte haben, die ein Erwachsener zu stellen hat. Man 
sieht, die Beaufsichtigung der Hrmde wird immer komplizierter. 
Es bestehen jetzt viererlei Bestiinmungen für den Landes 
polizeibezirk Berlin, für die zum Potsdamer Bezirk ge 
hörenden Groß-Berliner Gemeinden, für Spandau und für 
den Kreis Angermünde, rvo der Leinen- und Maulkorb- 
ziuang bis zum 20. Oktober weiter bestehen bleibt. 
o Der August, im alten Rom „Sextilis" (abgeleitet 
von se^tus der Sechste) geheißen, wurde zrrr' spätere» 
Kaiserzeit dem römischen' Kaiser Cajus Julius Cäsar 
Oktavianus geweiht, dein bekanntlich der römische Senat 
den Beinainen „Augustus" (der Erhabene) verlieh, und 
erhielt deshalb den Namen „Augustus mensis“, d. i. der 
nngnstische Monat. Die deutsche Bezeichnung für August 
lautet Erntig, Ernteinonat und Aranmonat bei Karl dem 
Großen. Auch die Namen Hitzemonat, Heuert, Kochmonat, 
Schnitt,nonat findet man häufig. Das mundartige „Augst" 
ist nicht etwa eine Verstümmelung des Wortes August, 
sondern entstammt dem gotischen „aiikan“, das wiederum 
teil lateinischen „aiigerii“, d. i. vermehren, entspricht, und 
womit auf die Vermehrung der Habe durch die Ernte hin 
gewiesen wird. 
v Dienstjubiläum. Heute vollendet der Kreisnnsschuß- 
Obersekretär Wichmaun eine 25 jährige Dienstzeit in der 
Telton er Kreisverwaltnng. Der Jubilar begeht den Tag in 
Calzbruun, wo er zur Kur weilt. 
o Reue Dampferaulegestesle in Wannsee. Für die 
Bedürsnisse der Teltower Kreisschiffahrt ist in Wannsee eine 
architektonisch und gärtnerisch wirksame Bollwerkanlage ge 
schaffen worden, die Anfang August dein Verkehr übergeben 
werden kann. Die Dampferanlegestelle an der Prinz- 
Friedrich-Leopold-Brücke am Kleinen Wannsee, gegenüber 
dem Kleist-Grabe, die den vermehrten Verkehrsansprüchen 
nicht mehr genügte, ist längs der Königstraße in der Weise 
ganz erheblich erweitert worden, daß bis zu dem in den 
Großen Wannsee führenden alten schmalen Stichkanal in 
Gestalt einer vornehmen Promenade ein breites Bollwerk 
mit drei neuen Schiffsanlegestellen errichtet ist. Auf einer 
beqnenien Steintreppe mit 23 Stufen gelangt man von der 
Königstraße auf die llferpromenade hinab, die durch hervor 
ragende Gartenanlagen später geschmückt werden wird. Drei 
mit Schutzdächern versehene Ruhebänke und eine große 
Unterkunftshalle haben auf der Promenade Aufstellung ge 
funden. Mit der Halle, die durch einen Giebelbalken geziert 
wird, sind ein Erfrischungsraum und ein Fahrkartenschalter 
verbunden. Gegen die Wasserseite ist die llferpromenade 
durch ein Schutzgeländer abgeschlossen. Die Gesamtaulage 
paßt sich dem Landschastsbilde an. 
o Hohe Krankenziffcr und freie Arztwahl bei de» 
Krankenkassen. Viele Krankenkassen erheben bekanntlich 
gegen die von der deutschen Aerzteschaft geforderte organi 
sierte freie Arztwahl den Einwand, daß sie die Aerzte den 
Wünschen der Kassenmitglieder gefügig mache und dadurch 
die Kassen übermäßig mit Kraukengeldkosten belaste. In 
diesem Sinne wurde in verschiedenen Zeitungen auf ein 
Vorkommnis hingewiesen, welches vor kurzem zwischen dem 
Vorstand der Ortskrankenkasse der Schneider zu Berlin und 
dem Verein Berliner Kassenärzte mit freier Arztwahl sich 
abspielte: Der Kassenvvrstand beschwerte sich bei jenem 
Aerzteverein über die auffallende Zunahme der arbeits 
unfähig geschriebenen Kassennntglieder, der Aerzteverein er 
kannte diese Beschwerde als berechtigt an und ersuchte die 
Kassenärzte, bei der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit so 
sorgsam wie möglich zu verfahren. Die Annahme, daß 
hierZwieder einund die ungünstige Wirkung der freien Arzt 
wahl bewiesen sei, ist falsch, denn der 'Verein Berliner 
Kassenärzte mit freier Arztwahl hat mit der, von der 
deutschen Aerzteschaft geforderten freien Arztwahl nichts zu 
tun, er ist vielmehr trotz seines Namens unter Mitwirkung 
von Kassenverwaltungen zur Bekämpfung dieses Systems 
gegründet worden und die mit ihm in Vertragsoerhältnis 
stehenden Kassen lassen nicht jeden vertragsbereiten Arzt zur 
Kassenpraxis zu, sondern nur solche Aerzte, die von den 
Vertrauensärzten der Kassen vorgeschlagen werden. Dabei 
könnnen die Kassen auch vorgeschlagene Aerzte ablehnen. 
