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Periodical volume Nr. 176, 29.07.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

(Krirderraure 
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Vr. 17«. 
Nerlin-Arledenau, Dienstag, den 29. 3nfi 1913. 
20. Jaflrg. 
■gg—gggg! 
DepeTchen 
E«t$te ßachrithten 
Berlin. Ein Kutscher vom Fouragegeschäft Hcimann 
wurde auf dein Viehhof von einem vollbeladenen Heuwagen 
überfahren; er wurde schwerverletzt nach der Unfallstation 
gebracht. 
Berg-Divenom. Der 18 jährige Primaner Otto 
Schmidt aus Berlin rette mit eigener Lebensgefahr einen 
0 jährigen Knaben vom Tode des Ertrinkens. 
Swinemünde. Kapitän Krüber und Maschinist Kersten 
vom Schleppdanipfer „Otto" retteten heute morgen 4 Uhr, 
die Fischer Ruckmann, Balk und Köhn, deren Boot gekentert 
war. Köhn erlag hierauf einem Schlaganfall. 
Erlau. Der Oberleutnant Gustav Blaha des Infanterie 
regiments Nr. 60 hatte in Gemeinschaft des Majors im 
gleichen Regiment Emmerich Feher und dessen Gattin sowie 
eines Husaren-Oberleutnants Szent Jmre einen Unterhaltungs- 
abend besucht. Beide Offiziere begleiteten die Majors- 
samilie nach Hause, als plötzlich Blaha auf den Husarcn- 
osfizier einen Revolverschuß abgab, so daß der Getroffene 
tödlich verletzt zusammenbrach. Der Major und seine Gattin 
eilten darauf in die Wohnung zurück, wohin ihnen Blaha 
zu folgen suchte. Er stieg durch das Fenster und feuerte 
auf die Majorin sowie auf des Burschen des Majors mehrere 
Schiisse ab. Zwei Kugeln | trafen die Majorin schwer. 
Der Ofsfziersbursche erlitt gleichfalls schwere Verletzungen. 
Ehe Blaha daran gehindert werden konnte, schoß er sich 
selbst vor einem Spiegel eine Kugel in den Mund und blieb 
auf der Stelle tot. Blaha scheint die Tat in einem Wahn- 
sinnsanfall verübt zu haben. 
Halle a. S. Ein Eilgütcrzug entgleiste gestern un 
weit der Station Nauendorf bei Halle. Ein Schassncr 
wurde schwer, vier andere Zugbcamte wurden leichter verletzt. 
Barmen. Der Bandwirkcr Friedrich Klapp erschoß 
gestern abend in Elberfeld in der Wohnung seines Schwieger 
vaters nach einem Familienstreit seinen fünfjährigen Sohn 
und danach sich selbst. 
Neuyork. Nach einer aus Nogales in Arizona 
eingetroffcnen amtlichen Depesche der Aufständischen hat der 
Flieger Masson über dem Hafen Guaymas eine Bombe 
hinabgeworfen, die auf das mexikanische Kanonenboot 
„Tampico" siel und es zerstörte. 
Paris. Nach dem Figaro wird derzeit soivohl in 
Petersburg wie Bukarest viel von der angeblich bevor 
stehenden Verlobung des Prinzen Karl von Rumänien mit 
der Großfürstin Olga von Rußland, der ältesten Tochter des 
Zaren, gesprochen. 
Peking. Die Insurgenten haben die Expedition nach 
Norden aufgegeben, aber Truppen abgeschickt, um Tangtschau 
zu bedrohen. Inzwischen konzentrieren sich die Rcgierungs- 
truppen auf Nanking. 
(Ritter der Last der Grone. 
N««a» »0» 8L M. White. 
50. 0»ch»n«e tnbM 
„Du bist ein Schmeichler!" sagte sie und schmg mit einer 
langgcslicltcn Rose nach ihm, die sie aus einer Vase gerissen. 
„Es ist eigeutäch doch schade, daß ich nun schon so bald von 
London Abschied nehme und in meine Schweizer Heimat zu 
rückkehre." 
Sie blickte ihn dabei mit schelmischem Lächeln kokett von 
der Seile an. „Ein reizendes Persönchen!" dachte der Prinz 
in seinem Versteck; und „Robert" mußten ivohl ähnliche Ge- 
danlcn bewegen; denn er küßte sic schmatzend auf die vollen 
roten Lippen. 
„I, Du denkst ja gar nicht daran, in diese Sivitz oder 
wie das Land nun sonst heißen mag, zurückzukehren," sagte 
er. „Was denkst Du wohl zu einem anständigen Boarding- 
House oder so, das wir bede aufmachten?" 
Er kniff sie in den Arm und grinste über das ganze Gesicht. 
