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Periodical volume Nr. 168, 20.07.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

(Ariedenarree 
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M. 168. Verlin-Iriedenau, Sonntag, den 20. Zuli 1913. 20. Iayrg. 
Depes^en 
Hetzte I^acliricbten 
Bukarest. Wie die offiziösen Blätter melden, sind 
die rumänischen Truppen auf ihrem Vormarsch in Vratscha 
angekommen. (Vratscha oder Wratza liegt 00 Kilometer 
nordöstlich von Sofia.) 
Konstantinopel. Türkische Kavallerie ist vor Adria- 
nopel angekommen. 
Athen. Im Ministerrat erstattete Ministerpräsident 
VenizeloS Bericht iiber seine Zusammenkunft mit dem 
serbischen Ministerpräsidenten Paschitsch. Wie verlautet, 
werden Griechenland und Serbien in Erwiderung auf den 
Schritt Rußlands ihre Dankbarkeit für die russische Inter 
vention zum Ausdruck bringen und der rnssichen Regierung 
mitteilen, dag sowohl Serbien wie Griechenland bereit sind, 
zum Abschluß des Friedens mit Bulgarien direkt in Vor 
verhandlungen einzutreten, und das) sie sich vorbehalten, 
Bulgarien ihre Bedingungen mitzuteilen. Sie werden auch 
in ihrer Antwort erklären, daß die Verantwortung fiir den 
Krieg auf Bulgarien falle. 
Stade. In dein Dorfe Hemmoor (Oste) in der Provinz 
Hannover ereignete sich, wie das Stader Tageblatt meldet, 
ein schwerer Unglücksfall. In der dortigen Portlandzement 
fabrik brach infolge starker Regenfälle die Betonmaucr eines 
mit Zemeutrohschlamm gefüllten Bassins, wobei der Schlamm 
in die Baugrube der Fabrik drang. Die in der Grube 
beschäftigten vier Arbeiter konnten trotz energischer Rettungs 
versuche nicht mehr befreit werden. Sie wurden als Leichen 
geborgen. 
Berchtesgaden. Hier ist der Student Ros aus 
Oldenburg wahrscheinlich im Gebirge abgestürzt. Er wollte 
den Watzinann besteigen und den Weg über das Steinerne 
Meer nach Zell a. S. nehmen. Bis heute ist er dort nicht 
eingetroffen. Von Berchtesgaden aus sind Rettnngsmann- 
schaften nach dem Vermißten unterwegs. 
Paris. Im französischen Aubc-Departement haben 
die alljährlichen Unruhen der Winzer, die mit Rücksicht ans 
die Marklfähigkeit ihrer Weine, verlangen, daß ihre Gegend 
zur Champagne eingezeichnet werden soll, wiederum be 
gonnen. In der letzten Nacht wurden vier Telegraphen 
drähte in der Nähe von Moutier en l'Jsle durchschnitten. 
Man entdeckte eine rote Fahne und ein großes Plakat an 
einem Baume. Das Plakat trug die Ausschrift: „Das ist 
die erste Warnung!" Sämtliche Winzer in der Gegend von 
Aube werden sich auflehnen, wenn ihnen nicht die gleichen 
Rechte zuerkannt werden, wie den Winzern der Marne. 
Sollte die Frage bis zur Weinernte nicht geregelt sein, so 
wird der Regierung die Verantwortung für alles zugeschoben. 
Paris. Der Juwelier Max Mayer in London erhielt 
gestern von einer Dame einen anonymen Brief, in dem sie 
sich erbietet, ihn auf die Spur der Diebe zu leiten; sie hat 
(Unter der Last der Grone. 
J Koma« von R. M. Whit«. 
„So weißt auch Tn cs nicht? — Es ist mir einfach un 
begreiflich. Atem Gatte sagt, der Prinz habe nicht gerade 
ausgesehen, ivie wenn er scherze. Ihre Unterredung sei durch 
die ‘ unerwartete Dazivischenknnft der Königin unterbrochen 
worden. Er habe der Königin sagen wollen, was ihm Mazaross 
mitgeteilt, sei jedoch von dem Prinzen selbst daran-- gehindert 
worven" . . 
„?lbcr er muß doch irgend etwas ^ ich meine, lvas 
hat er denn eigentlich gesagt?" . 