Obiges Vorkommnis beweist, daß übermäßiges Entgegen 
kommen der Aerzte gegen die Wünsche der Kassenmitglieder 
nicht nur, wie die Kassen vielfach behaupten, bei der orga 
nisierten freien Arztwohl vorkommt, sondern auch bei einem 
Kassenarztsystem, das von den Führern der Krankenkassen 
organisationen als vorzüglich gepriesen wird. 
o 14 Millionen Briefmarkenhcftchcn. Das Marken 
heft ist eine der zweckmäßigsten neuen Einrichtungen der 
Reichspost. Es führt sich offenbar immer mehr ein. Im 
ganzen sind bis jetzt davon 14 Millionen Stück gedruckt. 
Nach Abzug des Vorrates bei den 15 000 Postanstalten 
mögen etwa 12 Millionen Stück abgesetzt sein. Bei einem 
Werte von 24 Millionen Blark sind dies nicht weniger als 
300 Millionen einzelne Wertzeichen, ein recht beträchtlicher 
Teil des gesamten Absatzes an Briefmarken. In, Jahre 
werden jetzt etwa 4—5 Millionen Briefmarkenheftchen ge 
braucht. Es ist nicht immer möglich, die nötige Zahl von 
Anzeigen für die Heftchen zu bekommen. Wiederholt find 
deshalb Serien in Höhe von je einer Million ohne An 
zeigen hergestellt worden. Auch bei den Heftchen mit An 
zeigen wird ein Teil der Herstellungskosten von der Reichs- 
post getragen. Maßgebend ist eben die große Bequemlich 
keit der Einrichtung für das Publikum. Für die Her 
stellung der Heftchen mußte die Reichsdruckerei eine be 
sondere Abteilung einrichten. 
v Friedenauer Wohuungsanzciger. Wir erinnern 
alle Vermieter von Wohnungen, möbl. oder leeren Zimmern, 
Läden usw. daran, daß die nächste Nummer des mit dem 
„Friedenauer Lokal-Anzeiger" verbundenen „Friedenauer 
Wohnungs-Anzeigers" morgen Sonnabend erscheint. Anzeigen, 
die nur 40 Pfg. die Zeile kosten, erscheinen eine volle 
Woche hindurch im „Friedenauer Lokal-Anzeiger" und in 
den Anschlägen an den Bahnhöfen. Sie müssen jedoch bis 
12 Uhr Mittags im Besitz der Geschäftsstelle Rhein- 
straße 15 sein. 
v Der eiserne Tod, eine ergreifende Episode aus dem 
Balkankrieg, kommt von heute ab im Biofontheater in der 
Rheinstr. 14 zur Vorführung. Das Schicksal eines jungen 
Offiziers erfüllt sich vor unseren Augen, erschüttert betrachten 
wir die Vorgänge, die der eiserne Tod des Krieges grauen 
voll abschließt. „Das Geheimdokmpent" nennt sich der 
zweite Schlager des Abends. Eine interessante Geschichte 
aus der diplomatischen Welt fesselt von Anfang bis Ende. 
Der Höhepunkt ist ein Gesandschaftsball, eines der 
glänzensten Feste an dem die Spitzen der Regierung, das 
diplomatische Corps in glänzenden Uniformen und die 
Damenwelt des Hofes in den prächtigsten Toiletten teil 
nehmen. Die spannende Handlung hat einen versöhnlichen 
Schluß. Eine hübsche Naturaufnahme ist der Film der 
Markt der Eingeborenen in Zentral-Asien. Die Wochen 
schau von Pathö sröres bringt wieder viel neues aus aller 
Welt. Reichlich vertreten sind dieses Mal die humoristischen 
Gaben des Abends. Dr. Quecksilbers neue Impfung ist 
sehr spaßhaft. Wer zuletzt lacht, lacht am besten eine 
hübsche Humoreske während Adolar und die hübsche 
Sängerin eine nette Komödie aufführen. Das Etablissement 
Biofvntheater zeichnet sich durch vorzügliche Ventilation aus, 
so daß die Luft im Saale stets rein und angenehm für die 
zahlreichen Besucher ist. Garderobenablage ist frei. 
o Nenamneldnugen zum Flug „Rund um Berlin". 