Annette llopste ihm lächelnd die Backen. 
„Ein Boarding-Honse — nein, das ist mir nicht fein 
genug," erktälte sie. Und als sie sein verdutztes Gesicht fah, 
fügte'sie mit wichtiger Miene hinzu: 
„Ich habe Dir ja noch gar nicht erzählt, welch ein Glück 
ich gehabt habe. Sieh mal, ich bin anständig und ehrenhaft er 
zogen worden, und ich habe niemals etwas gestohlen oder 
sonst was Unrechtes getan, bin keines Menschen Feind ge 
wesen und habe, das kann ich wohl sagen, mich immer recht 
schaffen bemüht, meine Pflicht zu tun. 
Die Herrschaften haben mich auch immer sehr belobt, und 
wenn die hübsche Gräfin, bei der ich war,' seil ich von Hanse 
weg bin, nicht gestorben N'äre, hätte ich überhaupt nie die 
Stellung zu wechseln brauchen. Durch einen ziemlich großen 
Lohn bin ich verlockt worden, hier ins Haus zu kommen. Na, 
das kann ich Dir sagen, leid getan hat mir'-schon ein dntzend- 
mal. Denn daß cs mit dieser Gräfin einen Haken hat, das 
merkt ja ein Blinder. Hier sind mir die Augen.aufgegangen, 
kreslau im Jähre 191z. 
Von Ernst Stabe, Gemeinde-Obergärtner, Staat!, dipl. Gartcnmeister, 
Berlin-Friedenau. 
In dankbarer Rückerinnerung an die große Zeit der 
Befreiungskriege hat die Stadt Breslau — der Ausgangs 
punkt jener großen Bewegung vor 100 Jahren — mit einem 
Haushaltungsplan von 7 Millionen Mark ein Ausstellungs 
unternehmen ins Werk gesetzt und durchgeführt, das von 
neuem die Vaterlandsliebe des Deutschen erkennen läßt, 
und zwar in einer Weise, die jedem Besucher, welcher 
Nationalität er auch angehören mag. vollste Anerkennung 
abringt. Ein Jubelfest deutscher Ernte, ein Hochfest deutscher 
Kraft und Kultur! 
Der deutsche Kronprinz als Schirmherr des groß 
zügigen Unternehmens hat in Gegenwart seiner Gemahlin 
diese Jahrhundertfeier der Freiheitskriege am 20. Mai 
dieses Jahres eingeweiht, die sich bis Oktober hinzieht. Es 
fanden u. a. bisher statt die Richard Wagner-Feier in der 
Jahrhunderthalle, dann das Jahrhuudertfestspiel von Gerhard 
Hauptmann, welches bekanntlich so viel Staub auswirbelte 
und schließlich eingestellt ivurde, ferner die Flugivoche des 
Schlesischen Aero-Klubs, sodann die Deutsche Gartenbau- 
woche vom 0.—10. Juli verbunden mit einer Gartenbau- 
Ausstellung. 
Von den bevorstehenden Veranstaltungen seien noch 
ermähnt u. a. das Deutsche Nadfahrerbundesfest, die Haupt- 
Bindekunst-, Sonimerblumen- und Sainnierobst-Ausstellnng, 
beide im August, ferner im September die Dahlien-Schnitt- 
blumcn-Ausstellung, sowie die Musikwoche und endlich im 
Oktober die Obst-Ausstellung. 
Als ständige Ausstellungen kommen in Betracht die 
historische Ausstellung, sodann die des Künstlerbundes 
Schlesiens und die Gartenbau-Ausstellung, der ich im Nach 
folgenden mein besonderes Interesse widmen möchte. Vorher 
jedoch sei mir gestattet, über die Gesamtaulage der Aus 
stellung einiges vorivegzuschicken. Besonders angenehin wirkt 
der natürliche Nahmen, welcher das Ganze wirkungsvoll 
umgibt und bei dein Besucher auf seinem Rundgang das 
Gefühl der Müdigkeit nicht aufkommen läßt, da immer neue 
Szenerien und Momente auftauchen, die der alte Scheitniger 
Park — an den die Ausstellung angelehnt ist — an und 
fite sich bietet. Sodann muß rückhaltslvs anerkannt iverden, 
daß die Schönheiten des Parkes bei der Gesamtanlage 
seitens der Ausstellnngsleitung mit großem Verständnis be 
rücksichtigt worden sind. 