„Ganz nnversländliche Dinge, ans denen ich nicht klug 
rn werden vermag. Er sprach von einer jungen Modistin in 
der Bond-Street, die Dir sehr ähnlich sein soll. Es gibt 
allerdings eine Familie, eine adlige Familie, deren Töchter 
denen aus der unscrigen sehr ähnlich sind — das sind die 
Larcourt-ch Sie sind, ivie ich glaube, sehr heruntcrgekvinmeii; 
seit dem Tode des Obersten Hurcourt hat man in der Ge 
sellschaft nichts mehr von ihnen gehört, und es erscheint nur 
keines,veas als unmöglich, daß ein Miges Mädchen, da- 
diesen Namen trägt, Modistin in der Bond-Street geworden 
ist. Hast Tn je etwas davon gehört?" 
Jessie vermochte sich kaun, noch ansrcchtznerl,alten; ihre 
Lippeir waren farblos, und ihre Stimme bebte leise, als sie 
antworteten^! __ ^ Kapitän Ronald Hope erzählte mir, 
daß ein Fräulein Harcourt mir so ähnlich still sollte. Davon, 
daß sie Modistin geworden sei, wutzte er freilich nichts. 
Ladn Mereharen stt nttelte nachdenklich den Kopf. 
. Es ist recht peinlich, daß sick der Prinz nicht klarer 
ausdrückte," meinte sie. „So wissen nur gar nicht, woran 
nur eiaentlich sind. So, wie ich mir die Sache deute, yl sie 
unangenehm genug. Du halt doch ivohl von dem Einbrnch 
h L iß. ßaufc der Gräfin Sacus verübt ivorden ist? 
— Tie Jose, die hier war, beschrieb das Aeußere der Täterin 
ihm sogar ein Rendezvous angeboten. Ein von der Polizei 
beauftragter Detektiv wird sich mit der Dame in Verbindung 
setzen. Der Diebstahl des Millionenhalsbandes hatte zur 
Folge, daß Lloyds die Versicherungsprämie auf Wertpost 
pakete von 25 auf 30 Prozent erhöht haben. Auf Antrag 
des Pariser Untersuchungsrichters ließ sich der Sicherheitschef 
von Herrn Salomos, dem Vertreter der Firma Mayer, den 
gesamten, auf die Absendung des Halsbandes bezüglichen 
Briefwechsel mit dem Stammhaus in London vorlegen. 
Neuyork. In der seit Monaten gärenden Streik 
bewegung der Zugführer, Heizer und Kondukteure bei den 
östlichen Eisenbahnen hat die Regierung einen Vermittlungs 
versuch unternommen, der, wie sich jetzt herausstellt, erfolglos 
bleiben wird. Die Vorstände der Eisenbahnerverbände 
haben gestern Abend an deren Mitglieder den Befehl 
erlassen, sich zum sofortigen Streik bereitznhalten. Die 
Kondukteure haben den Eisenbahngesellschaften mitgeteilt, 
der Ausbruch des Streiks sei mit Sicherheit zu erwarten, 
wenn die Gesellschaften die Forderungen der Beamten 
zugleich mit den Forderungen der Arbeiter schiedsgerichtlich 
regeln lassen wollen. Die Slreikorder würde das Zugpersonal 
folgender fünf Gesellschaften betreffen: Neuyork Central, 
Delaware-Ladowanna-Western, Pennsylvania, Erie, Balti 
more-Ohio. Der gesamte Verkehr östlich des Mississippi 
wäre lahmgelegt. 
Straßenbahnen und Zweck- 
Verband. 
Seit Errichtung des Zweckverbandcs Groß-Berlin haben 
sich bedeutende Veränderungen bemerkbar gemacht bezüglich 
der Verkehrsmittel, besonders der Schaffung neuer Straßen 
bahnlinien und deren Kostendeckung. Lag es früher im 
Interesse einer Gemeinde, daß neue Straßenbahnlinien auf 
ihrem Areal errichtet wurden, so wandte sie sich an die be 
treffende Straßenbahngesellschast und es begannen die Ver 
handlungen, die sich naturgemäß zunächst um die beiden 
Fragen drehten, rver hat das größte Interesse daran und 
wer trägt die Einrichtungs- und Linienunterhaltungskosten. 
Der Zweckverband hat andere Normen aufgestellt. Er 
prüft zunächst die Bedürfnisfrage und lehnt bei Ver 
neinung jeden Antrag ab, gleichviel von welcher Seite er 
gestellt ist. denn zunächst ist er hauptsächlich ein Verkehrs- 
zweckverband. Grundsätzlich wird aber im Bejahungsfälle 
zumeist der Antragsteller zur Tragung der Kosten heran 
gezogen werden, denn ohne ivesentliches Interesse wird eine 
Gemeinde keine neue Linie beantragen noch weniger aber 
wird dieses die Straßenbahngesellschaft tun. 