Beim Berliner Verein für Luftschiffahrt, der gemeinschastlih 
mit dem Kaiserlichen Automobil-Klub und dem Kaiserlichen 
Aero-Klnb den Wettbewerb „Rund um Berlin" am 80. und 
31. August d. Js. veranstaltet, sind zu den bereits mitge 
teilten 10 Meldungen folgende weitere 8 abgegeben worden: 
Felix Leitsch, ans L -V.-G.-Eindecker (System Schneider), 
R. Ionisch, ebenfalls L.-V.-G.-Eindecker (System Schneider), 
Ingenieur M. Schüler, auf Argo-Doppeldecker, Friedrich, v. 
d. Sportflieger G. m. b. H. auf Etrich-Liebau-Eindecker, 
Richard Schmidt, auf Torpedo - Eindecker, System Court, 
Otto Stiefvater, auf Emil Jeanin-Taube, Weyl, auf Otto- 
Doppeldecker, X auf Otto-Eindecker. Es sind also im 
Ganzen bisher 18 feste Meldungen für den Rundflug ab 
geben worden, eine Reihe anderer interessanter Nennungen 
steht noch bevor, sodaß der Flug „Rund um Berlin" wohl 
die interessanteste Veranstaltung sein wird, die der Reichs- 
Hauptstadt in diesem Jahre hinsichtlich des Flugsports ge 
boten werden wird. Auch die Streckenorgnisation ist bereits 
rüstig fortgeschrittem und es sind folgende Kontrollstationen 
eingerichtet worden: Niederschöneweide, dort wird der Ruder 
klub Wicking sich voraussichtlich mit einem Motorboot zur 
Verfügung stellen, Karlshorst, wo die Rennbahn als 
Landungsplatz im Notfälle dienen kann, Bürknersfelde, 
Wendemgrke Lindenberg, Französ. Buchholz, Wittenau, 
Schulzendorf, Konradshöhe a. d. Havel wo ebenfalls ein 
Motorboot zur Verfügung steht, Obersörsterei Spandau, 
Neustaaken, Seeburg, Nedlitzerbrücke, Kaserne Barnstedt, mit 
einer Wendemarke direkt.auf dem Kasernenhof; hier steht 
der Negimentsarzt für etwaige klnglücksfälle zur Verfügung; 
Luftschiffhafen Potsdam mit Wendemarke, Neuendorf, 
ein wenig nördlich von Teltow, Marienfelde, Johannisthal. 
o Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das 
Varziner Str. 11, belegeue, auf den Namen des Architekten 
Fritz Schülke zu Berlin-Friedenau, Varziner Str. 11, 
und des Technikers Leonhard Kollmann, jetzt zu Berlin- 
Friedenau, Bennigsenstr. 17, je zur Hälfte Eingetragene 
Grundstück am 30. September 1913, Vormittags 9 Uhr, 
versteigert werden. Das Grundstück ist bei einem jährlichen 
Nutzungswert von 15 120 M. zu 600 M. jährlicher Gebäude- 
steuer veranlagt. 
o Firmencintragnngen. Oskar Busch & Co., Ge 
sellschafter: Oskar Busch, Schankwirt und Kaffeehausbesitzer. 
Kommanditgesellschaft, welche am 24. Juli 1913 begonnen 
hat. Ein Kommanditist ist beteiligt. — Dentsch-Ottomanische 
Oiandelskompagnie-Gesellschaft mit beschränkter Haftung: Die 
Gesellschaft ist aufgelöst. Liquidator ist der bisherige Ge 
schäftsführer Walter Graf von Baudissin in Berlin-Fnedenan. 
