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Periodical volume Nr. 2, 02.01.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

scharenweise nach dem HauptveKehrspunkt, der Kaiserciche, 
wo sich bald ein lustiges Treiben bemerkbar machte. Wo 
sie alle herkamen, die tustigen Menschen, war nicht leicht 
zu ermitteln, aber sie waren da und eivrichtiges Silvester- 
treiben mit allerlei Ulk begann.. «IS unsere Kirch 
turmuhr begann zwölf zu schlagen? hörte man nur 
ein Geräusch, dar Prosit - Nrujahrrufen auS tausend 
Kehlen. Plötzlich erschienen — woher weiß niemand — 
eine Anzahl MaSken in allen möglichen^ und unmög- 
lichen Kostümen. Lohengrin Arm in Arm mit der 
längst verstorbenen Harfenjuhle. Ein anderer Ritter mit 
Papprüstung. Nunnei mit. Schatze -uud Müllern, ersterer 
verlor einen Teil' de« Inhalts seine-" mit Hobelspähnen 
ausgestopften Bauches. Dflztvtschen vergnügten sich einige 
„Damen" damit, mit ihren aufgespannten Sonnenschirmen 
aus Chinapapier den Herren, denen sie begegneten, die 
Hüte vom Kopf zu stoßen, was von einigen Betroffenen 
Übel genommen wurde. Die Polizei, die sonst, keine» An«- 
laß hatte, einzuschreiten, verbot darauf diesen „Scherz." 
Sin junger Mann machte sich den Ulk, entgegenkommende 
Herren und Damen, welche rauchten, um Feuer zu bitten. 
Dann blies er tn-feine mit Mehl gefüllte Zigarette und 
wandelte die Angesprochenen zu Müllern um. Zweimal.' 
war ihm dieser Witz gelungen, beim dritten Male erhielt 
er eine schallende Ohrfeige, die ihm der Verabreicher mit 
den Worten verabfolgte: „Dankend quittiert Hildebrandl" 
Wobei er die Lacher auf seiner Sette hatte. Der Geohr 
feigte verlor eine ganze Düte mit Mehlzigaretten, die unter 
allgemeinem Gelächter breitgestampft wurden. Ganze Berge 
von Popierkonfetti bedecken die Straßen, die erst nach Ablauf 
der ersten Stunde des neuen JahreS ihr gewohnter ruhiges 
Aussehen wiederbekamen." — Aber nicht nur in unseren 
Hauptverkehrsstraßen, auch in den sonst so stillen Neben 
straßen ging es diesmal „hoch her." Das Prosit-Neujahr- 
Rusen, Schießen und Werfen mit Papierschlangen und 
Konfetti wollte auch hier kein Ende nehmen. Vor Jahres 
schluß hatte noch unsere neueste und vornehmste Licht 
spielbühne ihre 'Tore geöffnet: Die , Hohenzollern- 
Ltchtspiele", über deren moderne und elegante Ein 
richtung wir schon berichteten, traten mit einem glänzenden 
Programm ins Leben. Zwar war der Besuch noch nicht so 
stark, wie man es hätte erwarten können. Aber das Unter 
nehmen muß wohl erst noch mehx bekannt werden; unsere 
„besseren Kreise" müssen sich * erst überzeugen, baß die 
»Hohrnzollern-Lichtspiese in der Tat ein vornehmes Theater 
sind, da« keiner Lichtspielbühne in Groß-Berlin nachsteht. 
Das Bild ist ziemlich hoch angebracht, fodaß es von 
jedem Platze aus gui sichtbar ist. Die Projektions 
fläche ist aus einem mit . Gips überzogenem Leinen 
hergestellt, wodurch eine / wunderbare Klarheit und 
Plastik erzielt wird. AuS dem Eröffnungsprogramm heben 
wir zunächst das herzige nordische Drama „Großmutter- 
Wiegenlied" hervor; von lief ergreifender Wirkung, mit 
versöhnlichem Schluß. „Fritzchen und Bubt auf der 
Streife" ist eine neue Humoreske^ des beliebten kleinen 
Kinokünstlers. „Müller' als König der Diebe" ist sehr 
ulkig. „Sie wohnt im Schattenlande" ist ein neue- 
amerikanisches Lebensbild und „Ein Ausflug im 
alten Griechenland" eine herrliche Naturaufnahme. 