In Friedenau sind verschiedene Projekte aufgetaucht, 
nach denen Straßenbahnlinien neu angelegt oder bestehende 
durch Neustrecken umgeändert werden sollten. Die Ge 
meindeverwaltung unseres Ortes hat zwei gewichtige 
Gründe, äußerst vorsichtig mit der Befürwortung solcher 
so, d >ß enliveder Tu selbst es gewesen sein mußtest, oder 
jemand, der Dir auf ein Haar glei Id. Das erste ist natür 
lich ausgeschlosscn, das zweite aber glaube ich selber. Meiner 
Meinung u d) kann nur jene Modistin die Diebin gewesen 
sein, nu) das ka n »ns Unaiiiichmlidilciten genug bereiten. 
Alan ivird in den Blattern von Deiner Achulichlcit mit 
der Diebin sprechen, und cs gibt möglicherivcisc einen großen 
Claneal. Ich werde noch einmal ml dem Lord über die 
Sa ue rede»; er inuz irgend etwas tun, um Dich vor der 
artigem u schützen." 
Die Trauen ivaren Jessie nahe: es war gut, daß Lady 
Mereharen sich wieder entfernte. Das junge Mädchen er» 
hob sieb, uvi den Salon durch eine andere, kleinere Tür. die 
durch eine schwere Samt-Porlicre verschlossen ivar, zu ver 
lassen. Sie schob den Vorhang beiseite, fuhr jedock) erschrocken 
wieder zurück. Sic war ohne es zu ahnen in das kleine 
Spielzimmer gekommen, darin sick, ein Teil der Gäste auf eine 
nicht ganz harmlose Art vergnügte. Ter König von Astorien 
selbst saß mit mehreren Herren, deren Brust Ordenssierne 
zierten, an eine,'» der grünen Tische: hinter seinem Sessel 
stand ein stattlicher hochgewachsener junger Mann in der 
Uniform der nstorischen Leibgarde. Ihm war sicherlich von 
der Königin der Auftrag geivorden, darauf zu achten, daß der 
König das Hans nicht unbemerkt verließ. 
Jessie wagte es nicht, dort durchzugehen, und and, in den 
Mnsitsaal ivollie sie nicht. Denn sie hörte dort die hellen 
Stimmen junger Mädchen, und sie konnte in diesem Augen 
blick keinen Menschen sehen und sprechen. 
Die Tranen rollten ihr nnanshaltsam die Wangen herab, 
und ein Schluchzen schüttelte ihren zarten Körper, während sie 
sich, dem Znsammcnbredien nahe, an die Wand lehnte. All 
ihre Herzensangst, all die bitteren Leiden der letzten Stunden 
lösten sich in diesem wohltätigen Trünenstrom, dem sie nicht 
mehr Einhalt zu gebieten vcrmockite. 
Sie vernahm nicht den leichten Tritt und das Rascheln 
eines Frauengeirandcs, das hinter ihr laut wurde. Erst 
alö sich eine Hand auf ihre Schüttn legte, zuckte sie zu Tode 
erschreckt zusammen. 
Wünsche zu verfahren. Erstens sind Straßenbahnen für 
ruhige Wohnstraßen keine Verbesserung, eher das Gegen 
teil, und zweitens ist nach den oben erwähnten neuen 
Leitsätzen des Zweckverbandes die Kostenfrage tiefer ein 
schneidend als früher. Speziell für Friedenau ist aber 
noch zu bedenken, daß fast alle seine Bahnen nur Durch 
gangsstrecken bilden, die zum großen Teil den Nachbar 
gemeinden mehr nützen als uns. Will die Straßenbahn- 
gesellschaft mit Zustimmung des Zweckverbandes ihren 
Betrieb verbessern, so mag sie es auf ihre Kosten tun, denn 
außer einer Querverbindung vom neuen Rathause zum Süd 
westkorso fehlt uns wirklich keine Straßenbahnverbindung. 
Je mehr Straßen der Bahn geöffnet werden, desto mehr verliert 
Friedenau an Wert als ruhiger, vornehmer Wohnort besserer 
Gesellschaftskreise. Sein Gartenstadtcharakter geht verloren 
und damit ein Vorzug, den wenig Vorortgemeinden besitzen, 
denn die schönste Gartenstadt Grunewald ist nur ein Dorado 
der oberen Zehntausend, da Mietwohnungen, und zwar nur 
sehr große, dort nur iu ganz geringer Zahl vorhanden sind. 
Nun ist ja freilich nicht zu leugnen, daß Friedenau 
leider den meisten Reichshauptstadt-Vewohnern, wie denen 
im Norden, Osten und Süden ein unbekanntes Juwel ist. 