— „Flammensicheres Gewebe" Vertriebsgesellschaft mit be 
schränkter Haftung. Sitz: Berlin. Gegenstand des Unter 
nehmens: Vertrieb des durch ' das Deutsche Reichspatent 
Nr. 230 161 geschützten flammensicheres Gewebes sowie 
Verwertung der auf diese Erfindung bereits erteilten und 
noch zu erteilenden Patente nnd> .Abschluß aller hiermit im 
Zusammenhang stehenden Rechtsgeschäfte. Das Stamm 
kapital beträgt 100 000 M. »Geschäftsführer: Kaufmann 
Paul l'Orage in Berlin-Friedenau. 
v Auf dem Turn- und Spielplatz am Maybachplatz 
ist jetzt ein Kammerjäger mit der Vertilgung der dort in 
großen Massen aufgetretenen Ratten beschäftigt. — Gleich 
zeitig können wir mitteilen, daß die Wasserleitung in dem 
Holzschuppen jetzt wieder - in Ordnung ist. Bei dieser 
Gelegenheit sind auch noch andere Reparaturarbetten an dem 
Umkleidehänschen mit ausgeführt worden. 
o Der Kolporteur als Dieb. In der Flensburger- 
Straße benutzte gestern ein Kaufmann F. aus Berlin, der 
als Kolporteur auftritt, ein paar Augenblicke, in denen 
ihn ein Wohnungsinhaber unbeaufsichtigt ließ, um eine Uhr 
zu stehlen. F. wurde festgenommen. Er scheint geisteskrank 
zu sein. 
o Diebstahl. Dem Restaurateur Quies, Varziner Sir. 
Nr. 15, wurde ein Satz Elfenbein-Billardbälle gestohlen. 
Vor Ankauf wird gewarnt. 
o Feuer. Heute Vormittag kam in dem Feuerungs 
keller des Hauses Schloß- Ecke Feldstraße ein Feuer aus, 
das eine starke Rauchentwicklung zur Folge hatte. Die 
Steglitzer Wehr mußte mit Nauchschutzhelmen und Sauer 
stoffapparaten ausgerüstete Feuerwehrleute vorschicken, um 
den Brand zu bekämpfen. Etwa vier Stunden hatte die 
Wehr mit der Löschung des Feuers und den Aufränmungs- 
arbeiten zu tun. - " 
Berlin und Vororte 
§ü Die Berliner Finanzverwaltung hat jetzt eine 
Uebersicht über all die Forderungen zusammengestellt, die 
von den Groß Berliner Vorortgemeinden gegen Berlin auf 
Zahlung von Schullasten erhoben worden sind und die 
sich auf den § 53 des Kommunalabgabengesetzes stützen. 
Danach beträgt die Gesamtsumme aller bisher angemeldeten 
Forderungen der Vororte nicht weniger als 5 569 697 M. 
Hiervon erhebt die Hauptforderung die Stadt Neukölln, die 
für die Jahre 1897—1912 insgesamt 3 189 000 M. 
Zuschuß von Berlin fordert. Ws zur höchsten Instanz, dem 
Oberverwaltuuessgericht, ist davon nur die Forderung für 
das Jahr 1897 durchgeführt worden. Neukölln verlangte 
80 000 M.; Berlin wurde verurteilt, 40 000 M. zu zahlen. 
Die übrigen Forderungen schweben zum Teil vor dem 
Bezirksausschuß, zum Teil hat sie das Oberverwaltungs- 
gericht (am 1. April d. Jsstchu näherer Prüfung an die 
Vorinstanz ZÜrückgewiesen. Für mehrere Jahre wurde der 
Anspruch Neuköllns vom Bezirksausschuß zurückgewiesen. 
Die zweithöchste Forderung hat Lichtenberg für die Jahre 
1901-1912 erhoben in Höhe von 1 133 282 M. Für das 
erste Jahr wurde der Anspruch Lichtenbergs zurückgewiesen. 
Für die übrigen Jahre schivebt das Verwaltungsstrettver- 
fahren noch. An dritter Stelle steht Weißensee, das für die 
Jahre 1897 bis 1907 Forderungen in Gesamthöhe von 
655 180 M. angemeldet hat.. -Nur für das erste Jahr ist 
Berlin vom Oberverwaltungsgericht verurteilt worden, 
26 020 M. zu zahlen; für die übrigen Jahre wurde 
Weißensee mit seinen Ansprüchen abgewiesen. Die 
Gemeinden Bvxhagen - Ruinnrelsburg, Reinickendorf, Blitz 
sind mit kleineren Forderungen beteiligt. 
tzo Kostenfreie Ferienkurse für jeden Vorwärtsstrebendeii 
zur Erlernung der englischen und französischen Sprache, 
einfachen doppelten Buchführung, Wechsellehre, Handels- 
Korrespondenz, Rechnen und Stenographie, finden in diesem 
Semester an der Handelsschule Reil statt. Auswärtige er 
halten den Unterricht nach genauer Anleitung schriftlich. 
Freie Wahl der Fächer. Kostenfreie Ueberwachuug aller 
Arbeiten durch erstklassige Fachlehrer. Am Schlüsse eines
        
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