Path:
Periodical volume Nr. 157, 07.07.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

„Wüstenei" wvhnen. Der Vorsitzende führte dazu ans, daß 
die Entrüstung der Aktionäre begreiflich und berechtigt sei. 
Jin März 1909 haben idie an:der Schnellbahn Wilmersdorf- 
Dahlem beteiligten Interessenten, die Stadt Wilmersdorf, 
die Gemeinde Dahlem und vier Terrain-Gesellschaften, einen 
Vertrag abgeschlossen und sich verpflichtet, zu dem Bau der 
Bahn gewisse Zuschiiffe zu leisten, und zwar hat sich die 
Gesellschaft bereit erklärt, 200 000 Mark ä fonds perdu zu 
zahlen. Angesichts dieses großen Opfers habe man auch ein 
gewisses Entgegenkommen beanspruchen können, aber man 
habe sich leider in dieser Voraussicht getäuscht gesehen. 
Wegen des'Bebauungsplanes um den Rastatter Platz hatten 
sich die beteiligten Gemeinden, nämlich Steglitz, Wilmers 
dorf und Dahlem, bereits geeinigt und einen Vertrag über 
Anlage und Unterhaltung des Platzes abgeschlossen. Ta 
trat mit dem 1. April 1912 der Zweckverbaud Großbcrliu 
in Tätigkeit und stieß alle bisherigen Ergebnisse wieder um. 
lieber drei verschiedene Projekte, die der Zweckverbaud aus 
gearbeitet, ist bisher keine Einigung zustande gekommen. 
Da die Terraingescllschasten den Behörden gegenüber nun 
einmal machtlos sind, so führte Redner weiter aus, so ist 
zu befürchten, daß die Regulierung der Zufahrtstraßen zum 
Rastatter. Platz bis zum Oktober d. I. noch nicht erfolgt 
sein wird, und daß man auf die Beendigung der Ver 
handlungen über Festsetzung der Baufluchtlinien, gelinde 
ausgedrückt, noch lange werde warten können. Redner 
teilte niit, daß in nächster Zeit die Kommission zur Auf 
teilung der Gemeinde Dahlem, der er auch angehöre, eine 
Sitzung abhalten, und daß er darauf dringen werde, daß 
die Zufahrtstraßen zum Rastatter Platz wenigstens provisorisch 
bis zum Oktober, der Eröffnung der Bahn, hergestellt 
werden. Die Versammlung erledigte hierauf die Tages 
ordnung nach den Anträgen der Verwaltung. 
v Eine städtische Hypothekenanstalt für zweite 
Hypotheken in Görlitz. Von unserer Gemeinde wird be 
kanntlich auf Anregung des Haus- und Grundbesitzervereins 
die Errichtttug einer Hypothekcnanstalt erwogen. Magistrat 
und Stadtverordnete in Görlitz haben jetzt beschlossen, zum 
1-. Juli d. I. eiue städtische Hypothekeuanstalt für zweite 
Hypotheken mit 500 000 M. ins Leben zu rufeil. Alan 
hofft, dadürch die Privatbautätigkeit wieder anzuregen. 
Einzig dürfte wohl die Art der Kapitalbeschaffung sein. Von 
der Stadt selber werden keine Mittel zur Verfügung gestellt. 
Man wendet sich vielmehr an die kleinen Sparer, die mehr 
als 3000 M. besitzen. Diese sollen ihr Geld der städtischen 
Hypothekcnanstalt zu 4'/^ Prozent Zinsen zur Verfügung 
stellen, mährend die Sparkasse nur 3 Prozent Zinsen gibt. 
Das einzige Erschwernis besteht nur in einer strikten halb 
jährigen Kündigungsfrist. Die Stadt gibt die eingezahlten 
Gelder für 4 1 / 2 Prozent Verzinsung und 1 / 2 Prozent 
Tilgung weiter und beleiht die Grundstücke in der Regel 
bis 75 Prozent, unter besonders günstigen Verhältnissen bis 
80 Prozent des Bvdenwertcs. Eiue Tilgungspflicht für 
erste Hypotheken hat die Stadt, entgegen dem Vorgehen 
anderer Städte, nicht beschlossen. Allein das Bekanntwerden 
des Planes der Stadtverwaltung hat schon genügt, der 
zukünftigen Hypothekenaustalt große 'Beträge zu überweisen. 
