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Periodical volume Nr. 176, 29.07.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

teilimgen Ergänzungen der Bestände durch Neucrwerbuugeii 
statt. Sv konnten die Hügelanlagen für die Flora der 
Pyrenäen und für das südliche Spanien mit wichtigen Arten 
vervollständigt werden, ebenso die der ivestlichcn Üalkalpen. 
Nicht weniger als 773 Arten in 18 842 Exemplaren an 
lebenden Pflanzen kamen durch Kauf oder Geschenk neu 
nach Dahlem. Das angeschlossene Botanische Museum 
erhielt besonders wichtigen Zuwachs von den wissenschaft 
lichen Forschungsreisenden, welche sich verpflichtet haben, 
das Haupteremplar ihrer^ Sammlung dem Museum zu über 
geben. Es bereiste Padre Fuertes San Domingo, Rudatis 
war in Natal tätig, Ä. Stolz im Nyassagebiet, G. Zenker 
in Kamerun. Die Saunnlungen von Padre Fuertes und 
von Zenker wurden.bereits im Museum verteilt. 
o Handelsgerichtliche Eintragungen. Bei Nr. 32 172. 
(offene Handelsgesellschaft Wendler & Co. in Berlin- 
Friedenau): Niederlassung jetzt: Berlin-Wilmersdorf. — 
Der Kaufmann Carl Plüschke, Berlin-Friedenau, ist 
Geschäftsführer der Pariätin Reinigungs-Institut G. m b. H. 
o Firureneintragnng. Nr. 12 305, F. Müller ch.Laue 
Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Sitz: Bezirk des Amts- 
gerichts Berlin-Alitte. Gegenstand des Unternehmens: Der 
Vertrieb von Automobilen jeder Art oder die Beteiligung 
an solchen oder ähnlichen Unternehmungen. Stammkapital: 
60 000 Mk. Geschäfssührer: Kaufmann Friedrich Müller 
in Berlin-Wilmersnorf, Kaufmann Karl Laue, zu Berlin- 
Friedenau. 
o In dem Konkursverfahren über das Vermögen des 
Glasermeisters Arthur Keßler in Berlin-Friedenau, Südwest- 
korsv 08, ist eine Gläubigerversamurlung auf den 13. August 
1013, vormittags 11 Uhr, anberaumt mit der Tagesordnung: 
Abberufung des Gläubiger-Ausschusses und Wahl eines neuen 
Gläubiger-Ausschusses. 
o Auf frischer Tat ertappt. In der Nacht vom 
Sonnabend zum Sonntag wurde der Hausmeister des 
Tiakonissenheims in der Paulseustraße in Steglitz durch 
das Anschlagen seines Hundes auf einen verdächtigen Manu 
auf dem nachbarlichen Neubau aufmerksam gemacht. Der 
nächtliche Gast war gerade im Begriff, mit einem Wagen 
voll gestohlenen Holzes das Weite zu suchen. Der Wächter 
forderte ihn auf, das Holz wieder an Ort und Stelle zu 
schaffen. Anfangs kam der Dieb dieser Aufforderung nach, 
schließlich aber weigerte er sich und bedrohte den Wachter. 
Dieser mußte erst einige Schreckschüsse abgeben und mit 
Hilfe der darauf herbeigeciltcn Perfonen gelang es, den 
Burschen festzunehmen; er wurde als ein Arbeiter W. ans 
der Herderstraße festgestellt. 
o Ein Fahrraddicb ergriffen. Der Arbeiter Franz 
R. schwang sich in der Jahnstraße auf ein vor einem 
Hause stehendes Fahrrad und fuhr davon. Der Besitzer des 
Rades bemerkte dies aber, er schlug Lärm, worauf sich 
einige Passanten dem Dieb entgegenstellten, ihn etwas 
unsanft vom Rade zogen und der Polizei übergaben. 
v Am Schlachtensee überfallen. Nach Verübung 
eines Ueberfalles konnte im Grunewald ein Strolch ver 
haftet werden. Am Schlachtensee hatte Nachmittags eine 
junge Dame ahnungslos bei der Lektüre gesessen, als sich 
von hinten ein junger Bursche näherte. Der rohe Bursche 
drohte die Ueberfallene zu toten, wenn sie sich zur Wehr 
setzen oder Hilferufe ausstvßen werde. Es gelang aber 
trotzdem dem Fräulein, sich für einen Moment freizumachen 
und laute Hilferufe auszustoßen.. Als daraufhin Spazier 
gänger hinzueilten, crgrjff der Attentäter die Flucht. Es 
ist nicht ausgeschlossen, daß auf das Konto des Verhafteten 
auch noch andere Nebcrfälle auf einzelne Damen im Gruuc- 
wald kommen. 
