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Periodical volume Nr. 169, 21.07.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

JoitMe der Entführten bisher zwar noch nicht habhaft 
werden, doch erhielten die wohlhabenden Eltern des 
Mädchens mehrere Erpresserbricfe mit der Mitteilung, daß 
sich die Tochter in Lebensgefahr befinde, wenn nicht ganz 
schleimigst 1000 M. an eine nähere Adresse abgesandt 
werden. Daraus geht hervor, daß mehrere Personen an 
der Entführung, der Javanerin beteiligt waren. Die 
L>purcn des Mädchens führten bis Bayern. Auch hier 
konnte noch Näheres erinittelt werden, sodaß die Entführte 
demnächst in Schutzhaft genommen werden dürfte. 
o Ferien-Einbrecher sind in den letzten Tagen wieder 
an verschiedenen Stellen an der ..Arbeit" gewesen. Sie zu 
faßen und die von ihnen erbeuteten Sachen wieder herbei 
zuschaffen, ist deshalb besonders schwer, iveil die Einbrüche 
erst sehr spät entdeckt werdeii. Reiche Beute inachten sie bei 
dem Rentier K. in der Dankelmannstraße zu Charlotten 
burg. Als dieser vorr einer längeren Reise zurückkehrte, 
fand er seine Wohnung ausgeplündert. Einbrecher hatten 
siir ungefähr 5000 M. Schmuck- und Wertsachen gestohlen. 
o Fahrraddicbstähle waren bekanntlich in den letzten 
Wochen hier und in den Nachbarorten an der Tages 
ordnung. Jetzt ist es der Berliner Kriminalpolizei ge 
lungen, ein großes Lager gestohlener Fahrräder bei dem 
38 Jahre alten Händler und früheren Artisten Emil Riemer 
in der Mulackftraße zu beschlagnahmen. R. war der Hehler 
einer fünfköpfigen Einbrecherbande, deren Festnahme, wie 
bereits berichtet, ebenfalls schon erfolgt ist. Die jugend 
lichen Einbrecher, alles frühere Fiirsorgezöglinge, rnachten 
hauptsächlich die Vororte unsicher. Die Polizei fand in dem 
Hehlernest noch außer zahlreichen Fahrrädern, einen Kino 
vorführungsapparat, 24 Edisonwalzen für Phonographen, 
10 neue Automobilschläuche, 17 Fahrradmäntel usw. Die 
Eigentümer dieser Sachen konnten bisher noch nicht ermittelt 
werden. 
^ Anskunfts- und Jürsorgestelle (Kaiserallee 66), 
für Tuberkulöse; Aerztliche Sprechstunden für Männer jeden Dienstag 
von 12—1, für Frauen und Kinder jeden Mittwoch von 12 — 1 Uhr, 
für Alkoholkranke: Aerztl. Sprechstunde jeden Freitag von 12—I Uhr. 
Scdöneberg 
—o Auf Veranlassung des Berliner Polizeipräsidenten 
sind mehreren Samaritern der Schvneberger städtischen 
Feuerwehr für erfolgreiche Wiederbelebungsversuche anläßlich 
einer Gasvergiftung Geldbelvhnungen überwiesen worden. 
Die so Allsgezeichneten sind Oberfeuermann Götze nnd die 
Feucrnlänner Hilke, Hildebrandt und Hansch. 
—o Das Aufgebot haben beantragt: 1. die Anna 
Wagner, geb. Hösselbarth, aus Berlin-Schöneberg, Wartburg 
straße 6, 2. a) die Frau Maurerpolier Rosa Seeger, geb. 
