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Periodical volume Nr. 161, 11.07.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

(Friedenauer 
Anparieiische Zeiümg für kommunale und bürgerliche 
Angelegenheiten. 
Bezugspreis a e s ankere 
M ,Abholung aus der Geschäftsstelle *»»***»** 
Rheinstr. 16,1,50 M. vierteljährlich: durck Jtdtn CQltfwochi 
durch die QKtjblatt „Seifenblasen“. 
Post bezogen 1,92 M. emschl. Bestellgeld. 
ftnTpr'Atr, Hmt PT a t t bar 8 2139. KrschSlNt tägNth aöSNdS. 
Wr. 161. ” 
Organ für den Kriedenauer Ortsteil non Zchlineberg und 
OeMsuerein Büdmest. 
K e n a g e n Anreizen 
^«cl«n Sonntag r 
Blätter für deutsche frauen, 
Druck und Verlag von Leo Schultz, Friedenau. 
Geschäftsstelle: Rheinstr. 1Z. 
werden bis 12 Uhr mittags angenommen 
Preis der 6gespaltenen Zeile oder deren 
Raum 80 Ps. Die Reklamezeile kostet 
75 Ps. Belagnummer 10 Ps. 
ftmtpretber: Hmt Pfaljbtirg 3189. 
ZSerNn-Kriedenau, Ireitag, den 11. Zuli 1913. 
20. Iayrg. 
Depesekien 
letzte Nachrichten 
Landsberg a. W. Die 89 Jahre alte Arbeiterfrau 
Troschkss aus Heinersdorf wurde von einem unbekannten 
Täter überfallen, verschleppt, vergewaltigt und mit Steinen 
erschlagen. 
Groß-Wusterm itz. Einen eigenartigen Selbstmord 
verübte die 09 Jahre alte Witwe Segeler. Sie band einen 
mit Kohlenschlacken gefüllten Handkvrb mit dem Kopftuch 
an ihrem Halse fest und stürzte sich in den See. 
Strasburg (Westpr.) Gestern Abend um 1 / 2 1 Uhr 
überflog in ganz geringer Höhe ein Freiballon unsere Stadt. 
Da die Luftströmung sehr schwach war, trieb der Ballon 
nur langsani vorwärts. Als er der Grenze näher ge 
kommen war und die russischen Grenzsoldaten seiner an 
sichtig wurden, verfolgten sie ihn. Sie erreichten ihn bei 
Dzierzer und fingen nun an, blindlings drauf los zu schießen, 
obwohl derBallon aufpreustischemGebiete flog. Glücklicherweise 
wurde von den Insassen niemand verletzt, doch sahen sich die 
Luftschlffer gezwungen, zu landen, und zwar dicht an der 
Grenze. Voraussichtlich handelt es sich um einen der 
Ballons, die in Zoppot zur Ballonfuchsjagd aufgestiegen waren. 
Innsbruck. Hier regnet es beständig. Die Heuernte 
ist teilweise vernichtet. Auf den Bergen fällt meterhoher 
Schnee. Von den Almen mußte das Vieh wieder abge 
trieben werden. Die Flüsse haben Hochwasser. Vielfach 
wurde Schaden angerichtet. Auf den Bahnen entstanden 
kleinere Verkehrsstörungen durch Erdrutschungen. 
London. Ein schwerer Gewittersturm ging gestern über 
die City und den Norden von London nieder. Den Höhe 
punkt erreichte das Unwetter in den nördlichen Stadtteilen. 
Ein drei Jahre alter Knabe, der in Edmonton unter einem 
Baume saß, wurde von einem Blitzstrahl, der in den Baum 
fuhr, getötet. Die linke Körperseite war durch den Blitzstrahl 
vollständig verbrannt. Ein anderes in der Nähe sitzendes 
Kind blieb unverletzt. In Woodgreen riß der Blitz einige 
Löcher in das Dach eines Hauses, ohne jedoch die darin be 
findlichen Personen zu verletzen. Als der Sturm über die 
Themse zog. wurde ein Ruderboot mit drei Insassen zum 
Kentern gebracht, wobei ein Mann ertrank. 