Bestimmend für den Gesamtaufbau war die Lage der 
schon im Bau begriffenen Jahrhunderthalle. Aus Eisen 
beton aufgeführt und mit einer Kuppelspannweite von 67 
Metern ist sie die bisher größte Massivkuppel. Der' größte 
Quadratdurchmesser der Halle beträgt 05 Meter, die Gesamt 
fläche des Baues rund 13 000 Quadratmeter. Die Jnnen- 
halle faßt 10 000 Menschen. Rings um den Mittelbau ist 
baß es Die großen Damen nnb Herren ane») nicht immer so 
ganz anständig und ehrenhaft treiben. Mich ging's ja itichls 
cm, und ich habe mich wogt gehütet, ein Wort zn sagen. Aber 
so meine Gedanken habe ich mir freilich gemacht, nnb ich hätte 
der Gräfin manchmal ins Gesicht lachen mögen, wenn sie so 
großartig tat. Heute aber hat sich alles geändert. Sie hat 
mich eine Diebin und eine Lügnerin geschimpft, und das soll 
sie mir teuer genug bezahlen. Ich zeigte ihr die wirkliche 
Diebin, und sic lachte mich aus, schalt mich närrisch. Das 
wird ihr noch einmal leid tun. Was denkst Tu nun. was 
wir passiert ist? — Ich habe die Papiere, die der Gräfin 
gestohlen worden sind, in die Haild bekommen — habe sie ge 
lesen und iu Erfahrung gebracht, daß sie sich die Saens auch 
widerrechtlich angeeignet hat!" 
Peretvri atmete schwer. Er stand vornübergcneigt und 
sog die Worte förmlich von den Lippen des Mädchens, das nun 
triumphierend auf seinen Liebhaber blickte. Ter schien noch 
nicht so recht zu wissen, was er ans der Situation zu 
machen hatte. 
„Wenn Du es sagst, wird cs wohl ein Stück Geld bringen", 
meinte er unsicher. „Vielleicht sogar viel — so hundert 
Pfund ." 
Er erschrak offenbar selbst über die riesenhafte Summe, die 
er da genannt. Annette aber lachte ihn aus. 
„Hundert Psuud? — Nein, mein Lieber, dafür machen 
wir's nicht! Das bringt mir wenigstens tausend. Ist das 
nun nicht ein großes Glück? Wir können dafür ein schönes 
Pensionat in der Mount-Street ausmachen. Du und ich, mein 
Robert, und unser Glück ist gemacht. — Aber ich muß 
Dir doch auch erzählen, ivie ich die Papiere bekommen 
habe. Du weißt wohl, daß hier eingebrochen wurde; eine 
Dame, ein junges Mädchen, in einfacher schwarzer Kleidung, 
der man aber trotzdem sofort die Lady ansah, drang in das 
Boudoir der Gräfin und erbrach den Schrank. Ich überraschte 
sie, und sie hätte mich beinahe erivürgt. Später kam 
dann die Polizei und bedrängte mich mit Fragen — die 
Gräfin peinigte mich — und ich bekam so heftige Kopf, 
schmerzen, daß ich ein wenig an die frische Luft neben mußte." 
ein sämtliche Eingänge, Nebenräume, Kleiderablagen, 
Aborte u. dergl. enthaltender Ring angelegt, der mit Ober 
und Seitenlicht versehen ist. Er dient auch als Aus 
stellungsraum und war zur Zeit meines Aufenthaltes 
in Breslau mit allen möglichen Erzeugnissen des 
Gartenbaues bestellt. In der Kuppel befindet sich im 
übrigen die größte Orgel der Welt mit 185 klingenden 
Stimmen, 2 Glockenspielen und 13 Transmissionen. Gegen 
über dieser großen Orgel wurde nachträglich eine sogenannte 
Himmelsorgel eingebaut, die elektrisch betrieben wird. Ueber- 
wältigend ist der Eindruck, wenn man in diese Halle 
hineingeht und dieses mächtige Kuppelgewölbe über sich er 
blickt! Ein stolzes Werk, das Geschlechter überdauern wird 
und das errichtet worden ist, uin anderen Zeiten von dem 
Freiheitskampf der Väter und von dem Können der Enkel zu er 
zählen! Dieser Eindruck wird aber schon wach gerufen, wenn man 
durch den Haupt-Eingang derAusstellung denBlickauf die Jahr 
hunderthalle richtet. Dieser Haupteingang wird gebildet 
durch einen Torbogen in Holzkonstruktion, welcher eine 
lichte Weite von 31 Meter, eine Pfcilhöhe von 8,50 Meter 
hat und dessen oberer Scheitelpunkt 12,50 Meter über 
Terrain liegt. Hat man durch diesen Eingang die Aus 
stellung betreten, so liegt zur Rechten die Hatte des 
Künstlerbundes Schlesiens, zur Linken das Gebäude der 
historischen Ausstellung. Dieses ist der eigentliche Kern der 
Breslauer Jahrhundertfeier und stellt ein außerordentlich 
reichhaltig ausgestattetes Museum aus der Zeit der Be 
freiungskriege dar. Hier offenbart sich so recht die Opfer- 
willigkeit des Deutschen, wenn es gilt, einer nationalen 
Sache zu dienen. Selbst Höfe und Kabinette fast aller 
Kulturstaaten hatten ihre Kostbarkeiten und Andenken aus 
der Franzosenzeit nach Breslau entsandt. In 56 Sälen 
sind diese wertvollen Schätze, nach ihrem Inhalt streng ge 
ordnet, dem Publikum zur Schau gestellt und zwar in 4 
Abteilungen: 1. und 2. Führende Persönlichkeiten und 
Hcereswesen aus der Zeit der Freiheitskriege, 3. Ereignisse 
vom Ende des Feldzuges nach Rußland bis zum 2. Pariser 
Frieden im Jahre 1815, 4. Leben und Kunst der Zeit. 