Hierzu noch die kinematographtsche Umschau und ver 
schiedene ergötzliche Einlagen. Besonders ztz erwähnen ist 
die ausgezeichnete Künstlerkapelle unter Leitung des 
Kapellmeisters Brunner, die die einzelnen Bilder mit 
passender Musik begleitet und auch in den Pausen mit 
hübschen Weisen erfreut. So können wir allen die 
„Hohenzollern-Lichtspiele" bestens empfehlen und auch dem 
reuen Unternehmen selbst den besten Erfolg im neuen Jahre 
wünschen. Möge überhaupt daS neue Jahr jedem 
Einzelnen die Wünsch- erfüllen, die in dem Augenblicke 
qeS Jahreswechsels seine Gedanken bei. bien. Ob in den 
Wünschen auch solche für daS Wetter inbegriffen waren, 
glauben wir kaum. Unsere großstädtischen Bevölkerung 
kümmert das Wetter wenig, sie schaut nach anderen 
Dingen auS. Aber trotzdem möchten wir hier etwas über 
„seit einem Jahr wohne ich dort, und ich bin gekommen, 
dich heimzuholen." 
„Mich heimzuholen? M i ch heim —zu—holen?" 
wiederholte er. - , . 
„Ja, Erich, in u n s e r Heim, nach Schloß Hammer- 
stein. Vielleicht wirst du dich dort erinnern, daß ich deine 
Frau bin, vielleicht — später einmal." 
„Vielleicht — später einmal." Langsam mit einer 
langen Pause dazwischen wiederholte er die Worte, und 
dabei sah er sie unausgesetzt an. „Mir ist als hätte ich 
das schon einmal gehört, vor langer Zeit. Aber ich weift 
nicht, wer es sagte. Vielleicht — später einmal! Wer 
mag das gesagt haben, die Worte, denen der Schluß fehlt? 
Vielleicht — später einmal!" - 
. 16. Kapitel. 
Niemals, so lange die friedliche kleine Stadt Grau 
berg stand, war sie so kurz hintereinander durch so viele 
außerordentliche Ereignisse erschüttert worden wie im 
letzten Jahre. Und nun kam nach alledem noch das 
Merkwürdigste, Unerwarteste, etwas, das die staunenden Be 
wohner von Grauberg mehr aufregte, als wenn das 
Zeppelinsche Luftschiff plötzlich an ihrem Horizont er 
schienen wäre. 
Herr Ench Martens, — der verschwundene und ver 
schollene Ench Martens, der im wildesten Afrika spurlos 
untergetaucht war, und von dem seit Monaten keine Nach 
richt gekommen, — war plötzlich wieder in der Heimat er 
schienen und befand sich nun tatsächlich auf Schloß Hammer- 
stein bei seiner jungen Frau. 
Aber das war nicht alles. Denn diese Tatsache, über 
raschend und erstaunlich wie sie war, hätte doch nicht alle 
Gemüter in eine derartige Erregung versetzt. Hatte man 
doch schon des öfteren gehört und in den Zeitungen gelesen, 
daß Leute, die in Unzivilisierte Gegenden reisen, monate 
lang verschollen bleiben, wie z. B. Sven Hedin, um dann 
ganz unerwartet wieder aufzutauchen, wenn man schon ge 
glaubt hatte, alle Hoffnung aufgeben zu müssen, 
t; Aber mit der Heimkehr des Herrn Erich Martens 
war etwas Geheimnisvolles verbunden, er war nicht wie 
ein anderer. Forscher gekommen, dem man fröhlichen 
Empfang bereitet, sondern ini tiefsten Geheimnis hatte er 
die Witterung im Januar anfügen.. Sie soll im ganzen 
veränderlich sein. Schnee soll in einigen Testen Deutsch 
lands in reichlicher Menge sollen. Witterung der Mond 
viertel: Neumond, den 7. hält gelinde- Wetter und Schnee. 