London. Bisher ist keine Bestätigung der heutigen 
Times-Meldung eingetroffen, daß Rumänien gleichzeitig mit 
dem Einmarsch seiner Truppen in Bulgarien seinen Ge 
sandten in Sofia abberufen und den Krieg an Bulgarien 
erklärt habe. Man ist geneigt anzunehmen, daß Rumänien 
infolge der Erklärung des bulgarischen Gesandten in Petersburg 
seinen Vormarsch beschleunigt habe, damit Rumänien bei 
den kommenden Verhandlungen in Petersburg in möglichst 
günstiger Situation, im Besitze des von ihm beanspruchten 
bulgarischen Besitzes dastehe. Denn es wäre sehr ver 
ständlich. daß Rumänien sich nicht wieder wie bei den Ver 
handlungen um Silistria auf das Wohlwollen der Triple 
entente verlassen will, das ihm so wenig genützt hat. 
Konstantinopel. Telegramme an eine fremde, nicht 
deutsche Mission melden angeblich, daß die Bulgaren in 
Kavalla alle Griechen, Mohammedaner und Juden massakriert 
hätten. Eine Nachprüfung dieser Nachricht ist augenblicklich 
nicht möglich. 
Athen. Der Mufti von Doiran hat die Hilfe König 
Konstantins für fünftausend muselmanische Waisen angerufen, 
deren Eltern durch die Bulgaren massakriert worden sind. 
Der König hat in bewegten Worteii geantwortet, er werde 
die Waisen beschützen. 
Tokio. Biskount Hayashi, der frühere japanische 
Botschafter in London, ist gestorben. Er war, bevor er 
1900 nach England ging, Vertreter Japans in China und 
Rußland. 
Lokales 
(Nachdruck unserer o-Origlnalartikel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
o Unsere Volksbücherei verfügt über 3139 Bände 
Im vorigen Jahre wurden an 1430 Leser 26 597 Bücher 
ausgeliehen. Im Jahre 1911 betrug die Zahl der Leser 
987, die Zahl der entliehenen Bücher 2l 982. Man er 
sieht hieraus, wie sich unsere Volksbücherei fortlaufend eines 
guten, immer noch steigenden Zuspruchs zu erfreuen hat. 
Während der Ferien ist die Bücherei geschlossen. Nach den 
Ferien findet die Bücherausgabe wieder regelmäßig Sonntags 
Vormittags und Mittwochs Abends im Schulhause in der 
Albestraße statt. 
o Zur Anmeldeverpflichtuttg. Der Bund der 
Berliner Grundbesitzer-Vereine hatte an das Polizeipräsidium 
folgende Petition gerichtet: „Die Verpflichtung der Haus 
besitzer, beini Abzug der Mieter die polizeilichen Abmeldungen 
vollständig auszufüllen, läßt sich in vielen Fällen, u. a. z. B. 
bei eingetretenem Familienzuwachs, nicht erfüllen. Wir 
bitten daher, das Königliche Polizeipräsidium wolle von 
Zeit zu Zeit, namentlich vor den Umzugsterminen am 
1. April und 1. Oktober jeden Jahres, in geeigneter Weise 
öffentliche Bekanntmachungen dahingehend erlassen, daß die 
Mieter verpflichtet sind, den Hauseigentümern gelegentlich 
des Abzugs aus dem Hause genaue Personalangaben zu 
machen." — Dem Bunde ist hierauf vom Polizeipräsidenten 
nachstehende Antwort zuteil geworden: „Auf die Eingabe 
vom 26. Mai erwidere ich ergebenst, daß ich der dortseitigen 
Anregung entsprechend mittels Preßnachrichten vor den 
Hauptumzugsterminen auf die den Mietern gemäß §11 
der Meldepolizeiverordnung vom 11. Januar 1913 obliegende 
Verpflichtung hinweisen werde/ — Eine solche amtliche 
Mitteilung für die an- und abziehenden Mieter ist nach 
Feststellungen des hiesigen Meldeamtes auch in Friedenau 
eine dringende Notwendigkeit. Vielfach ziehen Mieter aus, 
ohne irgend welche Angaben über Familienstand oder 
künftigen Aufenthalt zu machen. Es kommt auch des 
öfteren vor, daß Mieter monatelang vorher ausziehen, ihre 
neue Adresse nicht angeben, weil sie noch einige wertlose 
Klamotten in der alten Wohnung stehen haben. Sie wissen 
nicht, daß sie sich dadurch strafbar machen. 