. » - o Die schone, Zeit der langen Schulferien, hak den 
Uebclstand, daß die Jungen oft nicht wissen, was sie vor 
Uebcrmut oder Langeweile beginnen sollen. Viele geraten 
daun auf Abwege. Sie necken, schlagen oder fangen kleinere 
Tiere, schießen Vögel, angeln Fische, kurzum, sie machen 
unnütze oder gar rohe Streiche. Vor Entlassung in die 
Ferien sollte darum in allen Schulen die Jugend jedesmal 
von der Lehrerschaft eindringlich ermahnt werden, die 
herrliche freie Zeit würdig zu verbringen, keine Tier 
quälereien selber zu treiben und andere Jungen davon ab 
zuhalten. Ganz besonders sollten auch die Eltern in dieser 
Zeit das Tun und Lassen ihrer Sprößlinge beobachten und 
nichts Unrechtes dulden. „Böse Beispiele verderben gute 
Sitten" und „jung gewohnt, ist alt getan". 
o Ueber den Wafferstand der Grnnewaldseen 
schreibt Herr Geheimer Baurat Kyllmann aus Waunsee: 
„In Ihrem Artikel über den Wasserstand der Grunewald- 
scen wird der Wannsee neben dem Riemeister-See, der 
Krummen Lanke, dem Waldsee und dem Schlachtensee ge 
nannt. Nichtkenuer stellen vielleicht alle diese Seen auf 
dieselbe Stufe. Das wäre jedoch ein Mißverständnis. Der 
Waunsee ist ein Teil der Havel. Er steigt und fällt mit 
dem Havclwasserstand. Der Schlachtensee wird seit längerer 
Ich bin, wie Sie wissen, eine Fcundin der Königin Mar- 
garetc. Niemals habe ich Interesse für politische Dinge ge 
habt; nur um dieser Freundschaft willen informierte ich 
mich über alles, was Astorieu anging. Ich wußte, daß mein 
Oheim die Dokumente, von denen da die Rede war, am Nach 
mittag durchgesehen hatte. Ich wußte, daß die Gräfin 
Saens die erbittertste Feindiit der Königin war — ans 
welchen Motiven, ist mir uUbclaunt — und mit merkwür 
diger Sicherheit begriff ich mit einem Male den Zusammen 
hang der Tinge. Ohne zu zögern, lehrte ich nach Hanse 
zurück — das Weitere brauche ich Ihnen nicht zu erzählen." 
„Und Sic konnten sich darüber informieren, daß es 
wirklich die ästorischen Schriftstücke waren, die Sic im Bou 
doir der Gräfin fanden?" 
;,Ja! — Ich hatte natürlich nicht Zeit, sie durchzusehen, 
geschweige denn zu lesen. Sie tagen jedoch in einem Um 
schlag, dessen Aufschrift mir keinen Zweifel darüber lassen 
konnte, daß ich wirklich jene Toknmcnte in Händen hielt. — 
Aber was soll das alles helfen! Es ist ja unnütz, noch 
darüber zu' sprechen. Allein Versuch, Charles' guten Namen 
zu retten, ist eben fehlgeschlagen." 
Doch Jessie widersprach ihr. 
„Nein — das dürfen Sie nicht sagen!" sagte 'sic fest. 
„Vielleicht hätten Sie glücklicher im Vollbringen sein können. 
Jedenfalls aber ist cs schon unendlich viel wert, daß die 
Papiere sich nicht mehr im Besitz der Gräfin befinden. Wir 
haben sie verloren — nun ja! Damit ist doch aber nicht 
gesagt, daß wir sie nicht wiederfinden könnten. Eie sprachcn 
von einem Umschlage, in dem die Dokumente verwahrt 
sind. Das bewahrt sie also vor dem Schicksal, vielleicht ver 
streut und zerrissen lzu iverden. Ein solches Kuvert ist doch 
schließlich nicht so klein, daß cs in einer belebten Straße 
übersehen werden kann. Irgend jemand wird es aufgehoben 
und, da es für ihn selbst wertlos war, auf einer Polizei 
station abgegeben haben. — Ich bin fest überzeugt, daß >vir 
die Papiere zurückerhalten." 