■— Erstes Viertel, den 15. bringt Nebel und Frost. — ? 
Vollmonds den 22. ist hell und kalt. — Letztes Viertel, 
den 29. deutet auf Wind und Schnee. Nun noch einiges 
aus der Chronik: DaS Jahr 1913 ist ein gemeines Jahr 
von 365 Tagen; mit ihm sind 569 Jahrs seit Ersindung 
des Schießpulvers, 478 Jahre nach Erfindung der Buch- 
druckerkur.st, 421 Jahre seit Entdeckung Amerikas, 396 
Jahre seit der Nesormatton und 42 Jahre seit Ausrufung 
deS deutschen Kaiserreiches verflossen. Der Aschermittwoch 
dieses Jahres fällt auf den 5. Februar, der Ostersonntag 
auf deu 23. März, Christi Himmelfahrt yuf den 1. Mat, 
der Pfingstsonntag auf den 11. Mai. Glück ans! ' 
» o Wegen Gcrneinde-Ei«kom«LustcAev klagt« 
der Besitzer eines Grundstückes'in der Studenrauchftraße 
Otto- S. in N. vor dem KeiSauSschnß gegen den hiesigen 
Gemeindevorsteher. Der Kläger war nach jolgepden Me»k- 
rnalen zur Gemeindesteuer für 1611 veranlagt: AuS Grund 
besitz 11 860 M., au« Handel und Gewerbe 5000 M. 
16 860- M.. hiervon ab Hypothekenzinskn 10283 M. --- 
6577 M. Nach der Gleichung von 16 860 :11860 10 283 
wild daS Einkommen von 11 860 M. mit 7234 M. Ab 
zügen belastet, so daß ein steuerpflichtiger Einkommen von 
4626 M. vorhanden war, daS einem Steuersatz van 118 M. 
entspricht. Hiergegen wehrte sich Kläger und machte geltend, 
die 5000 M. au? Handel und Gewerbe dürsten ganz weg- 
fallen, da er in F. kein Gewerbe betreibe und schon in 
Peukölln Steuern zahle. Er wollte nur mit 1577 M. 
veranlagt werden und die Hypothekenzinsrn nicht vom Gr- 
samteinkommen, sondern nur vom Einkommen aus Friedenaus 
Grundbesitz abgezogen wissen. Der Einspruch wurde zurück 
gewiesen und auch der Kreisausschuß wies durch Bescheid 
vom 26. September den Kläger ab. DaS Wertobjekt 
wurde auf 97 M. festgesetzt. Diesen Bescheid hat C. an 
gefochten und mündliche Verhandlung beantragt mit dem 
Begehr. daS gemeindesteuerpflichtige Einkommen auf 2199 M. 
festzusetzen. In der am 28. November v. I. stattgesundenen 
mündlichen Verhandlung beschloß der KreiSauSschuß, Beweis 
zu, erheben durch Vernehmung des S. und Einsichtnahme 
in seine Geschäftsbücher. Bald darauf beantragte der 
Beklagte vorläufige Aussetzung deS Verfahrens, da gegen 
die Veranlagung zur Staatssteuer noch die Berufung schwebe. 
Infolge deS für den Kläger günstigen Ausgangs des Streit- 
verfahren- sitzte der Brklagte dann den Steuersatz von 118 
auf 44 M. herab, was der KreiSaüSschuß bestätigte. Die 
Kosten hat Kläger zu V*- Beklagter zu s /* 8« zahlen. 
o Die Geschichte des Kreises Teltow birgt be 
greiflicherweise auch besondere Erinnerungen lokaler Art 
für Friedenau in sich^ Durch den KrelshaltungSvokan- 
schlag 1905 ist für die Drucklegung eines Werkes über die 
Geschichte deS KreiseS Teltow als erste Rate ein Betrag 
von. 8000 M. bewilligt werden. W, wär in Aussicht ge 
nommen,. da? Werk in zwei Teilen zu bearbeiten. Der 
erste Teil. umfassend di« KreiSgeschichte von der ältesten 
Zeit bis zum Lade des dreißigjährigen Krieges, ist Ende 
1905 erschienen. Der Stoff für den zweiten Teil stellte 
sich als so umfangreich heraus? daß ei zu seiner Be 
wältigung notwendig wurde, die ursprünglich als Anhang 
gedachte Uebersicht über die Geschichte der einzelnen Ort 
schaften des Kreises vorweg und -l« besonderen Band zu 
geben. Dieser Band wird in nächster Zeit erscheinen. 