Glufke, aus Berlin-Schöneberg, Sachsendanlin 44, h) die 
Frau Zigarrenhändler Hertha Wittek, geb. Secger, aus 
Berlin-Friedenau, Thorwaldsenstr. 14, zu 1. des Sparkassen 
buches Nr. 19 043, der Sparkasse der Stadt Berlin-Schöneberg, 
lautend über 1050,32 Mk., ausgestellt auf Frau Anna 
Wagner, geb. Hösselbarth, aus Berlin-Schöneberg, Wartburg- 
straße 6, zu 2. des Sparkassenbuches Nr. 74 887, der Spar 
kasse der Stadt Berlin-Schöneberg, lautend über 637,01 Mk., 
ausgestellt auf Frau Rosa Seeger, geb. Glufke, Ehemann 
Maurerpolier aus Berlin-Schöneberg, Sachsendamm 44. 
Die Inhaber der Urkunden werden aufgefordert, spätestens 
in dem auf den 8. Dezember 1013, vormittags 11 Uhr, 
anberaumten Aufgebotstermine ihre Rechte anzurnelden und 
die Urkunden vorzulegen, widrigenfalls die Krnstloscrklärnng 
der Urkunden erfolgen ivird. 
Berlin uncl Vororte 
fio Mit einkassierten Mietgeldern durchgebrannt ist der 
45 Jahre alte Hausverwalter Erich Schultzc ans der Sickingcn- 
straße 66. Der Manu, der verheiratet und Vater von vier 
Kindern ist. Chatte sei sechs Jahren die Verwaltung des 
Hauses. In der letzten Zeit hielt er einen Teil der ein 
kassierten Beträge zurück und erklärte dem Hausbesitzer, daß 
einige Mieter noch im Rückstände seien. Als Sch. so etwa 
300 Mk. auf die Seite gebracht hatte, suchte er das Weite. 
Frau und Kinder ließ er inittellos zurück. 
tzo Die Unsitte, ivährend des Ruderns die Plätze zu 
wechseln, hat wieder einmal ein Menschenleben gefordert. 
In Treptow bestiegen ein Herr und eine Dame ein Boot. 
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die bisher gesteuert hatte, das Ruder ergreifen. Zu diesem 
Zwecke ivechseltcn die beiden die Plätze, ivobei das Boot 
kenterte. Während sich der Herr durch Schwimmen retten 
konnte, ertrank die Dame. Die Personalien der Ertrunkenen, 
die etwa 25 Jahre alt ist, konnten noch nicht festgestellt 
werden, da ihr Begleiter sie erst in Treptow kennen ge 
lernt hatte. 
o Steglitz. Eine gute Einnahmequelle hat sich unsere 
Gemeinde mit dem Elektrizitätswerk verschafft. Im vorigen 
Jahre wurde im Anschluß an das Elektrizitätswerk ein Eis 
werk errichtet. Ferner konnte die Gemeinde durch Er 
weiterung des Teltowkanals neben dem Kohlenhof des 
Elektrizitätswerkes einen kleinen, selbständigen Hafen schaffen, 
wo die Kohlenkähne anlegen können; es wurde eine Ver 
breiterung des Teltowkanals auf eine Länge von 70 in ge 
schaffen, in der Form, daß die Verbreiterung im Mittel 
10 m betrug und so das Anlegen der größten Kähne er 
möglichte. Die günstige wirtschaftliche Lage des Elektrizitäts 
werkes zeigt die Bilanz und die Gewinn- und Verlust 
rechnung. Es war möglich, nach Abzug von 112 322,03 
Mark für Zinsen, 06 094,83 M. für Abschreibungen, 6000 
Mark für den Pensionsfonds, 5312,30 M. für Zuschuß zu 
den Hauptanschüssen. 608,67 M. für nicht einzutreibende 
Forderungen einen Reinüberschuß von 206 824,48 M. aus 
zuweisen. 
Zuschriften 
(Für diese Rubrik übernehmen wir keine Verantwortung.) 
Tie Regelung des Submissionswesens. 