Zeit aufgepumpt. Daher weist er am l. Juli mit 31,58 
den gleichen Wasserstand wie am 17. Juni auf. Auch der 
Nilolossce kann seinen Namen als Sec insofern wieder be 
anspruchen, als er mit Wasser dauernd gefüllt ist. Wenn 
es daher auch zu beklagen ist, daß der Wafferstand der 
Havel und damit zugleich der des Waunsees augenblicklich 
ein niedriger ist, so ist doch anzuerkennen, daß derjenige 
des Schlachtensees, der Krummen Lanke irnd des Nikolassees 
ein erfreulicher ist. Und das ist den verständigen Maß 
nahmen der Charlottenburger Wasserwerke zu verdanken." 
v Das Belegen der Plätze in Eisenbahnwagen beim 
zeitiveiligen Verlassen der Wagen seitens der Reisenden ist 
auch in der 4. Klasse gestattet; sv hat die Eisenbahn- 
direktion in einem Streitfall entschieden. 
o Männer - Turnverein, (l. Männer - Abteilung.) 
Während des Umbaues der Gynasialturnhalle turnt die Ab 
teilung Dienstag und Donnerstag von S ?, / 4 Uhr bis 10'/, 
Uhr in der Mädchenschule, Goßlerstraße, Hinterer Eingang. 
Am Donnerstag findet nach dem Turnen eiue Besprechung 
des deutschen Turnfestes statt. Es ist Pflicht eines jeden 
Teilnehmers, sowohl den Turnsaal als die Kneipe zu be 
suchen. — Die Anmeldung für die Fahrkarten der Souder- 
züge hm Sonnabend, dem 12. d. Mts, zum deutschen 
Turnfest nach Leipzig muß bis spätestens Mittwoch Abend 
beim Tg. P. Nünuicke, Stubenrauchstr. 71, erfolgen. — 
Tie Ferien der Damen- und Mädchen-Abteilung sind vom 
4. Juli bis 12. August. — Die Fußballmannschaft der 
1. Männtzrabteiluug nahm gestern an dem Schlußkampf 
der Ruudenspiele für Großberlin teil. Mit 3 : 4 unterlag 
sic der Charlottenburger Turnerschast. 
o Verbrecherische Anschläge auf der Wannseebahn- 
und Magdeburger Fernbahustrecke. Hinter dem Bahnhof 
Zehlendorf-Mitte haben auf der Berliu-Magdcburger-Eisen- 
bahustrecke noch unermittelte Täter einzelne Schienen- 
befestiguugen gelöst, um dadurch ein Entgleisen eines 
Zuges zu bewerkstelligen. Auf die Ermittelung der ruch 
losen Täter hat die königliche Eiseubahudirektiou Berlin eiue 
Belohnung von 500 M. ausgesetzt. — Sonnabend Vormittag 
gegen 9'/z Uhr entdeckte ein Streckenwärter bei seinem 
Koutrollgauge zwischen den Stationen Neubabelsberg und 
Zehlendorf, daß das Gleis nicht in Ordnung mar. Bei 
näherer Untersuchung bemerkte der Beamte, daß zehn 
Schrauben vollständig gelöst und einige andere gelockert 
waren. Er benachrichtigte die nächsten Stationen, die auch 
sofort dafür sorgten, daß das Gleis wieder in Ordnung ge 
bracht wurde. Die von der Eiseubahnbehörde eingeleitete 
Untersuchung ergab, daß hier ein verbrecherischer Anschlag 
versucht worden war und daß die vollständige Ausführung 
nur durch einen Zufall verhindert worden ist. Offenbar 
waren die Täter durch den Streckenwärter zn früh gestört 
worden. Die Schrauben haben^ sie mit einem Schrauben 
schlüssel gelockert und gelöst, wie er von den Eisenbahn- 
streckenarbeitern benutzt wird. Um den Verbrechern auf die 
Spur zur kouuneu, wurde die Berliner Kriminalpolizei be 
nachrichtigt, die auch einen Kommissar mit mehreren Be 
amten und einem Polizeihund an den Tatort entsandte. 