Vereins-Nachrichten 
Morgen Mittwoch tagen: 
Thcatcroercin „Terrcs" 1873. Sitzungen jeden Mittwoch 
O'Aj llhr im Acreinsloknl Paul Spanholz, Steglitz, Körncrstr. 48c. 
Gäste als Mitglieder willkommen. 
Schöneberg 
—o Von der Errichtung einer eigenen Kaninchen Zucht- 
anlage, die zunächst von nnsrrer Stadt beabsichtigt war, 
mußte abgesehen wereen, da sich das dafür in Aussicht ge 
nommene Terrain als ungeeignet erwies. Dagegen hatte 
die Schöneberger Deputation zur Behebung der Lebens- 
mitlelteuerung dem Kaninchenzuchtverein eine größere Bei 
hilfe gewährt, wofür sich der letztere verpflichten mußte, dem 
Magistrat eine Ibestimmte Anzahl Kaninchen zu billigem 
Preise zu liefern, Nachdem nun die ersten 100 Kaninchen 
geliefert worden sind, bringt der Magistrat diese jetzt zum 
öffentlichen Verkauf in der städtischen Seesischhalle. Die 
Tiere werden ausgeschlachtet, ohne Fell, im ganzen abge 
geben. Der Verkauf erfolgt zweimal wöchentlich, Mittwochs 
und Sonnabends. Rezepte für die Zubereitung der 
Kaninchen werden in der Fischhalle unentgeltlich abgegeben. 
Berlin und Vororte 
i;o Der Montag früh 5 Uhr 22 Minuten von Neu 
strelitz nach Berlin abgehende Personenzug ist mit knapper 
Not einem Zusammenstoß mit einem auf demselben Gleis 
von Berlin entgegenkommenden Leerzug eutgangen. Kurz 
vor Danuenwalde bemerkte der Lokomotivführer des Neu- 
slrelitzer Zuges das nahende Verhängnis und gab ununter 
brochen Warnungssignale. Es gelang auch, die beiden 
Züge noch rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Durch ein 
Mißverständnis des Stellwerks Danuenwalde war dem 
Leerzug das falsche Gleis angewiesen worden. Wäre der 
Ncustrelitzer Zug etwas näher an Dannenwalde gewesen, 
svdaß er die dort befindliche Kurve zu befahren gehabt 
hätte, wäre wegen der Unübersichtlichkeit der Strecke ein 
Zusammenstoß unvermeidlich gewesen. Der Leerzug mußte 
bis Danuenwalde zurückfahren, dort ein Ausweichgleis- 
benutzen und dann nach Durchfahrt des fahrplanmäßigen 
Zuges aus dem richtigen Gleis weiterfahren. 
§u Der Mangel einer Verbindung vom Potsdamer 
und Anhalter Bahnhof nach dem Stettiner Bahnhof ist 
schon oft empfunden worden. Eine Ursache dieses Mangels 
soll auch sein, daß auf der Anhaltcr Eisenbahn der Verkehr 
immer mehr zurückgeht. Hierzu schreibt die „Deutsche 
Tageszeitung": Der Verkehr auf der Anhalter Eisenbahn 
läßt bekanntlich viel zu wünschen übrig. Die Sachsen und 
Süddeutschen meiden diese Bahn schon seit Jahren, besonders 
ivcgen der mangelhaften Verbindung mit dem Stettiner 
Bahnhof. Seit Jahren kann man in Leipzig, Dresden und 
anderen Städten hören, daß zahlreiche Familien die Ostsee 
nicht aufsuchen, lediglich weil sie vor dem Umsteigen, dem 
Aufenthalt in Berlin, der Fahrt vom Anhaltcr zum Stettiner 
Bahnhof und umgekehrt mit ihren Kindern zurückschrecken. 
Es wird deshalb jetzt eifrig für eine Verbindung über 
Frankfurt a. O. Propaganda gemacht. Es fahren jetzt schon 
eine Menge Sachsen über Frankfurt a. O. nach Stettin. Es 
soll nun eine direkte Verbindung Dresden—Kottbus— 
Frankfurt a. O.— Küstrin — Stettin hergestellt werden. 
Dadurch würde eine begncmcre Verbindung nach und von 
der Ostsee geschaffen werden. Der Stadt Berlin könnte es 
nichts schaden, wenn sie ausgeschaltet würde, dann würde 
sie vielleicht aufgerüttelt und für bessere Verbindungen 
zwischen den einzelnen Bahnhöfen sorgen. Heute sind sie 
miserabel. 