Der in den neuen Kreisetat eingestellte Betrag von 
10 000 M. soll für die Drucklegung dks Teile- vom Jahre 
1650 bis zur Neuzeit bereit gestellt werden. 
v Bor dem KrelsauSfchuß hatte der Hausbesitzer 
F. gegen den hiesigen Gemeindevorsteher wegen Gemeinde- 
Einkommensteuer-Veronlagung Klage erhoben? Kläger war 
nach folgenden Merkmalen zur Gemeinde-Einkommensteuer 
herangezogen worden: Kapitalzinsrn 3877 M.. aus Grund 
besitz 2798 M-, Gehalt 3800 M. = 10 475 M.. davon 
ab 1576 M. Abzüge, verbleiben 8899 M. als staats- 
seinen Einzug gehalten. Und darin , lag der Hauptgrund 
zur Aufregung für die männlichen und weiblichen Klatsch 
basen Graubergs.- Und ihre Aufregung stieg noch höher, 
als sie die Unmöglichkeit einsahen, dem Geheimnis auf den 
Grund zu kommen. 
Nach der Meinung der Einwohner des Städtchens 
hätte der Besitzer von Schloß Hammerstein mit Pauken 
und Trompeten und feierlichen Ansprachen empfangen werden 
müssen, als er von seiner gefährlichen Reise glücklich zu 
rückkehrte. Aber anstatt dessen waren mehrere Tage ver 
gangen, ehe man'überhaupt erfahren hatte, daher da 
war. Und auch dann war die Nachricht nur so ganz zu 
fällig durchgesickert. Aber als dies einmal geschehen, war, 
da verbreitete sie sich mit Riesenelle, und alle» die nur 
jö mit Schloß Hammerstein auf dem entferntesten Besuchs-, 
fuß gestanden hatten, beeilten sich, ihre Karten abzugeben 
und sich nach dem Befinden des Schloßherrn zu erkundigen. 
Aber wenn sie erwartet hattest, angenommen'zu werden 
oder auch nur Näheres in der geheimnisoolleii Sache zu 
erfahren, so mußten sie die bitterste Enttäuschung erleiden. 
Jeder Besucher wurde an der Tür von dem öffnenden 
Diener mit derselben Bemerkung abgefertigt: jawohl, 
Herr Martens ist zurück, aber er ist sehr krank und ganz 
außerstande, irgend jemand zu sehen. Untz die gnädige 
Frau läßt sich entschuldigen, sie ist von der Pflege des 
Herrn zu sehr in Anspruch genommen, um Pesüche emp 
fangen zu können." ' , , ' 
Infolgedessen verbreiteten sich die unglaublichsten Ge 
rüchte im Städtchen, die einfachen Worte des Wieners 
wurden bis zur Unkenntlichkeit aufgebauscht, mid die- 
wunderbarsten Märchen gläubigen Gemütern aufgetischt. 
Endlich wurde dem .Klatsch durch den Bürgermeister ein' 
Ende gemacht, den Angela angenommen, und dem sie die 
gastze Geschichte wahrheitsgetreu erzählt hatte, mit der' 
Bitte, sie in ganz kurzem Auszuge seiner Gattin und durch 
diese dem Städtchen mitzuteilen. ? ~ - 1! 