Ter geschäftsführende Ausschuß des Jimungsverbai.des deutscher 
Vaugewerksmcister hat eine Eingabe au die Mitglieder der Reichs 
tagskommission zur Vorbereitung „euer Aestimmungcu über die 
Regelung des Submissiousweseus gerichtet. In dieser ausführlich 
begründeten Eingabe, die gerade für Friedenau von Interesse 
sein dürfte, heißt es unter anderem: „Ter Jnnnngsverband 
deutscher Baugewerksmeister begrüßt mit größter Genugtuung die 
in die Wege geleitete rcichsgesetzliche Regelung des Submissions- 
wcsens. In der Tat ist die Notwendigkeit einer solchen Regelung 
auch immer dringlicher geworden, da selbst alle Bemühungen der 
Zentralbehörden, die Mißstände im Berdingnngswesen zu beseitigen, 
nicht ausgereicht haben, diesem Ziele nennenswert nahe zu kommen. 
Die Nachgeordnete» Behörden haben sich wenig oder gar nicht an 
diese von den besten Absichten geleiteten Ministerialerlasse gehalten, 
so daß in der PrariS keine erhebliche Besserung der Zustande ein 
getreten ist. Das legt den Wunsch nahe, mehr als bisher 
erfahrene Praktiker zur Aufstellung von Kostenanschlägen heranzu 
ziehen. Bon erheblicher Wichtigkeit [ist es auch, dem Prinzip des 
angemessenen Preises mehr als bisher zum Durchbruch zu ^ver 
helfen. Genuß haben in den letzten Jahren schon einige Behörden 
mehr und mehr davon abgesehen, die Zuschlägscrteilung lediglich 
auf den Mindestforderndeu zu beschränken, aber von der allgemeinen 
Verurteilung der auch wirtschaftlich zu verwerfenden Bevorzugung 
des niedrigsten Preises sind sie noch immer weit entfernt. Immer 
wieder muß daher gefordert werden, daß bei der Vergebung von 
Arbeiten und Lieferungen durch die Behörden das augenblickliche 
Interesse des Fiskus nicht allein ausschlaggebend sein darf. Z.oar 
erscheint der Standpunkt, daß man mit Rücksicht auf die Steuer 
zahler auf möglichst niedrige Preise für auszuführende Arbeiten 
sehen müsse, zunächst bestechend, dennoch ist er mit Rücksicht auf 
eine gesunde Wirtschaftspolitik zu billigen.. Den Subinissiansümteru, 
von denen das Handwerk sich große Verdienste verspricht, sollten 
durch das in Aussicht stehende Gesetz weitgehende Befugnisse ver 
liehen werden. Im übrigen beziehen wir uns auf die ausführ 
lichen Borschläge de§ Hansabundes, die in ihren Hauptgrundsätzen 
nach übereinstimmender Ansicht der leitenden Personen unseres 
JnnungSvcrbandcs durchaus geeignet sind, diese schwierige Aufgabe 
in befriedigender Weise zu lösen." Ein Handwerksmeister. 
Gerichtliches 
(: o Ruhcstörci.dcs Hundegebcll und das Reichsgericht. Ein 
Hundebcsitzer hatte seinen Kläffer nachts bellen lassen, was der 
Nachbarschaft die Nachtruhe raubte. Er wurde nach § 300, Ziffer 
11 St.G.B. zu einer Geldstrafe verurteilt, legte dagegen Bcrr.sung 
ein und bcschritt auch den Revisivnswcg. Das Kam.nergcricht hat 
nun auf Abweisung der eingelegten Revision erkannt und führte 
aus: „Es ließe sich'rechtlich nicht beanstande», wenn die Straf 
kammer in dem Gebell der Hunde des Angeklanten deshalb rnhc- 
störcndcr Lärnr erblicke, .veil dieses geeignet sei, die Ruhe der An- 
nwhncr zu stören. Ter Lärm sei ein ungebührlicher gewesen, weil 
»ach den getroffenen Feststellungen das Heulen nnd Bellen zwecklos 
wesen sei und die Anwohner unnötig belästigt habe. Der Ange 
klagte habe den ruhestörenden Lärm ungebührlicherwcise erregt, da 
er Kenntnis von dem Heulen nnd Belle» der Hunde hatte und 
nichts tat, um das Publikum vor unnötigen Belästigungen zn 
bewahren." 