Leider blieb die Tätigkeit vorläufig ohne jeden Erfolg. 
o Sie werden nicht alle. Als „Priesterin der Hekate" 
führte sich eine Zigeunerin bei einer wohlhabenden Witwe 
in der Hauptstraße zu Schöneberg ein, um ihr „wahrzu 
sagen." Die Schwindlerin hatte durch Umfragen in der 
Nachbarschaft erfahren, daß die noch lebenslustige Witwe 
bereits wieder von Amor, dem lieblichen Knaben, gefächelt 
ivurde, und darauf baute sie ihren Plan, der auch glänzend 
gelangt. Die Zigeunerin tat so, als ob sie den Zukünftigen 
der Witwe kenne, der dem „Zauber" einer anderen aber 
unterliegen würde, wenn nicht ein „Gegenzauber" ange- 
ivendet würde. Die heiratslustige Witwe wurde ängstlich 
und frug, was da zu machen sei. Die Zigeunerin mußte 
Rat und veranlaßte die Dame, alles Bargeld und Schmuck- 
sachen, welche sie besaß, „kreuzweise" in ein Taschentuch zu 
binden und ihr, der Zigeunerin zu geben, weil das zum 
„Gegenzauber" notwendig sei. Die Dame legte darauf 
150 M., eiue mit Brillanten besetzte Damenuhr mit 
Brillantauhänger, Ohrringe sowie ein Armband im Gesamt 
wert von über 400 M. in ein Tuch, welches die Schwindlerin 
der Göttin „Hekate" bringen sollte, damit diese den Gegen 
ständen solche Anziehungskraft gegenüber dem Geliebten der 
Dame verleihen konnte, daß derselbe für die Ewigkeit an 
die Heiratslustige gefesselt wurde. Als die Zigeunerin das 
Ihre Zuversicht schien auch Veras Mut ein wenig zn 
heben; und das ivar es ja, worauf cs ihr am meisten 
ankam. Im Grunde hatte sie selbst wenig Hoffnung, daß 
die Schriftstücke wieder in ihren Belitz gelangen könnten. Es 
sprach nichr dagegen als dafür, aller Wahrscheinlichkeit nach 
würden sie, wie so vieles andere, scheinbar spurlos ver 
schwinden. Töricht wäre es jedoch gewesen, die Kranke noch 
mehr zn verstimmen und niederzudrücken, indem sie ihr das 
sagte. 
„Ich bin Ihnen dankbar für den Mut, den Sie be 
weisen, Jessie," sagte Vera. „Aber lassen Sie uns nun 
überlegen, wie wir weiterhin handeln müssen. Bis morgen 
werden Sie wohl meine Rolle zu spielen gezwungen sein. 
Liebste — wollen Sie das um meinetwillen noch ans sich 
nehmen?" 
Jcssic drückte ihr statt aller Antwort stumm die Hand. 
Und Vera mußte das Zeichen ivohl verstanden haben; denn 
es leuchtete freudig ans in ihren Augen, und ein Lächeln 
ging über ihr Gesicht. 
„Ich wußte es ja!" sagte sie leise. „Morgen aber 
sollen Ihre Leiden bestimmt ein Ende haben. Doktor Varncy 
soll dann hierher kommen und anordnen, daß ich in Mein«. 
— das hcißt in Ihre Wohnung, Jessie — gebracht werde, toie 
schreiben vorher an Ihre Schivtster, um sie zu informieren, 
und kommen dann selbst zu mir. Wir tauschen .die Kleider, 
ich kehre in mein Heim zurück, und alles wird sein >vie 
vorher — nur daß Sie eine Freundin gewonnen haben, Jessie, 
die Sie Ihr Leben lang nicht mehr verlassen wird. Gott segne 
Sie für das, was Sie heute getan; er ist mein Zeuge, daß 
ich nichts Unehrenhaftes von Ihnen verlangte." 