»Also, meine liebe Klara," erklärte' der gute Mann: 
seiner Frau, „erzähle doch, bitte, den klatschsüchtigen Leuten,' 
daß Herrn Martens' Gesundheit durch den Aufenthalt -in: 
Afrika schwer geschädigt wurde, und daß er ustch immer- 
sehr, sehr krank- ist. Bis zu seiner Wiederherstellung, 
5 oder wenigstens bis fein Zustand sich. bedeutend gebessert' 
steuerpflichtiges Einkommen.. Testen dMc B kämen 
v sich F-; ec macht geltend, für hie Kon - " ^ Erhalt = 
nur in Ansatz 3877 M. Kapitalzinsen + 
.677 7 Mm'für den Grundbesitz 
150 Di. in Frage. Ec fei mit 129 9tt- indem er 
Der Beklagt« beantragte Abwnsaas der Kla. ^ 
ausführte, unter verhältnismäßiger -werter. b ^ 
gemeindestmerpflichlige Einkommen ziflainmc.- £ uerfafe 
2377 M. + 1614 M. -- 7285 M. und der ^eueHatz 
129 M. Da die Klage weder eine Begründung n ch . 
Antrag enthielt, wurde sie vom Kreisausschuv 
In der dann beantragten mündlichen Verhandlung el ä te 
der Kläger,^daß die 1576 M. nicht Hhpothr.enzin.cn s 
sondern eine Rente, die seine Ehefrau testan.r ‘ . 
eine Dame zu zahlen verpflichtet sei, sowie e y , 
die er seinem Sohne zu zahlen habe, der 
Der KreiSauSschuß beschloß Vertagung, um dem Gemeine. 
Vorsteher zu den neuen Behauptungen des Klagen 
legcnhcit zur Aeußerung zu geben. 
v ' o Die Gchuldcn des KreifkS TcUow- Der Bor 
Umschlag deS KreiseS Teltow für das Rechnungsjahr - 
-enthält auch eine Uebersicht über die Schulden unseres 
Kreises. Insgesamt stellen sich diese am 1. Apnl 0. o»- 
auf 70 650 704,65 311!., wovon 54 636 795 Mk. gtmemtai« 
mit der Stadt Wilmersdorf getragen werden. Die Schulden 
! verteilen sich im einzelnen in der Weise, daß den Haupl 
ieil hiervon der Teltowkanal und der damit verbundene 
Prinz Friedrich-Leopold-Kanal mit 46 073 773 Mk. in 
Anspruch nimmt. Die Krankenhäuser und Schwestern 
anstalten erforderten 9 330 602 Ml. die Verkehrsanlagen 
- (KreiSchausseen usw.) 5 019 120 Mk., die Straßenbahnen 
4 747 850 Mk., das Elektrizitätswerk 1 565 443 Mk., die 
Kreisschiffahrt 884 359 Mk. Die Tilgungsfonds für die 
in der Kur- und Neumäik.schen rilterschrftUchen Darlehns- 
kaffe aufgenommenen Schulden betrug 136 680 Mk. 
o Der Schulunterricht wird nach Beendigung der 
Weihnachtsferien von unseren sämtlichen Lehranstalten 
morgen Freitag, den 3. Januar, wieder aufgenommen. 
Der Schluß deS Schuljahres ist für die höheren Lehranstalten 
auf , Mittwoch den 10. März festgesetzt, während für die 
Volksschulen ein endgültiger Termin noch nicht feststeht. 
o Unbeschriebene Blätter. ,Dje Standesamts- 
! N:benregister, welche regelmäßig den Gerichten zur Auf 
bewahrung Überwiesen werden, enthalten häufig viele un 
beschriebene'Blätter, ja. eS sind bei einem Amtsgericht 
schon Register eingeliefert worden, die nur leere Blätter 
enthielten. Zur Vermeidung der dadurch hinstchtlich der 
Unterbringung der Register entstehenden Unzuttägltchkciten 
verweist der Minister v. Dallwitz in einem Grlaffo auf die 
Bestimmung, nach welcher die Blattzahl der Register sorg 
fältig berechnet und jeder übermäßige und unnötige Um 
fang vermieden werden soll. « UebrigenS stehe gesetzlich 
nicht- entgegen, zur Vermeidung der Aufbewahrung von 
unbeschriebenem Papier, die nach Abschluß des Neben- 
registerS vsrbletbeuden leeren-Seiten herauszuschneiden und 
darüber einen entsprechenden vermerk einzutragen. 