o Eine neue Bedürfnisanstalt und eine Zeitungs 
verkaufshalle wird jetzt an der Becker- Ecke Knausstraße er 
richtet. Vor einigen Wochen ist bereits mit dem Bau dieser 
Halle begonnen worden. Seit einiger Zeit liegt indessen 
die Baustelle öde und verlassen da. Böse Lästermäuler be 
haupten, daß die Nähe von Pleitenwerder eine ungünstige 
Wirkung auf die Bautätigkeit ausübt. Man wird sich also 
wohl nicht zu wundern brauchen, wenn auch an diesem 
stolzen Bau demnächst das in der Gegend nicht unbekannte 
Schild: „DiesesHausstehtunterZwangsverwaltung!" erscheint. 
o Die Denkschrift über den Bauschwindel, die im 
Statistischen Landesamte vorbereitet wird, dürfte im Herbst 
des Jahres veröffentlicht werden. Sie soll bekanntlich zur 
Klärung der Frage beitragen, ob eine Einführung des 
zweiten Teils des Gesetzes über die Sicherung der Bau 
forderungen sich als notwendig erweist. 
o Friedenauer Wohnungsanzeiger. Die Wohnungs 
suche ist flott im Gange. Wer zum Oktober umziehen will, 
hält jetzt Ausschau nach dem neuen Heim, Daher ist für 
Vermieter unerläßlich, die zu vermietenden Wohnungen in 
wirksamster Weise bekannt zu geben. Und da möchten wir 
auf den mit dem „Friedenauer Lokal-Anzeiger" verbundenen 
„Friedenauer Wohnungs-Anzeiger"^ hinweisen. Vermieter 
von Wohnungen, leeren oder möbl. Zimmern, Läden, Lager- 
kellern, Garagen, Ateliers usw. werden darauf aufmerksam 
gemacht, daß für sie die Anzeigen nur 40 Pfg. die Zeile 
kosten, wofür sie eine volle Woche hindurch im Friedenauer 
Lokalanzeiger und in den Anschlägen an den Bahnhöfen 
erscheinen. Schluß der Anzeigenannahme in der Geschäfts 
stelle Rheinstr. 15: Sonnabend Mittag 12 Uhr. 
o Warnung vor Annahme von Stellen in Frank 
reich. Die Kaiserlichen Konsularbehörden in Frankreich 
werden in weitgehendem Umfange mit Vermittlungsanträgen 
deutscher Erzieherinnen, Kinderfrüulein und weiblicher 
Dienstboten befaßt, die sich durch ungerechte Behandlung 
seitens ihrer ftanzösischen Dienstherrschaft beschwert fühlen. 
Derartigen Beschwerden läßt sich nach Ansicht der Konsular- 
behörden dadurch am besten vorbeugen, daß dentsche 
Mädchen, die nach Frankreich in Dienst gehen wollen, sich 
vor Annahme einer Stellung über die Persönlichkeit der 
Dienstherrschaft, erforderlichenfalls unter Inanspruchnahme 
des zuständigen Konsulats, erkundigen. Vor Antritt des 
Dienstes werden sie sich zweckmäßig mit einem Geldbeträge 
zu versehen haben, der es ihnen, wenn sie die Stellung 
etwa aufgeben, ermöglicht, heimzureisen, oder wenigstens sich 
zu behelfen, bis sie eine andere Stellung haben. Dem 
„Notadressenbüchlein des Internationalen Verbandes der 
Freundinnen junger Mädchen" wird in solcher Lage die 
erforderliche Belehrung zu entnehmen sein. Dieses, sowie 
zur Legitimation einen Reisepaß oder Heimatschein, hat sich 
daher die in Frankreich Dienstnehmende unbedingt zu be 
schaffen. Vor Annahme sogenannter Stellungen „Au pair“ 
ist grundsätzlich zu warnen. Unter allen Umständen 
empfiehlt sich ein schriftlicher in beiden Sprachen abgefaßter 
Vertrag. Muster eines solchen Vertrages sind auf dem 
Landratsamt des Kreises Teltow vorrätig und stehen den 
Beteiligten zur Verfügung. 
o Der Nachtschatten ist wohl bei uns die verbreitetste 
und mithin für die leckeren Kinder die gefährlichste Gift 
pflanze. Jetzt ist die Beerenzeit und es ist bekannt, wie 
große Liebhaber alle Kinder von den Beeren sind. Es 
kommt die Zeit, da sich die erbsengroßen Beeren schwarz 
färben und somit den Heidelbeeren sehr ähnlich sehen. 10 
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Die Slroßea waren der vorgerückten Nnchtstnnde wegen 
schon beinobe ganz iiicnschenleer, als Maxwell Len Weg noch 
der Wohnung des Generals einschlug. Tiefer Weg führte 
ihn an dem Hanse der Gräfin Eaens vorüber, und er sah, 
daß die Fenster des Zimmers, in dem er sie vorhin mit dem 
vermeintlichen König von Astorien erblickt hatte, noch immer 
erleuchtet ivaren. 
