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Periodical volume Nr. 149, 27.06.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

um eine grundsätzliche Frage handelt, die entschieden werden 
müsse. Der Bürgermeister tommt znr Abstimmung über den 
Cchlnßantrag. G. V. Kalkbrenner beantragt namentliche 
Abstimmung. Es stimmen für Schluß Bürgermeister 
Walger, Schossen Bache, Lichtheim, Wossidlo, v. Wrochem, 
G.-V. Lehmcnt, Stöcker und Dr. Tänzler, gegen Schluß 
stimmen die G.-V. Berger, Dreher, Eggert, Finke, Haustein. 
Dr. Heinecker, Kalkbrenner, Kunow, Ott, Richter, Sachs, 
Schünknecht und Wcrmke. Mit 13 gegen 8 Stimmen ist 
somit der Schlußantrag abgelehnt. G.-V. Kalkbrenner, 
der sich zuvor zum Wort gemeldet hatte, verzichtet zunächst 
ans Grrrnd des Ergebnisses dieser Abstimmung auf das 
Wort, G.-V. Richter betont, daß es sich uin eine grund 
sätzliche Frage handelt. Nachdem der Rechknings-Prüfungs- 
ausschuß die Sache hier zur Entscheidung gebracht hatte, 
durften die Direktoren die Adreßbücher nicht beschaffen. Die 
Direktoren beachten sowieso schon die Beschlüsse der Gemeinde 
vertretung in eigenartiger Weise. Die Gemeinde habe 
wenig Rechte gegenüber den Direktoren, die geringen Rechte 
aber, die ihr zustehen, müsse sie auch wahren. G. - V. 
Kunow bemerkt, daß das Kuratorium nicht die Anschaffung 
ohne Bewilligung seitens der Gemeindevertretung gebilligt 
habe. Bürgermeister Walger erläutert nochmals, daß er 
die Sache bei der Etatsberatnng übersehen hatte. G.-V. 
Kalkbrenner betont, daß die Adreßbücher von den 
Direktoren auf keinen Fall beschafft werden durften, nach 
dem die Vertretung s. Zt. die Anschaffung abgelehnt hatte. 
Wenn die Adreßbücher für die Schulen notwendig wären, 
dann wären sie noch mehr notwendig für die Volksschulen. 
Aber auch diese kommen ohne die Adreßbücher aus. Er 
weist noch hin auf das vielfache Adressenmaterial, das den 
Direktoren zur Verfügung steht. Wer also das Adreßbuch 
haben wolle zu seiner Bequemlichkeit, der solle cs auch 
selbst bezahlen. Schosse Lichtheim hält wohl für richtig, 
daß die Direktoren das Adreßbuch haben, ob sie es aber 
fedes Jahr neu haben müssen, halte er nicht für erforderlich. 
Diesmal sei er aber dafür, weil zwei Herren es schon be 
schafft haben, che die Sache geklärt war, damit der dritte 
ps ebenfalls erhält. Bürgermeister Walger betont aber 
mals, daß es dem Vorstande und Kuratorium fern gelegen 
habe, die Bücher'gegen den Beschluß der Vertretung anzu 
schaffen. Gegen 7 Stimmen, die dafür sind, wird darauf 
die Beschaffung der Adreßbücher für die höheren Schulen 
abgelehnt. 
G.-V. Ott bittet, die Vorlage betr. Aenderung der 
Geschäftsordnung bis nach den Ferien zu vertagen, man 
könne dann mit neuen Kräften an die Sache herangehen. 
Schosse v. Wrochem erklärt, er wollte den gleichen Antrag 
stellen. G.-B. Berger schließt sich gleichfalls an, möchte 
aber doch den Urheber des Antrages bitten, ihn zurückzu 
ziehen, damit die Rechte der Gemeindevertretung nicht ge 
schmälert werden. Bürgermeister Walger erklärt, daß nach 
den letzten Ausführungen die Zurücknahme ausgeschlossen 
sei, wenn gesagt werde, der Vorstand wolle die Rechte der 
Gemeindevertretung schmälern. Der Punkt ivird dann 
vertagt. 