GerickMches 
1'. Sofort int Sitzungssaal verhaftet wurde gestern ein Er 
presser, der vor der 1. Fcricnstrastainmer des Landgerichts II an 
geklagte Arbeiter Robert Berger aus Oberschönewcide. Nach dein 
am 30. Dezember v. Js. erfolgten Ableben des bis dahin in 
Friedenau wohnhaft geivcscneil Ehemanns der jetzigen Witwe 
Marie Hnrtfeldt, Ortrndstr. 1, entstand wie öfter bei plötzlichen 
Todesfällen das Gerücht von einer Bergiftnng. Eine genaue Unter- 
suchnng der Todesursache hatte denn aber ergeben, daß der 
81 jährige Hartseldt an Altersschwäche und nicht, wie gerüchtweise 
behauptet worden ivar, infolge des Genusses einer vergifteten Rot- 
kvhlspeise verstarb. Bon der i» der Knnzkcstrnße. zu FriedrichZ- 
hagen wohnhaften Fra» Guthermann, eine der Trägerinnen dieses 
Giftmordgcrüchts, erhielt auch der Angeklagte Kenntnis von der 
Sache. Er machte infolge dessezr einen recht plumpen Erpressungs- 
versuch, indem er an die Witwe Hartseldt in Friedenau einen 
Brief schrieb, in welchem er mitteilte, er habe Zcngenbewcise dafür, 
daß ihr verstorbener Ehemann.keines natürlichen Todes gestorben 
sei, der Verstorbene sei 40 Jahre älter wie sie gewesen u. dgl. m. 
Es folgte dann die Drohung mit einer Anzeige bei der Staats 
anwaltschaft und gleichzeitig das Ersuchen, wenn von der Anzeige 
Abstand genommen iverden solle, 0000 M. bei . einem näher- 
bezeichneteu Postamt zu hinterlegen. Frau Hartseldt, welcher der 
Briesschreibcr völlig unbekannt war, übergab die Angelegenheit an 
dicMriminalpolizei, die dann den Berger abfaßte, als er beim 
Postschaltcr nach gen. Antwortschreiben sich erkundigte. In der 
Verhandlung vor der Ferienstraskammcr wurde festgestellt, daß das^ 
Gistniordgcrücht lediglich auf bloßem Klatsch beruhte. Ter Angc-i 
klagte war geständig, den als Beweisstück gegen ihn zur Verlesung! 
gelangten Drohbrief geschrieben zu haben. Der Staatsanwalt be-i 
nntrngte l) Monate Gefängnis. Das Urteil des Gerichtshofes 
lautete ans 1 Jahr Gefängnis und 0 Jahr Ehrverlust. . Ferner be 
schloß das Gericht die sofortige Verhaftung des Angeklagten wegen 
Fluchtverdachts. - ■ 
Zuschriften 
(Für diese Rubrik übernehmen ivir keine Verantwortung.) 
Ein eingctrockneter Brunnen. 
Auf dem alten Teil des Fricdcnaner Friedhofes ist der dort 
befindliche Brunnen eingetrocknet. Die Besucher des Friedhofes, 
die die Gräber ihrer Angehörigen auf dem alten Teil des Fried 
hofes pflege», haben nun zum Wasserholen immer ein beträchtliches 
Stück Weges zurückzulegen. Veröffentlichen Sic dies bitte in Ihrer 
geschätzten Zeitung, vielleicht, daß sich dann unsere Fricdhofsver- 
waltung veranlaßt fühlt, so schnell wie niöglich dem Ucbelstnnde 
abzuhelfen. Hochachtungsvoll B. Schr. 
Nachdem der Gemeinde Treptow durch Verfügung der König 
lichen Negierung die Verleihung des Titels.„Baurat" an den an 
ihr angestellten Banbcamtcn untersagt worden ist, ist es doch von 
Interesse zu erfahren, ob diese Verordnung auf andere Gemeinden, 
in ivelchcn ein Beamter mit dem genannten Titel fungiert auch 
Platz greifen ivird. Andernfalls könnten doch die Treptower sich 
dadurch benachteiligt fühlen, daß ihnen das, was andern gestattet, 
verwehrt wird. Einer vom Ban. 
(Wir vcrwciseil auf die bctr. Notiz unter „Lokales". Schristl.) 
Geehrte' Redaktion! Also endlich ist es doch so weit ge 
kommen, wie cS bei normal denkenden und voraussehenden Menschen 
kommen mußte. Ter berühmte resp. jetzt berüchtigte Ralhans- 
banplatz dient dem lichtscheuen Gesindel als llntcrschlnpf. Wenn 
man noch dabei nachdenkt, wieviel uns Bürgern jeden Tag dieses 
Freilogis für die Pennbrüder kostet, da kann cs einem doch gruseln. 