Vermischtes 
*o Tigcrjagdcn. Der Tiger gilt als eines der furchtbarsten 
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seines prächtiges Felles wurden von jeher große Jagden auf ihn 
abgehalten. Besonders die indischen Fürsten hielten regelmäßig 
große Slaatsjagdcn ab, die mit außerordentlichem Prunk in Szeite 
gesetzt wurden. Hunderte von Kamelen, Pferden und Elefanten 
wurden mit auf die Jagd genommen. Eine Unmenge Fußvolk und 
Reiter mußten den Fürsten begleiten und sein Harem wurde in 
verdeckten Wagen mitgesührt. Außer diesem nach Tausenden 
zählenden Jagdtroß begleitete den Fürsten und sein Gefolge ein 
ganzes Heer von Bajaderen, Taschenspielern, Schauspielern, Sängern 
und Sängerinnen. Wurde ein Tiger aufgespürt, so mußten einige 
100 Elefanten sein Lager umstellen, so daß das Raubtier leicht ge 
tötet werden konnte. Meistens gab der Fürst selbst dem Tiere 
mittels einer Lanze den Todesstoß. Die eigentlichen Tigerjägcr 
greifen den Tiger meist auf einem Elefanten reitend an. Auch die 
Treiber bedienen sich als Reittier des Elefanten, der hierbei sehr 
zuverlässig ist. Bon einigen großen Tigerjagden in China weiß 
auch die Chronik zu berichten. Im 17. Jahrhundert zog der Kaiser 
von China mit einer großen Hecresmacht nach der Provinz Leao- 
Tong auf die Tigcrjagd aus. Die Soldaten mußten große Weg 
strecken umstellen und nach vollendeter Aufstellung mußten sie den 
von ihnen gebildeten Kreis immer enger schließen. Alles hierbei 
aufgestöberte Wild wurde somit dem Standort des Kaisers zuge 
trieben. Auf diese Weise wurden allein 00 Tiger erlegt, eine große 
Anzahl Bären und Wildschweine, sowie über 1000 Hirsche. Bei 
derartigen Jagdziigen begleiteten den Kaiser an 60000 Mann 
Soldaten und über 10 000 Pferde zum Fahren und Reiten. Die 
indischen Offiziere veranstalten auch jetzt noch häufig Tigcrjagde». 
Als Treiber werden hierbei Eingeborene benutzt. Die indische Re 
gierung zahlt für die Erlegung eines solchen gefürchteten Raub 
tieres bis 50 , Rupien Belohnung. Entdecken die Eingeborenen 
das Lager eines Tigers, so wird er entweder in ein Netz gelockt 
oder man lockt ihn in eine Falle, eine Art Grube; hier wird dann 
der Tiger, der sich aus der engen Grube nicht emporarbeiten kan», 
durch Spcerwnrf getötet. Die Tigerjagd behält immer einen ge 
fährlichen Charakter, besonders, wenn ein Jäger allein das Raub 
tier zn erlegen sucht. Denn ein Streif- oder Fehlschuß kann das 
Tier in derartige Wut versetzen, daß der Jäger von ihm im nächsten 
Augenblick gepackt, und zerfleischt wird. 
*o Alte lihrcn. Einst zogen beim Fischen im Polarmecr 
skandinavische Fischer einen alten Aietallkasten mit aus der Tiefe 
heraus, dessen Schwere beinahe das Äletz zu zerreißen drohte. In 
diesem Kasten befand sich eine seltene alte llhr. Sie hatte die 
Gestalt eines Löwen, der von einem Knaben geführt wurde. 