Jessie neigte sich über das Lager, um die Kranke zu 
küssen. Große Tränen standen in Veras Augen; die Schwester, 
die aus einen leisen Ruf Jessics ivicder eintrat, schüttelte un 
willig den Kops. Sie sagte jedoch nichts, sondern geleitete 
Jessie still hinaus. 
Das junge Mädchen.zog da§Zduch dichter um bey Kopf, 
Wiederkommen vergaß, machte die Geprellte bei der Schöne 
berger Kriminalpolizei Anzeige. Dabei erfuhr sie, daß auch 
aridere auf den „faulen Zauber" reingefalleit rvaren. Mau 
sieht wieder, daß eine gewisse Spezies von Menschen nie 
alle wird. 
o Automobilwettfahrt auf der .Kaiserallce. Wieder 
holt sind uns Klagen zugegangen über „wilde Autler" auf 
der Kaiserallce, wodurch vielfach Fußgänger in Lebensge 
fahr gerieten. Am Sonnabend Vormittag konnten nun 
Spaziergänger in der Kaiserallce unweit der Trautenaustraße 
wieder eine wilde Wettfahrt beobachten. Ein Schlächter 
auto und ein Droschkenaüto veranstalteten sie. In der 
Richtung vom Landhaus her kamen beide Kraftwagen eng 
nebeneinander liegend in rasender Fahrt daher, schon schien 
der Schlächter siegen zu sollen, da nötigte ihn ein vor 
fahrender Straßenbahnwagen, das Tempo etwas zu mäßigen 
und die Droschke gewann einige Längen Vorsprung. Das 
Ende der wilden Jagd konnte unser W.-Mitarbeiter leider 
nicht verfolgen, da durch die große Schnelligkeit beide Fahr 
zeuge bald den Augen entschwunden waren. 
o Ein heftiger Auto-Zusammenprall fand gestern in 
der siebenten Abendstunde an der Ecke der Hedwig- und 
Fregestraße statt. Ein elegantes Privatauto sauste gegen 
eine Kraftdroschke, sodaß die letztere am Vorderteil arg be 
schädigt wurde. Zwischen beiden Fahrern entstand ein 
heftiger Streit über die Schuldsrage, wobei sich eine ziemlich 
große Zahl von Neugierigen ansammelte. Ein Schutzmann 
notierte für einen Klagefall verschiedene Zeugen und sorgte 
dann für Freilegung der Passage. Das leidige Schnell 
fahren an Straßenecken hatte auch diesen Vorfall herbei 
geführt, der aber noch verhältnismäßig glimpflich ablief. 
o Durch Ueberfahren getötet wurde gestern auf dem 
Südwest-Korso der 7 Jahre alte Sohn des Kaufmanns G. 
Jaknbomitz aus der Taunusstr. 15. Der Küabe kam unter 
ein Lastfuhrwerk und wurde so schwer verletzt, daß er unter 
den Händen eines schnell herbeigerufenen Arztes verstarb. 
Ob dem Führer des Wagens eine Schuld au dem bedauer 
lichen Unfall trifft, muß erst durch die eingeleitete Unler- 
silchung festgestellt werden. 
Verems-Dackricklen 
Morgen Dienstag tagen: 
Evangelischer Arbeiter-Verein für Friedenau und llingegend. 
Im großen Saale des Kaiser Wilhelm-Garten, Rheinstr. U5 mit 
folgender Tagesordnung: Geschäftliches, Vortrag Herr Pfarrer Vetter: 
„Der sittlich religiöse Geist im preußischen Volke vor 100 Jahren", 
Berichte ans Zossen (Verband slag und Fahneniveihe), Anträge sür 
die nächste Bezirksverbandstagnng in Spandau, Verschiedenes. 
Ansknnfts- und Fürsorgestelle (Kaiserallee 66), 
für Tuberkulöse: Acrztlichc Sprechstunden für Männer jeden Dienstag 
von 12—1, für Frauen und Kinder jeden Mittwoch von 12—t Uhr, 
für Alkoholkranke: Aerztl. Sprechstunde jeden Freitag von 12—1 Uhr. 