Warum konnte das alte Dieustgeüändc nicht noch stehen bleiben 
bis wenigstens mit dem Neubau begonnen wird, da hätte die 
Gemeinde nicht nur die Miete für die neuen Büroräume gespart, 
sondern hätte auch noch die ganze Zeit Miete eingenommen und 
cs wäre eine Beaufsichtigung dagewesen. Sv aber bezahlen ivir jetzt 
für das ganze Terrain die Zinsen. Es ist nur verwunderlich, daß 
der Bauzaun noch nicht so nach und nach stückweise verschwindet. 
Wer weiß, was da noch daraus wird, vielleicht kann auch darauf 
ein Kirchhof für eine besondere Sekte eingerichtet werden. 
Ein Bürger. 
Die Filialstener in Friedenau einzuführen hat die Gemeinde 
vertretung beschlossen. Nach den letzten Anregungen, die der 
Minister der Gemeindeverwaltung bezgl. dieser Steuer gegeben, ist 
deren Genehmigung wohl git erwarten! Daß die Einnahmen der 
Filialen aber nicht so glänzende sind, wie vielfach angenommen 
wird, ergibt die Bilanz der Bereinigten Pommerschen Meiereien. 
Das Ilnternchmen, welches bekanntlich in Berlin und Dresden eine 
große Anzahl Filialen unterhält, erbrachte im Geschäftsjahre 1013 
bei einem Aktienkapital von 101 500 M. einen Bruttogewinn von 
423 903 M. Unkosten, Reparaturen und Abschreibungeil auf lltcn- 
silicn erforderten hiervon nicht weniger als 393 390 M. = 92 J / S 
v. H. des Bruttogewinnes, so daß ein Reingewinn von nur 
30 413 Al. verbleibt. Im Verhältnis zum Aktienkapital scheint der 
Reingewinn ja ziemlich bedeutend zu sein, da er die Auszahlung 
einer Dividende von 25 bis 30 v. H. gestattet, doch muß man be 
rechnen, daß zu diesem Reingewinn von 30413 M. fast 50 Filialen 
beigesteuert haben, svdaß jede Filiale einen Reingewinn von kaum 
OOü M. erbracht haben kann. ‘ F. A. 
Wetteranssichten. 
Mittwoch: Ziemlich kühl, vielfach heiter, jedoch sehr 
unbeständig mit einzelnen Regenschauern und starken nord 
westlichen Winden. 
Verantwortlicher Schriftleiter: Hermann Martinius Friedenau. 
von Früchten für den Winter verwende man stets 
Hälfe" 
1 Päckchen 10 Pfg., 3 Stück 25 Pfg. Das ist das einfachste, billigste und trotzdem ausgezeichnete Verfahren. 
.a oo.;. ... i ' 
Gebrauchsanweisung steht auf 'jedem Päckchen. 
Außerdem sind Dr. Oetker's vollständige Re 
zepte zum Einmachen von .Früchten, Frucht- 
säften, Gelees in den Geschäften umsonst zu 
haben. Wenn vergriffen, schreibe man eine 
Postkarte an 
Df. Ä. Oetker, 
Nährmittelfabrik, 
Bielefeld. 
Bekanntmachung. 
Bichseuchenpolizeiliche Anordnung. 
Zum Schutze gegen die Tollwut wird auf Grund des 8 18 ff. des 
ViehfenchcngcfetzeS vom 26. Juni 1009 mit Genehmigung des Ministers 
für Landwirtschaft, Domänen und Forsten folgendes bestimmt: 
S 1. I» den Gemeinden pp., Berlin-Friedenau, pp. sind sämtliche 
Hunde .und Katzen,.auch wenn sie erst nach Anordnung der Sperre in 
diesen Bezirk eingeführt werden, bis auf weiteres festzulegen 
(anzuketten oder einzusperren). 
Der Festlegung gleich zu achten ist cs, wenn die Hunde unter 
gewissenhafter Ileberwachnng mit einem sicheren Maulkorbe 
versehen frei laufen. Katzen sind so einzusperren, daß sie den Raum 
nicht verlassen können. * 
§ 2 Die Ausfuhr von Hunden und Katzen aus dem Sperrbezirke 
ist nur mit ortspolizeilicher Genehmigung nach vorheriger tierärztlicher 
Untersuchung gestattet. 