Sobald die llhr aufgezogen war, bewegten sich der Löwe wie auch 
der - Knabe. Der Polarforscher Nordenskjöld, der zu dieser Zeit 
seine Forschungsreisen von Spitzbergen aus unternahm, kaufte den 
Fischern die merkwürdige llhr ab und übergab sic dem verstorbenen 
König Oskar von Schweden als Oieschenk. Man stellte alsdann 
fest, daß die llhr aus dem 15. Jahrhundert stanimt und von einem 
berühmten Uhrmacher in Augsburg hergestellt morden ist. Erst 
letzthin ist eine kostbare Sammlung alter Uhren von Deutschland 
nach dem Auslande verlauft worden. Es befanden sich hierunter 
Meisterwerke der Uhrmachcrkunst aus dem 10. und 17. Jahrhundert. 
Hierbei waren kostbare Seltenheiten in Goldcmail sowie in Berg- 
kristall vertreten. Wieder andere Uhren hatten Bildnisse von erster 
Künstlerhand aufzuweiscn. Die mannigfaltigsten Formen und 
Arten sind in dieser Sainmlung vertreten, Werke, die ein zweites 
Alal nicht vorhanden sind. Hofantiquar Jacques Scligmau in 
Paris kaufte die Sammlung für 750 000 Franks an. In Dresden 
befindet sich auch eine große Sammlung sehr wertvoller alter 
Uhren im Besitz des Uhrmachcrmcistcrs Robert Pleißner. Eine 
sehr kunstvoll gebaute Wanduhr befindet sich in englischem Besitz. 
Sic stammt aus dem 15. Jahrhundert und ist nicht größer als 
12 Zoll. Die Gewichte sind mit Kupfergold überzogen. Das 
kleine Kunstwerk wurde von Heinrich VlII. einer Dame der Hof 
gesellschaft verehrt. Im dänischen Königsschlvssc befindet sich eine 
Uhr, die auf ihrem Ziffcrblaite außer der Zeit jeden Tag des 
Monats angibt, ebenso das Alter des Mondes in Tagen. Von 
dieser Uhr erzählt die Sage, daß sie zu gehen aufhört, sobald ein 
Mitglied des dänischen Königshauses stirbt. Das Gleiche berichtete 
inan von der Uhr im Sterbezimmer Friedrich des Grützen, die am 
17. August 1780, genau zur Todesstunde des Monarchen, um 2 Uhr 
20 Minuten stehe»' geblieben ist. Diese Uhr, die nach dem Ableben 
Friedrich des Großen nicht mehr aufgezogen wurde, wird heute 
noch den Besuchern von Sanssouci im Eterbczimmcr des großen 
Königs gezeigt. Achnlichcs wird auch von den Uhren in englischen 
Königsschlössern berichtet. Wie weit hier Wahrheit und Dichtung 
miteinander verquickt werden, dürftö kaum festzustellen sein. 
*o Harmonie. „Ich glaube, das Verhältnis zwischen dem 
Professor Lehmann und seinen crivachscucn Töchtern ist ein sehr 
harmonisches." — „Gewiß! Er studiert den Mars, rmd sic die 
Marssöhne!" 
Gemeinnütziges 
„Eines schickt sich nicht für Alle!" Blanche Hausfrau glaubt, 
daß die überall bekannten nnd beliebten Maggi's Suppen alle auf 
gleiche Weise gekocht werden könnten. Das trifft jedoch nicht zu. 
Die Zubereitung von Maggi's Suppen ist zwar sehr einfach, aber 
für jede der 43 Sorten natürlich nicht die gleiche. Es sind nur 
Kleinigkeiten (längere oder kürzere Kochzcit, mehr oder weniger 
Wasser usw.), dabei besonders zu beachten. Dann aber schmecken 
Maggi's Suppen auch wirklich ganz vorzüglich. Sie ermöglichen 
der Hausfrau billig, schnell und gut zu kochen. 
Wetteraussichten. 
Dienstag: Kühl, vorwiegend wolkig, mit wiederholten 
Rcgenfällen nnd ziemlich frischen nordwestlichen Winden. 
Verantwortlicher Schriftleiter: Hermann Martinius, Friedemm. 
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