Sehr viele sind noch nie hier gewesen und haben nur ge 
legentlich den Namen nennen hören. Ein Blümlein, das 
im verborgenen blüht, dessen Vorzüge noch viel zu wenig 
bekannt und gewürdigt werden, ein Tuskulum für solche, 
die nach des Tages Last und Lärmen sich nach Ruhe sehnen 
und doch ihrer Erwerbsstätte nahe domizilieren möchten. 
Solchen Ruhebedürftigen ist das Geratter der Straßenbahn 
ein Greul und je mehr Straßen dafür geopfert werden, desto 
mehr verliert unser Ort von seinem großen Vorzüge. 
Schwierigkeiten bei Errichtung neuer Straßenbahnlinien 
bestanden zumeist in erhöhtem Maße da, wo Vorgärten in 
den Straßen lagen. Diese sind jetzt leichter zu vermeiden, 
weil dem Zweckverband das Enteignungsverfahren be 
deutend erleichtert ist. Die Kostenfcage wird aber auch hier 
zu Lasten des Antragstellers geregelt, aus welchem Grunde 
die Gemeindeverwaltung, welche weise haushält, es sich 
doppelt überlegen wird, mit Straßenbahn-Anträgen an den 
Zweckverband heranzutreten. Eine besondere Berücksichtigung 
verdienen hierbei auch unsere schönen Straßenbäume. Nur 
sehr vereinzelt findet man um Berlin herum Vorort 
gemeinden mit so hervorragend schönem Baumschmuck in 
den Straßen. Vergeblich sucht man nach solch herrlichen 
Laubengängen, wie sie unsere älteren Straßen fast ohne 
Ausnahme zeigen. Es erscheint ratsam, jeden einzelnen 
Baum als Vermögensstück der Allgemeinheit zu bewerten, 
denn kaufen und hinstellen kann man keinen einzigen in der 
vorhandenen Pracht und Größe. Wir können stolz sein auf 
unsere Straßen im grünen Gewände, das wir zur Sommer 
zeit nicht missen möchten. Bisher liegen dem Zweckverbande 
Antrüge betreffs neuer Straßenbahnen in Friedenau nicht 
vor, die Straßenbahngesellschaft hat ja bisher alle dies- 
b—b———■—g—a—i————— 
Ter Herzschlag drohte ihr zu stocken, als sie gewahrte, 
iver da gekommen war. Hinter ihr stand mit tiefernstem 
Gesichl, aus dem doch inniges Mitleid sprach, die Königin von 
Astorien. 
»Was ist Ihnen, Kind?" fragte die hohe Frau leise. 
„Kann ich Ihnen nicht lo tsen?" 
Jessie ivar nicht imstande, zu sprechen. Mit sanfter 
Festigkeit legte ihr Margarete den Arm um die Sck)ultcrn 
und lei cte sie zu einem Sessel. 
„Seien Sie mutig, Liebling!" flüsterte sie ihr zu. „Und 
vergessen Sie einmal, wer icb bin — betracht:» Sie mich 
als Ihre gute, Ihre beste Freundin, und schütten Sie mir 
Ihr Herzchen aus. Sie haben so viel für mick, getan, Vera, 
daß ich Ihnen Gutes mit Gutem vergelten will." 
War es nicht dock, ein Unrecht, einer edlen Frau, wie 
diese es war, ihre Güte mit Lüge und Verstellung zu danken? 
— Und doch — der Abend wäre vielleicht unglücklicher ver 
laufen für die Königin und den astorischen Staat, hätte nicht 
die arme Modistin Mut und Entschlossenheit genug gehabt, eine 
Königin und die vornehmste Gesellschaft von London stunden- 
lang zu täuschen. In diesem Augenblick fühlte sich Jessie 
mehr denn je versucht, die Wahrheit zu sagen — der 
Königin alles zu enthüllen. 
„Ich kann — ich darf nicht sprechen," sagte sie mit einem 
gewaltsamen Versuch, ihre Fassung wieder zu erlangen. „Und 
doch — wenn Eure Majestät mir helfen wollten, ich weiß 
mir sonst keine Hilfe mehr — eins fürchte ich, vor einem 
zittere ich: daß ich hier unter diesem Dache bleiben muß 
während dieser ganzen Nacht. Ich darf — darf nicht hier» 
bleiben!" 
Die Königin tat keine Frage, und der Ausdruck ihres 
Gesichts blieb unverändert gütig. Sie nahnr Jesstes Hand 
in die ihrige und streichelte sie leise und zart. 
„ "Si° fürchten sich, in der Nacht hierzubleiben?" sagte 
sie. „Kind, Sie sind nervös - und ich kenne den Zustand 
wohl, in dem Sie sich befinden. Man vermutet dann in jedem 
Schatten einen Feind. Warum wollen Sie denn nicht hier» 
bleiben?"
        
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