Der Punkt betr. Ausschreibung des Wirtschastsbctriebes 
jür den Ratskeller wird vom Vorstand zurückgezogen. 
Baurat Altmann bittet für die Herstellung einer 
Brückenwage am Rothansncubau 2800 M. zu bewilligen. 
Die Wage soll vor der Feuerwache zu liegen kommen, sodaß 
der Oberfencrwehrmann als Wiegemeister tätig sein könne. 
Die Gemeindevertretung bewilligt ohne Erörterung nach dem 
Antrage die Kosten. 
Beim Punkt 0, Genehmigung des Kostenanschlages für 
die Neubau der 3. Volksschule berichtet Banrat Altmann, 
daß der Kostenanschlag mit 075 000 M. abschließt. Er be 
zieht sich in seinen ferneren Ausführungen auf die Vor 
tage (vergl. Nr. 1-i0 d. Ztg.) Die Klassen der Hilfsschule 
sotten näher an den Spielplatz gebracht iverden. Außerdem 
.ist ein Schulgarten vorgesehen. Das Gebäude soll Oktober 
1015 fertig sein. G.-V. Finke fragt an, ob es nicht mög 
lich war, die klnterkunftsräume für die Turner und die 
Klosettanlagen im Schulgebäude unterzubringen. Banrat 
Altmann antwortet, daß dies nicht möglich war, cs wäre 
dazu kein Platz in dem Gebäude. Darauf wird der Kosten 
anschlag bewilligt. 
Die Werksteinarbeiten für den Sockel, der 3. Volks 
schule iverden ans Vorschlag des Vanrnts der Firipa Kaiser- 
steinbruch A.-G. zum Angebotspreise von 10 724 Al. über 
tragen. 
G.-V. Schönknecht stellt hierbei die Anfrage, wann 
der Bauausschnß beschlußfähig wäre, da der Ausschuß dem 
nächst über die Vergebung von Arbeiten beschließen soll, 
wäre es wichtig, darüber Bescheid zu wissen. Bürgermeister 
Wäger erwidert, daß darüber Bestimmungen in der Ge 
schäftsordnung nicht vorgesehen mären, die Frage regelt sich 
daher nach alten parlamentarischen Begriffen (Unruhe und 
Heiterkeit). 
Die Vorlage betr. Vergebung des Vcrblcndstein- 
materials wird auf Antrag in die geheime Sitzung verlegt, 
da Personalien erörtert werden sollen. 
Banrat Altmann berichtet, daß die Ausschreibung 
für die Maurer- und Zimmererärbeiten für den Umbau des 
Gymnasiums und der Turnhalle beschränkt erfolgt ist unter 
Friedenauer Unternehmern. Drei Firmen haben Angebote 
eingereicht: 1. die Firma Marzelier mit 10 486 M., die 
Firma Kremser mit 10 503,80 M. und 3. die Firma 
Haustein mit 8974,20 Al. Die letztere Firma hat aber 
nachträglich gebeten, für einen Posten 60 Bk. nachzuwilligen. 
Dieser Bitte könne jedoch bei einer beschränkten Ausschreibung 
nicht Folge gegeben werden; der Bauausschuß empfiehlt da 
her, der Firma Haustein, die Arbeiten zu übertragen zu 
ihrem Angebot von 8974,20 M. G.-V. Eggert bittet, 
die 60 M. nachzubewilligen. Bürgermeister Walgcr er 
klärt jedoch, daß dies nicht möglich sei. Die Arbeiten 
werden der Firma Oskar Haustein zum Angebotspreise 
übertragen. 