o Der Abschluß der Sparkasse des Kreises 
Teltow für das Jahr 1012 liegt bereits vor. Die Spar 
einlagen betrugen danach Ende 1011 über 104,7 Millionen 
Mark. Im Laufe deS Jahre- 1012 sind eingezahlt 
30 057 322 Mark und 3 110 353 Mark Zinsen den Sparern 
gutgeschrieben worden, während 27 320 660 Mark zurück- 
gezahlt wurden. Der Zuwachs stellt sich also auf 5 847 016 
.Mark (gegenüber 7 775 028 Mark im Jahre 1911), sodaß 
' Ende 1912 die gesamten Spareinlagen 110 1641 Mark 
betrugen. Am 1. Januar befanden sich 165 356 Spar 
bücher im Umlauf. T», 
a Die Ermäßigung der.Huudesteuer um 10 M. 
hatte der Stadtsrkratär Johanne- B. beantragt und klagte 
deshalb gegen den hiesigen Gemeindevorsteher vor dem 
KreiSauSschuß. Der Kläger betonte, am 1. April wurde 
die Steuerordnung, nach der bis dahin 20 M. zu erheben 
waren, durch einen Nachtrag abgeändert, der 30 M. vor- 
s^bU^Brnwill^noo^k^kten^rdnun^^rmtlag^verden, 
hat, wünscht Frau Martens begreiflicherweise nicht von 
Besuchern belästigt zu werdest."^ ? 
Diese Erklärung genügte natürlich weder der Frau 
Bürgermeister noch den übrigen Klatschbasen, aber sie mußten 
sich wohl oder übel damit zufrieden geben und ihrer aus 
schweifenden Phantasie Zügel anlecken. 
Auf Angelas ausdrücklichen Wunsch'hätten die Zei 
tungen nichts von der Episode in Heckholzhauseu erfahren. 
Der Doktor mußte natürlich die Strafe für seine Uebeltaten 
erleiden, aber Amtsrichter Rainer sorgte dafür, daß nichts 
m , OesientUchkeit drang. Rolf Stern gelang es, der 
Gerechtigkeit zu entgehen. Durch einen jener merkwürdiaen 
zufalle, die nn Leben so viel öfters vorkommen, als man 
glaubt, war er gerade an dem Tag in Htckhvlzl;ausen kin- 
gctrogen, um Robert Waag und dessen „Schützling" nuf- 
zujuchen, nn dessen Morgen Angela den Amtsrichter von 
^^rgangen im Haute des Doktors in Kenntnis gesetzt 
Durc.) eine ganz zufällige Bemerkung der Wirtin 
me Gasthaus hatte er von der Sliiwesenheit der jungen 
L . ^-fahren, und da er natürlich sofort wußte, daß 
t" r ‘r, u einen einzigen Grund haben lonnte, so 
hatte er, schnell entschlossen, dem Ort den Rücken gekehrt, 
ehe man auf rgn aufmerksam geworden war, In Berlin 
i* n r ■ er in fliegender Me seine Habseligkeiien 
gepaat, sein Geld aiis der Baln" gezogen und war sofort 
im'»» Cr -■'!!', °; )nc ^Spür zu hmttrlaffen. Ohn- 
machtige stioit erjuck.o ihn, daß durch eine kleide Ünnchtscnn- 
Fehler in seine? Rechnung, das 
Gebäude seiner Pllinelund Hoffnungen 
rl stl " me , n Jurz- mar. Natürlich würde Angela. 
'!■ «rohren, daß die ganze Säche von ihm aus- 
w”?.,'v! U5 "? lü " ihm Wissen wollen. Seine 
. r?pfS<. ^ ^rstcnidiich auch zu Eiids. sobald die 
a-stoff/iik-r heirat* er Mußte als ein AuS- 
'V f rcunö . e und die Hoffnnntz auf künftiges 
Sfffih mJlf' 1 ' was das Schlimmste war, 
■ H t Er hatte um einen hohen 
S25J“- m ->n- 
(Fonsehung folgt.)
        
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