Die vorhin genannten 56 Säle ordnen sich quadratisch um 
einen Jnnenhof an, dieser ist gärtnerisch angelegt im Stile 
der damaligen Zeit und birgt u. a. noch einen Pallas- 
Athene-Brunnen sowie 4 geschmackvolle Blumenvasen. 
Wenn man durch den Hanpteingang hindurch auf die 
Jahrhundcrhalle zuschreitet, so gliedert sich liuks dieser das 
Hauptrestaurant an. Diesem ist vorgelagert ein 10 500 
Quadratmeter (4 l /s Morgen) großes Wasserbecken, welches 
mit einem 764 Meter langen Säulengang aus Eisenbeton, 
bestehend aus 574 Doppelsäulen, umgeben ist. Zwischen 
Wasserbecken und dem etwas erhöht liegenden Säulengang 
ist ein breiter Promenadenweg angelegt. Dieser ist nach 
oben zu mit Rhododendron rund herum in einer Breite 
von mehreren Metern abgepflanzt. Die andere Seite also nach dem 
„Wenn ich sie dafür prügeln könnte!" sägte Robert und 
führte einen Faustschlag in die Luft hinein mit einem so 
ingrimmigen Gesicht, als habe er die Peiniger seiner Liebsten 
vor sich. Annette schmiegte sich zärtlich an ihn. 
„Ach, laß nur — ich iverde mich auf andere Weise an 
ihr zu rächen wissen!" sagte sie. „Aber höre nur weiter. 
Wie ich so auf der Straße stehe, kommt mit einem Male 
ein Polizeibcamter auf mich zu, den ich sehr gut kenne. — 
Du brauchst nicht eifersüchtig zu werden, Robert; er ist 
freilich in niich verschossen, ich kann ihn aber nicht ausstehen. 
Dieser Mensch hat von dem Einbruch gehört und bald 
darauf an der Stelle, wo der Diebin das Mißgeschick passiert 
ist, von einem Cab überfahren zu werden, ein Paketchen mit 
Papieren gesunden. Offenbar hatte er keine Ahnung, wie 
ivichlig sein Fund war. Er wollte zu der Gräfin, um ihn 
ihr zu bringen. Ich bat ihn, mir doch das Paket zu zeigen, 
las die Uebcrschrist und die ersten Seilen, und ich merkte gleich, 
ivie der Hase lies. Denn ich interessiere mich sehr für die 
Politik und lese alle Tage die Zeitung, da weiß ich schon, 
was es niit so 'ncn Papieren auf sich hat. Also ich erklärte 
meinem Mann, daß ich selbst dies Paket verloren hätte, daß 
es was ganz Unwichtiges sei, und daß er nur ja nicht davon 
reden möge, weil ich sonst in Angelegenheiten käme. Ich 
versicherte ihm, daß es nur Zeugnisse und anderes enthalte, 
die meine Person angingen. Als er sich noch sträuben wollte 
und die Papiere selbst zu lesen verlangte, fiel ich ihm um 
den Hals und gab ihm einen Kuß • 
„Na!" unterbrach sie Robert und versuchte, möglichst 
grimmig zu blicken. Das kokette kleine Persönchen aber schlang 
ihre Arme um seinen Hals und blickte ihn so zärtlich an, 
daß sein Groll davor unmöglich standhalten konnte. 
„Ich sagte Dir doch, daß Du nicht eifersüchtig zn sein 
brauchst," sagte sie. „Ich mag ihn nicht, was macht da ein 
Kuß? — Um Deinetwillen hätte ich .ihm hundert gegeben. 
— Himmel, nun mach doch nicht schon wieder ein Gesicht! 
Ich mag ja gar nichts niehr sagen, wenn Du mich so böse 
ansiehst." 
Sie drehte den Kopf schmollend zur Seite, und eine gute
        
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