Für die Vergebung der Zimmererärbeiten für die Fried- 
hvfsbauten in Gütergotz lagen 9 Angebote vor. Der Bau- 
aUsschuß empfiehlt dem billigsten Angebot, der Firma Gustav 
Müller-Tegel, die hier schon verschiedene Arbeiten zur Zu 
friedenheit ausgeführt hat, die Arbeiten zu übertragen zum 
Angebotsgebotspreise von 10 118,21 M. Der Banrat selbst 
bittet, falls nicht in andern Titeln Ersparnisse eintreten, den 
über den Kostenanschlag von 18 600 M. hinausgehenden 
Betrag ihm nachzubewilligen. G.-V. Haustein spricht für 
Uebertragung der Arbeiten an einen Friedenauer. Denr 
widerspricht Banrat Altmann nach den für öffentliche Aus 
schreibungen bestehenden Grundsätzen Die Arbeiten werden 
hierauf an die Firma Mütter in Tegel vergeben und der 
Mehrbetrag über den Kostenanschlag bewilligt. 
Ueber die Einrichtung des Spielplatzes am Friedhofe, 
in der Laubacher Straße berichtet Gemeindcbaurat Altmann 
an der Hand eines Planes. Er betont, daß nach Angaben 
des Herrn Oberturnwarts Kühn das Projekt ausgearbeitet 
worden sei. Für den Kleinkinderspiclplatz werden 350 qm 
zur Verfügung stehen. 200 qm kommen zum Schulgarten, 
außerdeni wird eine 150 m Laufbahn (Schotterbahn) an 
gelegt; 4 feste Reck- und 4 feste Barreneinrichtungen sind 
vorgesehen. Der Platz erhält zwei Zugänge, an der Fehler 
straßen Ecke und an der Offenbacher Straße. Die Kosten 
für die Errichtung des Platzes belaufen sich auf 12 230 M., 
für das Unterknnftshäuschen beträgt der Kostenanschlag 
19 850 M. Obwohl die Summe eine ziemlich hohe ist, ist 
die Berechnung doch eine außerordentlich niedrige. Nach 
dem man nun den schönen Platz für die Jugend habe, 
bleibe nichts anderes übrig, als ihn einzurichten. Dabei 
aber nicht etwas Halbes zu machen, sondern ein ganzes 
Werk. G.-V. Schönknecht führt ans, daß er ursprünglich 
im Banausschuß der Kosten wegen gegen die Vorlage war. 
Er habe sich die Sache aber nochmals nachgerechnet und sei 
heute dafür. Schösse v. Wrochem bittet, nachdem man 
s. Zt. beschlossen hatte, den Platz der Jugend zur Ver 
fügung zu stellen und nachdem man auch 25 000 M. als 
KaiserjubilünmSspende der Jugendpflege überwies, die Er 
richtung des Platzes nach dem Antrage zu beschließen. 
G.-V. Olt betont, er sei auch dafür, daß wir etwas Ganzes 
schaffen; er habe nur den einen Wunsch, daß der Platz 
später in weitgehendster Weise in Anspruch genommen 
werde, daß seine Benutzung nicht nur auf Vereine be 
schränkt bleibe, sondern daß man in weitgehendster Weise 
ihn allen Kreisen zur Verfügung stelle (Bürgermeister 
Walgcr: Sehr richtig, das wird geschehen). Die Vor 
lage wird dann genehmigt und die Kosten werden bewilligt. 
Schöffe v. Wrochem berichtet über die Nachbewilligung 
zur Beaufsichtigung des Spielplatzes am Mmjbachplatz. Es 
soll der Platz während der Ferien der Jugend zum Spielen 
frei gegeben werden. Von 8—11 Vormittags soll nun die 
Beaufsichtigung durch einen Lehrer erfolgen, während der 
übrigen Zeit durch einen Gärtner oder eine andere Auf 
sichtsperson. G.-V. Ott ist gegen die Beaufsichtigung durch 
einen Lehrer. Die Schüler sollen in dieser Zeit frei von 
der Aufsicht der Schule sein. Auch G.-V. Hau stein'stimmt 
dem zu. , G.-V. Richter ist im allgemeinen mehr für eine 
Fachaufsicht. G.-V. Tänzler bemerkt, cs wurde in Ausschuß 
gesagt, daß durch den Lehrer erst die Kinder herangezogen 
und zum Spiel angehalten werden. Schöffe v. Wrochem 
erwähnt, daß man zu der Fachaufsicht gekommen sei, weil 
der Spielbetrieb sich unter der bisherigen Aufsicht nicht voll 
aufrecht erhalten ließ, da die Kinder auch Geräte benutzen 
wollten, was aber nicht möglich war. Es führte dies zu 
manchen llnzuträglichkeiten. Schöffe Lichtheim Meint, 
daß ihm von llnzuträglichkeiten bei Benutzung des Spiel 
platzes im vorigen Jahre unter Beaufsichtigung durch einen 
Gärtner nichts bekannt geworden sei. G.-V. Kunow und 
Finke empfehlen ebenfalls die Fachaufsicht, letzterer bean 
tragt noch, auch den Spielplatz an der Schmalbacher Straße 
während der Ferien zu öffnen und ihn besonders auch 
kleinen Kindern zum „Buddeln" znr Verfügung zu stellen. 