Schöneberg 
—v Im Wege der Zwaugsvollstreckuug sott da§ 
Glcditschstraße, Ecke Vorbergstraße Nr. 11 bclegeue, auf 
den Naiueu a) des Fräuleins Sabine Philippi in Bad 
Pyrmont, Pension Käst, b) des Fräuleins Justine Philippi 
in Berliu-Schöueberg, Vorbergstraße 11, c) des Fräuleins 
Lucia Philippi in Berliu-Schöueberg, Vorbergstraße 11, 
z. Zt. uubekaunteu Aufciithalts, als Gesellschafteriunen im 
Sinne der §§ 705 ff. BGB. eingetragene Grundstück am 
5. September 1913, Vorm. 10 Uhr, versteigert werden. 
Das Grundstück ist mit 18 000 M. jährlichem Nutzuugs- 
wert verzeichnet. 
—o Einstweilen eingestellt wurde das Zwaugsver- 
steigerungsvcrfahreu bctr. die uachbeuaunteu Grundstücke: 
Nolleudorfplatz 0 in Gemarkung Berliu-Schöueberg, dem 
Restaurateur Otto Krause, im selben Hause, gehörig. — 
Viktoria-Luiseplatz 8, Ecke Negensburgerstr. 35 und Motz- 
straße 27 in Gemarkung Berliu-Schöueberg, dem Kauf- 
inauit Paul Werner, im selben Hause, gehörig. 
Die grölZle Rampfbabn äer Mell. 
Für alle, die sich von den riesigen Anlagen für das 
12. Deutsche Turnfest ein Bild entwerfen wollen, sei 
folgendes mitgeteilt: 
Zurzeit sind schon die riesigen Tribünenanlagen mit 
dem großen Platz für die Freiübungen und übrigen Mässtn- 
daß mau nichts von ihrem Gcficyr crieunen ronuie, uuo 
verließ raschen Schrittes das Hospital. Sie war willens, 
sogleich Poiigo aufzusuchen; und sic beschleunigte ihre Schritte 
noch, als sie die Gestalt eines Mannes gewahrte, der ihr zu 
folgen schien. 
Ta hörte sie sich von ihm leise nüt ihrem Namen äuge- 
rufen; es war Charles Maxwell. 
„Verzeihen Sic, daß ich Sie noch einmal hier auf der 
Straße belästige," sagte er hastig und verstört. „Aber eine 
Angelegenheit von höchster Bedeutung zwingt mich dazu. — 
Sie kennen den König von Astoricu, haben ihn gesehen?" 
Befremdet nickte Jessie. 
„Ja, ich habe ihn gesehen! Aber wollen Sie mir 
nicht erklären " 
»Ich bitte Sie, für den Augenblick auf alle weitschweifigen 
Erklärungen zu verzichten! — Es ist allergrößte Eile von 
nöten. Sie müssen mich zu dem Hause der Gräfin Saens 
begleiten, das nicht weit Vau hier liegt." 
Jcssic sah es ihm au, daß er für sein Begehren die 
allcrtristigstcn Gründe haben müsse, und sie folgte ihm ohne 
fcruercu Eimvand. Nachdem sie etwa fünf Minuten gegangen 
waren, machte Marwell vor eiiccm villcnartigen, sehr vvr- 
uehm und mit solider Pracht gebauten Hause Halt. 
„Das ist die Wohnung der Gräfin Saens!" inforniierte 
er sic. „Blicken Sie einmal zu dem erleuchteten Fenster im 
ersten Stock empor! —Können Sic dort etwas ivahrnchmcn?" 
..Jcssic tat, wie er geheißen; aber sie vermochte nichts 
Auffälliges zu erblicken. Sic standen gerade unter dem Fenster, 
und es ivar deshalb ausgeschlossen, daß sie etwa in das 
Zimmer hineinsehen konnten. 
Maxwell forderte sie deshalb auf, ihm aus die andere Seite 
der Straße zu folgen. Von hier aus blickte Jessie nun noch 
einmal biuüber — und dann stieß sic einen Schrei der 
Ucberraschuna aus. 
(Fortsetzung folgt:)
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.