Wird die Genehmigung zur Ausfuhr eines Hundes erteilt, so ist die 
Ortspolizeibehörde des "Bestimmungsortes von dem bevorstehenden Ein 
treffen des TiereS rechtzeitig zu benachrichtigen. Während der Ucber- 
fiihrmig und ain Bestimmungsorte ist der Hund den gleichen Be 
schränkungen unterworfen, die für ihn zur Zeit der Ausfuhr am Her 
kunftsorte vorgeschrieben waren. 
§ 3. Die Benutzung der Hunde zum Ziehen wird unter der Be 
dingung gestattet, daß sie dabei festangeschirrt sind und mit einem 
sicheren Maulkorbe versehen sind. 
Die Verwendung von Hirtenhunden zur Begleitung von Herden und 
von Jagdhunden bei der Jagd sowie von Polizeihunden ohne Maulkorb 
»nd Leine wird unter der Bedingung gestattet, daß die Hunde außer 
der Zeit des Gebrauchs festgelegt oder mit einem sicheren Maulkorbe 
versehen an der Leine geführt werden. 
Werden Hunde vorübergehend für wenige Stunden am Tage aus 
dem Sperrbezirke in freie Bezirke eingeführt, so ist hierzu eine Polizei- 
lichc Genehmigung nicht erforderlich; "die Hunde müssen jedoch auch im 
freien Bezirk gleichfalls mit Maulkorb versehen an der Leine 
geführt werden. 
8 4. Hunde und Katzen, die diesen Vorschriften zuwider frei um 
herlaufen, werden. 
§ 5. An den Ausgängen der im vorgenannten Sperrbezirke vor 
handenen Bahnhöfe sind Tafeln mit der deutlichen und haltbaren Auf 
schrift „Hundcspcrre" leicht sichtbar anzubringen. 
8 6. Zuwiderhandlungen gegen diese Anordnung unterliegen den 
Strafvorschriften der §8 74 bis 77 des ReichSviehscnchengesetzes vom 
26. Juni 1909. 
§ 7. Diese Anordnung tritt mit dem Tage ihrer Beröffcntlichung 
in Kraft. 
Potsdam, den 28. Juli 19'3. 
Der Regierungspräsident. 
Meine viehsenchenpolizciliche Anordnung vom 29. Mai dieses 
Jahres (Amtsblatt Seite 293 ff.) betreffend die zum Schutze 
gegen die Tollwut erlassene Anordnung, wird hiermit aufgehoben. 
Potsdam, den 28. Juli 1913. 
Der Regierungspräsident. 
Vorstehende Bekanntmachung wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis 
gebracht. 
Berlin-Friedenau, den 29. .Juli 1918. 
Der Amtsvorsteher. I. B.: gr z. Bache. 
Bekanntmachung. 
Die Dienststuirdcii der Amts- und Gemeindeverwaltung iverden 
vom Montag, deir 28. Juli ab wieder auf die Zeit von 8 Uhr vor 
mittags bis 3 Uhr nachmittags festgesetzt. 
Für Meldungen und eilige Sachen ist das Einwohner-Meldeamt 
bis 0 Uhr nachmittags geöffnet. 
Einer Anregung des Herrn Direktors des Berliner Zeughauses 
folgend, hat der Herr Minister der geistlichen und Unterrichtsange- 
legenhelten die Sammlung von Originalbriefcn, Tagebüchern usw. 
aus Kricgszcitcn oder beglaubigte Abschriften von diesen Schriftstücken 
bei den Königlichen Universitäten genehmigt. 
Die Schriftstücke können dem Staate entweder geschenkivcise oder 
unter Vorbehalt dcS Eigentums überlassen wcrdcm Dem Wunsche 
auf Geheimhaltung ivird Rechnung getragen iverden, wenn auch an 
eine zusammenhanglose, wortgetreue Veröffentlichung der Briese zu 
nächst nicht gedacht ist. 
Ich ersuche die Besitzer solcher Schriftstücke um Unterstützung der 
Sammlung. Die Abgabe kanir zwecks Weitergabe, an die zuständige 
Sammelstellc im hiesigen Amtsbüro, Feürigsträße 8, 1 Treppe, 
Zimmer 9, geschehen. Ueber den Empfang wird eine Bescheinigung 
erteilt und außerdem derselbe öffentlich bestätigt. Es wird beabsichtigt, 
in den öffentlichen Bestätigungen die Geber, die Namen, Dienstgrad 
und Stand der Briefschrciber, deren Truppenteil und die Art der 
Ueberweisung in der Regel anzugeben nild nur auf besonderen Wunsch 
der Geber davon abzustehen. 
Berlin-Friedenau, den 24. Juli 1913. 
Der AmtSvorsteher. I. B.: Bache.
        
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