G.-V. Ott frägt an, ob die Entschädigung von 200 M., 
gleich 2 M. die .Stunde angemessen, oder zu hoch sei. 
Schöffe v. Wrochem meint, daß dies zu beurteilen, er der 
Versammlung überlasse. G.-V. Finke bemerkt, daß 2 M, 
die Stunde der übliche Satz märe. Er beantragt noch, auch 
Bänke auf dem Platz an der Schwalbachcr Straße aufzu 
stellen, damit die Eltern ebenfalls die Aufsicht mit ausüben 
können. Es geht darauf ein Antrag des G.-V. Richter ein, 
nach diesem wird beschlossen: 1. den Spielplatz am May- 
bachplatz durch einen Lehrer von 8^— 11 Uhr beaufsichtigen 
zu lassen, an den übrigen Tagesstunden die Aussicht durch 
einen Arbeiter der Gemeinde ausüben zu lassen; 2. den 
Spielplatz an der Schwalbachcr Straße ebenfalls der Jugend 
während der Ferien zu öffnen und die Aufsicht durch einen 
Arbeiter der Gemeinde ausüben zu lassen. 3. Auf dem Platz 
an der Schwalbachcr Straße sollen einfache Holzbänke anf- 
' gestellt werden. 
Dem Antrage des G.-V. Finke, den Zeichenlehrer 
Barsch zur Hauptversammlung deutscher Zeichenlehrer, die 
am 24. Juli in Breslau stattfindet, zu entsenden, wird 
entsprochen. 
Ebenso wird der Antrag des Gemeindevorstandes ge- 
nehmigt, den Obergärtner Stabe zur Gartenbauausstellung 
nach Breslau zu schicken. 
Nach Verlesung und Unterzeichnung des Protokolls wird 
die öffentliche Sitzung gegen 9 Uhr geschlossen. Es folgt 
eine geheime Sitzung, in der u. a. beschlossen wird, dem 
ärztlichen Leiter der Tubcrkulosefürsorgestelle 1000 M. Ent 
schädigung nebst 200 M. Vertretungskosten und für die 
Alkoholfürsorgestellc 500 Ak. Entschädigung zu bewilligen. 
Lokales 
(Nachdruck unserer o-Origiualartikel nur mit Quellenangabe gestattet.), 
o Die Dispense für den Rathausneubau genehmigt. 
Bekanntlich ist von mehreren Hausbesitzern beim Bezirkaus- 
schuß Protest eingelegt morden gegen die für den Ausbau 
des Dachgeschosses usw. erforderlichen Dispense. Darauf ist 
Herrn M. Sturm heute vom Bezirksausschuß zu Potsdam 
ein Schreiben folgenden Inhalts zugegangen: 
„Auf das gefällige Schreiben vom 9. ds. Mts. betreffend Er 
teilung von Aaudispcnsen für den Rathausneubau in Berlin- 
Friedenau teilen wir ergebenst mit, das; die beantragten Dispense 
durch Beschluß deS Bezirksausschusses vom 17. Juni ds. Js. erteilt 
morden sind. gez. Joachimi." 