Er ging auf die andere Seite der Straße hinüber. Aber 
das Geniach, das er wieder bis in den letzten Winkel zu 
überschauen vermochte, war leer, und eben wollte er, der 
Aiahnnng Varneys zu möglichster Eile eingedenk, seinen Weg 
fortsetzen, als er jemanden aus dem gegenüber liegenden 
Hause treten sah. 
Der Mann hatte seinen Hut tief in die Stirn ge 
drückt und trotz der linden Luft den Kragen des Ueber- 
zichers in die Höhe geschlagen. Aber er beging die Un 
vorsichtigkeit, sich eine Zigarette anzuzünden. Und wenn die 
Flamnie des Streichholzes sein Gesicht auch kaum länger als 
sür die Tauer einer Sekunde beleuchtete, so war diese kurze 
Zcitsvanne sür den drüben im Schatten der Häuser stehenden 
Beobachter doch hinreichend gewesen, um ihn mit voller 
Sicherheit den Menschen wieder erkennen zu lasse», den er 
vorhin für den König von Astorien gehalten. Und wieder war 
er frappiert von der ?lehnlichkcit, die ihn ohne alle Zweifel 
abermals getäuscht haben würde, wenn er nicht inzwischen 
die unumstößliche Gewißheit erlangt hätte, daß sich der König 
an einem anderen Orte befand. 
Eine leere Droschke kam langsam die Straße herauf, 
und der Unbekannte mußte den Kutscher ein paarmal anrnscn, 
ehe er sich hinlänglich ermuntert hatte, um zu begreife», was 
inan von ihm wollte. Aergerlich wiederholte der Alaun mit 
dem hochgeschlagenen Rockkragen fast überlaut die Adresse, die 
der biedere Rossclenkcr beim erstenmal offenbar nicht recht 
verstanden hatte. Und deutlich hörte Maxwell: 
„Fleet Street Llr. ml B! — Druckerei des „Merkur"! 
— Ich denke. Sie werden das Haus doch wohl kennen/ 
Hätte er frei über seine Zeit verfügen können, so würde 
er gewiß nicht gezögert haben, dem Doppelgänger des Balkan- 
fürsten zu folgen, um ans solche Art vielleicht etwas über die 
Zwecke zu erfahren, zn denen n.an sich seiner merkwürdigen 
Jlehnüchkeit mit dem Dtonarchen bedienen wollte. Aber er 
durste natürlich nicht daran denken, dieser Bersiichung nach 
zugeben, und mußte den Unbekannten im Dunkel der Straßen 
verschwinden lassen. 
Einer anderen plötzlichen Eingebung aber folgte er doch, 
selbst auf die Gefahr hin, damit ein paar wertvolle Minuten 
zn verlieren. Er hatte gesehen, daß die Tür des von der 
Gräfin bewohnten Hanfes hinter dem Fortgehenden nicht 
verschlossen worden war, und ohne recht zn wissen, was er 
eigentlich damit beabsichtigte, eilte er quer über die Straße, 
uni durch das Hanstor einzutreten. Die vom Vestibül breit 
aufsteigende Treppe war nur niatt erleuchtet, aber die Helligkeit 
war immerhin groß genug, daß Maxwell deutlich die Gestalt 
der Gräfin erkennen konnte, die auf dem ersten Stiegenabsatz 
stand, anscheinend ganz in fllachdenken versunken und einet 
schönen Statue nicht unähnlich. Ohne Zweifel hatte sie 
ihren Besucher hinnntergeleitet und zauderte jetzt, ganz von 
ihren Gedanken hingenommen, in ihre Gemächer zurückzukehren. 
Den Eintritt Maxwells hatte sie bei der Behutsamkeit, mit 
der er zu Werke gegangen war, nicht bemerkt, und er blieb 
regungslos, um sich nicht zn verraten. 
Aber seine Erwartung, daß er noch etwas Besonderer 
erleben würde, erfüllte sich nicht. Nach einer kleinen Weile 
raffte sich die Gräfin ans ihrem finsteren Brüten auf, stieg
        
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