Damit ist nun das letzte Hindernis für den Rathans- 
neubau beseitigt. 
o Die Wohnn,lgsknndignttgen müssen bis heute 
Abend 12 Uhr erfolgt sein. Für Vermieter beginnt damit 
wieder die Zeit, ihre znm Oktober frei werdenden 
Wohnungen wirkungsvoll bekannt zu geben. Dies geschieht 
am zweckmäßigsten in dem mit dem „Friedenauer Lokal- 
Anzeiger" verbundenen „Friedenauer Wohnungs-Anzeiger". 
Für nur 40 Pfg. hie Zeile werden die 'Anzeigen eine volle 
Woche im Friedenauer Lokalanzeigcr und im.Anschlag an 
den Wannsce- und Ringbahnhöfen veröffentlicht. Schluß 
der Anzeigenannahme Sonnabend Mittag 12 Uhr; Ge 
schäftsstelle: Rheinstr. 15. 
o Doppeltes Jubiläum. Am 28. Juni begeht Frau 
Matschke, Rheinstr. 56 das 30jährige Bürgerjubilänm und 
am 1. Juli d. Js. das 30jährige Gcschäftsjubiläums. Am 
28. Juni 1883 kam .Herr Karl Matschke mit seiner ihm 
eben angetrauten jungen Gattin nach Friedenau, um am 
1. Juli desselben Jahres sein Geschäft zu eröffnen. Herr 
Matschke ist im Jahre 1905 verstorben und das Geschäft 
würde zunächst von seiner Frau, dann von seinem ältesten 
Sohne Alerander fortgefiihrt, der es auch heute noch leitet. 
Am gleichen Tage, als Frau Matschke nach Friedenau kam, 
kam auch ihre Freundin, die Hebamme Fräulein Grabo 
nach hier. Auch sie, die bereits im März d. Js. ihr 
30 jähriges Berufsjnbiläum feierte, begeht also am 28. d. HD- 
ihr 30 jähriges Bürgerjubiläum. Manche Freude, aber auch 
manches Leid haben beide Freundinnen im Laufe der 30Jahre 
in Friedenau erlebt. Wir wünschen ihnen für die Zukunft 
das allerbeste. 
o Der Friedenauer Vprgerverein besichtigte am 
Mittwoch unser neues Friedhofsgelände in Gütergotz. Zahl 
reiche Mitglieder und Gäste hatten sich hierzu eingestrnden. 
Unter der Führung des Herrn Schöffen Lichtheim wurde die 
wunderbar gelegene, vom Wald umschlossene Begräbnisstätte 
besichtigt. Durch einen Drahtzaun ist das Gelände ein 
gezäunt und unsere Gärtner fiud bereits dabei, die ersten 
Wege zu legen und den Platz für das Verwaltungsgebäude 
zu ebnen. Herr Lichtheim wurde nicht müde, immer wieder 
die ungezählten an ihn gestellten Fragen'in der liebenswürdigsten 
Weise zu beantworten. Besonders gefiel den Besuchern der 
schöne Baumbestand unseres Friedhofsgeländes, vor allem 
der Teil, der später den Urnenhain bilden wird. Auch das 
der Gemeinde zum Kauf angebotene daneben und sehr 
günstig gelegene Gelände wurde in Augenschein genommen. 
Darauf begab man sich nach dem Synadol-Friedhof, dessen 
großzügige Anlage allgemeine Bewunderung erweckte. Auch 
die Einrichtungen der Kapelle, der Leichenkeller usw. werden 
besichtigt. Hiernach fuhr man zurück nach Wannsee um im 
„Kaiserpavillon" noch einige Zeit in zwangloser Weise ge 
mütlich beisammen zu sein. Me Teilnehmer waren Herrn 
Schöffen Lichtheim herzlich dankbar für die ihnen gebotene 
Gelegenheit, unsern neuen Friedhof unter vorzüglicher 
Führung kennen gelernt zu haben. 
o Der Bezirksverein „Südwest" veranstaltet, wie 
schon berichtet, am Sonnabend, dem 28. d. M., Abends 
8*/ 2 Uhr, im „Restaurant zum Reinbrandt" ein Sommerfest, 
zu dessen Gelingen hervorragende Kräfte ihre Unterstützung 
zugesagt haben. II. a, die bekannte Konzertsängerin Frl. 
Maria Henmann, der beliebte Rezitator Otto Erich v. Wussow, 
sowie Herr W. Krüger, Herr v. Freeden und die Herren 
Musikdirektor Werner und Antoni. Gäste sind herzlich 
willkommen. 
o Das Biofontheater in der Rheinstrasre 14 bringt 
von heute ab ein unterhaltendes Programm zur Vor 
führung. Ein Sensationsfilm ist das Tierdrama in 2 Akten: 
Die Löwenjäger. Bewundernswerte Tierdreffur und die 
landschaftliche Schönheit afrikanischer Szenerien verbunden 
mit einer atemberaubenden Spannung der Handlung schassen 
vereint eine kincmatographische Leistung ersten Ranges von 
nie gebotener künstlerischer Vollendung. Der Lebensretter- 
ist ein tragikomischer Vorgang aus dem Leben eines jungen 
Anwalts. Das schwere Eisenbahnunglück, welches kürzlich 
den I)-Zug 26 Paris—Toulouse betraf, spielt darin eine 
Hauptrolle. Im westlichen Afrika ist eine interessante 
Naturaufnahme aus dem schwarzen Erdteil. Eine er 
zwungene Erlaubnis ist eine hübsche, Komödie, die Wochen 
schau von Pathü frärcs zeigt in bunter Folge die jüngsten 
Vorkommnisse aus aller Welt. Auch das Tonbild ist sehr 
hübsch. Der Umzug ohne Kosten und Knetmüller reizen 
die Lachmuskeln in angenehmer Weise. Das gut ventilierte 
Etablissement erfreut sich stets eines starken Besuchs der 
besseren Kreise Friedenaus. Wir können das Biofontheater 
wegen seiner vorzüglichen Leistungen bestens empfehlen. 
o Asta Nielsen gastiert, in einem 3 tägigen Gastspiel 
und zwar von morgen Sonnabend bis Montag in den 
Pfalzburg-Lichtspielen. „Heißes Blut", so betitelt sich dies 
neue Sensations-Drama, in ' der die Künstlerin voll und 
ganz znr Geltung kommt. Außer diesem Drama gelangen 
noch weitere 15 erstklassige Bilder zur Vorführung, sodaß 
das Programm wieder ein hervorragendes ist. Zu bemerken 
ist noch, daß die Apparate in den Pfalzburg-Lichtspielen 
vollständig neue Konstruktion erfahren haben, sodaß die 
Bilder in vollstem Lichte und bekannter Güte vorgeführt 
werden. >. 
o Auf der Treptow - Sternwarte finden folgende 
kinematographischc Vorführungen mit erläuternden Vor 
trägen statt: Am Sonnabend, dem 28, Juni, Abends 7 Uhr 
„Interessante Bilder aus Italien", Abeckds 9 Uhr „„Natur 
und Leben in norddeutschen Gauen", am Sonntag, dem 
29. Juni, Nachm. 5 Uhr: „Aus fernen Landen". Abends 
7 Uhr „Christoph Columbus. Am Montag, dem 30. Juni, 
Abends 7 Uhr spricht Direktor Dr. F. S. Archenhold über: 
„Eine Wanderung durch das Weltall" unter Vorführung 
zahlreicher Licht- und Drehbilder. Während der Schul 
ferien (Anfang Juli bis Mitte August) hat jeder Erwachsene 
das Recht, zu den Vorträgen ein Kind unter 14 Jahren 
frei einzuführen. Mit dem großen Fernrohr wird ein Fix 
stern, ein Sternhaufen im Herkules und von lO 1 ^ Uhr an 
der Jupiter beobachtet. 
o Ein Drahtseilattentat in Lichterfelde. Ueber einen 
Fußsteig au der Teltower Straße in Lichterfelde, der be 
sonders von Radfahrern benutzt wird, war in der gestrigen 
Nacht ein Drahtseil gespannt worden, das für die Nadler- 
leicht gefährlich werden konnte; ein Radfahrer bemerkte in
        
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